Review: Dr. Slump [Massiv] (Band 3)

Seit Oktober 2025 ist Carlsen Manga dabei, die Manga-Reihe Dr. Slump im Massivbandformat zu veröffentlichen, um das Werk des 2024 verstorbenen Manga-Künstlers Toriyama Akira noch einmal zu würdigen. Die Reihe wurde hierzulande erstmals zu Beginn der 2000er-Jahre auf den Markt gebracht, ist in dieser Form aber inzwischen vergriffen. Während der erste Band von Dr. Slump noch als Einleitung diente, hat sich das Bild im darauffolgenden zweiten Manga gefestigt. Auf dieser Basis geht es auch im dritten Band munter weiter. Soll heißen, dass das Treiben auf der fiktiven Wasserkäferinsel respektive im Örtchen Pinguinhausen von alltäglichen Albernheiten, irrwitzigen Ideen und schrulligen Charakteren, die allesamt einen an der Klatsche haben, begleitet wird. Als wäre das noch nicht genug, stellt die kleine Arare das Leben ihrer Mitmenschen auf den Kopf. Sie ist ein Robotermädchen, das vom genialen, aber dennoch tollpatschigen Erfinder Norimaki Senbē das Leben geschenkt bekam. Obwohl sie eigentlich zusammengeschraubt wurde, um sich im Haushalt nützlich zu machen und Senbē schlicht im Alltag zu unterstützen, steckt in ihr eine Tagträumerin, die zwar zur Schule geht, aber ansonsten auf niemanden hört. Zudem ist sie sehr stark, wodurch nicht selten Teile von Pinguinhausen zu Bruch gehen oder auch die Bösewichte nichtsahnend darunter leiden.

Spaß und Gags am laufenden Band

Auf dieser Grundlage handelt es sich auch bei den Kapiteln des dritten Bandes überwiegend um abgeschlossene Geschichten, die nur bedingt miteinander verbunden sind. Beispielsweise wird in einer Story ein kleiner Hund eingeführt, den Arare und ihre Freunde aufnehmen – nur um diesen im nächsten Kapitel loszuwerden, in dem er von zwei außerirdischen Besuchern abgeholt wird. An einer anderen Stelle wird das kleine Teufelchen Tivil eingeführt, das zum Steigern seines Taschengeldes aus der Hölle nach Pinguinhausen kommt, um Menschenseelen zu sammeln. Später im dritten Band taucht Tivil noch einmal auf, um den titelgebenden Dr. Slump in die Großstadt zu begleiten – und stiftet dort mit Arare und dem engelsartigen Wesen Gatchan ein wenig Terror. Viele Geschichten sind an Absurditäten nicht zu überbieten, denn auch Vampire, konkurrierende Wissenschaftler, schießwütige Polizisten, der historische Samurai Miyamoto Musashi und sogar harte Rocker, die morgens um fünf Uhr Milch ausliefern, sind im Manga vertreten. Dass Toriyama auch über sich selbst lachen kann, beweisen weiterhin ein paar kurze Auftritte zwischen den einzelnen Kapiteln. Auch Kackhäufchen, für die der Autor eine Vorliebe entwickelt hat, kommen immer mal wieder vor. Dies bleibt positiv in Erinnerung. Somit sind auch im dritten Band von Dr. Slump Lacher absolut garantiert!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Es ist wirklich schade, dass Dr. Slump wohl ewig im Schatten von Dragon Ball stehen wird. Zugegebenermaßen ist Toriyama Akiras Drachenkugelsage wesentlich ausgefeilter und womöglich sogar spannender, aber dass dem Künstler zu Lebzeiten so unfassbar viele absurde Situationen eingefallen sind, zeigt sich hervorragend in Dr. Slump. Das Robotermädchen Arare hält mit ihrem unermüdlichen Tatendrang Pinguinhausen auf Trab und treibt ihren Erschaffer regelmäßig in den Wahnsinn. Dadurch entsteht eine situationsbedingte Komik, in denen auch mit der Darstellung von kleinen Kackhäufchen nicht gegeizt wird. Vermutlich gefällt das nicht jedem – mir aber schon. Hinzu kommen Anspielungen an Werke der japanischen und US-amerikanischen Populärkultur wie etwa Ultraman oder Star Trek. Toriyama ist sich wirklich für keinen noch so albernen Gag zu schade gewesen. Mir gefällt somit auch der dritte Band, der neugierig auf die nächsten Abenteuer macht!

Vielen Dank an Carlsen Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dr. Slump [Massiv] (Band 3)!

Hinterlasse einen Kommentar