Review: Armour of God – Chinese Zodiac

Armour of God - Chinese Zodiac (1)Mehr als zwanzig Jahre müssen sich Jackie-Chan-Fans auf einen Nachfolger gedulden, wenn Armour of God II – Der starke Arm der Götter im Jahr 1991 erscheint. 2012 kommt mit Armour of God – Chinese Zodiac der lang erwartete dritte und letzte Teil der Trilogie in die Kinos.

Armour of God - Chinese Zodiac (2)Hierzulande schafft es der Film lediglich auf DVD und Blu-ray. Man könnte sagen aus gutem Grund, denn in fast jeder Disziplin fällt Armour of God – Chinese Zodiac durch. Das fängt bei der zusammenhanglosen Handlung an. Irgendwo in den Bergen flieht Jackie, der gar nicht mehr der asiatische Falke, sondern J.C. genannt wird, aus einem Sicherheitskomplex. Man erfährt nicht, warum Jackie, pardon J.C., dort ist und auch nicht, warum die mysteriöse Schönheit, die dort aus einem Sportwagen steigt, eigentlich die Schlüssel von den Wachen unter einem anderen Auto versteckt. Auf der Flucht wird J.C. dann ja doch von jeder Menge Militärs in diversen Wagen verfolgt. Cool ist hingegen die Inszenierung, denn überall an J.C.s Körper befinden sich kleine Rädchen, mit denen er unter Lastwagen oder durch Abflussrohre hindurchflutschen kann. Noch während der Flucht erhält J.C. einen Anruf, der den richtigen Auftrag des Films einleitet. Es geht um zwölf Tierkreisfiguren beziehungsweise deren Köpfe, die damals aus dem Sommerpalast in China gestohlen worden sind. Hier und da besucht J.C. Wissenschaftler, Demonstranten und Adlige. Mal in offizieller, mal in inoffizieller Mission. Obwohl die Kopfskulpturen an einem Ort gezeigt werden und von J.C. mit technologischen Wunderhandschuhen abgescannt werden, muss er danach dennoch auf Weltreise gehen.

Action ohne Sinn und Verstand

Armour of God - Chinese Zodiac (3)Mit der Zeit erfahren wir, dass sich J.C. nun offiziell mit dem Titel Dieb schmücken kann, doch wie seine Organisation genau funktioniert, bleibt weitgehend im Dunkeln. Auch warum die gesuchten Objekte später auf einer Auktion landen, dann von dieser genommen werden, verstehen wir nicht – zumal der Drachenkopf deswegen auch noch in einen aktiven Vulkan geworfen werden soll. Die Intention der Geschichte ist sicherlich gut gemeint, funktioniert aber in dieser Form vorne und hinten nicht. Da hilft es auch nicht, dass man mit den neuesten technischen Mitteln, die sowohl dem Produktionsteam, als auch J.C. vor zwanzig Jahren nicht zur Verfügung stand, arbeiten kann. Gutgemeinte Action-Szenen wie der Auftakt mit dem Rädchenanzug oder der Ritt auf einem Baumstamm auf einer tropischen Insel funktionieren einfach nicht, wenn man sie nicht logisch verknüpft. Armour of God – Chinese Zodiac tendiert sowieso mehr dazu ein Action-, als ein Abenteuerfilm zu sein. Den Anspruch haben zumindest noch die ersten beiden Filme erhoben und zudem mit tollen Martial-Arts-Szenen unterlegt. Der Martial-Arts-Anteil kommt diesmal leider wieder viel zu kurz und zeigt sich so richtig nur in einer einzelnen Szene. Zwischen Teppichrollen, Stahlgittern und Sofakissen schlägt sich Chan, genauso wie eine seiner Kolleginnen, wacker und eindrucksvoll.

Fortschritte und Rückschritte

Armour of God - Chinese Zodiac (4)Chan möchte mit Armour of God – Chinese Zodiac trotzt negativer Meinungen von anderen Regisseuren wieder zu der optischen Vielfalt älterer Filme zurückführen, anstatt sich auf die Kulisse Südchinas zu beschränken. Das gelingt mit Frankreich, einer tropischen Insel und einem Ausflug in die Berge wunderbar. Viele Szenen werden jedoch dadurch kaputtgemacht, dass jetzt mit Computereffekten getrickst wird. Davon war in den Vorgängern (fast) nichts zu sehen und hat diese Filme natürlich gehalten. Jetzt wirken viele Szenen einfach lächerlich; insbesondere der Aufprall am Fuß des Vulkans. Ebenso hat die charmante Musik, mit der die ersten beide Teile geglänzt haben, ausgedient. Das mag am Wandel der Zeit liegen, ist aber dennoch schade, da sich der Film so in die Riege schwächerer Action-Filme einreiht. Die deutsche Synchronfassung geht dabei zwar in Ordnung, doch der Originalton, wo mal in Englisch, mal in Chinesisch gesprochen wird, sollte man nach Wahl durchaus bevorzugen. In 110 Minuten wird man zwar nicht sonderlich gut unterhalten, aber einschläfernd ist der Film dadurch noch lange nicht. Hinzukommt das Bonusmaterial, welches aus einem einstündigen Making-of und einer Computeranimation besteht. Besonders das Making-of ist interessant und ist gespickt mit Humor – Humor, den wir im Hauptfilm überwiegend vermissen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Von einigen Seiten wird gemunkelt, dass Armour of God – Chinese Zodiac der letzte Action-Film mit Jackie Chan in der Hauptrolle sein soll. Passend dazu tauchen im Abspann Szenen aus dutzenden Filmen von Chan auf, die seinen Abgang untermauern. Trotzdem behauptet der Star, dass er so lange es ihm möglich ist, weitermachen wird. Das möchte ich auch hoffen! Obwohl ich Chan natürlich seinen wohlverdienten Ruhestand gönne, fände ich es sehr schade, wenn sich der Kampfkünstlers mit einem unterirdischen Film, der seinem Können absolut nicht gerecht wird, verabschiedet. Armour of God – Chinese Zodiac bietet zwar abwechslungsreiche Schauplätze und Charaktere, doch werden sowohl die Handlung, als auch die Geschichten der Charaktere nicht ausreichend miteinander verknüpft oder erläutert. Zudem gesellen sich viele schwache, aber auch einige gute Action-Szenen dazu, die ebenfalls nicht so richtig ins Gesamtkonzept passen. Über den Sinn des Filmtitels in Bezug auf die Rüstung Gottes, gehe ich beim dritten Teil schon gar nicht mehr ein. Lange Rede, kurzer Sinn: Während die ersten beiden Teile der Trilogie noch glänzen, kann der abschließende dritte Teil nicht annähernd so bezaubern.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Armour of God – Chinese Zodiac!

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