Review: Shi Ki (Band 2)

Shi Ki (Band 2)Noch immer wird das kleine japanische Bergdorf Sotoba von der mysteriösen Epidemie heimgesucht, die Woche um Woche neue Todesopfer fordert. Auch als die mehrfachen vollständigen Untersuchungen der Verstorbenen keine neuen Ergebnisse zu Tage bringen konnten, will der Dorfarzt Ozaki nicht in Betracht ziehen, dass die Vorfälle möglicherweise doch übernatürliche Hintergründe besitzen. Er geht immer noch von einer Krankheit aus, die in Folge einer Anämie ausbricht. Dies und weitere medizinische Prozesse und Prognosen stellt er dem Leser gerne sehr ausführlich vor. Dass da natürlich nicht jeder vollständig durchblickt, war auch dem Autor Fuyumi Ono klar, denn medizinische Fachbegriffe und Vorgänge werden nicht selten mit Infokästen und Anmerkungen verständlicher. Das ändert aber nichts an der aussichtslosen Lage im Dorf, bis ausgerechnet Seishin Muroi, der junge Prister vom ansässigen Schrein, urplötzlich eine logische Verbindung zwischen den Todesfällen entdeckt. Was diese seltsame Enthüllung allerdings zu bedeuten hat, konnte nicht bis zum Ende des Bandes festgestellt werden, weswegen wir schon auf den weiteren Verlauf der Handlung gespannt sind.

Ein Dorf voll Chraraktere

Obwohl das Dorf relativ klein ist, hantiert Autor Fuyumi Ono mit mehr Figuren, als wir es von Medien dieser Art gewohnt sind. Viele Charaktere werden deswegen zum besseren Verständnis bei ihrem Erscheinen mit Info-Texten versehen. Zusätzlich befindet sich auf der letzten Seite des Mangas eine Übersicht in Form der Dörfler-Akte, die nochmal alle Personen samt Erläuterungen auflistet. Der Teenager und eigentlich Hauptcharakter Natsuno Yuki, der erst kürzlich mit seinen Eltern in das kleine Dorf gezogen ist, wurde im Angesicht des Wirbels um die vielen Toten etwas in den Hintergrund verdrängt, wodurch dafür auf den insgesamt 192 Seiten mehr Platz für die Weiterentwicklung anderer Figuren bleibt. Die teils echt bizarren Bildperspektiven, entworfen vom Zeichner Ryu Fujisaki, tragen ihren Teil zu den schaurigen Geschehnissen im Dorf bei. Obwohl in schwarzweiß gezeichnet (wobei die schwarze Farbe eindeutig im Vordergrund steht), lassen sich in den Bildern eine Menge feine Details erkennen. Der zweite Band wird dem Genre Horror allemal gerecht, auch wenn er nicht direkt auf Gewaltdarstellungen, wie sie im ersten Band vorhanden waren, zurückgreifen muss. Das ändert aber nichts daran, dass der Manga erst an 16-jährige empfohlen wird.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Der zweite Band lässt ungeduldige Leser noch ein wenig zappeln, denn die Horror-Geschichte bringt er nur marginal voran. Lieber wird sich Zeit genommen, sich erneut um die Etablierung der Persönlichkeiten zu kümmern und das Dörflerleben einzufangen. Ich finde es toll, wie trotz der hohen Figuren-Anzahl, die auch gut in das realistische Bild des Dorfs passen, der Leser immer noch den Überblick mittels der Akte im hinteren Teil des Mangas behalten kann. Im Aktuellen Band kommen zum Beispiel einige seltsame Figuren aus dem ersten Band, die nur darauf warten, eine wichtige Rolle in der Story einzunehmen, gar nicht oder kaum vor. Wem das nicht passen sollte, der wird sich dafür zumindest von den visuellen Inhalten auf jeden Fall gut unterhalten fühlen, denn selbst ohne Sprechblasen würde es immer noch spaßig sein, sich den kleinen Kunstwerken, die sich in dem Manga verstecken, zu ergeben.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shi Ki (Band 2)!

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