Review: Immortals: Fenyx Rising – Mythen aus dem Reich des Ostens

Nachdem Ubisoft im Dezember 2020 das Action-Adventure Immortals: Fenyx Rising veröffentlichte und im Februar 2021 den ersten von drei Download-Inhalten vom Season Pass nachreichte, wurde das Spiel im darauffolgenden März gleich um eine neue Spielwelt bereichert.

Immortals: Fenyx Rising – Mythen aus dem Reich des Ostens ist der zweite von drei geplanten Download-Inhalten des Season Pass, die im Laufe des Jahres 2021 veröffentlicht werden sollen. Mit der Geschichte des Hauptspiels oder der ersten Inhaltserweiterung hat das vorliegende Abenteuer aber nichts mehr zu tun. Dennoch ist die Ausgangslage ähnlich. Wir schlüpfen in die Rolle des jungen Abenteurers Ku, der plötzlich in einer Höhle erwacht und erkennen muss, dass alle Menschen zu Stein verwandelt worden sind. Allerdings ist Ku im Gegensatz zu Fenyx bereits von Anfang an ein durchtrainiertes Kerlchen, das sich seinen Feinden mit fast allen aus dem Hauptspiel bekannten Fähigkeiten zur Wehr setzen kann. Ein wenig komisch ist das schon, denn Ku wird im Spiel kaum charakterisiert und kann sich im Verlauf der circa neun- bis zehnstündigen Handlung auch gar nicht so richtig entfalten. Auf der Suche nach der Ursache der Versteinerungen trifft Ku auf die Göttin Nǚwā. Obwohl diese gar nicht so überzeugt von dem Burschen ist, legt dieser sich die Bürde auf, für sie das titelgebende Reich des Ostens vor dem Chaos zu bewahren. Neben zwei Drachen treffen wir mit Ku auch auf, je nach Interpretation, Wassergott oder Dämon Gònggōng. Die von der chinesischen Mythologie inspirierte Story behandelt dabei im Vorbeiflug sowohl die Erschaffung der Menschheit durch Nǚwā als auch die Zerstörung einer der vier Himmelssäulen durch Gònggōng.

Altes Muster trotz neuer Spielwelt

Handlungstechnisch und inszenatorisch bleibt Mythen aus dem Reich des Ostens aber weit hinter den Möglichkeiten zurück. Es ist zwar eine schöne Idee, in die frühchinesische Mythologie einzutauchen, doch sind Nǚwā und Gònggōng genau wie Held Ku äußerst blasse Figuren. Hinzu kommt, dass die Spielwelt nur im Detail an chinesische Landstriche angelehnt ist. Ein Pavillon hier und ein Bambushain dort – das war es aber auch schon. Auch die wenigen Gegnertypen entsprechen denen des Hauptspiels. Ihnen wurden lediglich leicht abgewandelte Charaktermodelle spendiert. Dennoch scheint sich Ubisoft unsere Kritik zum ersten Download-Abenteuer zu Herzen genommen zu haben, denn während der Olymp kaum Erkundungsmöglichkeiten bereitstellt, kann das Reich des Ostens genau wie das Hauptspiel mit motivierenden Aufgaben, Rätseln, Kämpfen, Truhen und Kristallen punkten. Es macht wahnsinnig viel Spaß, die entlegensten Ecken der Spielwelt zu erkunden und in den leider viel zu wenigen Himmelsruinen knackige Geschicklichkeitspassagen zu absolvieren. Hinzu kommen chinesisch angehauchte Melodien, die gut zur Atmosphäre beitragen. Diese macht wiederum der schwache Humor, der qualitativ weit unter dem des Hauptspiels liegt, wieder zunichte. Dafür geben sich die deutschen Sprecher Mühe, die chinesischen Begriffe richtig auszusprechen, auch wenn sie dabei die Töne des Chinesischen komplett außer Acht lassen. Dem guten und vor allem durchweg flüssigen Gameplay tut dies aber keinen Abbruch.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-5-Fassung): Immortals: Fenyx Rising ist meiner Meinung nach ein sehr motivierendes Spiel, das an die sechzig Stunden unterhält. Immortals: Fenyx Rising – Mythen aus dem Reich des Ostens knüpft an das Erfolgsrezept des Hauptspiels an und führt dessen Spielmechaniken eins zu eins fort. Das heißt, dass ich nach wie vor eine Spielwelt erkunden darf, in der ich alle paar Meter über ein Rätsel oder eine Truhe stolpere. So fühlt sich Mythen aus dem Reich des Ostens trotz der chinesisch angehauchten Spielwelt exakt so wie das Hauptspiel an. Das ist aber per se nichts schlechtes, schließlich funktioniert das Konzept sehr gut. Allerdings frage ich mich, warum die Entwickler nicht ein wenig mehr optische und spielerische Abwechslung hätten integrieren können. So kämpfe ich erneut gegen dieselben Gegnertypen, löse bis auf zwei kleine neue Features dieselben Rätsel und erkenne bis auf vereinzelte Pavillons und Bambushaine nicht, dass ich mich eben nicht mehr im mythologisierten Griechenland befinde. Während ich das noch halbwegs akzeptieren kann, finde ich es aber noch sehr viel bedauerlicher, dass die Figuren kaum beleuchtet werden und eigentlich bis zum Ende blasse Persönlichkeiten bleiben. Wer noch mehr Zeit mit dem Spiel verbringen will, darf gerne zuschlagen. Großartige Überraschungen bleiben diesmal aber leider aus.

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Immortals: Fenyx Rising (Season Pass)!

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