Review: Super Mario Maker for Nintendo 3DS

super-mario-maker-for-nintendo-3ds-1Im September 2015 sorgte Nintendo mit der hauseigenen Software Super Mario Maker für die Wii U für Aufsehen. Ein Jahr später legt der japanische Konzern den Editor für die Hosentasche neu auf und schafft es damit leider nicht ganz, aus dem Schatten der Vorlage zu treten.

super-mario-maker-for-nintendo-3ds-2Zu Beginn von Super Mario Maker for Nintendo 3DS steht die Einführung. Diese wird in der 3DS-Fassung von den beiden Level-Bau-Experten Mashiko und Yamamura übernommen. In zehn Lektionen erfahren wir von Dame und Taube alle wichtigen Kniffe, die wir beim Bauen von Levels im Spiel benötigen. Kenner der Wii-U-Version müssen sich nicht lange mit diesen Lektionen aufhalten, schließlich kennen sie die meisten Bewegungen bereits aus der Vorlage. Für all jene, die sich noch nie mit einem Teil der Super-Mario-Reihe beschäftigt haben, sei gesagt, dass Super Mario Maker for Nintendo 3DS sicherlich nicht der beste Einstieg in das Super-Mario-Universum ist. Der Titel richtet sich viel mehr an die langjährigen Fans des Franchises, die sich in Kindheitstagen bereits in ihren Köpfen und auf dem Papier Levels ausgedacht haben, aufgrund fehlender Programmier- und Editiermöglichkeiten ihre Ideen aber niemals verwirklichen konnten. Von den beiden Experten lernen wir, wie wir die Ebene eines Levels gestalten sollten, an welchen Stellen wir Blöcke und Goldmünzen positionieren dürfen und wo genau Gegner stehen könnten, um dem Spieler eine Herausforderung zu servieren. Die Einführung ist einfach gestrickt und jedwede Verwendung der verschiedenen Werkzeuge in Windeseile verinnerlicht, sodass wir prompt die ersten Levels selbst gestalten wollen.

Architektonische Gestaltung eines Levels

super-mario-maker-for-nintendo-3ds-3Hier unterscheidet sich die 3DS-Fassung essentiell von der Wii-U-Ausgabe, bei der anfangs noch bemängelt wurde, dass das Freischalten wichtiger Bau-Elemente viel zu lange gedauert hat. Ab Werk stehen uns in Super Mario Maker for Nintendo 3DS eine mittelgroße Auswahl an zu benutzenden Bau-Elementen zur Verfügung. So fallen unsere ersten Kreationen weitaus vielfältiger aus, als es in der Wii-U-Fassung von 2015 der Fall gewesen wäre. Grundlegendes Gerüst eines Spielabschnitts ist natürlich die Grundarchitektur. Soll heißen, dass wir mit den festen Ebenen beginnen und erst dann weitere Elemente hinzufügen. Beide Bau-Techniken fließen jedoch im Spiel- beziehungsweise Bauverlauf ineinander über, sodass es auch kein Problem darstellt, später weitere feste Ebenen hinzuzufügen. Kniffliger ist da schon die korrekte oder viel mehr sinnvolle Positionierung von Fragezeichenblöcken, die dann auch noch mit Inhalten wie Münzen oder Power-ups gefüllt werden möchten. Ebenso sollte die Position von Marios Feinden wohl überlegt sein. Es macht wohl nur Masochisten Spaß, auf einen Hammerbruder nach dem anderen ohne den Einsatz von Feuerblume, Tanuki-Schwanz oder Superstern zu hüpfen. Aus dem Grund empfiehlt es sich auch für fortgeschrittene Spieler, die sich beim Bauen eines Levels noch unsicher fühlen, Yamamuras Lektionen zu absolvieren.

Herausforderungen für die Hosentasche

super-mario-maker-for-nintendo-3ds-4Obwohl wenige Bau-Elemente, die noch in der Wii-U-Fassung vorhanden waren, in der 3DS-Version nicht vorkommen, kann auch die Hosentaschenausgabe punkten. Beispielsweise sind Elemente wie Schlüsseltüren oder Kontrollpunkte nun im Grundpaket enthalten und müssen nicht erst per Update nachgereicht werden. Hinzukommt, dass das Freischalten von weiteren Bau-Elementen über die Super-Mario-Herausforderung funktioniert. Für jede abgeschlossene Welt erweitern wir unser Repertoire an Möglichkeiten und erhalten beim Abarbeiten der von den Entwicklern vorgefertigten Levels auch noch jede Menge Inspiration für eigene Kreationen. Die Einhundert-Mario-Herausforderung ist ebenfalls mit an Bord, in der wir mit einhundert Versuchen starten und acht leichte oder bockschwere Levels abarbeiten. Diese Levels stammen im Übrigen aus der Heimkonsolenvariante, sodass wir eigentlich gehofft haben, dass die beiden Versionen ineinander übergreifen könnten – schließlich hat man mit Mario vs. Donkey Kong: Tipping Stars schon ein Spiel veröffentlicht, bei dem das Konzept problemlos funktioniert hat. Bei Super Mario Maker for Nintendo 3DS sieht das aber ganz anders aus. Es ist nicht nur nicht möglich, die Levels mit der Wii-U-Variante zu teilen, sondern sie überhaupt hochzuladen. Der Titel verzichtet aufs Feature und verschenkt unglaubliches Potenzial.

StreetPass als einzige Sharing-Funktion

super-mario-maker-for-nintendo-3ds-5Obwohl die Internetanbindung für den Titel dürftig ausfällt, verzichteten die Entwickler nicht gänzlich auf eine Sharing-Funktion. Diese funktioniert nun allerdings per StreetPass, sodass es in so gut wie allen Fällen zwingend erforderlich ist, das Haus zu verlassen und seinen 3DS in der Hoffnung, weitere 3DS-Spieler unterwegs zu treffen, die den Titel ebenfalls aktiv nutzen, mitzuschleppen. Wer das nie macht und auch nicht machen will, wird am Level-Erstellen nicht sehr viel Freude haben, da die eigenen Kreationen so von kaum jemand gespielt werden können. In unseren Augen ist dieser Schritt nicht wohl überlegt gewesen und wir hoffen sehr, dass das auch Nintendo einsehen und einen Server für per 3DS erstellte Levels einrichten wird. Trotzdem gefallen uns die eigenständigen Ideen von Super Mario Maker for Nintendo 3DS. So motiviert es uns, bereits absolvierte Levels in der Super-Mario-Herausforderung mehrmals abzuschließen, um Medaillen zu sammeln, die quasi als Achievements herhalten. Normalerweise würde wohl kaum jemand auf die Idee kommen, mit einer Feuerblume nur die Piranha-Pflanzen eines Levels zu pulverisieren und andere Gegner außen vorzulassen – oder alle Warp-Röhren nicht zu beachten, um mit Geheimwegen den Level-Ausgang zu finden. Schade ist wiederum, dass man selbst keine Bonusaufgaben für eigene Levels erstellen kann.

Allseits bekannte Mechaniken

super-mario-maker-for-nintendo-3ds-6Ansonsten bleib alles beim Alten. Es gibt nach wie vor die vier bekannten Designs, in denen wir die Levels erstellen und spielen dürfen. Neben dem neumodischen Look aus New Super Mario. Bros können wir die Spielabschnitte auch im Stil von Super Mario Bros., Super Mario Bros. 3 oder Super Mario World gestalten. So fühlt sich der Titel in diesem Aspekt kaum wie ein eigenständiges Spiel, sondern eher wie eine logische Konsequenz schwacher Wii-U-Verkäufe an. Neue Stile aus anderen 2D-Super-Mario-Spielen hätten dem Titel sichtlich gut getan. Hoffen wir mal, dass sich Nintendo diese Stilrichtungen für potentielle Nachfolger aufheben wird. Technisch und akustisch kann es Super Mario Maker for Nintendo 3DS, abgesehen von der schwächeren Hardware des Handhelds, durchaus mit der Heimkonsolenvariante aufnehmen. In puncto Steuerung zieht die 3DS-Fassung im direkten Vergleich aber den Kürzeren. Während der Touchscreen des Wii U GamePads eine höhere Auflösung vorweist und Eingaben somit etwas genauer ausfallen, kann genau dieser Aspekt auf den normalen 3DS-Geräten dem entspannenden Level-Bauen im Wege stehen. Unser Testmuster spielten wir auf einem New-3DS-XL-Gerät, auf dem wir kaum bis gar keine Probleme hatten. Besitzer eines normalen 3DS sollten sich aber im Vorfeld über mögliche (!) Probleme im Klaren sein.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii-U- und der 3DS-Fassung): Nach Release des Spiels konnte ich von Super Mario Maker für die Wii U nicht genug bekommen. Ein Level nach dem anderen habe ich erstellt und mit der Welt geteilt. Geschafft haben dürften meine Levels aber nur die wenigstens, denn in mir steckt nun mal ein kleiner Sadist, der regelrecht Freude daran hat, schwierige (aber niemals unfaire) Spielabschnitte zu basteln. Genauso gerne hätte ich mit einem hämischen Lächeln auf dem Gesicht auch mit Super Mario Maker for Nintendo 3DS meinen Spaß, doch da die Internetanbindung für das Spiel marginal ausfällt, werde ich wohl nicht sehr viel Zeit in das Spiel investieren können. Im Release-Zeitraum bin ich keinem einzigen anderen Spieler unterwegs begegnet, der ebenfalls den Titel für StreetPass aktiviert hatte. Der Titel empfiehlt sich aktuell deshalb eigentlich nur für jene, die in ihrem Freundeskreis einige Hobby-Level-Bauer haben, mit denen man sich austauschen kann. Immerhin bieten Super-Mario- und Einhundert-Mario-Herausforderungen Langzeitspaß, da ich hier Bonusaufgaben lösen darf und mich an regelrecht unfairen und selten nur schwierigen Levels versuchen darf. Man merkt: Die Faszination für das Spiel ist auch bei Super Mario Maker for Nintendo 3DS gegeben; sie muss sich nur entfalten können und dazu könnte Nintendo mit einem ordentlichen Online-Funktions-Update sicherlich helfen.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Super Mario Maker for Nintendo 3DS!

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