Review: Yōkai Watch (Band 14)

Wie gewonnen, so zerronnen: Anders lässt sich die turbulente Entwicklung der Yōkai-Watch-Manga-Reihe wohl nicht beschreiben. Im dreizehnten Band warf Autor und Manga-Zeichner Konishi Noriyuki das einstige Konzept der Serie über Bord, nur um im vierzehnten Band in einen alten Trott zu verfallen. Alle Geschehnisse rund um Don Vendetti werden mit keiner einzigen Silbe erwähnt und auch ansonsten scheint in Lenzhausen alles wieder den gewohnten Lauf der Dinge nachzugehen. Der Spruch, dass Nathan Adams ein ganz gewöhnlicher Junge sei, kehrt damit wieder zurück – und hängt uns bei aller Liebe zu den meist doch angenehmen Geschichten mittlerweile zu den Ohren raus. Davon abgesehen können die einzelnen Kapitel im vierzehnten Band von Yōkai Watch nicht gänzlich überzeugen. Sie fühlen sich so an, als würde der Autor die jeweiligen Geschichten nur noch abklappern wollen und unterbietet das auch noch mit deutlich langweiligeren Handlungsbögen inklusive Witzen, die – zumindest in der deutschen Übersetzung – einfach nicht zünden wollen. Das soll bitte nicht falsch verstanden werden. Es dürfte jedem klar sein, dass Yōkai Watch in Manga-Form an ein junges Publikum gerichtet ist. Dennoch dürften auch jüngere Leser einen gewissen Anspruch haben und der vierzehnte Band weist leider an allen Ecken und Enden Ermüdungserscheinungen auf.

Mehr vom Gleichen, weniger vom Neuen

Beispielsweise setzt der Manga einmal mehr verstärkt auf wiederkehrende Elemente. Das ist über einen Zeitraum von mehreren Bänden sicherlich super und kann gezielt eingesetzt zudem für intelligente Running Gags sorgen. Jibanyan ist zwar mit ziemlicher Sicherheit der beliebteste Yōkai überhaupt, doch wenn dieser in ein und demselben Band ganze vier Mal ausrastet und seine Tatzen des Zorns auf seinen Gegner loslässt, ist das regelrecht ideenlos. Wenigstens sorgen die unterschiedlichen Yōkai für ein wenig Abwechslung. Unter anderem darf sich der Leser auf den miefigen Mullrich freuen. Während sich Jibanyan vor Mumien fürchtet, hat der miefige Mullrich Angst vor Yōkai, obwohl er selbst einer ist. An anderer Stelle gibt es wiederum ein Wiedersehen mit Nathan Adams Rivalen Wabbelwutz, der die Temperatur des Wassers in Nathans Badewanne gehörig in die Höhe schnellen lässt, da „echte“ Männer natürlich nur bei heißem Wasser baden und duschen. Auch wenn sich die Abenteuer um Nathan und Jibanyan regelmäßig abwechseln, ist ein Kapitel auch Erika Deneke gewidmet. Gemeinsam mit Usapyon versuchen sie Yōkai in Not zu helfen. Dass dabei einiges schief gehen kann, zeigt das 133. Kapitel der Manga-Reihe. Erika und Usapyon sind mit ihrer Rakete unterwegs und treffen auf Afronaut, der Usapyon nach Amerika verschleppen will. All das ist im Ansatz durchaus albern und teilweise auch unterhaltsam, eine richtige Storyline ist das aber nicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Nachdem der dreizehnte Band von Yōkai Watch ganz neue Akzente setze und die Zukunft der Reihe ganz anders auslegen konnte, handelt es sich im Rückblick dabei wohl nur um einen getarnten Sonderband. Weder werden die Ereignisse im vierzehnten Band mit einem Wort erwähnt, noch setzt der Manga fortan auf einen durchgehenden Handlungsstrang. Stattdessen verfällt Yōkai Watch wieder in den alten Trott, sodass in jedem Kapitel ein neues Ärgernis auf Nathans oder Erikas Tagesplan steht. Das ist auf Dauer äußerst öde und ermüdend und zertrümmert im Vorbeigehen die Hoffnungen, die manche Leser in den vierzehnten Band gesetzt haben. Schade ist zudem, dass die eingebauten Witze nicht wirklich zünden können. Selbst jüngere Leser dürften verdutzt darüber sein, wie humorlos manche Situationen in Szene gesetzt werden. Hier besteht großer Verbesserungsbedarf, denn sonst wird auch der fünfzehnte Band mehr enttäuschen als unterhalten.

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yōkai Watch (Band 14)!

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