Review: One Piece Box 12 (Episoden 359-390)

In der elften Serienbox von One Piece machten die Strohhüte notdürftig Halt auf einer mysteriösen Insel. Die Episoden 359 bis 390 knüpfen an diesen Handlungsstrang an. Dies gelingt ihnen mit langgezogenen Kämpfen und dem fast vollständigen Verzicht auf Filler-Episoden.

Nachdem die Strohhut-Piratenbande auf einer vermeintlichen Geisterinsel gelandet ist, haben sich die Ereignisse regelrecht überschlagen. Nami, Chopper und Lysop trafen beispielsweise auf den mysteriösen Doktor Hogback, der sich angeblich der Forschung verschrieben hat, um Tote wieder zurück ins Leben zu holen. Mit der Zeit enthüllte der Wissenschaftler jedoch sein wahres Gesicht, sodass die Piraten plötzlich von Zombies umzingelt waren. Dies galt auch für die restlichen Crew-Mitglieder, die außerhalb des in Nebelschwaden gehüllten Schlosses auf der Suche nach ihren Freunden waren. Mit der Zeit wurden immer mehr Geheimnisse über die Insel gelüftet, an denen die vorliegenden 32 Episoden nahtlos anknüpfen und sie sogar noch ein weiteres Mal vertiefen. Doktor Hogback ist nämlich nicht der einzige Bösewicht auf der Insel, gegen den die Strohhüte antreten müssen. Der Herrscher auf der ursprünglich aus dem Westblue stammenden Geisterinsel Thriller Bark ist nämlich niemand geringeres als Gecko Moria, einer der sieben Samurai der Meere. Dieser entzieht den Eindringlingen der Insel ihre Schatten, um sie einem leblosen Körper einzupflanzen. So geschieht es während des so genannten Thriller-Bark-Handlungsstrangs unter anderem mit Sanji und Nico Robin. Dies stellt die Strohhüte vor ein entscheidendes Problem, das die Kernessenz dieser Storyline bildet.

Kräfte der Samurai

Jede Person, denen ihr Schatten abhanden gekommen ist, darf sich keinesfalls dem Sonnenlicht aussetzen. Andernfalls würden sie in Windeseile zu Staub zerfallen – ein Problem, mit dem auch Skelett Brook zu kämpfen hat. Gemeinsam beschließen die Protagonisten einerseits gegen die Zombies zu kämpfen, in denen jetzt ihre Schatten schlummern, um sie zurückzuerhalten. Andererseits ist ihnen auch bewusst, dass es ausreicht, Gecko Moria zu besiegen, damit der Spuk auf der Geisterinsel sein Ende finden kann. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, da innerhalb von wenigen Stunden die Sonne aufgehen wird. Das erste Drittel des vorliegenden Episodenpakets fokussiert sich entsprechend auf den Kampf gegen Gecko Moria, der noch dazu mit seinem eigenen Schatten jederzeit den Platz tauschen kann und mit dem übermächtigen Zombie Oz ein weiteres Ass im Ärmel hat. Wie die Strohhüte aus dieser Situation schließlich herauskommen, wird an dieser Stelle nicht verraten. Allerdings geht die Reise, wie könnte es auch anders sein, in den darauffolgenden Episoden weiter. So taucht ein weiterer der sieben Samurai der Meere auf, der sich ein Duell mit Zorro liefert, das in künftigen Folgen noch von Bedeutung sein kann. Das fühlt sich zwar alles etwas in die Länge gezogen an, doch bis auf eine Ausnahme fühlen sich die Geschichten niemals wie Filler-Episoden an.

Zwischenstopps auf dem Weg zur Redline

Diese Ausnahme stellt das recht kurzweilige Abenteuer auf Spa Island dar. In den Episoden 382 und 383 machen die Helden einen Zwischenstopp auf der künstlichen Erholungsinsel, um von den Erlebnissen auf Thriller Bark Abstand zu gewinnen – nur um auf einen alten Feind zu treffen und zwei kleinen Mädchen dabei zu helfen, eine Formel zum Gewinnen von Edelsteinen zu entwickeln. Viel wichtiger sind die Rückblenden, die sich auf Brooks Vergangenheit beziehen. Hier wird geschildert, wie er den Wal La Boum getroffen hat, wie er mit seiner Crew auf die Grandline gekommen und wie er schließlich gestorben ist. Weitere und notwendige Rückblenden, die – anders wie auf Enies Lobby – aber nicht wirklich ins Gewicht fallen, werden am Ende der Folgen der zwölften Volume kurz eingespielt. Hier geht es noch darum, wie die Piraten schließlich zur Fischmenschinsel gelangen können, wofür sie noch die Hilfe von einem alten Feind vom Beginn ihrer Reise benötigen. Auch wie Sanji zu seinem Fahndungsfoto gekommen ist, wird hier endlich gelüftet. Es ist wirklich grandios, wie der Autor der Manga-Vorlage, Oda Eiichirō, selbst die kleinsten Details immer wieder aufgreift und mit vorherigen Episoden verknüpft. So können auch die Episoden aus den Jahren 2008 und 2009 wieder durchweg begeistern. Es bleibt zu hoffen, dass die Qualität in Box 13 anhalten wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 359 bis 390 der Serie): In der letzten Serienbox von One Piece begann bereits der Kampf gegen Doktor Hogback, Perona, Gecko Moria und Co. Wer damit gerechnet hat, dass die Auseinandersetzung zu einem schnellen Ende kommt, wird wohl etwas enttäuscht sein. Vor allem der Kampf gegen Gecko Moria und seinen riesigen Zombie Oz fühlt sich ein wenig in die Länge gezogen an. Abwechslungsarm ist dieser jedoch nicht, da andauernd neue Techniken und Tricks eingesetzt werden, um den Feind zu besiegen. Der typische One-Piece-Humor wird vor allem dann deutlich, wenn Frankie die anderen dazu bringt, sich in bester Sentai-Manier an ihn zu klemmen und sich Robin wehrt, bei diesem Theater mitzuspielen und sich „anzudocken“. Trotz des ausufernden Kampfes fühlt sich kaum eine Folge wie eine Filler-Episode an. Einzig und allein das kurze Intermezzo auf Spa Island wirkt so, als ob darauf auch hätte verzichtet werden können. Dennoch wäre es nicht verwunderlich, wenn in ein paar dutzend Episoden noch einmal Bezug darauf genommen würde – es wäre schließlich nicht das erste Mal, dass One Piece mit so einer Überraschung punktet. Der beste Beweis dafür ist der Wal La Boum, der vor über dreihundert Folgen das erste Mal aufgetaucht ist und durch Brooks behandelte Vergangenheit wieder an Stellenwert gewinnt.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 12 (Episoden 359-390)!

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