Review: Fairy Tail (Box 4, Episoden 73–98)

Nachdem die dritte Serienbox der Anime-Serie Fairy Tail im Juni 2018 im deutschsprachigen Raum veröffentlicht wurde, folgte die vierte Volume aus dem Hause Kazé Anime nur wenige Monate später im September 2018, die storytechnisch überraschenderweise glänzen kann.

Wie so oft auch, beginnt die Story eines Fairy-Tail-Episodenpakets mit ein paar Folgen, die in keinem wirklichen Zusammenhang zum großen Ganzen zu stehen scheinen. So beginnt die 73. Episode und somit die erste Folge dieser Ausgabe mit dem japanischen Konzept der Kirschblütenschau, das wohl auch im Königreich Fiore ein alljährliches und groß aufgezogenes Ereignis ist, auf das sich ganz besonders Lucy Heartfilia freut. Zwei Episoden später steht wiederum ein Wettrennen im Mittelpunkt, das gleich einen ganzen Tag andauert und den Einsatz von Magie untersagt, was den Magiern natürlich nicht gelegen kommt. Kurz darauf kehrt auch noch der wohl stärkste Magier der titelgebenden Gilde Fairy Tail zurück nach Hause, um von seinem Auftrag zu berichten. Da seine Zauberkraft allerdings so immens stark ist, wird eine Mauer zum Schutz in der Stadt errichtet. All diese Geschichten sind schön erzählt, gut inszeniert und bringen nach den ausufernden Kämpfen in der letzten Serienbox frischen Wind ins Franchise. Auch wenn die anfänglichen Episoden kaum zum Vorantreiben der Story gedacht sind, kann vor allem der anschließende Handlungsstrang überzeugen. Nachdem die erste und dritte Volume der Serie so ihre Startschwierigkeiten hatten, kann die Geschichte der Serie in der vierten Serienbox auf einmal voll und ganz zünden. Eine fantastische Wendung!

Katzen, Katzen, Katzen!

Im Mittelpunkt des Handlungsstrangs stehen die beiden fliegenden Katzen Happy und Charle, die in einer Paralleldimension mehr über ihre Herkunft erfahren und welche Rollen sie in Fiore gespielt haben. In der Edolas genannten Welt werden sie als Exceed-Katzen bezeichnet, die dort über den Menschen stehen und als göttliche Wesen, den Engeln nicht unähnlich, verehrt werden. Exceed-Katzen nutzen jedoch ihre Macht, um die Menschen zu unterdrücken. Da es sich bei Edolas um eine Paralleldimension handelt, in die Natsu Dragneel und seine Freunde reisen, müssen sie auch stets auf der Hut sein, ihr Gegenbild zu finden. Zum Beispiel ist Erza Scarlet in Edolas, anders wie in Fiore, ihre Feindin, die den Exceed-Katzen treu ergeben ist. Wie in den Science-Fiction-Serien des Star-Trek-Franchises gelingt es auch A-1 Pictures und Satelight, das spannende Szenario in Anime-Form umzusetzen. Gepaart wird das Spektakel, das abermals 26 Episoden á 24 bis 25 Minuten umfasst, mit dem bekannten Humor, über den sich Serienkenner nach wie vor beömmeln dürfen. Fans der vierbeinigen Stubentiger freuen sich auch darüber, in einigen Episoden eine Katze nach anderen erblicken zu dürfen. Darüber hinaus gibt es wieder zahlreiche Kämpfe zu bewundern, die dieses Mal allerdings wesentlich besser in die Handlung eingewoben sind und nicht mehr so lose aneinandergereiht wirken.

Traditionelle Aufmachung

Fairy Tail baut in den vorliegenden Episoden auf dem technischen Grundgerüst der bisherigen drei Volumes auf. An der typischen Full-HD-Auflösung hat sich ebenso wenig geändert wie am bildschirmfüllenden 16:9-Format. Grundsätzlich herrschen bei den Figuren und einzelnen Objekten satte Farben vor, nur Umgebungen und Hintergründe wirken etwas blasser. Durch den Wechsel des Handlungsortes, der in einem Stil gehalten ist, erhält die Blässe eine ganz besondere Note. Ein wenig schade ist es nur um die Animationen, denn diese wirken teilweise noch zu einfach, befinden sich aber immer noch auf demselben Niveau wie bei den Episoden der dritten Serienbox. Die beiden Tonspuren in DTS-HD Master Audio 2.0 überzeugen mit der typischen Qualität, in der die mannigfaltigen Soundeffekte genauso wie die Musik, die auf den bekannten Stücken der bisherigen Serie setzt und teilweise mit Chorgesang ergänzt, punkten. Stets passt der Soundtrack zum recht turbulenten Geschehen und sowohl die deutschen als auch die japanischen Synchronsprecher können die wahnwitzigen Szenen genauso überdreht betonen. Digitales Bonusmaterial gibt wie schon bei der dritten Volume nicht, dafür gibt es in traditioneller Form ein kleines Booklet mit einem Episodenguide obendrauf. Beinharte Fans freuen sich unterm Strich noch überein Klebe-Tattoo und einen Magneten mit Happy-Motiv.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit der Anime-Serie Fairy Tail ist es in der Aufteilung in gestaffelte Volumes ein ständiges Auf und Ab. Während die ersten Episoden in der ersten Serienbox halbwegs gut einleiten konnten, funktionierte die Story in der zweiten Volume wesentlich besser und enttäuschte dann in der dritten Ausgabe mit unverhältnismäßig langen und lose aneinandergereihten Kämpfen. Ulkigerweise ist das Konzept der mittlerweile vierten Volume wieder so interessant, dass sich Handlung und Kämpfe die Waage halten und die bisher besten Episoden des Franchises bilden. Die Hoffnung, dass es bergauf geht, hat sich durchweg bezahlt gemacht, denn bis vielleicht auf die anfänglichen Episoden dieser Serienbox, die kaum bis gar nicht zur Rahmenhandlung beitragen, sind alle Folgen stets sehr unterhaltsam und mit dem typischen Humor unterlegt. Hoffentlich knüpft die fünfte Serienbox an diesem Konzept an, denn ein weiteres Mal in ein Tief zu fallen, wäre wohl für jeden Fairy-Tail-Fan ein Schlag ins Gesicht. Wer bis hierhin durchgehalten hat, wird mit der vierten Volume definitiv die bisher besten Episoden der Serie erleben!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fairy Tail (Box 4, Episoden 73–98)!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s