Review: Bleach (Box 3, Episoden 42-63)

Mit der dritten Serienbox betreten Bleach-Fans aus dem deutschsprachigen Raum Neuland in der Anime-Serie, kannten sie bisher doch maximal die ersten 52 Episoden durch die eine oder andere Ausstrahlung im Fernsehen. Dank Kazé Anime geht Kurosaki Ichigos Reise weiter.

Wer die ersten beiden Serienboxen konsumiert hat, wird sehr gut wissen, dass beide Pakete unterschiedliche Schwerpunkte hatten. Während der Serienauftakt die Grundlagen der Serie gelegt und vor allem die zwischenmenschlichen Beziehungen in den Mittelpunkt gerückt hat, machte Bleach mit dem Einbruch in die Soul Society eine Kehrtwendung und hat sich im Grunde fast schon neu erfunden. Eine solch schlagartige Entwicklung lässt natürlich hoffen, dass jedes neue Kapitel der Anime-Serie neue Akzente setzt. Mit der dritten Serienbox, in denen die Episoden 42 bis 63 enthalten sind, wird mit jeder angesehenen Folge deutlich, dass Bleach dieser Spagat nicht gelingt und vielleicht auch gar nicht anstrebt. In der dritten Box geht der Kampf in der Soul Society beziehungsweise dessen Mittelpunkt Seireitei weiter, denn obwohl die Wiedervereinigung von Ichigo und der Shinigami Kuchiki Rukia in greifbare Nähe gerückt ist, hat er keine Chance gegen Rukias Bruder Kuchiki Byakuya zu bestehen. In letzter Sekunde bewahrt Shihōin Yoruichi Ichigo davor, den Kampf gegen Byakuya aufzunehmen und bringt ihn an einen magischen Ort, wo er binnen weniger Tage stärker und neue Angriffsmuster lernen muss. Obwohl sie eigentlich reichlich Zeit zum Trainieren hätten, wird Rukias Hinrichtung plötzlich einige Tage vorverlegt. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, der nicht nur an den Nerven der Charaktere, sondern auch an denen des Zuschauers nagt: Spannend, aber nur sehr selten überraschend.

Konzentration auf Kämpfe

Sämtliche Kämpfe in Bleach sind effektreich gestaltet. Sowohl die Animationen der Figuren sind gelungen, als auch ihre Angriffe. Charaktere leuchten auf, Blitze werden durchs Bild gejagt, Staub vom Boden aufgewirbelt, Gebäude zum Einsturz gebracht und die Umgebungen in Flammen getaucht. Hinzu kommen großartige Kamera-Einstellungen bei den kämpfenden Akteuren, sodass Staub und Rauch die Sicht auf sie nach einem Schlagabtausch erst freilegen müssen, damit sie den einen oder anderen flotten Spruch als Konter auf die Attacke geben können. So sind die Auseinandersetzungen zwischen den Charakteren das Hauptaugenmerk der in der dritten Serienbox vorliegenden Episoden und noch dazu wirklich abwechslungsreich inszeniert. Auf der künstlerischen Ebene gibt es nur wenige andere Anime-Serien, die mit Actionszenen auf diesem Niveau mithalten können. Aufgrund des Alters der Serie liegen die Episoden alle im 4:3-Format vor, sodass links und rechts schwarze Balken auf einem 16:9-Fernseher oder äquivalentem Bildschirm möglicherweise stören können. In puncto Tonqualität können alle Folgen in Dolby Digital 2.0 punkten. So dröhnen Schrittgeräusche in den Kämpfen zusammen mit dem obligatorischen Kampfgeschrei und den Geräuschen bei Schlägen und Tritten klar aus den Lautsprechern. Hinzu kommt ein angenehmer Soundtrack, der mit Klavier- und Harfenklängen die teils arg melancholischen Szenen hervorragend begleitet.

Neue Synchronisation mit alten Schwächen

Ein großes Manko stellt leider nach wie vor die falsche Aussprache japanischer Namen und Begrifflichkeiten in der deutschen Synchronisation dar, worunter die Atmosphäre mitunter stark leidet. Ishida Uryū und Kuchiki Rukia sind die Figuren, die wirklich jedes Mal darunter leiden müssen wie Ryūku in der deutschen Fassung der Anime-Serie Death Note. Ärgerlich ist das vor allem deshalb, da die Synchronisation von Bleach ab Episode 54 von Kazé Anime in Auftrag gegeben und hier keinerlei Änderungen vorgenommen wurden. Auch wenn dieses Defizit auf der einen Seite nicht verständlich ist, darf der Publisher auf der anderen Seite gelobt werden. Ein Großteil der deutschen Sprecher konnte auch für die Synchronisation der „neuen” Episoden gewonnen werden. Dennoch gibt es ein paar Ausnahmen: Uryū wird nun nicht mehr von Markus Pfeiffer, sondern von Arne Stephan gesprochen; Yoruichi wird hingegen von Julia von Tettenborn anstatt von Susanne Dobrusskin vertont. Die Unterschiede in den Stimmen sind jedoch marginal und fallen niemals störend auf. Wer es jedoch etwas authentischer in puncto Humor und korrekte Aussprache der Namen mag, darf auf die ebenfalls gute japanische Synchronisation ausweichen. Digitales oder physisches Bonusmaterial gibt es auch bei der dritten Serienbox von Bleach traditionell nicht. Besonders ein Booklet mit Episodenguide hätte das Paket abgerundet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 42 bis 63 der Serie): Obwohl die ersten beiden Serienboxen von der Anime-Serie Bleach jedes Mal neue Akzente gesetzt haben, können die Folgen der dritten Serienbox nicht gänzlich mit deren inhaltlicher Qualität mithalten. Vor allem die Story ist in den Hintergrund gerückt und macht Platz für ausufernde Kämpfe, die aber wenigstens an verschiedenen Orten und meistens alternierend zwischen unterschiedlichen Figuren stattfinden. Dennoch werden im Hintergrund einige Informationen aufgeworfen, die sich über die 22 enthaltenen Folgen zusammensetzen. Die vorliegenden Episoden sind eine konsequente Fortsetzung der Geschichte, die in der zweiten Serienbox begonnen hat. Das ist keinesfalls etwas schlechtes, doch die Erwartungen, die mit dem Übergang von einem zum nächsten Kapitel geschürt worden sind, können die hier besprochenen Episoden nicht ganz erfüllen. Ärgerlich ist bei den Episoden der dritten Serienbox aber vor allem die deutsche Synchronisation. Zwar können die Stimmen bekannter Synchronsprecher ihren Charakteren auf wunderbare Art und Weise Leben eingehaucht werden, doch stört es enorm, dass niemanden aufgefallen ist, dass einige japanische Namen bei der von Panini in Auftrag gegebenen Synchronisation damals falsch ausgesprochen wurden und dass dieser Fehler bei den hinzugekommenen Episoden der dritten Serienbox nicht ausgebessert worden ist. Wer es also authentischer mag, darf jedoch gerne auf die richtig gute japanische Tonspur ausweichen und versteht dank deutscher Untertitel ebenfalls alle Zusammenhänge. Fans der Serie werden sich davon aber nicht beirren lassen und sowieso zugreifen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bleach (Box 3, Episoden 42-63)!

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