Review: Punch Line (Vol. 2)

punch-line-vol-2-1Nach dem wahnsinnigen Serienauftakt von Punch Line kann sich die Handlung in der zweiten Ausgabe endlich deutlich stärker entfalten. So wird die Story nicht nur stringent und nach wie vor abstrus erzählt, sondern auch Einblicke in die Vergangenheit der Protagonisten gewährt.

punch-line-vol-2-2Die Ausgangslage der zwölfteiligen Anime-Serie ist wohl unvergesslich. Während einer Busfahrt müssen Iridatsu Yūta und seine Nachbarin Chichibu Rabura miterleben, wie das vierrädrige Gefährt von einer Bande Übeltäter entführt wird. Dadurch, dass Rabura bewusst geschlagen wird, kann Yūta ein Blick auf ihren Schlüpfer werfen und – so albern das auch sein mag – Kräfte entwickeln, um zusammen mit der eingetroffenen Superheldin Strange Juice gegen die Gauner zu kämpfen. Leider endet der Tag anders, als es sich Yūta erhofft hat. Jemand anderes hat seinen Körper übernommen, sodass er nun sein Dasein als Geist fristen muss. In den ersten drei Episoden haben wir erfahren, wie sich Yūta in seiner neuen Sphäre einlebt und welche Fähigkeiten er als Gespenst überhaupt einsetzen kann. Mit einer Erklärung solcher Grundlagen, die von der sprechenden Katze Chiranosuke vorgetragen wird, fährt auch die zweite Volume von Punch Line fort. Möchte Yūta in den Körper einer anderen Person schlüpfen, so muss er seine Kräfte zunächst einmal stärken. Das funktioniert überraschenderweise jedoch nicht über das Mittel der sexuellen Erregung wie in den ersten Folgen, sondern über die Aufnahme von Zimtpuder in der Luft. Außerdem muss er mit der betroffenen Person auf einer geistigen Wellenlänge sein – es sei denn, es handelt sich dabei um ein Medium wie Rabura.

Namen auf einer Liste

punch-line-vol-2-3Da Yūta in seiner Geistergestalt aber maximal für nur sieben Minuten die Kontrolle über Rabura übernehmen kann, bleibt ihm entsprechend nicht viel Zeit, seine Nachbarinnen aus dem Wohnhaus vor anstehenden Ereignissen zu warnen, zumal die quirligen Damen ihm allen voran Fragen stellen und Rabura die Suppe wenig später wieder auslöffeln darf. Während Rabura so in eine Verabredung mit einem US-amerikanischen Agenten hineinschlittert, erfahren wir neue Informationen über dem anstehenden Kometeneinschlag am Silvesterabend – schließlich ist der 31. Dezember nur noch wenige Tage entfernt. Als Yūta dann zwei Tage vor dem Jahresende auch noch Hikiotani Ito tot vor einem Schrein auffindet, steht für ihn fest, dass er die Angelegenheiten beschleunigen muss. Mit aller Macht reist er zurück durch die Zeit, um über die arme Rabura seinen Nachbarinnen Anweisungen zu geben. Bereits in den ersten Episoden der Serie haben wir Einblicke in ein Internetvideo erhalten, in welchem verschiedene Namen, unter anderem Itos Name, aufgelistet sind. Jede dieser Personen soll zwei Tage vor Silvester das Zeitliche segnen. Als dann jedoch herauskommt, dass Ito für dieses Video verantwortlich ist und ihr Name an dieser Stelle eigentlich gar nicht vorgesehen ist, überschlagen sich die Geschehnisse und gipfeln in einem spannenden Showdown auf dem Dach ihres Wohnhauses.

Gipfelung im Höhepunkt

punch-line-vol-2-4Ob Ito den Wahnsinn überlebt oder Yūta endlich das Nandala Gandala findet oder gar die drohende Apokalypse abwehren kann, wollen wir euch an dieser Stelle aber natürlich nicht verraten. Ihr dürft euch aber sicher sein, dass Punch Line mit der sechsten Episode schlussendlich den bisherigen Höhepunkt der Handlung erreicht. Es gibt ein paar neue Enthüllungen, die unter anderem Yūtas überraschenden Lebensstil betreffen und Daihatsu Meika enthüllt allen eine neue Technologie, die in der nächsten Volume womöglich zum Einsatz kommen wird. Zu alledem greift die Story verschiedene Aspekte aus dem Leben der Figuren auf und ermöglicht es so, eine neue Perspektive auf so manchen Charakter zu gewinnen. Der Humor kann in der zweiten Volume nicht ganz die Qualität der ersten Episoden erreichen, kann aber auch dieses Mal die abstruse Geschichte über Roboter, herabstürzende Kometen und genmanipulierten Menschen wunderbar untermauern. Immerhin wirkt die Komik diesmal wesentlich authentischer und nicht mehr so gewollt wie beim Auftakt der Serie. Am restlichen Gesamtpaket hat sich im Grunde nur wenig verändert. Die Bild- und Tonqualität ist zufriedenstellend, wobei wir aber zur besser abgestimmten japanischen Tonspur raten möchten. In der deutschen Fassung wurde der richtigen Betonung auch dieses Mal zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten drei Episoden von der Anime-Serie Punch Line habe ich zwar als unterhaltsam, auf höherer Ebene aber bestenfalls als mittelmäßig abgestumpft. Diese Mittelmäßigkeit wird mit dem zweiten Episodenpack in gewisser Weise fortgesetzt. Trotzdem ist eine positive Entwicklung festzustellen, die ich nicht von der Hand weisen möchte. Die Handlung gewinnt peu á peu an Tiefgang, da man die Vergangenheit der Charaktere nicht außer Acht lässt, einige Hintergründe wesentlich besser erklärt und Geheimnisse werden gelüftet – genau dieses Rezept ermutigt mich auch, Punch Line weitersehen zu wollen. Ich mag gänzlich überdrehte Geschichten sehr, wenn man sie denn auch gut erzählt beziehungsweise mit den passenden Stilmitteln umsetzt. Wo die Reise mit den Charakteren nun genau hingehen wird, kann ich zwar immer noch nicht sagen, doch bin ich mittlerweile umso mehr gewollt, das herauszufinden. Wenn man die Geschichte bis hierhin verfolgt hat, kommt man sicherlich auch nicht um die letzten beiden Volumes umher. Fans von derlei Humbug dürfen bei Punch Line also sehr gerne zuschlagen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Punch Line (Vol. 2)!

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