Review: Coelacanth (Band 1)

Coelacanth (Band 1)Coelacanth, zu deutsch Quastenflosser, bringt den Leser erst einmal zum Nachdenken, inwiefern dieser Mystery-Manga mit dieser Fischsorte zu tun hat. Zunächst steht nämlich der kuriose Mord an Hisanos ehemaligen Mathematiklehrer im Mittelpunkt. Obwohl nicht sonderlich beliebt unter den Schülern, bringt dieser Vorfall den einen oder anderen Mitschüler doch aus der Fassung, nicht aber Hisano. Generell scheint mit ihr nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen. Denn sie wundert sich auch kaum über ihren neusten ständigen Begleiter, ein sprechendes Schaf, welches anscheinend nur sie sehen kann und der Handlung des Mangas genauso treu folgt wie wir. Ominöserweise trifft sie zusätzlich nach nur wenigen Seiten wieder auf eine Person, an die sie schon seit Ewigkeiten nicht mehr gedacht hat. Aus dieser Menge seltsamer Vorfälle, deren Verflechtung unbestreitbar sind, werden weder wir, noch Hisano oder das Schaf schlau. Fragt sich nur, ob die polizeilichen Ermittler nicht doch einen Zusammenhang herstellen können. Denn da war ja immer noch dieser Mord, der auch unter diesen seltsamen Umständen natürlich nicht in Vergessenheit geraten sollte.

Das süffisante Schaf

Das Schaf dient als Sidekick, aber welchem tatsächlichen Zweck es dient und welche Seite von Hisano es reflektiert, wird nicht direkt behandelt. Das anscheinend unsichtbare Tier sorgt für eine abwechslungsreiche Erzählstruktur, da es hin und wieder in Diskussionen das Wort ergreift, um Hisano zu tadeln – sie wird also symbolisch selbst zum Schaf – oder sich direkt über sie lustig zu machen. Ironischerweise übernimmt es somit oftmals die Stimme der Vernunft, obwohl Hisano ein recht geerdeter Charakter ist und alles andere als gefühlskalt, was sie aber bald selbst gegenüber eines bestimmten jungen Mannes herausfinden wird. Das Gesamtwerk vom Autor Kayoko Shimotsuki ist auf zwei Bände aufgeteilt, sodass die Story von einem klar strukturierten Aufbau profitiert. Auch wenn sicher nicht alle Leser mit dem ersten Band zufriedengestellt werden, können sie sich sicher sein, in der Fortsetzung auf die Antworten ihrer Fragen zu stoßen. Solide Zeichnungen und eine saubere Lokalisierung erübrigen die letzten Zweifel an einer Empfehlung. Zeit müssen Interessenten ja nicht wirklich haben, dafür aber die ausgewogene Portion an Anspruch und Muse.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Ausgabe): Trotz der ernsten Thematik lässt es sich Kayoko Shimotsuki nicht nehmen, für den einen oder anderen Lacher zu sorgen, die für mich keinesfalls fehlplatziert wirken. Der Manga hebt sich mit dieser Genre-Mischung, der im Verlaufe neben Comedy noch Anteile von Romace und Drama folgen, aus der Masse empor. Besonders wenn der Manga hin und wieder etwas schwermütig, gar melancholisch wird, ist der humoristische Aspekt nicht zu verachten. Ausschlaggebend ist natürlich auch der wollige Charakter, denn ein selbstgefälliges Schaf erleben wir nicht alle Tage in Aktion, erst recht nicht in einem realitätsnahen Umfeld. Dazu kommt noch die würzige Kürze, durch die auch Leute mit weniger Zeit Erfahrungen sammeln, die vielleicht sonst nur in Mangas mit zahlreichen Bänden gemacht werden können.

Vielen Dank an Egmont Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Coelacanth (Band 1)!

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