Review: Once upon a Time in China

Ohne Zweifel ist Jet Li einer der besten, wenn nicht sogar der beste Schauspieler im Bereich der Martial-Arts-Filme. Mit dem ersten Teil der Once-upon-a-Time-in-China-Serie hätte sich Splendid Film kein besseres Werk zum Einstieg in die Jet-Li-Reihe aussuchen können, denn Jet Li beweist in Once upon a Time in China einmal mehr, was in ihm steckt.

Um die Jahrhundertwende (19. und 20. Jahrhundert) wird die chinesische Küstenregion von westlichen Kaufleuten aus England und Amerika beherrscht. Ihr einziges Ziel ist zu handeln, doch plündern sie das Land eher aus und schrecken auch nicht davor zurück, an ihr Ziel durch Einsetzen von Waffengewalt zu erreichen. In dieser Zeit des Umbruchs lebt der junge Kung-Fu-Meister Wong Fei-Hung, der sich zunächst nur passiv einmischt, die Eindringlinge aber dennoch als Bedrohung ansieht. Zu allem Übel kehrt auch seine Tante Yee nach zwei Jahren aus England zurück, geprägt von westlichen Merkmalen wie westlicher Kleidung oder dem Interesse an technischen Errungenschaften, was Wong Fei-Hung missfällt. Da sie nur durch den Namen verwandt und keine Blutsverwandten sind, bahnen sich schon bald romantische Gefühle zwischen ihnen an, was im Film allerdings nur nebensächlich und sehr kurz gehalten erzählt wird. Als sie von einer hinterhältigen Bande gefangen genommen wird und zusammen mit anderen Frauen nach Amerika verschleppt werden soll, platzt Wong Fei-Hung der Kragen, eilt ihr zur Rettung und bietet nach einem fulminanten Kampf gegen einen anderen Meister der Kampfkunst den korrupten Amerikanern und Engländern die Stirn.

Eine düstere Zeit gekonnt in Szene gesetzt

Die für den Film ausgesuchten Schauspieler, wie Jacky Cheung, Yuen Biao, Rosamund Kwan und natürlich Jet Li haben unserer Meinung nach großartige Arbeit geleistet, ihre Rollen sensationell gut verkörpert und eine ausgewogene Mischung aus Ernsthaftigkeit und Komik mit in den Film gebracht. Besonders die kurzen Slapstick-Einlagen heitern das Geschehen auf. Die Darsteller hauchen der, für die dargestellte Zeit, eigentlich recht düsteren Handlung Leben ein, unterhalten den Zuschauer die ganzen 134 Minuten lang. Engländer und Amerikaner werden in Tsui Harks Once upon a Time in China als böse und durchtrieben dargestellt, da sie nicht nur an der Ausbeutung des Landes interessiert sind, sondern (im Falle der Amerikaner) männliche Chinesen unter falschen Vorwänden (beispielsweise dem Goldrausch) als Arbeitskräfte oder Frauen als Prostituierte nach Amerika verschleppen. Die Wong Fei-Hung feindlich gesinnte Bande trägt zunehmend dazu bei, dass im Film genügend Kämpfe stattfinden, um Martial-Arts-Fans gut zu unterhalten. Das hochauflösende Bild der Blu-Ray ist zwar durchweg ansehnlich, doch schwankt die Bildqualität ständig. Während das Bild in einer Szene gestochen scharf wirkt, macht das Bild in der nächsten Szene dem Jahr 1991 alle Ehre. Bildausfälle, die das Ansehen ungenießbar machen würden, gibt es nicht. Der Film wird mit einem ausdrucksstarken Soundtrack unterstützt. Hierbei handelt es sich aber nur um ein Stück, das in leicht abgewandelter Form (dafür auch in einer gesungenen Fassung) immer wieder verwertet wird.

Es war einmal eine Tonspur

Ein sehr wichtiger Punkt der Neuveröffentlichung auf DVD und Blu-Ray ist wohl die neue (deutsche) Tonspur, die auf dem Datenträger zu finden ist. So leiht in der neuen Tonfassung Simon Jäger (der unter anderem als deutsche Synchronstimme des 2008 verstorbenen US-amerikanischen Schauspieler Heath Ledger bekannt wurde) Jet Li seine Stimme. Kennern des Films dürfte das vielleicht missfallen, trotzdem kann man nicht abstreiten, dass diese Stimme angenehm auf den Zuschauer wirkt. Schade hingegen ist, dass die alte Tonspur überhaupt nicht auf den Datenträger gepresst wurde und nicht einmal auf der Packung darauf hingewiesen wird. Das ist traurig, da zumindest auf der Blu-Ray-Version ausreichend Platz gewesen wäre. Zumindest dürfen sich Fans die kantonesische Tonspur mit deutschen Untertiteln anschauen beziehungsweise anhören. Außerdem wäre auf der Disc noch genügend Platz für Zusatzmaterial gewesen, allerdings ist neben dem Original-Trailer in Kantonesisch kein Bonusmaterial in Bezug auf den im 16:9-Format gehaltenen Film enthalten. Nur noch ein paar Trailer zu anderen ausgewählten Filmen befinden sich auf dem Datenträger. Trotzdem dürfen sich Jet-Li-Fans und Freunde von Martial-Arts-Filmen Once upon a Time in China nicht entgehen lassen – dieses Meisterwerk ist absolut sehenswert!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-Ray-Fassung): Vor einigen Wochen lief die Reihe um Kung-Fu-Meister und Doktor Wong Fei-Hung im Fernsehen und leider habe ich die Ausstrahlungstermine verpasst. Zum Glück erschien kurz darauf die Jet-Li-Reihe auf Blu-Ray und DVD, darunter auch Once upon a Time in China. Tsui Hark hat mit diesem Meisterwerk eindrucksvoll sein Können als Regisseur unter Beweis gestellt. Mit Jet Li hat er Wong Fei-Hung passend besetzt, vor allem gegen Ende macht jener Martial-Arts-Star in den zahlreichen Kämpfen eine besonders gute Figur. Mir gefällt hier besonders, dass die Auseinandersetzungen glaubhaft auf den Zuschauer wirken und nur selten übertrieben dargestellt werden. Kilometerweitfliegende Kämpfer tauchen in Once upon a Time in China nicht auf. Auch der kulturelle Einfluss vom britischen Empire und den Vereinigten Staaten von Amerika wurde meiner Meinung nach treffend eingefangen, gibt den historischen Hintergrund wieder und unterstützt die beklemmende Stimmung der damaligen Zeit. Schade fand ich allerdings, dass die romantische Geschichte zwischen Wong Fei-Hung und Yee kaum bis gar nicht zur Geltung kommt. Für die eigentliche Handlung ist das zwar nicht wichtig, doch hätte dieser Teil der Geschichte das Epos abgerundet. Trotzdem bin ich schon sehr auf die nächsten beiden Teile der Reihe, die ebenfalls schon auf Blu-Ray erschienen und auf meinem Schreibtisch gelandet sind, sehr gespannt. Die dazugehörigen Reviews folgen natürlich in den nächsten Tagen. Bis dahin werde ich dem zwar dünnen, dafür umso intensiveren Soundtrack lauschen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Once upon a Time in China!

Review: Blades of Blood

Manhwa-Comics, sprich südkoreanische Comics, sind in der westlichen Welt nicht sehr weit verbreitet. Darunter fällt auch das Werk Blades of Blood, gezeichnet von Park Heung-yong. Obwohl diesen Comic hierzulande nur die größten Manhwa-Experten kennen dürften, hat es zumindest die anschauliche Verfilmung aus dem letzten Jahr zu uns geschafft.

Im sechzehnten Jahrhundert steht Korea kurz vor dem Zusammenbruch. Das Kabinett des Kaisers ist uneins und ein Angriff aus Japan steht kurz bevor. Um sein Land vor der drohenden Besetzung durch die Japaner zu schützen, schert der Schwertkämpfer Lee Mong-hak Anhänger um sich und bildet eine Allianz, um den Kaiser zu stürzen und selbst die Macht zu übernehmen. Allerdings hat er die Rechnung ohne seinen früheren Weggefährten, den blinden Schwertkämpfer Hwang Jung-hak gemacht. Unterstützt wird Hwang Jung-hak von Kyun-ja, einem jungen Mann, der sich nach Rache sehnt und Lee Mong-hak beseitigen will. Vor dem Kaiserpalast kommt es umgeben vom japanischen Heer zum furiosen Showdown. Die Handlung des Films wird überwiegend aus der Sicht von Kyun-ja und Hwang Jung-hak erzählt und arbeitet konzentriert auf das Finale hin, gelegentlich erfahren wir in der einen oder anderen Szene auch mehr über die Streitigkeiten des Kabinetts. Auf den vermeintlichen Bösewicht des Films wird nur wenig eingegangen, der Vormarsch der Japaner läuft fast gänzlich im Hintergrund der strukturierten Geschichte ab.

Koreanisches Landschaftsbild

Inhaltlich erzählt der Film circa einhundertvier Minuten lang eine spannende Handlung, die niemals langweilig wird, leider aber auch Ungereimtheiten mit sich bringt. Beispielsweise ist Kyun-ja kein besonders guter Schwertkämpfer, wird von Hwang Jung-hak zunächst einmal in den Grundlagen unterrichtet. Später kämpft Kyun-ja gegen überlegende Gegner und gewinnt. Das fühlt sich etwas unwirklich an, entzieht dem im 16:9-Format gehaltenen Film aber kaum Spannung. Dank bekannten koreanischen Schauspielern wie Cha Seung-won (Lee Mong-hak) oder Hwang Jung-min (Hwang Jung-hak) wirken die Gespräche nicht aufgesetzt, besonders da man sich für die deutsche Fassung passende Synchronsprecher ausgesucht hat. Fans von südkoreanischen Filmen werden sich aber vermutlich eher den koreanischen Originalton anhören, der ebenfalls nicht zu verachten ist – deutsche und niederländische Untertitel sind jederzeit zuschaltbar. Obwohl man es vielleicht vermuten möchte, da das Cover recht farblos gestaltet wurde, ist der Film kein Schwarz-Weiß-Streifen und bezaubert mit melancholisch-schönen Farben. Jeder Schauplatz des Films passt wunderbar ins Gesamtbild, besonders die vielschichtigen Landschaftsbilder geben uns das Gefühl, mit Kyun-ja und Hwang Jung-hak durch das Korea des sechzehnten Jahrhunderts zu reisen.

Viel Lärm um nichts

Getrübt wird das Schwertkampfepos nur durch gelegentlich auftretendes Kantenflimmern, beispielsweise an einigen der im Film auftretenden Häuserdächer zu sehen. Der Soundtrack, der entfernt sogar an mitteleuropäische Mittelalterklänge erinnert, macht dieses Manko allerdings schnell wieder wett. Freunde von Bonusmaterial ziehen bei Blades of Blood definitiv den Kürzeren, denn gerade mal drei kurze Specials sind auf dem Datenträger zu finden. Darunter fällt zum einen der originale Trailer, zum anderen ist ein kurzes Making-of und ein Video über die Kampfchoreographie zu sehen. Mehr als fünfzehn Minuten ist man damit nicht beschäftigt, der Umfang fällt deutlich schwach aus. Eine Special Edition zu diesem Film gibt es leider nicht. Das ist schade, denn hier hätte man durchaus Spielraum für außerordentliches Bonusmaterial gehabt, zum Beispiel den Manhwa beizulegen. Trotzdem können wir den Film bedenkenlos weiterempfehlen, besonders Fans von Zatōichi: Der blinde Samurai sollten mehr als nur einen Blick riskieren, denn Blades of Blood bietet einen weitaus authentischeren blinden Schwertkämpfer und zugleich eine tiefer reichende Handlung.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Blades of Blood ist einer der Filme, den ich mir auch in zehn Jahren gerne mal wieder anschauen werde. Sehr gute Schauspieler, eine interessante Handlung  und grandiose Schwertkämpfe sind bei Blades of Blood der Schlüssel zu einem guten Film. Die Schwertkämpfe haben mir besonders gefallen, da es in einer Szene auch der Fall ist, dass das Geschehen verlangsamt abläuft und man jeden Schlag mit dem bloßen Auge nachvollziehen kann. Sicherlich hat aber auch Blades of Blood seine Schwächen, denn als Zuschauer kann man aufgrund von ein paar Äußerungen nur annehmen, dass die Handlung des Films ungefähr zwischen einem bis drei Monaten andauert. In dieser Zeit ist es meiner Meinung nach nicht möglich, dass auch der talentierteste Schüler einem ausgelernten Schwertkämpfer das Wasser reichen kann. Trotzdem gewinnt Kyun-ja gegen einem ihm völlig überlegenen Gegner. Außerdem werden die Trainingseinheiten nur am Rande gezeigt, hier hätte man zwischenzeitlich noch die eine oder andere Szene unterbringen können. Auch interessant wäre gewesen, wenn man die Geschichte in einigen weiteren Szenen verstärkt aus der Sicht von Lee Mong-hak oder gar aus Sicht der einfallenden Japaner erzählt hätte. Trotzdem bin ich auch so mit dem Film zufrieden und hoffe, dass Park Heung-yongs Manhwa eines Tages auch hierzulande erscheinen wird.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Blades of Blood!

Review: Bodyguards and Assassins

Von vielen Martial-Arts-Fans wird Donnie Yen oft als einer der besten Kampfkünstler aller Zeiten gefeiert. In Bodyguards and Assassins beweist der aus China stammende Darsteller erneut was in ihm steckt und liefert eine seiner besten schauspielerischen Leistungen ab, wenn auch nur in einer nicht ganz so wichtigen Nebenrolle.

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts steht die Qing-Dynastie kurz vor ihrem Ende. Die Handlung von Bodyguards and Assassins setzt im Jahre 1906 ein, drei Tage bevor der Rebellenanführer Sun Wen (später erster Präsident der Republik China) in Xianggang (Hongkong) eintrifft. Der Revolutionär möchte in der britischen Kolonie die republikanischen Kräfte einen, um in den nächsten Jahren gezielt die Qing-Dynastie zu stürzen. Kaiserinwitwe Cixi entsendet eine Gruppe kampferprobter Attentäter, um Dr. Sun aus dem Weg zu räumen. Dieser Film erzählt die Geschichte überwiegend aus Sicht der Bodyguards, welche sich innerhalb von drei Tagen formieren und sich einen Plan zum Schutz von Sun Wen ausdenken. Nebengeschichten wie die Heirat eines Rikscha-Fahrers, der Verrat eines Glücksspielers oder die Verwahrlosung eines Obdachlosen untermauern die durchdachte Rahmenhandlung, dienen allerdings eher als Mittel zum Zweck, um die damalige Zeit realistisch darzustellen. Während das Werk in der ersten Filmhälfte überwiegend nur auf die facettenreichen Verbindungen der Charaktere aufbaut, können in der zweiten Hälfte besonders die actiongeladenen Martial-Arts-Kampfszenen überzeugen, die wir in anderen Filmen selten ähnlich so gut gesehen haben.

Opulentes Meisterwerk

Das liegt besonders an der schauspielerischen Leistung von Donnie Yen, welcher sich in einer Szene einen spektakulären Straßenkampf mit Showdown in einem Lagerhaus abliefert. Aber auch Basketballer Mengke Bateer beweist dank seiner sportlichen Erfahrung was in ihm steckt, wirft und fängt in Bodyguards and Assassins Tontöpfe und Krüge wie ein Weltmeister. Ein Großteil der Szenen wirkt nicht übertrieben und sehr realistisch, da man bei diesem Film weniger auf Spezialeffekte und mehr auf das Können der Darsteller gesetzt hat. Diese können uns mit einer ausdrucksstarken Mimik und gelungenen Gestiken durchaus überzeugen, doch der wahre Star dieses Politthrillers ist das nachgebaute Hongkong, wie es zu Beginn des letzten Jahrhunderts ausgesehen haben muss. Mehr als acht lange Jahr wurde diese Stadt geplant und schlussendlich für diesen Film realisiert. Realitätsnaher und authentischer könnte keine einzelne Szene in diesem Meisterwerk sein. Unterstützt wird die Atmosphäre von vielen Komparsen, die dem Stadttrubel mit schönen Kostümen aus dieser Zeit eine ganz besondere Note aufdrücken. Weiteres gilt für den Soundtrack, der jederzeit passend zur jeweiligen Situation passt und mit schönen und temporeichen Klängen bis zum Abspann überzeugen kann.

Überzeugendes Bildmaterial

Die deutsche Synchronfassung ist gelungen, es wurden passende Sprecher für die einzelnen Rollen ausgewählt, welche die chinesische Aussprache der Eigennamen beherrschen. Gegen den Originalton im chinesischen Dialekt Mandarin ist ebenfalls kein Kraut gewachsen, diesen dürfen sich Käufer der DVD-Fassung mit zuschaltbaren deutschen oder niederländischen Untertiteln genießen. Der Film selbst erstrahlt im 16:9-Format und kommt mit gelungenen Schärfe- und Kontrastverhältnissen daher, die Bildqualität bleibt 133 Minuten lang ungestört auf ihrem hohen Niveau. Käufer dieser unter dem Amasia-Label veröffentlichten 2-Disc-Special-Edition dürfen allerdings keine hohen Erwartungen an das Bonusmaterial stellen. So befinden sich auf dem zweiten Datenträger zwar einige Videos, doch kommen sie nur mit wenigen inhaltlichen Fakten daher. Gut aufgebaute Interviews fehlen eben so sehr wie übersichtliches Hintergrundwissen aus dieser Zeit. Nur kurze Filmschnipsel über den Aufbau der Stadt und Auszüge aus der Drehphase sind wirklich sehenswert, wenn auch nur für ein paar Minuten. Trotzdem können wir die mit einem Wendecover (ohne FSK-Symbol!) ausgestatte DVD empfehlen, da der Film absolut sehenswert ist und einen wichtigen Zeitpunkt der chinesischen Geschichte beschreibt, den Interessenten nicht versäumen sollten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der 2-Disc-Special-Edition): Wenn man sich nur das Cover anschaut, würde man nie auf die Gedanken kommen, dass sich dahinter ein solcher Film der Sonderklasse verstecken würde. Zunächst dachte ich, dass mich ein durchschnittliches und blutiges Martial-Arts-Feuerwerk erwarten würde und die Handlung (wie in der guten, alten Zeit der Martial-Arts-Filmen) im Hintergrund weiterläuft. Nach den ersten Filmminuten wurde ich eines besseren belehrt und bekam einen der besten (chinesischen) Filme spendiert, die ich in meinem ganzen Leben bisher sehen durfte. Die Anfänge der Revolution werden in Bodyguards and Assassins sehr gut beschrieben, alleine der Gedanke das Kaiserhaus stürzen zu wollen, wird von den allen Darstellern unterschiedlich dargestellt. So viele verschiedene  Mimiken der Charaktere, die trotzdem ein gemeinsames Ziel verfolgen, sind definitiv einer der wichtigsten Punkte, die ich persönlich bei diesem Film anmerken möchte. Besonders missfällt mir, dass Donnie Yen nur als Nebendarsteller in diesem Film auftritt. Sein schauspielerisches Können hätte sich in weiteren Szenen durchaus bezahlt gemacht. Außerdem fällt das Bonusmaterial leider sehr, sehr schwach aus. Zwar sind auch hier ein paar interessante Videos mit auf den Datenträger gepresst wurden, doch fehlen mir da stellenweise die Kommentare, um mir ein mehr als nur ausreichendes Bild von der Thematik machen zu können. So liegt es am Zuschauer selbst, sich außerhalb des Films weiter über das Thema zu informieren. Schade, besonders bei einem Film, der auf Tatsachen und historischen Begebenheiten aufbaut, hätte sich dieses Bonusmaterial sehr gut gemacht.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bodyguards and Assassins!

Review: War of the Wizards

Fernöstliche Filmproduktionen werden in unseren Gefilden oftmals unterschätzt. Während War of the Wizards in Korea mehr als sechs Millionen Kinobesucher anlocken konnte, wird das Fantasy-Spektakel bei uns nur auf DVD und Blu-Ray veröffentlicht. Schade, denn der Spielfilm hätte sich auch sicherlich gut auf den hiesigen Leinwänden gemacht.

Während der Chosun-Dynastie lebt der junge und sehr talentierte Zauberlehrling Jeon Woo Chi, der seine magischen Kräfte aber lieber für seinen eigenen Nutzen aufwendet, anstatt gute Dinge zu verrichten. Zur selben Zeit vermasseln drei taoistische Priester ein Ritual, bei dem mehrere gefährliche Wesen aus ihrer Verbannung fliehen und daraufhin eine magische Zauberflöte stehlen können. Diese Yokai genannten Wesen haben die Fähigkeit, die Gestalt eines Menschen annehmen zu können – nur an ihrem grünen Blut sind sie zu erkennen. Als die Yokai Jeon Woo Chis Meister töten, wird der Zauberlehrling von den taoistischen Priestern des Mordes beschuldigt und gemeinsam mit seinem Kumpan in geheimnisvollen Schriftrollen eingeschlossen, fatalerweise mit der magischen Flöte. Ganze fünfhundert Jahre müssen die Priester warten, bis sie Jeon Woo Chi wieder befreien können. Zwischenzeitlich hat sich Korea verändert, ist in zwei Staaten gespalten und auch der technische Fortschritt hat keinen Halt gemacht. Der Kampf zwischen Jeon Woo Chi und seinem Widersacher Hwadam, sowie den Yokai wird im Jahre 2009 in Seoul fortgesetzt – und das actiongeladener und witziger wie nie zuvor.

Koreanische Fantasy vom Feinsten

Die Geschichte wird überwiegend chronologisch erzählt, weshalb man jederzeit den Faden der Handlung im Auge behalten und dieser bedenkenlos folgen kann. Die Wichtigkeit der magischen Flöte wird im Film allerdings vernachlässigt, weshalb sich einige Zuschauer wohl oder übel fragen müssen, warum sich die Yokai diesem Utensil bemächtigen wollen. Zudem basiert der Film nur in groben Zügen auf der koreanischen Heldenlegende von Jeonuchijeon, vom Regisseur wurden einige Detailänderungen vorgenommen (so ist Hwadam zum Beispiel ursprünglich sogar der Meister und Freund von Jeon Woo Chi gewesen). Wenn man diesen Punkten kein Gewicht zuteilt, kann der Inhalt definitiv überzeugen. Die Action-Szenen sind im 16:9-Format gehaltenen Film sinnvoll durchdacht, wirken für das Genre gut übertrieben auf den einzelnen Zuschauer und verkörpert die feindlichen Auseinandersetzungen gleichermaßen mit einer Portion Charme und einer Prise Humor. Besonders Woo Chis Darsteller Gang Dong-won und Hwadam-Schauspieler Baek Yun-shik gehen vollkommen in ihren Rollen auf und glänzen mit gekonnten Bewegungen, sowie einer gelungenen Mimik, die ihren Charakteren eine besondere Note verpasst. Die deutsche Synchronisation ist gut gelungen und fühlt sich zu keiner Zeit aufgesetzt an. Das koreanische Original können wir mit zuschaltbaren deutschen (oder niederländischen) Untertiteln auch bedenkenlos empfehlen.

Unterdurchschnittliches Bonusmaterial

Der Soundtrack des Films befindet sich auf einem gesunden Mittelmaß, überragende Klänge sucht man zwar vergebens, doch stört die koreanische Musik niemals. Einen besonderen Pluspunkt verdient das schön gestaltete Menü. Während im Hintergrund Szenen des circa 130-minütigen Films ablaufen, befindet sich die Menüstruktur im unteren Bildbereich. Klickt man auf den Menüpunkt der Trailer, so bewegen sich vor unseren Augen die Cover der Filme von links nach rechts. Das haben wir in dieser Form noch nicht gesehen und darf sehr gerne Geschichte schreiben. Besitzer der 2-Disc Special Edition erhalten auch Zugriff zu dem etwas mager ausgefallenen Bonusmaterial. Interviews mit dem Regisseur und den Darstellern, die zusammen etwa zehn Minuten ausmachen, sind nicht gerade ein Kaufargument. Auch das Making-Of verrät nur wenig von der Produktion des Films. Zumindest können uns die kurzen Videos in Form von B-Roll-Material, der Vorproduktion und den CGI-Effekten überzeugen. Wer nicht vom Bonusmaterial enttäuscht werden möchte, darf getrost zur normalen DVD-Fassung greifen und bekommt so immer noch einen sehenswerten Film spendiert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der 2-Disc Special Edition): Als ich zum ersten Mal das Cover des Films gesehen habe, war ich zwiegespalten. Einerseits erwartete ich einen durchschnittlichen Film, aber andererseits ist es das für mich gerade das Unbekannte, was mich an fernöstlicher Fantasy so sehr interessiert. Wenn man sich zum wiederholten Male den Herrn der Ringe liest oder ein westliches Rollenspiel seiner Wahl durchspielt, kennt man meistens das Einmaleins der mitteleuropäischen Fantasy. Mit geringen und gleichermaßen hohen Erwartungen setze ich mich an War of the Wizards und wurde glücklicherweise nicht enttäuscht. Das Bonusmaterial lässt zwar deutlich zu wünschen übrig, doch der eigentliche Film fasziniert von der ersten Minute an. Witzige und charmante Charaktere treiben die Geschichte wundervoll voran, doch sobald man sich einmal an das mittelalterliche Korea gewöhnt hat, wird man aus seinen Träumen gerissen und bekommt das Seoul de Neuzeit spendiert – und obwohl es vielleicht zu vermuten ist, verliert hier der Film keinesfalls an Fahrt. Die Action wird dank der modernen Umgebung noch eindrucksvoller in Szene gesetzt, die Szene auf der befahrenen Straße erinnert mich sogar entfernt an die Autobahnszene des zweiten Teils der Matrix-Trilogie, welchen ich mir ganz besonders wegen genau dieser Szene immer wieder anschaue. Wer sich einen gesunden Mix aus koreanischer Fantasy-Kultur und Moderne auseinandersetzen will, wird mit War of the Wizards über zwei Stunden lang gut unterhalten.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu War of the Wizards!

Review: Disney Micky Epic (Comic)

Ende letzten Jahres bezauberte Entwicklerlegende Warren Spector mit seiner düsteren Micky-Maus-Interpretation Jump ’n’ Run-Spieler und Fans des vorlauten Mäuserichs gleichermaßen, obwohl der Titel an einigen Stellen deutliche Mängel aufweist. So kommt unter anderem die Handlung schwer in Fahrt und wird öfters durch sich wiederholende Nebenaufgaben gestört. Diesem Manko haben sich das Team rundum Autor Peter David, wie etwa die Zeichner Fabio Celoni oder auch Paolo Mottura in der achtundsechzigseitigen Comic-Variante angenommen. So wird die Geschichte von Mickys Ausflug ins Wasteland auf die nötigsten Punkte reduziert. Das hat zufolge, dass Nebencharaktere auf einer Seite abgehandelt werden oder erst gar nicht im Comic auftauchen. Außerdem sind die Übergänge zwischen den einzelnen Schauplätzen unpraktisch gelöst, Begleiter Gus Gremlin schickt Micky einfach an den nächsten Ort. Diese werden immerhin sinnvoll erklärt, was der Rahmenhandlung sehr gut zu gute kommt.

Mindestens so gut wie die VideospielvorlageWer die Geschichte noch nicht kennt, dem sei gesagt, dass Micky versehentlich die Arbeit eines Zauberer sabotiert und später die Chance dazu erhält, sein Missgeschick wieder gut zumachen und ein magisches Land von einem bösen Phantom zu befreien. Dabei trifft der Mäuserich auf Oswald, die erste wichtige (und mittlerweile vergessene) Comicfigur von Walt Disney. Ihr könnt euch also ausmalen, dass dieser nicht sehr gut auf Micky zu sprechen ist. Die vielen Portale, welche im Spiel Übergangspunkte zwischen den dreidimensionalen Abschnitten einnehmen und mit einer 2D-Passage daherkommen, die an alte Cartoons aus den letzten Jahrzehnten erinnern sollen, werden nur am Rande erwähnt. Die wenigen Filmstreifen werden an den Seitenrändern der schönen Illustrationen untergebracht. Der Humor des Buchs richtet sich in erster Linie an Kinder, beim amüsanten Wortwitz dürfen aber Erwachsene des Öfteren schmunzeln. Übersetzter Arne Voigtmann hat bei der Übersetzung vom Englischen ins Deutsche gute Arbeit geleistet. Das farbig bebilderte Buch im Hardcover-Umschlag ist im Laden für knapp dreizehn Euro erhältlich. Wir empfehlen trotzdem, bei Interesse zunächst den Wii-Titel durchzuspielen, um auch die Zusammenhänge allesamt verstehen zu können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Ein großer Micky-Maus-Fan war ich noch nie gewesen, das hat sich auch letzten November mit Disney Micky Epic nicht geändert. Der in meinen Augen viel zu sanfte Humor kann mir nur sehr selten ein Lächeln entlocken, das ist auch beim neuen Comic aus der Ehapa-Comic-Collection nicht anders. Immerhin wird der Stil des Wii-Spiels sehr gut eingefangen, die Zeichnungen sind wunderschön und auch die Handlung orientiert sich stark an der Videospielvorlage. Die Dialoge sind nicht sonderlich facettenreich, doch erfüllen sie ihren Zweck und treiben die Handlung stetig voran. Allerdings hat man den Comic bei normaler Lesegeschwindigkeit bereits nach einer guten halben Stunde durchgelesen, das Betrachten der wunderschönen Illustrierungen nimmt etwa die gleiche Zeit in Anspruch. Da ich den Comic vermutlich kein zweites Mal lesen werde, ist der verlangte Betrag in meinen Augen etwas zu hoch angesetzt. Trotzdem stimmt die Qualität in Anbetracht der hochwertigen Aufmachung. Fans von Micky und Oswald werden mit dem Buch genauso wie beim Spiel gut unterhalten und dürfen ruhig einen Blick riskieren. Enttäuscht wird man hier sicherlich nicht!

Vielen Dank an den Egmont-Verlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars vom Comic zu Disney Micky Epic!

Review: The Garden of Sinners Film 4: Der leere Tempel

Mit dem vierten Teil der The-Garden-of-Sinners-Reihe läutet Studio Ufotable die Halbzeit der Serie ein. Zwei Monate nach Veröffentlichung des dritten Teils erschien nun auch der vierte Anime rundum Shiki Ryōgi, Mikiya Kokuto und Tōko Aozaki.

Chronologisch als zweiter Teil innerhalb der Reihe angesiedelt, erleben wir wie Shiki in ein Krankenhaus eingeliefert wird und im Juni 1998, zwei Jahre später, aus ihrem Koma erwacht. Als sie erwacht, bemerkt sie allerdings, dass etwas nicht mit ihren Augen stimmt. Sie erblickt schreckliche Dinge, vor ihr zerbricht die Welt wie ein berstender Spiegel. Als sie dem psychischen Druck unterliegt und versucht, sich die eigenen Augen auszustechen, wird ihr jeglicher Besuch von Freunden verwehrt. Mikiya wird nicht zu ihr vorgelassen. In The Garden of Sinners Film 4: Der leere Tempel trifft Shiki zum ersten Mal auf Tōko, welche sich als Logopädin ausgibt, um zu ihr vorgelassen zu werden. Allerdings hat sie das geringste Interesse daran, sich Shikis Sprachvermögen anzunehmen. Stattdessen fördert sie Shikis dunkle Seite, damit sie die ihr gegebene Gabe sinnvoll einsetzen kann. Ein Freundschafts- und Arbeitsverhältnis zwischen Shiki und Tōko nimmt seinen Anfang.

Fragen und Antworten

In Film 4: Der leere Tempel erhalten wir endlich Klarheit darüber, wie sich Shiki und Tōko erst kennengelernt haben und erleben schließlich, wie Shiki ihre Gabe erstmals kontrolliert einsetzt. Auch der Charakter der Tōko wird näher thematisiert, so erfahren wir, dass sie ihre Stimme verstellt, um ein gewisses Ergebnis in Gesprächen zu erreichen. Viel mehr Fragen werden aber auch im vierten Teil der The-Garden-of-Sinners-Reihe nicht beantwortet, man lässt den Zuschauer für mindestens drei weitere Episoden im Dunkeln tappen. Studio Ufotable haben erneut bewiesen, dass sie ausdrucksstarke Charaktere in einer düsteren Welt, lauter trister Farben etablieren können. Allerdings bleibt der Mystery-Faktor dieses Mal fast außen vor, es wird dafür größeren Wert auf die emotionalen Beziehungen unserer Charaktere gelegt, was man an den Unterhaltungen zwischen Shiki und Tōko, sowie zwischen Tōko und Mikiya deutlich sehen kann. Der Film erstrahlt wie seine Vorgänger säuberlich im 16:9-Bildformat, weist technisch gesehen keine Fehler auf.

Druckfehler schmälern (nicht) das Gesamterlebnis

Der Soundtrack unterlegt das Anime-Spektakel mit mystischen Klängen, die jederzeit zu den gezeigten Szenen passen und eine beklemmende Stimmung hervorrufen möchten. Auch die japanischen und deutschen Synchronsprecher verrichten ihre Arbeit gut, besonders die deutsche Stimme von Tōko Aozaki, Christin Marquitan, möchten wir in unserem Review loben. Ihre für die Handlung relevante Stimmenverstellung bringt sie dem Zuschauer wundervoll näher. Obwohl uns der Film überzeugen kann, sind wir nicht besonders mit den Druckfehlern auf der Packungsrückseite des im Pappschuber gehaltenen Films zufrieden. Während wir dort lesen, dass der Film ganze 61 Minuten andauert, war der Film inklusive Vorschau auf den nächsten Teil bereits nach 45 Minuten zu Ende gelaufen – das sind immerhin 25% Laufzeit, die uns hier fälschlicherweise versprochen werden. Auch der Soundtrack fällt ganze acht Minuten kürzer aus, als auf der Packung angegeben (31 Minuten). Trotzdem gilt auch hier: Wer die ersten drei Teile bereits mochte, wird auch mit dem vierten Teil zufrieden sein.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung inklusive Soundtrack-CD): Das fast endlose Warten hat endlich ein Ende. Lange genug hat es gedauert, bis der vierte Teil nun auch bei uns erschienen ist. Wer meine letzten Reviews noch kennt, der weiß, dass ich mich auf die nächste Episode sehr gefreut habe. Optisch und akustisch besticht mich auch dieser Ableger der Reihe, doch irgendwie zieht sich die Handlung in die Länge. Die Geschichte wird zwar durchaus durchdacht weiter erzählt und die ruhigen Momente gekonnt mit einem beeindruckenden und zugleich bedrückenden Soundtrack unterlegt, doch irgendwie möchte der Funke nicht mehr zünden. Da ich die ersten drei Filme vor einigen Monaten am Stück genießen konnte, liegt die Vermutung nahe, dass man bei solch einem unüberschaubaren Projekt schnell den Faden verlieren kann. Außerdem habe ich mich auf einen einundsechzig Minuten langen Film gefreut und konnte unser Testgerät bereits nach einer Dreiviertelstunde ausschalten. Dies sind allerdings nur Kleinigkeiten, die ich schnell vergesse. Im Großen und Ganzen hat mir der Film dennoch gefallen und freue mich auf den nächsten Teil der Reihe, der dann wohl mit gewohnter Stärke die Handlung weiterspinnen wird.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von The Garden of Sinners Film 4: Der leere Tempel!

Review: James Bond 007: Blood Stone

Fans von Geheimagent James Bond müssen sich noch bis zum November des nächsten Jahres gedulden, dann läuft der dreiundzwanzigste Bond-Film in den Kinos an. Ende letzten Jahres hat sich Drehbuchautor Bruce Feirstein allerdings die Zeit genommen, die Handlung eines James-Bond-Videospiels zu schreiben – leider weniger gut, als das Bond-Fans lieb ist.

Die Geschichte rundum James Bond 007: Blood Stone ist an vielen Orten angesiedelt. Die Reise führt uns an exotische Orte wie Istanbul, Sibirien, Bangkok oder Monaco. Das Abenteuer beginnt allerdings in Athen, wo der Doppelnullagent einen Bösewicht auf einer Yacht stellen soll. Das die Aktion in einem puren Action-Feuerwerk endet, ist Bond-typisch vorprogrammiert. Dank stupider Feinde ist das Vorankommen in den sehr linearen Levelstrukturen kein Problem. Wir schießen uns den Weg meist frei, nur selten müssen wir Schalter betätigen, um gescriptete Ereignisse in Gang zu setzen. Da werden Panzerwagen von einem Hovercraft oder Rohre auf einen Helikopter fallengelassen und nebenbei auch ein ganzes Kraftwerk in die Luft gesprengt – der Weg durch das circa acht Stunden lange Spektakel ist unumgänglich mit Explosionen gepflastert. Das beschert uns zwar einen Augenschmaus, doch wo die Bond-typische, facettenreiche Handlung im Spiel geblieben ist, würden wir selbst gerne wissen. Immerhin gibt es zwischenzeitlich immer mal wieder eine Verfolgsjagd mit hübschen Sportautos, in die wir auch selbst eingreifen dürfen. Die Fahrphysik funktioniert zwar grundlegend gut, doch verzeiht das Spiel keine Fehler. Meist reicht die Kollision mit einem anderen Fahrzeug schon aus und der Vorsprung unseres Gegners ist schon so groß, dass wir beim letzten Kontrollpunkt neu starten müssen. Bei einigen Strecken müssen wir uns ebenfalls mehrmals die Umgebung gut einprägen, damit wir beim nächsten Mal keine Fehler mehr machen. Dieses Try-and-Error-Prinzip erinnert stark an Spiele wie Mega Man und Co. und ist heute nicht unbedingt mehr fördernd für den Spielspaß.

Dauer-Actionfeuerwerk

Im gesamten Spiel machen wir im Grunde nichts anderes, als uns von einem Gegner zum nächsten voranzukämpfen. Dabei stehen uns unterschiedliche Maschinengewehre, Pistolen und sogar Granatwerfer zur Verfügung. Befinden wir uns in der Nähe eines Gegners, können wir diesen auch im Nahkampf ausschalten. Um in machen Spielsituationen ungesehen voran zu kommen, ist an diesen Stellen auch kein anderer Vorgehen ohne Einsatz von Waffen vorgesehen. Besiegte Gegner hinterlassen ihre Waffen – Munitionsknappheit gibt es in James Bond 007: Blood Stone nicht. Um unsere Feinde zu orten, steht uns unser Smartphone als Gadget zur Verfügung. Aktivieren wir es, sehen wir sofort, wo sich unsere Kontrahenten und auch die nächsten Kontrollpunkte befinden. Zusätzlich gibt es zwischenzeitlich immer mal wieder (opitonalerweise) bestimmte Objekte zu scannen, deren Daten in die Geheimakten wandern – für das Spielerlebnis an sich sind diese Informationen allerdings nutzlos. Immerhin können wir das Smartphone auch noch für weitere Spielelemente verwenden, beispielsweise absolvieren wir für das Knacken einer Tür dadurch Minispiele, indem wir im richtigen Moment auf die richtige (abgebildete) Taste drücken. Vermasseln wir das Türknacken, hat das allerdings keine Nachteile oder Auswirkungen: Wir dürfen es gleich noch mal probieren.

Kurzweilige Action für kurze Nachmittage

Optisch bietet James Bond 007: Blood Stone zwar keine stark aus der Masse herausragenden Grafiken, doch ist der Titel weit entfernt davon zu Spielen der letzten Konsolengeneration zugehören. Während die Umgebungsgrafiken einen ordentlichen Eindruck machen, hätte man  die von Daniel Craig, Judi Dench oder Joss Stone verkörperten Charakteren ausführlicher gestalten können. Zumindest sehen sie ihren realen Vorbildern sehr ähnlich und kommen im Falle von James Bond und M auch mit in ihren (deutschen) Synchronsprechern daher. Joss Stone als Bond-Girl auszuwählen, war eine gute Entscheidung, doch zu Liebeleien zwischen ihr und dem Agenten des MI6 kommt es nicht. Die britische Soul-Sängerin hat dafür aber den Titelsong „I’ll take it all“ beigesteuert – das ist nett, aber es hat schon deutlich bessere Songs für Bond-Filme gegeben. Die Steuerung (auf der PlayStation 3) funktioniert nach einer kurzen Eingewöhnungszeit sehr gut, doch warum sich die Entwickler dafür entschieden haben, den Laufbefehl auf die L3-Taste zu legen und den Waffenwechsel auf die Dreieckstaste, ist uns ein Rätsel. Das ist ärgerlich, da man die Tastenkonfiguration auch nicht selbstständig ändern und nur aus einer überschaubaren Anzahl an vorprogrammierten Konfigurationen auswählen kann. Mit einer Spielzeit von bis zu acht Stunden ist James Bond 007: Blood Stone relativ kurz ausgefallen – für zwei bis drei kurze Nachmittage unterhält der Action-Titel aber zumindest die beinharten Bond-Fans., alle anderen können einen Bogen um das Spiel machen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-DS- und PlayStation-3-Fassung): Ende letzten Jahres war es mir bereits möglich, die Nintendo-DS-Fassung des Spiels zu testen. Damals fand ich die Handheld-Fassung auch als außerordentlich gut, weshalb ich die Wertungen der Fachmagazine – in Bezug auf die Konsolenfassung – nicht nachvollziehen konnte. Allerdings fiel die DS-Fassung auch deutlich kürzer und in Anbetracht der kaum vorhandenen Handlung somit auch gehaltvoller aus. Da ich seit April nun auch Besitzer einer PlayStation-3-Konsole geworden bin, war es mir nun auch endlich möglich, die durchschnittliche bewertete PC-, PS3- und Xbox-360-Fassung anzuspielen. Leider kommt die Handlung aufgrund der viel zu langen Action-Sequenzen in James Bond 007: Blood Stone nur selten zur Geltung und am Ende fragt man sich wirklich, welcher Storyline man in den letzten Spielstunden überhaupt gefolgt ist, zumal der Titel mit einem Cliffhanger endet und Freiraum zum Spekulieren lässt. Man hätte hier durchaus mehr aus dem Spiel herausholen können. Der Soundtrack geht zwar in Ordnung und auch grafisch gibt es definitiv Schlimmeres, aber das jeder Gegner wie jeder andere Feind fast auch reagieren muss, ist mir schleierhaft. Als Asien-Fan hat mich dann aber zumindest die Mission in Bangkok zufrieden gestellt. Bei der rasanten Autofahrt durch die thailändische Stadt habe ich richtig Lust auf ein Grand Theft Auto, angesiedelt im asiatischen Raum, bekommen. Schade nur, dass True Crime 3 eingestellt wurde und Rockstar Games mir diesen Gefallen sicherlich nicht tun wird. Immerhin kann ich diese Mission immer wieder aus dem Menü heraus auswählen – ein schwacher Trost. Jener Bond-Fan, der das Spiel günstig ergattern kann, sollte zuschlagen – ansonsten kann man es im Regal getrost stehen lassen.

Vielen Dank an Activision für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Review: Inazuma Eleven

Im Land der aufgehenden Sonne sind bis Dato drei Inazuma-Eleven-Spiele auf dem Nintendo DS erschienen, der vierte Teil für Nintendos neues Wunderwerk, dem 3DS, ist bereits genauso wie ein Wii-Ableger angekündigt. Deutsche Fans kommen nach mehr als zwei Jahren zumindest schon einmal in den Genuss der ersten Episode des Fußball-Rollenspiels.

In Inazuma Eleven verkörpern wir den jungen Mark Evans. Er ist Kapitän und Torwart einer Schul-Fußballmannschaft, doch sind es nicht nur die miesen Spielergebnisse, sondern auch die Motivation seines Teams, die ihm den Spaß am Fußballspielen verderben. Eines schönen Tages taucht Axel Blaze, ein neuer Schüler und zugleich ein talentierter Fußballer, in der Raimon Jr. High auf. Mark versucht alles, um Axel in sein Team zuholen, doch der hat mit dem Fußballspielen längst abgeschlossen. Trotzdem schafft es Mark, seine Teamkameraden zu motivieren, um Axel vielleicht doch noch in sein Team zu holen. Im späteren Spielverlauf mausert sich die Truppe zu einer gut trainierten Mannschaft und nimmt sogar an der Football-Frontier-Meisterschaft teil. Der Weg zum Siegespokal ist mit vielen Herausforderungen und Hürden gespickt, welche allesamt bezwungen werden möchten. Zusätzlich warten auf Mark und seine Freunde noch viele kleine Nebengeschichten, die miteinander verwoben sind und vom Fußballalltag geringfügig ablenken. Mit fortlaufender Spielzeit nimmt die eigentliche Handlung zunehmend Abstand von der Realität. Dem Spieler wird eine spannende Geschichte voller Mord(versuche), Intrigen und Freundschaft vermittelt. Obwohl diese Tatsachen den Spieler fesseln können, wirken die Zusammenhänge oft sehr surreal und weit hergeholt.

Rollenspiel im Fußball-Alltag

Inazuma Eleven orientiert sich in den grundlegenden Elementen an anderen Rollenspielen. Wir bewegen uns frei über das Schulgelände und schalten mit zunehmender Spieldauer neue Gebiete wie beispielsweise die Einkaufspassage, das Wohngebiet oder das Flussufer frei. Dort angekommen unterhalten wir uns mit den Stadtbewohnern, um an Informationen über das Fußballspielen oder die Stadt zu gelangen. Gelegentlich stoßen wir auch auf die eine oder andere Truhe, die interessante Gegenstände wie neue Trikots, Schuhe, Armbänder oder Sportdrinks für uns und unsere Kameraden beinhalten. Objekte können übrigens auch in den quer über die Stadt verteilten Geschäften eingekauft werden – in Inazuma Eleven hält Geld allerdings nicht als Zahlungsmittel her. Stattdessen möchten die Inhaber im Tausch für die Ware Elanpunkte von uns sehen, welche wir entweder in Kisten finden oder als Gewinn für die Siege in den Zufallskämpfen erhalten. Sehr oft werden wir mit anderen Mannschaften konfrontiert, die wir in mal längeren, mal kürzeren Fußballspielvarianten besiegen müssen. Entwickler Level-5 hat hier allerdings mitgedacht und die sich gegenüberstehenden Mannschaften auf jeweils vier Spieler pro Team reduziert. In den Zufallsbegegnungen gilt es dann, zu erst ein Tor zu schießen, den Ball einfach nur zu erobern, eine gewisse Zeit lang kein Tor zu riskieren oder auch den Ball vor dem Gegner zu beschützen.

Berechnetes Fußballspielen

In diesen Spielen liegt es allerdings nicht nur am Geschick des Spielers, die Charaktere mit dem Stylus taktisch über das Spielfeld zu manövrieren, sondern rollenspieltypisch auch an den Werten des jeweiligen Charakters. Mit jedem gewonnenen Spiel erhalten alle Charaktere, die am Spiel teilgenommen haben, Erfahrungspunkte. Eine ausreichende Menge dieser Punkte ermöglicht den automatischen Levelaufstieg dieser Person, was verbesserte Werte in Form von Ballkontrolle, Schusskraft oder Kampfgeist mit sich bringt. Diese Werte kommen vor allem dann zum Vorschein, wenn sich zwei Charaktere auf dem Feld begegnen und einen Zweikampf austragen müssen. Hier ist es allerdings auch möglich, dass sich gleich mehrere Charaktere gegenüberstehen werden. Maximal können sich drei Spieler auf jeder Seite gegen die Angreifer wehren, wobei wir auch die unterschiedlichen Basiselemente jedes Charakters beachten müssen. So sind Charaktere des Typs Wind im Vorteil gegenüber Spielern des Typs Erde. Erde dagegen ist stärker als Feuer, Feuer steckt Holz leicht in die Tasche, wobei Holz wiederum im Vorteil gegenüber des Typs Wind ist. Grundsätzlich klingt dieses Vierergespann komplex, doch im eigentlichen Spiel findet dieses Wissen von uns kaum Beachtung, da wir jedes Match auch durch bestimmte Spezialtechniken locker gewinnen können.

Action-geladene Spezialtechniken

Während Torwart Mark auch den stärksten Schuss mit einer riesigen Hand abwehren kann, feuert Stürmer Kevin mit der Kraft eines Drachen seinen so genannten Dragonball in das gegnerische Tor. Später gibt es auch Techniken, die von mehreren (nahezu frei wählbaren) Charakteren angewendet werden können. In einigen Fällen kommt es wegen der Handlung auch dazu, dass wir eine dieser Fähigkeiten auch anwenden müssen, andernfalls ist das Spiel nicht für uns zu gewinnen. Alle Spezialtechniken sind an die so genannten Technikpunkte gebunden, welche jedem Spieler aber nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Des Weiteren steht jedem Charakter eine gewisse Anzahl an Kraftpunkten zur Verfügung. Je mehr und je dynamischer sich der Spieler während des Matches über das Feld bewegt, desto schneller sinken diese Punkte und desto langsamer wird der jeweilige Spielcharakter. Um das zu erreichen, muss man sich allerdings schon oftmals selbst die Mühe geben und wie verrückt auf den abgebildeten Spieler auf dem Touchscreen klicken, damit sich dieser schneller auf sein Ziel zu bewegt. Im Übrigen wird der Titel innerhalb eines Fußballspiels überwiegend nur mit dem Stylus gesteuert, einzig allein die Kamera aus der Vogelperspektive kann mittels Steuerkreuz oder den vier Knöpfen auf der gegenüberliegenden Seite des Geräts in acht mögliche Richtungen bewegt werden.

Gigantische Spielerauswahl

An dieser Stelle verdient der Entwickler Pluspunkte, dass er Linkshänder in diesem Spiel nicht benachteiligen möchte. Neben den gerade erwähnten Zufallsbegegnungen gibt es in Inazuma Eleven aber selbstverständlich auch Spiele, bei denen sich elf Mann auf dem Spielfeld gegenüberstehen. Dies ist allerdings nur bei speziellen Trainingsspielen und wichtigen Matches gegen andere Mannschaften der Fall. Für errungene Siege gibt es nicht nur die im letzten Absatz erwähnten Elanpunkte, sondern auch Gegenstände und Teamgeistpunkte zu gewinnen. Letztere investieren wir, um neue Spieler für unsere Mannschaft zu begeistern, indem wir sie bei Freundin Celia im Clubhaus über den Bekanntenkreis finden und in einem kurzen Spiel besiegen. Haben wir gegen bestimmte Mannschaften gewonnen, können wir sie bei Silvia zu einem Freundschaftsspiel einladen – bei Nelly hingegen werben wir ab etwa der Mitte des Spiels zufällige Spieler von eben diesen Mannschaften ab. Die schier unendliche Anzahl an möglichen Charakteren sollten wir besonders erwähnen, denn Level-5 hat sage und schreibe mehr als eintausend (!) Fußballer in das Spiel integriert, die wir in die Mannschaft aufnehmen dürfen. Leider konzentriert sich die Handlung nur auf die Hauptcharaktere wie Mark, Axel, Jack, Nathan oder Jude, was in Anbetracht der überdimensional großen Anzahl an möglichen Charakteren auch nicht verwunderlich ist.

Durchwachsene Intelligenz

Optisch besticht der Titel mit einem kunterbunten Grafikstil, der uns sehr an Animes wie Kickers und Co. erinnert. Daran sind die gelegentlich aufkommenden und schön in Szene gesetzten Anime-Sequenzen nicht ganz unschuldig, welche ebenfalls ins Deutsche übersetzt wurden und mit einer guten, aber nicht überragenden Synchronisation daherkommen. Die Musikstücke des Spiels passen wunderbar zu den jeweiligen Ortschaften, doch da die Anzahl an Tracks relativ kurz geraten ist, stören die eigentlich angenehmen Klänge und Geräusche schon nach wenigen Spielstunden. Das Spiel basiert auf derselben Engine wie Dragon Quest IX: Hüter des Himmels, so fühlt sich jede Bewegung über das Schulgelände genauso an, wie in der traditionsreichen Rollenspielreihe. Während die Steuerung beim Erkunden der Stadt und innerhalb der Menüs durchweg positiv, sprich schlicht und einfach ausfällt, ist sie in den Matches anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, doch nach einigen Fußballspielen geht die Bedienung in Fleisch und Blut makellos über. Hier befindet sich dann leider auch einer der Knackpunkt des Spiels. Die künstliche Intelligenz der Gegner ist nicht wirklich facettenreich ausgefallen, bereits nach kurzer Spielzeit haben wir uns dabei ertappt, immer wieder dieselbe Strategie einzusetzen und waren damit durchweg bis zum Ende erfolgreich, da die Gegner oft gleich agieren. Einzig allein die unterschiedlichen Spezialfähigkeiten, die trotzdem allesamt dieselbe Wirkung erzielen, lassen die Gegner voneinander unterscheiden.

Positive Schlussbilanz

Hier sei allerdings noch erwähnt, dass sich Level-5 tatsächlich die Mühe gegeben hat, jeden der über eintausend Charaktere unterschiedlich zu gestalten. Egal ob wir den Charakter nun auf dem Schulgelände antreffen oder mit ihm das Fußballfeld unsicher machen. Sein Äußeres ähnelt keinem anderen Charakter im Spiel – klasse! Seid ihr daran bedacht, jeden einzelnen Charakter ins Boot zu holen, seid ihr mit Sicherheit mehr als fünfzig Spielstunden beschäftigt, ansonsten flimmert nach circa zwanzig Stunden der Abspann über die DS-Bildschirme. Nach dem Durchspielen ist aber noch lange nicht Schluss, dann könnt ihr immer noch jegliche Charaktere mit euren Freunden tauschen und euch dabei eine unschlagbare Mannschaft aufbauen, allerdings nur offline. Die Online-Modi beschränken sich nur auf die Downloads diverser Charaktere und Gegenstände, welche allerdings Woche für Woche erweitert werden sollen. Beim finalen Testzeitpunkt standen am 27. April 2011 zwölf Spielcharaktere und drei Gegenstände zur Verfügung. An dieser Stelle hat Level-5 deutlich Punkte verschenkt, denn Spieler ohne Internetzugang kommen nicht in den Genuss aller Spielverstecke und leidenschaftliche Fußballer haben keine Möglichkeit, sich online zu duellieren. Rollenspieler und Fußball-Fans werden in Inazuma Eleven gleichermaßen bedient und haben die Möglichkeit, die Fußballmannschaft ihrer Träume zu erstellen. Außerdem sei noch erwähnt, dass für den 24. April 2011 der Start des Animes auf RTL2 geplant war, leider fand die Ausstrahlung nicht statt. Schade, denn das wäre eine gute Möglichkeit für euch gewesen, die Persönlichkeiten kennenzulernen. Wenn ihr kein Problem damit habt, witzige Charaktere mit übermenschlichem Können durch eine surreale Geschichte zu führen, werdet ihr mit Inazuma Eleven bestens bedient und werdet so schnell kein vergleichbares Spiel im Regal entdecken.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Wer mein Fazit zum Review zur Anime-Serie der Kickers gelesen hat, wird sehr gut wissen, dass ich mit Fußball im Grunde rein gar nichts anfangen kann. Trotzdem hat mich das vorliegende Nintendo-DS-Spiel genauso gefesselt wie die eben genannte Serie und ich kann es mir auch nicht logisch erklären, warum das so ist. Vermutlich liegt es vor allem an der nett gestrickten Handlung, welche ich mit den liebevoll designten Charakteren erleben kann. Besonders anfangs kann man deutlich sehen, dass sich die Entwickler an den Kickers orientiert haben, wenn die Geschichte auch schon bald andere Formen annimmt. Gegen Ende hat mir diese aber nicht mehr ganz so gut gefallen, da die Entwickler wohl wirklich der Meinung gewesen sein müssen, dass man Mord- und Todschlag mit dem Fußballspielen gleichsetzen kann – schwach. Sobald es aber darum geht, auf dem Rasen miteinander Fußball zu spielen, haben es die Entwickler durch die zahlreichen Spezialfähigkeiten ebenfalls übertrieben, allerdings zu meinen Gunsten. Wenn die Fußballspiele ebenfalls so langweilig inszeniert wären, wie im wahren Leben, hätte ich schon bald keine Freude mehr an dem Game gehabt. Schade nur, dass die Entwickler sich nicht die Zeit genommen haben, die künstliche Intelligenz der Gegner facettenreicher zu gestalten. Schon nach kurzer Spielzeit hatte ich den Dreh raus und habe meine, von der Handlung her überlegenen Gegenspieler, problemlos besiegen können. Da ich mit Fußball, wie eingangs erwähnt, nichts anfangen kann, ist das eine ebenfalls so schwache Leistung, wie keinen Online-Modus in das Spiel zu integrieren. Gerne würde ich mein Können gegen richtige Profis unter Beweis stellen, doch das wird mir in dem Spiel verwehrt. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass Nintendo auch die restlichen Ableger der Reihe in Europa veröffentlichen wird, denn das Spiel hat mir trotzdem sehr viele Stunden Freude bereitet und so schnell komme ich vom Spielprinzip bestimmt nicht mehr los.

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Review: Kickers (Gesamtausgabe)

Vor vielen Jahren gab es eine Zeit, in der auf RTL 2 noch viele Animes der alten Schule ausgestrahlt wurden. In dieser längst vergangenen Zeit haben sich auch die Kickers in die Herzen vieler Fußballfreunde und Anime-Fans geschlichen, doch auch heute noch vermittelt diese klassische Serie wichtige Werte, die wir nie vergessen dürfen.

Die Handlung der sechsundzwanzigteiligen Serie setzt ein, wo der junge Fußballer Gregor mit seiner Familie in die Stadt zieht. An seiner neuen Schule angekommen, möchte er sich auch gleich der hiesigen Fußballmannschaft anschließen – den Kickers. Diese sind allerdings alles andere als gut, nicht sonderlich motiviert und am Training eindeutig desinteressiert. Kapitän und Torwart der Kickers Mario steht kurz davor, das Handtuch zu werfen. Gregor schafft es, in den Köpfen der munteren Truppe neuen Kampfgeist zu wecken. Fortan trainieren sie jeden Morgen und jeden Abend, um ihre Stärke zu verbessern und ihre Techniken zu verfeinern. Schon bald treten sie gegen verschiedene Mannschaften an, um ihren Namen reinzuwaschen, später gar an einem großen Turnier der besten Teams teilzunehmen. Meistens verhält es sich dann so, dass ihre Gegner eine Spezialtechnik gemeistert haben, welche sie zunächst erkennen müssen, um anschließend Fehler auszumerzen, um das Spiel noch gewinnen zu können. So müssen die Kickers unter anderem den Teufelsdreier der Teufel durchschauen oder sich gegen ein Team durchsetzen, dass die Taktiken der Kickers im Voraus mittels Computer vorberechnen konnte. Die Nebenhandlungen (in den meist abgeschlossenen, circa dreiundzwanzigminütigen Episoden) sind ebenfalls durchaus sehenswert. So gibt es neue Kameraden, die das Zusammenspiel nicht ganz so ernst nehmen und auch (sehr sanfte) Liebesgeschichten zwischen Mario und Gregors Schwester Elsa sind nicht ausgeschlossen.

Verkörperung von wichtigen Werten

Viel wichtiger sind aber die Aussagen, die uns die Serie näherbringen möchte. Die Geschichte vermittelt in erster Linie die Freundschaft untereinander, dass man zu seinen Freunden stehen soll und sich gemeinsam für eine gute Sache entscheidet. Aber auch, dass man Spaß am Sport haben und immer fair spielen soll, ist eine der wichtigsten Kernaussagen des Animes. Auf lustige Art und Weise werden uns diese Informationen übermittelt, denn witziger könnten die Charaktere nicht ausfallen. Der muntere Gregor, der Vielfraß Sascha, die liebreizende Conny oder auch ihr zielorientierter Bruder Victor tragen zum heiteren Gesamtbild der Geschichte bei. Bei den Namen der Persönlichkeiten fällt übrigens direkt auf, dass man die Charaktere im Gegensatz zur japanischen Originalfassung umbenannt hat. Aus Masaru wurde Mario, aus Hideo Tino und aus Shinsuke entstand in der deutschen Fassung Benjamin. Bei der Aussprache orientierten sich die Übersetzer allerdings entweder beim deutschen Pendant (am Beispiel von Sascha) oder fügten einen englischen Akzent (als Beispiel nennen wir hier Gregor) hinzu. Für jüngere (deutschsprachige) Zuschauer ist das natürlich eine Erleichterung, Fans des Originals stoßen bitter auf, zumal nur die deutsche Tonspur auf den insgesamt vier DVDs enthalten ist. Eine japanische Sprachausgabe sucht man vergebens, selbst deutsche Untertitel haben es nicht auf die Datenträger geschafft. Hörgeschädigte werden mit der Gesamtausgabe der Kickers nicht glücklich werden.

Eine klasse Serie mit Mängeln

Bonusmaterial findet man ebenfalls nicht in dieser Kollektion, nur einige Trailer zu diversen Animes wie Ranma ½ haben ihren Weg auf die DVDs gefunden – ein schwacher Trost. Die Qualität der Synchronisation befindet sich auf einem guten Mittelmaß, altersbedingt gibt es hier und da ein paar (kleinere) Aussetzer. Die Synchronsprecher wurden gut gewählt und passen zu den ihnen zugewiesenen Rollen. Unverzeihbar ist nur, dass selbst Synchronstimmen von wichtigen Protagonisten wie Victor, Sascha, Philipp oder Tinos Vater auch für andere Nebencharaktere genutzt werden – oft sogar in ein und derselben Episode. Das kostet Punkte bei der Atmosphäre. Die Bildqualität ist ebenfalls nicht gerade das Gelbe vom Ei, gelegentlich gibt es ein paar Aussetzer bei der Wiedergabe in Form von Schlieren, die man sonst nur noch von alten VHS-Kassetten kennt. Eine digitale Überarbeitung fand bei dieser Serie nicht statt. Das mag Nichtkennern missfallen, doch Kenner früherer Fernsehausstrahlungen möchten die Serie vielleicht nicht anders aufnehmen. Übrigens wird die Gesamtausgabe in einer schicken Box geliefert, die mit einer dicken Pappe sehr robust wirkt. Die einzelnen DVDs befinden sich sogar in den üblichen DVD-Schachteln, wie man sie sonst nur von Kinofilmen her kennt. Jede DVD wird mit einem Wendecover ohne FSK-Logo geliefert, die eigentliche Box weist dieses Manko erst gar nicht vor und kommt direkt ohne FSK-Symbol daher. Wer sich mit den Makeln zufrieden geben möchte, bekommt eine großartige Serie vorgesetzt, die auch ein Vierteljahrhundert nach ihrer ersten Ausstrahlung in Japan immer noch sehenswert ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Fußball ist für mich genauso interessant, als wenn in China ein Sack voller Reis umkippen würde. Ich kann dieser Sportart einfach nichts abgewinnen, doch trotzdem habe ich mir die Kickers gerne angeschaut. Das liegt zum einen daran, dass es sich hierbei um einen Anime handelt, des Weiteren ist die Sportart Fußball in dieser Serie übertrieben dargestellt. So springen einzelne Spieler meterhoch, feuern den Fall mit Lichtgeschwindigkeit ins Tor und die aberwitzigen Taktiken, welche in diesem Anime behandelt werden, machen das Ganze schnell wieder interessant. Wenn Fußball so in Wirklichkeit wäre, würde ich mir auch das eine oder andere Spiel anschauen oder selbst anfangen zu spielen. In kurzer Zeit habe ich die vielen verschiedenen Charaktere lieb gewonnen und nebenbei auch Lust auf Inazuma Eleven, ein Fußballrollenspiel für den Nintendo DS bekommen (Review folgt in Kürze). In der Serie werden viele tolle und kleine Geschichten erzählt, welche den Anime herausstechen lassen. Leider werden nur wenige Handlungsstränge über mehr als eine Episode hinweg erzählt. In einem Großteil aller Fälle ist es so, dass nach einer Episode die Nebenhandlung beendet wird und in der nächsten Folge ein neues Kapitel aufgeschlagen wird. Möchte man sich nur schnell eine Folge anschauen, ist dieses Vorgehen natürlich sinnvoll. Schaut man sich aber mehrere Episoden am Stück an, kommt gelegentlich schnell Langeweile auf – zumindest war das bei mir der Fall. Trotzdem blieb ich am Ball und schaute mir alle 26 Episoden an – und wenn das ein Anime bei mir schafft, dann kann ich ihn auch nur wärmstens weiterempfehlen.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars der Kickers-Gesamtausgabe!

Review: Nintendogs + Cats

Nintendogs war bereits auf dem Nintendo DS ein Phänomen. Kaum ein anderes Spiel hat die Bindung zu einem virtuellen Haustier dermaßen glaubhaft dargestellt, wie diese Simulation. Jahre später geht Nintendo denkt mit und führt nun auch Katzen in das Spiel ein, doch ist es fraglich, ob dieser Schritt der logische Fortschritt der Reihe ist, wenn grundsätzlich doch auch wieder alles beim alten – und auch den Hunden – bleibt.

Aus der Ego-Perspektive betreten wir die virtuelle Wiese, wo uns auch schon ein paar süße Hundewelpen begrüßen. Am liebsten würden wir gleich alle Vierbeiner mit zu uns nach Hause nehmen, doch dürfen wir uns zunächst nur für einen Hund entscheiden. Unsere Wahl fällt einen Golden Retriever, dem wir kurz darauf eigens den Namen Shannon zuteilen. In Zukunft hört Shannon auf uns, wenn wir sie rufen. Als nächstes steht dann auch schon das erste Bad mit der Hundedame an. Mittels Stylus wählen wir aus dem Menü das Shampoo aus und waschen im Badezimmer ihr Haar. Schon glänzt das Fell wieder wie neu. Anschließend ist es Zeit, dem Hund neue Tricks beizubringen. Wir führen spezielle Gesten am Hund aus, heben beispielsweise seine rechte Hand und rufen anschließend das Kommando „Gib Pfote“ ins Mikrofon, wobei „Gib Pfote“ stellvertretend für jede andere Wortkombination steht. Das Kommando „Sitz“ bringt unseren Hund dann dazu, sich auf sein Hinterteil zu setzen. Die Spracherkennung funktioniert in der Regel auch sehr gut, nur selten haben wir das Gefühl, dass unser Hund unsere Befehle missachtet. Deshalb solltet ihr auch immer klar und deutlich sprechen, damit es zu wenigen Missverständnissen kommt. Nach dem Beibringen der Tricks möchten wir mit Shannon Gassi gehen, da bemerken wir, dass sich die Tageszeit vor unserer Haustür sich der Systemuhr des Nintendo 3DS anpasst: Es ist mittlerweile abends. Außerdem bemerken wir, dass neben Pilotwings Resort auch in der Nintendogs-Reihe die Miis ihr Unwesen treiben. Auf den Bürgersteigen unterhalten sich Miis und auf der der offenen Straße treffen wir auch das eine oder andere Mal auf einen anderen Hundebesitzer zu einem Plausch.

Hundeleben

Die Tiere beschnuppern sich, schüchtern sich gegenseitig ein oder zeigen untereinander auch Respekt zueinander. Auswirkungen auf das Verhalten unseres Hundes hat das nur wenig, da die Bindung zwischen Herrchen beziehungsweise Frauchen ganz klar im Vordergrund steht. Hin und wieder findet Shannon auch mal ein Geschenk, in dem sich nützliche Gegenstände befinden – nett! Unangenehme Arbeiten warten in Nintendogs auch auf den Spieler, denn wenn der Hund sein Geschäft einmal auf offener Straße verrichten soll, müssen wir den Kot natürlich in eine Papiertüte packen. Einen Vorteil hat das ganze aber schon: Virtuell stinkt natürlich nichts! Immerhin wird der Gassigeh-Alltag somit etwas realistisch dargestellt, damit wir aber die Beziehung zu Shannon vertiefen, nehmen wir öfters an Wettbewerben teil. Das Apportieren von Frisbee-Scheiben steht ebenso auf dem Plan wie das Vorführen gelernter Tricks. Somit verdienen wir nebenher auch das nötige Kleingeld, um neue Accessoires oder Möbelstücke zu erwerben. Da unser Hund selbstverständlich hin und wieder auch mal Hunger und Durst hat, gilt es ebenfalls sich mit genügend Nahrung einzudecken. Wie es der Titel des Spiels schon vermuten lässt, dürfen wir im neuesten Teil der Reihe auch Katzen pflegen. Das nötige Kleingeld vorausgesetzt, dürfen wir uns solch ein Tier im Zwinger erwerben und dann allerhand mit ihm anfangen.

Katzenwetter

Obwohl die Katzen einen Mehrwert im Spiel darstellen, haben sich die Entwickler aber mehr auf die Hunde konzentriert. Die bellenden Vierbeinern ähneln ihren realen Vorbildern auch in Nintendogs + Cats mehr, als die kleinen Katzen, die immerhin mit ihrem Miauen etwas mehr Realität in das Spiel bringen. Wenn wir keinen Platz mehr in unserem Heim haben, dürfen wir die Tiere auch in einer Pension unterbringen, wo sie gut behandelt werden. Des Weiteren unterstützt der Titel auch die Street-Pass-Funktion des Nintendo 3DS. Wir dürfen ein Foto von unserem Welpen machen, den Brief mit dem Symbol eines unserer Miis versehen und eine aus wenigen Zeichen bestehende Botschaft, sowie einen Gegenstand (der übrigens dadurch nicht verloren geht) dranhängen. Im Standby-Modus können wir nun auf andere Hundebesitzer treffen, um die Botschaft sofort an ein anderes Nintendo 3DS zu vermitteln – und umgekehrt. Vor dem Kauf des Spiels solltet ihr euch überlegen,  welche Hunderasse ihr am liebsten mögt, denn in jedem Spiel erwarten euch (ähnlich wie in Pokémon) andere Wesen, mit denen es sich anzufreunden gilt. In einer Version gilt es einen Golden Retriever zu versorgen, in der anderen Fassung müssen wir uns hingegen um die Rasse Zwergpudel kümmern. Abschließend bleibt zu sagen, dass Nintendogs + Cats natürlich keine echten Tiere ersetzen können. Dieses Gefühl ist mit nichts auf der Welt gleichzusetzen und wer selbst die Möglichkeit hat, sich um ein Tier zu kümmern, sollte das eher als Nintendogs + Cats in Betracht ziehen. Trotzdem ist der Titel für alle, die an einer Tierhaarallergie leiden oder einfach zu wenig Zeit haben, eine gute Alternative fernab von veralteten Tamagotchis.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Es war nach dem kurzen Anspielen auf der letzten Gamescom das erste Mal, wo ich mich wirklich mit der Nintendogs-Serie auseinandergesetzt habe. Einerseits bin ich doch überrascht, wie gut das Spielprinzip funktioniert. Die Spracherkennung hat nur selten den einen oder anderen Aussetzer und die Spieloptionen sind größer als erwartet. Es macht mir hin und wieder wirklich Spaß, einfach mal den Nintendo 3DS einzuschalten und nach meinen virtuellen Haustieren zu schauen – allerdings klappe ich den Handheld ebenso schnell wieder zu, was eigentlich sehr schade ist. Auf Dauer ist der Titel nämlich leider recht monoton und da können die Katzen, die ich ja viel lieber mag als Hunde, dann auch nichts mehr ausrichten. Meine beiden lebendigen Stubentiger reichen mir da vollkommen aus. Trotzdem ist der Titel eine tolle Empfehlung für Leute, die sich aus unterschiedlichen Gründen kein Haustier halten können, eine mehr als nur gute Wahl. Wer den DS-Vorgänger besitzt, sollte aber nicht zu viel erwarten. Der 3D-Effekt ist mehr als bescheiden (so wirklich kommt dieser nur zur Geltung, wenn der Hund den Spieler im wahrsten Sinne des Wortes abschlecken möchte oder wenn wir einen Gegenstand, wie einen Gummiball mitten in den Raum werfen) und die Neuerungen halten sich ebenfalls in Grenzen. Wer aber nicht genug von den Tölen bekommen kann, darf ohne Bedenken zuschlagen!

Review: Pilotwings Resort

Pilotwings ist eine der Marken, die bei Nintendo längst in Vergessenheit geraten sind. Schon zu Super-Nintendo-Zeiten, durften wir die luftigen Höhen dank Mode-7-Chip erkunden und Jahre später ebenfalls auf dem Nintendo 64. Mit der Zeit wurden grafische Darstellungen in Videospielen immer komplexer, die Technik machte zu jener Zeit große Fortschritte, doch ein finanzieller Segen blieb bei Pilotwings 64 leider aus. Auch Hudson Softs Versuch, das Spiel in ähnlicherweise zu reanimieren, schlug fehl. Wing Island verkaufte sich mäßig und kassierte in der Presse durchweg schlechte Bewertungen. Mit Pilotwings Resort ist Nintendo allerdings auf dem besten Wege, eine tot geglaubte Reihe wieder zu beleben.

Nachdem wir das Spiel gestartet haben und den 3D-Regler auf Maximum gestellt haben, sind wir bereits auf dem Titelbildschirm vom Spiel hin und her gerissen. Die weitläufige Aussicht kann man mit einem Wort einfach nur als phänomenal bezeichnen, doch vom 3D-Effekt möchten wir uns nicht beeindrucken lassen und starten das Spiel. Die Pilotenkarriere beginnen wir im Wuhu Wolken-Klub. Wie der Name schon vermuten lässt, befinden wir uns auf Wuhu Island, jener Insel, die findige Spieler bereits aus Wii Fit oder Wii Sports Resort kennen dürften. Das heißt auch, dass uns der eine oder andere Mii zwangsweise über den Weg laufen wird. Nachdem wir unseren Alter Ego aus der Mii-Liste ausgewählt und die Mitgliedschaft unterschrieben haben, fangen wir auch schon mit den aufschlussreichen Tutorials an, um die einfache Flugsteuerung zu erlernen. Zunächst stehen uns bei diesem Unterfangen neben einem propellerbetriebenes Flugzeug, auch ein Raketengurt und ein Hängegleiter zur Verfügung. Im späteren Spielverlauf gibt es auch weitere Fluggeräte zu kontrollieren, beispielsweise den Turbo-Jet, der mit seiner hohen Geschwindigkeit punktet.

Frei wie der Wind

Im Missions-Modus erledigen wir die uns gestellten Aufgaben der Reihe nach – jeweils mit einem vorgegebenen Fluggerät. Wir fliegen durch Ringe, hüpfen mittels Raketengurt von der einen Plattform zur nächsten und müssen dabei möglichst viele Punkte einkassieren. Action kommt in Pilotwings Resort selbstverständlich nicht zu knapp. Hin und wieder dürfen wir auf Zielscheiben ballern, die uns am Ende des Levels zusätzliche (und für die Höchstwertung unabdingbare) Punkte beschert. Wer es langsamer angehen möchte, freut sich indessen über die eine oder andere Sightseeing-Tour, in denen man während eines Rundflugs mit dem Hängegleiter Fotos von Gebäuden, wie der großen Brücke oder dem Schloss machen darf. Die geschossenen Fotos dürfen wir nach Beenden der Aufgabe auf der SD-Karte speichern und sie später ebenfalls weiterverarbeiten. Allerdings ist es nicht möglich, Fotos über das Internet an Freunde weiterzuleiten. So ist der Nutzen dieser Funktion gleich null, wenn auch eine nette Dreingabe. Dem eigentlichen Spielprinzip schadet das aber natürlich nicht, denn je öfters wir erfolgreich die Aufgaben im Missions-Modus erfüllen, desto mehr Inhalte sind anschließend im Freiflug-Modus verfügbar.

Pilotenfeeling

In einem zeitlichen Rahmen erkunden wir das Eiland nach Gutdünken und erfüllen nebenher sekundäre Ziele, beispielsweise das Ausführen von recht einfachen Tricks oder dem Sammeln von Informationen über die Örtlichkeiten der Insel. Im Nu schalten wir so das eine oder andere Diorama frei, welches wir in dreidimensionaler Ansicht begutachten dürfen. Wir haben richtig das Gefühl, dass die Flugzeuge aus dem Bildschirm herausstechen und zum Greifen nahe sind. Das gesamte Geschehen wird meist mit ruhigen Klängen unterlegt und vermittelt dank der eingängigen Steuerung und den ansehnlichen 3D-Effekten richtiges Pilotenfeeling. Leider verfügt der Titel über einen sehr kleinen Umfang, weshalb das Spiel auch schon an einem Wochenende durchgespielt werden kann. Wir vermissen Mehrspieler-, Online- oder gar Street-Pass-Modi schmerzlich. Das ist relativ schade, denn so hätte sich der Titel tatsächlich zu einem 3DS-Must-Have mausern können. Unterm Strich bleibt dennoch ein mehr als gutes Spiel, welches sich besondere für den Urlaub und die Mittagspause eignet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Mir hat Pilotwings Resort relativ gut gefallen. Es macht mir eine Menge Spaß die Missionen auf Wuhu Island zu erfüllen und im Freiflugmodus die Insel unsicher zu machen. Außerdem bin ich richtig vom 3D-Effekt überrascht. Ich hatte diesen beim letzten Anspielen auf der Gamescom 2010 in Köln gar nicht so stark in Erinnerung gehabt. Die Weitsicht ist den Entwicklern wirklich sehr gut gelungen. Das Spiel suggeriert mir tatsächlich, dass sich alles in weiter Ferne (die Inselwelt) und in greifbarer Nähe (der Spielcharakter, vorbeiziehende Objekte) befindet. Genial! Leider verstehe ich nicht, warum die Entwickler so wenig Umfang in das Spiel gepackt haben. Mehrspielerduelle, gemeinsames Herumfliegen (inklusive Mikrofonunterstützung) hätten den Titel wirklich zu dem gemacht, was er hätte sein sollen. Dennoch habe ich auch so eine Menge Spaß mit Pilotwings Resort, denn die Missionen spielen sich unterschiedlich und bieten mir persönlich auch genügend Abwechslung, um das Spiel immer mal wieder in meinen Nintendo 3DS zu stecken. Wer die Vorgänger mochte, wird auch mit der 3DS-Version zufrieden sein.

Review: Super Street Fighter IV: 3D Edition

Nach Jahren der Abstinenz kehrt eine der beliebtesten Kampfsportserien zurück auf eine Nintendo-Plattform. Über diese Neuigkeit freuen sich nicht nur ältere Nintendo-Fans, auch jüngere Spieler haben endlich die Möglichkeit Ryu, Chun-Li und Co. kennenzulernen.

Beat ’em Ups stehen nicht gerade in dem Ruf, sie würden eine packende Handlung erzählen. Vor dieser Tatsache macht auch Super Street Fighter IV: 3D Edition keinen Halt, obwohl in den Anime-Sequenzen durchaus eine Hintergrundgeschichte erzählt wird. Ohne den Prequel-Anime zum Spiel zu kennen, wird das Verständnis ohnehin erschwert. Dem rasanten Spielerlebnis schadet dies allerdings nicht. Wieder einmal stehen uns diverse Modi, wie der Arcade- oder der Versus-Modus zur Auswahl, auch zahlreiche Herausforderungen haben ihren Weg in das Spiel geschafft. Im Arcade-Modus bekämpfen wir reihenweise Gegner und reisen dabei rund um den Globus, bis wir schlussendlich Endboss Seth gegenüber stehen. Im Versus-Modus dürfen wir hingegen selbst den Gegners und auch die Stage auswählen. Wir selbst dürfen unseren Kämpfer aus einer stattlichen Anzahl von 35 Charakteren jederzeit frei wählen. Im 3D-Versus-Modus (was im Grunde nichts mit der 3D-Fähigkeit des Geräts selbst zu tun hat), bekämpfen wir unsere Kontrahenten aus der Verfolgeransicht. Das ist gewöhnungsbedürftig, funktioniert grundsätzlich aber gut, auch wenn es für ein Street Fighter ungewöhnlich ist.

Hadoken!

Um unseren Kämpfer in die nächste Runde zu katapultieren, bedienen wir uns zahlreicher Moves, mit denen wir unseren Gegnern richtig einheizen. Kenner der PlayStation-3- und Xbox-360-Fassung müssen sich allerdings nicht umgewöhnen. Die Steuerung funktioniert auf dem Nintendo 3DS genauso wie auf den großen Konsolen. Ryu verschießt sein Hadoken mit einer Viertelbewegung des Schiebepads mit nachfolgendem Tastendruck auf eine der drei vorhandenen Schlagtasten und C. Vipers Seismic Hammer funktioniert immer noch mit einer Z-Bewegung auf dem Schiebepad und anschließender Betätigung einer Schlagtaste. Kenner müssen sich also nicht umgewöhnen. Das bedeutet allerdings auch, dass das kleine Manko der Konsolenfassung auch vorhanden ist. So funktionieren die Moves in der Regel zwar sehr gut, doch so manche Schlagabfolge wird gelegentlich nicht richtig erkannt. Wer also Wert auf eine exakte Steuerungsmethode legt, sollte eher zur Xbox-360- oder PlayStation-3-Fassung greifen und sich am besten gleich noch einen Arcade Stick dazu anschaffen, doch ansonsten fühlt sich die 3DS-Ausgabe keineswegs schlechter an. Senken wir also wie gehabt die Lebensenergie unserer Gegner oder erleiden selbst Schaden, erhöht das unsere Anzeigen, was die Super- und Ultra-Kombinationsangriffe ermöglicht. Anfänger sind ebenfalls in Super Street Fighter IV: 3D Edition willkommen. Anstatt komplexe Kombinationsangriffe auswendig zu lernen, ist es Anfängern möglich, auf dem viergeteilten Touchscreen vier Angriffsmuster zu speichern.

Willkommen im Fight Club

Zukünftig reicht es aus, kurz auf den Touchscreen zutippen, um eine Attacke auszuführen. So werden sich Neulinge schnell in der Spielwelt zurechtfinden und glücklicherweise dürfen Profis in Online-Kämpfen einstellen, ob ihre Gegner den Touchscreen auch mit Super- und Ultra-Kombinationsangriffen belegen dürfen. Unfaire Kämpfe sind somit von vornherein ausgeschlossen. Zusätzlich unterstützt das Spiel die Street-Pass-Funktion des Nintendo 3DS. Aktivieren wir diesen Modus, so attackieren fünf zuvor von uns ausgewählte Figuren das Team eines anderen Spielers, wenn wir den 3DS im zugeklappten Standby-Modus herumschleppen und auf solch einen treffen. Sind wir erfolgreich, erhalten wir weitere Figuren für unsere virtuelle Sammlung. Optisch sieht das Spiel durchaus hübsch aus, doch 3DS-Spieler müssen teils große Abstriche gegenüber der Konsolenfassung machen. Jede Stage ist zwar ihrem großen Vorbild nachempfunden, doch bleiben die Hintergründe auf dem 3DS starr und regungslos. So machen bei eingeschaltetem 3D-Effekt beispielsweise Charaktere im Hintergrund den Eindruck, als seien sie Pappaufsteller. Die Stage Crowded Downtown kommt somit dieses Mal ohne vorbeidüsende Radfahrer, ständig jubelnde Passanten und fotografierende Touristen aus. Dieser Rückschritt ist sehr schade, da somit ein kleiner, aber feiner Teil der Atmosphäre des Spiels flöten geht. Verhältnismäßig sehen dafür alle Charakterbewegungen und Effekte im wahrsten Sinne des Wortes genial aus. Der stimmige Soundtrack und die wuchtige Kampfansagerstimme verleihen dem Spiel den nötigen Pep, damit wir diesen Titel niemals mehr vergessen werden. Da machen wir uns aber keine Sorgen, denn schließlich sind uns die PlayStation-3- und Xbox-360-Fassungen ja auch  in guter Erinnerung geblieben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der 3DS-Fassung): Da die Xbox-360-Fassung nur mit Xbox Live Gold online spielbar war und die Microsoft-Konsole damals noch über keine WLAN-Funktion verfügte, konnte ich mein absolut liebstes Beat ’em Up (Super Smash Bros. Brawl einmal ausgenommen) nie online spielen. Dafür genoss ich aber die Gunst eines Arcade Sticks, mit dem jeder Move so ausgeführt wird, wie ich es mir vorstelle. Diesen Luxus habe ich auf dem Nintendo 3DS nicht, dafür wiederum endlich die Option, den Titel online gegen Freunde zu zocken. Es macht einfach unglaublich viel Spaß gegen Gegner zu kämpfen, die stärker sind als man selbst. Ich liebe es mich neuen Herausforderungen hinzugeben. Nur warum die 3DS-Version grafisch so abgespeckt sein muss, versteh ich nicht ganz. Sicherlich ist der 3DS keine Monstermaschine und der 3D-Effekt wird sicherlich auch Rechenpower schlucken, doch zumindest wenn dieser ausgeschaltet ist, hätte ich mir dynmanische Hintergründe gerne gewünscht. Trotzdem habe ich mit Super Street Fighter IV: 3D Edition eine Menge Spaß und kann den Titel nur weiterempfehlen. Als Launch-Titel kann ich mir definitiv kein besseres Beat ’em Up vorstellen!

Review: Nintendo 3DS


Bald ist der Tag da. Am 25. März erscheint der Nintendo 3DS in den Farben Cosmos Black und Aqua Blue in Europa. Wir hatten die Möglichkeit, den Nintendo 3DS vor Launch in Ruhe und ausführlich unter die Lupe zu nehmen. Heute stellen wir euch die Zukunft des Gaming vor: 3D ohne Brille!

Seit über einem Jahr, genauer gesagt seit der Nintendo-Pressekonferenz auf der Electronic Entertainment Expo (kurz E3), warten Nintendo-Fans auf das neue Wunderwerk der Technik. Der Nachfolger zu den populären Handhelds GameBoy und DS soll noch in diesem Geschäftsjahr erscheinen, so Satoru Iwata. Heute können wir mit Fug und Recht behaupten, dass Nintendo dieses Ziel vortrefflich eingehalten hat. In unserem großen Testbericht prüfen wir, ob dieses Versprechen auch die Qualität der Soft- und Hardware rechtfertigt.

The World is 3D

Was bei Sony nur mit einer albernen Brille funktioniert, schafft Nintendo ohne. Sicherlich dürfen wir beide Techniken nicht miteinander vergleichen, sie funktionieren vollkommen anders. Nach dem Startvorgang, in dem wir unter anderem den Benutzernamen, das Datum unserer Geburt und die Interneteinstellungen vornehmen, dürfen wir auch erstmalig am 3D-Regler herumhantieren. Nach der ersten 3D-Justierung wird uns klar, dass die klugen Köpfe bei Nintendo wahre Genies sein müssen. Die räumlichen Tiefenverhältnisse nehmen nicht ab – auch im Menü werden wir im wahrsten Sinne des Wortes von ihnen erschlagen. Das Home-Menü erstrahlt ähnlich wie das Menü von der Wii. Jede Software erhält einen eigenen Platz in der übersichtlichen Ansicht, ähnlich den Wii-Kanälen. Sobald wir eine Software selektieren, springt uns auch schon das 3D-Symbol ins Auge, welches für das Programm oder das Spiel wirbt. Die Drehung des Symbols sieht so fantastisch aus, dass wir am liebsten direkt in den kleinen Kasten hineinspringen würden, doch zunächst möchten wir auf die grundlegenden Funktionen des neuen Handhelds eingehen.

Home Sweet Home

Das Menü erfüllt unserer Meinung nach seinen Zweck so gut, wie wir es bereits damals bei der Wii vor mehr als vier Jahren gewünscht hätten. Sollten wir uns später in einem Spiel oder einem Programm befinden, können wir es einfach mittels Home-Taste unterbrechen. Drücken wir die Home-Taste erneut, landen wir wieder in der zuvor verwendeten Software. Dieses Verfahren ist zwar streng limitiert (maximal darf nur ein Programm im Hintergrund laufen), doch so können wir beispielsweise Notizen anlegen, wenn uns etwas Wichtiges eingefallen ist. Diese Funktion ist auch für zwischendurch eine nette Dreingabe, wenn wir unterwegs sein sollten und plötzlich treffen wir einen Freund, der uns einen neuen Kinofilm empfiehlt. Ruckzuck ist der Filmtitel für die abendliche Internetrecherche notiert. Endlich hat Nintendo auch eingesehen, dass die Freundescodes mehr als nur veraltet sind. Nun müssen wir nicht mehr für jedes Spiel einen einzelnen Code austauschen, sondern unseren Freunden einfach nur unseren 3DS-Freundescode aushändigen. Außerdem sind beide Teilnehmer unmittelbar nach Eingabe des Codes auf beiden Systemen miteinander verbunden. Schneller und besser als bei der Wii und dem DS. Außerdem sehen wir in der Freundesliste (sofern der jeweilige Spieler dem zugestimmt hat), was seine derzeitige Lieblingssoftware ist. Außerdem wir sein Online-Status angezeigt. Bravo Nintendo: Genauso haben wir uns das gewünscht!

Das Konstrukt steht

Zum Launch der Konsole stehen uns allerdings noch nicht alle Funktionen zur Verfügung. Das ist sehr schade, denn so vermittelt uns das japanische Traditionsunternehmen, ein Gefühl der Unsicherheit. Zumal der Konzern genügend Zeit gehabt hätte, alle Funktionen auszubauen und die Firmware vollständig in den Speicher der Konsole zu packen. Aber wie heißt es doch so schön: Gut Ding will Weile haben. Es gibt zwar noch keinen Termin für das Firmware-Update, doch Gerüchten zufolge soll es bereits im Mai soweit sein. Dann dürfen wir uns im eShop Virtual-Console-Spiele in Form von GameBoy-Klassikern, 3DSWare und DSiWare herunterladen. Des Weiteren wird nach dem Systemupdate auch ein Internet Browser zur Verfügung stehen, mit welchem wir über das WLAN im Internet surfen dürfen. Ob es auch möglich sein wird, Daten über den Browser herunterzuladen, steht noch in den Sternen. Wie genau der Transport von DSiWare auf ein Nintendo-3DS-Gerät vonstatten geht, ist ebenfalls noch nicht geregelt. Aber nach dem Update soll alles besser werden, verspricht Nintendo. Die Regionscodesperre spricht wiederum nicht gerade für Nintendo, denn ab sofort wird es nur möglich sein, Spiele auf dem 3DS abzuspielen, die wir im selben Land wie das Gerät gekauft haben. Ein konsequenter und logischer Schritt seitens Nintendo, für Videospieler ärgerlich. Immerhin betrifft das nicht DS-Spiele.

Unscharfe Spiele

Wir können also auch ein amerikanisches Ōkamiden auf einem europäischen 3DS spielen. Ein schwacher Trost, da die Bildschirme in ihrer Auflösung größer ausfallen, als noch auf dem Nintendo DS, werden alte DS-Spiele interpoliert. Das heißt, es findet eine Schärfeverlust statt. Diese Interpolierung kann allerdings mit einem einfachen Trick umgangen werden, indem wir beim Startvorgang eines DS-Spiels die Start- und auch die Select-Taste gleichzeitig gedrückt gehalten lassen. Sobald das Spiel startet bemerken wir, dass das Bild in einer deutlicheren Schärfe dargestellt wird. Allerdings auch einen ganzen Tacken kleiner, als es noch bei den beiden Bildschirmen des Nintendo DS der Fall war. Trotzdem ist es gut, dass Nintendo diese Funktion zumindest eingebaut hat. Die Soundkulisse von DS-Spielen wirkte in unserem Test allerdings sehr blechern, das fühlte sich auf dem DS weitaus frischer an. Keine Sorge: Alle 3DS-Spiele werden in der höchstmöglichen Auflösung wiedergegeben und die Soundqualität erklingt deutlich besser. Weniger gut gefallen uns die Kameras. Diese können zwar Fotos in 3D aufnehmen, doch fallen diese mit 0,3-Megapixeln deutlich schwächer aus, als so mache Handykamera. Des Weiteren kommt bei den Kameras der 3D-Effekt noch lange nicht so gut zur Geltung, wie noch bei den Spielen.

Wie viel 3D hältst du aus?

Befindet sich der 3DS im aufgeklappten Zustand, findet man an der oberen rechten Seite den Regler für den 3D-Effekt. Diesen Regler kann man stufenlos verstellen, da hat Nintendo sehr wohl mitgedacht, denn nicht alle Augen können solche dreidimensionalen Effekte und die dazugehörigen Tiefenverhältnisse gleich verarbeiten. Es genügt, wenn ein Spieler auf einem Auge stark beeinträchtigt ist: Der 3D-Effekt nützt ihm dann überhaupt nichts mehr. Gut, dass man jede Software auch ohne diese Effektspielerei nutzen kann. Zudem werden die Effekte und Tiefenverhältnisse in jedem Spiel anders dargestellt. Da freut es uns sehr, dass man den Schieber auch auf der untersten Stufe (ausgeschaltet) lassen kann und trotzdem ausreichend Spaß mit jedem 3DS-Spiel haben kann. Eine weitere Möglichkeit (wo 3D wieder mehr Sinn ergibt) ist die vorinstallierte Software „Augmented Reality“ (erweiterte Realität). Dem 3DS liegen im Set sechs unterschiedliche Karten bei. Werden die fünf Figurenkarten von den 3DS-Kameras erfasst, so taucht der abgebildete Videospielheld wie Mario oder Link plötzlich bei uns im Wohnzimmer auf: Selbstverständlich nur auf dem Screen, versteht sich. Legen wir die Karte mit dem Fragezeichen-Block auf den Tisch, stehen uns eine geringe Anzahl an Minispielchen zur Verfügung. Wir dürfen Fische angeln, Billardkugeln versenken oder auf Monster feuern. Durchaus eine Möglichkeit, zukünftige Software so zu gestalten.

Überwachungssystem

Interessant ist ebenfalls die vorinstallierte Software Face Raiders. Das Spielprinzip besteht darin, das Gesicht einer (entweder anwesenden oder abgedruckten) Person zu fotografieren, damit es anschließend auf den Propellerköpfen (die Gegner) landet. In unterschiedlichen Stufen müssen wir diese anfliegenden Köpfe mit gezielten Schüssen abwehren. Der Clou dabei ist, dass die Kamera den jeweiligen Ort aufnimmt, an dem wir uns gerade befinden. So müssen wir uns auch oftmals umdrehen, um die Köpfe zu erwischen, da sie von allen Seiten angreifen. Ein kurzweiliger Spaß, der aber schnell monoton wird. Für zwischendurch aber immer wieder für eine Runde gut. Ebenfalls dem System gehört das so genannte Aktivitätslog an. Hier werden alle Vorgänge festgehalten, die wir mit dem Nintendo 3DS getätigt haben. Das heißt, die Spielzeit von jeder Software wird ebenso gespeichert, wie die durchschnittliche Spielzeit und die dazugehörigen Startvorgänge des jeweiligen Spiels beziehungsweise Programms. Ebenfalls vorhanden sind Statistiken, die uns die Entwicklung über Tage hinweg zeigt. Wer sich für Aufzeichnungen dieser Art interessiert, ist mir dem Aktivitätslog gut bedient. Für Erziehungsberechtigte gibt es ebenfalls noch weitere Einstellungsmöglichkeiten. Möchten diese nicht, dass ihr Kind ins Internet geht oder Software, die erst ab einem bestimmten Alter geeignet ist verwendet, können sie in den Systemeinstellungen die jeweilige Software mit einem Code blockieren. Das stößt zwar bei den Kindern nicht unbedingt auf Gegenliebe, doch definitiv ein weiser Schritt aus Nintendos Sicht.

Völkerwanderung

Um zum täglichen Spaziergang zu motivieren, verfügt Nintendos 3DS über einen integrierten Schrittzähler. Je mehr Schritte wir gehen, desto mehr Spielmünzen erhalten wir. Die Anzahl an sammelbaren Münzen ist täglich allerdings auch zehn Stück begrenzt. Sinn dieser Münzen ist es, in diversen Spielen neue Inhalte oder Boni für diese zu erwerben. Dieses System kommt zum Beispiel bei der Augmented-Reality-Software zur Geltung. Wir sind gespannt, wie sich diese Feature in Zukunft entwickeln wird. Nach dem Einzug der Miis in der Welt der Videospiele im Jahr 2006, als die Wii weltweit veröffentlicht wurde, dürfen sie natürlich auch auf dem 3DS nicht mehr fehlen. Neben dem von der Wii bekannten Editor zum Erstellen der Avatare, gibt es auf dem 3DS nun auch die Möglichkeit, nach ein paar grundlegenden Einstellungen, das Gesicht einer Person zu fotografieren und es direkt auf den Mii zu pappen. In der Regel funktioniert das ganz gut, doch ist es hin und wieder merkwürdig, was sich die Kameralinsen beim Aufnehmen des Fotos gedacht haben. Glücklicherweise können nach der Erschaffung Einzelheiten immer noch geändert werden – jeder kommt also zu seinem Traum-Mii. In der Mii-Lobby fängt der Trubel allerdings erst an. Wir dürfen einen Mii auswählen und diese Street-Pass-tauglich machen. Treffen wir unterwegs also auf einen anderen Spieler, der ebenfalls einen Mii im Street-Pass-Modus hat, so werden beide Miis ausgetauscht (keine Sorge, gelöscht werden sie nicht!). Zwei Minispiele sorgen für die nötige Motivation, den regen Austausch von Miis voranzutreiben.

Street Pass & Spot Pass

Vor wenigen Sekunden ist das Zauberwort gefallen: Street Pass. Sofern eine Software dieses Feature unterstützt, solltet ihr es aktivieren. Diese Funktion kann für viele positive Dinge in den jeweiligen Spielen oder Programmen sorgen. In Super Street Fighter IV: 3D Edition sind es Kämpfer, die unmittelbar (und unkontrollierbar) bei einer Street-Pass-Auseinandersetzung gegeneinander kämpfen, um euch Ingame-Figuren zu bescheren. In Pro Evolution Soccer 2011 3D treten zwei vorher zusammengestellte Mannschaften gegeneinander an, um euch zum Ruhm innerhalb einer speziellen Liga zu führen. Für Street Pass müsst ihr einfach nur euren 3DS im Standby-Modus mit euch herumschleppen, fertig. Ansonsten gibt es wohl keine Möglichkeit, noch einfacher an Bonusinhalte zu gelangen. Vorausgesetzt natürlich, dass man auch auf genügend andere Spieler trifft, die Street Pass aktiviert haben. In Japan mag es zwar vielleicht Gang und Gäbe sein, durch die Straßen zu gehen und abends ein ganzes Dutzend Ereignisse auf seinem 3DS-Bildschirm verzeichnet zu sehen. Im deutschsprachigen Raum sieht die ganze Welt wieder ganz anders aus. Wir werden beobachten, ob sich Street Pass durchsetzen wird. Spot Pass funktioniert in ähnlicherweise, ebenfalls im Standby-Modus. Das Feature sucht nach offenen und bestehenden WiFi-Verbindungen und überprüft, ob es neue Updates gibt und aktualisiert eigenständig Ranglisten. Bequemer geht es wirklich nicht.

Wellensittich an Bord!

Ähnlich wie beim Nintendo DSi, existiert auch beim Nintendo 3DS eine Sound-Software, mit der wir kurze Tonaufnahmen tätigen und abspeichern können. Anschließend dürfen wir diese Aufnahmen auch noch durch einen Filter schicken, um lustige Effekte zu erzielen. Diese nette Spielerei für zwischendurch macht zwar durchaus Laune und wird von einem ulkigen Wellensittich, der nie um einen frechen Spruch verlegen ist, nur noch untermauert, doch auf Dauer ist auch diese Spielerei nur eine nette Dreingabe und keine ernstzunehmende Software. Abschließend möchten wir noch etwas zum restlichen Packungsinhalt des Sets sagen. Neben dem Nintendo-3DS-System befindet sich selbstverständlich auch ein Stylus mit im Paket, der im Gegensatz zu früheren Ausgaben in der Länge ausziehbar beziehungsweise variabel ist. Außerdem befindet sich neben den bereits erwähnten sechs Augmented-Reality-Karten auch eine zwei Gigabyte große SD-Karte mit im Set. Um auch dauerhaft mit dem Gerät Spaß zu haben, liegen dem Nintendo 3DS auch noch eine Ladestation, sowie ein Netzteil bei. Derzeit ist noch unklar, wann und ob weitere 3DS-Farben außer Cosmos Black und Aqua Blue ihren Weg in den (europäischen) Handel finden. Eines ist aber sicher: Der Nintendo 3DS wird in den nächsten Monaten ordentlich mit Spielen gefüttert werden, denn namhafte Serien wie The Legend of Zelda, Paper Mario, Starfox, Mario Kart und auch ein neues Kid Icarus sind bereits in der Entwicklung. Spätestens auf der diesjährigen E3 wissen wir, wie es mit dem Nintendo 3DS weitergeht: Exakt ein Jahr, nachdem die Hardware erstmalig der Öffentlichkeit offiziell vorgestellt wurde.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf dem Nintendo 3DS in Aqua Blue): Was habe ich mich gefreut, als der Nintendo 3DS endlich bei mir zuhause angekommen ist. Sofort war mir alles andere egal, ich musste den Handheld einfach anschmeißen, die Einstellungen vornehmen und direkt eine Runde Super Street Fighter IV: 3D Edition spielen, doch dazu später im entsprechenden Review mehr. Die vorinstallierte Software lässt mich überwiegend kalt. Selbstverständlich ist es mir klar, dass diese Programme und Spiele nur eine nette Dreingabe sind, mit welcher man sich zwischendurch mal die Zeit vertreiben kann. Umso ärgerlicher ist es für mich, dass es Nintendo nicht geschafft hat, den Internet Browser und den eShop rechtzeitig mit in das System einzubauen und hoffe nun, dass dieses Systemupdate noch vor Mai erscheinen wird. Vollkommen überzeugt bin ich jedoch vom 3D-Effekt. Als ich die Konsole das letzte Mal auf der letzten Gamescom in der Hand halte, hatte ich nicht das Gefühl, dass dieser Effekt so intensiv ist. Damals hielt ich den Effekt gar für lächerlich. Nachdem ich aber die fantastische Weitsicht in Pilotwings Resort gesehen habe, bin ich vollkommen aus dem Häuschen. Noch nie habe ich dermaßen grandiose 3D-Effekte erlebt. Doch muss ich zugeben, dass meine Augen diesen Effekt auf Dauer nicht ertragen können. Während ich morgens kein Problem damit habe, den 3D-Regler auf Maximum zu stellen, schmerzen mir besonders in den Abendstunden schon nach kurzer Zeit die Augen. Auch bei schnellen Bewegungen reagieren meine Augen abends anscheinend nicht mehr so gut, wie es noch tagsüber der Fall ist. Aber mir persönlich macht das nichts aus. Auch wenn ich den Regler auf die Hälfte gestellt habe, sieht der Effekt in meinen Augen immer noch sehr, sehr gut aus. Und selbst wenn es den 3D-Effekt nicht geben würde: Es sind immer noch die Spiele, welche eine Konsole ausmachen!

Prime Time: Nintendo 3DS Unboxing

Am nächsten Freitag ist es endlich soweit: Der Nintendo 3DS erscheint in Europa! Wir hatten die Möglichkeit, ein Gerät vorab testen zu dürfen und präsentieren euch heute in einer neuen Prime-Time-Ausgabe das, was sich in der Packung befindet – erstmalig in HD! Wir wünschen euch viel Spaß und gute Unterhaltung beim Anschauen des Videos!

Review: Ranma ½ – Die Kinofilme

Die etwas älteren Anime-Fans unter uns werden sich sicherlich noch an die Kultserie Ranma ½ erinnern, die 2002 nachmittags auf RTL II zu sehen war. Leider konnte die Serie ihren Sendeplatz nicht behalten und verschwand einige Monate später wieder aus dem Programm. Immerhin ist es treuen Fans möglich, die ersten beiden Kinofilme auf DVD nach zuholen.

Wie aus der vielfach geliebten Anime-Serie bekannt, herrscht bei der Familie Tendō und den Saotomes das gewohnte Durcheinander. Es schockt sie wenig, als plötzlich die Elefanten-Dompteurin Lychee samt ihrem übergroßen Haustier vor der Tür steht und Happōsai noch dazu beschuldigt, er habe ihr Leben zerstört. Kurz darauf taucht auch noch ein Prinz aus der entfernten, chinesischen Region namens Nekonron auf. Mit den sieben Glückgöttern des Kampfsports im Schlepptau, ist er auf der Suche nach seiner zukünftigen Braut, doch dank eines ungünstigen Zufalls verwechselt er sein Objekt der Begierde und entführt stattdessen Akane Tendō. Das können sich die Freunde und Verwandte der jungen Dame nicht gefallen lassen und machen sich auf dem Weg ins weit entfernte China – der Big Trouble in Nekonron, China nimmt seinen Lauf, welcher in spektakulären Kampfszenen zwischen Ranma und Prinz Kirin und jeder Menge peinlichen und witzigen Situationen für das ganze Gespann endet.

Nihao My Concubine

Nach diesen Erlebnissen (obwohl chronologisch nicht festgesetzt) machen unsere Helden auf einer einsamen Insel Urlaub, doch die friedliche Ruhe wird jäh gestört, als alle jungen Mädchen der Reihe nach und ohne Vorwarnung plötzlich verschwinden. Die Männer arbeiten an einem Strang und entlarven den Übeltäter kurz darauf: Prinz Tōma, ein Meister der Illusionsmagie ist auf der Suche nach einer würdigen Braut, weshalb er auf allen Inseln im Umkreis systematisch alle jungen Mädchen entführen ließ. Mit jenem Mädchen, das die von ihm gestellten Aufgaben mit Bravour meistert, möchte er sich vermählen. Lustigerweise wird auch hier Akane als künftige Ehefrau auserkoren. Für Ranma, der sich bei Berührung mit kaltem Wasser in ein Mädchen verwandelt, steht mehr auf dem Spiel als die Rettung von Akane, denn Tōma verfügt über eine bestimmte Substanz, die aus Ranma wieder einen waschechten Jungen machen könnte. Wie könnte es auch nicht anders sein: Der Weg zu diesem Ziel ist mit Pleiten, Pech und Pannen gepflastert. Ob Ranmas Wunsch endlich in Erfüllung gehen wird, verraten wir an dieser Stelle nicht. Der typische Ranma-½-Humor bleibt jedenfalls nicht auf der Strecke.

Familienbande

Beide Filme verzichten weitgehend auf übertriebene Kampfszenen, bis in beiden Streifen das brachiale Ende eintritt und die Fetzen fliegen. Der Fokus beider Animes liegt fast gänzlich auf dem aus der Serie bekannten Humor und der witzigen Erzählweise, sowie dem Vorantreiben der recht spannenden Geschichten. Die Persönlichkeiten der durchdachten Charaktere sind ihren Vorbildern aus der Serie exakt nachempfunden und eine lustigere, zusammenpassende Familie kennt man sonst nur aus wenigen Animes wie Kureyon Shin-chan und Chibi Maruko-chan. Ranma macht wie gewohnt Witze über Akanes Kochkunst, die daraufhin aufbrausend wie immer Jagd auf ihn macht. Genma (typischerweise in seiner Panda-Form) und Sōun lassen es sich ebenfalls nicht nehmen, während einer Szene eine Runde Go zu spielen. Shampū ist wie eh und je hinter Ranma her und Fans von Happōsai müssen auch nicht auf die eine oder andere perverse Bemerkung über Frauen und ihre Oberweiten verzichten. Mit Fug und Recht können wir also behaupten, dass die Ausführungen der Persönlichkeiten wie schon in der Serie gelungen und einfach passend sind.

Ein Epos voller Kampfkunst und Liebe

Hauptsächlich hat man sich auf die deutschen Synchronsprecher aus der Serie verlassen, doch bei einigen Charakteren wie Koron hat man sich auf andere (aber dennoch passende) Sprecher eingelassen. Neben der deutschen Tonspur befindet sich auch die japanische Originalfassung auf den beiden Discs. Selbstverständlich kann man sich deutsche Untertitel zuschalten lassen. Mit einer Spieldauer von 75 Minuten (erster Film) und sechzig Minuten (zweiter Film) sind beide Animes nicht sonderlich lang, auch das Bild hätte klarer definiert sein können. Beide Filme kommen im 4:3-Format daher, die störenden Faktoren sind allerdings die gelegentlich auftauchenden Bildfehler, wie man sie auch aus dem Kino kennt. Der Stil ist dafür umso schöner: Liebliche Kulleraugen und die wundervollen Frisuren der Charaktere passen perfekt in dieses Epos voller Kampfkunst und Liebe. Bonusmaterial ist auf beiden DVDs rar gesät. Mehr als ein paar Trailer und Zusatzinformationen sind nicht enthalten. Das können auch die knapp bemessenen (beiliegenden) Booklets nicht wieder wettmachen. Dem eigentlichen Inhalt beider Animes schadet das allerdings nicht, denn wer die Serie bereits kennt, sollte die Filme – sofern noch nicht geschehen – schleunigst nachholen – und wer die Serie noch nicht kennt, sollte die Finger von den Kinofilmen lassen und sich zunächst auf die Serie einlassen. Die ist mindestens genauso gut!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung beider Kinofilme): Unglaublich wie schnell doch die Zeit vergeht. Ich erinnere mich als ob es erst gestern gewesen wäre, als ich im Sommer von der Schule heim gekommen bin und mir nachmittags täglich eine gute Dosis Ranma ½ gegeben habe. Ich weiß noch sehr gut, dass ich sehr enttäuscht war, als RTL II die Serie abgesetzt hat und stattdessen (für mich) langweiligere Animes gesendet hat. Außerdem bedauere ich, dass wir in Deutschland wohl nicht die restlichen Episoden der Serie in deutscher Sprache genießen dürfen. Immerhin darf ich mir nun die beiden Kinofilme immer wieder anschauen, die mich an die gute alte Zeit erinnern. Die Kinofilme Big Trouble in Nekonron, China und Nihao My Concubine haben mir sehr gut gefallen. Ich störe mich auch nicht an der durchschnittlichen Bildqualität, da ich meistens doch eher der Fan von älteren Animes wie Dragonball bin. In diesen Animes steckt noch richtig Herzblut, da wirklich jedes einzelne Detail selbst gezeichnet werden musste, wie auch bei diesen beiden Animes aus den frühen Neunziger Jahren. Ranma ½ ist für mich ein Anime, der genau auf meine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Viel Humor, eine spannende Geschichte und ein (wenn auch nur kleiner) Anteil an Martial-Arts-Kämpfen. Nach dem Ansehen der beiden Filme bekomme ich doch richtig Lust, mein Gedächtnis aufzufrischen und mir die Serie nochmals anzuschauen. Ich bin gespannt, ob und wann ich die Zeit dazu finde, denn Ranma ½ muss man einfach genießen!

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung der beiden Ranma-½-Kinofilme!

Review: Kirby und das magische Garn

Kirby-Spiele stehen nicht gerade dafür ein, dass sie mit einem hohen Schwierigkeitsgrad daher kommen. Diese Tradition bricht auch Kirby und das magische Garn nicht. Entwickler Good-Feel hat sich bei diesem Spiel allerdings einen neuen Stil ausgedacht, mit dem uns der Edelknödel ab der ersten Minute an bezaubert.

Als Kirby eines Tages durch das Dream Land schlendert und eine Metamomate aufsaugen möchte, erregt er das Ärgernis eines gemeinen Zauberers namens Grimmgarn. Dieser ist wütend und transportiert den kugelrunden Helden durch eine magische Socke in das sogenannte Stoffland. Kurz nach seiner Ankunft trifft Kirby auf Prinz Plüsch. Obwohl Kirby am liebsten wieder sofort zurück nach Hause möchte, hilft er seinem neuen Freund bei dessen Problemen. Das Stoffland wurde in mehrere Stücke zerrissen. Die magischen Fäden, welche das Stoffland zusammenhalten, sind nun im Besitz hinterhältiger Kreaturen. Gemeinsam brechen sie auf, um die fiesen Bossgegner wie einem feuerspeienden Drachen, einem riesigen Kraken oder einem kürbisköpfigen Showmaster, zu besiegen und das Stoffland wieder zusammen zuflicken. Indessen sorgt Grimmgarn im Dream Land für Aufsehen. König Dedede und Meta-Knight treffen auf ihren neuen Feind, mit dem sie sich konfrontiert fühlen dürfen. Das Schicksal zweier Welten steht zwar auf dem Spiel, doch bleibt die Geschichte, die durch einen deutschsprachigen und sehr sympathischen Erzähler geschildert wird, eher verdeckt im Hintergrund. Auch in diesem Spiel aus dem Hause Nintendo zählt zuerst das Gameplay!

Kirby, der Fallschirmspringer

In Kirby und das magische Garn können wir nicht wie aus früheren Teilen der Serie gewohnt unsere Gegner auf Knopfdruck einsaugen und ihre Fähigkeiten erlernen. Stattdessen besteht auch unser Held Kirby aus diversen Fäden, mit denen er sich seine Feinde krallen kann, um diese zu einem kleinen Wollball zusammen zu spinnen, um diese wiederum anschließend auf Gegner zuwerfen oder Blöcke zu zerstören. Von Haus aus verfügt der Edelknödel nun auch über drei Fähigkeiten, wie die Gabe sich in einen Sportflitzer zu verwandeln. So sind Abgründe schnell überwunden und wird es doch einmal brenzlig, kann sich Kirby einfach in einen Fallschirm verwandeln, um langsam aber sich auf die entfernte Plattform zu gelangen. Entdecken wir einen geheimen Raum unter Kirbys Füßen, der mit einer Decke aus Blöcken gesegnet ist, verwandeln wir Kirby einfach in ein Gewicht und lassen uns auf die Blöcke fallen. Im größten Teil der hübsch designten Levels erwarten uns auch noch weitere Verwandlungsmöglichkeiten. Haben wir mit dem rosafarbenen Etwas die Gestalt eines Feuerwehrautos angenommen, dürfen wir Brände löschen und Edelsteine vom Himmel putzen. Später dürfen wir Kirby auch noch in ein Ufo, ein Flugzeug, einen Delfin und sogar in einen surfenden Pinguin verwandeln. Abwechslung wird hier großgeschrieben!

Kirby, der Wohnungseigentümer

Zu Beginn des Spiels landen wir in der Stadt Filzingen. Dort angekommen, dürfen wir uns in einer Wohnung einnisten. In jedem Level sind zwei Möbelstücke gut versteckt. Finden wir ein solches Möbelstück, dürfen wir es später frei in unserer Wohnung platzieren. Einen Nutzen ziehen wir daraus nicht, doch die Spielerei entschlackt den Alltag und wir fühlen uns schon bald richtig heimisch im Stoffland. In Filzingen entdecken wir schon bald den Stoff- und den Möbelladen. Während wir uns im Stoffladen – wie könnte es auch anders sein – mit neuen Stoffen eindecken, welche die Rolle des Fußboden und der Tapete einnehmen, erwerben wir im Möbelladen neue Möbelstücke, wie Schränke oder Fernsehgeräte. Je weiter wir ins Spiel vorrücken, desto größer wird das Wohnheim und mehr Wohnungen stehen zur Verfügung. Um neue Mieter anzulocken, dürfen wir bestimmte Möbelstücke an vordefinierten Stellen platzieren. Die neuen Bewohner des Hauses erteilen uns dann wiederum Nebenaufträge, für die neue Stoffe als Belohnung winken. So dürfen wir in abgetrennten Gebieten der jeweiligen Spielabschnitte eine gewisse Anzahl an Perlen einsammeln, ein Wettrennen durch das Level veranstalten, fünf bestimmte Charaktere suchen oder eine bekannte Anzahl an Gegnern in einer bestimmten Zeit besiegen. Diese Aufgaben sind allerdings nur Nebensache – ob wir sie nun absolvieren oder nicht, hat keine Auswirkungen auf das eigentliche Spielerlebnis.

Kirby, der Fädenzieher

Der Stil des Spiels gehört zu den schönsten der letzten Jahre. Kaum ein anderes Spiel weiß so zu überzeugen, wie Kirby und das magische Garn. Alles wirkt wie aus einem Guss und bietet die gewohnte Abwechslung. Das freundliche Grasland, das feurige Hitzland, das kunterbunte Hurraland und das futuristische Kosmoland sind nur eine kleine Auswahl und zeigen gut, dass es uns auf unserer Reise durch das Stoffland niemals langweilig wird, zumal auch jeder Level in den abwechslungsreichen Welten ebenfalls große Unterschiede mit sich bringt. In einem Level hängen wir uns beispielsweise an eine fliegende Pusteblume und in einem anderen Spielabschnitt reißen wir einem Teddy die Fäden aus. Zudem überzeugt das Spiel mit einem bezaubernden und zugleich charmanten Soundtrack, den wir so nur selten erlebt haben. Wir können durchaus behaupten, dass sich die Melodien mit denen eines Super Mario Galaxy messen können. Die Bedienung erfolgt bei Kirby und das magische Garn ausnahmslos über die Wii Remote. Der Nunchuck oder der Classic Controller wird leider nicht unterstützt, doch das macht nichts. Die Steuerung geht butterweich von der Hand und funktioniert zu jeder Zeit sehr gut, auch an den kniffligen Stellen des Spiels.

Kirby, das Leichtgewicht

Grundsätzlich überzeugt Kirby und das magische Garn auf voller Linie, wäre da nicht der viel zu leichte Schwierigkeitsgrad. So wird auf eine Lebensenergieanzeige komplett verzichtet. Fällt Kirby mal in einen Graben, wird er von Angie (damit ist glücklicherweise nicht unsere Kanzlerin gemeint), einem Engel, wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Bestraft werden wir trotzdem, denn fallen wir in einen Abgrund oder werden wir von einem Gegner in irgendeiner Weise getroffen, verlieren wir einige Perlen, die wir im jeweiligen Level bereits sammeln durften. Spielentscheidend ist auch dieses Element nicht, doch wenn wir mit einer ausreichenden Anzahl an Perlen die Zielglocke läuten, können wir je nachdem mit einer Bronze-, Silber- oder Goldmedaille punkten. Außerdem kosten neue Stoffe und Möbelstücke ebenfalls Perlen. Wer also eine möglichst heimelige Wohnung besitzen möchte, stellt gerne neue Rekorde auf und trotzt allen Gefahren. Obwohl dieser zu leichte Schwierigkeitsgrad gegen den Kauf des Spiels sprechen würde, können wir euch trotzdem raten, das Spiel einmal anzuspielen. Wer sich einmal in den knuddeligen Look des Spiels verliebt hat, möchte den Controller so schnell nicht mehr aus der Hand geben!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Seitdem ich mich für Videospiele interessiere, stellten diese für mich auch schon immer eine Herausforderung dar. Ich möchte in einem Spiel an meine Grenzen getrieben werden und möglichst schwierige beziehungsweise knifflige Passagen meistern. Diese gibt es auch in Kirby und das magische Garn, doch kommen sie meiner Meinung nach zu wenig und dann meistens auch nur in den Nebenaufgaben vor. Trotzdem hat mich das Spiel auf ganzer Linie überzeugen können. Der süße und zugleich verspielte Stil des Titels ist den Entwicklern unglaublich gut gelungen. In jedem Spielabschnitt entdecke ich innovative Ideen, die es zwar schon mal gab, aber in dieser Form noch nicht umgesetzt wurden. Dazu kommt der wirklich herausragende Soundtrack, der mich in jedem Level bei Laune hält. Selten hat mich ein Spiel in den letzten Jahren so begeistert, wie Kirby und das magische Garn. Da vergesse ich gerne, dass das Spiel viel zu leicht geraten ist – allerdings bemängle ich diese Tatsache an dem Titel auch. Ist es denn so schwer, optionale Schwierigkeitsgrade anzubieten? Nintendo predigt doch immer wieder, dass sie jeden Spielertypen ansprechen wollen – auf der anderen Seite arbeiten sie nur wenig daran. Ich hoffe wirklich, dass das in den nächsten Jahren mal besser wird. Bis dahin erledige ich auch vielleicht mal die restlichen Nebenaufgaben, denn bis auf den einen oder anderen Stoff habe ich das Stoffland rauf und runter komplett erforscht – und auch das schaffen bei mir nur wenige Titel zu erreichen. Wer den Edelknödel Kirby mag, sollte unbedingt einen Blick riskieren!

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Review: Mein Heimatland Japan

In Die letzten Glühwürmchen und Barfuss durch Hiroshima erlebten wir die Geschichten von Personen, die zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges viel Leid ertragen mussten. Der Anime Mein Heimatland Japan ist zehn Jahre nach dem Ende des Krieges angesiedelt und behandelt die Geschichte einer Grundschullehrerin, deren Bruder im Zweiten Weltkrieg fiel.

Japan beginnt sich nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg international wieder zu etablieren, Fernsehgeräte, Telefonapparate und Waschmaschinen finden langsam aber sicher den Weg in die japanischen Haushalte. In dieser Zeit des Umbruchs und des Fortschritts übernimmt die junge Lehrerin Rieko Sakamoto eine Grundschulklasse inmitten von Tokio. Die Klasse wächst außerdem um ein weiteres Mitglied, Shizu. Sie ist hübsch und talentiert und Klassensprecher Akira freundet sich schon bald mit ihr an. Rieko möchte indessen den regionalen Chorwettbewerb gewinnen und stellt neben Akira und Shizu vier weitere Kandidaten auf. Die gesamte Gruppe ist motiviert, denn sie möchte den letzten Wunsch des im Krieg gefallenen Bruders ihrer Lehrerin erfüllen. Dieser wollte, dass Rieko Lehrerin wird und ihren Schülern traditionelle, japanische Volkslieder beibringt. Anfangs läuft noch alles gut, doch als Akira und seine Freunde beim Stehlen erwischt werden, löst dies nur eine Reihe harter Schicksalsschläge aus, welche die Freunde mit ihrer Lehrerin bewältigen müssen.

Ausschnitt der Shōwa-Periode

Regisseur Akio Nishizawa zaubert eine liebevolle Geschichte auf den Bildschirm, welche mit lustigen Szenen und ernsten Begebenheiten vorangetrieben wird. Dabei verliert die Handlung niemals an Fahrt und wird möglichst realistisch geschildert, wie es Japan nach dem Zweiten Weltkrieg ergangen ist. Er bedient sich dabei an Erinnerungen seiner Jugendzeit und vermischt diese gekonnt mit fiktiven Ereignissen. So wird beispielsweise oft gesagt, dass sich in den Dreißiger Jahren der Shōwa-Periode (1951-1960) Waschmaschinen und Kühlschränke in den japanischen Haushalten verbreiteten, doch in Wahrheit war dies erst in den frühen Vierziger Jahren dieser Epoche der Fall. Nishizawa zeigt in seinem zweiten Film hervorragend, wie es damals vor sich ging. So waren Akiras Eltern im Film nicht besonders reich, sie können sich noch kein Telefon leisten, obwohl der Vater es dringend für seinen Beruf bräuchte. So kommt er auch in die Versuchung, das Familienerbstück (ein altes Samurai-Katana) zu versetzen. An dieser Stelle möchte uns der Regisseur auch zeigen, dass Traditionen weiterbestehen sollten und verarbeitet dies in einem weiteren Merkmal des Films.

Tradition und Musik

In Mein Heimatland Japan geht es vor allem im letzten Drittel des Films um Musik. Doyo (Lieder, die ihren Anfang in einer Kinderzeitschrift fanden und Gefühle ausdrücken sollen) und Shoka (Lieder, die seit Beginn der Meiji-Ära für Grundschulen und Junior High Schools entwickelt werden) werden ganz klar thematisiert. Es wird uns die Schönheit alter japanischer Volkslieder vermittelt und dank sympathischer und gut durchdachter Charaktere funktioniert das Vorhaben sehr, sehr gut. Optisch besticht der Film im 16:9-Format mit vielen Blau-, Braun- und Grautönen, was der Atmosphäre der damaligen Zeit sehr zu Gute kommt. Die deutsche und auch die japanische Tonspur sind ebenfalls sehr gut gelungen, jede Stimme passt auch zu dem Charakter, welcher ihr zugeordnet ist. Untertitel sind auf Deutsch und Polnisch enthalten. Bis auf wenige Trailer sucht man Bonusmaterial auch auf der Disc von Mein Heimatland Japan vergebens. Dafür liegt dem Film aber ein 24-seitiges Booklet bei, welches mit Wissen des Regisseurs und historisch aufgelisteten Fakten punktet. Neunzig Minuten Laufzeit können nach dem Sehen von Die letzten Glühwürmchen und Mein Heimatland Japan nicht besser investiert werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Nachdem ich mir Die letzten Glühwürmchen und Barfuss durch Hiroshima angeschaut habe, habe ich mich sehr auf Mein Heimatland Japan gefreut, da die Filme in gewisser Weise chronologisch angeordnet sind. Vom Krieg, der Zerstörung hin zum Frieden, des Wiederaufbau Japans zu erleben, hat schon etwas. Der Stil des Films gefällt mir, da er die Atmosphäre der damaligen Zeit perfekt einfängt und mit der musikalischen Begleitung ein schlüssiges Gesamtbild ergibt. Auch die indirekte Aussage über Traditionen, dass diese gewahrt bleiben sollen, hat mir gut gefallen, denn auch ich bin dieser Meinung. Man sollte offen für Neues sein, doch auch wissen, woher man kommt. Die Geschichte von Mein Heimatland Japan kann ich mir ebenfalls immer mal wieder anschauen, da sie wie eine Kurzgeschichte gehalten ist: Ein offener Anfang und ein offenes Ende machen den Film zu einem Werk, das immer wieder zum Interpretieren einlädt. Grundsätzlich kann ich dem Film jedem empfehlen, der sich mit der japanischen Geschichte zwischen 1940 und 1960 auseinandersetzen möchte. Am besten sollte man sich dann aber noch Die letzten Glühwürmchen und Barfuss durch Hiroshima angucken, um Hintergrundwissen zu sammeln.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung von Mein Heimatland Japan!

Review: Barfuss durch Hiroshima

Am sechsten August 1945 wird um Viertel nach acht Uhr morgens japanischer Uhrzeit die Bombe Little Boy über Hiroshima abgeworfen. 80.000 Menschen werden sofort getötet, weitere 200.000 sterben in den nächsten Jahren an den Folgen der Strahlung. Barfuss durch Hiroshima erzählt die Geschichte einer Familie, welche Zeuge dieser Katastrophe wird

Mit seinen Eltern und seinen beiden Geschwistern lebt der junge Gen in Hiroshima. Seine Familie ist nicht besonders reich, sie haben wenig zu essen. Die Mutter ist zudem schwanger und sein Vater wird von den Nachbarn verachtet, da er als einer der wenigen realisiert, dass Japan den Krieg verlieren wird beziehungsweise bereits verloren hat. Das Leben geht seinen gewohnten Gang, bis eines Morgens unangekündigt ein B-29-Bomber am Himmel erscheint, der einen vom Boden aus betrachtet, kleinen und funkelnden Gegenstand abwirft. Noch ahnt niemand, dass es sich dabei um die erste Atombombe handelt, die jemals in einem Konflikt eingesetzt wird. Sekunden später explodiert Litte Boy 580 Meter über dem Boden und richtet gigantische Schäden an. In einem Radius von bis zu zwei Kilometern verursacht die Bombe blanke Zerstörung, Brände entfalten sich und die freigesetzte Strahlung trifft viele unschuldige Menschen. Gen, der auf dem Weg zur Schule ist, erlebt alleine mit, was mit seiner Umwelt geschieht.

Tragödie einer Familie

Schnell rennt er nach Hause. Seine Mutter versucht, ihren Mann und ihre anderen beiden Kinder zu retten, die unter den brennenden Trümmern liegen. Vergeblich. Weitere Schicksalsschläge sollen nicht ausbleiben. Die Mutter gebärt ein kleines Mädchen, welches sie jedoch nicht selbst stillen kann. Ein paar Tage nach diesen Ereignissen erfahren sie, dass eine weitere Atombombe über Nagasaki abgeworfen wurde. Japan kapituliert bedingungslos. Später nehmen sie das Weisenkind Ryūta auf, welches Gens toten Bruder Shinji sehr ähnelt. Gemeinsam erarbeiten sie sich ein paar Yen, um Milch für ihre kleine Schwester zu kaufen, doch diese verstarb inzwischen in den Händen ihrer Mutter. Der zweite Film von Barfuss durch Hiroshima setzt drei Jahre später ein. Die Strahlenkrankheit hat Gens Mutter zu sehr zugesetzt, dass die beiden Jungen versuchen an Penicillin zu gelangen, welches angeblich auch die Strahlenkrankheit heilen könne, doch dieses ist teuer und auch Versuche mit einer Straßenbande an das nötige Kleingeld zu kommen, misslingen. Obgleich der zweite Film eine nicht ganz so starke Wirkung erzielt, so endet er doch mit einem tragischen Ende.

Eindrucksvolle Bilder

Beide Filme bauen auf historischen Fakten auf, die in beiden Filmen gekonnt in Szene gesetzt werden. So sieht man in den Filmen beispielsweise auch, wie das japanische Volk zum ersten Mal die Stimme von Kaiser Hirohito im Radio hört, nachdem Japan kapitulierte. Auch auf die Besatzung durch die Amerikaner wird im Film eingegangen. Der Abwurf der Bombe wird in eindrucksvollen Bildern beschrieben. Wir sehen, wie Gebäude zerstört werden, wie Menschen und Tiere auseinandergerissen, verbrannt und verstrahlt werden. Auch wenn einige Momente überspitzt ausdrückt werden, können wir als Betrachter das Leiden und vor allem das Ausmaß der Katastrophe sehr gut nachvollziehen. Die Geschichte um Familie Nakaoka wird zwar im Gegensatz zum Manga verkürzt dargestellt (Gens Vater sitzt beispielsweise nicht eine Zeit lange im Gefängnis und auf ein paar Personen, wie einen weiteren Bruder Gens wird auch verzichtet), doch ist die Handlung so dargestellt, dass man den Leidensweg der Menschen und den damit verbundenen Konsequenzen nur noch besser verstehen kann.

Bilder, die man nicht vergessen kann

Beide Filme kommen nur mit einer japanischen Tonspur daher (amerikanische Soldaten sprechen Englisch), was unserer Meinung aber nicht sonderlich stark ins Gewicht fällt. Wir können uns so nur noch viel besser in die Charaktere hineinversetzen. Dank Untertiteln in deutscher, französischer, polnischer, schwedischer und niederländischer Sprache können wir der Geschichte trotzdem problemlos folgen. Da die Filme aus den Jahren 1983 und 1986 stammen, ist es ebenfalls nicht verwunderlich, dass wir das Bild nur im 4:3-Format präsentiert bekommen. Beide Filme verfügen über eine Spielzeit von circa 85 Minuten (auf der Packung werden jeweils 90 Minuten angegeben). Bonusmaterial auf den DVDs suchen wir vergebens – bis auf ein paar Trailer zu anderen Animes finden wir keine zusätzlichen Informationen auf den beiden Datenträgern. Das ist schade, denn auch bei Barfuss durch Hiroshima wäre es sehr interessant gewesen, ein paar Worte des Autors zu hören, da der Anime beziehungsweise der Manga in groben Zügen auf seinem Leben basieren. Immerhin befindet sich neben dem üblichen Programmheft auch ein 54-seitiges Booklet in der Schachtel, welches mit vielen Informationen über die Tragödie vom sechsten August 1945 berichtet und mit einem kleinen Auszug aus dem Manga daherkommt. Wer sich bereits Die letzten Glühwürmchen angesehen hat, muss sich auch Barfuss durch Hiroshima anschauen, denn bei diesen Filmen handelt es sich um bedeutungs- und wertvolle Werke, dessen Bilder man nie wieder vergessen wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Nachdem ich mir vor kurzem Die letzten Glühwürmchen auf DVD angesehen habe, hat mich die Thematik rund um den Zweiten Weltkrieg wieder mehr interessiert. Bevor ich mir Barfuss durch Hiroshima angeschaut habe, konnte ich nicht mit solch ausdrucksstarken Bildern rechnen. Zwar war mir bewusst, dass dieser Film eine wesentlich höhere Gewaltdarstellung bieten muss, doch das Grauen wirklich in solchen Bildern zu verkörpern, hätte ich nie zu träumen gewagt. In Japan muss dieser Film und auch der Manga für Aufsehen gesorgt haben. Trotzdem bin ich froh, dass es dieses Werk gibt, damit ein jeder (vor allem Japan) eine weitere Möglichkeit hat, die Geschehnisse aus dieser Zeit aufzuarbeiten. Egal ob ich nun den historischen Fakten oder der spannenden, wenn auch tragischen Geschichte folge, werde ich gut unterhalten und bekomme nebenbei viele wissenswerte Informationen beigebracht. Nicht jeder Film kann das von sich behaupten und besonders Schülern oder Studenten, die in der Schule oder in der Universität gerade den Zweiten Weltkrieg behandeln, kann ich diese Filme nur empfehlen. Die fehlende deutsche Tonspur ist übrigens nicht besonders schlimm. Ich denke, dass man sich so nur noch viel besser in die Rollen der Charaktere denken kann – Charaktere, die ich nie vergessen werde.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung von Barfuss durch Hiroshima auf DVD!

Review: Die letzten Glühwürmchen

Der Zweite Weltkrieg war schlimm. Er hat weltweit Millionen von Menschenleben gefordert, Familien auseinander gerissen und Auswirkungen auf alle Länder und die Wirtschaft gehabt. In Videospielen wird dieses Thema oft nur in Ego-Shootern erörtert, doch Gefühle vermitteln die Spiele aus dem Hause Electronic Arts oder Activision so gut wie nie – ein Glück, dass es auch andere Medien gibt, die den Fokus bei diesem Thema nicht nur auf Gewalt legen.

Der Anime beginnt mit dem tragischen Ende eines der beiden Hauptprotagonisten. Seito liegt im September nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verkommen in einer Bahnhofshalle herum und stirbt schlussendlich an Unterernährung. Die Geschichte der Geschwister wird nun in Rückblenden erzählt und setzt im Juni 1945 ein, als die Stadt Kōbe durch Brandbomben attackiert wird. Die Mutter von Seito und dessen Schwester Setsuko leidet an einer Herzkrankheit, weshalb sie als die Sirenen ertönen bereits zum Luftschutzbunker vorangeht. Der junge Seito versteckt noch ein paar Nahrungsmittel und nimmt dann seine Schwester Huckepack, doch der Weg zum Bunker wird ihnen durch die herabstürzenden Brandbomben abgeschnitten. Nie zuvor haben die Kinder die Ausmaße des Grauens gesehen, mit welchem sie sich nun konfrontiert fühlen dürfen. Später treffen die beiden an einem Sammelpunkt ein – Seito erfährt, dass seine Mutter mit schweren Verletzungen in Bandagen eingewickelt im hinteren Raum des Gebäudes liegt. Schlussendlich stirbt die Mutter an ihren Verbrennungen, doch Seito traut sich nicht, es seiner Schwester zu beichten. Stattdessen bricht das Geschwisterpaar zu ihrer Tante nach Nishinomiya auf.

Das Grab der Glühwürmchen

Ihre Tante nimmt sie mit offenen Armen auf, doch als Seito sich nicht am Wiederaufbau der zerbombten Gebiete beteiligen möchte und stattdessen lieber mit seiner Schwester spielt, wird die Geduld der Tante auf eine harte Probe gestellt. Sie verkauft die Kimonos der toten Mutter, um für die Familie Reis zu beschaffen. Nach einigen Tagen möchte sie den Kindern allerdings nichts mehr abgeben. Seito und Setsuko packen ihre Sachen und ziehen außerhalb der Stadt in eine Höhle. Sie tauschen Kleidung gegen Essen und leben im Einklang mit der Natur. Um ihr neues Zuhause des Nachts zu erhellen, fangen die Kinder ein paar Glühwürmchen. Am nächsten Morgen sind viele der Käfer allerdings schon tot, Setsuko begräbt sie, denn auch sie hat inzwischen verstanden, dass ihre Mutter gestorben ist und nicht wiederkommen wird. Als sich Setsukos Gesundheit zunehmend verschlechtert, suchen die beiden einen Arzt auf, der ihnen erklärt, dass es Setsuko an einer guten Ernährung mangelt. Seito beginnt Gemüse von den Feldern zu stehlen – doch alles hilft nichts. Die vierjährige Setsuko stirbt kurz darauf an Unterernährung. Als Seito dann auch noch erfahren muss, dass der Krieg mittlerweile vorüber ist und Japan kapitulieren musste, verliert er allen Lebensmut, da er davon ausgehen kann, dass auch sein Vater sein Leben verloren haben muss.

Aufwühlend und erschütternd

Der Film basiert auf dem Buch von Nosaka Akiyuki, welches teilweise auf autobiografischen Tatsachen aufbaut, denn auch der Autor verlor eine Schwester im Zweiten Weltkrieg, die an kriegsbedingter Unterernährung starb. Regisseur Isao Takahata verkörpert diese Erfahrung im Anime sehr, sehr gut. Als Zuschauer können wir die Gedanken, die Beweggründe und auch die Handlungen der Charaktere sehr gut nachvollziehen. Der Zweite Weltkrieg war einer der schlimmsten Kriege auf unserem Planeten, der jemals geführt wurde, was uns besonders nach dem Anschauen dieses Films nochmals klar wurde. Angst und Schrecken, aber auch die Liebe zwischen Geschwistern und der Zusammenhalt in der Not werden in dieser Studio-Ghibli-Produktion passend erläutert. Kaum ein anderer Film konnte uns die Gefühle mehrerer Personen dermaßen einleuchtend und nachvollziehend vermitteln, wie Die letzten Glühwürmchen. Der Junge, der nun über seine Schwester wachen muss und das kleine Mädchen, das sich an ihren Bruder klammert und nicht alleine gelassen werden möchte, wecken tief sitzende Gefühle in uns. Emotionale Zuschauer sollten sich darauf einstellen, hin und wieder das Taschentuch zu zücken, da der Film des Öfteren auf die Tränendrüse drückt.

Bedeutender Filmklassiker

Optisch wirkt der Anime heutzutage nicht mehr ganz so frisch, aber wenn man bedenkt, dass der Film aus dem Jahre 1988 stammt, ist dieses Manko schnell vergessen. Die Zeichnungen sind wunderschön und erinnern vom Stil her stark an die Kinderserie Heidi, für die Isao Takahata auch als Regisseur tätig war. Das Bild ist im 16:9-Format gehalten, was während der Spielzeit von 85 Minuten positiv auffällt. Akustisch unterstützen die melancholischen Klänge die Atmosphäre sehr gut – keine Szene wirkt aufgesetzt. Die japanische Synchronfassung klingt ein wenig betagt, die deutsche und französische Tonspur wirkt dafür umso frischer. So wurde für die Rolle des Saito Gerrit Schmidt-Foß (lieh unter anderem Wentworth Miller in Prison Break und Jorge Garcia in Lost seine Stimme) engagiert – unserer Meinung nach hätte keine andere Stimme besser zu Saito gepasst – aber auch alle anderen Synchronsprecher passen zu ihren Rollen. Die Menüführung von Die letzten Glühwürmchen ist allerdings alles andere als schicklich. Durch einen dreidimensionalen Raum zu klicken, der keinen Bezug zum Film hat, passt überhaupt nicht. Bonusmaterial ist auf der DVD ebenfalls nicht erhalten, was sehr schade ist. Gerne hätten wir ein paar Worte des Regisseurs und auch des Buchautors vernommen. Dies sind allerdings nur kleine Kritikpunkte, denn in der Studio Ghibli Collector Box befindet sich auch ein dünnes Artbook, sowie zwei Sammelkarten in Postkartengröße. Zudem befindet sich das 64-seitige Buch Das Grab der Leuchtkäfer in dieser Edition. So hat jeder Käufer nochmals die Möglichkeit, sich die originale Geschichte durchzulesen. Die letzten Glühwürmchen ist ein Film, den man sich nicht entgehen lassen darf!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Meinung (basierend auf der Studio Ghibli Collector Box): Im Grunde könnte ich an dieser Stelle das gesamte Review zitieren, denn noch etwas hinzuzufügen, fällt mir schwer. Die letzten Glühwürmchen ist ein wundervoller Film, den ich mir mit Sicherheit noch ein zweites oder gar drittes Mal ansehen werde. Jede einzelne Szene wurde so schön und gekonnt in Szene gesetzt, dass ich mit den Charakteren fühlen kann. Kein Kind der Welt sollte seine Mutter verlieren, wenn es noch so jung ist. Kein Kind der Welt sollte Kriege erleben. Kein Kind der Welt sollte hungern. Leider sieht die Wirklichkeit auch heute noch anders aus. Anstatt die Armut in anderen Ländern zu bekämpfen, bereichern wir uns oft selbst. Sollten wir nicht aus unseren Fehlern lernen, an einem Strang ziehen und eine bessere Welt erschaffen? Die Bilder von Die letzten Glühwürmchen mögen zwar fiktiv sein, doch spiegeln sie die Realität der Zeit des Zweiten Weltkrieges wieder. Auch wenn es nur ein Anime ist, kann ich die Menschen, die in dieser Zeit lebten oder aufgewachsen sind, nur noch besser verstehen. Nicht sehr oft kann ich von einem Anime behaupten, dass er mir Hintergrundwissen über reale Begebenheiten liefert, doch das ist bei Die letzten Glühwürmchen anders. So erfahre ich vieles über die Bombardements durch Seiten der Amerikaner auf Japan und die anschließende Knappheit an Lebensmitteln und dem Wiederaufbau des Landes. Ich kann dem Film nur jedem empfehlen, der sich ansatzweise für das Thema interessiert. Gefühlsbetonter und anschaulicher kann man es wirklich nicht ausdrücken.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung der Studio Ghibli Collector Box von Die letzten Glühwürmchen!

Review: Das Mädchen, das durch die Zeit sprang

In den letzten Jahrzehnten bedienten sich viele Hollywood-Blockbuster wie etwa Timecop, die Terminator-Reihe oder die Zurück-in-die-Zukunft-Trilogie an der Zeitreise-Thematik. Was in der Praxis (noch) nicht möglich ist, wird zu gerne als Dreh-un-Angelpunkt eines guten Science-Fiction-Film genommen. In Animes wird dieses Thema leider viel zu selten, dafür umso kreativer erörtert.

Das Mädchen, das durch die Zeit sprang ist einer dieser wenigen Animationsfilme, der sich mit Zeitreisen beschäftigt. Der Film dreht sich um die 17-jährige Schülerin Makoto Kanno, die immer noch nicht weiß, was sie aus ihrem Leben machen möchte. Anstatt sich Gedanken über ihre Zukunft zu machen, genießt sie lieber den Sommer und spielt jeden Nachmittag nach der Schule mit ihren beiden Freunden Kōsuke und Chiaki Baseball. Ihr Leben soll sich allerdings schlagartig ändern, als sie eines Tages ein paar Schulhefte aus der Klasse ins obere Stockwerk tragen soll. Sie rutscht auf einem nussähnlichen Objekt aus, als sie plötzlich einen Schatten im Raum ausmacht. Erst denkt sie sich nichts dabei, aber als auf dem Nachhauseweg die Bremsen ihres Fahrrads versagen und sie mit Ach und Krach in einen vorbeisausenden Zug donnern würde, geschieht etwas Merkwürdiges. Die Zeit hält an und dreht sich ein paar Minuten zurück. Als sie auf dem Boden liegend bemerkt, dass sie eine Mutter umgefahren hat und am Fuße des Abhangs gerade der Zug an ihr vorbei brettert, realisiert sie dass wohl etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Später erklärt ihr ihre Tante, dass sie wohl durch die Zeit gesprungen sein muss. Angeblich sollen viele junge Mädchen diese Fähigkeit haben.

Time waits for no one

Makoto glaubt nicht so recht an die Geschichte ihrer Tante, doch lässt sie der Gedanke nicht los, dass sie vielleicht doch Recht damit haben könnte. Sie läuft zum Fluss und springt mit schnellem Tempo über die Klippe – ein weiterer Zeitsprung findet statt. In der nächsten Zeit versucht sie ihre peinlichen Missgeschicke oder Fehler in einer Klausur zu korrigieren, indem sie immer mal wieder ein Stück zurück in der Zeit springt. Schon bald fängt sie damit an, dass Schicksal ihrer Mitmenschen zu beeinflussen, gar zu verändern. Obwohl sie gute Absichten hat, verwischt sich schon bald der Zeitstrahl mit möglichen Alternativen. Die baldige Ausschöpfung der Zeitsprungmöglichkeit und das Geheimnis einer ihrer Freunde setzen ihr zusätzlich zu, was im Film eine gewisse Anspannung erzeugt. Obwohl der Anime sich einer wenig komplexen Form der Zeitreisethematik annimmt, regt er trotzdem zum Denken an. Ist es menschlich, seine Fehler rückgängig zu machen und zu verbessern? Erschaffen wir damit nicht eine bessere Welt? Würden wir damit den Anstoß zu einer Reihe unvorherbestimmter Ereignisse auslösen? Solche und weitere Fragen stellen wir uns nach dem Film. Wenn jeder Mensch diese Fähigkeiten hätte, würden wir paradoxe Gegebenheiten heraufbeschwören und unser Universum (in der Theorie) selbst zerstören.

Zeitloses Zusammenspiel

Über dieses Thema könnten wir stundenlang diskutieren, doch zu einem Ergebnis würden wir nicht kommen. Lieber möchten wir euch weitere Eindrücke zu Das Mädchen, das durch die Zeit sprang liefern. Inhaltlich kann uns der Film voll und ganz überzeugen. Die Geschichte wird an keiner Stelle überdreht dargestellt und bleibt im Raum unserer Vorstellungskraft jederzeit logisch und leicht verständlich aufgebaut. Die auftauchenden Charaktere verfügen alle über eine unterschiedliche Persönlichkeit und verfügen über die Fähigkeit, die Handlung zur Nebensache verkommen zu lassen und sich stattdessen in die Figuren hinein zu versetzen. Der circa 95-minütige Film wird im säuberlichen 16:9-Format präsentiert. Hintergründe und auch die Charakterzeichnungen sind den Zeichnern des Animes sehr gut gelungen und passen ebenso gut zueinander. Musikalisch gibt es übrigens wirklich was auf die Ohren. Die Komponisten setzen verstärkt auf Klavierstücke, die stark an Musiker wie Bach oder Chopin erinnern. An einigen Stellen wurden diese Stücke sogar neu aufgenommen und verwendet. Dazu kommt das schöne Titellied, gesungen von Hanako Oku. Auch die (deutschen und japanischen) Synchronstimmen wurden sehr gut ausgewählt, denn keine Stimme ist fehl am Platz. Wer seine Sprachkenntnisse in Französisch und Italienisch aufbessern möchte, darf sich über zwei weitere Tonspuren in eben diesen Sprachen freuen. Holländische, italienische, französische und deutsche Untertitel  werden ebenfalls angeboten.

Mamoru Hosodas Meisterwerk

Wer die Werke von Regisseur Mamoru Hosoda kennt, weiß dass man mit seinen Filmen im Grunde nichts falsch machen kann. Selbst die nebensächlichen Soundeffekte wie das Zirpen der Grillen erzeugen eine beachtliche Atmosphäre. Das Mädchen, das durch die Zeit sprang ist dabei keine Ausnahme. Bereits im Januar berichteten wir über sein neuestes Werk Summer Wars. Wer diesen Anime schon mochte, wird auch mit Das Mädchen, das durch die Zeit sprang glücklich sein. Besonders die Collector’s Edition hat es in sich. Mehr als vier Stunden Bonusmaterial befinden sich auf den beiden Bonus-DVDs. Interviews mit dem Regisseur, dem Produzenten und dem Autor des Originalwerkes, sowie ein Zusammenschnitt einer Pressekonferenz und die Vorstellung des Films auf der Premiere in Japan überzeugen uns in vollem Maße. Hinzu kommen noch ein Booklet mit vielen Informationen zum Inhalt des Films und der Charaktere, sowie ein 450-seitiges Storyboard. Als besonderes Schmankerl liegt dieser Edition noch ein originaler Filmstreifen bei – und wer kann schon von sich behaupten, so ein Stück in seiner Sammlung zu beherbergen. Diese Edition ist ein Muss für jeden Mamoru-Hosoda-Fan!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Collector’s Edition): Mir hat der Anime Das Mädchen, das durch die Zeit sprang sehr gut gefallen. Wer mich besser kennt weiß, dass ich mich sehr für Zeitreisen und der Vorstellung parallel existenter Welten interessiere. Dieser Film verbindet in gewisser Weise beide Ideen. Zu erst das ständige Zurückkehren zu früheren Ereignissen und dann die somit entstandenen neuen Begebenheiten. Ich ging mit den Erwartungen an den Film, dass Makoto irgendwann aus ihren Fehlern lernt und ähnlich wie Bill Murray in Täglich grüßt das Murmeltier einen wiederkehrenden Tag so lebt, bis er perfekt wird. Eine Wende in der Handlung hat mich eines Besseren belehrt und ich bin froh darüber, denn das Ende lässt mehr Freiraum zum Interpretieren als so manch anderer Streifen in diesem Genre. Obwohl Science-Fiction-Elemente in diesem Anime aufgegriffen werden, so ist es doch mehr ein Abenteuer mit einem guten Stück Lovestory. Über das Bonusmaterial kann ich ebenfalls nicht meckern, denn selten habe ich so viele Zusatzinformationen bekommen, wie bei Das Mädchen, das durch die Zeit sprang. Massenweise Interviews und selbst das Storyboard hat mir sehr imponiert und spornt mich tatsächlich dazu an, den Film wieder und wieder zu sehen – und das immer wieder mit einer Betrachtung aus einem anderen Blickwinkel. So unterhält mich das mehrfache Anschauen dieses wundervollen Animes gleich doppelt so oft! Genial!

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung der Collector’s Edition von Das Mädchen, das durch die Zeit sprang!

Review: Ninja Scroll

Manche Filme benötigen viel Zeit, bis sie im deutschsprachigen Raum veröffentlicht werden. Dieses Schicksal teilt auch der Anime Ninja Scroll, welcher bereits 1993 in Japan das erste Mal gezeigt wurde. Ganze achtzehn Jahre hat es gedauert, bis der Film die hiesigen Gefilde erreichte. Dass sich das Warten gelohnt hat, können wir nach dem Ansehen nur bestätigen.

Ninja Scroll ist im Japan der Edo-Zeit (1603 bis 1868) angesiedelt. Während des Tokugawa-Shogunat, taucht ein feindlicher Clan auf, welche die Regierung des Landes stürzen möchte. Damit dieses Vorhaben gelingt, sucht der Clan die Unterstützung der Acht Teufel von Kimon, einer blutrünstigen Bande von Dämonenkrieger. Fortan wird das feudale Japan von Chaos und Terror geplagt. Zur selben Zeit taucht auch der mit Geheimnissen umwobene Krieger Jubei Kibagami auf, der Japan vor dem Untergang bewahren soll. Schon bald merkt Jubei, dass viel mehr hinter der Verschwörung steckt, als er anfangs annimmt. So bricht unter anderem in einem bestimmten Dorf angeblich eine Epidemie aus, weshalb die umliegenden Städte zwangsweise evakuiert werden müssen – außerdem wird Jubei mit jenem Feind konfrontiert, den er glaubt vor Jahren ins Reich der Hölle geschickt zu haben.

Skurrile Mythologie

Zugegeben – die Geschichte ist beim ersten Mal nicht sehr leicht zu verstehen. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und tragen ihren Teil zum Verständnis zwar bei, doch wer sich noch nie in seinem Leben mit der japanischen Kultur auseinandergesetzt hat, wird nur wenig der recht guten Handlung verstehen. Ein düsteres Gemisch aus Intrigen, Liebe, Hass und Bestechung gilt es zu verstehen. Das Geschehen wird mit der japanischen Vorstellung von Fantasy gut in Szene gesetzt. Jeder der auftauchenden Dämonenkrieger verfügt über dunkle Fähigkeiten, die für europäische Zuschauer vielleicht etwas makaber und unfreiwillig komisch wirken. So trägt einer der Krieger (mit seiner Haut verbunden) ein Wespennest auf dem Rücken und eine spärlich gekleidete Dame entflutscht auch einmal eine Schlange aus ihrem Anus. Wer sich mit Sex und Gewalt nicht auseinandersetzen möchte, hat bei Ninja Scroll schlechte Karten. Zum einen kloppt sich Jubei alle paar Minuten mit einem neuen Gegner und zum anderen kommen zu Beginn des Films ein paar Sexszenen vor, darunter eine Vergewaltigung. Keine Sorgen: Einen waschechten Hentai bekommen wir hier nicht spendiert, schließlich ist Film noch ab sechzehn Jahren freigegeben.

Funktionierendes Zusammenspiel

Der Film wird laut der Packung im schmucken 16:9-Format präsentiert, doch bekommen wir das Gefühl nicht los, das die Ränder über den Bildschirm ein, zwei Millimeter hinausragen. Der Soundtrack macht das aber wieder wett, denn jede Stelle wird passend mit der richtigen Musik unterlegt. Die deutschen Synchronsprecher verrichten gute Arbeit, auch wenn wir die (deutlich bessere) japanische Fassung klar bevorzugen – diese lässt sich sogar ohne deutsche Untertitel ansehen. Ein Luxus, den sich in Deutschland wohl nicht jeder Anime leisten kann. Nach 92 Minuten endet der Film, wie er angefangen hat: Jubei taucht aus dem Nichts auf und verschwindet in diesem. Im Übrigen befindet sich auf der DVD noch ein Interview mit dem Regisseur des Films. Yoshiaki Kawajiri schwelgt in Erinnerungen und klärt uns über die Lage der Animes in Japan auf. Des Weiteren erhalten wir in einem kurzen Video – mit Standbildern  aus dem Film – Informationen über den Regisseur spendiert. Auf der Packungsrückseite wird ebenfalls noch mit dem Special Voice Actor’s Studio geworben – auf der Disc finden wir das Special leider nicht. Dafür umso mehr Trailer, die Lust auf weitere Filme wecken. Warum den zweiminütigen (und nicht abbrechbaren!) Trailer beim Einlegen der DVD nicht in dieses Menü verfrachtet hat, ist uns schleierhaft. Wer die großen FSK-Symbole nicht mag, wird sich freuen – das DVD-Inlay verfügt über ein Wendecover. Klasse! Fans von Shinobi oder Ninja Gaiden, welche Animes ohne aufwendige Computereffekte mögen, dürfen bedenkenlos zugreifen – wenn sie sich mit einer komplexen Geschichte anfreunden können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Leider muss ich ganz klar sagen, dass ich den Anime am liebsten nach dreißig Minuten wieder ausgeschaltet hätte. Für mich hat dieser Film nichts Besonderes dargestellt, doch blieb ich optimistisch und wurde gegen Ende des Films eines Besseren belehrt. Zwar bin ich weiterhin der Überzeugung, dass man diesen Film nicht gesehen haben muss, doch sobald man sich einmal im Universum von Ninja Scroll zurecht findet, kann man sich mit dem Film wunderbar die Zeit vertreiben. Lange Zeit habe ich keinen Anime mehr gesehen, der komplett ohne übertriebene Computereffekte auskommt. Während man 1993 mit sehr viel Liebe jedes kleine Detail mit Hand einzeichnen musste, werden mehrfach vorkommende Objekte einfach kopiert – dafür bewundere ich die damaligen Zeichner. Außerdem fühle ich mich während des Films sehr, sehr wohl, weil Yasunori Honda die richtige Musik zur passenden Szene einspielt. Interessant finde ich auch, dass in Japan wohl eine Anime-Serie zu Ninja Scroll im Fernsehen läuft und dass ein zweiter Film bereits in Planung ist – ich bin gespannt, ob diese beiden Werke ebenfalls achtzehn Jahre brauchen, um hier zu erscheinen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Ninja Scroll!

Review: Tales of Vesperia: The First Strike

Vor drei Jahren mauserte sich Tales of Vesperia zu einem der besten Japano-Rollenspielen aller Zeiten. In Japan erschien im selben Jahr auch noch der Anime Tales of Vesperia: The First Strike, welcher vor den Geschehnissen des Videospiels angesiedelt ist. Anfang des Jahres erschien nun auch hierzulande der Anime rundum Yuri und seine Freunde.

In der Fantasy-Welt Terca Lumireis herrscht Frieden. Es ist eine Welt des Fortschritts und des Wohlstandes. Die Menschen von Terca Lumireis bedienen sich an der Substanz Aer, mit der sie bestimmte Arbeiten verrichten und Barrieren zum Schutz vor den Monster um ihre Städte herum errichten können. Die Handlung des Films spielt zu jener Zeit, in der Yuri Lowell und Flynn Scifo noch gemeinsam als Soldaten dem Schutz der Bevölkerung dienen. Eines Tages wird in einer Ruine am Fluss ein ungewöhnlich großes Vorkommen an Aer ausgemacht. Als dann auch noch Menschen auf dem Weg in die Stadt Shizontania von Ungeheuern angegriffen werden, müssen die Niren Corps etwas unternehmen – das Schicksal von Terca Lumireis steht auf dem Spiel!

Alte Bekannte und neue Gesichter

Neben den beiden Hauptprotagonisten tauchen auch weitere aus dem Rollenspiel bekannte Figuren auf – allerdings nur in Nebenrollen. So trifft Flynn in der Kaiserstadt auf Estellise, die im Rollenspiel eine tragende Persönlichkeit einnehmen wird. Außerdem treffen wir auf Rita Mordio, die – verrückt wie eh und je – Kommandanten Niren Fedrok mit einer Explosion fast in die Luft jagt. Raven taucht ebenfalls in drei kurzen Szenen auf, doch zum Verstehen des Handlungspfadens hätte man ihn nicht in den Film integrieren müssen. Jedoch ist es sehr interessant zu sehen, was die Charaktere vor ihrem Auftritt im Videospiel so getrieben haben. Zwar ist vieles bereits aus Erzählungen bekannt, es mit eigenen Augen zu sehen ist aber eine andere Sache. Yuris Hund Repede gehörte zum Beispiel auch schon in Kindheitstagen zu den Kettenrauchern – anders ist das ständige Tragen der Pfeife in seinem Maul nicht zu erklären.

Grandioser Anime oder Verbeugung vor dem Spiel?

Tales of Vesperia: The First Strike eignet sich in erster Linie nur für die Fans des Videospiels. Viele Informationen bleiben dem Zuschauer einfach verborgen, wenn man Terca Lumireis noch nicht selbst bereisen konnte. In diesem Fall kommt es dann so vor, als ob die Geschichte nur vor sich herdümpeln würde. Das tut sie im Grunde auch, denn bis die Handlung im 106-minütigen Film wirklich Fahrt aufnimmt, ist der halbe Film bereits vorbei. Der Anime wird dafür allerdings sehr gut eingefangen und erinnert nicht nur entfernt an das Spiel. Man könnte meinen, man würde einen Film lauter im 16:9-Format gehaltenen Zwischensequenzen sehen – so sehr erinnert uns der Anime an das Spiel, ein großes Kompliment! Untermalt wird das Ganze mit einem durchaus guten Soundtrack, der aber nur gering an das Spiel erinnern möchte. Die deutschen Sprecher wurden gut ausgewählt, reichen aber nicht an das Niveau des japanischen Originaltons heran. Wer auf Specials hofft, wird zumindest auf der Einzel-DVD-Fassung enttäuscht werden. Bis auf einige Trailer und einigen (in einem relativ kurzen Video) zusammengefassten Konzeptzeichnungen findet sich nichts auf dem Datenträger. Immerhin verfügt das Inlay über ein Wendecover, was FSK-Symbolhasser freuen wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Einzel-DVD-Fassung): Beim Anschauen des Films kamen sehr viele wunderbare Erinnerungen wieder hoch. Es kommt mir so vor, als sei es erst gestern gewesen, dass ich Tales of Vesperia auf meiner Xbox 360 durchgespielt habe. Der Film weckt das Interesse in mir, den Titel ein weiteres Mal in Angriff zu nehmen. Aus Zeitgründen wird daraus allerdings so schnell leider nichts.  Sollte mich aber mal wieder die Lust packen, kann ich meine Zeit aber auch wunderbar mit dem Anime vertreiben. Die Geschichte ist reicht zwar nicht unbedingt an die des Rollenspiels heran, doch da habe ich schon deutlich Schlimmeres gesehen. Mir gefällt der Grafikstil, den Namco Bandai bei der Tales-Of-Reihe einsetzt. Schade, dass der Soundtrack dafür nicht sonderlich zur Geltung kommt. Man hätte einfach ein paar Stücke aus dem Spiel nehmen und ein wenig verändern können – schon wäre ein Fan glücklicher gewesen. Fans des Spiels sollten sich den Anime meiner Meinung nach ruhig mal anschauen, um die Persönlichkeiten von Yuri und Flynn besser verstehen zu können.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Tales of Vesperia: The First Strike!

Umfrage-Ergebnis: Hadoken, 3DS!

Der März ist gekommen und der Launch des Nintendo 3DS rückt immer näher. Vor einigen Wochen haben wir euch bereits gefragt, welches Spiel ihr zum Konsolenstart erwerben möchtet. Ein geringer Anteil von fünf Prozent entscheidet sich am 25.03.2011 für Nintendogs + Cats, elf Prozent werden sich hingegen für Pilotwings Resort entscheiden. 16% sind nicht an den Spielen aus dem Hause Nintendo interessiert und schlagen lieber bei anderen Titeln von Drittherstellern zu. Der größte Teil der User, die an einem 3DS interessiert sind, werden aber wohl – nicht wirklich überraschend – zu Super Street Fighter IV 3D Edition greifen. Das sagen uns 26% bei der Auswertung. Etwas mehr überrascht uns der Anteil der Teilnehmer, die sich keinen 3DS kaufen werden. 42% – sprich fast die Hälfte unserer Leserschaft – möchte sich zumindest vorerst keinen 3DS kaufen.

In den nächsten Wochen planen wir weitere Umfragen zum 3DS inklusive Berichterstattung. Seid gespannt, was wir uns alles für den Launch von Nintendos neuester Konsole einfallen lassen werden. Abschließend möchten wir uns nochmals bei allen Teilnehmern bedanken. Danke!

Review: Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland!

Manche Dinge überdauern die Zeit, denn so war es auch mit Mario und Donkey Kong. Bereits vor mehr als dreißig Jahren lagen die beiden Videospielcharaktere im Clinch. Schon damals konnte der Affe die Finger nicht von Marios Freundin Pauline lassen. Kurzerhand entführte Donkey Kong die Schönheit und zollte seinem großen Filmkollegen King Kong Tribut, indem er an Baugerüsten hochkletterte. Schlussendlich wurde er von Klempner Mario, der zu jener Zeit noch auf den Namen Jumpman hörte, jedoch in die Knie gezwungen. Trotzdem scheint der Affe drei Jahrzehnte nach diesen Vorfällen nichts dazu gelernt zu haben.

Zu Beginn des neusten Ablegers der Serie steht die Eröffnung eines Freizeitparks an. Mario und Pauline haben sich überlegt, dass die ersten einhundert Besucher ein kleines Geschenk erhalten sollen. Anfangs freute sich Donkey Kong auf die Eröffnungsfeier des Parks, doch an jenem Tag sollte er verschlafen. Da er keine kleine Pauline-Figur ergattern kann, entschließt sich Donkey Kong dazu, die echte Pauline zu entführten. Diese Gräueltat lässt sich der Klempner natürlich nicht gefallen und schreitet unverzüglich zur Tat – allerdings schickt er dieses Mal wie im letzten Teil der Reihe eine Truppe Mini-Marios hinterher. Nun liegt es an uns, die aufziehbaren Gestalten durch über einhundert Levels zu führen und Pauline zu retten.

Sicheres Geleit

Anfangs stehen uns nur begrenzte Mittel zur Verfügung, was besonders Einsteigern zu Gute kommt. Tippen wir die Mini-Marios an, setzen sie sich sofort in Bewegung. Nun ist es unsere Aufgabe, mittels Stylus Hindernisse im Level zu entfernen – oder auch zu setzen, denn am Ende eines jeden Level müssen alle Mini-Marios unbeschadet durch ein kleines Türchen spazieren. Das heißt sie dürfen von keinem Gegner berührt werden oder von Zacken in einer Grube aufgespießt werden – auch der Fall von einer höher gelegenen Plattform kann für die Mini-Marios der Tod bedeuten. In jedem Spielabschnitt steht uns eine gewisse Anzahl an Gerüstbauteilen zur freien Verfügung, welche an gekennzeichneten Trägernieten befestigt werden müssen. Je länger der Träger im Endeffekt sein soll, desto mehr Bauteile müssen wir besitzen, aber keine Sorge: Ein Träger lässt sich jederzeit entfernen und die Gerüstbauteile können somit an einer anderen Stelle wiederverwendet werden. In vielen Spielabschnitten ist dieses Vorgehen auch nötig, um den spielerischen Anspruch jederzeit zu gewährleisten.

Komplexe Spielmethoden

In späteren Levels erhöht sich der Schwierigkeitsgrad zunehmend. So gesellen sich mit zunehmender Spielzeit auch Leitern, Laufbänder und sogar entmagnetisierbare Bausteine hinzu. Die Mini-Marios versuchen nämlich in so manchem Geländen auch Wände zu erkraxeln und können diese an einigen Stellen nur durch solche Steine verlassen, um auch wirklich zum Level-Ende zu gelangen. Dabei dürfen wir nie vergessen, dass die Mini-Marios automatisch und nicht zielstrebig ihren Weg suchen. Sie watscheln jeweils in eine Richtung, die sie nur ändern, wenn sie gegen ein Hindernis (etwa gegen eine Wand oder einen anderen Mini-Mario) laufen. Die Laufbänder eignen sich ebenfalls für die Änderung der Laufrichtung, da die Richtung der Fließbänder von uns selbst bestimmt werden kann – entweder bei der direkten Erstellung im Level oder durch Tippen auf einen bestimmten Button im Leveldesign selbst. Damit hört die Innovation allerdings noch nicht auf – komplexe Warp-Röhrensysteme und zu positionierende Sprungfedern erschweren in späteren Level unsere Vorstellungskraft. Trotzdem bleibt jeder Spielabschnitt jederzeit lösbar und vor allem interessant.

Inhalt so groß wie King Kong

Außerdem dürfen wir uns des Öfteren mit ein paar Gegnern wie Shy Guys herumschlagen, die mit herumliegenden Hämmern (und der richtigen Taktik vorausgesetzt) schnell besiegt sind. Am Ende einer jeden Welt erwartet uns der Kampf gegen Donkey Kong, in dem wir das erst kürzlich erlernte Wissen der jeweiligen Spielelemente anwenden müssen. Hier sei allerdings gesagt, dass wir ruhig den einen oder anderen Mini-Mario verlieren dürfen – jedoch erhalten wir für den Verlust nicht mehr die maximale Punktzahl. Nur wer in jedem Level bestimmte Items wie Münzen oder Karten einsammelt, hat die Chance auf ein perfektes Ergebnis, um so Bonus-Level und zusätzliche Inhalte für den Level-Editor frei zuschalten. Dieser ist übrigens relativ simpel gehalten und auch für Anfänger leicht verständlich. In Windeseile (nach einer wirklich kurzen Eingewöhnungsphase) können wir bereits einige Levels erstellen, welche wir sogar online zum Tausch anbieten dürfen. Außerdem veranstaltet Nintendo alle paar Wochen kleinere Wettbewerbe, an denen wir mit einem eigens kreierten (und zumindest einmal von uns gelösten) Level teilnehmen können

Spielspaß ohne Ende?

Optisch reißt der Titel keine Bäume mehr aus, da der Stil schlicht und einfach gehalten ist. Es sieht für uns so aus, als ob wir – bis auf ein paar Ausnahmen – ein GameBoy-Advance-Spiel vor uns halten. Auch der Soundtrack kann uns nicht vollends überzeugen. Die Melodien trällern zwar fröhlich vor sich hin und so mancher Spieler wird auch den einen oder anderen Track aus früheren Mario- oder Donkey-Kong-Spielen wiedererkennen, doch fallen die Musikstücke auf Dauer recht monoton aus. Über diese beiden negativen Kritikpunkte können wir allerdings ruhig hinwegsehen, denn der Rest des Spiels wirkt einfach wie aus einem Guss. Es erwarten euch über einhundert Levels, die mit vielen verschiedenen Szenarien aufwarten und eure Köpfe zum Glühen bringen können. Nach dem Durchspielen ist übrigens noch lange nicht Schluss, denn dann trumpft der Titel mit weiteren Experten-Levels auf, die dann nochmals ein klein wenig schwieriger ausfallen – und wer dann immer noch nicht genug hat, erstellt mit dem Level-Editor einfach eigene Spielabschnitte. Mario vs. Donkey Kong: Aufruhr im Miniland! stellt derzeit die Genrereferenz da, welche wir Rätselfüchsen wärmstens empfehlen möchten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als ich den Titel auf der letzten Gamescom anspielen konnte, war ich hin und weg. Aus Zeitgründen konnte ich die letzten Ableger der Serie leider nie spielen. Jetzt tut mir das natürlich leid, denn der Aufruhr im Miniland hat mir sehr gut gefallen. Die meisten Levels waren für mich zwar recht schnell und beim ersten Anlauf schon erledigt, doch setzte ich mir das Ziel, möglichst überall die perfekte Punktzahl zu erreichen – und das kann in einigen der zahlreichen Spielabschnitten schon mal etwas dauern. Ich finde es auch sehr gut, dass nach dem Durchspielen noch nicht Schluss sein muss. Die Experten-Levels fordern mich weiterhin und der Plus-Modus erhöht dann nochmals den Schwierigkeitsgrad des gesamten Spiels. Hier bin ich allerdings der Meinung, dass man das auch schon von Anfang mit in den Spielfluss hätte integrieren können. Allzu große Lust, jeden Level aufs Neue zu spielen, habe ich dann doch nicht. Dafür überzeugt mich dann wiederum der Level-Editor, mit dem ich auch schon das eine oder andere Werk hochgeladen habe und hoffe natürlich auch, dass meine Werke den anderen Spielern auf dieser Welt gefallen werden. Bis auf wenige Stellen habe ich an dem Titel nichts auszusetzen, was einen Kauf nicht rechtfertigen würde. Greift zu, denn ein anderes Spiel, das eure kreative Ader dermaßen fördert, findet ihr so schnell nicht!

Gewinnspiel (25. – 27. Februar)

Wie ihr sicherlich noch wisst, entstand unsere Seite aus einem kleinen Forum – dem NextGen-Forum. In den letzten Monaten sind wir auf eine beachtliche Anzahl an Usern angestiegen. Heute möchten wir uns dafür mit einem kleinen Gewinnspiel bedanken, dass wir gemeinsam mit Square Enix veranstalten. Mit dem für seine Rollenspiele bekannten Konzern verlosen wir nur an diesem Wochenende (25. – 27. Februar 2011) sechs völlig unterschiedliche Überraschungspakete, die vor lauter Gimmicks nur so platzen – vielleicht hat sich sogar das eine oder andere Spiel darin versteckt.

Um an der Verlosung teilzunehmen, müsst ihr nichts weiter tun, als euch im NextGen-Forum zu registrieren und anschließend eure Glückwünsche im Geburtstags-Thread kundzutun. Die sechs humorvollsten, interessantesten, zu Tränen rührenden oder kreativsten Beiträge werden von den Administratoren des Forums bestimmt. Gerne dürft ihr eure Glückwünsche auch in Form eines Videos oder eines Audiobeitrags kundtun – euren Ideen sind keine Grenzen gesetzt  Die Gewinner werden an uns weitergeleitet und via E-Mail nach dem Wochenende von uns benachrichtigt. Sollte sich ein Gewinner nach 48 Stunden nicht bei uns gemeldet haben, wird an seiner Stelle ein anderer, kreativer User ausgesucht.

Aus Datenschutzgründen werden wir die Gewinner nicht auf Gameplay Gamers oder im Forum nennen. Wer etwas gewonnen hat, darf sich dazu aber gerne selbst dazu äußern. Teilnahmeberechtigt sind alle User, welche das achtzehnte Lebensjahr erreicht haben. Unsere minderjährigen User müssen sich eine Einverständniserklärung ihrer Eltern einholen, wenn sie am Gewinnspiel teilnehmen möchten. Mitarbeiter von Gameplay Gamers und Square Enix sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Adressen der Gewinner werden einmalig von uns für die Zustellung der Gewinne genutzt und anschließend gelöscht. Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich und ein Anspruch auf Ersatz besteht ebenfalls nicht. Die Teilnahme ist nur innerhalb von Deutschland und Österreich möglich. Kurzum: Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Abschließend wünschen wir euch noch viel Spaß im NextGen-Forum und mögen die kreativsten Köpfe gewinnen und eines der Square-Enix-Überraschungspaketen abstauben! Viel Erfolg!

News: Neuer Trailer zu The Elder Scrolls V: Skyrim erschienen

Eigentlich war es nie geplant, auf Gameplay Gamers bekannt zu geben, wenn Screenshots oder Trailer zu einem Spiel in den Weiten des Internets auftauchen. Zu unwichtig erscheinen uns solche Neuigkeiten. Dank des The-Elder-Scrolls-Entwicklers Bethesda Softworks machen wir am heutigen Tag eine Ausnahme – und das zu einer für uns untypischen Zeit. Heute veröffentlichte Bethesda Softworks nämlich endlich einen neuen Trailer zum kommenden Rollenspiel The Elder Scrolls V: Skyrim – dieses Mal inklusive einigen Spielszenen. Wenn ihr euch den gelungenen Trailer anschauen möchtet, solltet ihr euch auf der Internetpräsenz des PC-Magazins GameStar umschauen.

Erics Fazit: Bethesda Softworks weiß wohl sehr, sehr gut, wie man mich auf den nächsten Teil einer der besten Rollenspielserien aller Zeiten aufmerksam machen kann. Ein Großteil des Trailers wird mit der Titelmelodie aus The Elder Scrolls III: Morrowind unterlegt. Die dritte Episode der Reihe war für mich eindeutig der beste Teil, woran die herausragende Musik nicht ganz unschuldig war. Allerdings habe ich immer noch Bedenken – Skyrim wird mit Sicherheit ein gutes Spiel, doch scheint es mir im Moment eher Richtung The Elder Scrolls IV: Oblivion zu gehen. Baukastenhäuser, abwechslungsarme Möglichkeiten und Co lassen grüßen. Die bisher veröffentlichten Informationen machen trotzdem Lust auf mehr – spätestens im November werde ich wissen, ob sich meine Befürchtungen bewahrheiten. Bis dahin bleibe ich aber erst einmal pessimistisch, was The Elder Scrolls V: Skyrim betrifft.

News: Two Worlds III indirekt angekündigt

Die Redaktion der Internetseite Gamers Village gab gestern Nachmittag (beziehend auf eine andere Quelle) bekannt, dass TopWare Entertainment indirekt Two Worlds III angekündigt habe. So hieß es in einem Interview mit einer ausländischen Internetseite, dass man mit Two Worlds II große Schritte Richtung Zukunft gegangen ist. Man habe des Weiteren bereits neue technische Innovationen realisieren können und die Grafikabteilung mit einem neuen Team besetzt. Laut den Angaben von TopWare Entertainment, soll das Spiel bereits 2012 erscheinen. Für welche Plattformen das Spiel erscheinen soll, ist bisher nicht bekannt. Wir rechnen aber fest damit, dass der PC definitiv unterstützt werden wird.

Erics Fazit: Ich weiß im Moment leider nicht, ob ich mich über diese Nachricht freuen soll. Sicherlich war Two Worlds II ein tolles Spiel, wie wir in unserem Review feststellen konnten, doch ist und bleibt es teilweise sehr sperrig, was meiner Meinung nach den Spielspaß deutlich schmälert. Mir wäre es lieb und teuer gewesen, wenn sich die Entwickler zunächst an die Ausmerzung diverser Gameplay-Fehler gesetzt und Two Worlds II zu einem besseren Erlebnis gemacht hätten. Direkt einen weiteren Teil anzukündigen, halte ich für falsch. Zuerst sollte man aus seinen Fehlern lernen und sie wieder wettmachen, bevor man sich neuen Aufgaben zuwenden soll.

Review: Makoto Shinkai Collection

Talente gibt es nicht wie Sand am Meer, wie wir nach dem Anschauen der zwei in dieser Kollektion enthaltenen Filme erneut bemerken müssen. Makoto Shinkai ist wahrhaftig der Shooting Star des Anime-Kinos, wie der Text auf der Packungsrückseite beschreibt.

Öffnen wir die Makoto Shinkai Collection, entdecken wir zwei Filme. Da wäre zum einen der Anime 5 Centimeters per Second zu nennen, mit dem auf dem Cover geworben wird – The Voices of a Distant Star rundet das Gesamtpaket ab. Im letzt genannten Film geht es um Mikako Nagamine und ihrem Freund Noboru Terao. In einer futuristischen Welt angesiedelt, wird Mikako während ihrer Mittelstufenzeit von der Raumpatrouille einberufen und soll nun gegen die außerirdische Rasse der Tarsianer kämpfen. Obwohl sie die Aufgabe mit Freude annimmt, vermisst sie schon bald Noboru. Sie fangen an, sich Kurznachrichten zu schicken. Je weiter Mikako in den Weltraum vordringt, desto größer ist die Distanz zwischen ihnen – auch die Dauer, bis eine getippte Kurznachricht ihr Ziel erreicht, verlängert sich ständig. Die letzte Nachricht, welche Mikako Noboru schickt, wird mehrere Jahre unterwegs sein. In ihrer Nachricht gesteht sie ihre Liebe zu Noboru. Dieser hat inzwischen aufgehört, auf eine weitere Nachricht seiner Freundin zu warten und möchte sein Leben ohne sie weiterleben. Als er die Kurznachricht endlich erhält, ist diese kaum mehr zu entschlüsseln.

5 Centimeters per Second

Distanzen gehören auch zum zentralen Thema des zweiten Films. Der junge Takaki Tōno und das Mädchen Akari Shinohara verlieren sich nach der Grundschule aus den Augen. Obwohl die beiden Freunde viele Gemeinsamkeiten verbinden, ziehen Akaris Eltern mit ihr in die Präfektur Tochigi. Takaki besucht indessen die Mittelschule in Tokyo, doch versucht er mit seiner Freundin eine Brieffreundschaft aufzubauen. Später erfährt Takaki, dass seine Familie in die südliche Präfektur Kagoshima ziehen möchte. Schon bald werden die beiden Freunde von einer Distanz von hunderten Kilometern getrennt sein, weshalb sich Takaki und Akari für ein letztes Treffen entscheiden. Sie verabreden sich in Iwafune, doch ausgerechnet an jenem Tag zieht ein Schneesturm auf. Takaki verspätet sich mehrere Stunden, doch überrascht ist er nicht ohne Grund, dass Akari noch immer am Bahnhof auf ihn wartet – am späten Abend. Auf dem Nachhauseweg verharren die beiden unter einem Kirschbaum – der Ort, an dem sie sich das erste Mal küssen. Kurz darauf unterbricht 5 Centimeters per Second das Geschehen mit der Vorstellung des zweiten Kapitels.

Kurzfilmgenialität

Der Kurzfilm 5 Centimeters per Second ist in drei Kapitel eingeteilt. Während im ersten Teil wie bereits besprochen die Entfernung zwischen Takaki und Akari den Kern der Handlung eingenommen hat, beginnt das zweite Kapitel Jahre später in Tanegashima. Takaki ist in der Zwischenzeit zu einem jungen Mann herangewachsen und besucht die dortige Oberschule. In seiner Klasse verliebt sich Kanae Sumida in ihn, doch Takaki interessiert sich nur wenig für sie. Kanae ist schüchtern und die einzige Möglichkeit ihm näherzukommen, sind die wenigen gemeinsame Heimfahrten mit ihren Rollern. Als sie ihn eines Tages auf einer großen Wiese sitzen sieht, gesellt sie sich zu ihm – mit der Zeit muss sie sich allerdings eingestehen, dass sich Takakis Gedanken um andere Dinge drehen. Sie beschließt, dass ihr Leben anders verlaufen muss. Im dritten und letzten Teil des Kurzfilms nimmt sie keine große Rolle mehr ein, denn hier wird vielmehr das Leben von Takaki und Akari geschildert. Beide empfinden etwas füreinander, doch das Leben beider hat sich inzwischen geändert. Am Ende begegnen sich die beiden Charaktere an einem Bahnübergang, wo der Anime auch schon leider mit dem für einen Kurzfilm typischen offenen Ende ausklingt. So hat jeder Zuschauer die Möglichkeit, die Geschichte frei zu interpretieren und kann sich selbst vorstellen, wie das Leben von Akari und Takaki vielleicht weitergehen wird.

One More Time, One More Chance

Beide Kurzfilme punkten jeweils mit einer wirklich schönen Geschichte, die viele Menschen schon mal in ähnlichen Situationen erlebt haben. Getrennt sein über große Entfernungen sind vor allem jenen unseren Lesern bekannt, die sich schon mal auf eine Fernbeziehung eingelassen haben oder einmal in eine andere Stadt umgezogen sind – und wer es noch nicht selbst erlebt hat, kennt mit Sicherheit jemanden, der diese Erfahrung schon einmal hat durchmachen müssen. Alleine dieser Grund ist es, warum wir die Makoto Shinkai Collection nur wärmstens empfehlen können. Die Synchronsprecher (im Deutschen wie im japanischen Original) vermitteln ihren Charakteren sehr viel Liebe und erzählen die Geschichte glaubhaft. Außerdem können wir getrost sagen, dass wir in keinem anderen Anime so schöne Grafiken gesehen haben. Das Team rundum Makoto Shinkai hat sich größte Mühe gegeben, originale Schauplätze zu fotografieren und anschließend in einen Anime zu verfrachten. Um den Anime (5 Centimeters per Second) nicht ganz so realistisch zu gestalten, hat man einige Details auch weggelassen. Dies spiegelt sich aber nur minimal an einigen kleinen Objekten wieder und ist leicht verschmerzbar. Als besondere Krönung überzeugt 5 Centimeters per Second auch mit dem Song One More Time, One More Chance vom japanischen Sänger Masayoshi Yamazaki.

Makoto Shinkais kreatives Meisterwerk

Wir können sehr gut nachvollziehen, dass sich Makoto Shinkai diesen Song mit Bedacht ausgewählt hat, wie wir in den wenigen, dafür umso interessanteren Specials erfahren. Einen besseren Song hätte man sich nicht für 5 Centimeters per Second aussuchen können, denn Melodie und Text passen wunderbar zusammen und können sich bedenkenlos auf die Geschichten des Films übertragen lassen. Als besonderes Schmankerl erwarten uns auf den beiden Discs auch der Kurzfilm She and her Cat. Mit diesem relativ kurzen Film wurde Makoto Shinkai bekannt – es könnte wohl kaum etwas Schöneres geben, als den kreativen Ursprung eines Regisseurs kennenzulernen. Die Spielzeit von She and her Cat beträgt nur ein paar Minuten, The Voices of a Distant Star besticht mit einer kurzen Spielzeit von circa 25 Minuten. Der Anime 5 Centimeters per Second schlägt mit satten neunzig Minuten aus dem Ruder. Selten haben wir kreative Ideen und Reflektionen auf das wahre Leben in einem Film dieser Art so nah beieinander gesehen. Wer beide Streifen gesehen hat, darf sich auch die auf den Discs enthaltenen Specials, sowie Interviews (Spieldauer circa  neunzig Minuten) anschauen und das beiliegende und wundervoll designte Booklet durchlesen – spätestens dann weiß man, dass die Makoto Shinkai Collection ein wahres Meisterwerk unserer Zeit ist, das wir nicht missen möchten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Bevor ich mich an das Review von der Makoto Shinkai Collection setzen konnte, lag die DVD verschweißt ein paar Wochen auf meinem Schreibtisch herum. Im Nachhinein möchte ich mich gerne dafür ohrfeigen, denn selten habe ich schönere, liebevollere oder intelligentere Animes gesehen. Während mich The Voices of a Distant Star nur wenig berührt hat, konnte ich die Beziehung beider Menschen voll und ganz nachvollziehen. 5 Centimeters per Second konnte ich deutlich mehr abgewinnen. Dieser Anime hat Erinnerungen in mir geweckt, da ich in meinem Leben schon mal eine ähnliche Erfahrung gemacht habe und ich mich mit einem der Charaktere stark identifizieren kann – das schaffen meiner Meinung nach nur wenige Animes. Abschließend möchte ich noch sagen, dass die Makoto Shinkai Collection in jeglicher Form ein Meisterwerk des modernen Anime-Kinos ist. Hier passen alle Charaktere wunderbar in den Handlungsverlauf. Das Spektakel wird mit wunderschönen Grafiken präsentiert und mit einem schönen Soundtrack (insbesondere dem Song One More Time, One More Chance) sehr gut unterlegt. Die Makoto Shinkai Collection enthält zwei wundervolle Filme, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben werden und ich kann diese Werke jedem Anime-Fan wärmstens empfehlen. Jetzt werde ich aber erst einmal wieder in Erinnerungen schwelgen.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars der Makoto Shinkai Collection!

News: Arcania geht in die zweite Runde!

Vorgestern teile uns Publisher Jowood erste Informationen zum Add-On von Arcania: Gothic 4 mit. In Fall of Setarrif dürfen wir ab dem 25. März 2011 erneut in die Haut des namenlosen Helden schlüpfen und in der Küstenstadt Setarrif für Ruhe und Ordnung sorgen. Wir erinnern uns – diese Flecken der Landkarte durften wir im Hauptspiel noch nicht erkunden. Erstmals soll es auch möglich sein, in die Rolle anderer Charaktere zu schlüpfen, um die Geschichte aus einer völlig neuen Perspektive zu erleben und dessen einzigartige Fähigkeiten zu nutzen. Jowood verspricht eine Spieldauer von circa zehn Stunden, die mit einer Vielzahl an neuen Aufgaben gefüllt sein soll. Außerdem erwarten uns neue Gegnertypen und neue Landstriche, die es zu erkunden gilt. Abschließend sei gesagt, dass sich das Add-On auch ohne Hauptspiel spielen lässt. Wer dieses allerdings besitzt, darf seinen Charakter importieren. Für welche Plattformen das Spiel neben der PC-Fassung erscheinen wird, ist nicht bekannt.

Erics Fazit: Ob eine Entwicklungszeit von circa vier Monaten für ein Add-On eines dermaßen großen Projekts ausreicht, ist meiner Meinung nach fraglich. Zumal ich noch gehofft hatte, dass sich Entwickler und Publisher aufgrund der unterdurchschnittlich schlechten Kritiken ein Herz gefasst und mittels Patches das Hauptspiel verbessert hätten. Zumindest interessiert mich die Handlung, denn diese fand ich auch im Hauptspiel sehr interessant. Sollte die Qualität auf demselben Stand verharren, sehe ich für Arcania: Fall of Setarrif schwarz. Der geplante Veröffentlichungstermin ist übrigens auch ungeschickt gewählt – schließlich kommt am selben Tag der von vielen Spielern lang ersehnte Nintendo 3DS auf dem Markt.

Umfrage: Welchen 3DS-Launch-Titel?

In wenigen Wochen erscheint auch hierzulande der Nintendo 3DS. Unter den Launch-Titeln befinden sich namhafte Spiele wie Pilotwings, Nintendogs oder Street Fighter IV. In Foren hat sich gezeigt, dass diese drei Titel wohl die meisten User ansprechen werden. Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden, nur diese drei Titel in unserer Umfrage aufzulisten. Die Auflösung werden wir Anfang bis Mitte März auf unserer Internetpräsenz bekanntgeben.