Review: The Way Remastered

Bereits 2016 wurde das Kickstarter-Projekt The Way für den PC veröffentlicht. Leider war es dem Entwicklerstudio aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht möglich, das Spiel damals für die Wii U umzusetzen. Seit April 2018 ist der Titel jedoch auch für die Switch erhältlich.

Genauer gesagt handelt es sich bei der Switch-Fassung nicht um das ursprüngliche Spiel, sondern um eine in einigen Punkten stark überarbeitete Version des Action-Puzzle-Adventures. Neben einer hübscheren Optik und einer Vertonung wurden auch einige Levels nach Spieler-Feedback angepasst, um eine rundere Erfahrung zu bieten. Wer die ursprüngliche Fassung gespielt hat, wird sicherlich das eine oder andere neue Detail beim Durchspielen bemerken. Letzteres war bei der Veröffentlichungsfassung von The Way Remastered unter Umständen sogar überhaupt nicht möglich, da ein – zugegebenermaßen vermeidbarer – Spielfehler bei einem der ersten Bossgegner den Spielstand löschte. Dieser Bug wurde von den Entwicklern aber schnell beseitigt und Wochen nach Release ist diese Lappalie längst vergessen. Unvergessen bleibt die Eröffnungssequenz des Spiels, in der der Spieler über die Hintergründe der Geschichte aufgeklärt wird. Erzähltechnisch setzt die Story nach dem Tod der Geliebten von Major Tom ein, der sie an ihrem Grab betrauert – und anschließend ausgräbt. Er ist Wissenschaftler eines Weltraumexpeditionsteams und hat die Existenz des Tempels des ewigen Lebens nachgewiesen. Nach dem Kapern eines Raumschiffs begibt er sich mit der Leiche seiner Geliebten auf die Reise zu einem weit entfernten Planeten, um sie wiederbeleben zu können.

Herausragendes Abenteuer

Im Vergleich mit anderen Spielen ist die Story außergewöhnlich und durchaus interessant geschrieben. Dieses Kunststück ist deshalb so bewundernswert, da die Geschichte mit wenigen Texten vorangetrieben und teilweise sogar stark über Bilder erzählt wird. Auf dem fremden Planeten erinnert sich der Major an die Vergangenheit oder erfährt über verlorengegangene Notizzettel mehr über die exotische Flora und Fauna. Jede einzelne Information wird deshalb so einfach aufgeklaubt, weil sie sich aufs Nötigste beschränkt und sich dennoch gut ins Gesamtbild eingliedert. In puncto Gameplay erinnert der Titel stark an Spiele wie Flashback oder Heart of Darkness: Aus der zweidimensionalen Seitenperspektive, die selten auch in den dreidimensionalen Raum eintritt, bewegt der Spieler Major Tom durch dutzende Spielabschnitte im Pixel-Retro-Look bei einem atmosphärischen Soundtrack von Panu Talus. In den Levels müssen einerseits Schalter- und Schieberätsel gelöst und andererseits Feinde mit der Laser-Pistole abgewehrt werden. Später kommen noch Spezialfähigkeiten wie Telekinese hinzu, die die Rätsel stets frisch halten. Das funktioniert grundsätzlich gut, nur die sehr genaue Abfrage der Steuerung kann gelegentlich zu Frustmomenten führen, da die Toleranzgrenze für Fehler zu niedrig ausfällt. Davon abgesehen macht The Way Remastered aber alles richtig und gehört deshalb in jede Sammlung eines Fans von derlei Abenteuerspielen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Switch-Fassung): The Way Remastered ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine spannende Geschichte mit minimalistischen Mitteln erzählt werden kann. Überall poppen die Gedanken des Protagonisten auf, in herumliegenden Notizen werden Hintergründe über die Spielwelt gegeben und das Schwelgen in Erinnerungen baut die Vorgeschichte von Major Tom auf. So setzt sich die Handlung peu á peu wie ein Mosaik zusammen und bietet nebenher auch noch ein sehr schönes Spielgefühl, das vorwiegend auf Rätseln aufbaut, aber auch mit diversen Action-Sequenzen auflockert. The Way Remastered gelingt auch dieser Spagat weitgehend sehr gut, nur die Toleranzgrenze für Fehler hätte etwas großzügiger ausfallen können. Besonders dann, wenn der letzte von fünfzehn Sprüngen mehrfach nicht gelingt, kommt Frustration auf. Abgesehen von diesem verkraftbaren Manko zaubert der Titel ein wunderbares Abenteuer auf den heimischen Fernseher, an das sich der Spieler noch lange nach dem Abspann zurück erinnern wird.

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