Review: Tomb Raider

Tomb Raider (1)Die Archäologin Lara Croft ist nach mehreren Jahren Abstinenz wieder zurück und somit findet eine traditionelle Videospielreihe ihren Weg zurück ins Händlerregal. Diesmal geht es jedoch um einen Serienneustart. Genauer gesagt um das erste Abenteuer der jungen Lara.

Tomb Raider (2)Die Protagonistin kommt frisch von der Universität und will sich ihre ersten Errungenschaften als Archäologin verdienen. Dafür geht sie auf ein Schiff namens Endurance, welches nach einer mysteriösen Insel mitten im pazifischen Ozean sucht. Auf dem Weg dahin erleidet die Crew jedoch Schiffbruch und die Mitglieder werden getrennt. Auf sich allein gestellt muss Lara nach dem Rest der Mannschaft suchen, welches auch richtig viel Spielzeit in Anspruch nimmt. Die übernatürlichen Momente, welche die Serie ausmachen, kommen erst später hinzu und verleihen dem Spiel das nötige Element um noch einmal richtig aufzutrumpfen. Leider gibt es im Spiel des Öfteren Logiklücken und einen nicht ganz überzeugenden Bösewicht. Der langsame und unspannende Anfang in Kombination mit der wirren Story und dem nicht gerade charismatischen Feind sorgen dafür, dass die neue Lara Croft nicht wirklich an den Konkurrenten Nathan Drake aus der Uncharted-Reihe herankommt. Der größte Unterschied liegt in den Dialogen, welche in Uncharted immer wieder Emotionen oder Gelächter im positiven Sinne auslösen und bei Tomb Raider eher stumpf und unemotional wirken. Das hat klar zur Folge, dass wir uns nicht wirklich in die Story hineinversetzen konnten und das Spiel wirklich stupide durchgespielt haben ohne dabei einmal richtig mitzufiebern.

Actiongeladenes Abenteuer

Tomb Raider (3)Im Vergleich zu den alten Titeln haben die Rätsel im Spiel stark abgenommen und an der Action-Maschine wurde stark gedreht. Nur mühsam von der Story motiviert, erkunden wir in sehr linearer Weise die Insel, welche im Laufe der Handlung immer sehr actionlastig bleibt, doch das geht ganz schön rund: Ständig explodiert irgendetwas und Einzelteile diverser Gegenstände fliegen knapp an Lara vorbei, während sie durch brennende Tempelanlagen läuft. Diese Szenen spielen sich rasant und sehen unheimlich gut aus. Dabei setzen die Entwickler auf ein leicht zu handhabendes Gameplay, welches der Inszenierung hilft und die Spielabschnitte wie in einem Kinofilm erscheinen lässt. Wer mal keine Lust hat, dem überwiegend sehr linearen Spielgeschehen nach zu kommen, kann in die sogenannten Hub-Areale gehen, von denen es ein halbes Dutzend gibt, die man nach und nach abklappern kann. Hier steht es uns frei, uns umzusehen um verschiedene Sammelgegenstände und Geheimnissen zu finden. Nebenbei bekommen wir auch Erfahrungspunkte und das für Ausrüstungsupgrades wichtige Bergungsgut. An Lagerfeuern verbessern wir mit diesen unser Waffenrepertoire. Die Suche nach diesen fesselte uns teilweise sogar mehr als die Story und somit ist der Erkundungstrip ein klasse Bonus in einem sonst durchschnittlichem Spiel.

Lichtblicke

Tomb Raider (4)Am meisten konnte uns die Optik überzeugen, welche wirklich cineastisch wirkt. Neben atemberaubenden Panoramen und einer guten Weitsicht bekommt man in der PC-Fassung auch hochauflösende Texturen, feine Beleuchtungseffekte, Anti-Aliasing und Tessellation. Wer eine AMD-Grafikkarte besitzt, bekommt als Bonus sogar die Funktion TressFX, welche wir im Menü einschalten können. Diese Funktion lässt Laras Haarpracht wesentlich feiner und authentischer wirken und wir müssen zugeben, dass gerade diese Kleinigkeit uns echt umgeworfen hat. Die Haare glänzen richtig, werden vom Wind beeinflusst und wir können sicherlich auch mehrere tausend Haare einzeln zählen. Schade, dass Lara in einigen Szenen ihren sonst üblichen Zopf trägt – da geht vom Effekt natürlich etwas verloren! Ebenfalls gut umgesetzt (und das ist keine Selbstverständlichkeit mehr), ist die Anpassung an Maus und Tastatur. Am PC steuert sich das Spiel wirklich hervorragend und präzise, womit wir Lara jederzeit voll im Griff haben. Die Maus erlaubt darüber hinaus exaktes Zielen im Kampf, was es förmlich schon einfach macht, unsere Gegner auszuschalten. Rein spielerisch können wir daher jedem PC-Spieler nur wärmstens empfehlen, das Spiel auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad durchzuspielen, um auch eine gewisse Herausforderung zu haben.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Lara ist zurück, doch leider wusste mich der Neustart der Serie nicht zu begeistern. Die neue Lara ist jung, sieht gut aus, wirkt ängstlich und unerfahren – diese Eigenschaften lassen sie wirklich süß wirken und haben auch einen gewissen Charme. Spielerisch ist die Umsetzung für den PC ebenfalls hervorragend und gerade die Grafik weiß mich voll und ganz zu überzeugen. Leider hat man jedoch am falschen Ende gespart und somit bekomme ich eine langweilige Story vorgesetzt. Außerdem können mich die kaum fordernden Gegner nicht hinterm Ofen hervorlocken. An den Bösewicht, den mir die Entwickler präsentieren, kann ich mich jetzt schon kaum mehr erinnern. Ein weiterer negativer Punkt ist die Level-Architektur und dessen Struktur. Zwar sieht alles sehr schön aus, doch fehlt es an Weitläufigkeit und so muss ich die Geschichte der jungen Lara auf einem sehr linearen und somit langweiligen Weg bestreiten. Schade!

Vielen Dank an Square Enix für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Tomb Raider!

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