Review: Psycho-Pass – Vol. 1 (Episoden 1 – 6)

Psycho-Pass - Vol. 1 (1)Denken wir an die Zukunft, stellen wir uns nicht selten extravagante Szenarien vor, in denen unser Leben von Hologrammen, futuristischen Maschinen, Konzernriesen und dem Internet bestimmt werden. Psycho-Pass fällt absolut in dieses Mosaik unserer Vorstellungskraft.

Psycho-Pass - Vol. 1 (2)Einhundert Jahre in der Zukunft angesiedelt, hat sich das Amt für öffentliche Sicherheit im Land der aufgehenden Sonne gebildet. In diesem fiktiven Japan ist es so, dass jede Person einen Psycho-Pass besitzt, der einen bestimmten Wert nicht überschreiten darf. Dieser Wert ändert sich je nachdem, wie die mentale Verfassung der Person ist. Erreicht der Psycho-Pass einen kritischen Wert, wird das eingangs erwähnte Amt für öffentliche Sicherheit automatisch alarmiert. Das klingt ziemlich nach Überwachungsstaat und das ist es genau genommen auch. Sinn und Zweck des Psycho-Pass ist es jedoch, Verbrechen präventiv aufzuklären. Gelingen tut das jedoch nicht immer, da der Psycho-Pass erst zu einem bestimmten Zeitpunkt reagiert. Die frisch von der Akademie kommende Inspektorin Akane Tsunemori wird direkt an ihrem ersten Arbeitstag mit so einem Fall konfrontiert. Als Team-Leiterin sind ihr die so genannten Vollstrecker untergeordnet. Eingestuft werden die Vollstrecker als latente Verbrecher, doch arbeiten sie für die Polizei. Waffen machen in der Zukunft ebenfalls Fortschritte, weshalb die sich nur aktivieren lassen, wenn eine als Verbrecher eingestufte Person in der Nähe ist. Als Inspektorin muss Akane ständig Entscheidungen treffen und ebenfalls ihre Kollegen unter Kontrolle halten, um die Operation nicht zu gefährden, damit die Gerechtigkeit siegen kann.

Futuristische Verbrechensbekämpfung

Psycho-Pass - Vol. 1 (3)Das Zukunftsszenario ist zwar weniger originell, dafür aber die Idee mit dem Psycho-Pass. In den ersten Minuten bekommen wir richtig das Gefühl, uns in einer dystopischen Zukunft zu befinden. Dieses Gefühl wird jedoch relativ schnell relativiert. Das merken wir zum Beispiel in Dialogen, die sich zuweilen um mythische Gestalten und Philosophen drehen. Außerdem stellt der Anime Tatsachen fest. Beispielsweise sei das Internet weder gut noch böse, doch wenn es existiert, wird es auch genutzt. Diese Unvoreingenommenheit finden wir großartig und macht aus Psycho-Pass keinen Science-Fiction-Abklatsch. Viel mehr fühlt sich Psycho-Pass an wie eine Kriminalserie. Damit Verbrecher gejagt und entlarvt werden können, müssen Untersuchungen und Ermittlungen geführt werden. Diese Methoden unterscheiden sich in der Zukunft selbstverständlich von unserer logischen Denkweise, da die Möglichkeiten zur Aufklärung eines Falls zwar nicht zahlreicher, aber wesentlich anders sind. Wir würden wohl beispielsweise nie darauf kommen, dass ein rechtwinklig ausgerichtetes Sofa und ohne Abdrucke auf dem Teppich verschoben ist. Tsunemoris Team findet dies nur heraus, indem das Hologramm aktiviert wird, welches die Innenausrichtung quasi mit neuen Texturen überzieht. Das ist nur ein Beispiel von vielen, wie die Verbrechensaufklärung funktioniert.

Düstere Zukunftsvorstellung

Psycho-Pass - Vol. 1 (4)Auf der optischen Seite besticht die Blu-ray-Fassung von Psycho-Pass mit eindrucksvollen Bildern. Meist dunkle Bilder, die höchstens von sanften Neonleuchtreklamen durchdrungen werden, zeigen die Welt von Psycho-Pass oft melancholisch. Der Ernst der Lage wird dann durch gut geschriebene und tiefsinnige Dialoge eingefangen. Sowohl die japanische Tonspur, als auch die deutsche Synchronisation lassen sich hören. In letzterer gibt es beispielsweise Axel Lutter zu hören, der Tomomi Masaoka seine Stimme leiht. Zuhören war es zuletzt im Anime Btooom!. Unterstützt wird die dunkle Prämisse durch einen düsteren Soundtrack, der die Szenen meist ruhig einfängt und in Action-Szenen richtig zum Leben erwacht. Digitales Bonusmaterial liegt bei Psycho-Pass – Vol. 1 nur in Form eines Clear Opening und Ending vor. Das ist sehr wenig, doch liegt der ersten Volume zumindest ein kleines Poster bei, mit dem ihr eure Zimmer ein wenig schmücken könnt. Die erste Auflage der ersten Volume von Psycho-Pass ist im Übrigen auf dreitausend Stück limitiert. Das liegt daran, dass der ersten Volume ein Schuber beiliegt, in welchem die nächsten drei Volumes Platz finden können. Einziger Kritikpunkt: Man kriegt sowohl die erste Volume, als auch die Pappschachtel dieser nur schwer aus der Verpackung entfernt. Wir sind gespannt, ob sich daran noch etwas ändert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Auf Psycho-Pass habe ich mich schon länger gefreut, da um den Anime bereits ein kleiner Wirbel gemacht wird. In Japan erhält dieser bald eine Neuveröffentlichung der ersten Staffel und bereits eine zweite Staffel ist im Land der aufgehenden Sonne bereits in Arbeit. Nachdem ich mir die ersten sechs Episoden angeschaut habe, die in der ersten Volume enthalten sind, verstehe ich auch, warum das so ist. Ich werde zwar gnadenlos in die Handlung von Psycho-Pass hineingeworfen, doch nimmt sich der Anime die Zeit, mir alles in Ruhe zu erklären. Die Aufklärung von Verbrechen und das Dingfestmachen von Übeltätern ähnelt dem unserer Zeit, doch vor allem Möglichkeiten und Maßnahmen unterscheiden sich dafür sehr. Schade finde ich nur, dass ein durchgehender Handlungsstrang noch nicht zu erkennen ist und so Verbrechen peu á peu aufgeklärt werden. Das ähnelt aktuellen Kriminalserien aus dem Westen sehr, doch hoffe ich umso mehr, dass sich Psycho-Pass weiterhin mit intelligenten Mitteln von diesen entfernen wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Psycho-Pass – Vol. 1 (Episoden 1 – 6)!

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