Review: One Piece: Box 27 (Episoden 805–828)

Am 4. November 2021 führte die 27. Serienbox der Anime-Serie One Piece das Piratenabenteuer fort. Wie schon bei der 26. Ausgabe zuvor erschien auch die 27. Volume nicht nur auf DVD, sondern auch auf Blu-ray Disc mit hübscher HD-Bildqualität und gelungener Akustik.

Handlungstechnisch knüpfen die Episoden der 27. Serienbox an den vorherigen Geschehnissen auf dem aus Süßigkeiten bestehenden Eiland Whole Cake Island an. Nach wie vor muss sich der künftige König der Piraten, Monkey D. Ruffy, mit Charlotte Cracker im mysteriösen Wald der Versuchung messen. Cracker scheint einen nahezu unendlichen Vorrat an mächtigen Kekskriegern aus dem Ärmel zu ziehen, wodurch die Hauptfigur von One Piece mitunter ins Schwitzen kommt. Zum Glück hat Ruffy seine Navigatorin Nami im Schlepptau, der es mit einem Trick gelingt, die Soldaten für Cracker unbrauchbar und für Ruffy genießbar zu machen. Wie das Duo den Kampf im Wald der Versuchung für sich entscheiden kann, sollte der Zuschauer aber besser selbst erleben. Viel mehr konzentriert sich die Story in den darauffolgenden Episoden auf einen sich schon in der letzten Volume angedeuteten Konflikt. Bei der Fahrt der Familie Vinsmoke zum Château Whole Cake treffen Ruffy und Nami auf ihren Smutje Sanji, der jedoch von ihrem Rettungsversuch alles andere als angetan ist. Er hat sich zum Schutz seiner Freunde und seinen Lehrer Zeff vom Restaurantschiff Baratié entschieden, seine Crew für immer zu verlassen und tatsächlich Big Moms Tochter Pudding zu ehelichen. Dass Ruffy keinesfalls erfreut darüber ist, dürfte wohl jedem Fan von One Piece bewusst sein.

Konfliktreiche Fortführung der Handlung

Während die Folgen der 26. Serienbox noch bewusst langsam erzählt werden und einen umfassenden Blick auf das große Ganze durch geschicktes Kaschieren und Auslassen von für das Verständnis wichtigen Szenen noch gar nicht zulassen, versucht die 27. Volume die nicht gerade wenigen Lücken zu füllen. Noch dazu erfährt der Zuschauer zahlreiche Details über die Vergangenheit von Sanji, seiner Beziehung zu seiner verstorbenen Mutter Sora und den Konflikten zu seinem Vater Jajji, seinen Brüdern Ichiji, Niji und Yonji und seiner Schwester Reiju. So erhält eine der Hauptfiguren, die schon fast von Beginn von One Piece an Bord von Ruffys Schiff(en) ist, einen ausgeprägten und verständlichen Hintergrund, der dem Zuschauer bisher über achthundert Episoden weitestgehend verwehrt wurde. Da die Hochzeit von Sanji und der bisher recht lieblich charakterisierten Pudding bevorsteht, kommt auch ihre zwischenmenschliche Beziehung ausreichend zur Geltung. In dieser Hinsicht wird der Zuschauer in gewisser Weise schockiert werden, denn es kommen Einzelheiten über Pudding ans Tageslicht, die das bevorstehende Ereignis in einem ganz neuen Licht erstahlen lassen. Dass sich um die Feierlichkeiten herum ein Sturm zusammenbraucht, konnte vielleicht schon erahnt werden, denn Jinbē zettelt eine Revolte an und auch Capone „Gang“ Bege spielt nicht mit offenen Karten.

Hitzige Gefechte und eiskalte Überraschungen

Daneben bieten die Episoden der 27. Serienbox von One Piece selbstverständlich auch wieder jede Menge Kämpfe. Unter anderem duellieren sich Ruffy und Sanji, bevor Ruffy es plötzlich mit der ganzen Streitmacht von Big Mom zutun bekommt. Big Mom und ihre drei zum Leben erweckten Schoßhündchen, sprich die Sonne Prometheus, die Wolke Zeus und der Hut Napoleon stellen sich Skelettmusiker Brook in den Weg, der eine Kopie vom Road-Porneglyph auf Whole Cake Island anfertigen will. Schiffsarzt Tony Chopper und Komplizin Carrot kämpfen derweil in der Spiegelwelt gegen Charlotte Brûlée und ihre Schergen. Durch die zahlreichen und mit Überraschungen gespickten Gefechte, an denen verhältnismäßig viele Teufelsfruchtnutzer teilnehmen, wird One Piece niemals langweilig. Auch die Geschichte kommt definitiv nicht zu kurz und sorgt oft genug für offene Münder. Nach der eher gemächlichen 26. Ausgabe ist das 27. Episodenpaket also definitiv eine klare Steigerung. In puncto Inszenierung sollte seit der letzten Serienbox aber keine große Veränderung erwartet werden. Schlimm ist dieser Umstand aber keinesfalls, denn nach wie vor überzeugt die Anime-Serie auch hochauflösend mit einem markanten Zeichenstil und sowohl die deutsche als auch die japanische Vertonung ist über alle Zweifel erhaben. One-Piece-Fans greifen bei der 27. Serienbox abermals zu!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 805 bis 828 der Serie): Mit dem Handlungsbogen von One Piece, der auf Whole Cake Island stattfindet, werde ich nicht so richtig warm. Nach wie vor gefällt mir die erzählte Storyline, die Themen wie Loyalität, Vertrauen oder Freundschaft behandelt, aber das abgedrehte Setting mit sprechenden Teeblattspendern und anderen zum Leben erweckten toten Gegenständen ist selbst für One-Piece-Verhältnisse einfach zu viel des Guten. Trotzdem unterhält die Geschichte mit überraschenden Wendungen, launigen Kämpfen, starken Charakteren, einem bissigen Humor und gelungenen Hintergründen über Smutje Sanji. Vor allem jene Fans der Anime-Serie, die den Schiffskoch in ihr Herz geschlossen haben, dürften in der 27. Serienbox voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Wer über das alberne Setting hinwegsehen kann, wird darüber hinaus aber auch so sehr viel Freude mit der Geschichte haben, die aber nicht abgeschlossen ist und in der 28. Ausgabe fortgeführt wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 27 (Episoden 805–828)!

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