Review: Captain Tsubasa 2018 – Junior High School (Vol. 2)

Mit der vierten respektive zweiten Volume von Captain Tsubasa 2018, die auch zum Schluss nicht ohne den Untertitel Junior High School auskommt, wird die Story zu Ende erzählt. Allerdings bleibt die erneute Anime-Umsetzung zum Unmut der Fans am Ende unvollendet.

Im Juli 2021 ging die Anime-Serie Captain Tsubasa 2018 auch im deutschsprachigen Raum in die letzte Runde. Ein wenig schade ist das vor allem für Fans der Vorlage, denn die Serie deckt tatsächlich nur die ersten 25 der insgesamt 37 Manga-Bände ab. Entsprechend gehen Fans mit einem weinenden und einem lachenden Auge in die letzten Fußballspiele der Serie. Storytechnisch knüpft die Geschichte an die Ereignisse der vorherigen Volume an. Somit ist die Landesmeisterschaft, an denen die besten Mannschaften diverser Mittelschulen antreten, in vollem Gang. Auch die Nankatsu-Mittelschule ist mit ihrem Team inzwischen in die Finalrunden eingezogen. Angeführt vom titelgebenden Ōzora Tsubasa müssen sie sich neuen Gegnern stellen, um am Ende den Pokal in Händen halten zu können. Um den letzten freien Platz im Halbfinale zu erlangen, müssen sie aber zunächst die Mannschaft der Hirado-Mittelschule schlagen. Ihr Gegner scheint jedoch mit allen Wassern gewaschen zu sein, denn schon zur Halbzeit liegen Tsubasa und seine Kameraden drei zu null zurück. Das liegt vor allem an Jitō Hiroshi, dem Topspieler der Hirado-Mittelschule. Das Geschehen konzentriert sich allerdings nicht ganz auf Tsubasa, denn auch andere aus der Anime-Serie bekannten Schulen nehmen an der nationalen Meisterschaft teil. So bleibt die dynamische Geschichte stets spannend.

Übertriebene Überflieger

Beispielsweise tritt in der 43. Episode die Mannschaft der Meiwa-Higashi-Mittelschule gegen das Team der Tōhō-Mittelschule an. Auch wenn Hyūga Kojirō krankheitsbedingt ausfällt, will dieser spätestens zum Finale wieder fit sein und seinem Konkurrenten Tsubasa ein für alle Male die Stirn bieten. Fans können sich selbstverständlich denken, welche beiden Teams in das Finale einziehen. Dennoch soll dies an dieser Stelle nicht verraten werden. Durch viele Geheimtechniken, die die Fußballer bereithalten, bleibt einmal mehr jedes Match interessant. Tsubasa kündigt zum Beispiel gerne an, dass er immer noch eine Spezialtechnik auf Lager hat, die er aus dem Notizbuch von seinem einstigen Trainer Roberto Hongō entnommen hat. Hinzu kommt, dass jeder der Fußballer in den letzten Jahren viel Zeit zum Trainieren hatte. Dadurch sind auch die allgemeinen Fähigkeiten stärker geworden. Kojirō gelingt es in einem Spiel beispielsweise, einen Fußball so stark zu treten, dass der Schuss mit dem Platzen des Balls endet. Tsubasa gelingt es wiederum, mit einem exakt gezielten Schuss das Netz des gegnerischen Tores zu durchtrennen. Mit richtigem Fußball hat das nur wenig zu tun, aber gerade diese übertriebene Darstellung macht Captain Tsubasa 2018 ähnlich spannend wie beispielsweise der Rollenspielklassiker Inazuma Eleven und dessen Umsetzung als Anime.

Dramatisches Finale

Auch die Gesundheit der Protagonisten macht vor der Dramatik keinen Halt. So betteln die Figuren ihre Ärzte regelrecht an, sie wieder ins Stadion zu lassen. Abseits der eigentlichen Handlung erhält der Zuschauer aber nur wenige Einblicke in das Privatleben der Charaktere. Das Thema Liebe oder Abmachungen innerhalb der Familie werden nur am Rande erläutert und bleiben eher blass. Hier verschenkt Captain Tsubasa 2018 wie schon in den vorherigen drei Volumes viel Potenzial. Es muss aber ganz klar gesagt werden, dass die Anime-Serie keinen Hehl daraus macht, sich hauptsächlich auf den Sport zu fokussieren – und genau das macht sie erstaunlich gut. Unter optischen Gesichtspunkten müssen sich Fans auch im Finale nicht umgewöhnen. So gefällt das an Anime der 1980er-Jahre angelehnte Design der Charaktere nach wie vor. Auch die flüssigen Animationen passen wie die Faust aufs Auge zu den Figuren. Lediglich die Hintergründe und Umgebungsgrafiken, vor allem wenn sich die Charaktere mitten auf dem Rasen befinden, fallen leicht negativ auf. Fans kennen das aber genauso wie die musikalische Untermalung, die einmal mehr zum Geschehen passt. Auch die japanischen und deutschen Synchronsprecher geben wieder alles, um die Atmosphäre möglichst stimmungsvoll an den Zuschauer heranzutragen. Boni gibt es in Form eines recht kurzen Booklets mit Episodenguide und acht Stickern. In dieser Disziplin gibt es also nichts Neues.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Zum Ende hin verliert die Anime-Serie Captain Tsubasa 2018 nichts von ihrem Charme. Storytechnisch ist es zwar schade, dass die letzten zwölf Bände der Manga-Reihe nicht umgesetzt worden sind und das wohl auch nicht mehr werden, aber dennoch dürfte die Serie Anime-Fußballfans bis zum Ende sehr gut unterhalten. Immerhin fühlt sich das Ende nach der Fußballlandesmeisterschaft rund an. Die Fußballspiele werden mit übertriebenen Spezialmanövern und einer starken Dosis Dramatik inszeniert, was spannend ist und unterhält. Schade ist in meinen Augen nur, dass das Privatleben der einzelnen Charaktere zu kurz kommt. Wer aber ohnehin nur die Sportart in Anime-Form erleben will, kommt aber definitiv auf seine Kosten. Die audiovisuelle Qualität der Serie ist auch in der letzten Ausgabe gelungen. Mich persönlich stört lediglich, dass viele Hintergründe und Umgebungsgrafiken etwas zu steril wirken und die Figuren dadurch viel zu sehr hervorgehoben werden. Wer die Serie bisher verfolgt hat, wird auch im Finale sicherlich zufriedengestellt werden, auch wenn die eigentliche Geschichte nicht abgeschlossen wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Captain Tsubasa 2018 – Junior High School (Vol. 2)!

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