Review: Kirby’s Block Ball

Wenn man an Nintendos Edelknödel Kirby denkt, so kommen einem natürlich die zahlreichen Jump-’n’-Run-Abenteuer in den Sinn, die der vielfräßige Held bereits erleben musste. Dabei vergessen viele, dass Kirby auch in einigen Spin-offs des Franchises seinen Auftritt hat.

Eine wirkliche Hintergrundgeschichte weist Kirby’s Block Ball nicht auf. Unser Held muss in zehn Welten in Kugelform einen Punkterekord aufstellen, damit er anschließend gegen König Dedede antreten und das Dream Land vor dessen Übergriff schützen darf. Diesmal ist aber einiges anderes, denn anstatt wie sonst üblich in zweidimensionalen Spielabschnitten auf die Gegner zu hüpfen, Spezialfähigkeiten zu kopieren und dann und wann ein kleines Rätsel zu lösen, wurde das Spielprinzip dieses Mal geschickt in ein anderes Genre verfrachtet. Kirby’s Block Ball ist ein Geschicklichkeitsspiel, in welchem Kirby überwiegend als kleine Kugel auf dem Bildschirm zu sehen ist. Zunächst liegt die Kugel auf einem so genannten Schläger, der in einer waagerechten Position vorliegt. Wir stoßen die Kugel ab, die daraufhin auf einer vom Spiel festgelegten Bahn in den Spielbereich vordringt. Jedenfalls wenn die Kugel einen Block berührt, löst sich dieser auf und die Kugel prallt ab. Unseren Schläger müssen wir danach auf die Kugel wieder zu steuern, damit diese erneut abprallen und wieder in den Spielbereich vordringen kann, um wiederum einen anderen Block zu erwischen. Das Spielprinzip erinnert an dieser Stelle stark an Titel wie Arkanoid oder Alleyway (letzteres ist ebenfalls im eShop des Nintendo 3DS erhältlich). Es verwundert uns nicht, dass es an den Seiten Wände gibt, an denen die Kugel ebenfalls abprallen und somit teils für ein wenig Entspannung sorgen kann.

Das Allround-Talent

Wer jetzt aber hofft, auf ein ebenfalls so angenehmes Spieltempo zu stoßen, der irrt. Während die ersten Levels noch relativ einfach gestaltet sind, erwarten uns nach der ersten Welt bereits vielfältigere Aufgaben. Es gibt zum einen große quadratische Blöcke, die sich bei Berührung in vier kleine Quadrate aufteilen, sondern auch dunkle Blöcke. Diese können wir nur mit dem von uns bekannten Kirby aus dem Weg räumen. Um die Kugel kurzfristig in die Kirby-Form zu bringen, müssen wir kurz vor der Berührung mit dem Schläger auf die A-Taste hämmern – dunkle Blöcke sind somit passé. Dies ist allerdings nicht Kirbys einziger Auftritt in dem Titel. Da ab einem bestimmten Zeitpunkt auch Gegner über das Spielfeld marschieren, die wir mit der Kugel abschießen müssen, können wir von diesen gelegentlich auch eine Spezialfähigkeit mopsen. So ist es möglich, dass wir Kirby auf Knopfdruck in einen Stein verwandeln, um alle Blöcke unter ihm auszuradieren. Ähnliches funktioniert auch mit der Funkefähigkeit und der Option Verbrennung. Etwas anders spielt sich die Nadelfähigkeit. Mit dieser können wir nur wenig Schaden anrichten, doch wenn wir uns in der Nähe eines Schlägers befinden, kann die Kugel an diesen wieder andocken und wir dürfen die Richtung neu bestimmen. Machen wir aber einen Fehler, kann Kirby die Fähigkeit sehr schnell für den Rest der Welt verlieren.

Eine Sache der Physik

Erreichen wir einen bestimmten Punkt, müssen wir nicht nur einen, sondern gleich bis zu vier Schläger kontrollieren. An jedem Bildschirm befindet sich einer. Um die Steuerung leicht zu halten, bewegen wir jeweils die horizontalen und die vertikalen Schläger gleichzeitig. Wie auf den Screenshots zu sehen, befinden sich unter oder neben den Schlägern Stacheln. Kommt die Kugel mit diesen in Berührung, verlieren wir eine Extrakugel. Das 1up-Konto können wir mit gelegentlich auftauchenden Minispielen wieder aufstocken – beispielsweise mit Air Hockey. Am Ende einer jeden Welt erwartet uns ein Bossgegner des Franchises. Wer jetzt natürlich an Whispy Woods denkt, darf genüsslich schweigen. Die Feinde versuchen mit verschiedenen Taktiken die Größe unseres Schlägers zu verändern oder die Kugel kurzzeitig zu fangen und in Richtung der Stacheln zu werfen. Es fällt uns dabei schnell auf, dass die Bosse wesentlich einfacher zu besiegen sind, als die eine oder andere Stage zu meistern. Abschließend müssen wir leider erwähnen, dass es in unserer Testphase zu einem kleinen Bug gekommen ist. So ist die Kugel durch einen langen Spalt in einen Hohlraum geflitzt und dort immer wieder nur von derselben Stelle abgeprallt. Dieses Physikproblem scheint allerdings nur selten aufzutreten, da es nicht reproduzierbar war. Kirby-Fans mit einem Drang zu Geschicklichkeitsspielen dürfen bei Kirby’s Block Ball zugreifen – alle anderen wenden sich den Jump ’n’ Runs zu.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Virtual-Console-Fassung): Das Tolle an solchen Klassikern ist für mich immer wieder, dass ich sie mit haftenden Erinnerungen verknüpfe. So gab es in den Neunzigern in meiner Heimatstadt ein mittlerweile geschlossenes Kaufhaus, in dem das Spiel jahrelang in einer Vitrine lag und wohl keinen Käufer fand. Ich kann heute wirklich nicht verstehen, warum man Kirbys Genre-Ausflug damals so wenig Beachtung geschenkt hat. Sicherlich ist Kirby prädestiniert für das Jump-’n’-Run-Genre, doch wer von euch die Super-Nintendo-Spiele Kirby’s Dream Course oder Kirby’s Ghost Trap kennt, wird sehr wohl wissen, dass sich Kirby auch in anderen virtuellen Disziplinen wunderbar schlägt. So habe ich bereits nach gut zwei bis drei Stunden alle Welten abgeklappert, doch um König Nickerchen alias König Dedede zu besiegen, muss ich mich noch mehr anstrengen – wer nicht den Willen hat, in wirklich jeder Welt einen Highscore nach dem anderen aufzustellen, wird sicherlich nicht mit Kirby’s Block Ball glücklich werden. Wer dem Titel eine Chance gibt, darf sich dann aber über abwechslungsreiche Spielabschnitte und stellenweise auch Aufgaben freuen, die es zu meistern gibt. Für unterwegs und auch für zwischendurch ist der Titel sicherlich sein Geld wert – auf Dauer möchte dann aber auch ich lieber mit den Hüpfabenteuern des rosaroten Helden meinen Spaß haben.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des eShop-Guthabens!

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