Review: Detektiv Conan (Box 1, Episode 1-34)

Eine der beliebtesten Anime- und Manga-Reihen ist zweifelsohne Detektiv Conan. Über Jahre hinweg erschienen die einzelnen Bände und Kinofilme auch im deutschsprachigen Raum, die Anime-Serie musste sich hier jedoch bis März 2017 auf eine erste Veröffentlichung gedulden.

In der Anime-Serie Detektiv Conan dreht sich alles um den titelgebenden Detektiv Edogawa Conan. Allerdings sei an dieser Stelle angemerkt, dass es sich hierbei nicht um die wirkliche Identität des Grundschülers handelt. In Wahrheit verbirgt sich hinter diesem Pseudonym der siebzehnjährige Kudō Shin’ichi, der im Serienauftakt während einer Verabredung mit seiner Freundin Mōri Ran nicht nur einen Mordfall in einem Vergnügenspark lösen muss, sondern selbst noch das Opfer zweier in Schwarz gekleideter Männer wird. Um Shin’ichi unbemerkt auszuschalten, schlagen sie ihn zunächst bewusstlos und injizieren ihm ein Gift. Glücklicherweise erliegt Shin’ichi zwar nicht dem Tode, doch wird er einige Jahre verjüngt beziehungsweise geschrumpft und muss fortan als Grundschüler sein Dasein fristen. In dieser verzwickten Situation kann ihm nur sein Nachbar Agasa Hiroshi, ein intelligenter und zugleich tollpatschiger Wissenschaftler, helfen. Damit Shin’ichi wieder seine bekannte Körpergröße annehmen kann, muss er die beiden Täter finden und eine Ampulle des Gifts besorgen, damit Professor Agasa ein Gegengift entwickeln kann. Was nach einer sehr spannenden Handlung für einen abendfüllenden Film, einer Filmreihe oder zumindest einer überschaubaren Anime-Serie klingt, ist ein seit 1994 beliebtes, erfolgreiches und bis heute fortgesetztes Franchise.

Zwei für alle Fälle

Um an Informationen über die schwarzen Männer zu gelangen, mogelt sich Shin’ichi beziehungsweise Conan in den Haushalt von Ran und ihrem Vater Mōri Kogorō. Dieser ist Privatdetektiv und kommt somit stets in den Kontakt mit dubiosen Gestalten, die dem Protagonisten bei seiner Suche helfen können. Im ersten Episodenpaket, das die Folgen 1 bis 34 umfasst, ist jedoch keine Spur von einem roten Faden. Der Reihe nach werden in den Episoden, die in der deutschen Fassung teilweise auch auf zwei Folgen aufgeteilt werden, einzelne und auch sehr abwechslungsreiche Fälle aufgeworfen, die Kogorō und Conan aufklären müssen. Da einem Kind kaum Beachtung bei Mord und Todschlag geschenkt wird und Kogorō so gut wie immer einen Anstoß braucht, um den Tathergang zu rekonstruieren, ist die Lösung eines Falls oft eine kleine Herausforderung für die beiden Detektive. Ein Glück, dass Professor Agasa für Conan eine ähnliche Hilfe wie Quartiermeister Q für James Bond ist und ihn mit nützlichen Gadgets ausstattet. So kann Conan Kogorō mit seinem Chronometer kurzzeitig narkotisieren und seine Stimme mit einem Stimmentransponser in Form eines Querbinders imitieren. Im Verlauf der ersten 34 Episoden kommen noch ein paar weitere nützliche und technische Spielereien wie ein solarbetriebenes Skateboard oder extra-elastische Hosenträger hinzu. Klasse!

Mit Liebe zum Detail

Da sämtliche enthaltenen Folgen der ersten Serienbox aus dem Jahr 1996 stammen, ist es auf der einen Seite logisch, dass die Episoden noch im 4:3-Bildformat vorliegen und auf der anderen Seite durchaus unterhaltsam, in die Atmosphäre der 1990er Jahre einzutauchen. Röhrenfernseher, klobige Mobiltelefone und Computer oder Handhelds, die definitiv von Nintendos Game Boy inspiriert sind, unterstützen auf charmante Art und Weise das Gesamtbild. Positiv fällt ebenfalls die Gestaltung der Hintergründe und Charaktermodelle auf. Selbst an den Nebenfiguren abseits von uniformierten Polizisten ist deutlich zu erkennen, wie viel Liebe das Animationsstudio TMS Entertainment in die Ausarbeitung von möglichst unterschiedlichen Gesichtern mitsamt facettenreicher Mimiken investiert hat. Da auch jedes Verbrechen anders abläuft und der Tathergang mit anderen Mitteln herausgefunden wird, bietet Detektiv Conan trotz der meist in sich geschlossenen Geschichten eine Dynamik, die andere Anime-Serien so nicht aufbringen können. Hinzu kommt, dass jede Episode mit maximal 25 Minuten zu Buche schlägt und somit auch einfach zwischendurch eingeworfen werden kann und zum Miträtseln anregt. Trotz weniger recht konstruierter Fälle macht es als Zuschauer jede Menge Spaß, gemeinsam mit Conan und Co herauszufinden, wer der Täter ist: Absolute Kaufempfehlung!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 1-34 der Serie): In der ersten Serienbox von Detektiv Conan lernt der Zuschauer auf sehr einfache Art und Weise die Ausgangslage der auch im Jahr 2018 noch nicht abgeschlossenen Anime-Serie kennen. Es darf aber keinesfalls erwartet werden, dass sich in der Serie rasch so etwas wie ein roter Faden entwickelt und Conan peu á peu den Männern in Schwarz auf die Schliche kommt. Nach wenigen Episoden wird jedem klar, dass das Gegenteil der Fall ist: Schon in der ersten Serienbox gibt es kaum Hinweise darauf, wer sich hinter den mysteriösen Bösewichtern verbirgt und wie Conan seinen alten Körper wiedererlangen kann. Stattdessen wird dem Zuschauer ein Fall nach dem anderen serviert, die jedoch allesamt sehr unterschiedlich und abwechslungsreich ausfallen. Keine Tat und kein Motiv gleichen dem anderen, sodass es durchweg Spaß macht, Conan, Kogorō und den anderen bei der Ermittlung zu zuschauen und selbst mitzurätseln, wer denn eigentlich der Täter ist. Fans von gut geschriebenen Kriminalgeschichten, die auch vor und nach dem ernsten Fall auch nicht auf Humor verzichten wollen, kommen um Detektiv Conan definitiv nicht herum und werden sich nach jeder Episode schnell den nächsten Fall herbeiwünschen!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Detektiv Conan (Box 1, Episoden 1-34)!

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