Review: One Piece: Box 1 (Episoden 1-30)

One Piece genießt seit Jahren weltweit Ansehen unter Anime- und Manga-Fans. Schließlich ist die Manga-Serie weltweit eine der erfolgreichsten aller Zeiten. Jetzt werden die ersten 180 Episoden des Animes veröffentlicht – in ganzen sechs TV-Serienboxen!

Mit dem Tod des einstigen Piratenkönig Gold Roger begann das große Zeitalter der Piraten, denn vor seinem Ableben verkündete er auf seiner Hinrichtung, dass er den größten Schatz der Welt irgendwo auf der Grandline versteckt hat. Seitdem wimmelt es auf den Meeren von Piraten, von denen viele auf der Suche nach jenem legendären One Piece sind, von dem Gold Roger sprach. Auch der junge Monkey D. Ruffy ist auf der Suche nach dem Schatz und will zudem der künftige König der Piraten werden. Mit diesem Ziel vor Augen macht er sich von zuhause auf, um ein Abenteuer nach dem nächsten zu erleben – und dass ohne Crew! Durch einen Zufall gelangt er auf ein Schiff, welches allerdings gerade von Piraten angegriffen wird. Ruffy lernt zu diesem Zeitpunkt auch den jungen Corby kennen, der auf dem Piratenschiff gegen seinen Willen schuften musste. Gemeinsam brechen sie später auch in die Marine-Basis ein, um den Piratenjäger Lorenor Zorro für ihre Crew anzuheuern. Während dem Unterfangen legen sich die drei Freunde auch noch mit dem gefürchteten Kapitän Morgan an, welcher aber noch einer der harmlosesten Gegner ist, mit denen sie sich im Verlauf der Geschichte anlegen müssen. Während Corby sich der Marine anschließt, begeben sich Ruffy und Zorro auf die Suche nach neuen Gefährten, denn auch zu zweit ist eine Crew keine richtige Crew!

Herausragende Persönlichkeiten

Durch weitere zufällige Begegnungen treffen die beiden schon bald auf die gerissene Diebin Nami, die nichts weiter als Eigennutz und Schätze im Sinn hat. Lügenbold Lysop und Sanji, ein meisterlicher Koch, sind die nächsten beiden Crew-Mitglieder, welche Ruffy in den ersten dreißig Episoden für seine Crew gewinnen kann. Das Besondere an so einer kleinen Crew ist allerdings, dass jeder Charakter voll und ganz zur Geltung kommen kann. So sind sich Ruffy und Zorro in vielerlei Angelegenheiten einig und brüllen sich als Hitzköpfe trotzdem hin und wieder gerne an. Nami interessiert sich zwar, wie schon gesagt, in erster Linie für Diamanten, Edelsteine und Gold, doch auch in brenzligen Situation bewahrt sie einen kühlen Kopf, um ihren Freunden (nicht) beizustehen. Lysop ist hingegen eher ein Angsthase, behauptet jedoch immer ein richtiger Draufgänger zu sein. In der Stunde der Not ist aber auch er jederzeit dazu bereit, um seinen Freunden zu helfen. Sanji kommt in den ersten dreißig Episoden allerdings etwas zu kurz, doch macht er den Eindruck, Hilfsbedürftigen jederzeit und dazu noch ohne Bedingungen zu helfen. Zum Ausdruck bringen die Persönlichkeiten der Charaktere auch die Rückblende-Episoden. Hier wird uns beispielweise gezeigt, wie Ruffy von der Teufelsfrucht isst, zu einem Gummimenschen wird und den Entschluss fasst, Pirat zu werden.

Hervorragende Erzählkunst

So gut wie jeder der vorkommenden Personen hat eine Vergangenheit, die im Story-Verlauf erzählt werden möchten. Das betrifft übrigens nicht nur die Protagonisten, sondern auch die zahlreichen Gegner, gegen die sich die Piratenbande entgegenstellen muss. Die Hintergründe werden uns übrigens nicht einfach so, sondern gerne auch schon mal mitten in einem sehr anstrengenden Kampf erzählt. Das wirkt nie aufgesetzt, sondern bereicht die Ausgewogenheit des Animes sehr. Durch die geschickt eingespielten Rückblenden wirken die Beweggründe der jeweiligen Charaktere ein ganzes Stück glaubhafter. Animes wie Dragonball Z hätten diesen ausgewogenen Erzählstil sichtlich gut getan. Herausragend ist auch der Humor von One Piece – da wird beleidigt, geflucht und es fliegen Fetzen. Auseinandersetzungen zwischen Ruffy und befeindeten Piratenkapitänen sind dabei das Highlight, denn hier bleibt oft kein Auge trocken, wenn unser Held mit einer (un)geschickt getroffenen Wortwahl das Gegenüber beleidigt. Besonders die Running Gags wenn Ruffy mit seinen Fäusten eine Attacke ausführt, unterstützen das illustre Gesamtbild ungemein. Dieses ist nämlich durch seine teils üblen und teils komischen Charaktere wunderbar bunt gemischt geraten. Kapitän Buggy ist durch sein Auftreten als Clown urkomisch und die Gebrüder Maunz versuchen Katzen zu imitieren.

Beiliegender Episodenführer

Das Bild ist bei jeder der dreißig Episoden im 4:3-Format gehalten. Das war zu Beginn dieses Jahrtausends immer noch Standard bei TV-Produktionen. Bei genauerem Betrachten fällt uns allerdings auf, dass einige Konturen ungenau und einige Farbgebungen unscharf wirken. Das ist im Angesicht der sonstigen Qualitäten des Animes, auch beim tollen Soundtrack, aber sehr wohl vernachlässigbar. Weniger vernachlässigbar ist das schwache Menü-Design. Sobald wir die DVD in unser Abspielgerät gelegt haben, landen wir auch schon auf einer einzigen Seite im Menü. Da kann man die Episoden zwar schnell auswählen, doch wird jede Folge nur mit der jeweiligen Episodennummer angegeben – selbiges Problem erleben wir zurzeit auch bei den Veröffentlichungen der Dragonball-TV-Serienboxen, doch One Piece hat hier klar einen Vorteil! Der Box liegt nämlich als einziges Bonusmaterial ein Booklet bei, welches uns nicht nur über die Hintergründe der neuzeitlichen und gleichzeitig fantastischen One-Piece-Welt und über die wichtigsten Charaktere informiert, sondern uns auch gleichzeitig einen ganzen Episodenführer über alle beiliegenden Folgen liefert. Das erspart uns in vielen Fällen den Weg ins Internet, wenn wir etwa eine ganz bestimmte Episode suchen. Diese Lösung ist zwar nicht perfekt, aber immerhin liebevoller als bei anderen Anime-Veröffentlichungen.

(Unnötige) Diskussionen vor Release

Wer die komplette One-Piece-Dröhnung braucht, sollte zusätzlich zur ersten TV-Serienbox auch noch zu One Piece: Der Film greifen. Dieser erzählt noch eine eigenständige Geschichte, die zwar nichts mit der Serie zu tun hat, aber trotzdem klasse die Charaktere einfängt. Dieser Film ist übrigens zwischen den Episoden 17 und 18 beziehungsweise zwischen den Folgen 18 und 19 angesiedelt. Zu anderen Zeitpunkten innerhalb der Handlung würde der Film keinen Sinn ergeben, doch zurück zur Serie. Diese kommt anders wie das Kino-Abenteuer nicht mit einer japanischen Synchronisation daher. Einzig und allein eine deutsche Sprachausgabe liegt auf den sechs Datenträgern vor – noch dazu ohne zuschaltbare Untertitel für Hörgeschädigte. Das finden wir schade, auch wenn diese Untertitel wohl nur ein kleiner Teil der Gesellschaft benötigen werden. Bereits vor Release der Box kam zudem eine Diskussion zwischen Fans auf, dass die Episoden wohl geschnitten sein werden. Dies könnte (wie bei Dragonball) der Fall sein, doch alle Storylines innerhalb dieser Episodensammlung waren für uns ohne große Probleme sehr leicht verständlich. Falls die etwa 23 Minuten langen Episoden (Gesamte Laufzeit circa 700 Minuten) geschnitten sein sollten, so fänden wir das zwar sehr schade, doch durch die Verständlichkeit gibt es bei uns keinen Punktabzug. Während die größten One-Piece-Fans nun weiterhin zum Import greifen, freuen sich alle anderen über eine mehr als gute erste Episodensammlung auf DVD!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den ersten dreißig Episoden): Meinen ersten Kontakt mit One Piece hatte ich bereits, als RTL2 mit der Ausstrahlung der Serie vor vielen Jahren begann. Da habe ich gerade einmal die erste Episode gesehen, um zu entscheiden, dass ich den Anime am besten nicht weiter verfolgen sollte. Hätte ich es damals doch lieber getan! Nachdem ich dank einer mehr oder weniger langen Lieferverzögerung nun doch noch in den Genuss des Animes gekommen bin, konnte ich meinen Fernseher schon fast gar nicht mehr ausschalten. Binnen weniger Tage habe ich mir die ersten dreißig Episoden und somit den Auftakt zu einem der coolsten Animes vollständig angeschaut. Die Handlung ist interessant und durch Rückblenden werden auch die Hintergründe hinter den Entscheidungen der Charaktere glaubhaft und leicht verständlich erläutert. Zwar gefällt mir dann und wann das Charakterdesign nicht (Kapitän Buggy, Jacko), doch dann kommen auch wieder Charaktere vor, bei denen ich mir für jenen Moment kein besseres Design vorstellen könnte (Kapitän Black, Falkenauge). Das wirklich Tolle an One Piece ist für mich aber bisher, dass es kaum so genannte Filler-Episoden gibt. Einzig und allein Episode 18 (Der Mann in der Kiste) hat für mich noch keine Daseinsberechtigung innerhalb des Animes gefunden, doch wenn solche Folgen die Ausnahme bleiben, dann wird mich One Piece auch noch mindestens weitere 150 Episoden lang gut unterhalten – denn diese Episodenanzahl wird Anime Virtual mindestens noch in fünf weiteren Serienboxen veröffentlichen.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von der One Piece Box 1 (Episoden 1-30)!

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