Review: Fire Emblem: Echoes – Shadows of Valentia (Season Pass)

Das Strategie-Rollenspiel Fire Emblem: Echoes – Shadows of Valentia für den Nintendo 3DS bietet bereits im Grundpaket einen sehr umfangreichen Inhalt, der mindestens fünfzig Stunden unterhält. Wem das zu wenig ist, der kann zusätzlich zum 45 Euro teuren Season Pass greifen.

Da wir sämtliche Inhalte des Season Pass von Echoes zu so gut wie jedem Zeitpunkt im Spiel aus dem Menü auf der Weltkarte erwerben beziehungsweise spielen können, steht zunächst einmal die wichtige Frage im Raum, an wen sich diese Inhalte überhaupt richten. Überwiegend orientieren sich die Inhalte an jene Spieler, die sich noch in den ersten drei Kapiteln befinden und gerne abseits der Wege noch ein wenig Erfahrungspunkte oder besondere Waffen sammeln möchten. Wer den Season Pass also erst nach dem Hauptspiel ausprobiert, wird an vielen Stellen auf keine Herausforderungen treffen. So gut wie alle Gegner sind in diesem Fall pures Futter für Schwert, Lanze oder Magie. Nur wenige Feinde ragen aus der Masse heraus und benötigen entweder eine gut durchdachte Taktik oder eine durchtrainierte Truppe. Hier wäre es wünschenswert gewesen, wenn Nintendo den Schwierigkeitsgrad an die durchschnittliche Level-Stärke der Gruppenmitglieder angepasst hätte, sodass der Season Pass wesentlich besser ins Spiel integriert wäre. Grundsätzlich bieten die Download-Inhalte zwar dasselbe Spielerlebnis wie im restlichen Spiel, also die Erkundung von Dungeons, das Schlagen von Schlachten und Dialoge zwischen einzelnen Charakteren, doch fällt auf, dass bei einigen Aufgaben trotz leicht abwechslungsreicher Missionsziele eher Quantität statt Qualität herrscht.

Dungeons und Schlachten

In puncto Dungeons können wir beispielsweise den Sternentempel und die Heiligste Halle frei erkunden. Beide Verliese fallen jedoch sehr ähnlich aus, sprich mit rechtwinkliger Struktur und quadratischen Räumen. Zu finden sind hier zwölf verschiedene Erze, die wir nur durch das mehrfache Betreten der Dungeons einsammeln können, um sie gegen eine Belohnung eintauschen zu dürfen. Ärgerlich ist zudem, dass die beiden Charaktere am Anfang der Tempel nicht synchronisiert sind und somit zu den wenigen Figuren des Spiels gehören, die seltsamerweise über keine Stimme verfügen. Neben dem Erkunden von Dungeons, können wir auch einem Krämer und einem Soldaten helfen. Dem Krämer wurde in „Schurken und Schätze“ beispielweise sein Hab und Gut gestohlen und wir müssen die Banditen in einer Schlacht zur Strecke bringen. Der Soldat in „Schreckenplage“ wiederum hat Angst vor Schrecken, die aus der Kanalisation entkommen wollen. Beides ist nicht wirklich spannend inszeniert und nur Mittel zum Zweck, um Erfahrungspunkte auf unsere Truppe zu verteilen. Wesentlich besser haben uns da die Missionen „Leben oder Geld?“ und vor allem „Herren aus dem Grabe“ gefallen. Hier müssen wir nämlich eine bestimmte Rundenanzahl überleben. Besonders bei letztgenannter Aufgabe freuen sich höherstufige Heiler über schnelle Level-ups. Toll!

Kurzgeschichten

Neben Aufträgen, die sich an unsere Truppe aus dem Hauptspiel richten, gibt es auch noch Story-Missionen, die sich mit bestimmten Kapiteln aus dem Leben der Charaktere beschäftigen. In „Schlacht am Hafen“ müssen wir etwa mit Clive, Fernand und einem Magengeschwür im Schlepptau Slayde retten und alle Gegner besiegen. Ähnliches unternehmen wir auch in der Episode „Rettung aus der Feste“. Hier ist es unsere Aufgabe, mit Lukas, Python und Forsyth Verbündete aus einer von Piraten belagerten Festung zu befreien und anschließend zu flüchten. Entkommen sollen wir auch bei „Flucht aus den Ruinen“. Zusammen mit Clair und Mathilda untersuchen wir ein altes Gemäuer, in dem ein magischer Ring versteckt ist. Mit dem Ring in der Hand tauchen immer mehr Untote auf, die wir auf dem Weg nach draußen mit Lanzen abstechen können. Zu lange sollten wir jedoch nicht verharren, denn irgendwann taucht ein gefährlicher Drache auf, der die Flucht obligatorisch macht. Im letzten Story-Kapitel „Zofia im Würgegriff“ erleben wir den Ansturm des Imperiums auf Schloss Zofia mit. Zu guter Letzt bietet der Season Pass noch Altäre, an denen wir Charaktere auf der Maximalstufe neue Berufe zuteilen können. Zum Testzeitpunkt noch nicht erhältlich und somit nicht testtauglich war das Cipher-Gefährten-Paket, das Helden aus dem japanischen Sammelkartenspiel Fire Emblem: Cipher ins Spiel einführen wird. Nett, aber leider auch nicht mehr.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Vier bis fünf kurze Stunden benötigt man, um die Inhalte des Season Pass einmal gesehen zu haben und viele Spieler werden sich die meisten Inhalte auch nur einmal anschauen wollen. Würde Nintendo den Season Pass für zehn Euro anbieten, würde ich ihn als eine nette Ergänzung zum Hauptspiel ansehen, doch 45 Euro für so wenige Inhalte zu verlangen, ist meines Erachtens nicht der richtige Weg, um das Spiel wirklich sinnvoll zu erweitern. Das liegt schlicht und einfach daran, dass der Season Pass in erster Linie mit recht einfallslosen Ideen aufwartet. Beide Dungeons sind recht ähnlich aufgebaut und müssen mehrfach erforscht werden, wenn man die Belohnung einheimsen will. Die Schlachten sind oft zu kurzweilig und richten sich fast vollständig an Spieler, die sich im ersten Spieldrittel befinden. Hier hätten die Entwickler mit einstellbaren Schwierigkeitsgraden experimentieren dürfen! Die zusätzlichen Altäre sind zwar nett gemeint, doch sind sie fast schon obsolet, da die Charaktere auf ihrer Maximalstufe bereits kräftig genug sind und zwanzig weitere Levels das Spiel noch einfacher machen, als es mit einer durchtrainierten Gruppe ohnehin schon ist. Zudem dürften nur die wenigstens Spieler ein Interesse daran haben, wie in den 1990er Jahren so viel Zeit ins Aufstufen von Gruppenmitgliedern zu investieren. Interessant sind für mich eigentlich nur die Story-Kapitel, für die ich nach erfolgreichem Abschluss auch Erinnerungen oder halbwegs gute Waffen erhalte, die auch gegen Ende des Spiels noch nützlich sein können. Im Großen und Ganzen bin ich vom Season Pass von Fire Emblem: Echoes – Shadows of Valentia enttäuscht. Nintendo sollte sich einmal mehr eine faire Preisgestaltung überlegen (bei den Download-Inhalten von Mario Kart 8 für die Wii U hat es doch auch geklappt und somit denke ich, dass dies kein Ding der Unmöglichkeit ist) und weitere Inhalte für Käufer des Season Pass nachreichen, denn sonst hinterlässt er bloß einen bitteren Nachgeschmack.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fire Emblem: Echoes – Shadows of Valentia (Season Pass)!

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