Review: Ninja – Pfad der Rache

Ninja - Pfad der Rache (1)Martial-Arts-Filme haben nicht selten damit zu kämpfen, dass ihnen vorgeworfen wird, dass ihre erzählte Geschichte alles andere als intelligent sei. Ninja – Pfad der Rache muss sich den Vorwurf ebenfalls gefallen lassen, glänzt dafür jedoch mit atemberaubenden Kampfszenen.

Ninja - Pfad der Rache (2)Der Film Ninja – Pfad der Rache aus dem Jahr 2013 knüpft nahezu an die Geschehnisse von Ninja aus dem Jahr 2009 an. In diesen vier Jahren hat sich Protagonist Casey zum Sensei, also zum Lehrer und Leiter einer Kampfkunstschule, entwickelt. Mit seiner Frau Namiko lebt er in Japan, wo sich die beiden auch schon auf Nachwuchs freuen. Nachdem Casey nachmittags, nachdem er seiner Frau ein Medaillon erworben hat, von zwei Schlägertypen überfallen wird, tut er dies als leichte Übung ab und denkt nicht mehr darüber nach. Nachdem seine Frau in der Nacht aufwacht und Heißhunger auf etwas Süßes verspürt, begibt sich ein guter Ehemann natürlich zum Laden auf der anderen Straßenseite, um beim Bezahlen jedoch zu merken, dass er seine Geldbörse vergessen hat. Zuhause angekommen wird er jedoch Zeuge eines traurigen Bildes. Seine schwangere Frau Namiko wurde von Unbekannten brutal ermordet. Nach der Trauerfeier lädt ihn ein Freund in dessen Kampfkunstschule in Thailand ein. Dieses Angebot nimmt Casey wenige Zeit später wahr, als er glaubt, die beiden Mörder seiner Frau erledigt zu haben. Sein Freund in Thailand erklärt ihm jedoch, dass hinter dem Mord an seiner Frau sehr wahrscheinlich der Bruder eines toten Kampfkunstmeisters steckt, der immer noch Rache am Clan der Takeda nehmen will. Caseys Reise führt ihn daraufhin weiter nach Myanmar.

Hervorragende Kampfszenen

Ninja - Pfad der Rache (3)In der ersten Hälfte plätschert die Story des Films ein wenig vor sich hin. Anstatt auf die Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Teil der Reihe einzugehen, setzt der Film einfach so in der Geschichte ein. Vorkenntnisse braucht man dabei aber nicht, da die Story selbsterklärend ist und der Fokus schon bald ohnehin auf die fantastisch choreographierten Kämpfe legt. Der Film nutzt das Motiv der Rache, um Gewalt als alleinige Lösung preiszugeben. Zunächst hat uns schon sehr verwundert, wie der Film mit seiner teils exzessiven Gewaltdarstellung durch die Prüfung der Freiwilligen Selbstkontrolle gekommen ist – ungeschnitten! Wenige Minuten vor dem großen Finale wird die Handlung jedoch noch einmal mit einem genialen Storytwist umgeworfen. Im Gesamtbild rettet das die Geschichte zwar nicht, passt aber hervorragend ins Martial-Arts-Genre. Der Film mit Scott Adkins in der Hauptrolle brilliert mit Kampfszenen, die ohne Drahtseile, Spezialeffekte oder Stuntdoubles umgesetzt werden. Das heißt auch, dass hier keine Darsteller meilenweit durch die Luft gleiten und alle Schläge, Tritte und Techniken von den Darstellern selbst ausgeführt werden. Wer sich vor allem unter diesem Aspekt einen Martial-Arts-Film anschaut, wird von Ninja – Pfad der Rache durchgehend zufriedengestellt. Einzig und allein die Wandlung zum Ninja kommt unserer Meinung nach etwas zu plötzlich.

Mittelprächtige Synchronisation

Ninja - Pfad der Rache (4)Wenn man sich fünf Minuten mehr Zeit für das Drehbuch genommen hätte, hätte man sich so auch sicher einen anderen Kniff einfallen lassen können. Für die Erzählweise des Streifens reicht die gegebene Erklärung jedoch aus. Gerade so ausreichend ist auch die Synchronisation ins Deutsche. Die Synchronsprecher sind zwar gut gewählt, doch verliert der Film ein wenig an Identifikation. Der Grund ist denkbar einfach. Während Scott Adkins im Originalton mit Japanern tatsächlich Japanisch spricht, kommt es uns in der deutschen Synchronisation so vor, als ob Protagonist Casey zwar in Japan lebt, aber bis auf vier Worte kein Japanisch versteht. Dafür ist der Soundtrack des Films gelungen, da er jede Szene hervorragend unterlegt. Wir hätten uns jedoch über ein paar einprägsame und unverwechselbare Tracks gefreut. Das Bild der Blu-ray-Fassung in 1080p und im 16:9-Format besticht mit einem scharfen Kontrast und dazu mit einer gesunden Kameraführung, die nicht zu hektisch und auch nicht zu sanft das brachiale Geschehen zwischen Casey und seinen Kontrahenten zeigt. Wer nach 95 Minuten noch mehr über den Film erfahren will, wird leider mit gerade einmal weniger als 15 Minuten Bonusmaterial (Produktionseinblicke und B-Roll-Material) und ein paar Trailern abgespeist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): So wenig der Film mit seiner Story einen Handlungsfanatiker begeistern kann, desto mehr kann der Streifen mit seinen Kampfszenen beeindrucken. Hier wird nicht mit billigen Effekten getrickst oder mit Drahtsteilen durch die Gegend geschwungen. Wenn Scott Adkins mit den anderen Kampfkünstlern aufräumt, dann sieht der Kampf authentisch aus. Selbst wenn die großartigen Kampfszenen zu Kosten der Handlung gehen, unterhält der Film gerade deswegen. Ich würde sogar sagen, dass eine gute Handlung dem Film eher schaden könnte, wenn man deswegen den Martial-Arts-Anteil weniger Beachtung schenkt. Mehr Beachtung hätte man auch dem Bonusmaterial schenken können, denn dieses fällt äußerst spärlich aus. Interviews und ein Making-of hätten diese Blu-ray sicherlich noch interessanter gestaltet. Ich würde mich sehr freuen, wenn Regisseur Isaac Florentine und Scott Adkins auch in Zukunft wieder miteinander arbeiten würden, denn ihre Zusammenarbeit in Ninja – Pfad der Rache ist wirklich herausragend und kein Fan des Martial-Arts-Genre sollte den Film aufgrund eines westlichen Hauptdarstellers verpassen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ninja – Pfad der Rache!

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