Review: Amagi Brilliant Park (Vol. 2)

Da der hiesige Publisher Kazé Anime im Dezember 2018 keine Veröffentlichungen vorgenommen hat, mussten Fans der Anime-Serie Amagi Brilliant Park tatsächlich bis zum Januar 2019 warten, um in den Genuss des zweiten und somit mittleren  Episodenpakets zu kommen.

Zu Beginn der sechsten und damit ersten Episode der zweiten Volume mangelt es im Park an Personal. Schnell sind die Stellenausschreibungen trotz Geldmangel ausgeschrieben, sodass die neugierigen Bewerber vor dem titelgebenden Amagi Brilliant Park auf einmal Schlange stehen. Zum Bewerbungsgespräch tauchen unter anderem gescheiterte Politiker, maskierte Wrestler, Baseballspieler oder vermeintliche Erotikdarstellerinnen auf, die ihren eigenen Platz im Park finden wollen. Wählerisch kann die Parkleitung um Protagonist Kanie Seiya und sein Team dabei nicht sein, sodass so gut wie jeder der Interessenten eingestellt wird. Kurz darauf beginnt das Jobtraining, in dem sich die Bewerber schließlich behaupten müssen. Moffle und die anderen Maskottchen müssen die potenziellen Mitarbeiter sehr gründlich unterweisen, da nur noch knapp dreißig Tage bleiben, um den heruntergewirtschafteten Park zu retten. Vom Ziel, eine Besucherzahl von über einer halben Million zu erreichen, sind Seiya und Co aktuell noch meilenweit entfernt. Umso mehr strengen sich die Parkmitarbeiter in allen Bereichen an, um den Besuchern ein möglichst einmaliges Erlebnis zu bieten. Aufgrund der illustren Figuren ist dies auch nicht besonders schwierig – und so nehmen die irrwitzigen Ereignisse ihren Lauf, bei dem kaum zwischen künstlicher Spielerei und Wirklichkeit zu unterscheiden ist.

Vorprogrammiertes Chaos

Anhand der kleinen Geschichten, die mehr oder weniger in die Rahmenhandlung von Amagi Brilliant Park eingewebt sind, ist auch der durchgedrehte Humor der Anime-Serie sehr gut zu erkennen. Seiyas Mitschülerin und persönliche Sekretärin, Sento Isuzu, wird beim Mittagessen beispielsweise eine Wahrheitsbohne von Macaron untergeschoben, sodass sie nur noch ehrliche Worte für Freunde und Kollegen bereithält. Oft genug muss sie sich daher plötzlich den Mund zu halten, damit ihre romantischen Gefühle für einen Kollegen nicht ans Licht kommen. An anderer Stelle dringen auf einmal unerwartet Kapitän Tetsuhige und seine Piratenbande aus dem Fantasy-Reich Maple Land in den Vergnügungspark ein: Ihr Plan ist die Gefangennahme der ahnungslosen und planschenden Leute im Swimmingpool. Erneut liegt es an Protagonist Seiya und dem Rest des Teams, den Angriff als Show zu vertuschen und die Besucher zu beschützen. Aufgrund der Überstunden, die Seiya jeden Nachmittag und am Abend leistet, bricht er zu allem Übel auch noch zusammen. Damit seine Fehlstunden am Vormittag in der Oberschule nicht überhandnehmen, beschließen Isuzu, Moffle, Macaron und Tiramy, mit einem Ganzkörperanzug die Rolle von Seiya zu mimen. Da alle vier Figuren in ihrer Persönlichkeit weitaus unterschiedlich sind, ist das Chaos auch hier vorprogrammiert.

Gelungene Konstruktion einer Anime-Serie

Auf sehr lustige Art und Weise wird die Story rund um den Amagi Brilliant Park in der zweiten Volume in einem gesunden Tempo vorangetrieben. So und nicht anders können Handlung und Humor auf dem Grundgerüst der ersten Ausgabe wunderbar aufbauen. Obwohl an vielen Stellen die aberwitzigen Situationen in facettenreicher Form, wie der Erwähnung eines roten Knopfs, der keinesfalls gedrückt werden darf, hervorstechen, bleibt die Geschichte dennoch ernst. Immerhin besteht die Möglichkeit, dass der Freizeitpark geschlossen werden könnte, worauf am Ende einer jeden einzelnen Folge hingewiesen wird. Technisch knüpfen die Episoden an der vorherigen Volume an. Sowohl die Charaktermodelle als auch die kunterbunten Hintergründe harmonieren durchgehend miteinander und werden mit dem passenden Soundtrack gut unterlegt. In einer bestimmten Szene wird Musik im Rahmen von Karaoke sogar logisch in den Handlungsverlauf eingebaut, was es so selten in Anime-Serien zu sehen gibt. Obwohl der japanische Originalton in der zweiten Volume leicht die Nase vorne hat, können auch die deutschen Sprecher voll und ganz überzeugen. Digitales Bonusmaterial gibt es abermals in Form von drei Clear Openings und zwei lustigen Miniclips á fünf Minuten Laufzeit. Laut Herstellerangaben liegt als physischer Bonus wieder einmal ein Stickerbogen bei. Toll!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mit der zweiten Volume der Anime-Serie Amagi Brilliant Park zeigt Animationsstudio Kyōto Animation, wie eine durchaus solide Fortsetzung aussieht. In jeder einzelnen Folge ist der Humor, der schon in der ersten Ausgabe zu sehr gut zu spüren war, an allen Ecken und Enden enthalten. Die zahlreichen Witze und lustigen Einlagen halten das Interesse an der eigentlich ernsten, aber doch irgendwie seichten Story stets aufrecht. Am Ende der neunten und damit letzten Folge des zweiten Episodenpakets ist es aber noch nicht ganz deutlich, ob das Ziel, den Park zu retten, überhaupt erreicht werden kann. So bleibt es in der kommenden dritten und leider auch letzten Volume sicherlich bis zum Finale spannend. Wem schon die erste Volume gefallen hat, weiß, worauf er sich im Mittelstück einzustellen hat – und darf ein weiteres Mal zugreifen und sich auf das hoffentlich furiose Finale freuen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Amagi Brilliant Park (Vol. 2)!

 

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