Review: Shin-chan – Die Serie (Vol. 11)

Mit der elften Volume der Anime-Serie Crayon Shin-chan hat Herausgeber Polyband Anime mit der Tradition gebrochen. Die Wartezeit auf die nächsten Folgen hat der Publisher um einen Monat verkürzt – ansonsten bleibt bei der Publikation abermals alles beim Alten.

In der japanischen Fernsehlandschaft hat sich der fünfjährige Nohara Shinnosuke über Jahrzehnte hinweg einen festen Platz erkämpft. Auch außerhalb des Landes der aufgehenden Sonne ist das Werk des 2009 verstorbenen Manga-Künstlers Usui Yoshihito auf der Beliebtheitsskala von Anime-Fans nach oben gekraxelt – weniger als Manga, mehr als Anime. Hierzulande war der Erfolg in den frühen 2000er-Jahren jedoch nur von kurzer Dauer. Dies liegt an der nordamerikanischen Fassung der Serie, welche die Vorlage verstückelt hat – als diese in den Vereinigten Staaten von Amerika nicht weiter fortgeführt wurde, war auch im deutschsprachigen Raum Schluss. Nichtsdestotrotz scheint der titelgebende Rabauke Shin-chan eine kleine Renaissance zu feiern. Seine Auftritte häufen sich. Seit Ende 2024 veröffentlicht der hiesige Herausgeber Polyband Anime die erste auf Deutsch synchronisierte Version auf DVD. An dem weniger geglückten Erscheinungsbild der ersten zehn Ausgaben hält Polyband Anime auch bei der elften Ausgabe weiterhin fest. Das heißt, dass Intro und Outro nur dann einmalig abgespielt werden, wenn die Alle-abspielen-Funktion im DVD-Menü ausgewählt wird. Zudem sind die einzelnen Abenteuer, von denen sich ursprünglich drei in einer Folge befinden sollten, allesamt aufgeteilt. Sie lassen sich also bequem aus einer Übersicht auswählen.

Vom Picknick ins Fresskoma

Crayon Shin-chan liegt aufgrund der zerstückelten nordamerikanischen Version selbstredend in einer nicht chronologischen Reihenfolge auf dem Datenträger vor. Inhaltlich ist davon aber nichts zu bemerken, da die meisten Episoden für sich stehen und Verknüpfungen zu anderen Abenteuern, sollten sie denn vom Zuschauer bemerkt werden, so marginal ausfallen, dass sie selbst für Laien sofort verständlich sind. Warum auf der Packungsrückseite jedoch Shin-chans Schwester Himawari beziehungsweise Daisy, wie sie in der deutschen Version heißt, zu sehen ist, bleibt jedoch ein Rätsel – in jeder der vorliegenden Episoden ist die Kleine noch gar nicht geboren. Den Fokus der vorliegenden Episoden hat Animationsstudio Shin’ei auf Shinnosuke gelegt, der meist mit einem oder beiden Elternteilen in verschiedene absurde Situationen geworfen wird. In einer Folge kehrt Familie Nohara von einem Picknick zurück. Sie halten an einem Nudelrestaurant, um kurz die Toilette zu nutzen, und wollen anschließend dort noch zu Abend essen. Zu spät bemerken sie, dass sie gar kein Geld dabei haben. Daher bestellen sie sich das Monstermenü, denn wer dieses in dreißig Minuten verputzt, muss nichts zahlen. Dass das ganze Spektakel mit dem obligatorischen Fresskoma endet, ist das Sahnehäubchen auf der Torte. Weitere Kuriositäten drehen sich um Sternzeichen, die es überhaupt gar nicht gibt.

Absurditäten des Alltags

In den vorliegenden Episoden von Crayon Shin-chan stürmt es gewaltig. Unter anderem wird Shinnosukes von der Arbeit kommenden Vater Hiroshis respektive Harry sofort von seinem Sohn abkommandiert, die Antenne auf dem Dach zu richten, damit er wieder fernsehen kann. Auch Husten, Schnupfen und Grippe gehen in Kasukabe um, sodass nicht nur Direktor Bunta Takakura beziehungsweise Enzo, sondern auch Shin-chan krank im Bett verharren müssen. Im Futaba-Kindergarten geht ebenso die Post mit einschläfernden Kalligraphie-Stunden oder Gute-Nacht-Geschichten fürs Mittagsschläfchen ab. Hin und wieder bekommen es auch Shin-chans Freunde ab. Der sich für hyperintelligent haltende Tōru Kazama streitet sich unter anderem mit Shin-chan, da ihn dieser mit verschiedenen Aktionen zur Weißglut treibt. In einer anderen Episode hat Shinnosuke wiederum nicht aufgeräumt, weshalb er nicht mit seinem Freund Satō Masao spielen darf. Helfen verbietet ihm seine Mutter Misae respektive Mitsy – blöderweise erwischt sie für die Kopfhautmassage versehentlich den armen Masao. All diese Absurditäten kommen nicht ohne den typischen Humor der Anime-Serie aus, auch wenn die in der elften Volume enthaltenen Folgen nicht ganz der Qualität der bisherigen Episoden in puncto Humor erreichen. Fans von Crayon Shin-chan lassen aber auch dieses Paket nicht aus!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Crayon Shin-chan könnte ich mir stundenlang angucken. Teilweise nehmen die Episoden derart kuriose bis absurde Züge an, dass ich aus dem Staunen oder Kopfschütteln nicht mehr herauskomme. Die im elften Episodenpaket enthaltenen Folgen fallen aber leider ein wenig ab. Nach wie vor sind die lustig und unterhalten von Anfang bis Ende, aber die richtigen Brüller bleiben in meinen Augen leider aus. Dennoch machen die einzelnen Abenteuer Spaß, zumal es Shin-chan immer wieder darauf anlegt, die berühmt-berüchtigte Zwiebelquetsche von seiner Mutter spendiert zu bekommen. So wird es auch nie langweilig, denn bis Shinnosuke seine Mitmenschen zur Weißglut getrieben hat, dauert es aufgrund der kurzen Spieldauer der einzelnen Folgen auch nicht sehr lange. Wer die Serie mag, greift einmal mehr dazu. Wer die Anime-Serie hingegen noch gar nicht kennt, sollte lieber bei einer der vorherigen Ausgaben von Crayon Shin-chan zuschlagen!

Vielen Dank an Polyband für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shin-chan – Die Serie (Vol. 11)!

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