Review: Gradius

gradius-1Manche Spielhallenklassiker sind einfach unsterblich. Donkey Kong von Nintendo, Space Invaders von Taitō und auch Gradius von Konami sind Spiele, die wir aufgrund ihres zeitlosen Gameplays heute wie damals gerne gespielt haben. Gradius für das TurboGrafx-16 entpuppt sich im Test als das Hardcore-Shoot-’em-up, das wir seit 1985 kennen und lieben.

gradius-2Im Spiel schlüpfen wir in die Rolle des Kampfpiloten James Burton, der die letzte Hoffnung für das titelgebende Volk von Gradius darstellt. Als der amöboide Bacterion einen Angriff startet, machen wir uns mit unserem transdimensionalen Raumschiff Vic Viper auf, um die dunkle Bedrohung zu bekämpfen. Kaum haben wir den Hyperraum verlassen, tauchen auch die ersten Gegner am Horizont auf, die wir mit unserem Waffensystem ausschalten müssen. Zu Beginn des Spiels sind wir noch recht hilflos, da wir nur mit einfachen Waffen attackieren können. Besiegen wir jedoch flott unsere Gegner, lassen die nicht selten Power-ups fallen, die wir schleunigst einsammeln und aktivieren sollten. Nur so können wir unsere Geschwindigkeit erhöhen, die Feuerrate verbessern und das Waffenarsenal erweitern. Aufgeteilt ist Gradius zwar in mehrere Gebiete, doch gehen die zweidimensionalen Levels fließend ineinander über. Soll heißen, dass wir unsere Reise durchs All nach jedem Bossgegner am Ende des Levels ohne Ladepausen fortsetzen können. Das klingt im ersten Moment zwar recht spannend, doch ist der Schwierigkeitsgrad des Spiels sehr hoch. Sobald wir auch nur einmal von einem Gegner getroffen werden, explodiert unser Raumschiff stilecht zu Pixel-Brei. Anschließend dürfen wir zwar am letzten Kontrollpunkt, die immerhin fair verteilt sind, wieder ins Gefecht einsteigen, doch verlieren wir zum einen alle Power-ups und zum anderen haben wir nicht unbegrenzt viele Versuche. Sollten wir den letzten Versuch verspielen, müssen wir das Spiel ganz von vorne beginnen.

Kompromissloser Schwierigkeitsgrad

gradius-3Wer nicht frustresistent ist und keine Passagen und Angriffsmanöver von Gegnern, auswendig lernen möchte, wird mit Gradius nicht glücklich werden. Der Titel richtet sich eindeutig an hartgesottene Shoot-’em-ups-Fans, die gut und gerne dutzende Stunden in ein Spiel investieren wollen. Sonderlich lang ist der Titel übrigens nicht, wird aber durch den hohen Schwierigkeitsgrad und den Wiederholungsversuchen künstlich in die Länge gezogen. Was in der Arcade-Halle noch Sinn ergeben hat, funktioniert in der Heimkonsolenvariante nur noch bedingt. Der eine oder andere zusätzliche Schwierigkeitsgrad hätte sicherlich Wunder bewirkt. Auch ein Passwortsystem wäre zur Veröffentlichung im Jahr 1991 noch nicht undenkbar gewesen. Optisch und akustisch kann Gradius auf dem TurboGrafx-16 mit hübschen Grafiken, netten Effekten und schöner Hintergrundmusik punkten. Allerdings merken wir gegen Ende des Spiels, wenn ein deutlich höheres Aufkommen von Objekten auf dem Bildschirm zu verzeichnen ist, dass die Bildwiederholungsrate leicht in die Knie geht und die Hardware der Konsole an ihre Grenzen kommt. Ansonsten kann man aber nur wenig am Spiel kritisieren, denn die Steuerung funktioniert auch bei höherer Geschwindigkeit halbwegs angenehm und abwechselnd dürfen wir uns sogar zu zweit mit Bacterions Schergen messen. Wer sich zum ersten Mal an Gradius herantraut, wird ein wunderbares Arcade-Feeling erfahren, das mit der eigenen Motivation, besser und besser zu werden, steht und fällt. Hat man sich dann aber erst einmal mit Gradius angefreundet, lässt einem der Titel garantiert so schnell nicht mehr los.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Gradius ist ein Spielhallenklassiker, den man als Videospieler in seinem Leben unbedingt einmal gespielt haben sollte. Das Sammeln von Power-ups und das einhergehende Verbessern der eigenen Fähigkeiten motivieren nämlich stets, immer neue Bestleistungen aufzustellen oder sich gar mit einem Freund vor dem heimischen Fernseher abwechselnd zu messen. Hier schlummert wahrhaftig ein sehr wichtiges Stück Videospielgeschichte, das Nachahmer wie R-Type oder humorvolle Varianten wie Parodius hervorgebracht hat. Wer hier nicht gleich nach fünf bis zehn Minuten aufgrund des sehr hohen Schwierigkeitsgrades die Flinte ins Korn wirft, wird durchaus einige Stunden lang seinen Spaß mit Gradius haben. Ist man allerdings nicht ausreichend frustresistent, braucht man den Titel gar nicht erst zu beachten und kann sich einfacheren Varianten des zeitlosen Spielprinzips zuwenden.

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