Review: Metroid II: Return of Samus

Das Nintendo Entertainment System, der GameBoy und das Super Nintendo haben etwas gemeinsam – auf allen drei Systemen erschien jeweils nur ein einziger Teil der Metroid-Reihe, bevor die Serie auf dem Nintendo 64 pausieren musste.

Zeitlich siedelt sich der zweite Serienableger zwischen Metroid Prime 3: Corruption, aber vor Super Metroid an. Die Förderation schickt ein Forscherteam zum Planeten SR388. Das Team soll klären, ob auf dem Planeten tatsächlich noch lebende Metroids existieren. Metroids sind eine bedrohliche Lebensform, die gleich die gesamte Population eines Planeten auslöschen können und für die Forscher selbstverständlich auch ein gefundenes Fressen sind. Einige Tage nachdem das Team nach SR388 aufgebrochen war, erhielt die Förderation einen Notruf von der Forscherstation. Seit kurzem hatten sie keinen Kontakt mehr zum Forschungsschiff und auch das daraufhin entsandte Rettungsschiff meldete sich nicht mehr. Als sich die gesamte Galaxie sich auf einen möglichen Metroid-Angriff vorbereiten muss, entscheidet sich die Förderation dazu, die Kopfgeldjägerin Samus Aran auszusenden und auf dem Planeten nach Metroids Ausschau zu halten und sie bei Sicht zu eliminieren. Dass die Geschichte des Titels im Spiel selbst nicht wirklich zur Geltung kommt und eher dem recht gelungenen Gameplay weicht, wissen Fans der ersten Stunde schon lange. Viel mehr geht es in einem jedem Metroid eher darum, die Spielwelt genauestens zu erkunden, überall neue Items einzusammeln, diese an essentiellen Wegpunkten geschickt einzusetzen und neue Areale zu erschließen.

Jagd nach neuer Ausrüstung

Die Spielwelt von Metroid II: Return of Samus umfasst einzig und allein den Planeten SR388, dessen Untergrund aus einer komplizierten Struktur aus mehrschichtigen Gewölben und Hohlräumen besteht. Wir können uns sicher sein, dass das Innere des Planeten serientypisch von allerlei Ungeziefer bewohnt wird, welches wir zum Vorankommen auslöschen müssen. In Metroid II steht uns wieder einmal Samus’ bekannte Waffenhand zur Verfügung, die wir im Verlauf des Spiels mit unterschiedlichen Strahlern ausrüsten dürfen. Mit dem Eisstrahl frieren wir Gegner kurzzeitig ein und mit dem Plasmastrahl durchbrechen wir sogar dicke Wände. Es gibt zudem noch zahlreiche Artefaktstatuen, die über den kompletten Planeten verstreut sind. Wenn wir an einer Stelle nicht weiterwissen oder eher gesagt nicht weiterkommen, fehlt uns vermutlich ein bestimmter Gegenstand. Brüchige Wandstücke können beispielsweise nur mit der Bombe durchbrochen werden. Sehen wir also kleine rissige Blöcke in der Wand, können wir uns schon fast sicher sein, dass wir auf die Bombe angewiesen sind. Mit Erhöhungen sieht das genauso aus. Erreichen wir mit normalen Sprüngen nicht einen höher gelegten Platz, liegt es wohl daran, dass wir noch nicht über die Supersprung-Stiefel verfügen. Diese Item-Jagd macht seit jeher das Kernstück der Spiele aus und so ist es auch zum Glück in Metroid II.

Gefährlicher Ausflug

Während Gegner wie Yumbo, Tsumuri oder Gullugg im Verhältnis noch klein und harmlos sind, endet für uns der Spaß wohl spätestens dann, wenn wir auf Metroids stoßen, die uns am liebsten tot sehen würden. Um dieses Ziel zu verhindern müssen wir immer darauf achtgeben, dass Samus nicht die Puste ausgeht. Besiegte Gegner hinterlegen zum Auffüllen der Energie dann und wann wertvolle Energiekugeln, die wir schleunigst einsammeln sollen. Segnen wir dennoch einmal das Zeitliche, müssen wir uns nicht wie im Vorgänger Metroid auf dem Nintendo Entertainment System Sorgen darum machen, uns mühselig ein mehr oder weniger langes Passwort zu notieren. Metroid II verfügt zum Glück schon über eine Speicherfunktion, die das Erkunden des Planeten maßgeblich angenehmer gestaltet. Optisch hinkt der Titel aber dem ersten Teil hinterher. Obwohl Animationen teilweise aufwendiger gestaltet wirken, ist es eher die Farblosigkeit, welche dem Titel seine Faszination raubt. Selbstverständlich ist das bei einem GameBoy-Spiel nicht negativ anzukreiden, doch ständig mit schwarzen Hintergründen zu spielen, macht auf die Dauer nur wenig Spaß. Einsteiger werden mit Metroid II aber wohl ebenso viel oder wenig Spaß haben, wie noch mit dem Vorgänger. Einige Stellen sind für Neulinge einfach zu schwierig, doch definitiv jederzeit machbar – auch für Anfänger.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Virtual-Console-Fassung): Da ich erst mit Super Metroid auf die Serie aufmerksam geworden bin, ist es logisch, dass ich den Vorgänger verpasst habe. Deshalb bin ich froh darüber, dass Nintendo den Titel im eShop anbietet und ich endlich um eine Erfahrung reicher bin. Ich muss aber gestehen, dass mir der Ausflug nach SR388 nicht ganz so gut gefallen hat, wie ich das erhofft hatte. Mir ist Samus als Charaktermodell auf dem kleinen Screen einfach zu groß. Von der Umgebung bekomme ich kaum etwas mit und das ist leider sehr schade, da der Titel doch großen Wert auf die Erkundung der Spielabschnitte setzt und ich so ständig hin und her rennen muss, bis ich mir einen genauen Überblick verschaffen kann. Außerdem mag ich es nicht so sehr, dass die Hintergründe ständig pechschwarz sind und kaum Abwechslung mit sich bringen. Metroid II: Return of Samus ist sicherlich ein toller Titel, der seinerzeit genügend Tiefgang geboten hat und die Technik des GameBoys sicherlich ausreizt, aber ich versuche mich dann lieber nochmals zum wiederholten Male an Super Metroid, welches für mich das bisher beste zweidimensionale Metroid-Spiel darstellt.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des eShop-Guthabens!

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