Review: Detektiv Conan (Box 14, Episoden 360–383)

Nachdem die dreizehnte Serienbox der langlebigen Anime-Serie Detektiv Conan mit Episoden auf sich aufmerksam machte, auf die Fans zwölf lange Jahre warten mussten, dauerte die Veröffentlichung der vierzehnten Serienbox nicht lange. Diese erschien am 1. Oktober 2020.

Detektiv Conan setzt überwiegend auf eine Episodenstruktur, in der sich der titelgebende Ermittler Edogawa Conan einen Fall nach dem anderen stellen muss. Die übergeordnete Handlung um die mysteriöse Organisation, die ihn hat schrumpfen lassen, kommt nur alle paar Jubeljahre voran. In genau diesem Aspekt überrascht die vierzehnte Serienbox, denn bis einschließlich der 377. Episode wird dieses Mal ein durchgehender Handlungsstrang erzählt. Es ist zwar auch hier nicht anders, dass bis dahin einige Mordfälle gelöst werden, doch fühlt sich dieser Aspekt erfrischend beiläufig an. Ständig möchte der Zuschauer wissen, wie es mit dem Kampf gegen die Übeltäter weitergeht. Alles beginnt damit, dass Kudō Shin’ichi alias Conan und die ebenfalls zum Kind geschrumpfte Miyano Shiho alias Haibara Ai von den Männern in Schwarz verfolgt werden. So gilt es also zunächst herauszufinden, auf wen der beiden sich die Gauner konzentrieren. Ein wichtiges Thema, das sich hierbei durch mehrere Episoden zieht, ist Ais Erkältung. Dadurch, dass sich ihre Erkältung verschlimmert, müssen Conan und auch Professor Agasa Hiroshi dafür sorgen, dass sie zu einem Arzt kommt. Dadurch verändert sich mehrfach der meist urbane Handlungsort während der Schnitzeljagd, wodurch sämtliche Episoden nicht nur inhaltlich, sondern zu alledem auch visuell abwechslungsreich gestaltet sind.

Mitreißender Handlungsstrang

Zu viel soll an dieser Stelle über die Entwicklung der Handlung nicht verraten werden. Es sei jedoch gesagt, dass grundsätzlich alle wichtigen Figuren von Detektiv Conan Einfluss auf die Entwicklung des Geschehens haben. Neben den bereits erwähnten Charakteren treten einmal mehr die üblichen Verdächtigen in Form der Detective Boys oder Suzuki Sonoko auf. Dementsprechend ist auch Sonokos beste Freundin Mōri Ran und ihr Vater Kogorō am Start, wenn es um die zahlreichen Kriminalfälle geht, aus denen Conan besser seine Nase halten sollte. An einer Stelle spitzt sich die Entwicklung der Handlung sogar dermaßen zu, dass Ran die Wahrheit über Conan erfahren könnte. Ob dieser Fall eintritt und wie Ran damit umgeht, sollte der Zuschauer aber besser selbst herausfinden. Fakt ist jedoch, dass die vorliegenden 24 Episoden der vierzehnten Serienbox derart dicht erzählt werden, dass es durchweg spannend bleibt. Mit Recht kann behauptet werden, dass es sich hierbei um einige der besten Folgen handelt, die es bisher in der Anime-Serie zu sehen gab. Da die Serie in Japan seit 1996 läuft und als Manga sogar seit 1994 publiziert wird, dürfte es aber wenig überraschend sein, dass die Handlung in Detektiv Conan mit der 383. Episode noch lange nicht abgeschlossen ist. Auf ein Wiedersehen in der fünfzehnten Serienbox ist definitiv Verlass – natürlich mit deutlich mehr Hintergrundinformationen und ein paar offenen Fragen mehr, die dieses Mal aufgeworfen werden.

Anime-Serie für Jung und Alt

An der eigentlichen Prämisse, sprich dem Lösen von verschiedenen Kriminalfällen, die nicht selten mit Mord und Erpressung zusammenhängen, ändert sich aber zum Glück nichts. Unter anderem müssen Conan und Co herausfinden, wie im Dunkeln ein Filmproduzent oder in einem Porsche ein Golfspieler ermordet wurde. Auch reale Schauplätze wie den Huis-Ten-Bosch-Themenpark oder ländliche Gegenden werden hierbei herangezogen, um vom urbanen Alltag abzulenken. Eine wirklich tolle Idee ist, dass nicht nur Conan, sondern auch Ran einmal einen Fall lösen muss, in dem es um Diebstähle im Supermarkt geht. Das lockt ein wenig die starre Fassade auf. Ein amüsanter Aspekt bei der späten deutschen Veröffentlichung ist auch, dass die Episoden allesamt aus den Jahren 2003 und 2004 stammen, wodurch auch hier der Zeitgeist der frühen 2000er-Jahre zu spüren ist. Beispielsweise verfügen die Charaktere allesamt über ausklappbare Mobiltelefone, die nicht selten auch noch mit einer Antenne ausgestattet sind. Röhrenmonitore von Computern und zu diesem Zeitpunkt zwanzig Jahre alte Kassetten und fünfzig Jahre alte Automodelle sorgen für Aufsehen. Dennoch ist Detektiv Conan auch in der vierzehnten Serienbox auch für das jüngere Publikum bestens verständlich. Es macht einmal mehr für Jung und Alt Spaß, Conan vor dem heimischen Fernsehbildschirm bei der Ermittlung zu unterstützen und mitzuraten, wer denn nun eigentlich wieder der Täter ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 360 bis 383 der Serie): Mit der vierzehnten Serienbox traut sich die Anime-Serie Detektiv Conan etwas, was nach dreizehn Volumes in der Form nicht kommen zu sehen war. Bis zur 377. Folge erzählt die Serie einen durchgehenden Handlungsstrang und dreht den Spieß um, sodass die einzelnen Fälle, die in diesen Episoden behandelt werden, zur Nebensache verkommen. Ein interessantes Konzept, dass sich Detektiv Conan gerne noch einmal trauen darf. Die Erzählung ist derart mitreißend, dass sie kaum eine Minute zum Verschnaufen lässt, einige Rätsel löst und weitere Mysterien aufwirft, die dann hoffentlich in den nächsten Serienboxen gelöst wird. An der restlichen Struktur, also wie die einzelnen Fälle gelöst werden, ändert sich glücklicherweise nichts. Durch die späte Veröffentlichung im deutschsprachigen Raum muss sich der Zuschauer darüber hinaus aber auf den Zeitgeist der frühen 2000er-Jahre einstellen, was aber kein Problem darstellen sollte. Schließlich haben sich nur Größe und Funktionsumfang von Computermonitoren und Mobiltelefonen geändert. Entsprechend dürfte ein jeder Zuschauer unabhängig von seinem Alter kein Problem beim erneuten Einstieg und jede Menge Spaß beim Miträtseln haben.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Detektiv Conan (Box 14, Episoden 360–383)!

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