Review: Windjammers 2

Sportspiele gibt es wie Sand am Meer. Die wenigsten Titel dieses Genres beschäftigen sich jedoch mit Frisbee als Sportart. Windjammers von 1994 war ein Vorreiter auf diesem Gebiet, der im Januar 2022 mit Windjammers 2 eine wohlverdiente Fortsetzung spendiert bekam.

Da Windjammers ursprünglich 1994 für das weniger verbreitete Neo Geo von SNK erschien, dürften nur die wenigsten von euch das Spiel auf der originalen Hardware gespielt haben. Über die Jahre hinweg ist der Titel auch für andere Plattformen wie der Wii, der PlayStation 4 und zuletzt 2018 für die Nintendo Switch erschienen. Unter Arcade-Fans hält der Titel einen besonderen Stellenwert inne. So ist es kein Wunder, dass sich Entwicklerstudio Dotemu, das auch für die jüngsten Umsetzungen des Seriendebüts verantwortlich ist, an die Entwicklung eines Nachfolgers wagte. Dieser ist im Januar 2022 erschienen und führt das Konzept des ersten Teils fort. Sobald wir im Hauptmenü von Windjammers 2 gelandet sind, fällt sofort die spartanische Arcade-Anlehnung auf. Uns stehen nur eine Handvoll verschiedener Optionen zur Auswahl. So können wir das Frisbee-Spektakel online spielen und uns weltweit mit anderen Spielern duellieren, uns in einem Arcade-Modus gegen die Computergegner von leicht bis schwer in drei Schwierigkeitsgraden behaupten oder uns im Versus-Modus mit einem Freund auf der Couch die Flugscheiben um die Ohren werfen. Darüber hinaus gibt es eine digitale Spielanleitung mit einer Auflistung sämtlicher Moves mit Angabe aller Knöpfe und noch die herkömmlichen Einstellungen für Musik, Tastenbelegung und Online-Eingabeverzögerung.

Harter Einstieg, hartes Spiel

Sobald wir uns in das erste Match schmeißen, fällt sofort auf, dass es in diesem Spiel allen voran auf Können ankommt. Wir müssen die Moves, die auf kurze Kombinationen zwischen Knöpfen und Analog-Stick-Bewegungen setzen, beherrschen und kontextsensitiv einsetzen. Zuerst einen Blick in die Spielanleitung zu werfen, ist entsprechend sinnvoll. Schade ist, dass wir keinen der angegebenen Moves während dem Schmökern in der Anleitung ausprobieren dürfen. Ein Tutorial oder gar ein Trainingsmodus gibt es in Windjammers 2 darüber hinaus nicht, was im Jahr 2022 ebenfalls unverständlich erscheint. Haben wir aber erst einmal die grundlegenden Bewegungsmuster verinnerlicht, entfaltet sich das volle Potenzial des Spiels. Wir flitzen über den Platz, packen die von unserem Rivalen geworfene Frisbee und schleudern sie zurück. Ziel des Spiels ist wie in anderen Sportspielen auch, möglichst viele Punkte zu erreichen, um den jeweiligen Satz zu gewinnen. Wie viele Punkte wir erhalten, hängt davon ab, in welches der drei Tore hinter unserem Gegner wir die Wurfscheibe manövrieren. Die Tore sind wie die zehn enthaltenen Spielfelder unterschiedlich groß, wodurch Abwechslung in den verschiedenen Matches geboten wird. Während der Platz am Strand recht klein und für Anfänger geeignet ist, besticht die an Profis gerichtete Arena mit etwas mehr Raum.

Adrenalingetränkte Frisbee-Duelle

Nicht unerwähnt bleiben dürfen die zehn enthaltenen Charaktere. Diese unterscheiden sich einerseits in Attributen wie Bewegung und Stärke, aber auch in ihrem Spezialwurf. Mit der Zeit füllt sich am unteren Bildschirmrand eine Spezialleiste auf. Ist diese gefüllt, können wir damit die vom Gegner geworfene Frisbee stoppen oder diese selbst ins gegnerische Feld donnern. Windjammers 2 bleibt in dieser Disziplin jedoch sehr undurchsichtig. Soll heißen, dass wir alle Techniken und Bewegungen selbst ausprobieren müssen. Angaben zu den Werten der Charaktere gibt es nicht. Hier fühlt sich das Spiel wie ein Arcade-Titel der 1990er-Jahre an, was womöglich von Dotemu auch so beabsichtigt war. Weitere Ähnlichkeiten gibt es auch bei der Musik, denn diese ist regelrecht in Adrenalin getränkt und unterstützt damit die sehr hitzige Wettkampfatmosphäre. In visueller Hinsicht wurde die Pixelgrafik des Vorgängers in Rente geschickt. Der zweite Teil erstrahlt in einem ebenso hübschen Comic-Look, was in unseren Augen aber auch sehr gut zum Geschehen passt. Lediglich die Animationen sind hier und da etwas abgehakt, was aber kaum ins Gewicht fällt. Ebenfalls gelungen ist, dass die Punktzahl und Restzeit am oberen Bildschirmrand auf einem Fernseher illustriert wird. Das sorgt in Windjammers 2 sowohl bei kürzeren als auch längeren Session angenehm für viel Immersion.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Switch-Fassung): Windjammers konnte ich leider nie selbst spielen, habe aber immer vom Kultstatus dieses Titels gehört. Beim Spielen von Windjammers 2 fällt mir auf, wie recht doch alle damit haben. Es macht sehr viel Spaß, die Frisbee abzufangen und mit Karacho ins gegnerische Tor zu schicken. Besonders gegen ebenbürtige Gegner kann sich das Potenzial voll entfalten, da dies regelrecht zum Tanz zwischen beiden Kontrahenten auf dem Spielfeld führt. Bis es soweit ist, solltet ihr euch je nach Spielertyp aber auf eine mittellange Einarbeitungszeit gefasst machen. Das liegt in erster Linie daran, dass das Spiel ohne Tutorial oder Training auskommt. Jeder Move muss in der Spielanleitung außerhalb des Spielgeschehens selbst nachgelesen und verinnerlicht werden. Auch wie sich die Charaktere spielerisch unterscheiden wird erst deutlich, wenn ihr sie selbst ausprobiert. Das fühlt sich für einen Heimkonsolentitel trotz Arcade-Anlehnung im Jahr 2022 rückständig an. Dafür gefällt mir das Spiel audiovisuell sehr gut. Wenn ihr öfters Freunde zu Besuch habt oder gerne online spielt, solltet ihr Windjammers 2 unbedingt eine Chance geben.

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