Special: Role Play Convention 2012

Einige von euch waren sicherlich geschockt, als bekannt wurde, dass einige Publisher auf der Gamescom 2012 nicht vertreten sein werden. Darunter fallen unter anderem THQ, Sega und auch Nintendo. Letzteren Videospielhersteller haben wir auch auf der Role Play Convention in Köln schmerzlich vermisst.

Noch im letzten Jahr glänzte Nintendo auf der Role Play Convention als europäischer Publisher von Dragon Quest VI: Wandler zwischen den Welten, sowie einer tollen Metallpin-Aktion und einem Bus randvoll mit Nintendo-3DS-Systemen. Im Jahr davor präsentierte man uns das von Capcom entwickelte Action-Rollenspiel Monster Hunter Tri. In diesem Jahr wäre Nintendos Auftritt nicht nur zur Tradition geworden, sondern man hätte auch direkt mit einem potentiellen Rollenspiel-Hit-Kandidaten punkten können. Im Angesicht der bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft hätte sich Nintendo deutlich Pluspunkte einheimsen können und der Messe nicht fernbleiben dürfen. Zum anderen erschien vor kurzem in Japan das neue Fire Emblem für den hauseigenen Handheld, welches man gegebenenfalls auch hätte vorstellen können. Das einzige, was uns noch an Nintendo auf der Messe erinnert hat, waren drei tolle Cosplayer, welche die Gebrüder Mario und Hylianer Link in ihrer besten Form gemimt haben. Auf der Role Play Convention geht es natürlich nicht nur um Nintendo. Andere Publisher konnten mit ihren neuen Spielen ebenfalls punkten. Während wir uns bereits in der heißen Endtestphase des von Piranha Bytes stammenden Rollenspiel Risen 2: Dark Waters befinden, konnten sich unschlüssige Käufer auf der Messe selbst ein Bild vom neuen Piratenrollenspiel machen.

Neue Erfahrungen

Wer lieber an Land bleiben wollte, freute sich sicherlich darüber, dass Capcom mit Dragon’s Dogma vertreten war. Interesse am Titel war reichlich vorhanden, denn anders können wir uns den regen Ansturm am Capcom-Stand kaum erklären. Ruhige Naturen hatten auf der Role Play Convention zudem die Möglichkeit, sich einmal das Point-&-Click-Abenteuer Satinavs Ketten anzuschauen, welches im Das-Schwarze-Auge-Universum angesiedelt ist und ab Mitte Juni wohl zahlreiche Fans ansprechen wird, sofern sie sich mit dem Genre-Wechsel begnügen möchten. Auf der Kölner Rollenspielmesse geht es aber natürlich nicht nur um Videospiele, vielmehr ist das Event klar die erste Anlaufstelle für Rollenspieler aller Art. Es tummelten sich wieder einmal Fans aus allen Bereichen der Rollenspielwelt auf der Messe, um sich über Neuigkeiten in der Branche zu informieren, neue Brettspiele auszuprobieren oder sogar neue Erfahrungen zu sammeln. In diesem Jahr war es möglich Axtwerfen, Bogenschießen und auch Fechten in abgetrennten Bereichen auszuprobieren. Weniger schön waren die Preise, die wir für ein Glas Kölsch, ein Stückchen Zwiebelbrot oder eine Flasche Met auf den Tisch blättern sollten. Im Falle des unter Rollenspielern beliebten Honigweins war es sogar möglich, vorab einen Schluck zu probieren und Geschmackssorten von Kirsche bis Vanille auszuprobieren.

Facettenreiche Aussteller

Das ist ein feiner Zug seitens des Ausstellers, den wir bei zukünftigen Messen sehr begrüßen möchten. Auf dem Mittelaltermarkt wurden fleißig dutzende Waren feilgeboten. So fanden Lederrüstungen, Helme, Trinkhörner oder Schilde schnell einige neue Besitzer. Der ständige Nieselregen am ersten Messetag hat die düstere Mittelalteratmosphäre im Außenbereich dazu noch verstärkt. Spieler von Live-Action-Rollenspielen wurden ebenfalls im Innenbereich sehr gut bedient. Latexwaffen und Rüstungsteile (in Massenproduktionen) konnten auch dort für gepfefferte Preise erworben werden. Fans von Brettspielen freuten sich über die Anwesenheit von Pegasus Spiele, die hier ihre neuen Titel und ihre Klassiker vorstellten. Kartenspieler gingen auf der Convention nicht leer aus. Besonders Fans von Magic: The Gathering freuten sich über eine kleine Ecke, wo sie mit anderen Spielern das eine oder andere Duell austragen durften und sich gegenseitig neue Taktiken beibrachten. Wer mit dem hauseigenen Kartendeck nichts reißen konnte, hatte direkt die Gelegenheit, sich an Verkaufsständen mit neuen Booster-Packungen einzudecken und mit etwas Glück sein Deck aufzuwerten. Zu den Ausstellern bleibt jetzt noch zu sagen, dass wir uns darüber freuten, dass auch ambitionierte Projekte wie das Stargate Command Germany ihren Platz auf der Messe erhielten.

Hoher Lautstärkepegel

Die Role Play Convention ist definitiv kein Ort für Gelegenheitsbesucher, denn wer sich nicht mit der Materie auskennt und sich nur bedingt für Rollenspiele interessiert, wird sehr schnell die Lust beziehungsweise den Überblick verlieren. Selten war die Messe so vielseitig und dementsprechend interessant für Rollenspieler, die sich am liebsten gleich in allen Bereichen umschauen wollten. Jene Randgruppe war auf der Messe, zumindest am Samstag, zahlreich vertreten. Als Beweis möchten wir euch gerne unsere beiden Rundgänge durch das Innenareal und den Außenbereich empfehlen. Dort werdet ihr dann auch erkennen, dass es besonders im Eingangsbereich deutlich zu laut war. Der Aussteller Roccat sollte sich unbedingt einmal mit der Messeleitung unterhalten, um einen abgetrennten Bereich zu erhalten. In keiner deutschen Taverne des Mittelalters wäre es so laut zu gegangen, doch Gamescom-Besucher kennen das Problem bereits aus den letzten Jahren und von fast allen Messehallen. Im Angesicht von sehr hübschen Feen und schönen Jedi-Damen war die immense Lautstärke fast wieder vergessen – beim umherirrenden Link-Cosplayer holt uns unser Ersteindruck doch wieder ein. Nintendo fehlt uns auf der Messe. Wir hoffen sehr, dass sich der Konzern in keinem Streit mit der Koelnmesse befindet und wir uns im nächsten Jahr wieder auf Nintendo freuen dürfen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Axels Fazit (basierend auf dem ersten Messetag): Ich war zum ersten Mal auf der Role Play Convention und ich war doch leicht angetan. Nie war ich einer, der groß mit solch einer Thematik konfrontiert wurde und bin aufgrund dessen erstmal mit etwas Skepsis, als auch mit Begeisterung dorthin gegangen. Vorweg lässt sich sagen, dass ich diese Erfahrung nicht bereue und nächstes Jahr wahrscheinlich wieder vorbei schnuppern werde. Auf der einen Seite hat mich die Stimmung und die Atmosphäre im Allgemeinen ziemlich überzeugt. Überall sah man überwiegend gute Kostüme und Leute, welche sich duellieren. Dies kam mir zwar ein bisschen weltfremd vor, jedoch konnte ich mich schnell dafür begreistern und fiel Gefallen daran. Bis auf wenige Ausnahmen fand man diese Atmosphäre an jedem Stand wieder. Ausnahmen sind dabei die Slush-Eis-Maschinen auf dem Mittelaltermarkt, welche dort natürlich absolut nichts zu suchen haben. Auf der anderen Seite muss man sich doch ein wenig über die Lautstärke beschweren und über das, was man geboten bekommt. Hier liegt es aber eher an der Quantität, als an der Qualität. Für einen Eintrittspreis von 14 Euro bekommt man nur eine Halle zu sehen, welche man in einer guten Stunde schon komplett abgeklappert hat. Für Leute, welche sich einfach nur mal testweise mit der Materie auseinandersetzen wollten, ist dieser Preis viel zu hoch gegriffen für den kaum vorhandenen Umfang. Es lohnt sich also eher für jene Personen, die mit dieser Thematik deutlich mehr anfangen können oder jahrelang selbst Live-Action-Rollenspieler sind. Ansonsten war die Messe ein voller Erfolg und hat mir ziemlich viel Spaß bereitet – seien es die coolen Stormtrooper oder das Trinkspiel-Zelt.

Erics Fazit (basierend auf dem ersten Messetag): Seit 2009 habe ich keine einzige Role Play Convention verpasst. Jedes Jahre möchte ich aufs Neue über die Entwicklungen in der Branche auf dem Laufenden bleiben, auch wenn mich mein Interesse in erster Linie auf die Rollenspiele im Videospielsektor lenkt. In diesem Jahr blieb mir leider keine Zeit, mich mit Dragon’s Dogma auseinanderzusetzen und Risen 2: Dark Waters spiele ich derzeit eh auf dem heimischen Rechner. Mich persönlich (und ich denke man kann es diesem Special entnehmen) hat die Abwesenheit von Nintendo gestört. Sicherlich wäre im großen Ganzen Nintendo nur ein Hersteller unter vielen, doch ich hatte eigentlich schon fast damit gerechnet, in Inazuma Eleven ein paar Spiele auf dem Fußballplatz auszutragen oder gar an das neue Fire Emblem Hand anzulegen, wobei bei diesem Titel mittlerweile sowieso schon wieder nicht ganz klar ist, ob dieser überhaupt in Europa erscheinen wird. Die Atmosphäre war auf der Messe dennoch wieder einmal gewaltig. Selten sieht man so viele Cosplayer in Stormtrooper-Uniformen, die über das Messegelände huschen und für Fotos bereitstehen. Ich werde im nächsten Jahr definitiv wieder mit dabei sein und mich dann hoffentlich wieder auf Nintendo freuen.

Julians Fazit (basierend auf dem ersten Messetag): Als ich auf der Messe eintraf, wollte ich unbedingt den mittelalterlichen Markt sehen. Das Mittelalter-Feeling kam in gewisserweise so durch, so wie ich es aus dem einen oder anderen Rollenspiel her kenne. Besonders klasse fand ich sogar, dass ich am Met-Stand querbeet Honigwein probieren durfte. Eine tolle Sache, die ich auf den nächsten Rollenspielmessen in Köln in dieser Form gerne wiedersehen möchte. Außerdem war ich von der Menge an tollen Cosplayern begeistert. Ich konnte deutlich sehen, dass sich die meisten verkleideten Fans sich wirklich Mühe mit ihren Kostümen gegeben haben. Allerdings muss ich gestehen, dass ich es teilweise übertrieben fand, wie sich manche Besucher zu euphorisch ins Zeug gelegt haben. Trotzdem war der Besuch der Role Play Convention auch in diesem Jahr keine verschenkte Zeit. Hoffentlich wird es beim nächsten Mal wieder Met zum Probieren geben, denn den Chili-Geschmack spüre ich im Geiste auch noch Tage nach der Messe auf der Zunge.

Vielen Dank an die Messeleitung der Role Play Convention für die freundliche Bereitstellung der Eintrittskarten!

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