Review: Triage X (Vol. 3)

Während der Serienauftakt von Triage X noch sehr gewöhnungsbedürftig war, konnte uns die zweite Volume überraschend gut in ihren Bann ziehen. Das Finale von Triage X dürfte aber selbst für Fans der Vorlage kaum zu ertragen sein. Wir haben uns durchs Ende gequält.

In den letzten Episoden von Triage X müssen wir uns fragen, woraufhin die Anime-Serie in den letzten acht Folgen hingearbeitet hat. Die Story ist konfus, Hintergründe werden nicht erklärt und Akteure werden ohne Grund in den Mittelpunkt gerückt. Wer die Manga-Vorlage kennt, wird die Zusammenhänge in Triage X vielleicht verstehen können, doch der alleinige Anime-Zuschauer steht vor kaum überwindbaren Problemen. Zu Beginn der neunten Episode wird Kiba Mikoto von Alpträumen geplagt und versucht daraufhin, ihren Freund Mikami Arashi zu finden. Diese Suche wird danach aber gar nicht mehr aufgegriffen. Stattdessen konzentriert sich die Handlung auf die Entführung der Polizistin Suzue Konomi. Während die Yakuza aus der vorherigen Volume bekannt sind, ist es fraglich, wer die beiden Zwillinge Kaoru und Kaori sind, die ohne Einführung für Wirbel sorgen. In Gefangenschaft wird Konomi ausgepeitscht und erniedrigt. Das Ziel ihrer Folter ist es aber nicht, sie zu töten, sondern sie zu einer willenlosen Puppe beziehungsweise Lustobjekt einer nicht näher definierten Person zu machen. Die Organisation Black Label soll sich um die Rettung der Gesetzeshüterin kümmern. So greift unter anderem Hitsugi Sayo die Basis an, wobei der Fokus sogar auf sie gelegt wird und an die beiden Zwillinge appelliert. Der Inhalt dieser Aufforderung an ein besseres Leben ist zwar verständlich, aber nicht nachvollziehbar; das sorgt für lose Enden.

Zusammenhangloses Finale

Leider ist auch die zehnte und somit letzte Episode problematisch gestaltet. Sie spielt zeitlich nach der neunten Folge und greift die Entführung von Konomi auf. Der logische Aufbau kann damit aber nicht gewährleistet werden, da die neunte Episode tatsächlich nicht vernünftig zu Ende geführt wird und in den ersten Minuten der zehnten Folge wiederum der Serienhumor im Vordergrund steht. Die weiblichen Darsteller amüsieren sich im Sentō und das natürlich splitterfasernackt – der Aufenthalt dort im Adamskostüm gehört jedoch genau so zur japanischen Kultur und wirkt daher auch nicht merkwürdig. Trotzdem wird hier noch einmal deutlich, dass die Anime-Serie niemals die Absicht hatte, eine stringente Geschichte zu erzählen. So muss Arashi auch in der letzten Folge wieder eine Frau in Nöten retten, doch die Rahmenhandlung wird damit definitiv nicht greifbarer. Immerhin wird die Aussage getroffen, dass jedes Individuum nach einem Kampf physisches und seelisches Leid davonträgt, das man aber durch Freundschaften heilen kann. Zusätzlich liegt auf der Blu-ray Disc der dritten Ausgabe noch die Original Video Animation vor, die einen weiteren Einblick in das Leben der Charaktere gibt. Wirklich tiefgründig wirken sämtliche Episoden jedoch nicht, was besonders nach der wirklich sehr angenehmen zweiten Volume zugleich überraschend als auch enttäuschend ist. Hier hätten wir vom Animationsstudio Xebec tatsächlich etwas mehr erwarten dürfen.

Oberflächliche Erotik und Gewalt

Auch in der dritten Volume von Triage X ist Erotik ein zentraler Bestandteil der optischen und inhaltlichen Gestaltung. So werden die weiblichen Protagonisten und Antagonisten in der Regel mit überdimensional großen Brüsten dargestellt. Teilweise ragen auch noch anregende Dessous aus dem Ausschnitt heraus. Kamerafahrten fahren dazu über den teilweise oder gar gänzlich nackten Körper der Damen und betonen dabei die äußerlichen Geschlechtsmerkmale des weiblichen Geschlechts. In einer Szene wird die bewusstlose und zugleich völlig entkleidete Polizistin Suzue sogar von ein paar Yakuza an empfindsamen Stellen berührt und massiert. Um die oberflächliche Erotik weiterhin zu unterstreichen, werden auch Hilfsmittel wie Peitschen verwendet und entsprechend im Kontext kommentiert. Es ist daher nicht von der Hand zu weisen, dass besonders Lust und Gewalt die zentralen Themen sind, die in den abschließenden Episoden behandelt werden. Hinzu kommt, dass diese Szenen meistens mit diffusem Licht ausstaffiert sind. Weiterhin gibt es Szenen, die zusätzlich in Rottönen gestaltet worden sind. Sobald jedoch wieder die Action im Vordergrund steht, ist das Rotlichtmilieu passé und andere Farbtöne dominierend. Eine nächtliche Szene ist zum Beispiel in Blautönen gehalten. Obwohl diese Entscheidungen durchaus in den Stil von Triage X einfließen, kann die Gestaltung das Gesamtwerk nicht retten. Selbst Fans sollten diesmal lieber wegschauen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem mir die zweite Volume von Triage X wirklich gut gefallen hat, habe ich große Hoffnungen auf die abschließende Ausgabe der Anime-Serie gehabt. Ein abschließendes Ende habe ich – wie bei vielen anderen Anime-Serien auch – zwar nicht erwartet, doch zumindest wollte ich ähnlich gut unterhalten werden. Das wurde ich aber leider nicht, da man einfach Szene an Szene geschnitten hat, die so einfach keinen Sinn ergeben. Immerhin haben die wichtigsten Charaktere ein paar gute Auftritte, die erinnerungswürdig sind. So sehr ins Gewicht fallen diese Szenen dann aber doch nicht, so dass die schwache Handlung nicht übertönt werden kann. Außerdem frage ich mich, warum man am Ende so dermaßen oberflächlich auf Erotik, Lust und Gewalt gesetzt hat, obwohl man das ein wenig subtiler in den ersten Volumes geschafft hat. Von Triage X sollte man meiner Meinung, zumindest unter dem Gesichtspunkt des langweiligen und langatmigen Endes, lieber die Finger lassen. Publisher Kazé Anime hat so viele tolle Anime im Programm, doch Triage X ist schlussendlich keiner davon. Nur beinharte Fans, die auch die Finger nicht von der Manga-Vorlage lassen können, werden mit der Anime-Serie vielleicht ihren Spaß haben.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Triage X (Vol. 3)!

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