Review: Bleach (Box 6, Episoden 110–131)

Während die Episoden der vierten und fünften Serienbox einem Handlungsfaden folgen, der so im Manga von Bleach nicht vorkommt, knüpfen die Folgen der sechsten Ausgabe sowohl an dieser Story als auch an der nach Box 3 abgebrochenen Rahmenhandlung wieder an.

Mit ihrer Handlung kann sich die Anime-Serie Bleach hier und da ordentlich ziehen, wie Fans des Franchises sehr gut wissen. Trotzdem motiviert die Reihe immer wieder dazu, einzuschalten und zusammen mit den Protagonisten neue Abenteuer zu erleben. Die sechste Volume beinhaltet die ersten Episoden, die im Jahr 2007 über japanische Fernsehbildschirme flimmerten. Hier werden sowohl die jungen Ereignisse in der Soul Society als auch die zurückliegenden Geschehnisse aus der dritten Volume thematisiert. Mittlerweile konnten Kurosaki Ichigo und seine Freunde die Soul Society hinter sich lassen und in ihre Heimat zurückkehren. In der fiktiven japanischen Stadt Karakura kehrt allerdings keine Ruhe ein, was in erster Linie an Ichigos neuem Mitschüler Hirako Shinji liegt. Da er erzähltechnisch als Sonderling dargestellt wird, stuft sowohl Ichigo als auch der Zuschauer Shinji als suspekte Figur ein. Es dauert auch nur bis zur nächsten Nacht, dass sich dieser Verdacht endgültig bestätigt. Im Schutz der Dunkelheit greift er Ichigo mit seinem Zanpakutō an, was für Ichigo und für den Zuschauer neue Fragen aufwirft, die halbwegs im Verlauf der 22 enthaltenen Episoden der sechsten Serienbox von Bleach peu á peu gelöst werden. Shinji gehört zu der so genannten Armee der Masken, deren Auftritt dafür sorgt, dass die Soul Society ein weiteres Mal vor dem Untergang steht.

Die Masken fallen

Bei der Armee der Masken handelt es sich um eine undurchschaubare Organisation, die aus sogenannten Vizards (in der korrekten Übersetzung ins Englische eigentlich Visored) besteht. Vizards sind Shinigami, die die Macht der Hollows erreichen und für ihre dubiosen Zwecke missbrauchen wollen. Diese versuchen Kontakt zu Ichigo aufzunehmen, was dessen Vater Kurosaki Isshin verhindern muss. Letzteres tritt für den Zuschauer äußerst unerwartet ein, zumal Isshin in den ersten fünf Serienboxen von Bleach ein Dasein als witzige Randfigur fristen musste. Ob Ichigo die wahre Identität seines Erzeugers herausfindet, sollte der Zuschauer aber am besten selbst erfahren. Es bleibt aber ganz allgemein sehr spannend, da sich die Entwicklung der Geschichte stark auf die einzelnen Charaktere auswirkt. So schmiert Shinji Ichigo Honig um den Mund und prognostiziert ihm, dass der Hollow in Ichigo früher oder später die Oberhand gewinnen und daraufhin all seine Freunde verlieren wird. Diese Worte sorgen in Ichigo für diverse Selbstzweifel. Erst als seine alte Freundin Kuchiki Rukia überraschenderweise in Karakura auftaucht und ihm gut zuspricht, gewinnt er neuen Mut und kämpft weiter gegen das Böse an. Eine Charakterentwicklung macht allerdings auch Ichigos Mitstreiter Ishida Uryū durch, der bedauerlicherweise nach wie vor seinen magischen Kräften beraubt ist.

Traditionelle Serienfortführung

Inszenatorisch überzeugen in Bleach vor allem die Kämpfe zwischen den einzelnen Figuren. Beispielsweise kann Rukia die Umgebung mit ihrem Schwert vereisen. Madarame Ikkaku ist wiederum ein unscheinbarer Charakter, der auf einmal sein Schwert Hōzukimaru entfesseln kann, woraufhin dieses sein Aussehen verändert und die Gegner des Trägers einschüchtert. Dargestellt wird das Geschehen in der Anime-Serie altersbedingt im 4:3-Bildformat, was den Episoden der sechsten Serienbox ein wenig die Dynamik nimmt. Stilistisch orientieren sich die Folgen an den vorherigen Ausgaben, denn während die vordergründigen Charaktere oft mit bunten Farben hervorstechen, bleiben die Hintergründe eher blass. Untermalt wird das teils bedrohliche, teils melancholische und manchmal auch humorvolle Geschehen mit dem typischen Soundtrack der Serie im Tonformat Dolby Digital 2.0. Neben der atmosphärischen Musik überzeugen auch die deutschen als auch japanischen Synchronsprecher mit ihren Stimmen, doch da die deutsche Variante immer noch mit Aussprachefehlern bei japanischen Begriffen behaftet ist, sollte der japanische Originalton bevorzugt werden. Neben den 22 Episoden liegt auf den vier Datenträgern abermals kein digitales Bonusmaterial bei. Ebenso hat Publisher Kazé Anime an einem Booklet gespart, was bei Bleach leider schon Tradition hat.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 110 bis 121 der Serie): Die Abkehr vom Manga ist mit der sechsten Serienbox endlich passé, denn Bleach führt mit den vorliegenden Folgen endlich die Rahmenhandlung fort. Als Handlungsort wurde die Soul Society dieses Mal nur zum Teil ausgewählt, was nach den letzten Ausgaben wirklich positiv ist. Dieses Mal findet das Geschehen vor allem in Karakura und der näheren Umgebung statt. Das japanische Setting der späten 2000er-Jahre ist im Anime-Sektor zwar bei Weitem nicht unverbraucht und keinesfalls einzigartig, aber in Bleach eine gern gesehene Veränderung, da es dem Gesamtbild einen neuen Anstrich gibt. Interessant sind ebenfalls die Charakterentwicklungen, die eng mit den vergangenen und aktuellen Geschehnissen zusammenhängen. Zu alledem kommen noch äußerst spannende Kämpfe hinzu, in denen das Animationsstudio nicht mit Spezialeffekten geizt. Wer Bleach bis zu diesem Zeitpunkt verfolgt hat, wird mit den Episoden 110 bis 121 sehr zufrieden sein und eine spannende Folge nach der anderen genießen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bleach (Box 6, Episoden 110–131)!

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