Review: The Lego Movie Videogame

The Lego Movie Videogame (1)So einen Film haben sich Lego-Fans seit Jahren gewünscht: Ein cineastisches Werk, das (fast) nur aus Lego-Steinen besteht! Passend zum Kinostart bereichert der Publisher die Lizenz mit einem Videospiel, welches in unserem Test ein Paradebeispiel für gute Lizenzspiele abgibt.

The Lego Movie Videogame (2)The Lego Movie Videogame erzählt die Geschichte des Films nach. Das heißt, dass wir in die Rolle des Lego-Männchen Emmet schlüpfen. Dieser ist eine gewöhnliche Figur unter vielen, doch bereits nach dem Aufstehen erfahren wir, dass er nicht von den anderen Bewohnern von Steinburg ausgeschlossen werden will. Tagtäglich begibt er sich zur Baustelle, um dort seinen Beruf auszuüben. Emmet ist nämlich ein Bauarbeiter. Da man in Steinburg jedoch strikt nach Plan arbeitet, läuft auf dem Bau nichts ohne Bauanleitung. Das heißt, dass wir uns bereits im ersten richtigen Level, auf die Suche nach mehreren Anleitungsseiten machen müssen. Dabei lernen wir gleich die Spielmechaniken des Titels kennen, der sich am Einmaleins der meisten Lego-Videospiele orientiert. Soll heißen, dass wir in jedem Level wieder je Menge Studs, also die kleinen, platten und rundlichen Lego-Steine sammeln, indem wir verschiedene Objekte zerstören. Schnell sind die beiden Seiten der Anleitung gefunden und eine Abrissbirne kann von uns zusammengesetzt werden. Hier bricht der Titel mit der Tradition und bietet uns eine Alternative des Bauens. Das Spiel übernimmt zwar den Großteil der Arbeit, doch mittendrin im Zyklus müssen wir schnell das passende Stück aus einem kleinen Sortiment wählen. Sind wir schnell genug, belohnt uns das Spiel entsprechend mit mehr Studs – dazu später mehr.

Weltenübergreifender Widerstand

The Lego Movie Videogame (3)Nach getaner Abend wollen wir gerne mit unseren Kollegen Würste verdrücken gehen, doch da uns ohnehin niemand Beachtung schenkt, wird daraus mal wieder nichts. Wachsam wie wir jedoch sind, bemerken wir eine seltsame Gestalt, welche über die Baustelle huscht. Einen Moment später machen wir mit Wyldstyle Bekanntschaft. Von ihr erfahren wir, dass wir etwas ganz besonderes sind. Ebenso hören wir vom gefährlichen Lord Business, der in ein paar Tagen nicht nur Steinburg, sondern auch die anderen Lego-Welten zerstören will. Hier bricht für Emmet innerlich eine Welt zusammen, denn von den anderen Welten hat er noch nie etwas gehört. Das macht aber nichts, denn zusammen mit Wyldstyle machen wir uns auf eine Reise durch verschiedene Themenwelten. Flachbusch, Wolkenkuckucksheim und noch mehr Gebiete warten nur darauf, von uns erkundet zu werden. Unterwegs schließen sich unserer Sache weitere illustre Gestalten wie Batman an, die Widerstand gegen Business leisten wollen. Während die ersten Levels beim ersten Spieldurchgang noch sehr generisch wirken, da wir kaum Interaktionsmöglichkeiten haben, ändert sich das im Verlauf des Spiels schlagartig. Jede Figur hat nämlich andere Fähigkeiten, die wir nutzen können. Emmet bohrt rissige Stellen auf, Wyldstyle springt höher und andere Figuren zerstören etwaige Objekte.

Die Sammelhatz beginnt aufs Neue

The Lego Movie Videogame (4)Dabei bemerken wir, dass wir einige Plattformen oder Räume in den Spielabschnitten noch gar nicht betreten können. Erst wenn wir eine Figur mit entsprechender Fähigkeit frei gespielt haben, können wir im freien Spiel zurückkehren und Geheimnisse lüften. Davon lebt so gut wie jeder Titel seit Lego Star Wars und wenn man seit so vielen Jahren diesem System noch nicht überdrüssig geworden ist, dann wird man daran auch in The Lego Movie Videogame seine wahre Freude haben. Nicht nur die einzelnen Spielabschnitte, die uns in fünfzehn Story-Akten zum Finale führen, laden zum Erkunden ein. Auch die Lego-Welten bieten jede Menge Orte, die uns erst mit der Zeit offen stehen. Es lohnt sich also vor allem erst nach dem Abschluss der Story zurückzukehren und in den Welten aufzuräumen. Für jeden Fortschritt hagelt es, wie bereits erwähnt, Studs. Mit denen kaufen wir uns dann zusätzliche Figuren oder Extras wie rote Lego-Steine. Diese schalten dann Spezialfähigkeiten frei; beispielsweise das permanente Orten von goldenen Bauanleitungsteilen. Während man die Story in unter zehn Stunden durchspielen kann, verlängert das Freischalten und Entdecken aller Geheimnisse die Spielzeit enorm. An den Umfang von Lego City Undercover reicht der Titel zwar nicht heran, unterhält aber vor allem aufgrund des Mehrspielermodus bis zum Happy End langfristig.

Am Ende siegt die Kreativität

The Lego Movie Videogame (5)Gemeinsam mit einem Freund können wir (offline) simultan an einer Konsole spielen. Dabei übernimmt jeder die Rolle einer Figur und teilt sich die Arbeit auf. Klasse! Besitzer der Wii-U-Fassung freuen sich zudem darüber, dass man entweder via vertikalem Splitscreen-Modus spielt oder das Geschehen auf Fernseher und GamePad aufteilt. Zwar läuft der Titel in diesem Falle nicht mehr ganz so flüssig, doch stören tut das nur selten. Störender finden wir da eher, dass die Abmischung von Musik, Dialogen und Effekten nicht ganz so gut gelungen ist. Auch Einstellungsmöglichkeiten sind rar gesät. Grafisch bietet der Titel ein schönes HD-Bild, doch da die Kamerafahrten nicht immer möglich sind und in einigen Fällen keine Schatten von den Figuren dargestellt werden, gehen Sprünge öfters mal ins Leere. Das kennt man alles schon von den Vorgängern und das ist dann auch der wahre Kritikpunkt am Spiel. Die Entwickler wissen seit Jahren, welche Defizite ihre Titel haben und ändern daran nur wenig. Da bringt es auch kaum etwas, dass neue Elemente wie das Bauen nach Plan oder diverse Tanzeinlagen ihren Weg ins Spiel gefunden haben. Wer damit leben kann, bekommt ein humorvolles Spiel mit einer fantastischen Story, die jedoch gegen Ende abrupt nachlässt. Die Kernaussage des Spiels könnte nicht besser wie im Film sein: Am Ende aller Dinge siegt doch die Kreativität!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii-U-Fassung): Leider habe ich den Film bis heute noch nicht gesehen, doch egal mit wem ich mich über diesen unterhalte, wird immer nur davon geschwärmt, wie toll er doch sei. Als alter Fan der Bausteine werde ich mir diesen aber definitiv noch anschauen, was vor allem an dem wirklich guten Lizenzspiel liegt. Das Spiel erzählt mir die Story von Anfang bis Ende so, dass ich sie auch verstehe – wenn man mal davon absieht, dass die letzte Viertelstunde auf der einen Seite zu viel erzählen will, es aber mit zu wenig Inhalten versucht. Bis dahin habe ich jedoch absolut meinen Spaß gehabt. Die Idee, das Bauen nach Plan gegen kreatives Denken antreten zu lassen, ist wirklich großartig. So sehr ich mir wünschen würde, dass die Entwickler endlich mal die Fehler korrigieren würden, die sie seit fast einem Jahrzehnt machen, so sehr kann ich ihnen verzeihen. Die Story unterhält mit humorvollen Dialogen und vielen Filmsequenzen. Wenn ich nach dem Abspann (und fünfstündigem Spielen in dieser Session) immer noch Lust verspüre, weitere Stunden mit The Lego Movie Videogame zu verbringen, dann macht der Titel gar nicht so viel falsch. Wer das nahezu unveränderte Gameplay immer noch mag und vor allem gerne mit einem Freund spielt, wird mit The Lego Movie Videogame zehn bis dreißig Stunden gut unterhalten werden.

Vielen Dank an Warner Bros. Interactive für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Lego Movie Videogame!

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