Review: Magical Girl Site (Vol. 3)

Nachdem im April und Mai 2021 die ersten beiden Volumes der Anime-Serie Magical Girl Site nach drei Jahren im deutschsprachigen Raum erschienen, dauerte es nicht lange, bis auch das dritte und letzte Episodenpaket im Juni 2021 von Kazé Anime veröffentlicht wurde.

Popsternchen Anazawa Nijimi liegt am Boden. Sie wird vom bösartigen Asagiri Kaname auf die Knie gezwungen. Inzwischen ist er in den Besitz ihres Schlüpfers gelangt, der Nijimi als Zauberstab dient. Ähnlich wie bei der zweiten Volume ändert sich auch in der dritten Ausgabe von Magical Girl Site die Charakterkonstellation. Obwohl Nijimi überzeugt war, dass Ayas Bruder Kaname ein guter Mensch ist, zeigt er ihr jetzt sein wahres Gesicht. Schlimmer wird es in den darauffolgenden Szenen, denn Nijimis Verbündeten gelingt es nicht, sie aus den Fängen von Kaname zu befreien. Obwohl Kaname angeschlagen ist, hält er nach wie vor an seinem Plan fest. Er hat genug über die Magical Girl Site erfahren und will die Waffen der Mädchen sammeln, um das bevorstehende Großereignis, den Tempest, zu überleben. Da ist ihm jedes Mittel Recht und so bringt er zunächst Nijimi unter seine Kontrolle. Während er die anderen ebenfalls gehörig macht, soll Nijimi ihren Freundinnen die Waffen abnehmen. In diesem Moment gelingt es den Mädchen, den Zauber zu brechen und die Lage fürs Erste unter Kontrolle zu bringen. Allerdings überschlagen sich auch im Auftakt der vier Folgen der finalen Ausgabe die Ereignisse von Magical Girl Site. Eines der Mädchen findet den Tod und lässt den Hass auf Kaname und seine furchtbaren Taten bei den Freundinnen ansteigen.

Administratoren haben (keine) Rechte

So wurde im Verlauf der Serie aus Mobbing und Suizidgedanken Selbstjustiz. Diese wich im zweiten Episodenpaket wiederum Rachegelüsten und diese gipfeln in den letzten vier Folgen in Wut und Hass. Zwei Emotionen, die sich jedoch nicht nur gegen ihre Peiniger, sondern vor allem gegen die Strickenzieher hinter den ominösen Internetseiten richtet. Deshalb knüpft Magical Girl Site wie keine vergleichbare Anime-Serie in der dritten und somit letzten Volume in der inhaltlichen Entwicklung an die Geschehnisse der vorherigen Episoden an. So müssen sich die Mädchen im Kampf gegen die Administratoren der Magical Girl Sites zusammenraufen und gemeinsam an einem Strang ziehen. Es folgen heftige Kämpfe gegen ihre mächtigen Feinde. Die Anime-Serie spart an dieser Stelle nicht mit Blut- und Splattereffekten, die auch Kollateralschäden mit einschließen. Da werden Gliedmaßen abgetrennt und ganze Körper zu Matsch verarbeitet. Ansätze davon waren zwar schon in den ersten beiden Volumes von Magical Girl Sites zu sehen, doch im Serienfinale zieht die Serie wirklich alle Register, um das düstere Setting für das erwachsene oder zumindest sechzehn Jahre alte Publikum aufzubereiten. Schade nur, dass die Inhalte wie Mobbing und seine Auswirkungen darüber hinaus nicht innerhalb der Serie ausreichend genug behandelt werden. Eine verpasste Chance!

Gelungenes Ende mit Schrecken

Bedauerlich ist in diesem Zusammenhang auch, dass es kein Bonusmaterial gibt, in dem die Inhalte kontextualisiert besprochen werden würden. Aufgrund dessen, dass sich die Story in den zwölf Episoden in eine ganz andere Richtung entwickelt hat, als es der Zuschauer vermutet hätte, ist dies vielleicht auch nicht die Intention der Serie. Dank der vielseitigen und auch im Finale keineswegs eindimensionalen Figuren bleibt es aber zumindest inhaltlich sehr spannend. Die Handlung geizt auch im Finale nicht mit Wendungen, auch wenn es am Ende keine endgültige, aber zumindest eine runde Lösung gibt. Eine zweite Staffel wäre schön! In technischer Hinsicht begeistert Magical Girl Site mit beeindruckenden Bildern. Dabei ist die Farbgebung meist dunkel, was mitunter an der erwachsenen und ernsten Thematik liegt. Die Umgebungen und Hintergründe sehen fantastisch aus. Beim Charakterdesign hätten ein paar Details mehr dem Gesamtbild aber durchaus gut getan. Auch die Effekte sind nicht immer auf der Höhe der Zeit, passen aber vom Gedanken her gut zu Setting und Szenario. Bei den Stimmen gibt es ebenfalls nichts zu meckern, denn sowohl die deutsche Synchronisation als auch der japanische Originalton überzeugen mit guten und bekannten Sprechern. Zu guter Letzt ist es auch die Musik von Inai Keiji, durch den die Motivation beim Zuschauer niemals abnimmt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Magical Girl Site erzählt bis zur letzten Minute eine sehr spannende Geschichte. Auch wenn diese halbwegs zu einem Ende kommt, gibt es immer noch ein paar offene Handlungsbögen. Eine zweite Staffel gibt es bisher zwar nicht, doch macht das Finale Hoffnung. Der Cliffhanger ist dermaßen gut gestaltet, dass es einfach unbedingt noch eine Fortsetzung geben muss! Sowohl das Setting als auch das Szenario wissen einfach zu begeistern. Allerdings hätte vor allem die technische Seite der Serie ein wenig mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt. So gefallen zwar die Umgebungen und Hintergründe, aber gerade die Charaktere hätten etwas detaillierter und die Effekte großzügiger ausfallen können. Trotz alledem spielen die Musik und die Synchronisation der Anime-Serie in die Hände, sodass diese gerade in auditiver Hinsicht im Gedächtnis bleiben wird. Magical Girl Site ist eine Serie, die weniger Magical-Girl-Fans anspricht, sondern deutlich mehr Anhängern von Serien wie Mirai Nikki gefallen dürfte.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Magical Girl Site (Vol. 3)!

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