Review: Pokémon Link: Battle!

Pokémon Link - Battle (1)Die Liste an Puzzle-Spielen im Pokémon-Franchise ist durchaus kurz, schließlich ist dieses Genre nicht das Merkmal der Marke. Der Release von Pokémon Link! im Jahr 2005 liegt jetzt jedoch fast neun Jahre zurück, weshalb man sich jetzt wohl für einen Nachfolger entscheidet.

Pokémon Link - Battle (2)Vorweg: Eine Handlung gibt es in Pokémon Link: Battle! nicht. Wer also wie in etwaigen Spin-offs wie Pokémon Snap und Co. erwartet, dass man ansatzweise durch das Spiel geleitet wird, liegt falsch. Nach dem Starten des Spiels erhalten wir eine grundlegende Einführung und auch diese ist binnen einer Minute überstanden. Wer sich dann immer noch unsicher fühlt, erhält auf Wunsch weitere Instruktionen. Kennt man das Konzept von Pokémon Link: Battle! nicht aus dem Vorgänger, sollte man sich unbedingt fünf bis zehn Minuten Zeit lassen, um das Regelwerk zu verstehen. Obwohl die Regeln offensichtlich erscheinen, hat sich in Pokémon Link: Battle! die eine oder andere Besonderheit eingeschlichen. Aufgebaut ist das Spielfeld auf beiden Bildschirmen in einem quadratförmigen Raster. In jedem Raster ist auf den ersten Blick ein Pokémon ersichtlich. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass sich dieses Pokémon in weiteren Quadraten wiederholt. Der Titel scheint also ein Bejeweled-Klon zu sein, doch wer dieser Annahme ist, liegt falsch. Während wir in Bejeweled nur benachbarte Elemente tauschen können, um Reihen gleicher Elemente zu erschaffen, können wir in der aus dem Hause Nintendo stammenden Variante jedes beliebige Element, also Pokémon, miteinander tauschen. Bei drei oder mehr gleicher Pokémon in einer Reihe, löst sich diese auf.

Bekanntes Regelwerk, neue Mechanismen

Pokémon Link - Battle (3)Wer jetzt wieder an Bejeweled denkt und glaubt, dass dies das ganze Regelwerk darstellt, liegt ein weiteres Mal falsch. Auf dem oberen Bildschirm (und im späteren Spielverlauf auch auf dem Touchscreen innerhalb des Rasters) tauchen wildlebende Pokémon auf. Auf welche Monster wir treffen, entscheidet die Region, in der wir umherziehen. Die Pokémon wollen von uns gefangen werden und um das zu erreichen, müssen wir die eben beschriebene Prozedur wieder und wieder durchführen. Je nachdem wie viele Pokémon wir kombinieren und je oft wir die Prozedur hintereinander schnell wiederholen, desto mehr Schaden richten wir an und senken somit die Kraftpunkte des gegnerischen Pokémon. Dabei sollten wir unbedingt beachten, mit welchen Pokémon wir die Reihe bilden. Die aus den Rollenspielen bekannten Pokémon-Typen sind nämlich auch in Pokémon Link: Battle! von Bedeutung. Kombinieren wir Elektro-Pokémon miteinander, richten diese wohl auch mit Kettenangriffen kaum Schaden bei Pokémon des Typs Gesteins an. Später tauchen Pokémon auch in Gruppen auf, weshalb es spätestens dann sinnvoll ist, den Angriff mit einer Fünferkette zu beginnen, um direkt alle Pokémon zugleich anzugreifen. Ein gefangenes Pokémon nehmen wir derweil automatisch ins Team auf. Dieses darf erwählt werden, um häufiger im Raster aufzutauchen.

Temporeiches Spielvergnügen

Pokémon Link - Battle (4)Im späteren Spielverlauf ist sogar möglich, zwei Pokémon auszuwählen, die häufiger im quadratförmigen Raster auftreten. Da sich die Pokémon auch in ihrer Stärke unterscheiden, was in Pokémon Link: Battle! in Form von einem bis fünf Sternen angezeigt wird, ist es ratsam, nicht nur mit den passenden Typen, sondern auch mit der richtigen Stärke in den Kampf zu ziehen. Ist StreetPass aktiviert, werden die ausgewählten Pokémon automatisch an andere Spieler verschickt beziehungsweise geteilt. So können wir beispielsweise recht früh im Spiel an seltene Exemplare kommen, die uns das Vorankommen erleichtern können. Während die ersten Schritte im Spiel ziemlich leicht ausfallen, zieht das Spieltempo nach zwei bis drei Stunden ordentlich an. Da hilft es nur, die Handhabung mit dem Touchpen zu verbessern und besonders schnell die zu tauschenden Pokémon im Gefecht zu wechseln. Habt ihr Freunde, die ebenfalls Pokémon Link: Battle! spielen, könnt ihr sogar gemeinsam auf die Jagd gehen. Eine Downloadspiel-Option bietet der Titel übrigens nicht. Während der Soundtrack nahezu durchgehend gute Laune versprüht, ist die Grafik auf Mindeste reduziert und zweckmäßig. Untypisch für einen 3DS-Titel, bietet das Spiel keinen ein- und ausschaltbaren Tiefeneffekt. Besonders die Kampfeffekte würden wir gerne in 3D an den Kopf geschmissen bekommen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Pokémon Link: Battle! lässt sich relativ einfach beschreiben. Wenn man an einem schönen Nachmittag die Software auf seinem 3DS startet, sieht man die Sonne wohl erst am nächsten Tag wieder. Obwohl der Titel darauf ausgelegt ist, ihn für kurze Zeit und immer mal wieder zwischendurch zu spielen, entfacht er schnell ein ähnliches Suchtpotenzial wie Tetris. Ganz so schlimm ist es vielleicht doch nicht, aber Pokémon Link: Battle! geht stark in diese Richtung. Das Konzept ist so einfach, dass man sich innerhalb von zehn Minuten fragt, ob man das Spiel nicht schon einmal in ähnlicher Form gesehen oder gespielt hat. Bejeweled trifft wohl am ehesten zu, wenn man den Titel vergleichen müsste, doch Pokémon Link: Battle! setzt sich mit intelligenten Gameplay-Mechanismen vom Vorbild ab und zeigt, wie man das Puzzle-Konzept fast hervorragend mit den Rollenspielen kombiniert. Ich werde jedenfalls noch einige Zeit damit beschäftigt sein, die restlichen Pokémon zu fangen und in mein Team aufzunehmen. Wenn ich dann via StreetPass noch Unterstützung von anderen Spielern unterwegs erhalte, kann eigentlich gar nichts mehr schiefgehen!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Pokémon Link: Battle!

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