Review: Fairy Tail (Box 1, Episoden 1-24)

Nachdem bekannt wurde, dass sich Kazé Anime die Lizenz von Fairy Tail für den deutschsprachigen Raum geschnappt hat, haben sich Fans auf die Veröffentlichung der Serie gefreut. Die erste von hoffentlich vielen weiteren Volumes begeistert uns zumindest fast durchgehend.

Im Königreich Fiore ist Magie etwas Alltägliches, denn im ganzen Land gibt es verschiedene Gilden, in denen Magier ausgebildet werden. Natsu Dragneel, ein Magier der titelgebenden Gilde Fairy Tail, verschlägt es zu Beginn der Anime-Serie zusammen mit seiner fliegenden blauen Katze Happy in die Stadt Hargeon, in der Zauberei nicht an der Tagesordnung steht. Entsprechend selten und besonders sind die wenigen Magier, die sich ins verschlafene Städtchen verirren. Zur selben Zeit begibt sich auch die Stellarmagierin Lucy Heartfilia nach Hargeon, da sie auf der Suche nach dem Feuermagier Salamander ist. Auf dem hiesigen Marktplatz macht sie dessen Bekanntschaft: Er bietet ihr an, sich ihm und somit der Gilde Fairy Tail anzuschließen. Da allerdings Natsu der wahre Feuermagier Salamander ist, darf dieser es natürlich nicht gestatten, dass sein Name und der Ruf der Magiergilde in den Schmutz gezogen werden. Zu viele Worte wollen wir über die Geschehnisse in der ersten Episode allerdings nicht verlieren – über kurz oder lang schweißen Natsu, Happy und Lucy jedoch zu einem unschlagbaren Team zusammen, das in der Serienhandlung ein Abenteuer nach dem anderen erlebt. Durch die kleineren Abenteuer in der ersten Serienbox bleibt so sehr viel Spielraum für Charakterentwicklung und Hintergründe, aber kaum Platz für eine stringente Geschichte.

Illustre Runde

Obwohl die ersten 24 Episoden, die jeweils eine ungefähre Laufzeit von 25 Minuten haben, mehrere Handlungsstränge aufgreifen, sind diese kleineren Abenteuer dennoch recht unterhaltsam. Zudem kann man die kurzen Geschichten der Serie schnell verzeihen, da die illustren Figuren mit ihren komplexen zwischenmenschlichen Beziehungen erst einmal aufgenommen werden müssen. Das geht sogar soweit, dass wie bei One Piece mehrmals auf die Kindheit der verschiedenen Charaktere eingegangen und in epischer Breite erzählt wird. Natsu wird in der Regel als stets motivierter und für das Gute einsetzender Feuermagier, der sowohl Flammen zum Frühstück verspeist, als auch Glut spucken kann, vorgestellt. Allerdings lassen manche seiner Aussagen an seiner Intelligenz zweifeln – im krassen Gegensatz dazu steht Lucy, die mit ehrlichen Ratschlägen ihre neuen Freunde unterstützt. Der alltägliche Wahnsinn der Gilde Fairy Tail macht allerdings auch vor ihr keinen Halt und so lässt sie sich gerne auch mal zu Natsus verrückten Ideen überreden. Mit der Zeit vergrößert sich die Truppe um zwei weitere Figuren. Da wäre zum einen der Eismagier Gray Fullbuster, der sich mit seinem Rivalen Natsu regelmäßig streiten muss und zudem den Drang hat, sich zu entkleiden. Zum anderen gibt es noch die hübsche Magiern Erza Scarlet, vor der jedes Mitglied der Gilde aus Angst zittert.

Übertriebener Humor

Anhand dieser Charaktere lässt sich nicht von der Hand weisen, dass Fairy Tail in so gut wie jeder Szene versucht, witzig zu sein. Dies gelingt der Anime-Serie auch weitgehend. Während durch die geschickte Betonung der Synchronsprecher in der japanischen Fassung absolut kein Auge trocken bleibt, kann die Serie allerdings auch in der deutschen Version punkten. Julius Jellinek und besonders seinen Kolleginnen Lina Rabea Mohr und Charlotte Uhlig gelingt es, ihren Charakteren reichlich japanischen Charme einzuhauchen. Nur manchmal hatten wir das Gefühl, dass man auf den einen oder anderen Gag hätte verzichten können – weniger ist bekanntlich oft mehr. Wer jedoch Serien wie One Piece oder Dragon Ball Z Kai mag, wird mit dem Humor von Fairy Tail schnell konform gehen. One Piece ist in diesem Zusammenhang ein gutes Stichwort, denn Mashima Hiro, dem Zeichner der Manga-Vorlage, wird aufgrund des Zeichenstils von Fairy Tail oft nachgesagt, er sei einmal Oda Eiichirōs Assistent gewesen. Dies ist zwar nicht der Fall, doch die Ähnlichkeiten zu Odas Zeichenstils sind nicht von der Hand zu weisen. Aufgrund des unterschiedlichen Settings, auf der einen Seite Piraten, auf der anderen Seite Magier, hat Fairy Tail jedoch reichlich Alleinstellungsmerkmale vorzuweisen, denen man als Fan von Anime-Serien mit mystischen Inhalten eine Chance geben sollte.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Sehr habe ich mich darüber gefreut, dass die Anime-Umsetzung von Fairy Tail endlich auch in Deutschland veröffentlicht wurde. Aufgrund von Zeitmangel habe ich es nämlich nie geschafft, mir die von Freunden oft gelobte Manga-Vorlage anzuschauen. Die ersten 24 Episoden haben mir von Fairy Tail ein gutes Bild gegeben, was ich von der Anime-Serie erwarten darf. Das sind in erster Linie überschaubare sowie spannende Geschichten und übertriebene Witze, die meistens hervorragend miteinander harmonieren. Schade finde ich in diesem Zusammenhang nur, dass die ersten Folgen in meinen Augen sich zu sehr mit den Charakteren beschäftigen und so quasi nur ein Abenteuer nach dem anderen abgehandelt wird. Da es sich jedoch hierbei nur um die ersten Episoden einer sehr langen Geschichte handelt, drücke ich gerne noch ein Auge zu – schließlich müssen nicht nur die Figuren, sondern auch das Universum Stück für Stück erläutert werden. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich dies noch ändern kann und entsprechend schon sehr gespannt darauf, wie sich Fairy Tail in den nächsten Folgen entwickeln wird!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fairy Tail (Box 1, Episoden 1-24)!

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