Review: Police Story

Police Story (1)1985 tritt Jackie Chan nicht nur in Der Protektor als Polizist auf. Von diesem Film inspiriert dreht Chan nach seiner Rückkehr nach Hongkong noch im selben Jahr Police Story. Welche Achtung man vor der richtigen Polizeiarbeit hat, möchte Chans Police Story erklären.

Police Story (2)Police Story beginnt einleitend mit einer großen Action-Szene, worauf die gesamte Handlung aufbaut. Kevin Chan ist angestellt bei der Polizei in Hongkong und wird mit seinen Kollegen direkt zu einem Großeinsatz gerufen. Der Boss eines Drogenkartells soll sich in der Siedlung am Hange eines Berges befinden. Die Übergabe des Geldes soll verhindert werden und auch wenn die Operation zunächst glückt, wird Drogenboss Ku vorgewarnt. Als dieser vom Ort des Geschehens fliehen will, beginnt eine waghalsige Schießerei zwischen den brüchigen Häusern und zwischen den Köpfen der Bewohner zu entbrennen. Wie es der Zufall so will, entkommt Ku aus der Siedlung, doch Kevin lässt nicht locker und nimmt die Verfolgung auf. Diese führt ihn nicht nur den Abhang auf beiden Füßen herunter, sondern auch auf die Stoßstange eines Doppeldeckerbusses. Endlich gelingt es Kevin den Drogenboss zu verhaften. Kus Sekretärin wird ebenfalls verhaftet, doch schon bald darauf auf freien Fuß gesetzt. Der Grund ist denkbar einfach – sie soll als Kronzeugin im Prozess gegen Ku aussagen. Damit ihr nichts geschieht, wird Kevin als ihre Leibwache eingesetzt. Es beginnt ein Spiel auf Zeit, denn Ku hat bereits seine Leute darauf ausgesetzt, seine Sekretärin zwar zunächst nicht zu töten, aber sie aus der Obhut von Kevin zu befreien und zu verhindern, dass sie gegen ihn aussagen kann. Spannend!

Martial-Arts-Kunst und Polizei-Arbeit

Police Story (3)Zugegeben ist diese Story heute nicht mehr taufrisch, doch immer noch verständlich und real. Gepaart ist die spannende Handlung mit einigen Wendungen, die man aus dem Genre zwar kennt, aber dennoch eine überraschende Wirkung haben. Ein Polizist, der die Seiten wechselt; jemand wird unschuldig des Mordes verdächtigt; ein Polizist, der Gerechtigkeit will – nie endende Geschichten des Kriminalgenres, die sowohl heute als auch im Erscheinungsjahr gut unterhalten können. Zudem ist der Film selbstverständlich gespickt mit jeder Menge Szenen, die sowohl aus turbulenten Action-Stunts und jeder Menge Kämpfe. Regisseur und Darsteller Chan verzichtet weitgehend auf Schießereien und demonstriert fast bis zum Ende, wie Gewalt mit harmloseren Mitteln als eine Kugel zwischen den Augen dargestellt werden kann. Fans des Martial-Arts-Genre kommen absolut auf ihre Kosten, zumal Chan in Police Story richtig glänzen kann. Besonders die einleitende Szene beim Kampf am und im Bus, sowie beim großen Finale in einem Kaufhaus, stellt Chan sein Können einmal mehr unter Beweis. Eine wahrhafte Sternstunde des Kampfkünstlers, Schauspielers und Regisseurs, auf den am Ende des Tages auch die Schnittfassung des Films geht. Chan erzählt die Handlung meist locker, wodurch der Film dann und wann kurz an Tempo verliert, es aber schnell wieder einholt.

Tonspurdifferenzen

Police Story (4)An dieser Stelle möchten wir übrigens unbedingt die Originaltonspur empfehlen. Dank der deutschen Untertitel muss man dem Kantonesischen nicht mächtig sein, doch diese Tonspur ist weitaus authentischer, da hier Gags und ernste Szenen nicht durch Albernheiten verfälscht werden. Trotzdem kann man sich an einem entspannenden Nachmittag auch die deutsche Synchronfassung anhören. Diese ist allerdings unvollständig, da der Film hierzulande niemals ungeschnitten veröffentlicht wurde. Szenen, die nicht synchronisiert worden sind, werden mit der kantonesischen Tonspur unterlegt. Dabei werden die Unterschiede zum Original mehr als deutlich. Während beide Tonspuren in 5.1 und 2.0 DTS-HD vorliegen, ist das Bild im 16:9-Format (2,35:1) enthalten. Man merkt dem Film sein Alter leider an, weshalb ein wackliges Kamerabild und einige Verunreinigungen den Spaß ein wenig trüben. Hier hätten wir uns für die Blu-ray-Fassung ein kräftigeres Bild gewünscht. Trotzdem haben wir 102 Minuten lang unseren Spaß mit dem Polizeibeamten Kevin, der mit viel Humor in den Tag hineinlebt, in das eine oder andere Fettnäpfchen tritt und Dank Chan als Martial-Arts-Kenner glänzt. Das Bonusmaterial glänzt ebenfalls – mit alternativem Anfang und Ende, einem zwanzigminütigen Interview mit Jackie Chan, dem Trailer und einem Audiokommentar von Bey Logan!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Polizeigeschichten gibt es wie Sand am Meer. Es läuft sicherlich jeden Tag mindestens eine Serie im Fernsehen, die mir diverse Teams vor die Nase setzt, welche einen Fall aufklären sollen. In der Regel werden diese Fälle aber innerhalb von einigen Minuten gelöst und Einzelpersonen kommen gelegentlich zu kurz. So gefällt mir Police Story mit einer Länge von 102 Minuten deutlich besser. Dazu kommt, dass die Kulisse von Hongkong heutzutage viel zu selten genutzt wird und mit dem Achtziger-Jahre-Touch des Films gleich noch eine ganz andere, herausstechende, Bedeutung erhält. Die Polizeigeschichte mit und von Jackie Chan wird durchgehend spannend erzählt, auch wenn der Film an der einen oder anderen Stelle kurzzeitig an Tempo verliert. Sobald aber die nächste Action-Szene in Anflug ist, gelingt es Police Story aber bestens, das Tempo schnell wieder einzuholen. Police Story fasziniert zwar mehr im kantonesischen Originalton, doch auch wer sich nur die deutsche Synchronfassung anschauen beziehungsweise anhören will, wird dennoch mit viel Humor, spannender Action und einigen tollen Martial-Arts-Szenen von Anfang bis Ende belohnt!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Police Story!

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