Review: Eden of the East: Die komplette Serie

Mittlerweile gibt es immer mehr Animes, die sich in Serienform nur über eine geringe Anzahl an Episoden strecken. Obwohl der eine oder andere vergleichbare Anime zusammenhanglos geschildert wird, strotzt Eden of the East nur so voller Action, Spannung und Humor!

Auf ihrer Abschlussfahrt möchte Saki Morimi unbedingt einmal das Weiße Haus sehen, denn sie habe gehört, dass dies der Mittelpunkt der Welt sein soll. Als sie von der Straße aus einen Brunnen vor dem Gebäude sieht, versucht sie prompt ein paar Münzen in diesen zu werfen. Dabei ertappen sie zwei Polizisten, die sich ihr nähern und sie somit womöglich ihren Flug in ihr Heimatland Japan verpassen lassen. Saki hat allerdings Glück im Unglück, denn plötzlich steht auf der anderen Straßenseite ein nackter junger Mann. In der einen Hand hält dieser ein Handy und in der anderen Hand eine Pistole. Er scheint sein Gedächtnis verloren zu haben, doch schafft er es mühelos, die Polizisten zu täuschen beziehungsweise abzuhängen. Saki gibt ihm ihren Mantel, der junge Mann bedankt sich und verschwindet hinter der nächsten Ecke. Dies ist allerdings nicht das letzte Mal, wo sich beiden über den Weg laufen werden, denn die unsichere Saki hat vergessen, ihren Pass aus der Manteltasche zu nehmen. So hetzt Saki dem Jungen durch die Innenstadt von Washington D.C. nach und folgt ihm sogar bis zu seiner Wohnung. Diese konnte der junge Mann übrigens nur über sein Handy ausfindig machen, denn als dieser auf seiner Flucht telefonieren wollte, stellte sich eine Frau als seine Concierge vor, die ihm mit Rat und Tat beiseite steht und Antwort auf so gut wie alle Fragen gibt, nur über seine Identität hält sie sich geschlossen. Als der junge Mann in seiner Wohnung mehrere Pässe findet und Saki Morimi an die Tür hämmert, entscheidet er sich für den Namen Akira Takizawa.

Noblesse oblige

Gemeinsam reisen die beiden neuen Freunde nach Japan, wobei sich bei Saki immer mehr die Nackenhaare sträuben. Sie kann es sich nicht erklären, wie Akira den beiden in der Schnelle noch Flugtickets besorgen konnten oder wie weitere Vorfälle im Lauf der Serie passieren. An dieser Stelle möchten wir euch natürlich nicht zu viel verraten, da jede einzelne Episode voller Spannung und unvorhersehbaren Wendungen ist. Selbstverständlich wird erklärt, was es nun genau mit dem Handy von Akira Takizawa und dem unmenschlich hohen Guthaben darauf auf sich hat und vor allem warum ein Polizist ihm genau deswegen auf den Fersen ist. Obwohl sich die Geschichte größtenteils um Akira Takizawa und Saki Morimi dreht, tauchen auch ein paar weitere wichtige Gesichter im Verlauf der Handlung auf. Beispielsweise Sakis Freunde und Familie oder auch angebliche Verbrecher, wie der Johnny-Killer. Jeder einzelne Charakter kann dabei mit seiner ganz eigenen Persönlichkeit punkten. So ist Saki das eher schüchterne Mädchen, das sich selbst finden muss und Akira ist ein Draufgänger, wie er im Buche steht. Da sind humorvolle Momente vorprogrammiert. Zudem finden sich im Anime viele Hommagen an US-amerikanische Filme, die uns mehr als nur einmal ein Schmunzeln aufs Gesicht zaubern. Außerdem lässt dieser Film nach Summer Wars einmal mehr über den gläsernen Bürger nachdenken, sobald das titelgebende Programm Eden of the East zum Einsatz kommt. Klasse! Übrigens ist die Handlung der Serie nicht ganz abgeschlossen. Bislang sind zwei Filme erschienen, welche die Geschichte um Saki und Akira fortführen.

Pflichtprogramm für Anime-Fans

Optisch besticht der Film im 16:9-Format leider mit teils matschigen Hintergründen. Dafür sind Umgebungen wesentlich gehaltvoller geraten und Charaktere ausdrucksstärker, die mit ihren Emotionen dann auch das eine oder andere Mal aber aus der Rolle beziehungsweise aus dem Stil tanzen. Merklich fällt allerdings ein wenig auf, dass Fahrzeuge wie Autos und Roller nicht realitätsgetreu gezeichnet wurden. Sie sind in die Länge gestreckt, was aber durchaus gewollt ist (laut einer Aussage im Bonusmaterial). Es ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Selbiges gilt auch für weiße Kreisflächen über den Genitalien nackter Männer. Ob dies vom Stil her so gewollt ist oder Jugendschutzgründe hat, wissen wir nicht. An Son Gokus Penis in Dragonball hat sich vor 25 Jahren jedenfalls noch keiner gestört. Ausgleich bietet der Anime mit seinem Soundtrack, der sich bestens der heiteren, bedrohlichen und spannenden Szenen anpasst. Dieser liegt in der deutschen, sowie in der japanischen Synchronisation in Dolby Digital 5.1 vor. Jede der beiden Sprachversionen ist sehr gut gelungen. In der deutschen Ausgabe spricht Julius Jellinek Akira Takizawa und Josephine Schmidt schlüpft in die Sprechrolle für Saki Morimi. Die Geschichte rund um Seleção und Neets zieht uns ganze elf Episoden á circa 23 Minuten lang in ihren Bann. Wer danach noch immer nicht genug von Eden of the East hat, darf sich auf 257 Minuten Bonusmaterial freuen. Neben interessanten Interviews und den japanischen Trailern befindet sich auf der letzten der insgesamt drei Discs auch eine Filmfassung der Serie (sogar in einer deutschen Synchronisation), bei der allerdings alles auf die nötigsten Elemente heruntergeschraubt wurde. Zusätzliche Informationen bieten zwar die in der Box enthaltenen Sticker nicht, doch das beiliegende Booklet ergänzt das Paket sinnvoll. Eden of the East gehört zum Pflichtprogramm eines jeden Anime-Fans!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Lange Zeit habe ich diesen Anime vor mir her geschoben, da gegen Ende des letzten Jahres viel zu viele Spiele erschienen sind, denen ich mich widmen musste. Heute ärgere ich mich darüber, denn mit Eden of the East hätte ich meine Freizeit wesentlich besser gestalten können. Von der ersten bis zur letzten Minute kann mich der Anime fesseln. Es gibt keine einzige Szene in der Serie, die ich als langweilig oder belanglos erachte. Jeder Moment, jede Situation und jede Emotion sind genau an der Stelle, wo sie hingehören. Die Geschichte ist ein nicht enden wollender Thriller voller Dramaturgie, Liebe, Action, Mystery und teils sogar Fantasy-Elementen, die ich überhaupt nicht erwartet hätte. Das einzige was mich vielleicht ein klein wenig gestört hat, sind die langgezogenen Fahrzeuge. Ich weiß nicht, warum man sich dafür entschieden hat, aber ich habe deswegen schon extra geschaut, ob das Seitenverhältnis nicht korrekt wiedergegeben wird. Zum Glück tauchen diese Szenen nur am Rande auf und so kann ich auch locker darüber hinwegsehen. Während ich mich innig bereits auf die beiden Filme einstimme, kann ich die komplette Serie von Eden of the East nur jedem ans Herz legen, der sich für ansprechende Animes interessiert. Hier kommt meiner Meinung nach jeder voll auf seine Kosten!

Vielen Dank an Universum Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Eden of the East: Die komplette Serie!

Ein Kommentar zu “Review: Eden of the East: Die komplette Serie

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s