Review: The King of Fighters XIV

the-king-of-fighters-xiv-1Sechs ganze Jahre sind seit der ersten Veröffentlichung von The King of Fighters XIII vergangen. Während der dreizehnte Teil der Reihe zunächst in japanischen Arcade-Hallen sein Debüt feierte, erscheint The King of Fighters XIV als erstes für Sonys PlayStation 4.

the-king-of-fighters-xiv-2Die Handlung von The King of Fighters XIV ist schnell erzählt und könnte – wie nicht anders erwartet – belangloser nicht sein. Neuer Antagonist und Milliardär Antonov ruft ein Turnier aus, in dem sich die besten Kämpfer der Welt miteinander messen sollen. Wir stellen uns ein Team aus drei Charakteren zusammen und müssen in zehn Stages hintereinander jeweils drei Gegner besiegen, um im Turnier voranzukommen. Zwischendurch werden Zwischensequenzen eingespielt, die zwar mit seichtem Humor punkten können, die Story aber keinesfalls vorantreiben. Da das The-King-of-Fighters-Universum so viele Figuren beinhaltet, hätten wir hier sehr viel mehr erwartet. Der Versus-Modus hingegen hält was er verspricht, denn hier können wir uns mit anderen Gegnern einfach nur prügeln. Des Weiteren beinhaltet das Spiel Missionen, in denen wir bestimmte Herausforderungen meistern müssen. Hinzukommt ein Trainingsmodus, in dem wir unsere Fähigkeiten prüfen können. All diese Modi funktionieren so, wie wir es von ihnen erwarten. Zu guter Letzt gibt es aber noch einen Online-Modus, der wiederum in verschiedene Modi unterteilt ist. Online haben wir The King of Fighters XIV aus PlayStation-Plus-Gebührengründen aber nicht getestet, weshalb unser Fokus vollkommen auf der Einzelspieler-Erfahrung liegt. Genau hier gibt es jedoch einige Defizite zu bemängeln.

Ärgerliche und zuvorkommende Steuerung

the-king-of-fighters-xiv-3Die Steuerung von The King of Fighters XIV ist alles andere als geschmeidig. In der von uns getesteten PlayStation-4-Fassung mussten wir leidlich feststellen, dass das Steuerkreuz des PlayStation-4-Controllers nicht für Beat ’em ups geeignet ist. Jede einzelne Richtungsbewegung fällt über diese Eingabe schwammig aus und ist besonders bei Verteidigungsversuchen ein Hindernis. Ebenfalls haben wir den Verdacht, dass unsere Eingaben mit einer spürbaren Latenzzeit erkannt werden. In jedem Falle würden wir dazu raten, den Titel nur mit einem Arcade-Stick zu spielen, da auch die Eingaben über den linken Analog-Stick nur wenig besser erkannt werden. Hinzukommt, dass sämtliche Texteinblendungen bei einem gesunden Abstand zum Fernsehbildschirm zu klein ausfallen, sodass wir bei den einleitenden Trainingspassagen nicht nur einmal die Augen zukneifen müssen, um die angegebenen Angriffsknöpfe herauszufiltern. Obwohl man sich vorbildlich dazu entschieden hat, statt Knöpfen und Tasten Befehle anzuzeigen, ist das zu Beginn besonders für Genre-Neulinge mehr als nervig, da die dazugehörigen Knöpfe nur in der Tastenbelegung einsehbar sind. Immerhin dürfen wir die Steuerung dort völlig frei konfigurieren, sodass wir im Grunde auch die Steuerung von anderen Beat’ em ups wie Street Fighter V oder Tekken Tag Tournament 2 kopieren dürfen.

Facettenreiche Charaktere und Angriffe

the-king-of-fighters-xiv-4Obwohl die Steuerung definitiv verbesserungswürdig ist, so gilt dies nicht für das eigentliche Kampfsystem. Dieses wartet nämlich wieder mit sehr vielen Kombinationsangriffen auf, die bei so gut wie jedem Charakter unterschiedlich ausfallen. Zwar kann man The King of Fighters XIV problemlos via Button Mashing spielen, da die künstliche Intelligenz der Gegner im Grunde so nicht bezeichnet werden darf, doch Profis werden ihre wahre Freude daran haben, die Kombinationen auswendig zu lernen und online ihre wahren Gegner zu suchen. Trotzdem unterscheiden sich die zahlreichen Figuren unter anderem in puncto Stärke und Geschwindigkeit. Das klingt auf dem Papier super, ist aber je nach Kämpfer in der Praxis durch die Steuerungsdefizite eher mittelprächtig ausgefallen. Dafür entschädigen wiederum die Spezialangriffe, die wir auf unsere Feinde loslassen können, sobald wir reichlich Schläge und Tritte ausgeteilt und Techniken ausgeführt haben. Sollten wir Ziel solch einer Attacke sein, so heißt es natürlich nicht, dass wir von dieser auch getroffen werden. Hier ist der Titel wesentlich fairer als die Konkurrenz. Ebenso fair ist auch die Kämpferriege. Fast fünfzig spielbare Charaktere stehen uns von Beginn an zur Verfügung! So sieht ein faires Angebot bei einem Beat ’em up aus. Einmal mehr sollte sich Capcom überlegen, wie sie Street Fighter V veröffentlicht haben.

Prügelspiel der (letzten) Generation

the-king-of-fighters-xiv-5Optisch macht The King of Fighters XIV einen zwiespältigen Eindruck. Auf der einen Seite wissen die abwechslungsreichen Schauplätze wie eine verfallene Kirche und ein buddhistisches Kloster oder in Form von Kulissen wie einer amerikanischen Wüstenlandschaft oder die Große Mauer in China mit ihrer Vielfältigkeit und zum Teil sogar mit leicht dynamischen Hintergründen zu überzeugen, doch auf der anderen Seite wirkt der Titel eher wie ein Spiel der letzten Konsolengeneration. Das liegt vor allem an den Charakteren, denn von den zweidimensionalen Modellen hat man sich im vierzehnten Serienteil verabschiedet – das wird nicht jedem Fan der Reihe schmecken, ist aber der logische Schritt. Wir würden uns freuen, wenn Entwickler SNK bei künftigen Teilen aber noch etwas mehr Herzblut in die Modelle stecken würde. So mancher Kämpfer wirkt so, als würde er sein grafisches Debüt in der PlayStation-2-Ära feiern. Die Soundkulisse hat uns hingegen gut gefallen, da die Musikstücke den Schauplatz und das Geschehen wunderbar einfangen. Unterm Strich ist The King of Fighters XIV ein gutes Beat ’em up mit Defiziten geworden. Es richtet sich vor allem an Serienkenner und weniger an Genre-Neulinge. Trotz des leichten Schwierigkeitsgrades dürfen auch diese einen Blick riskieren, würden bei anderen Serien aber sehr viel angenehmer einsteigen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): The King of Fighters XIII habe ich vor einigen Jahren sehr, sehr gerne gespielt. Auf der Xbox 360 ging die Steuerung des Titels leicht von der Hand und konnte mich so spielend in seinen Bann ziehen. Der vierzehnte Teil schafft dies aber leider nicht mehr. Das liegt allerdings nicht nur am Spiel selbst. Das auf dem PlayStation-4-Controller angebrachte Steuerkreuz ist definitiv alles andere als geeignet für Beat ’em ups. Viel zu oft habe ich Probleme dabei, einen Kombinationsangriff zu starten, da die Eingabe einfach nicht richtig erkannt wird. Selbst mit dem linken Analog-Stick funktioniert das nicht sehr viel besser. Zudem vermute ich eine leichte, aber dennoch spürbare, Latenzzeit bei den Eingaben, sodass ich besonders bei Verteidigungsversuchen den Kürzeren ziehe. Wer mit diesen Defiziten leben kann oder sich vielleicht sogar einen Arcade-Stick für das Spiel anschaffen möchte, wird dennoch seine Freude mit The King of Fighters XIV haben. Die Figuren und Arenen bieten nämlich reichlich Abwechslung: Bereits von Beginn an bietet das Spiel mehr Umfang, als es die aktuelle Genre-Referenz Street Fighter V mit Download-Inhalten bietet. Profis und Kenner der Serie machen mit dem Spiel nur wenig falsch. Neulingen empfehle ich aber, ihren Genre-Einstand lieber mit einer anderen und dafür wesentlich zugänglicheren Reihe anzufangen.

Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The King of Fighters XIV!

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