Review: Yōkai Watch (Band 19)

Inhaltlich knüpft der neunzehnte Band von Yōkai Watch an die Geschehnisse der achtzehnten Ausgabe an. Wer diese nicht gelesen und somit übersprungen hat, dem dürfte es womöglich schwer fallen, in die Geschichte einzutauchen. Der aktuelle Handlungsstrang in Yōkai Watch dreht sich um Onigashima, der Insel, auf der die bösen Oni leben. Der Yōkai Schimpanyan bittet Protagonist Nathan Adams, dessen Yōkai-Butler Whisper und den frechen Jibanyan um Hilfe. Seine genauen Absichten offenbart er nicht, aber der Anführer seiner Heldengruppe ist auf der Insel ein Gefangener der Oni. Diese verlangen von ihm, Nathan mitsamt seiner Yōkai Watch nach Onigashima zu bringen, um sie gegen Momonyan einzutauschen. Die Insel wird seit den Erlebnissen während der Oni-Jagd von einer magischen Barriere umgeben, die niemanden hinein oder hinaus lässt. Schimpanyan ist allerdings keine große Hilfe dabei, wenn es um den genauen Standort der Insel geht. Seine selbst gezeichnete Karte listet zwar sämtliche Details, die jedoch zu jedem Strand und Meer auf der Erde führen könnten. Um nach Onigashima zu kommen, erbittet Nathan aus keinem anderen Grund die Hilfe von Meister Enma, der ihm Verstärkung in Form der Yōkai Hovernyan und Temportalex schickt. Ob es den Oni gelingt, Nathans Yōkai Watch in die Hände zu kriegen, muss der Leser aber selbst herausfinden.

Viele kleine Geschichten mit Hindernissen

Während die ersten vier der insgesamt siebzehn Kapitel den Onigashima-Handlungsstrang zu Ende führen, thematisieren die anderen dreizehn Teile des neunzehnten Bandes ein weiteres Mal für sich stehende Geschichten. Dies ist für Yōkai Watch Gang und Gäbe und dürfte den Lesern, die sich immer noch über jeden weiteren Band freuen, kein großes Problem sein. Wer aber darauf gehofft hat, dass die Story zu anfänglichen Stärken zurückkehrt oder zumindest den Versuch wagt, eine durchgehende Handlung mit konsekutiver Kapitelstruktur zu etablieren, wird abermals enttäuscht. Dafür überzeugt einmal mehr der Humor der Manga-Reihe, der dieses Mal Hand in Hand mit dem Design der vertretenen Yōkai geht. So taucht mit dem Yōkai Reisgreis eine Variante von Opa Gusto auf. Anstatt dass Menschen und Yōkai in seiner Nähe plötzlich an Hunger leiden, möchte er ihre Not lindern – mit Reis von seinem Körper versteht sich. Ebenso mit von der Partie ist der vogelartige Yōkai Flaumtaumler, der mittels seiner Kräfte seinem Ziel Erleichterung verschaffen möchte, wenn dieses an einem seelischen Tief leidet. Jibanyan, der nach wie vor gegen Autos kämpfen will, vergisst durch die Beseelung aber einfach mal alles. Ein Kapitel später ist das auch Autor und Zeichner Konishi Noriyuki völlig egal, denn da kehrt die Handlung wieder zur Ausgangslage zurück. Bedauerlich.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Der neunzehnte Band von Yōkai Watch beginnt vielversprechend, da die in der achtzehnten Ausgabe angebrochene Handlung um Onigashima nahtlos fortgeführt wird. Wenige Kapitel später ist von dieser Euphorie leider überhaupt nichts mehr zu spüren. Die Geschichte auf Onigashima findet ein jähes Ende und wird sogar mit viel zu einfachen Bildern zu Ende geführt. Nach diesem ersten Dämpfer gelingt es Autor und Zeichner Konishi Noriyuki aber ebenfalls nicht, an frühere Erfolge anzuknüpfen. Es folgen einfache Geschichten, die zwar in puncto Humor durchaus unterhaltend sind, darüber hinaus aber nicht fesseln können. Da diese nicht einmal konsekutiv miteinander verknüpft sind und jedes Kapitel im Grunde wieder zur Ausgangslage zurückkehrt, ist das auch nicht sonderlich verwunderlich. Yōkai Watch hat diesen Fehler in der Vergangenheit schon zuhauf gemacht. Beinharte Fans dürfte das kaum kümmern, aber dass Lizenzgeber Level-5 nicht mehr aus der Marke in Manga-Form herausholen möchte, ist wirklich sehr, sehr traurig. So versinkt das Franchise mit diesem Band bedauerlicherweise ein wenig mehr in der Bedeutungslosigkeit. Immerhin erhalten beinharte Fans genau das, was sie vom Band erwarten.

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yōkai Watch (Band 19)!

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