Review: The King of Fighters XIII (Deluxe Edition)

Beat ’em ups gibt es wie Sand am Meer. Sobald ein Franchise erfolgreich aufgebaut wurde, ziehen unzählige Nachfolger unweigerlich nach. Was der Genre-Primus Street Fighter bereits vormachte, ist seit 1994 auch bei The King of Fighters an der Tagesordnung.

Ende 2011 erschien hierzulande bereits der dreizehnte Teil der Hauptreihe. Die Handlung des Spiels werden dementsprechend wohl nur Fans der ersten Stunde voll und ganz verstehen, da bereits nach ein paar Minuten der in Textform gehaltenen Handlung über unseren Köpfen ein paar Fragezeichen aufpoppten. Nach mehreren bedeutsamen Ereignissen steht das dreizehnte King-of-Fighters-Turnier auf wackeligen Beinen, doch die steten Bemühungen der Bernstein-Familie haben dafür gesorgt, dass das nächste Turnier noch größer und noch spektakulärer als alle bisherigen Turniere ausfallen wird. Dieser Einladung leisten wir prompt folge und starten das Spiel als einer oder mehrerer aus über dreißig Charakteren in verschiedenen Modi. Bevor Neulinge einen Fuß in die Welt der Kombinationsangriffe und Spezialtechniken setzen, ist es für sie wohl am besten, im Anleitungsmodus alle Tastenbelegungen (auswendig) zu lernen. Das Training ist gut geschildert und die Steuerung einfach zu lernen, doch dazu später mehr. Im Arcade-Modus kämpfen wir uns durch acht Levels voller Computergegner, wobei diese mal mehr, mal weniger stark ausfallen (unabhängig vom Schwierigkeitsgrad). Selbiges gilt auch für den Versus-Modus, wo wir entweder auf die Computergegner oder wahlweise auch auf die Charaktere eines menschlichen Spielers eindreschen. Im Modus Geschichte können wir die Handlung genießen, zumindest das, was wir von der Story nachvollziehen können.

Schwaches Storytelling

Die Geschichte wird lediglich über ellenlange Texte, dafür mit hübschen Standhintergründen, erzählt. Das mag Retro-Fans vielleicht gefallen, doch ist das alles andere als zeitgemäß, zumal die Menge an Texten nicht abnehmen möchte. Selbst vor jedem einzelnen Kampf möchten die Charaktere, unabhängig davon, mit welchem der zahlreichen Kämpfer wir antreten, sich mit zufallsgenerierten Sprüchen beleidigen, anspornen oder immer weiter herausfordern. Leider geschieht das alles ohne eine Synchronisation, was uns in Anbetracht der großartigen Genre-Konkurrenz in Form von Street Fighter IV schon sehr wundert. Während im Prügelspiel aus dem Hause Capcom nur ein paar gesprochene Worte ausgetauscht werden und danach sofort die Balgerei losgeht, dauert das in The King of Fighters XIII deutlich länger. Fans könnte das durchaus gefallen, aber wer zuvor noch nie einen Teil der Reihe gespielt hat, schaut zunächst verdutzt aus der Wäsche. Das ist vor allem darum schade, da uns fast alle Charaktere sehr sympathisch erscheinen und mit einer vernünftigen Sprachausgabe und am besten noch mit hübschen Anime-Sequenzen eines Street Fighter IV dazu, hätte das Handlungsgeschehen von The King of Fighters XIII durchaus größeres Potential. So bleiben Mai Shiranui, Elisabeth Branctorche und Yuri Sakazaki hübsche junge und talentierte Damen und Kyo Kusanagi, Lori Yagami und Sie Kensou ansehnliche Krieger. Was der Titel beim Storytelling versäumt, macht er allerdings im Genre-Kern absolut wieder wett, denn hier kann der Titel locker mit den Hits Street Fighter IV und Dead or Alive: Dimensions mithalten.

Einwandfreies Gameplay

Die unterschiedlichen Arenen führen uns um den ganzen Erdball. Mal kämpfen wir auf einer Straße in der englischen Hauptstadt, dann wiederum prügeln wir uns vor einer wunderschönen asiatischen Kulisse. Das Geschehen wird dabei mit passender Musik unterlegt und auch die Soundeffekte bei den einzelnen Angriffen treffen voll ins Schwarze. Selten fühlt es sich so gut an, einen Kontrahenten auf die Glocke zu hauen und dabei mit einer gelungenen Soundkulisse belohnt zu werden. Einsteigern möchten wir an dieser Stelle unbedingt die Deluxe Edition des Titels empfehlen, welche zum Testzeitpunkt übrigens die einzige erhältliche Fassung von The King of Fighters XIII für die Xbox 360 und die PlayStation 3 darstellt. In dieser Version liegt nicht nur eine Bonus-Art-CD, sondern zugleich auch ein Mai-Shiranui-Poster bei. Auf dessen Rückseite sind alle Charaktere abgebildet, inklusive einer Übersicht mit vielen nützlichen Combos. Das erleichtert Anfängern ungemein lästige Hin-und-her-Klickarbeit in den Menüs während eines Kampfes und vor allem (im von uns aus Xbox-Live-Gebührengründen nicht getesteten Online-Modus) könnte dieses schnelle Nachschlagewerk recht hilfreich sein und ist eine perfekte Ergänzung zum eingangs erwähnten Anleitungsmodus. Die Steuerung des Spiels funktioniert ausgezeichnet und ist ohne einen Arcade-Stick ebenfalls gut in die Tat umsetzbar. Das Gameplay von The King of Fighters XIII hat für ein Beat ’em up alles, was für ein gutes Prügelspiel essentiell ist. Einzig und allein die Präsentation lässt hier und da zu wünschen übrig. Trotzdem: The King of Fighters XIII ist definitiv einen Blick wert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Xbox-360-Fassung): The King of Fighters XIII ist ein sehr gutes Beat ’em up, wie ich während der Testphase feststellen durfte. Die vielen Charaktere können mich mit ihren unterschiedlichen Angriffen allesamt überzeugen und die Schauplätze, die rund um den Globus angesiedelt sind, passen mit ihrem Anime-Charme und der tollen Soundkulisse hervorragend dazu. Gameplay, Optik und Akustik sind hervorragend gelungen, doch all das wird durch das magere Storytelling kaputt gemacht. Eine Handlung ist für ein Prügelspiel zwar nicht so wichtig, aber wenn man sie zwanghaft als solche präsentieren will, dann sollte man sich zuvor am besten bei der Konkurrenz inspirieren lassen. Street Fighter IV ist, neben dem fast perfekten Gameplay, nicht umsonst für viele das beste Prügelspiel aller Zeiten. Wer mit  zufallsgenerierten Kampfsprüchen und einer nicht ganz nachvollziehbaren Geschichte leben kann, bekommt mit The King of Fighters XIII eines der derzeit besten Beat ’em Ups!

Vielen Dank an Rising Star Games für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The King of Fighters XIII (Deluxe Edition)!

Ein Kommentar zu “Review: The King of Fighters XIII (Deluxe Edition)

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