Review: Crysis 3

Crysis 3 (1)Es ist kein Geheimnis, dass Crysis 3 gerade in der PC-Version seine Muskeln spielen lässt. Nachdem man bereits aus internen Reihen Negatives zur aktuellen Konsolengeneration vernommen hat, will Crytek jetzt zeigen, wozu der heimische PC in der Lage ist.

Crysis 3 (2)Dabei wird viel Wert auf eine atemberaubende Grafik und eine dichte Atmosphäre gesetzt. Diese sollen wir wie in Crysis 2 wieder einmal in New York genießen dürfen, doch hat sich vieles verändert: Die Geschichte ist 25 Jahre nach dem Vorgänger angesetzt und dort versuchen wir einen Weg in den sogenannten Liberty Dome, jener Glaskuppel, die New York nun in ein gewaltiges Biotop verwandelt hat, zu finden. Mitten in diesem Biotop verstecken sich zahlreiche Söldner der C.E.L.L.-Organisation und natürlich die mysteriöse Alien-Rasse Ceph. Um gegen diese Bedrohungen bestehen zu können, haben wir den altbekannten und serientypischen Nanosuit, welcher uns unsichtbar werden lässt, die Widerstandsfähigkeit erhöht und uns schneller sprinten, sowie höher springen lässt. Neu ist hingegen nur der sogenannte Predator-Bogen, welchen wir unsichtbar, also ohne unsere Tarnung aufzugeben, abfeuern können. Zudem gibt es ein paar Alien-Waffen und ein Wiedersehen mit einem altbekannten Charakter, nämlich Psycho. Diesen kahl rasierten Charakter kennen viele Spieler noch aus dem ersten Crysis-Teil und aus Crysis: Warhead. Psycho ist ein lustiger Nebencharakter, welcher uns immer begleitet und ein leidenschaftlicher Haudrauf mit Hang zum F-Wort ist. Er repräsentiert das Menschliche in dieser Geschichte, welches unser Hauptcharakter Prophet mehr und mehr verliert.

Lebhafte Spielwelt

Crysis 3 (3)Schon die ersten Schritte unter dem Liberty Dome rufen in uns viele Erinnerungen wach und zeigen, warum die Crysis-Titel stets zur grafischen Referenz avancierten. Auf diesem Abenteuerspielplatz erwartet uns eine angenehme Ruhe – zwischen einzelnen Gebäuden blitzen die wunderschönen Sonnenstrahlen und die sattgrünen Gewächse bewegen sich physikalisch unglaublich präzise, das Wasser reflektiert alle Gegenstände und Häuser in allen Formen und Farben. Wer also viel Wert auf eine Grafik legt, wie man sie nirgendwo ein zweites mal findet, ist mit dem Titel vollends bedient. Neben der Grafik legen die Macher viel Wert auf einen synthetischen Soundtrack, der von vereinzelten Klängen oder Klavierpassagen unterlegt ist. Dies fängt eine Stimmung ein, welche die Spielwelt zu einem Optimum reifen lässt. Dabei wirkt alles wohldosiert. Das Zusammenspiel aus liebevoll ausgearbeiteten Details, scharfen Texturen, Licht- und Schatteneffekten und der Soundkulisse ist betörend und wohltuend zugleich. Die Inszenierung der Spielwelt ist einmalig und somit für viele schon einen Kauf wert. Der einzige fade Beigeschmack ist, dass die volle Grafikpracht nur auf High-End-Rechnern geliefert wird und diese nun einmal ihren Preis kosten. Wer solch ein PC sein Eigen nennt, kann sich dafür auf etwas gefasst machen, was er niemals zuvor erblickt hat.

Nichts für Forscher

Crysis 3 (4)Die meiste Zeit sind wir im Spiel zu Fuß unterwegs, wobei wir ab und zu auch mal einen Buggy fahren dürfen. Diese Szenen sind aber nicht wirklich erwähnenswert und sorgen nur dafür, dass wir einen schlauchigen Weg schneller passieren können. Hier konnten die Entwickler leider nicht Wort halten und setzen uns wie in Crysis 2 in eine eingezäunte Spielwelt mit sieben Kapitel vor die Nase. Obwohl von Crytek oft das Wort Sandbox zu hören war, können wir die Spielwelt von Crysis 3 nicht frei erforschen. Stattdessen sind wir, wie schon gesagt, an Kapitel gebunden. Jedes dieser Kapitel führt uns durch einen neuen und immerhin recht großen Abschnitt des Liberty Domes. Dabei können wir frei nach eigenem Ermessen auch optionale Zwischenaufgaben absolvieren. Die vielfältigen Möglichkeiten, von A nach B zu kommen und wie wir uns durch die Masse an Feinden kämpfen, ist wohl die Definition von Sandbox seitens Entwickler Crytek – schade! Wir haben also nur die Wahl, ob wir unseren Anzug auf Tarnung schalten und an allen Gegnern vorbei laufen, oder ob wir auf volle Panzerung gehen und alles ausradieren, was uns vor die Flinte läuft. Optional können wir auch noch Geschütze und Minenfelder der Gegner hacken, um unsere Feinde mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Bis auf das Hacken ist aber leider alles gleich wie schon im Vorgänger und gerade hier hätten wir uns ein kleines bisschen mehr erwartet.

Ein Nanosuit für alle Fälle

Crysis 3 (5)Während wir am Anfang und in der Mitte des Spiels noch viel schleichen können, kommt diese Option gegen Ende des Spiels nicht mehr in Frage. Hier zeigt sich, wer ausgewogen seine Fähigkeiten geskillt hat. Ein auf Tarnung getrimmter Anzug macht uns nicht gleich unsterblich, sondern eher anfällig gegen Feinde, welche uns dann doch sehen. Zum Level-Ende hin bleibt uns nichts anderes übrig, als mit deutlicher Waffensprache uns den Weg frei zu schießen. Gerade in dieser Passage ist ein Nanosuit, welcher auf Panzerung ausgelegt ist, sehr von Vorteil. Damit wir in den entsprechenden Situationen nicht wild im Anzugsmenü rumfummeln müssen, lassen sich die zuvor freigeschalteten Upgrades zu Sets zusammenlegen und speichern. So wird mit ein paar Klicks unser Tarnmann zu einem echten Rambo, welcher selbst unter heftigstem Beschuss auch noch mit der brenzligsten Situation umgehen kann. Zu erwähnen ist auch, dass Crytek davon geredet hat, dass man, wenn man alle Upgrade-Pakete gefunden hat, alle Möglichkeiten des Nanosuit freischalten kann. Wer allerdings nicht alles findet, muss sich keine Sorgen machen. Wir haben beim ersten Durchgang auch bei weitem nicht alle Pakete gefunden und konnten trotzdem zum Ende gelangen und dieses auch bestehen. Dies liegt sicherlich daran, dass die Gegner nicht übermächtig sind und zudem die Panzerungsfunktion ihren Teil dazu beiträgt.

Verbesserte künstliche Intelligenz

Crysis 3 (6)Unser Mann im Nanosuit ist die einzige Hoffnung, unsere Erde zu retten. Aber auch der Anzug macht uns nicht gleich unsterblich, denn unsere Feinde haben ordentlich dazu gelernt. Machen wir uns unsichtbar, so setzen die Feinde Drohnen ein, welche unseren Anzug deaktivieren können. Aktivieren wir nun unsere verstärkte Panzerung, so werden die Gegner außerirdische Plasmagranaten nutzen, um unsere Barriere schnell zu durchdringen. Die Feinde reagieren somit intelligent auf unsere Vorgehensweise, um mit voller Gewalt dagegen zu wirken. Die Kämpfe sind stark inszeniert und abwechslungsreich. Zudem bekommen wir auch genügend Möglichkeiten, um unseren Feinden Feuer unterm Hintern zu machen. Wir können das frische Upgrade-System nutzen und während des Spiels unsere Waffen aufrüsten. Ein netter Schalldämpfer, explosive Munition oder auch ein neues Zielfernrohr lässt der Baukasten zu. Stehen Feinde zum Beispiel im Wasser, so können wir unseren Bogen mit den Elektropfeilen nutzen, um einfach nur in die Pfütze zu schießen und schon werden unsere Feinde unter Strom gesetzt. Steht hingegen eine große Gruppe C.E.L.L.-Soldaten auf einem Haus, so nutzen wir die Explosivpfeile, um großen Flächenschaden anzurichten – an Möglichkeiten mangelt es Crysis 3 also nicht, doch leider stoßen wir nicht so oft auf solche Momenten, da die Spielzeit mit knapp sechs Stunden sehr eng bemessen ist.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Crysis 3 hat seine Licht- und Schattenseiten. Zu den Lichtseiten gehört eindeutig die wundervolle Grafik, der melancholische Sound, sowie dieser, immer wieder auftretende, Wow-Moment, wenn man in voller Grafikpracht die wunderschön gestaltete Spielwelt mit all ihren Details sieht. Auch positiv ist, dass die Feinde uns ein wenig mehr fordern als noch in Crysis 2 und actionvolle Einlagen garantiert sind. Zu den Schattenseiten gehört hingegen die geringe Spielzeit von gerade einmal sechs Stunden, sowie die Story, welche sich selbst ein bisschen verstrickt. Viele Fragen bleiben einfach offen im Raum stehen – wie zum Beispiel, warum Psycho nicht mehr seinen Nanosuit trägt oder was es nun wirklich mit Prophet auf sich hat. Im Vergleich zum Vorgänger ist die Spielwelt ein wenig offener, jedoch nicht so offen wie noch im ersten Teil der Crysis-Serie. Am Ende behalten wir das Spiel dennoch in bester Erinnerung, was vor allem an der Grafik, des schön gestalteten New Yorks und der brachialen Action liegt.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars zu Crysis 3!

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