Review: Beautiful Bones – Sakurako’s Investigation (Vol. 2)

Ursprünglich war die Veröffentlichung von Beautiful Bones – Sakurako’s Investigation bereits für Ende 2016 geplant, doch verzögerte sich der Release um ganze drei Jahre. Nachdem im September 2019 die erste Volume erschien, folgte die zweite Ausgabe einen Monat später.

Am Szenario von Beautiful Bones hat sich glücklicherweise nichts verändert. So findet das Geschehen nach wie vor in Asahikawa, nach Sapporo der zweitgrößten Stadt in Japans nördlichster Präfektur Hokkaidō, statt. Dies ist im Gegensatz zu Anime-Serien, die mit Tōkyō den Standard im Genre entsprechen, eine willkommene Abwechslung. Basierend auf den Light Novels von Ōta Shiori leben und arbeiten in Asahikawa die junge Präparatorin Kujō Sakurako und ihr tüchtiger Assistent, der Oberschüler Tatewaki Shōtarō. Gemeinsam sind sie ständig auf der Suche nach neuen Tierknochen, wobei die Suche allerdings meist mit dem Fund von Gebeinen von Menschen oder gar Leichen endet, weshalb das Duo parallel zur Polizei den Fall aufklären will. Für Sakurako und Shōtarō steht – anders wie zum Beispiel in Detektiv Conan – aber lediglich der Tathergang im Mittelpunkt der Untersuchung, die Entlarvung des Mörders ist hierbei nur sehr selten Bestandteil der jeweiligen Handlung. Neben der Ermittlung steht in Beautiful Bones auch die zwischenmenschliche Beziehung der beiden Hauptfiguren im Fokus, denn während Sakurako nicht immer gut mit Menschen umgehen kann, ist Shōtarō ihr Gegenpol, der sie in den tiefgründigen Dialogen zurechtweisen muss. In der zweiten Volume werden die einzelnen Charaktere zudem noch viel besser als zuvor ausgebaut.

Charakterbezogene Erzählweise

Zu sehen ist das bereits in der siebten und damit ersten Folge der zweiten Ausgabe, in der Shōtarō seine Chefin Sakurako zum Oberschulfest einlädt, wo sie sich direkt von einfachen Konversationen angeödet fühlt. Es dauert nicht wirklich lange, bis sie in einem Augenblick der Unachtsamkeit aus der Situation entflieht und daraufhin Zuflucht im Biologieraum findet. Dort erfährt der Zuschauer unter anderem, dass Sakurako früher eine Katze hatte, die sie Ulna, dem lateinischen und anatomischen Begriff für Ellbogen, nannte. Ulna war auch ihr erstes Präparat, was für Shōtarō äußerst unverständlich ist und für einen kleinen Zwist zwischen den beiden sorgt. Im Biologieraum lernt Sakurako weiterhin Shōtarōs Lehrer Isozaki Itsuki kennen, mit dem sie sich anfreundet. Gemeinsam räumen sie den benachbarten Lagerraum auf und entdecken dabei eine Kiste von Sakurakos verstorbenen Lehrer und Mentor Sasaki Atsurō, in der sie die menschlichen Überreste einer gewissen Sone Natsuko finden. Warum sich die Überreste in der Truhe befinden und wer Natsuko zu Lebzeiten war, sollte der Zuschauer aber selbst herausfinden. Die Protagonisten stoßen hierbei auf ein großes Familiengeheimnis, das viele Jahrzehnte zurückreicht und mehrere Wendungen respektive Wahrheiten birgt. Auch die restlichen Episoden von Beautiful Bones sind keinesfalls weniger spannend oder interessant.

Wunderbares, aber kein endgültiges Ende der Serie

Bildtechnisch überzeugt die Anime-Serie erneut mit wunderbaren Licht- und Schatteneffekten, die manchmal fast schon im alternierenden Rhythmus für eine warme und kühle Farbgebung sorgen. Diese wirken sich im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p zusammen mit den überaus sanften Kamerafahrten positiv auf die Atmosphäre aus, genau wie die sehr flüssigen Animationen der Charaktere. Akustisch setzt Beautiful Bones vor allem auf natürliche Töne, Musik wird nur in jenen Szenen verwendet, in denen es wirklich nötig ist, um den Drama-Aspekt des Krimis zu untermalen. In diesem Zusammenhang ist vor allem die elfte Episode zu erwähnen, in der unerwartet eine Tat zugegeben wird und im Hintergrund die Musik im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 währenddessen immer und immer lauter wird. Hinzu kommt eine sehr gute Synchronisation, denn sowohl im japanischen Original als auch in der deutschen Vertonung gehen alle Sprecher respektvoll und glaubwürdig mit der ernsten Thematik um. Alle sechs und jeweils circa 24-minütigen Folgen liegen auf einer Blu-ray Disc ohne jedwede digitale Boni vor, was abermals sehr schade ist. Dafür gibt es ein 52-seitiges Booklet als physischen Bonus obendrauf. Für unser Review stand das Büchlein nicht zur Verfügung, es ist allerdings von der typisch hohen Qualität des Publishers auszugehen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Beautiful Bones – Sakurako’s Investigation gehört definitiv zu den besten Anime-Serien, die das Kriminalgenre zu bieten hat. Während die erste Ausgabe der Serie das Konzept der Story vorstellt, baut dieses das zweite Episodenpaket maßgeblich aus. So werden nicht nur die einzelnen Geschichten pro Folge verwinkelter, auch die Charaktere selbst gewinnen an Tiefe. Kein gezeigter Moment fühlt sich überflüssig an und jede einzelne Minute kann der Zuschauer nicht nur aufgrund der Handlung, sondern auch aus Gründen der Ästhetik voll und ganz genießen. Das einzige Manko – neben fehlenden digitalen Boni – dürfte aber wohl das Ende von Beautiful Bones sein. Handlungstechnisch ist die Anime-Serie bis auf Kujō Sakurakos ganz persönlichen Fall zwar abgeschlossen, doch möchte der Zuschauer noch weitere Geschichten erleben. Unterm Strich bleibt also nur zu hoffen, dass früher oder später noch eine Staffel produziert wird oder zumindest noch das Live Action Drama seinen Weg in den deutschsprachigen Raum findet. Nichtsdestotrotz sollte die Serie von jedem gesehen werden, der das Genre mag, denn Beautiful Bones punktet mit Charakteren, Szenario und Erzählkniffen auf ganzer Linie!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Beautiful Bones – Sakurako’s Investigation (Vol. 2)!

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