Review: My Hero Academia (Vol. 3)

Während sich die erste Volume der Superhelden-Anime-Serie My Hero Academia nahezu voll und ganz auf die Aufnahmeprüfung konzentrierte, schilderte die zweite Ausgabe den Alltag an der Yūei-Akademie. Auf diesen Grundlagen baut das Staffelfinale der ersten Season auf.

Im Mittelpunkt der Handlung steht nach wie vor Protagonist Midoriya Izuku, der es mittlerweile halbwegs geschafft hat, nicht nur von der äußerst berühmten Yūei-Akademie aufgenommen, sondern auch noch von seinen Mitschülern nach der einen oder anderen Startschwierigkeit akzeptiert worden zu sein. In theoretischen und praktischen Übungen hat Izuku es geschafft, sich einen Namen zu machen und seine Fähigkeiten als Superheld zumindest ein ganz klein wenig weiterzuentwickeln. Zu Beginn der dritten Volume stehen die Nachwuchshelden jedoch vor einem gänzlich neuen Problem. Während der Schulzeit tauchen Anhänger der ominösen Schurken-Liga auf, die auf der Suche nach All Might sind. Dieser hat aufgrund einer privaten Angelegenheit den Unterricht in letzter Zeit allerdings ausfallen lassen, was den Schurken aber natürlich egal ist. Sie machen es sich ganz einfach in den nicht gerade überschaubaren Räumlichkeiten der Yūei-Akademie breit, woraufhin sich rasch ein nach und nach ausufernder Kampf zwischen den Schurken und Helden entfaltet. Zeitweise zieht sich dieser Kampf ganz schön in die Länge, da die Schurken mit allen Wassern gewaschen sind und sie von ihrem Anführer die Warnung erhalten haben, die Schüler der Akademie aufgrund ihres jungen Alters nicht zu unterschätzen. So werden die Spezialitäten der Figuren auf andere Art beleuchtet.

Ernsthaftigkeit bis zum Schluss

Demnach nehmen die Kämpfe und die Vorstellung der Spezialfähigkeiten auch in der dritten und letzten Volume der ersten Staffel einen besonderen Stellenwert ein. Ein Charakter kann wie eine Spinne an Wänden hinauflaufen, noch dazu sehr hoch springen, die Zunge bis zu zwanzig Metern rausstrecken und sogar den eigenen Magen nach außen öffnen. Dieser nicht wirklich appetitliche Anblick bleibt dem Zuschauer zwar glücklicherweise erspart, zeigt jedoch wunderbar die durchaus vielfältige Ausarbeitung der Helden und Schurken. In den vorherigen Volumes war das zwar nicht anders, erreicht in der dritten Ausgabe allerdings einen gänzlich neuen Höhepunkt. Grundsätzlich nimmt sich die Handlung von My Hero Academia im ersten Staffelfinale überraschend ernst, denn wenn in den abschließenden Folgen üble Schurken auf strahlende Helden treffen, knacken einerseits nicht selten die Knochen und andererseits wird die Yūei-Akademie als zentraler Handlungsort zu einem Schauplatz der Verwüstung. Für den serientypischen Humor ist tatsächlich nur an sehr wenigen Stellen Platz, kann dann aber mit dem einen oder anderen Knaller regelrecht zünden. Das beste Beispiel dürfte wohl der Rektor sein, der sich All Might bei einem privaten Besuch ausgiebig vorstellt und dabei gar das wohl bekannteste Superman-Zitat in abgewandelter Form zur Selbstdarstellung ausschlachtet.

Ausbau der gelegten Grundlagen

My Hero Academia bleibt der bisherigen Serienstruktur treu. Das heißt, dass die zahlreichen Nebenfiguren nicht sonderlich intensiv vorgestellt werden und sich die Story weiterhin auf die wichtigsten Hauptfiguren konzentriert. Insbesondere All Might nimmt durch seine Vorreiterrolle einen wichtigen Platz in den abschließenden vier Episoden dieser Staffel ein. In stilistischer Hinsicht baut die dritte Volume vor allem auf der zweiten Ausgabe und viel weniger auf den Serienauftakt auf. Die US-amerikanischen Einflüsse, die in den ersten Folgen noch an allen Ecken und Enden deutlich waren, manifestieren sich jetzt nur noch in der Figur von All Might. Das restliche Bild zeigt dennoch einen wunderbaren japanischen Anime, der in 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format vor allem während der Kämpfe fantastische Animationen und Effekte ausspielt. Hinzu kommt eine grandiose Musik, die alle Situationen sehr stimmungsvoll unterlegt. In puncto Synchronisation können beide Tonspuren in DTS-HD Master Audio 2.0 überzeugen, wobei den japanischen Sprechern so manche Betonung einfach besser gelingt. Digitales Bonusmaterial liegt auf der Blu-ray Disc abermals nicht vor, dafür entschädigt Kazé Anime mit einer Character Card, einem Sticker und einem Booklet. Diese Materialien standen zu Testzwecken nicht zur Verfügung, es ist aber von der Qualität der ersten beiden Volumes auszugehen, über die sich Fans des Franchises sicherlich ebenfalls freuen dürfen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Dem Animationsstudio Bones ist 2016 die Anime-Umsetzung der seit 2014 laufenden Manga-Serie My Hero Academia wirklich sehr gut gelungen, zumindest in der ersten und dritten Volume der ersten Staffel. Nach ein paar etwas langatmigen Episoden konnten die Folgen der dritten Ausgabe mit dem Staffelfinale wirklich begeistern. My Hero Academia überrascht dieses Mal mit einer ernsten Erzählweise, die nur wenig Platz für den serientypischen Humor lässt. Wirklich schlimm ist das aber nicht, da das Anschauen der Episoden so noch wesentlich besser funktioniert, zumal sich die Story in der dritten Volume voll und ganz um All Might dreht und die Handlung so stringent zu einem Ende erzählt werden kann. Zwar gibt es ein paar Punkte, an denen sicherlich in der zweiten Staffel angeknüpft werden wird, doch auch wer auf eine Fortsetzung keine Lust mehr hat, wird mit dem Finale der ersten Staffel einen äußerst runden Abschluss erleben können.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von My Hero Academia (Vol. 3)!

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