Review: Brave Story

Zwischen der östlichen und westlichen Fantasy-Welt gibt es viele Unterschiede. Während im Westen meist ein gestandener Mann in die Welt hinauszieht, um ein Abenteuer zu erleben oder gegen die bösen Mächte anzutreten, erwartet diese Aufgabe in japanischen Gefilden meist ein junger Bursche. Dieses Klischee wiederholt sich in Brave Story ein weiteres Mal.

Brave Story erzählt die Geschichte des zehnjährigen Jungen Wataru Mitani. In einem alten Gebäude der Stadt soll es spuken! Eine bessere Gelegenheit einen Geist zu sehen, wird es für Wataru und seinen Kumpel nicht geben. Doch anstatt eines Gespenst trifft Wataru auf einen anderen Jungen, der durch eine große, magische Tür tritt. Als Wataru mitsamt seinem guten Freund die Verfolgung aufnehmen möchte, ist diese gigantische Tür nirgends zu finden. Am nächsten Tag bricht für Wataru eine Welt zusammen, denn als er von der Schule nachhause kommt, ist er Zeuge von der Abreise seines Vaters. Dieser hat sich entschlossen, mit einer anderen Frau weiterzuleben und seine Familie zu verlassen. Außerdem kollabiert am selben Abend seine Mutter, welche kurz darauf ins Krankenhaus eingeliefert wird. Wataru trifft abermals auf den Jungen, der am vorherigen Abend durch die magische Tür spazierte. Mitsuru Ashikawa, so der Name des mysteriösen Bengels, erklärt Wataru, wie er sein Schicksal ändern kann. Er erzählt Wataru, dass sich hinter der Tür das Land Vision befindet.

Zwei Wünsche – fünf Juwelen

Wataru hat nur das Wohl seiner Familie im Sinn. Er möchte, dass sich seine Mutter erholt und sein Vater zurück zu seiner Familie kehrt. Der schwächliche Wataru nimmt all seinen Mut zusammen und sucht die Tür auf, die ihn nach Vision führt – ein Land voller Magie und Monster. Bereits kurz nach seiner Ankunft muss sich Wataru einigen Prüfungen unterziehen. Ein weiser Mann drückt Wataru Schwert und Rüstung in die Hand – Anleihen zu diversen Fantasy-Spielen sind nicht nur rein zufällig gewählt. Kurz darauf trifft Wataru auf den Echsenmann Kee Keema und erinnert ein wenig an einige der Bewohner aus Ivalice, einer fiktiven Fantasy-Welt des Final-Fantasy-Universums. Später schließt sich nach anfänglichem Zögern auch noch Katzenartistin Meena an – gemeinsam suchen sie in Vision nach fünf magischen Juwelen, die zum Erfüllen eines Wunsches vonnöten sind. Auch Mitsuru ist auf der Suche nach den sagenumwobenen Juwelen, doch verfolgt er seine ganz eigenen Ziele.

Eine viel zu kurze Buchverfilmung

Brave Story bietet im Grunde alles, was ein guter Fantasy-Film ausmachen sollte. Die Truppe trifft auf böse Zauberer, durchstreift idyllische Städte, greift in einen Krieg ein und auch das Zusammentreffen der beiden Hauptdarsteller ist unausweichlich vorprogrammiert. Alle Teile der Handlung setzen sich zu einem großen Gesamtbild zusammen und erzeugen eine passende Atmosphäre, wie wir sie uns für Brave Story wünschen. Leider kann uns die Geschichte aber nicht vollends überzeugen, obwohl der Regisseur sich deutlich Mühe gegeben hat, das Buch von Miyuki Miyabe in einem Anime festzuhalten. Die Geschichte des Buches ist allerdings so umfangreich, dass man sie nicht einfach so in einen hundertminütigen Anime hätte packen können. Wir sind der Auffassung, dass man die Handlung auf zwei oder gar drei Filme hätte verteilen können. Auch eine ganze Serie wäre denkbar gewesen, da die verschiedenen Teile der Geschichte als solche wunderbar funktionieren könnten. So wird beispielsweise der Krieg inmitten des Films kaum geschildert und auch die Existenz eines durchtriebenen Magiers wird nicht geklärt. Das ist schade, hätte es den Film doch um so viel Gehalt bereichert.

Ketsui no Asa ni

Optisch besticht der Film im schönen 16:9-Format und verzaubert uns mit seinem schönen Soundtrack, insbesondere dem Lied „Ketsui no Asa ni“. Während die japanischen Sprecher sehr, sehr gut zu ihren Rollen passen, sind einige Synchronsprecher der deutschen Fassung fehlbesetzt. Auch wenn der Film eher für die ganze Familie oder für mitteljunge Zuschauer gedacht ist, passen die Sprecher stellenweise nicht zu ihren Rollen. Glücklicherweise wird die japanische Originalsynchronisation mit deutschen Untertiteln unterlegt, welche allerdings auf unserem Testgerät nicht abschaltbar war. Besonderen Gefallen haben wir an der Deluxe-Edition der DVD-Fassung gefunden, da diese mit reichlich und gehaltvollen Bonusmaterial ausgestattet ist. Neben so gut wie allen Fernseh- und Kino-Trailern befinden sich auch zwei Making-of-Beiträge auf der Bonus-DVD. Es wird gezeigt, wie die einzelnen Schritte während des Produktionszeitraums ablaufen und wie der Film zu erst einem europäischen Publikum vorgestellt wird – präsentiert von einer netten Sprecherin und zwei wunderbaren Moderatoren. Brave Story verbeugt sich vor der westlichen Welt – der Film verbindet deren Elemente mit asiatischer Tradition. Fantasy-Fans beider Kulturen sollten sich den Film zumindest einmal ansehen – sofern sie über die vorhandenen Defizite hinwegsehen können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Deluxe-Edition der DVD-Fassung): Persönlich hat mir Brave Story nicht ganz so gut gefallen. Der Anime hat zwar ganz klar besondere Merkmale, die ich nicht verleugnen kann, doch ist der Film viel zu kurz ausgefallen. Ich mag es gar nicht, wenn ich nur wenige Einzelheiten über die Welt erhalte, wenn ich das Buch nicht kenne. Man hätte tatsächlich mehrere Filme veröffentlichen müssen, um die ganze Geschichte genauestens zu erklären. Auch die teils unpassenden Synchronsprecher der deutschen Version haben mich stark gestört. Abgesehen von diesen Punkten konnte mich der Film trotzdem überzeugen, denn der Soundtrack ist gelungen und die Charaktere ausgearbeitet. Besonders gefreut habe ich mich über die Fernsehwerbespots, die auf dem Bonus-Datenträger zu finden sind. Wataru sitzt dort nämlich dem Moderator der japanischen Version von Wer wird Millionär? gegenüber und muss Fragen über Brave Story beantworten. Ich habe mich köstlich amüsiert. Im Großen und Ganzen bleibe ich aber dabei: Brave Story hätte deutlich mehr Aufmerksamkeit zuteil kommen müssen, um einen wirklich guten Film zu kreieren. Das Endprodukt ist ein Anime, den man gesehen haben kann, aber nicht gesehen haben muss.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Review: Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf

Seit Ende 2008 erfreuen sich auch europäische Nintendo-DS-Spieler an den Abenteuern von Professor Layton und seinem Gehilfe Luke Triton. Wir blicken zurück auf das erste der drei in Deutschland erschienen Abenteuern und lüften dabei mehr als 135 geniale Rätsel.

Im kleinen Dorf Saint-Mystère stirbt ein reicher Baron und hinterlässt nur jenem Mitglied der Familie seinen Nachlass, wer den so genannten Apfel findet. Das im Testament vermachte Rätsel kann dummerweise niemand innerhalb der Familie lösen, weshalb kurzerhand der weltberühmte Archäologe und Rätselliebhaber Professor Hershel Layton engagiert wird, um Licht ins Dunkle zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt weiß Professor Layton samt Assistent Luke noch nicht, was ihm in Saint-Mystère erwartet, denn nicht nur das Testament wirft ein Rätsel auf, sondern auch viele andere mysteriöse Geschehnisse, die geheimnisvoller nicht sein könnten. Anstatt einfache Detektivarbeit zu leisten, müssen unsere beiden Protagonisten viele weitere Rätsel lösen, welche ihnen von den vielschichtigen Dorfbewohnern gestellt werden.

Auf der Jagd nach dem goldenen Apfel

Sobald wir in gepflegter Click-&-Point-Adventure-Manier mit einer Person interagieren, setzt uns diese kurze Zeit später in der Regel darauf an, ein Rätsel zu lösen. Dieses läuft im Prinzip so ab, dass uns zu erst die Ausgangssituation in der Rätselbeschreibung erläutert wird, damit wir uns ein Bild von der Denkaufgabe machen können. Oft gilt es einfache Rechenaufgaben zu lösen, Schachfiguren auf einem Spielbrett so aufzustellen, dass sie sich gegenseitig nicht bedrohen oder aus vier verschiedenen Gebilden die richtige Version zu entziffern. Während die ersten Rätsel noch einfach sind und uns kaum Grips abverlangen, werden die Aufgaben mit der Zeit anspruchsvoller. Gegen Ende des Spiels gibt es sogar einige Kopfnüsse, wo wir unsere Köpfe wirklich anstrengen müssen, um auf eine logische Lösung zu kommen. Spieler, die ungeduldig sind und wahllos nach Lösungen suchen, werden nur milde bestraft. Für das Lösen der Rätsel erhalten wir jedes Mal eine gewisse Anzahl der so genannte Pikarat. Geben wir für ein Rätsel also eine falsche Lösung an, erhalten wir beim zweiten Versuch weniger Pikarat als üblich. Pikarat spiegeln unsere Leistungen wieder und sind für Bonus-Materialien, die wir nach dem Durchspielen erhalten, essentieller Bestandteil des Spiels.

Das geheimnisvolle Dorf – voller Rätsel!

Da es einige Rätsel wirklich in sich haben, dürfen wir auf der Straße oder in Räumlichkeiten nach Hinweismünzen suchen. Von diesen Münzen gibt es nur eine limitierte Anzahl im Spiel zu finden, welche mit Bedacht eingesetzt werden möchten. Kommen wir bei einem Rätsel partout nicht weiter, dürfen wir uns bis zu drei Hinweise anzeigen lassen. Während der erste Hinweis nur ein netter Ansporn ist, regt uns der zweite Hinweis vermehrt zum Denken an und der letzte Hinweis vereinfacht die Lösung des Rätsels in vielerlei Fällen stark. Für das Lösen von Rätseln, erhalten wir neben den bereits angesprochenen Pikarat auch viele Belohnungen, wie Gemäldestücke, Bauteile eines Roboterhundes und Einrichtungsgegenstände für unsere Räume in der Dorfpension. Während uns der Roboterhund die Arbeit die Suche nach den Hinweismünzen etwas erleichtern und Laut gibt, sobald er etwas denkt, schalten die beiden anderen parallel zur Handlung ablaufenden Rätsel weitere Rätsel im Bonus-Bereich frei. Dort befindet sich neben dem Rätselindex, wo sich alle gelösten Rätsel nochmals lösen lassen (aber ohne die Möglichkeit, verpasste Pikarat nachzuholen) auch noch die Möglichkeit (sofern noch verfügbar) bis zu 27 Rätsel herunterzuladen, die wir abseits der Handlung frei lösen dürfen.

Das Rätselprogramm für die Hosentasche

Auch der komplette Soundtrack, ein umfassendes Charakterarchiv und alle Videosequenzen können im Bonus-Bereich angeschaut werden – allerdings erst nach dem Durchspielen und auch nur, wenn wir genügend Pikarat gesammelt haben, welche wir nur beim erstmaligen Lösen der Rätsel erhalten können. Nebenbei sei erwähnt, dass die Rätsel unter anderem auch auf die Denkaufgaben von Professor Akira Tago zurückzuführen sind. In Japan wurde Tago durch seine Bücherreihe Atama no Taisou (zu Deutsch: Gymnastik für den Kopf) bekannt. Er zählt zu den meisten seines Fachs. Dank ihm wurden die Rätsel in Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf zu einem wahren Genuss. Doch auch in anderen Bereichen kann das Nintendo-DS-Spiel punkten. Die schön gezeichneten Hintergründe wirken zwar leblos, lenken dafür die Aufmerksamkeit auf die wichtigen Punkte des Spiels – den Rätseln. Umso mehr freuen wir uns jedes Mal, wenn eine Videosequenz eingeleitet wird und diese sogar mit englischen Synchronsprechern vertont wird. Auch der Soundtrack kann sich hören lassen. In Saint-Mystère erklingen wunderschöne Dorfmelodien. Auch die Rätselmelodie fasziniert uns immer wieder aufs Neue, doch spätestens nach mehr als einhundert gelösten Rätseln fällt sie dann doch hin und wieder störend auf. Wir können Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf im Grunde jedem Spielertypen empfehlen – nur ungeduldige Naturen sollten sich eher nach Alternativen umsehen. Wer alle 135 (+27 herunterladbare) Rätsel lösen möchte, ist für gut fünfzehn (bis fünfundzwanzig) Spielstunden beschäftigt und wird gut unterhalten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Bevor ich Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf bis in den letzten Winkel erkundet habe, hatte ich nur zwei Berührungen mit der Professor-Layton-Reihe. Da wäre zum Einen das kurze Anspielen des dritten Nintendo-DS-Ablegers auf der Gamescom 2011 zu nennen und zum Anderen die Erfahrung mit dem Kinofilm, den ich letzten Herbst auf DVD genießen durfte. Das entsprechende Review findet ihr übrigens hier. Anfangs kam mir das Spiel ziemlich träge vor, doch schon nach ein bis zwei Spielstunden hatte mich die Atmosphäre des Spiels dermaßen fasziniert, dass ich gar nicht aufhören konnte. Nächtelang habe ich mich in meinem warmen Bett eingehüllt und löste ein Rätsel nach dem anderen. Die wirklich schweren Brocken haben sich meiner Meinung aber bis zum Ende des Spiels vor mir versteckt, denn erst bei Rätsel Nr. 134 kam ich wirklich ins Schwitzen und suchte stundenlang nach einer Lösung. Seit wirklich langer Zeit konnte mich kein Videospiel dieser Gattung so in den Bann ziehen wie Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf. Beim besten Willen kann ich derzeit keine negativen Kritikpunkte ausmachen, außer vielleicht die geringe Anzahl an Melodien und dem sparsamen Einsatz an Videosequenzen. Das ist aber Nörgeln auf hohem Niveau, denn im Großen und Ganzen ist Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf ein Spiel, welches ich bestimmt nie wieder vergessen werde – und die beiden Nachfolger liegen schon auf meinem Schreibtisch und freuen sich darauf, endlich gespielt zu werden.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Review: Mario Sports Mix

Hierzulande wird Mario Super Sluggers wohl nie das Licht der Welt erblicken. Da Nintendo bereits vor einigen Jahren dem Free Loader einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, kommt man um das Importieren einer NTSC-Konsole nicht umher. Immerhin schafft Mario Sports Mix den Weg in unsere Gefilde – allerdings mit weniger exotischen Sportarten.

Nachdem wir den Startbildschirm verabschieden, stehen uns in einem übersichtlichen Menü direkt alle vier enthaltenen sportlichen Disziplinen zur Auswahl. Neben Basketball und Hockey stehen uns in Mario Sports Mix auch die Sportarten Volley- und Völkerball zur freien Verfügung. Gespielt wird entweder ein einzelnes Match oder gleich ein ganzes Turnier mit der kompletten Rasselbande aus den Nintendo- oder Square-Enix-Universen. Hier liegt kein Fehler vor, wie sich manch Videospieler jetzt vielleicht denken mag. Da Nintendo den für seine Rollenspiele bekannten Konzern Square Enix mit der Entwicklung betraut hat, dürfen wir während den Turnieren des Öfteren Charaktere aus den Final-Fantasy- und Dragon-Quest-Spielen freischalten. So dürfen wir später auch mit Chocobos oder Schleimen über die nicht gerade großen Spielfelder düsen – selbst der Beginn eines jeden Turniers erinnert teilweise stark an die Final-Fantasy-Serie. Ein friedlicher Tag im Pilz-Königreich wird von einem herabstürzenden Kometen gestört – vier Kristalle unterschiedlicher Farbe werden im Krater gefunden und zu Pokalen verarbeitet, die es in den vier Sportarten zu erobern gilt.

Chaoserfüllte Spielfeld-Action

An dieser Stelle möchten wir Sportmuffel entwarnen, denn mit originalgetreuen Regeln der jeweiligen Disziplinen werden wir nicht konfrontiert. Nintendo präsentiert uns vielmehr ein entschärftes Regelwerk, mit welchem sich jeder Spielertyp anfreunden kann. So gibt es keine maximale Anzahl an Schritten, die wir während des Dribbelns beim Basketball gehen dürfen. Außerdem werden Fouls nicht geahndet, was sich allerdings negativ auf das Spielvergnügen auswirkt. Weniger Regeln bedeutet gleichzeitig auch ein größeres Chaos. Zu oft enden erst gut geplante Spielzüge in unerwünschten Schütteleinlagen und unnötigem Button Mashing. Sobald die aus Super Mario Kart bekannten Fragezeichen-Felder auf dem Spielfeldboden auftauchen, besteht die Möglichkeit, dass wir uns ein Item aneignen können. Die Gegenstände erfüllen im Grunde denselben Zweck wie in der Mario-Kart-Reihe. Bananenschalen werden auf dem Spielfeld geschickt platziert, damit unsere Gegner ausrutschen und für die eine oder andere wertvolle Sekunde betäubt sind. Grüne Panzer fliegen gradlinig über das Spielfeld und rote Panzer suchen sich ihr Ziel automatisch. Mit dem bekannten Stern werden wir – wie es auch anders nicht zu erwarten wäre – eine gewisse Zeit lang unverwundbar.

Freiheit für Goldmünzen!

Jede Sportart können wir meistens in den gleichen Arenen spielen. Unter Umständen können so sehr interessante Kombinationen entstehen. Völkerball auf Plattformen zu spielen, die sich in regelmäßigen Abständen vergrößern oder verkleinern, gehört definitiv zu unseren Favoriten. Aber auch Hockey in einer Halle zu spielen, wo auf Laufbändern Objekte von der einen Seite zur anderen transportiert werden und somit eine saubere Angriffsstrategie stören, kann uns überzeugen. Hin und wieder tauchen auf dem Spielfeld auch die aus den Mario-Spielen bekannten Münzen auf, die wir einsammeln dürfen. Sobald wir den nächsten Punkt erzielen, wird die Anzahl an verbliebenen Münzen auf unserem Punktekonto gut geschrieben. Seit langem haben wir nicht mehr so intensive Sportschlachten gesehen, die mit solch hohen Punkten in einem gegenseitigen Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Computergegnern ausarten.  Obwohl alle Spielelemente für sich genommen funktionieren, klappt das Zusammenspiel nicht ganz so, wie sich das Square Enix vielleicht erwartet hat. Oftmals schwindet der sonst gute Überblick, wenn zu viele frei-bewegliche Objekte über das Spielfeld sausen. Wir kommen nicht umher um zudenken, dass Square Enix den Umfang falsch verteilt hat. Weniger ist oft mehr, zumal auch das Regelwerk ziemlich dünn ausgefallen ist.

Rohe Mehrspielerkost

Im Hinblick auf die nicht ganz ausgereifte Steuerung kann das bei längeren Partien den einen oder anderen Spielertypen durchaus stören. Optisch und akustisch kann es der Titel nicht mit einem Mario Kart Wii aufnehmen. Viele der Melodien passen nicht zu einem Mario-Spiel, da sie oft befremdlich wirken. Auch Square-Enix-Klänge haben es in das Spiel geschafft. So dürfen wir beispielsweise im Mini-Spiel Retro-Melodien das Chocobo Theme aus der Final-Fantasy-Reihe „nachspielen“. Auch wenn das Spiel leider viele Defizite aufweist, kann es uns im Mehrspielermodus überzeugen. Online können wir gegen Freunde oder neue Gegner spielen, doch Wii Speak unterstützt der Titel leider nicht. Gerne hätten wir uns mit unseren Mitspielern unterhalten oder abgesprochen, was bei einem Sportspiel sehr viel Sinn ergeben würde. Immerhin tauchten während unserer Testphase keine Lags auf, was uns ein durchgängig angenehmes Spielvergnügen bescherte. Leider brechen einige Spieler die Verbindung mitten im Spiel ab. Das ist besonders dann ärgerlich, wenn wir kurz vor dem Sieg stehen und Punkte für unser Profil bekommen würden. Hier hätte der Entwickler sorgfältiger arbeiten können. Offline ist das Spiel allerdings die bessere Alternative, denn genügend Freunde vorausgesetzt, kann man den Titel immer mal wieder bei einem Videospiel-Abend herauskramen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als ich Mario Sports Mix im letzten Jahr auf der Gamescom anspielen durfte, ist es direkt um mich geschehen. Den Schritt, vier Sportarten auf eine Disc zu pressen und nicht  jede Disziplin als Vollpreistitel zu verkaufen, halte ich für sinnvoll. Allerdings hätte man vielleicht nicht Square Enix mit der Entwicklung des Spiels beauftragen sollen. Schon seit längerer Zeit litt die Qualität an Square-Enix-Produkten, wie man unter anderem an Final Fantasy XIII sehr gut erkennen kann. Während ich früher ein großer Fan von Square Enix war, enttäuscht mich der Konzern mittlerweile jedes Jahr aufs Neue. Des Weiteren hat Square Enix die Wii seit Bestehen recht stiefmütterlich behandelt. Wii-Spieler werden mittlerweile nur noch mit schnell produzierten Spin-Offs abgespeist. Ich verstehe außerdem nicht, wie Nintendo das Spiel in der vorliegenden Version veröffentlichen konnte. Nur wenige Spielelemente erinnern an das Super-Mario-Universum, wie etwa die vielen bekannten Items. Die grafischen Abstriche gegenüber anderen Titeln aus dem Hause Nintendo nehme ich gerne in Kauf, doch auch ein nicht so schönes Spiel verdient meiner Meinung nach einen tollen Soundtrack. Diesen finde ich bei Mario Sports Mix nicht, denn irgendwie erinnert er mich zu keiner Zeit an die bunte Spielwelt der Jump ’n’ Run-Abenteuer. Immerhin habe ich jetzt ein Spiel mehr in meiner Sammlung, welches ich bei künftigen Videospiel-Abenden immer mal wieder auspacken werde.

Review: The Garden of Sinners Film 3: Verbliebener Sinn für Schmerz

Vor wenigen Tagen haben wir euch die ersten beiden Filme der Reihe vorgestellt. Außerdem erschien Ende Januar endlich der dritte Serienableger in Deutschland. Vorweg können wir sagen, dass sich auch das Anschauen des dritten Films lohnt. Es werden zwar wie gewohnt nur wenige Antworten geliefert, doch nimmt die Handlung langsam, aber sicher an Fahrt auf. Nach wenigen Minuten ist uns klar, dass sich die Geschichte wie ein Mosaik zusammensetzt.

Zeitlich vor dem ersten Teil der Reihe angesiedelt, werden Shiki, Toko und Mikiya erneut mit einer mysteriösen Mordserie konfrontiert. Film 3: Verbliebener Sinn für Schmerz handelt von Fujino Asagami, einer jungen Schülerin, welche noch nie in ihrem Leben Gefühle empfunden hat. Als sie in einer Untergrund-Bar von einer Gruppe junger Männer vergewaltigt wird, spürt sie das erste Mal Schmerzen. Am Tag darauf werden die jungen Männer qualvoll zugerichtet, sowie mit herausgerissenen Armen und Beinen tot aufgefunden. Shiki ahnt, dass der Mörder vom gleichen Schlag sein muss, wie sie selbst. Eine Jagd beginnt, in der auch Mikiya nicht ganz unbeteiligt ist. Das obskure Spiel vermischt die Grenzen zwischen richtig und falsch. Es ist schwierig auszudrücken, welche Rollen Opfer und Täter wirklich einnehmen.

Poetische Schmerzen

Wie auch die beiden Vorgänger schafft es Film 3: Verbliebener Sinn für Schmerz vortrefflich auszudrücken, was in den Seelen der Charaktere vorgehen muss. Das Spektakel wird auch im dritten Ableger mit einer gehörigen Portion Mystery unterlegt, welche wieder etwas mehr zur Geltung kommt, wie im zweiten Teil. Zarte Gemüter sollten sich im Klaren darüber sein, dass mittlerweile nicht mehr mit Blut gegeizt wird und prekäre Themen wie Vergewaltigungen in die Anime-Reihe Einzug halten. Durchweg glaubhaft geschildert, überzeugt auch der dritte Teil von The Garden of Sinners mit seinen Geschichten, Charakteren und vor allem mit den Dialogen. Während diese im zweiten Teil in den Hintergrund rückten, werden sie im dritten Film wieder elementarer Bestandteil des Films. Poetische Gespräche findet man sonst nur in wenigen Animes.

Das Warten auf Film 4 beginnt

Auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen: Man kann die optische Brillanz (inklusive Bild im 16:9-Format) des Titels nicht unter den Tisch schieben. Egal ob nun Mikiya durch den Regen streift oder Shiki in einem japanischen Lokal für Unruhe sorgt. Der Stil ist durchweg stimmig und vermittelt dank des gelungenen Soundtracks erneut Atmosphäre pur. Dieser ist wie bereits von den ersten beiden Filmen gewohnt, auf einer Bonus-DVD enthalten und lockt zum Immerwiederanhören. Leider fehlt auch hier der Song, welcher während der Credits zu hören ist, was vermutlich an Lizenzproblemen liegt wird. Zur Handlung können wir derzeit sagen, dass man sie auch verstehen kann, wenn man mit diesem Teil der Reihe beginnt, sich die anderen Filme dann aber auch nachholt. Das schaffen unserer Meinung nach nur wenige Serien, da oft viel zu viele Informationen untergehen. Bei The Garden of Sinners stimmt einfach alles: Geniale Charaktere, gelungene Synchronsprecher (im Deutschen, sowie im japanischen Original) und eine ausgeklügelte Handlung garantieren Spannung bis zur letzten Minute.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung inklusive Soundtrack-CD): Es ist endlich um mich geschehen, denn The Garden of Sinners hat mich mit dem dritten Teil endgültig gepackt. Die Geheimnisse der Ryōgi-Familie und des Asagami-Clan, die sich in Film 3: Verbliebener Sinn für Schmerz auftun, interessieren mich derzeit so sehr, dass ich mir gar den nächsten Teil aus Japan importieren würde. Leider würde ich dann natürlich bis auf zwei, drei Wörter nichts verstehen. Derzeit ist also Warten angesagt, denn der vierte Film soll laut Anime Virtual erst am 25. März in diesem Jahr erscheinen. Bis dahin muss ich mir die Zeit wohl mit anderen Animes vertrösten – oder ich schaue mir alle drei Teile nochmals beziehungsweise mehrmals erneut an. Eine opulent in Szene gesetzte Geschichte, ein melancholisch-schöner Soundtrack, sehr gute Synchronsprecher, sowie die untypisch und gleich unchronologische Erzählweise machen The Garden of Sinners zu dem was es ist: Ein unvergessliches Meisterwerk, das man einfach genießen muss!

Review: The Garden of Sinners Film 2: Mordverdacht Teil 1

Erst vor kurzem haben wir den ersten Teil der Reihe in einem Review vorgestellt. Der Mix aus Mystery und einer kräftigen Portion Anime geht mit Film 2: Mordverdacht Teil 1 in die nächste Runde. Obwohl uns der zweite Film Antworten liefert, wirft er zugleich viele weitere Fragen auf. The Garden of Sinners lockt uns weiterhin gekonnt vor den Flimmerkasten.

Die Handlung von Film 2: Mordverdacht Teil 1 spielt drei Jahre vor den Geschehnissen des ersten Films. Im Jahre 1995 lernt der junge Mikiya Kokutō die ebenfalls junge Shiki Ryōgi kennen, mit welcher er im ersten Teil bereits befreundet war. Obwohl die Freundschaft noch auf wackeligen Beinen steht, fangen die beiden an sich in gewisser Weise zu mögen, doch die Freundschaft wird alsbald durch eine Mordserie getrübt. Auf offener Straße werden fünf Menschen grausam getötet. Mikiyas Cousin arbeitet bei der Polizei – von ihm erfährt er, dass wohl ein Schüler hinter der mysteriösen Mordserie steckt, da am Tatort das Emblem seiner Schule gefunden wurde. Außerdem soll sich der Täter am Ellbogen verletzt haben, was leider auch auf seine Freundin Shiki zutrifft. In Mikiya beginnen zugleich Zweifel und Optimismus zu wachsen. Je besser er Shiki kennenlernt, desto mehr erfährt er über ihr dunkles Geheimnis.

Tiefgreifende Melancholie

Um die Spannung aufrecht zu erhalten, möchten wir auf diesen Punkt in unserem Review nicht eingehen. Durch die zwischenmenschlichen Beziehungen erzeugt der Film eine gerade zu melancholische Stimmung, die sich in vielen ruhigen Momenten widerspiegelt. Wie bereits im ersten Teil entwickelt sich die Geschichte auch hier nur langsam, wartet aber weniger mit poetischen Gesprächen auf. Einerseits ist das schade, da nur wenige Animes einen dermaßen hohen Anspruch erheben. Andererseits begrüßen wir diesen Schritt, da der Film mit circa 58 Minuten erneut recht kurz ausfällt und es für einige Zuschauer vermutlich leichter fallen wird, sich in die Persönlichkeiten hineinzudenken. Bis auf zwei Charaktere werden ebenfalls keine weiteren (wichtigen) Personen eingeführt, die für die Handlung von Bedeutung sein könnten.

Spannende Fortsetzung

Studio Ufotable haben die Gefühle eines Oberstufenschülers zu seiner Mitschülerin gekonnt und glaubhaft in Szene gesetzt. Obwohl er Zweifel daran hat, dass Shiki die Morde begangen habe, glaubt er in seinem tiefsten Inneren an ihre Unschuld. Da auch im zweiten Teil mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet werden, bleibt der Ausgang der Geschichte weiterhin ungewiss, aber spannend. Die deutsche Synchronisation ist gelungen und überzeugen mit denselben Sprechern wie im ersten Teil. Die japanische Synchronisation kann wieder nur mit den nicht abschaltbaren deutschen Untertiteln angeschaut werden – schade! Optisch und akustisch steht der zweite Film dem ersten Teil in Nichts nach. Schön gezeichnete Orte, wie einen Bambuswald oder das Anwesen der Ryōgi werden meistens mit den passenden Klängen unterlegt, was der Atmosphäre sehr zu Gute kommt. Fans freuen sich im Übrigen über die beiliegende Soundtrack-CD mit circa 33 Minuten Spielzeit. Wer den ersten Teil bereits mochte, wird auch mit Film 2: Mordverdacht Teil 1 mehr als nur zufrieden sein.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung inklusive Soundtrack-CD): Als ich mir vor einigen Tagen den ersten Teil ansah, war ich doch etwas hin- und hergerissen. Einerseits mag ich es nicht, wenn sich mir der Sinn eines Anime nicht erschließen möchte. Andererseits finde ich es gut, dass genug Fragen aufgeworfen werden, die in einem anderen Film beantwortet werden. Dasselbe Konzept findet man in so gut wie jeder TV-Serie und als Serienjunkie kann man sich über dieses System nur freuen. Deshalb fand ich es auch gut, dass wir im zweiten Film einen Zeitsprung von drei Jahren in die Vergangenheit erlebten. Es ist interessant zu wissen, wie sich Shiki und Mikiya kennengelernt haben und wie sich die Freundschaft dann entwickelt hat. Leider endet die Handlung in der Vergangenheit ebenfalls mit einem offenen Ende – da der nächste Film nicht auf den Titel Mordverdacht Teil 2 hört, wird es wohl noch ein paar Wochen dauern, bis sich hier die Lücken schließen. Großen Gefallen habe ich beim zweiten Film allerdings am Soundtrack gefunden. Track 1 auf der Soundtrack-CD hat es mir ganz besonders angetan. Wer die passenden Szenen des Anime kennt, wird das Stück lieben. Während ich mir nun weiterhin den Soundtrack anhöre, freue ich mich indessen auf Film 3.

Vielen Dank an Anime Virtual für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Review: The Garden of Sinners Film 1: Thanatos

Serienliebhaber kennen das vielleicht von diversen Produktionsfirmen. Da freut man sich auf die Veröffentlichung der nächsten Staffelbox seiner Lieblingsserie und erfährt schlussendlich, dass die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurückblieben und die Produktion der Boxen fürs Erste stilliegt. Fans von The Garden of Sinners dürfen aufatmen, denn alle sieben Filme der Reihe sind für Deutschland angekündigt – drei davon sind bereits erschienen.

Die Handlung von The Garden of Sinners zu beschreiben, fällt uns sehr, sehr schwer. Schuld daran ist die unchronologische Reihenfolge, in welcher die Filme erscheinen. Ein Makel, dass allerdings wiederum für die Serie spricht. So erfahren wir in Film1: Thanatos. nur wenig über Protagonisten Shiki Ryōgi. Wir würden sie als eine Art Medium beschreiben, welche mit Geistern kommunizieren kann, diese aber wie ein Dämonentöter jagt. Gemeinsam mit ihren Freunden Mikiya Kokutō und Toko Aozaki untersucht sie die mysteriösen Mordfälle in der Fuji-Siedlung. In den 80er Jahren erbaut, sollen die dortigen Gebäude seit kurzem abgerissen werden. Gewöhnliche Mädchen, die untereinander keinerlei Gemeinsamkeiten oder Kontakt zueinander haben, springen Tag für Tag von den Dächern der Fuji-Gebäude in den Tod. Für Shiki steht schnell fest, dass es sich dabei um keine selbstgewollten Suizide handeln kann.

Kurzweiliges Vergnügen

Wunderbar und mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt, schafft es Studio Ufotable eine Mystery-Serie in Form eines Anime zu etablieren. Westliche Zuschauer würden unter dem Begriff einer solchen Serie sicherlich etwas anders verstehen, doch wer sich einmal mit der japanischen Kultur anfreunden kann weiß, dass sich Mystery dort langsamer beziehungsweise ruhiger entwickelt. Dafür bleiben wiederum viele Fragen offen, die in sechs weiteren Filmen durchdacht gelüftet werden. Wer einen Film mit geschlossenem Ende erwartet, wird von Film 1: Thanatos. sicherlich enttäuscht sein. Nach nur leider 49 Minuten müssen wir uns von Shiki und ihren Freunden wieder verabschieden. Das ist eigentlich schade, denn einen dermaßen grandiosen Zeichenstil, der mit einem opulenten Soundtrack unterlegt wird, haben wir schon seit Ewigkeiten nicht erfahren. Trotzdem hat Film 1: Thanatos. seine Höhen und Schwächen.

Mystischer Soundtrack

Der Film ist kurz, geizt besonders anfangs mit Informationen und fühlt sich dadurch stellenweise einfach nur in die Länge gezogen an. Diese Schwachpunkte vergessen wir schnell, da die deutsche Verkaufsfassung direkt mit einer zusätzlichen CD ausgeliefert wird. Diese beinhaltet den wunderbaren Soundtrack des Films, welchen wir immer wieder gerne in unser Laufwerk legen und für circa dreißig Minuten Spielzeit wunderbar unterhalten kann.  Leider beheimatet die Bonus-CD nicht das Endlied Oblivios von der Band Kalafina, welche das Gesamtwerk perfektioniert hätte. Weiteres Bonusmaterial fehlt leider ganz. Wie jeder zeitgemäße Anime ist auch The Garden of Sinners im 16:9-Format gehalten. Die deutsche Synchronisation ist wieder einmal gelungen, da man sich auf bekannte Sprecher verlassen hat. So gibt es unter anderem ein Widerhören mit der deutschen Sprecherin von Uma Thurman. Neben der deutschsprachigen Tonspur, befindet sich ebenfalls die japanische Originalfassung mit auf dem Datenträger – allerdings nur mit (nicht ausschaltbaren) deutschen Untertiteln. Anime-Fans mit einem Faible für japanisches Mystery können mit der The-Garden-of-Sinners-Reihe derzeit nichts falsch machen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung inklusive Soundtrack-CD): Es ist schwierig, sich ein Urteil über eine Serie zu bilden, von der man bisher nur den ersten Teil gesehen hat. Schließlich kann man auch keine TV-Serien nach nur einer Episode abschreiben, wie ich im letzten Jahr bei Human Target bemerken konnte. Die erste Folge hat mich nicht gerade vom Hocker gehauen, doch die folgenden Ausgaben haben mich mehr als nur überzeugt. Ähnlich ist es auch bei The Garden of Sinners. Film 1: Thanatos. ist relativ kurz ausgefallen und liefert mir nur wenige Argumente, die Serie weiterzuschauen. Zu kurz war die Zeit, in der man die Charaktere tiefgründig beschreiben konnte. Trotzdem sind es gerade die ungelösten Fragen, welche nach einer Antwort verlangen und mich weiterhin vor den Fernseher fesseln werden. Hier erinnere ich mich gerne an Lost. Zu Beginn unheimlich langsam erzählt, wurde diese Serie dennoch zu meiner absoluten Lieblingsserie unserer Zeit. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch The Garden of Sinners Fahrt aufnehmen wird und mir die Handlungspersonen viel besser erklären, tiefgründiger und vielleicht noch geheimnisvoller erzählen wird. Wie gut, dass die beiden Nachfolger bereits auf meinem Schreibtisch liegen und nur darauf warten, angeschaut zu werden.

Review: Ikigami: Der Todesbote

Comicverfilmungen gibt es wie Sand am Meer. Während Marvel Comics und DC Comics fast jährlich ihre Helden und Anti-Helden auf die Kinoleinwand schicken, werden Verfilmungen von Mangas hierzulande stiefmütterlich behandelt. Einer der wenigen Filme hört auf den Namen Ikigami: Der Todesbote. Obwohl dem Streifen bis heute keine deutschsprachige Synchronisation widerfahren ist, sollte er definitiv nicht außer Acht gelassen werden.

Das fiktive Japan in Ikigami: Der Todesbote wird von einem totalitären System beherrscht. Überall lassen sich Überwachungskameras finden, damit sich die Bevölkerung in Sicherheit wiegen kann – auf Kosten der Privatsphäre in der Öffentlichkeit. Damit das japanische Volk das Leben zu schätzen lernt, führt die Regierung flächendeckende Impfungen durch. Jedes Kind im Grundschulalter kommt um diese Notwenigkeit nicht herum, doch nur jede tausendste Spritze vermittelt eine todbringende Kapsel. Zwischen dem achtzehnten und fünfundzwanzigsten Geburtstag platzt die Kapsel auf und tötet die betroffene Person sofort und schmerzlos. 24 Stunden vor dem Eintreffen des Todes überbringen speziell ausgebildete Todesboten dem Opfer ein so genanntes Ikigami, einen Todesbescheid. Der junge Fujimoto ist einer dieser Boten und muss sich mit den Gefühlen und Reaktionen der Todgeweihten auseinandersetzen.

Liebesgrüße aus Tokyo

Ikigami: Der Todesbote erzählt durchweg Fujimotos Geschichte, doch vorwiegend werden die Erlebnisse der unfreiwillig zum Tode verurteilten Personen und deren Angehörige erzählt. So berichtet der Film unter anderem von zwei Freunden, die einst gemeinsam auf offener Straße musizierten, doch von einer kapitalistischen Plattenfirma entzweit werden. Wir erleben außerdem die traurige Leidensgeschichte des Sohnes einer Wahlkampfkandidaten der konservativen Partei, welcher erst Suizid begehen möchte, dann aber von seinem Bescheid erfährt und das Problem mit Gewalt lösen möchte. Zu guter Letzt sei die unbeirrbare Liebe eines Bruders zu seiner blinden Schwester genannt, die vom Todesbescheid getrübt wird, aber dennoch liebevoll und gefühlsbetont an die Zuschauer nähergebracht wird. Alle Geschichten beeinflussen Fujimoto, der mehr und mehr am System zweifelt.

Leben ohne Menschenrechte

Meinungsfreiheit wird im fiktiven Japan in Ikigami: Der Todesbote kleingeschrieben. Jeder Mensch, der etwas am System auszusetzen hat und seine Meinung offen kundtut, wird ruhig gestellt, als Gedankenverbrecher verhaftet und für Jahre ins Gefängnis gesteckt. Regisseur Tomoyuki Takamoto hat es vortrefflich geschafft, eine depressive, funktionierende Welt zu schaffen, die jeden Zuschauer zum Denken anregt. Sicherlich hat das totalitäre System seine Vor- und Nachteile, doch würde es zu viele grundlegende Gesetze außer Kraft setzen und die Würde eines jeden Menschen verletzen. Ikigami: Der Todesbote zeigt jene Welt, die sich nicht gegen ein solches System gewehrt hat. Obwohl die Handlung auf manche Zuschauer befremdlich wirken wird, akzeptiert man sie bereits nach wenigen Minuten und kann ihr der gesamten Spieldauer von circa 135 Minuten jederzeit sehr gut folgen.

Japanische Filmkunst

Wie anfangs bereits erwähnt, ist der Film in Deutschland zwar auf DVD erhältlich, doch eine deutschsprachige Tonspur suchen wir vergebens. Die Manga-Verfilmung ist ausschließlich im japanischen Originalton auf dem Datenträger enthalten. Deutsche Untertitel werden jederzeit unterlegt und konnten auf unserem Testgerät (leider) nicht deaktiviert werden. Das Bild wirkt durchweg frisch und ist im zukunftssicheren 16:9-Format gehalten. Zusätzlich zum Film sind auf der DVD drei kurze Specials zu finden, die in einer Gesamtlaufzeit von circa fünfzehn Minuten Informationshappen über die Welt von Ikigami: Der Todesbote verlauten lassen. Es sind außerdem kurze Interviews mit den Darstellern inbegriffen, die sich darauf beziehen, was sie machen würden, wenn sie einen Todesbescheid bekämen. Leider ist das Bonusmaterial in Anbetracht des wirklich guten Films schwach ausgefallen. Fans des Manga und aus Japan stammenden Filmen kommen um Ikigami: Der Todesbote definitiv nicht herum.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Als ich das Rezensionsexemplar zu Ikigami: Der Todesbote endlich in Händen hielt, traute ich anfangs meinen Augen nicht. Der Film ist nur auf Japanisch auf dem Datenträger enthalten. Nachdem ich den Streifen aber nun gesehen habe, wird mir bewusst, dass man den Film mit einer deutschen Synchronisierung womöglich verstümmelt hätte. Die japanischen Darsteller wie Shota Matsuda, Takayuki Yamada oder Takashi Tsukamoto verkörpern ihre Rollen so gut, dass es schwierig wäre, passende deutsche Sprecher zu finden. Die Untertitel haben mir dann auch ausgereicht, damit ich der Handlung folgen konnte. Traurig-schöne Geschichten haben Ikigami: Der Todesbote zu einem Genuss gemacht, denn selten habe ich in einem Film gesehen, dass sich mehrere Handlungsstränge so gut auf eine einzelne Figur (Fujimoto) ausgewirkt haben. Schnell habe ich mich in einer fiktiven Welt verloren, wo – für uns unnötige – Todbescheide einzig allein der Prosperität des Landes dienen. Das totalitäre System funktioniert in Ikigami: Der Todesbote sehr, sehr gut, doch glaub ich nicht, dass ich in so einer Welt leben möchte. Es ist wichtig, dass es auch weiterhin Filme wie diesen geben wird, welche uns die Problematik vor Augen halten – ansonsten könnte unsere Realität schnell zu Science-Fiction verkommen!

Vielen Dank an Anime Virtual für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Ikigami: Der Todesbote!

Partner: Two Worlds II (Review, Gameplay-Video)

Gestern haben wir euch nach einer längeren Testphase unser Review zu Two Worlds II vorgestellt. Unsere Partnerseite Flying Toads hat vor einigen Wochen bereits ihr Review online zur Schau gestellt – und zwar in Form eines SMS-Test, eines Gameplay-Video und einem kompletten Review in Textform. Wenn euch unser Review und Unboxing-Video Lust auf mehr gemacht hat, möchten wir euch doch auch die Reviews von Björn und Florent ans Herz legen. Wir wünschen euch gute Unterhaltung!

Prime Time: Two Worlds II (Royal Edition) Unboxing

Nachdem heute um achtzehn Uhr unser langersehntes Review zu Two Worlds II auf unserer Seite endlich online ging, folgt heute ebenfalls eine neue Prime-Time-Ausgabe. Heute stellen wir euch die Royal Edition von Two Worlds II samt Inhalt vor. Dabei wünschen wir euch wie immer gute Unterhaltung!

Kommentiert diesen Beitrag oder diskutiert mit uns darüber im NextGen-Forum!

Review: Two Worlds II

Mehr als drei Jahre ist es nun schon her, seit Rollenspieler in die Haut eines namenlosen Helden schlüpfen und die Fantasy-Welt Antaloor unsicher machen durften. Wir erinnern uns an das Ende des ersten Teils. Nach wochenlanger Suche befreiten wir unsere Schwester Kyra aus den Klauen des durchtriebenen Gandohars – oder machten mit dem Feind gemeinsame Sache. Im Grunde ist das auch egal, denn Two Worlds II beginnen wir unabhängig unserer Entscheidung vom Vorgänger in Ketten. Gandohar hat sich inzwischen zum Herrscher von Antaloor aufgespielt – wenn das mal keine rosigen Zeiten für ein neues Rollenspiel sind!

Gefangene haben es nicht leicht. Sie werden mindergut behandelt, müssen sich ständigen Verhören aussetzen und haben in Rollenspielen meist keine Zukunftsaussichten. Das ändert sich für den namenlosen Helden von Two Worlds II, als eine Gruppe von Orks in die Kerker von Vahkmaar stolpert und unseren Alter Ego kurzerhand befreien möchte. Da wir ohnehin nichts Besseres vorhaben, schließen wir uns der munteren Truppe an. Gemeinsam mit Orkfrau Dar Pha schleichen wir durch die Korridore bis wir in Gandohars Privatbibliothek stranden. Um das weitere Vorgehen zu sichern, sollen wir nach einem Schalter Ausschau halten, der einen versteckten Durchgang preisgeben möchte. Anschließend dürfen wir auf einem Balken balancierend den pompösen Thronsaal durchqueren. Mittlerweile haben die Wachen unseren Ausbruch bemerkt, wie wir am Geschehen am Boden des riesigen Raumes mitbekommen. Gandohar hat jedoch bereits andere Pläne und überträgt die Aufgabe uns aufzuhalten seinem Untergebenen Sordahon. Wir sputen uns, um noch rechtzeitig aus dem Gemäuer zu fliehen.

Flucht mit Hindernissen

In der Eingangshalle werden wir von Sordahon aufgehalten, doch glücklicherweise taucht in diesem Moment Ork Rogdor auf und liefert sich mit Gandohars Diener einen fulminanten Schwertkampf, der in Form einer Zwischensequenz über den Bildschirm flimmert. Rogdor siegt über den Fiesling, doch Bogenschützen attackieren uns plötzlich aus der Ferne. Gut, dass Magier Ghotarius nützliche Feuerbälle in petto hat, um den Feinden ordentlich einzuheizen. Durch ein magisches Portal ermöglicht der Zauberer der Gruppe die Flucht. In einem Moment der Unachtsamkeit wird Ghotarius jedoch von einem Pfeil getroffen und schließt den Teleport wenige Augenblicke bevor Dar Pha samt unserem Helden hindurch schreiten können. Schnell verschwinden die Gefährten ins Kellergewölbe, wo sie plötzlich durch eine Gittertür getrennt werden. Dar Pha reicht uns einige Dietriche, mit welchen wir eine andere Tür in Form eines Minispiels öffnen können. Nachdem wir einen überfluteten Raum schwimmend durchqueren, finden wir den Weg zu Dar Pha zurück. In der Alchemiebibliothek soll es einen Teleport aus Vahkmaar geben, welchen die orkische Frau aktivieren kann. Wir bewaffnen uns mit einem Knüppel und wehren die eintreffende Wachenkolonne ab. Inzwischen ist der Teleport zur Benutzung frei gegeben und alsbald sehen wir das Tageslicht wieder.

Erste Schritt in Antaloor

Nun befinden wir uns auf der Insel Alsorna, doch für einen Strandurlaub bleibt keine Zeit. Dar Pha ist sehr erschöpft und benötigt Hilfe. Verlaufen können wir uns nicht, denn einerseits wird unser nächstes Ziel jederzeit auf der Übersichtskarte markiert und andererseits werden wir zu Beginn noch auf den Pfad zurückgeführt, sofern wir ihn verlassen sollten. In kleinen Aufgaben gut verpackt, bringt uns Two Worlds II die Steuerung bei. So schleichen wir uns an die nächsten Gegner wie ein Sam Fisher heran und stechen sie kurzerhand von hinten ab. Sobald wir Hilfe für Dar Pha besorgt haben, erlernen wir auf der Insel außerdem noch den Umgang mit Bogen und das Einsetzen von Magie. Nachdem wir die Grundlagen des Spiels verinnerlicht haben, werden wir der Prophetin Cassara vorgestellt. Sie erzählt uns, dass wir viele Jahre im Gefängnis verharren mussten und dass die Gottheit Aziraal Besitz von unserer Schwester ergreift. An dieser Stelle fällt uns ein, dass unser Schwesterherz noch in Gandohars Burg verweilt. Unsere nächsten Schritte dürften klar sein: Möglichst schnell stärker werden und unsere Schwester ein zweites Mal aus den Klauen Gandohars befreien!

Vielfältige Inselwelt

Während unserer Gefangenschaft hat sich Antaloor stark verändert. Wir befinden uns nun nicht mehr in einem großen Reich, welches durch einen Fluss in zwei Hälften geteilt wird, sondern auf einer Welt voller Inseln, die unterschiedlicher nicht ausfallen könnten. Da hätten wir sonnige Savannen, asiatische Berglänger, dunkle Gebirgsketten und stinkende Sümpfe. Vielseitigkeit wird in Two Worlds II groß geschrieben, denn für jede Landschaft haben sich die Entwickler auch andere Monstertypen ausgedacht. Sind wir in der Savanne unterwegs, treffen wir vermehrt auf Nashörner, Strauße und die hundeköpfigen Varn. Später kämpfen wir dann gegen bösartige Dämonen oder prügeln auf fliegende Gargoyles ein. Zur Bekämpfung stehen uns sehr viele Waffen zur Verfügung. Anders als im ersten Teil, wo wir gleichwertige Schwerter übereinander stapeln konnten, müssen wir die Klingen in Two Worlds II erst einmal in ihre Einzelteile zerlegen, damit wir sie anschließend jederzeit neu schmieden oder sogar mit Edelsteinen verzieren können. Gleiches funktioniert neben allen Waffen auch mit Rüstungen oder Helmen, die ebenfalls zahlreich in Two Worlds II vertreten sind.

Zeitintensive Inventarfummelei

Obwohl das System anfangs logisch klingt, ist es nach einigen Stunden nur noch mühselig. Es ist einfach nervig, wenn wir (abhängig von unserer maximalen Traglast) dreißig, vierzig Gegenstände einzeln auseinandernehmen müssen. Gegenstände ablegen oder verkaufen fällt im Übrigen gleich aus, die Zeitersparnis ist gleich null. Wenn selbst in älteren Rollenspielen das Selektieren mehrer (identischer) Gegenstände gleichzeitig möglich ist, fragen wir uns in der Tat, warum sich die Entwickler kein intuitiveres System einfallen haben lassen. Möchten wir Heiltränke herstellen wollen, was früher oder später definitiv der Fall sein wird, müssen wir ebenfalls mit einer zeitintensiven Arbeit rechnen. Immerhin dürfen Rezepte gespeichert werden, was den Zeitaufwand zumindest etwas schmälert. Das Einsetzen erstellter Objekte im Kampf funktioniert einfacher und schneller. Sobald das Menü aufgerufen wird, pausiert die Auseinandersetzung unverzüglich. Waffen und Rüstungen können sofort gewechselt und Gegenstände auf der Stelle eingesetzt werden. Einzig allein die Übersicht des Inventars leidet nach dem mehrfachen Plündern von Truhen oder besiegten Gegnern merklich.

Zweischneidiges Skill-System

Erlegte Feinde bedeuten in Two Worlds II selbstverständlich Erfahrungspunkte. Sammeln wir genug Erfahrungspunkte, steigen wir eine Stufe auf. Für jede neu erreichte Stufe dürfen wir Attribute wie Stärke oder Durchhaltevermögen steigern. Außerdem erhalten wir Skill-Punkte, die auf bereits erlernte Fähigkeiten verteilt werden dürfen. Schleichen, Meuchelmord oder gar neue Angriffsmuster können auf diesem Weg verbessert werden. Vorausgesetzt wir haben in der Welt von Two Worlds II bereits das passende Skill-Buch gefunden oder gekauft, damit wir die Fähigkeit nach dem Lesen erlernt haben. Somit verhindert die Spielmechanik anfangs zu starke Helden, doch unaufmerksame Spieler dadurch vielleicht nicht ihre gewünschten Wunsch-Skills erlernen können und ihren Helden anders entwickeln müssen. Das Spiel bleibt aber auf jeden Fall und zu jederzeit lösbar. Notfalls muss man einfach mehr Kämpfe bestreiten, um die nötigen Skill-Punkte zu erlangen. Diese erhalten wir in wenigen Fällen auch für einfache Aufgaben, wie dem Aktivieren von Teleport-Plattformen, dem Öffnen eines Schlosses oder dem Töten eines Gegners.

Sperrig, aber unterhaltend

An vielen Stellen ist Two Worlds II sperrig. In vielen anderen Rollenspielen haben wir bereits bessere Umsetzungen diverser Gameplay-Elemente gesehen. Trotzdem macht das Spiel Spaß, denn die Kämpfe gehen flott von der Hand, die Spielwelt ist schön anzusehen, abwechslungsreich und kulturell gestaltet, der Soundtrack unterlegt das Geschehen jederzeit sehr, sehr gut und einige der Nebenaufgaben erzählen fantastische Geschichte. Auch die Synchronisation ist eine der besten, die es in den letzten Jahren in Rollenspielen zuhören gab. Synchronstimmen bekannt aus Stargate: Kommando SG-1, Dr. House, Lost, James Bond und Co. fliegen einem regelrecht um die Ohren. Einziger Wermutstropfen dabei ist, dass sich die Sprecher zu oft wiederholen. Obwohl Two Worlds II verdammt stark anfängt, verramscht die Handlung bereits nach kurzer Spielzeit zu einer Aneinanderreihung von (oft in Kämpfen endenden) Aufgaben. Auch das furiose Finale kann nicht überzeugen, da es fast gänzlich ohne Dialoge auskommt und zu viel Spielraum zum Interpretieren lässt. Wer allerdings bereits den ersten Teil durchgespielt hat, wird auch mit dem zweiten Teil mehr als nur zufrieden sein. Wenn man bedenkt, dass Two Worlds II derzeit keine ernstzunehmende Konkurrenz (Arcania: Gothic 4) hat, kann man sein Geld in 25 Stunden Solo-Spielzeit nicht besser investieren. Wer dann noch Lust hat, darf auch online weitere Abenteuer erleben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung, Version 1.1): Von PC-Fantasy-Rollenspielen bin ich schon seit einigen Jahren enttäuscht. Das Regelwerk von Das Schwarze Auge: Drakensang ist mir zu komplex und Arcania: Gothic 4 erfüllt nicht meine persönlichen Ansprüche an ein Rollenspiel. Nur wenige Titel wie The Witcher (Enhanced Edition) konnten mich in den letzten Jahren vollends überzeugen. Two Worlds II kann es mit diesem Projekt zwar nicht aufnehmen, doch ist es meilenweit von einem schlechten Spiel entfernt. Es sind nur die kleinen Fehler am Spiel, die mich wirklich stören. Das Inventar ist unnötig umständlich ausgefallen und die Handlung kann sich auch nicht so wirklich entfalten. Da habe ich doch teilweise den Vorgänger lieber gespielt, auch wenn dieser in der Ursprungsfassung auch den einen oder anderen Fehler beinhaltete. Zwei Quests ließen sich bei mir übrigens überhaupt nicht lösen. Einmal war ein Nichtspielercharakter unsterblich und dann versperrte eine Tür meinem Gefährten und meiner Wenigkeit den Weg. Ein Glück, dass Konsolenbefehle Abhilfe schaffen konnten. Trotzdem mehr als ärgerlich! Als TV-Serienjunkie freue ich mich dafür aber wieder einmal über die exzellente Synchronisation. Die deutschen Sprecher von Daniel Craig, Willem Defoe, Josh Holloway und Christopher Judge können mich jedes Mal aufs Neue überzeugen, leider wiederholen sie sich dann doch merklich viel zu oft. Wenn ich die negativen Merkmale des Spiels zusammenrechne, bleibt unterm Strich trotzdem noch ein gutes Spiel übrig. Dennoch hoffe ich auf Patches, welche die letzten Fehler des Spiels wettmacht. Dann werde ich es mit Sicherheit auch noch ein zweites Mal durchspielen.

Vielen Dank an Zuxxez für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Two Worlds II!

Umfrage-Ergebnis: Heftige Galaxie!

Am ersten Januar starteten wir unsere Umfrage zur Wahl der besten Spiele des Jahres 2010. Die Befragung wurde in zwei Schritten durchgeführt, denn neben dem besten Wii-Spiel haben wir auch das beste NextGen-Spiel unserer Leser herausgefunden. Während Ghostbusters: The Video Game keine Stimme bekam, erreichten Arcania: Gothic 4, Castlevania: Lords of Shadow und Fable III jeweils fünf Prozent aller Stimmen. Ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich Heavy Rain und Red Dead Redemption. Beide Spiele stachen aus der Menge hervor. Red Dead Redemption konnte satte vierzig Prozent für sich verbuchen, doch wurde es schlussendlich von Heavy Rain mit umwerfenden 45% aller Stimmen überboten. An dieser Stelle gratulieren wir Sony und Quantic Dream für den Sieg mit einem Spiel, dass man auch als interaktiven Film „ansehen“ kann. Herzlichen Glückwunsch!

Die Entscheidung des besten Wii-Spiels fiel eindeutig aus, auch wenn einige der Spiele trotz allem ihre Fans gefunden haben. Die 25-Jahre-Jubiläumsedition von Super Mario All-Stars konnte in unserer Umfrage leider keine einzige Stimme erreichen. In Anbetracht der zeitlich neueren Spiele ist dies auch nicht sehr verwunderlich. Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn, Muramasa: The Demon Blade, No More Heroes 2: Desperate Struggle und Wii Party erzielten bei der Befragung jeweils fünf Prozent. Disney Mick Epic erreichte 15%, dicht gefolgt von Donkey Kong Country Returns mit 20% aller Stimmen. Verwunderlich ist es nicht, dass Nintendo mit Super Mario Galaxy 2 die restlichen 45% einheimsen konnte. Der japanische Konzern hat bewiesen, dass sie weitere wunderbare Spielideen in petto haben und wohl auch noch in zwanzig Jahren wundervolle Super-Mario-Spiele herbei zaubern können. Herzlichen Glückwunsch und ein großes Dankeschön an Nintendo für viele wunderbare Spielstunden!

Abschließend bedanken wir uns noch bei allen Teilnehmern, welche das Ergebnis unserer Umfrage überhaupt erst möglich gemacht haben. Wir hoffen sehr, dass ihr Spaß beim Wählen der besten Spiele des Jahres 2010 hattet und freuen uns auf eure weiteren Besuche, inklusive Kommentare und Bewertungen zu unseren vielseitigen Artikeln. Danke!

Review: Summer Wars

In Zeiten des Internets und sozialen Netzwerken finden zwischenmenschliche Interaktionen vermehrt nur noch virtuell statt. Anders als ins Geschäft zum Einkaufen zu fahren, bestellen wir die gewünschten Artikel einfach online. Selbst die Partnersuche stellt theoretisch keinerlei Probleme dar, wie uns Dating-Portale mitteilen möchten. Kenji Koiso, der Protagonist von Summer Wars, lebt ebenfalls in einer technisch ausgereiften Welt und muss am eigenen Leib erleben, dass das Internet ebenso unsicher wie das wahre Leben ist.

Kenji und sein bester Freund Takashi Sakuma gehen gemeinsam in die zweite Stufe der Kuonji-Oberschule in Tokyo. Als der Sommer hereinbricht, haben beide bereits einen Job für die Ferien gesucht. Als Aushilfe unterstützen sie die Systeminspektion und –wartung von OZ, einem gigantischen Online-Netzwerk. Plötzlich stürmt ihre Freundin Natsuki Shinohara ins Zimmer und bittet die beiden um Hilfe. Angeblich benötigt sie einen der beiden Jungs für ein paar kleinere Aufgaben auf dem Land bei ihrer großen Familie. Kenji willigt nach kurzem Zögern ein. Am nächsten Tag fahren die beiden mit dem Zug aufs Land. Angekommen bei Natsukis Familie, gibt die Oberschülerin Kenji als ihren Freund aus. Die Familie ist wie Kenji ebenfalls überrascht. Der Grund ist schnell gefunden: Natsukis Großmutter ist bereits sehr alt und gesundheitlich angeschlagen. Natsuki möchte nur, dass ihre Großmutter glücklich ist. Kenji ist mit der gegenwärtigen Situation zwar nicht wirklich einverstanden, doch verspricht er bei der Scharade mitzuspielen.

Zusammenbruch eines Netzwerks

Kurz nachdem sich das frischverliebte „Paar“ auf dem Land eingelebt hat, geschieht in der ersten Nacht etwas Seltsames. Kenji erhält eine Kurznachricht auf seinem Mobiltelefon, in der eine sehr lange Zahlenreihenfolge zu finden ist. Das Mathe-Genie setzt sich an die Lösung des Codes, was ihm am nächsten Tag zum Verhängnis werden soll. Das Online-Netzwerk OZ wurde laut den Fernsehnachrichten von einem Jugendlichen gehackt. Wie das in einer großen Familie so ist, kann man sich selten aus dem Weg gehen. Fortan wird Kenji nicht mehr als der perfekte Freund von Natsuki, sondern teilweise schon als Schwerverbrecher angesehen. Währendessen macht sich in OZ ein Virus breit, welches mehr und mehr Zugriff auf die reale Welt erhält. Die öffentliche Infrastruktur bricht stellenweise zusammen, Verkehrsleitsysteme geben nur noch falsche Daten aus und eine Sonde droht auf ein Atomkraftwerk zu stürzen. Ein Wettlauf gegen die Zeit steht Kenji und dem Rest aller OZ-Benutzer bevor. Diesen Sommer wird wohl niemand mehr vergessen können.

Leben ohne Internet ist (nicht) vorstellbar

Summer Wars ist ein Anime, der zum Denken anregt. Wenn wir ehrlich zu uns sind, müssen wir klar erkennen, dass das Internet ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens geworden ist. In sozialen Netzwerken lernen wir neue Freunde kennen und in Online-Rollenspielen lassen wir der Fantasie freien Lauf und bekämpfen gemeinsam mit anderen Spielern das Böse. Dieses Phänomen wirkt sich auf manche Personen leider negativ aus und wird aus diesem Grund von diversen Regierungen aufgrund unterschiedlicher Ursachen nicht toleriert. Für einen Großteil der menschlichen Bevölkerung hat sich durch das Internet viel geändert und viele werden die Änderungen auch nur bemerken, wenn es plötzlich nicht mehr da ist. Doch Summer Wars ist deutlich tiefgründiger. Der Film zeigt uns, was im schlimmsten Falle passieren kann, wenn Benutzerdaten in falsche Hände geraten oder gehackt werden. 1997 und 1999 haben die Vereinigten Staaten von Amerika zwei Versuche durchgeführt um zu beweisen, dass Cyber-Terrorismus möglich ist. Notrufsysteme wurden zerstört und Energieversorgungssysteme lahmgelegt. Summer Wars möchte überspitzt ausdrücken, dass wir in einer gefährlichen Welt leben – auch wenn im Anime keine Menschenleben gefordert wurden.

Drei wertvolle Eigenschaften

Des Weiteren beruht der Film auf den Tatsachen, dass Freundschaften nicht mehr vor der Haustür, sondern in den Weiten des Internets geschlossen werden. OZ orientiert sich am japanischen Facebook-Pendant Mixi, welches zu Produktionszeiten von Summer Wars circa 24 Millionen Mitglieder aufwies. Außerdem erscheint OZ wie eine virtuelle Welt, wie man sie aus Spielen wie „Second Life“ her kennt. Ein weiterer Bestandteil der Entwicklung zu OZ sei wohl die Videospielkonsole Wii gewesen, wie wir dem Booklet entnehmen können. Das man zusammen vor dem Bildschirm sitzt und gemeinsam ein Videospiel spielt, wird besonders gegen Ende des Films mehr als deutlich. Alle drei Grundideen setzten OZ nach und nach zusammen, um dem Anime den notwendigen Touch einer virtuellen Welt zu verleihen. Bis auf das man die Anzahl der weltweiten OZ-Nutzerkonten während des Films immer mal wieder durcheinander schmeißt, sind uns keinerlei Fehler aufgefallen die an der durchgehend guten Atmosphäre kratzen. Optisch wirkt der Anime sehr schön und an einigen Stellen auch sehr detailreich. Präsentiert wird der Anime im angenehmen 16:9-Format. Musikalisch hält sich der Film überwiegend im Hintergrund, doch bei Szenen wo akustische Klänge mehr als notwendig sind, erstrahlt die gut komponierte Musik in einem unvergesslichen Glanz.

Ein Meisterwerk unter den Animes

Die deutschen Synchronsprecher wurden so gut wie für jede Figur passend ausgewählt. Neben der deutschen und original-japanischen Sprachausgabe, befindet sich auch die italienische Synchronisierung auf dem Datenträger. Untertitel liegen allerdings nur in deutschen, polnischen und italienischen Texten vor. Die auf der Packungsrückseite angegebene Laufzeit von 114 Minuten können wir nach unserer ausgiebigen Testphase nur bestätigen, genau so wie die angegebene Laufzeit von 60 Minuten für das Bonusmaterial. Hier sei allerdings erwähnt, dass sich ein Storyboard mit der auf der Bonus-Disc befindet, welches parallel zum Film (allerdings nur in japanischer Sprache) läuft und somit für Fans weitere 114 Minuten Unterhaltung garantiert. Auf der zweiten DVD finden wir interessante Interviews mit dem Regisseur, sowie teils in der Anime-Szene neuen Synchronsprechern. Während der Regisseur viele Verbindungen zum Anime Das Mädchen das durch die Zeit sprang aufzählt, erzählen die Synchronsprecher von der neuen Erfahrung, die sie durch die Tonaufnahmen von Summer Wars gewonnen haben. Außerdem liegt der Deluxe-Edition neben fünf runden Stickern ein  vielseitiges Booklet mit vielen Informationen über den Film bei. Regisseur Mamoru Hosoda hat mit Summer Wars ein Meisterwerk geschaffen, welches aktuelle Geschehnisse gekonnt in Szene setzt und zum mehrfachen Nachdenken anregt. Wir meinen: Unbedingt zugreifen!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (Basierend auf der DVD-Deluxe-Edition des Films): Als ich im letzten Jahr die Trailer diverser Animes auf der DVD zu Professor Layton und die ewige Diva gesehen habe, gewann Summer Wars meine Aufmerksamkeit. Der Trailer war gekonnt in Szene gesetzt und weckte mehr als nur meine Neugier. Als langjähriger Fan von Facebook, wollte ich mir unbedingt ansehen, welche Auswirkungen Datendiebstahl haben kann. Sicherlich kann man sich im Internet dutzende Berichte über Cyberterrorismus anschauen, doch wollte ich diese Thematik gerne aus der Sicht eines Japaners kennenlernen – und da liegt es nahe, sich einen Anime zum Thema anzuschauen. Summer Wars hat mich von der ersten Minute an überzeugt. Das virtuelle Netzwerk OZ wirkt für Europäer vermutlich befremdlich, doch wenn man sich mit der schrillen Pop-Kultur Japans anfreundet, kann man schnell mit der optischen Ansicht leben. Obwohl der Film immer wieder auf die virtuelle Welt und dessen Auswirkungen auf die Realität anspielt, überzeugen mich auch die zwischenmenschlichen Beziehungen von Natsukis Familie. Egal ob ich mir die Großmutter, welche das Oberhaupt der Familie einnimmt oder auch den uneheliche Sohn, der aus Amerika zurückkehrt ansehe – alle Charaktere besitzen eine einzigartige Persönlichkeit. Recht oberflächlicher Humor, der Zusammenhalt einer wahnsinnig großen Familie und eine gewisse Portion Dramaturgie machen meiner Meinung nach in nur wenigen Animes eine bessere Figur. Ich bin schon sehr gespannt, welchen Geniestreich sich Mamoru Hosoda für sein nächstes Werk ausdenken wird.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsxemplars!

We want you for the G.G. Team!

Hochgeschätzte Gameplay Gamers-Leser,

unsere Internetpräsenz hat sich in den letzten Monaten kontinuierlich vergrößert und in einigen Punkten auch verbessert. Nach mehr als einem halben Jahr der virtuellen Existenz suchen wir derzeit nach Verstärkung. Wir möchten möglichst alle Bereiche in der Welt der Videospiele abdecken. Derzeit sind wir besonders an Leuten interessiert, die über genügend  Erfahrung mit der PlayStation 3, der PlayStation Portable, der Xbox 360 und auch Retro-Spielen verfügen.

Wenn ihr die deutsche Sprache beherrscht, eine flüssige Schreibe vorweisen könnt, nach Möglichkeit volljährig seid und auch genügend Motivation mitbringt, seid ihr für unser Team wie geschaffen. Wenn ihr unserem Team beitreten möchtet, meldet euch bitte unter dieser E-Mail-Adresse. Fügt der Bewerbung bitte direkt ein paar Schreibproben bei. Wenn ihr offene Fragen habt, dürft ihr euch jederzeit an uns wenden. Wir freuen uns auf eure E-Mails!

Eric Ebelt & Thomas Enders

News: Der Nintendo 3DS kommt nach Europa!

Videospieler werden in diesem Jahr zumindest mit einer neuen Konsole rechnen dürfen. Seit längerem ist bekannt, dass Nintendo an der Nachfolger-Konsole des Nintendo DS arbeitet. Der so genannte Nintendo 3DS wurde zwar bereits letzten Sommer der Öffentlichkeit vorgestellt, doch waren Informationen Mangelware. Heute wurden in Amsterdam und New York City Pressekonferenzen abgehalten. Neben der Zusammenarbeit mit namhaften Firmen wie Eurosport und Aardman Animations, wurde auch der Launch-Termin des neuen Handhelds genannt. Der Nintendo 3DS wird demnach am 25. März 2011 in Europa auf den Markt kommen. Der japanische Konzern möchte möglichst viele Käufer erreichen, hieß es. Während Amerikaner bereits einen Preis für die neue Konsole mitgeteilt bekommen haben, hüllt sich Nintendo of Europa in Schweigen. In den USA werden Interessierte für 250 US-Dollar zur Kasse gebeten werden. Böse Zungen behaupten, dass Nintendo das Gerät für einen Preis von ungefähr 250 Euro auf den europäischen Markt bringen möchte. Ob sich diese Gerüchte bewahrheiten, erfahren wir spätestens zum Release der Konsole am 25. März 2011.

Erics Meinung: Seit ich den Nintendo 3DS das letzte Mal auf der Gamescom 2010 in Köln in der Hand hielt, möchte ich endlich mit dem neuen Handheld spielen. Titel wie Street Fighter IV: 3DS-Edition und Kid Icarus: Uprising interessieren mich sehr. Allerdings bin ich derzeit nicht sehr gut auf den Preis zu sprechen. Ich soll für einen Handheld genau so viel bezahlen, wie für eine stationäre Konsole mit überlegener Technik? Nintendo muss bis zum 25. März weitere Argumente, wie einen akzeptablen Preis nachliefern, damit ich zugreifen werde.

Saschas Meinung: Endlich haben wir einen Termin auf den wir uns freuen dürfen. Allerdings muss ich doch sagen, dass der Preis von 250 Euro sehr hoch angesetzt ist. Hoffen wir mal das es nicht zur harten Realität wird. Einen Preis von 199-219 Euro finde ich wesentlich angemessener. Größter Pluspunkt bisher ist aber die Abschaffung der Freundescodes, denn künftig sind alle Spiele nur noch an einen einzigen Code gebunden.

Neue Partnerseite: Flying Toads!

Seit letztem Monat befindet sich Gameplay Gamers in einer Partnerschaft mit Flying Toads. Die noch recht junge Internetpräsenz wird von Björn und Florent erfolgreich vertrieben und liefert seit vielen Wochen regelmäßige Updates. Hauptsächlich konzentrieren sich die Jungs auf das Schreiben von Reviews und dem Produzieren von interessanten, sowie informativen Videos. Aus der Masse heraus sticht Flying Toads mit einem innovativen System. Bevor sie sich an ein Review setzen, werden die Leser befragt, ob sie den Testbericht in einem ausführlichen Testbericht oder in der Länge einer SMS lesen möchten. Die Vorstellung in Form eines Videos ist ebenfalls möglich. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr Flying Toads einen Besuch abstatten und sie als unsere Partnerseite recht herzlich begrüßen möchtet.

Eric Ebelt & Thomas Enders

Review: Golden Sun: Die dunkle Dämmerung

Mehr als sechs Jahre ist es nun schon her, dass Fans der Reihe den zweiten Teil auf dem GameBoy Advance spielen durften. Mitte Dezember erschien nach langer Wartezeit endlich die dritte Episode der Serie. Die Erwartungen der Fans waren hoch, denn anstatt die Handlung nahtlos an den zweiten Teil anzuknüpfen, wagten die Entwickler einen Zeitsprung dreißig Jahre in die Zukunft – inklusive neuer und alter Helden.

Wir schlüpfen zu Beginn des Spiels in die Haut von Matthew. Dieser ist Sohn von Isaac, dem Hauptprotagonisten des ersten Teils. Unterstützt wird er von Kiara, der Tochter des ebenfalls aus dem Erstling bekannten Ivan. Das Spiel beginnt damit, dass Matthews Kumpel Tyrell eine wertvolle Flugmaschine ohne Erlaubnis seines Vaters Garet benutzt und im nahegelegenen Wald am Fuße des Goma-Gebirges abstürzt. Gemeinsam mit Isaac und Garet begeben wir uns auf die Rettungsmission und erlernen dabei die ersten Kniffe, wie wir die aufkommenden Rätsel lösen und die mäßig vorhandenen Zufallskämpfe gewinnen können. Unsere virtuellen Vormünder erklären uns später, dass wir alt genug dafür seien, in die Welt hinausziehen zu können und die Feder eines Rocs für die zerstörte Flugmaschine auftreiben dürfen.

Nichts Halbes und nichts Ganzes

Das klingt nicht sehr spannend und im Grunde ist es das auch nicht. Erst nachdem wir einige Spielstunden hinter uns gebracht haben, kann sich die Handlung langsam entfalten. Maskierte Bösewichter stellen sich uns in den Weg, doch ihr Vorhaben bleibt schleierhaft. Nur langsam erfahren wir etwas über die Motive der Antagonisten. Auf dem Weg durch die mittlerweile dank der Goldenen Sonne veränderten und teils zerstörten Oberwelt treffen wir auf viele alte Gesichter. Bekannte wie den Gelehrte Kraden oder Piratenkapitän Briggs kommen zwar nur am Rande vor, doch tragen sie Teil zur im Spielverlauf immer besser werdenden Geschichte bei. Leider schwächelt die erzählte Handlung zum Ende hin stark. Das liegt vor allem an weiteren Charakteren, die sich unserer Gruppe anschließen. Ihre Persönlichkeiten kommen in Golden Sun: Die dunkle Dämmerung nicht ausreichend zur Geltung. Witzlose, lahme und gestreckte Unterhaltungen sind die Folge.

Schnell gemeisterte Auseinandersetzungen

Immerhin haben die Entwickler am rundenbasierten Kampfsystem gewerkelt. Gingen früher Schläge auf einen bereits besiegten Gegner daneben, wählt der jeweilige Charakter nun ein anderes Ziel für seinen Angriff aus. Während sich uns in den ersten Spielstunden noch recht schwache und sehr einfach zu besiegende Monster in den Weg stellen, dürfen wir uns gegen Ende des Spiels mit deutlich stärkeren Gesellen messen. Unsere Heldentruppe steigt dennoch sehr schnell in ihrem Level auf, was die Auseinandersetzungen schnell zu einer Angriffsorgie verkommen lässt. Dazu beiträgt natürlich die richtig angelegte Ausrüstung, die wir in Dörfern und Städten kaufen, sowie in Dungeons finden können. Waffen verfügen im Übrigen über spezielle Fähigkeiten, aber auch nur, wenn wir sie stetig im Kampf verwenden. Je öfters wir mit Schwertern, Äxten, Keulen oder Bögen angreifen, desto eher erhalten sie Fähigkeiten wie Rundumschläge, Doppelschüsse oder gar elementbasierende Angriffe.

Halbgare Rätselkost vom Feinsten

Magie darf in Golden Sun: Die dunkle Dämmerung ebenfalls nicht fehlen, doch werden die Zauberkräfte im Fantasy-Reich Weyard Psynergy genannt. Psynergy-Kräfte können in- und auch außerhalb der Kämpfe eingesetzt werden. Außerhalb der Konfrontationen mit Feinden haben wir es aber nicht nur mit Heilzaubern zu tun, sondern können auch aktiv die Umgebung verändern. Kleine Pflanzen möchten mit Wachstum sprichwörtlich zum Wachsen gebracht werden. Anschließend können wir an ihnen hinaufklettern und vormals unerreichbare Ebenen erklimmen. Mit der Psynergy Verschieber können wir Steinsäulen verschieben, damit wir anschließend von einer Erhöhung auf die Säule springen und auf diesem Weg neue Plattformen erreichen können, wo die eine oder andere Schatztruhe auf uns warten wird. Später werden auch die Elemente Feuer, Wasser und Wind mit in die nicht selten seichte Rätselkost eingebunden. Wasser kann vereist werden, das Feuer einer Fackel entfacht und Windräder mit Luftstößen in Betrieb genommen werden.

Gut durchdachtes Dschinn-System

An den kuriosesten und öfters auch gut versteckten Orten finden wir Dschinn. Diese Wesen können sich mit den Adepten, sprich jedem unserer maximal acht Helden verbünden. Nach dem Vorgang erhalten unsere Charaktere Statusboni und –mali. Außerdem ist es nur auf diese Weise möglich, neue und mächtigere Psynergy zu erlernen beziehungsweise zu entfachen. Zu Beginn des Spiels schmettern wir beispielsweise lediglich kleinere Felsbrocken auf die Gegner, während wir im späteren Spielverlauf ein ganzes Epizentrum auslösen. Wir sollten allerdings immer darauf achten, dass das Element der Dschinn zum Element des jeweiligen Adepten passt. Die Mischung aus mehreren Erde- und Feuer-Dschinn ermöglicht zwar die Freischaltung gemischter Psynergy-Kräfte, doch bleiben die Status-Eigenschaften auf einem niedrigen Niveau. Außerdem ist es uns möglich die Dschinn auf Abruf zu stellen, damit wir in den Kämpfen mächtige Beschwörungen entfesseln können. Hierbei müssen wir dann allerdings auch bedenken, dass unsere Helden dann etwas schwächer als gewohnt sind. Wir sahen im gesamten Spielverlauf übrigens keine Stelle, wo der Einsatz einer Beschwörung wirklich notwendig wäre.

(Un)gewohnheiten

Optisch erinnert der Titel an die alten beiden Teile, trumpft allerdings mit leicht verbesserten Höhen- und Tiefenverhältnissen auf. Auch hat man versucht, dreidimensionale Objekte in das Spiel zu integrieren. Grundsätzlich hat das auch funktioniert, manche Effekte machen auf uns allerdings einen ungewohnten Eindruck. Eine Grafikrevolution wie auf dem GameBoy Advance ist Golden Sun: Die dunkle Dämmerung allerdings nicht. Auch akustisch müssen wir Abstriche hinnehmen. Vernahmen wir in den ersten beiden Teilen noch relativ viele schöne Ohrwürmer, wurden die wirklich gut komponierten Tracks im dritten Teil auf ein kleines Maß reduziert. Trotzdem passt die musikalische Untermalung jederzeit zum Geschehen. Obwohl die Touchscreen-Steuerung mittels Stylus ansatzweise gut funktioniert und bei Weitem kein Totalausfall ist, können wir allerdings nur die Steuerung über die Tasten jederzeit wärmstens empfehlen. Einzig allein die Menüführung ist suboptimal gelöst. Möchten wir gleich mehrere Gegenstände von einem Charakter zu einem anderen transferieren, möchte das Spiel gerne unsere wertvolle Zeit verschwenden. Das haben wir in anderen Rollenspielen besser in Erinnerung.

Eingeschränkte Spielwelt

Der Auftakt zu Golden Sun. Die dunkle Dämmerung ist zugegeben lahm, doch kann das Spiel in den folgenden dreißig Spielstunden mit einigen Höhe- und Wendepunkten auftrumpfen, wirkt zum Ende hin wieder recht langweilig. Zu viele Charaktere werden in einem zu kurzen Zeitraum eingeführt und nur wenig erklärt, was in einem unbefriedigenden Abschluss endet. Dafür können wir während der Gespräche öfters auf die R- oder L-Taste drücken, um Informationen über Personen oder Orte aufrufen zu können, die im jeweiligen Gespräch besprochen werden. Klasse! Immerhin gehen auch die Kämpfe leicht von der Hand und einige Kopfnüsse bei den Rätseln sind ebenfalls auszumachen, welche Kennern der Reihe aber keine Kopfschmerzen bereiten dürften. Negativ fällt der Titel besonders in einem Punkt auf: Alle paar Spielstunden durchleben die Helden diverse Ereignisse, welche es ihnen unmöglich machen, zu früheren Spielorten zurück zu kehren. Verpassen wir also zu Beginn des Spiels einen Dschinn, können wir ihn kurz vor dem Endkampf nicht nachholen. Diese neumodische Inszenierung finden wir selbst beim größten Teil der Japano-Rollenspiele aus dem letzten Jahrtausend nicht. Wer über die Defizite hinwegsehen kann, wird grundlegend ein gutes Rollenspiel spendiert bekommen. Allerdings empfehlen wir – falls nicht schon geschehen – die ersten beiden Teile nachzuholen, die sind auch heute noch mehr als einen Blick wert!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als Golden Sun: Die dunkle Dämmerung im vorletzten Jahr auf der E3 in Los Angeles angekündigt wurde, war ich aus sofort dem Häuschen. Viel zu lange habe ich auf den dritten Teil gewartet. Anfangs dachte ich wirklich noch, dass Camelot die Handlung nahtlos an die Geschichte der ersten beiden Teile dran heften würde, doch damit lag ich wohl leider falsch. Stattdessen ließ man ganze dreißig Jahre in der Spielwelt aus und präsentiert neue Helden, welche einerseits die Kinder alten Heroen sind, aber andererseits ähnliche Merkmale aufweisen. Gähn! Trotzdem gab ich dem Spiel eine Chance und wurde schnell belehrt, dass es der Titel in keiner Weise mit den Vorgängern aufnehmen kann. Die Geschichte der alten Helden war spannend, strukturiert erzählt und endete jeweils mit einem spektakulären Cliffhanger. Bei der dritten Episode vermisse ich diese Punkte fast vollkommen. Der Auftakt ist langweilig inszeniert, der Hauptteil bietet schon fast zu viel gehaltvolle Dramaturgie, welche am Ende der Geschichte einfach fehlt. Auch die immer weiter geschlossene Spielwelt stört mich sehr. Möchte ich nochmals zurück in eine der früheren Städte gelangen und einen verpassten Dschinn nachholen, muss ich sofort ein neues Spiel anfangen. Was ursprünglich der Handlung zu Gute kommen sollte, endet in einem Desaster. Immerhin kann ich mich mit einigen optionalen Dungeons inklusive Bossgegnern kurzfristig anderweitig unterhalten. Trotzdem können sich andere Entwickler wie Square Enix eine Scheibe von den Rätseln abschneiden, diese sind – obwohl sie größtenteils einfach und offensichtlich zu lösen sind – gut in das Spiel integriert. Die erhoffte Rollenspielfortsetzung ist es meiner Meinung nach leider nicht geworden.

Umfrage: Die besten Spiele des Jahres 2010

Unser Jahr beginnt mit der Kürung des besten Wii-Spiels, sowie der Ernennung des besten Titels auf einer NextGen-Plattform beziehungsweise auf dem PC. Allerdings listen wir in unserer Umfrage nur jene Titel auf, welche wir im letzten Jahr in Form eines Reviews vorgestellt haben. Dabei ist es egal, ob der Titel bereits ein paar Jährchen auf dem Buckel hat oder erst vor zwei Wochen im Laden erschienen ist. Bitte wählt nun zu allererst euer Wii-Spiel des Jahres 2010 aus:

Jetzt bitten wir euch abschließend auch noch euren Kandidaten auszuwählen, der auf einer der beiden NextGen-Plattformen oder dem PC erschienen ist. Die Auflösung beider Umfragen werden wir in zwei bis drei Wochen auf unserer Internetpräsenz bekanntgeben.

Vielen Dank für die Teilnahme an unseren Umfragen!

Wir wünschen einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr!

Hochgeschätzte Gameplay Gamers-Leser,

in wenigen Stunden beenden wir nicht nur ein erfolgreiches Jahr voller guter Spiele, sondern gleich ein ganzes Jahrzehnt voller Innovationen. Wir haben miterlebt, wie sich der japanische Konzern Sega aus dem Konsolengeschäft zurückzog und nur noch Videospiele produzierte. An dessen Stelle rückte eine amerikanische Firma, die PC-Besitzern schon Jahre zuvor mehr als nur bekannt war. Microsoft setzte mit der Xbox Fuß auf dem Videospielmarkt. Sony baute mit der PlayStation 2 seine Macht weiter aus und Nintendo konnte mit dem Gamecube keinen Blumentopf gewinnen.

Mit Erscheinen des Nintendo DS und der Wii änderte sich allerdings alles. Die Ära der Casual Gamer war geboren und zwei nennenswerte Nachahmer fanden ihren Weg in den Handel, was sogar erst in diesem Jahr der Fall war. Während Sony seinen wohl stärksten Konkurrenten vor ein paar Jahren noch belächelte, brachte der Konzern in diesem Jahr mit PlayStation Move eine technisch verbesserte Version der Wii Remote auf den Markt. Microsoft wollte direkt ohne Controller in den Ring steigen – die wahren Knallertitel blieben jedoch aus.

In diesem Jahr erschienen dafür allerdings genügend andere wichtige Spiele. Heavy Rain bestach mit einer filmähnlichen Gestaltung und Red Dead Redemption verfrachteten die Grand-Theft-Auto-Reihe in den Wilden Westen. Auch Gorilla Donkey Kong fand seinen Weg in die heimischen Wohnzimmer, genauso wie Professor Layton auf deutsche Kinoleinwände. Wir hoffen sehr, dass euch das Jahr 2010 ebenfalls so gut gefallen hat wie uns. Wir freuen uns schon sehr darauf, mit euch den ersten Geburtstag unserer Internetpräsenz zu feiern, doch bis dahin dauert es noch etwas. Einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr wünschen euch

Eric Ebelt & Thomas Enders

Wir wünschen euch ein frohes Weihnachtsfest!

Hochgeschätzte Gameplay Gamers-Leser,

unsere Internetpräsenz wird schon bald ein halbes Jahr alt und gemeinsam haben wir in den letzten Monaten Höhen und Tiefen erlebt. Neue Leser fanden ihren Weg auf unsere Seite und sogar in das NextGen-Forum. Neue Rubriken entstanden und auch ein Gewinnspiel sorgte auf unserer Seite für Furore. Wir hoffen heute sehr, dass wir für euch stets eine gute Kaufberatung darstellen konnten. Wenn ihr noch nicht wisst, was ihr mit eurem Weihnachtsgeld anstellen wollt, möchten wir euch doch unsere Reviews der letzten Tage ans Herz legen. Vielleicht ist ja für den einen oder anderen Leser unter euch das passende Geschenk dabei!

Wir möchten jetzt aber nicht mehr allzu viele Worte verlieren, da sich sicherlich die meisten unter euch gerade im Kreis der Familie befinden. Doch egal ob ihr nun mit der Familie, den Freunden oder Bekannten feiert. Genießt die Feiertage, das weihnachtliche Essen, schaut euch ein paar Filme an, zockt die Spiele welche ihr geschenkt bekommt und nehmt euch vor allem die Zeit dafür das zu erledigen, was ihr nicht mehr aufschieben wollt. Frohe Weihnachten wünschen euch

Eric Ebelt & Thomas Enders

Review: Super Mario All-Stars (25 Jahre: Jubiläumsedition)

Wenn wir es genau nehmen, hat Mario seinen ersten Auftritt bereits im Automatenklassiker Donkey Kong im Jahr 1981. Damals ist er jedoch noch unter dem Namen Jumpman bekannt und von Beruf Zimmermann. Erst später wechselt er Beruf und Namen. Über 25 Jahre ist es nun schon her, dass im Land der aufgehenden Sonne das erste Super Mario Bros. erscheint. Das Geschäft boomt und zahlreiche Nachfolger erscheinen auf dem Nintendo Entertainment System und dessen Nachfolgerkonsolen.

Ein Jahr nachdem Super Mario Bros. die Spielergemeinde im Sturm eroberte, kommen Japaner in den Genuss von Super Mario Bros. 2, welches für den westlichen Markt allerdings als zu schwierig eingestuft wird. In Europa erreicht es später unter dem Titel The Lost Levels Kultstatus. Amerikanern und Europäern wird Super Mario Bros. 2 anders suggeriert. Sie erhalten eine abgeänderte Version des japanischen Yume Kojo: Doki Doki Panic. Diese Fassung erscheint später unter dem Namen Super Mario Bros. USA auch in Japan, bevor mit Super Mario Bros. 3 die Zählung der Reihe weltweit gleich weitergeht. 1993 ist es soweit: Die Quadrilogie erscheint in einer grafisch aufgebohrten Fassung auf einem Modul für das Super Nintendo und siebzehn Jahre später für die Wii.

Einfaches, geniales Spielkonzept

Bereits der erste Teil der Reihe besticht für sein Alter mit abwechslungsreichen und teils auch unterschiedlich spielenden Levels. Mit Klempner Mario rasen wir über weite Grünflächen im Pilz-Königreich, durchstreifen dunkle Höhlen, hüpfen über den Wolken von Plattform zu Plattform oder schwimmen unter der Meeresoberfläche zum nächsten relevanten Ziel. Die Elemente von Super Mario Bros. sind deutlich ersichtlich. Auf uns zu kommende Gegner wie Koopas oder Gumbas müssen mit gezielten Sprüngen aus dem Weg geräumt werden. Unterwegs treffen wir immer mal wieder auf Fragezeichenblöcke, die wertvolle Münzen oder nützliche Items beinhalten. Während uns einhundert eingesammelte Münzen einen weiteren Versuch spendieren, verbessern Items unsere Fähigkeiten. Mit einem Pilz lassen wir Mario um die Hälfte wachsen. Wird er nun von einem Gegner getroffen, schrumpft er auf seine alte Größe zurück. Erst wenn wir ein weiteres Mal getroffen werden oder im Abgrund landen, verlieren wir einen Versuch. Die Feuerblume ermöglicht es uns sogar fortan Feuerbälle auf unsere Gegner zu schmettern.

Die Mario Bros. als Gärtner

The Lost Levels sind im Grunde nur eine aufgebohrte Version von Super Mario Bros., denn Neuerungen sucht man fast vergebens. Ein dunkelblauer Giftpilz ist beispielsweise ein neues Item, dass uns bei Berührung das Leben ausbläst. Hauptaugenmerk des Spiels liegt eindeutig auf dem happigen Schwierigkeitsgrad. Wenn Abgründe im Vorgänger nur für ein müdes Lächeln sorgten, wirken diese nun deutlich bedrohlicher. Auch das Erscheinen der Gegner hat sich in den verlorenen Levels erhöht. Dieser Teil der Spielsammlung richtet sich eindeutig nur an stahlharte Profis oder jene, die es werden wollen. Super Mario Bros. 2 schlägt hingegen andere Richtungen ein. Anstatt das typische Super-Mario-Spielprinzip zu überliefern, müssen wir mit Mario, Luigi, Toad oder Peach Gemüse ausrupfen, um dieses auf anstürmende Gegner zu werfen. Optionalerweise dürfen wir auch so manchen Gegner aufheben und diesen ebenfalls auf Feinde schmettern. Power-Blöcke radieren direkt alle Individuen auf dem Bildschirm aus. Später müssen wir auch Schlüssel von Punkt A nach Punkt B transportieren oder mit Bomben rissige Wände einreißen. Obwohl viele Fans nichts mit Super Mario Bros. 2 anfangen können, so überzeugt der Titel dennoch mit einer abwechslungsreichen Spielbarkeit. So kann Luigi wenige Sekunden in der Luft strampeln, Toad besonders hoch springen und Peach nutzt ihr Kleid, um meterweit über längere Schluchten zu schweben. Außerdem verdanken wir diesem Ableger der Reihe bekannte Charaktere wie die Shy Guys oder Birdo.

Perfektionismus in Kreation?

Mit Super Mario Bros. 3 gelingt Nintendo ein Meilenstein in der Geschichte der Videospiele. Noch nie zuvor gab es ein Jump’n’Run, welches mit ausgefallenen Ideen in den zahlreichen Levels punktete. Bewegende Plattformen in luftigen Höhen, angekettete Hunde auf heißem Wüstensand oder der Abstecher ins Riesenland mit ebenso großen Gegnern können sich auch heute noch sehen lassen. Neu eingeführt werden außerdem viele interessante Gegenstände. So geschieht es, dass Herrn Mario ein Waschbärschwanz wächst, wenn er mit einem Blatt in Berührung kommt. Mit genügend Anlauf können wir mit Mario nun ein ganzes Levelstück überfliegen, doch bekommen wir so stellenweise nichts vom nahezu perfekten Leveldesign mit. Eingeführt wurde in Super Mario Bros. 3 auch die Oberweltkarte. So bewegen wir uns von Level zu Level, können gegebenenfalls einzelne Abschnitte überspringen oder erhalten neue Items in Toad-Häusern. Diese Items können jederzeit auf der Oberweltkarte eingesetzt werden, damit wir gut gewappnet in die wunderschön konstruierten Levels gehen können. Bis Bowser und seine sieben Kinder aus dem Pilz-Königreich besiegt sind und die Prinzessin gerettet ist, vergehen viele Spielstunden, die heute kaum besser investieret werden können.

Grafisch (nicht) aufgeputscht

Bevor Verwirrungen auftreten halten wir einmal fest, dass sich das auf der Disc befindliche Super Mario All-Stars in keiner Weise von der aufgebohrten Super-Nintendo-Version (1993) unterscheidet. Nintendo hat sich nicht die Mühe gemacht, den Titel für das fünfundzwanzig-jährige Jubiläum zu überarbeiten. Wer also auf eine grafische Optik eines News Super Mario Bros. hofft, wird leider enttäuscht. Auch der Soundtrack hat sich somit nicht verbessert, ist aber auch heute noch dank vieler Ohrwürmer immer anzuhören. Glücklicherweise verfügen die vier Spiele aber auch noch über die Speicherfunktion. Der Fortschritt wird nach dem Abschluss einer Welt oder einer Burg gespeichert, damit sich Verluste in Grenzen halten. Der Mehrspieler-Part ist wie nicht anders zu erwarten auch nicht überarbeitet worden. Gespielt werden kann immer nur abwechselnd. Nur der in Super Mario Bros. 3 enthaltene Battle-Modus lässt sich gleichzeitig zu zweit spielen. Wir fragen uns trotzdem, warum man den auf der Wii-Disc verbleibenden Platz nicht für andere Inhalte mehr oder weniger sinnvoll genutzt hat. So hätte Nintendo auch Super Mario World, Super Mario 64 und Super Mario Sunshine mit auf die Disc packen können. Gefreut hätten wir uns auch über Dokumentationen und weitere Bonus-Inhalte in Datenform.

Bloß ein Staubfänger?

Besitzt man Super Mario All-Stars bereits als Super-Nintendo-Modul, so braucht man bei der Wii-Portierung nicht zuschlagen. Das beiliegende, verständlich aufgebaute und mit vielen Informationen bestückte Booklet fällt leider deutlich dünner aus als erwartet. Zwar sind die vielen Konzeptzeichnungen nett anzusehen, doch haben wir deutlich mehr erwartet. Selbiges betrifft die Soundtrack-CD. Diese kommt mit zehn Musikstücken aus vielen bekannten Super-Mario-Spielen daher und bietet zudem zehn Soundsamples aus Super Mario Bros. Auch hier hätte Nintendo den Speicherplatz der CD ruhig ausfüllen können. Auf dem Datenträger weitere Tracks unterzubringen, kann nicht so schwer sein. Obwohl auch Sammler gut überlegen sollten, ob sie die Jubiläumsausgabe zum fünfundzwanzigsten Geburtstag des Klempners erwerben sollten, können wir jüngeren Spielern diese Edition nur wärmstens empfehlen. Da diese vermutlich über kein Super Nintendo verfügen, können diese so relativ günstig an vier geniale und zeitlose Spiele gelangen – inklusive interessantem Bonusmaterial. Wer die Spiele schon kennt oder bereits in seiner Sammlung hat, darf die Geldbörse getrost steckenlassen und sich stattdessen für zeitgemäße Alternativen entscheiden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Wii-Fassung): An dem Tag, wo ich mein Testmuster zu Super Mario All-Stars endlich in Händen hielt, wurden bei mir Erinnerungen geweckt. Ich kann mich nämlich noch ganz genau den Tag erinnern, wo ich mir das Spiel einst für das Super Nintendo gekauft habe und bereits nach wenigen Spielminuten verzweifelte. Mit der Zeit lernte ich mit dem Spiel umzugehen und spielte die Quadrilogie der Reihe nach durch. Wenig später habe ich die Spiele aber nicht mehr angerührt. Dies ist jetzt schon mehr als zehn Jahre her und heute durchlebe ich Ähnliches, denn bereits nach wenigen Levels wurde ich schlicht und einfach überfordert. Da merke ich richtig, wie einfach Spiele wie Super Mario Galaxy 2 oder New Super Mario Bros. Wii geworden sind. Früher musste man für Ergebnisse noch arbeiten und mir wird mal wieder deutlich klar, wie sehr ich diese Zeiten auch vermisse. Deshalb habe ich auch an der Spielbarkeit nichts zu bemängeln, denn alle vier Titel spielen sich noch exakt so wie im letzten Jahrtausend. Da ich erst vor einiger Zeit einen Super-Nintendo-Controller für die Wii im Sternekatalog erworben habe, fühlten sich alle vier Spiele auch genau so an wie damals. Allerdings kann ich mich nicht wirklich mit der Aufmachung anfreunden. Nintendo kann nicht einfach nur herzlos ein Super-Nintendo-Spiel auf eine Wii-Disc packen und das ganze mit geringfügigen Zusatzmaterialien für dreißig Euro in den Laden stellen. Für Sammler mag diese Jubiläumsausgabe durchaus interessant sein, aber für mich rechtfertig das einen Kauf noch lange nicht. Für mögliche Jubiläumsausgaben von The Legend of Zelda oder Metroid wünsche ich mir deutlich mehr Liebe zum Detail. In der Zwischenzeit werde ich mit der Quadrilogie aber sicherlich wieder dutzende Stunden Spielspaß erleben!

Review: Donkey Kong Country Returns

Sprechen wir in der heutigen Zeit von Donkey Kong, dann meinen wir jenen Affen, der in den letzten Jahren ein Schattendasein als Nebendarsteller in diversen Minispielsammlungen und Sportspielen aus dem Hause Nintendo fristete. Das letzte vollwertige und zweidimensionale Jump ’n’ Run erschien noch im letzten Jahrtausend für das Super Nintendo. Die Retro Studios haben dem Affen aus der Versenkung geholt und zu neuem Ruhm geführt.

Gebeutelt von den Geschehnissen der letzten drei Donkey-Kong-Country-Teile, lebt Donkey Kong wieder in seiner geliebten Hütte mitten im Dschungel. Wir erinnern uns: King K. Rool, der Anführer und Herrscher über alle Kremlings (reptilienartige Humanoide) stahl zu erst den Bananenvorrat des Gorillas. Nachdem Donkey Kong mit seinem Kumpanen Diddy Kong die Bananen wieder in Sicherheit gebracht hatten, entführte das Reptil eine Episode später lieber direkt den Affen. Diddy und Dixie Kong eilten zur Hilfe, doch auch das stoppte King K. Rool nicht. Im dritten Teil befand sich neben Donkey Kong auch Diddy mit auf der Liste der entführten Primaten. In Donkey Kong Country Returns hat der Gorilla nun endlich seine verdiente Ruhe gefunden, denn Kremlings sind auf der Insel weit und breit nicht zu sehen. Plötzlich bebt die Erde und die seltsamen Ureinwohner des Eilands tauchen vielerorts auf und stören die Inselidylle. Sie hypnotisieren die Tierwelt, welche daraufhin Donkey Kongs Bananenvorrat gezwungenermaßen stehlen. Eine abenteuerliche Suche nach dem Verbleib des gelben Schatzes beginnt.

Gelungenes Leveldesign mit Einschränkungen

Wie gehabt führt uns die Reise quer über die gesamte Insel und durch viele Spielgebiete. Der Dschungel wird ebenso unsicher gemacht, wie verschüttete Tempelanlagen, dreckige Fabriken und auch dem Vulkaninneren dürfen wir einen Besuch abstatten. Die Levels fallen dabei leider nicht sehr facettenreich aus. Haben wir einen Spielabschnitt einer Welt durchgespielt, wissen wir bereits in etwa wie sich der Rest der Welt spielen wird. Dafür trumpfen die Entwickler mit tollen Spielideen auf. So fallen auf einmal Säulen aus dem Bildschirmhintergrund auf die zweidimensionale Ebene im Vordergrund oder während einer Lorenfahrt befinden wir uns plötzlich in einem riesigen Ei. Dieses dreht sich ununterbrochen, besitzt aber über eine kleine Öffnung, über die wir regelmäßig springen müssen. Unterwasserlevels finden sich in Donkey Kong Country Returns leider nicht, was wir nicht ganz nachvollziehen können. Immerhin haben diese in allen drei Vorgängern für Abwechslung gesorgt. Auch Ausflüge ins ewige Eis und Seilkletterpartien vermissen wir.

Teamwork mit der Kraft der zwei Herzen

Während der gesamten Spielzeit stellen sich uns nicht gerade sehr viele Gegnertypen in den Weg. Meistens müssen wir auf die Gegner ein oder zwei Mal springen, um diesen den Garaus zu machen. Manchmal dürfen wir mittels Nunchuck- und Wii-Remote-Schütteleinlagen wie wild auf den virtuellen Boden schlagen, um beispielsweise Krabben auf den Rücken zu werfen. Diese stellen anschließend kein großes Problem mehr dar. Brennende Gegner können ausgepustet werden, wenn sich Donkey Kong in der Hocke befindet und wir mit der Fernbedienung schütteln. Anders als in den Vorgängertiteln halten wir nicht nur einen Treffer aus, bis wir einen Versuch verlieren. Ab sofort gelten die Gesetze der zwei Herzen, welche auf Wunsch gegen ein paar Bananenmünzen im Shop mit einem dritten Herz erweitert werden können. Ist Diddy Kong aus seinem Fass befreit, welches weitaus weniger zu finden ist als in den alten Episoden, verfügen wir sogar über vier beziehungsweise fünf Herzen. Nun ist es aber nicht mehr so, dass Diddy Donkey Kong hinterher läuft, sondern dass der Gorilla den kleinen Schimpansen Huckepack nimmt. Immerhin verfügen wir so im Einzelspielermodus zusätzlich über einen Raketenrucksack, der uns ein paar Meter mehr über Abgründe trägt, die mit einem Sprung gegebenenfalls nicht zu überqueren waren.

Tierische Hilfe – Kleine Familie

Tierische Unterstützung erfahren die beiden Affen in diesem Teil der Reihe nur durch zwei Tiere. Das Nashorn Rambi wäre eines davon, welches aber leider nur in einer handvoll Levels auf die virtuelle Bühne tritt. Rambi ist gegen fast jeden Gegner gefeit, da er mit seinem Horn mögliche Hindernisse schnell und einfach aus dem Weg räumen kann. Außerdem ist es so möglich spezielle Blöcke zu zerstören, welche die beiden Affen ohne Rambis Hilfe nicht hin bekommen hätten. Ansonsten tritt noch der Papagei Squawks in einer kleinen Nebenrolle auf. Befinden wir uns in Cranky Kongs Laden, so dürfen wir den Vogel gegen einen kleinen Obolus mitnehmen. Er hilft uns anschließend in den Levels versteckte Geheimnisse aufzudecken. Aktiv spielen dürfen wir Squawks nicht. Das ist zwar schade, doch trauriger ist viel mehr das Fehlen weiterer Kandidaten. Schwertfisch Enguarde, Frosch Winky oder Strauß Expresso – keiner von ihnen wird im Spiel auch nur namentlich genannt. Außerdem tauchen außer den beiden Protagonisten Donkey, Diddy und Ladenbesitzer Cranky keine weiteren Mitglieder der Kong-Familie auf.

Hart, schwierig, Donkey Kong!

Immerhin hat man Cranky Kong mit einer mehr oder weniger wichtigen Nebenrolle bedacht. Wie bereits erwähnt, lassen sich in allen Spielabschnitt kreuz und quer Bananenmünzen finden. Diese stellen die Währung auf der Affeninsel dar und können in Crankys Laden gegen hilfreiche Items getauscht werden. Neben der bereits erwähnten Lebensenergieerweiterung und dem Papageien Squawks können wir auch einen Trank einkaufen, der kurzzeitig auch den schwächsten Affen unverwundbar erscheinen lässt. In jeder Welt dürfen wir uns auch einen Schlüssel erwerben, der uns auf geringfügig anderen Pfaden zum Bosskampf der jeweiligen Welt führt. Außerdem dürfen wir uns im Laden mit neuen Luftballons eindecken, welche wie gehabt die Anzahl an Versuchen der beiden Primaten darstellen. Genügend Luftballons dabei zu haben, ist unserer Meinung nach auch sinnvoll. Obwohl die ersten drei Spielwelten noch relativ einfach ausfallen, stoßen wir bereits in der vierten Welt an unsere Grenzen. Schon lange haben wir nicht mehr so viele aufeinander folgende Herausforderungen in einem Spiel erlebt. In zwei verschiedenen Levels kam es sogar dazu, dass wir an die fünfzig Versuche verbrauchen mussten, bis wir das Zielfass zerschmettern durften. Grandios!

Schweinchen Dick

Unerfahrene Spieler und Spielerinnen brauchen aber keinen Trübsal blasen. Auf normalem Wege werden diese zwar wohl niemals den Abspann erleben, doch haben sich die Retro Studios und Nintendo dazu entschlossen, auch in Donkey Kong Country Returns den Super-Assistenten einzubauen. Nach acht Fehlversuchen wedelt ein kleines Schweinchen am Start oder den Checkpoints der Levels mit einer weißen Fahne. Ein Druck auf die Plus-Taste und schon dürfen Klone von Donkey und Diddy Kong die Arbeit übernehmen. Hartgesottene Spieler werden die Funktion allerdings niemals nutzen. Obwohl uns der Schwierigkeitsgrad sehr gut gefallen hat, müssen wir allerdings auch die unausgeglichenen Charaktere dabei berücksichtigen. Während Donkey Kong alleine oftmals an diversen Stellen versagt, ist die ganze Arbeit mit Diddy Kong im Schlepptau nur halb so schwer. Immerhin können wir mit dem kleinen Schimpansen auf dem Rücken Abgründe spielend leicht überwinden. Im Zweispieler-Modus fällt die ganze Sache noch simpler aus, da jeder der beiden Spieler zeitgleich einen der Affen steuern darf. Sobald ein Affe den Geist aufgibt, darf der jeweilige Spieler einen Luftballon verschwenden und sofort wieder am Spiel teilnehmen.

Affengeil, aber verbesserungswürdig

Während der Spieler, welcher Diddy Kong kontrolliert wohl keine großen Probleme bekommt, fühlt sich der Donkey-Kong-Spieler verschaukelt. Die Retro Studios hätten sich hierbei deutlich mehr Mühe geben müssen. So fühlt sich Diddy Kong deutlich wendiger an und besitzt gegenüber Donkey Kong klare Vorteile. Fair ist das nur, wenn sich beide Spieler regelmäßig abwechseln. Wir fragen uns, wo die muskulösen Gegner geblieben sind, die in den ersten Teilen nur Donkey und Kiddy Kong erledigen konnten. Die Einführung solcher Feinde hätte das Abenteuer im Kooperationsmodus zumindest anspruchsvoller erscheinen lassen. Übersehen kann man die Kritikpunkte an Donkey Kong Country Returns nicht, doch erhält man auch so ein geniales Jump ’n’ Run, welches derzeit meilenweit nach Konkurrenz sucht. Nach dem Durchspielen motiviert das Spiel noch lange mit der Suche nach weiteren und sehr gut versteckten Puzzle-Teilen und dem Aufstellen neuer Rekorde, denn sobald wir einmal einen Level beendet haben, dürfen wir anschließend auch gegen die Zeit antreten. Der neueste Teil spielt sich fast so gut wie die Super-Nintendo-Vorgänger. Im direkten Vergleich unter Berücksichtigung des Altersunterschieds zieht die neue Episode aber klar den Kürzeren.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Als ich im letzten Sommer die E3-Pressekonferenz von Nintendo am heimischen Rechner verfolgen durfte, war ich nahezu sprachlos als plötzlich ein neues Donkey Kong Country angekündigt wurde. Die Hoffnung hatte ich bereits vor Jahren aufgegeben, denn nur Rare konnte meiner Meinung nach einen wirklich guten Hit aus dem Franchise zaubern. Das Anspielen auf der Gamescom blieb mir noch sehr gut in Erinnerung und nachdem ich den Titel mittlerweile durchgespielt habe, verspüre ich immer noch den Drang die restlichen Geheimnisse der tropischen Insel zu lüften. Obwohl ich die Levels sehr gründlich absuche, habe ich doch nur selten alle Puzzle-Teile gefunden. Das sind solche die Momente, die mir in Erinnerung bleiben werden. Das bestätigt meine Meinung nur, dass die Retro Studios ein sehr gutes Spiel erschaffen haben, dass ganz gut (aber noch lange nicht perfekt) an die Vorgänger anknüpft. Das Fehlen der Kremlings wird zum Teil wirklich daran liegen, dass einige Spieler die Vorgänger nicht mal mehr kennen. Selbst ein guter Freund von mir dachte bis vor ein paar Tagen noch, dass Donkey Kong Country Returns nur ein simples Remake des Erstlings sei. Obwohl ich in den nächsten Wochen sicherlich noch das eine oder andere Mal auf die Jagd nach den verlorenen Puzzle-Teilen gehe, muss ich aber auch Kritik an dem Spiel äußern. Ich finde die vielen Ideen zwar wirklich durchgehend gut und auch der hohe Schwierigkeitsgrad motiviert mich langfristig, doch hätte man sich beim Raketenfass eine bessere Steuerung überlegen können. Selbst nachdem ich die entsprechenden Spielabschnitte mit Hängen und Würgen eigenständig beendet habe, bin ich mit der Bedienung in diesem Fall nicht warm geworden. Hier hätte man super Spiele wie R-Type und Konsorten kopieren können. Als Fan der Serie ärgere ich mich natürlich über das Fehlen vieler bekannter Charaktere. Sollte es zu einem zweiten Teil kommen, verlange ich hier deutlich größere Artenvielfalt. Dann werde ich auch sicherlich nicht mehr allzu viel zu meckern haben.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Review: Disney Micky Epic

Die berühmteste Maus der Welt gewinnt heutzutage sicherlich keinen Blumentopf mehr, wenn es sich dabei um einen Beliebtheitswettbewerb handelt. Nintendos Klempner Mario und die Pokémon sind in vielerlei Kreisen bekannter als Micky Maus. Obwohl der Maus keine größeren Auftritte mehr vergönnt sind, ist sie noch lange nicht vergessen wie so manch andere Figur des Disney-Universums, welche wir in Disney Mick Epic treffen werden.

Eines Nachts wacht Micky in seinem Bett auf und bemerkt etwas Ungewöhnliches an seinem Wandspiegel. Schnell springt der Mäuserich auf und berührt die glatte Oberfläche, welche nun weiche Wellen schlägt. Micky springt durch das Portal und landet in der Werkstatt eines Zauberers. Dieser ist gerade dabei, ein magisches Reich zu erschaffen. Mit den letzten Pinselstrichen beendet er sein Werk an einer auf dem Tisch stehenden Miniaturwelt. Als er sich in seine Gemächer zurückzieht, betritt Micky das Zimmer und er hat natürlich nichts anderes zu tun, als mit dem Pinsel herumzuspielen. In einem Augenblick der Unachtsamkeit stößt die Maus einen Topf Verdünnerflüssigkeit um, die daraufhin die kleine Miniaturwelt überflutet. In Verbindung mit dem Zauberpinsel wird so ein Monstrum geschaffen, welches Micky Maus mit in die magische Welt zieht. Das Phantom ist entfesselt und eine lange Dunkelheit bricht an.

Farbe und Verdünner

Ein verrückter Wissenschaftler versucht sich als Nächstes am Mäusereich zu vergehen. Mit einer Maschine möchte er versuchen, Micky das Herz heraus zu reißen. Was brutal klingt, wird im Spiel kinderfreundlich mit einer Saugglocke in Szene gesetzt. Ohne die Spannung zu nehmen können wir kurz darauf schon aus dem Gemäuer fliehen. Ein Kobold erklärt uns in den folgenden Spielstunden stets, um welche Aufgaben wir uns kümmern müssen. Als erstes führt er uns allerdings in die zu gleich einfache und innovative Steuerung des Spiels ein. Der magische Pinsel verfügt mittlerweile über die Kraft, Farbe oder Verdünnerflüssigkeit auf Knopfdruck zu versprühen. Richten wir die Wii Remote mittels Pointer-Funktion auf speziell dafür vorgesehene Objekte und verschießen Verdünnerflüssigkeit, so verschwindet dieses Objekt zunächst aus unserem Sichtfeld. Auf diesem Wege können neue Wege, versteckte Nischen oder Gegner verlangsamt werden. Möchten wir das Objekt wieder erscheinen lassen, reicht ein Schuss Farbe aus.

Freund oder Feind?

Im gesamten Spielverlauf müssen wir beide Spielelemente immer mal wieder miteinander kombinieren. Befindet sich ein gesuchter Gegenstand beispielsweise in einem mit Farbschicht überzogenen Loch, müssen wir die bunte Abdeckung zunächst entfernen. Nachdem wir das Item aus dem Versteck geborgen haben, können wir das Loch wieder abdecken und können es anschließend passieren, um zu anderen Gebieten vordringen zu können. Farbe und auch der Verdünner haben bei den Gegnern unterschiedliche Wirkungen. Während wir mit der Farbe unsere Feinde so lange blau anmalen können, bis sie uns freundlich gesinnt sind, können wir die Gegner mit Verdünner zunächst verlangsamen, bis sie sich womöglich ganz auflösen. Die Ergebnisse unserer Arbeit spiegeln sich im späteren Spielverlauf wieder. Sobald wir einen der mehr oder weniger gefährlichen Bossgegner bezwungen haben, erweitert sich unsere Farb- oder Verdünnerkapazität. Je mehr wir eine dieser beiden Flüssigkeiten verwenden, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir diese nach einem Bosskampf automatisch steigern können.

Oswald, das wütende Kaninchen

Unsere Reise führt uns dabei immer tiefer in das so genannte Wasteland hinein, das Micky Maus mit der Verdünnerflüssigkeit verwüstet hat. Das Wasteland wird im Übrigen von einem alten Bekannten beherrscht, nämlich von Oswald dem glücklichen Kaninchen. Doch kaum jemand erinnert sich an diese Comicfigur aus dem Hause Disney, selbst der Mäuserich hat ihn aus dem Gedächtnis gestrichen. Wir erinnern uns: Bevor Micky Maus das Licht der bunten Comicwelt erblickte, erschuf Walt Disney das Kaninchen Oswald. Irgendwann geschah es, dass Micky Maus dem Kaninchen den Rang abgelaufen hat. Wir können uns also sehr gut vorstellen, dass Oswald nicht gerade rosig auf Micky zu sprechen ist. Doch bis wir erstmals mit dem Herrscher des Wastelands richtig konfrontiert werden, vergehen einige Spielstunden. Oswald ist allerdings nicht die einzige vergessene Disney-Figur im Wasteland. So treffen wir auch auf einen ausgeflippten Captain Hook oder einen mürrischen Kater Karlo. Um zu den einzelnen Spielabschnitten zu kommen, bedienen sich die Entwickler eines genialen Kniffs.

Wie in einem Cartoon

Um von der Mean Street, dem Haupthandlungsort des Spiels, zu einem anderen wichtigen Punkt in der Spielwelt zu gelangen, müssen wir jedes Mal in eine Projektorleinwand springen. Was in der Theorie ähnlich nach den Gemälden aus Super Mario 64 klingt, spielt sich in der Praxis ganz anders ab. Sobald wir in die Projektorleinwand gesprungen sind, öffnet sich uns ein ganz neuer Spielabschnitt. In recht kurzen und höchstens fünf Minuten andauernden Levels, welche bekannten (oder vergessenen) Disney-Cartoons nachempfunden sind, heißt es in traditioneller 2D-Jump-’n’-Run-Manier bis zum Ziel zu gelangen. Das authentische Setting wird ausnahmslos mit passender Musikuntermalung sehr gut in Szene gesetzt. Wer einmal die Cartoonklassiker Plutopia oder Steamboat Willy nachspielen wollte, hat jetzt eine einfache Möglichkeit gefunden. In den einzelnen Projektorleinwand-Levels gibt es jeweils exakt eine Filmrolle zu finden. Diese dürfen später beim Kinobesitzer auf der Mean Street gegen interessante Extras eingetauscht werden – unter anderem befinden sich zwei Cartoonklassiker auf der Wii-Disc, die sich so freischalten lassen. Lebensenergieerweiterungen sind ebenfalls in diversen Läden zu erwerben.

Dürftige Nebenaufgaben

Es dürfen aber auch noch andere (für den Spielverlauf nicht relevante) Gegenstände gesammelt werden. Die so genannten Anstecker sollen ausdrücken, wie groß die eigene Leidenschaft für Disney ist. Um wirklich alle Anstecker zu finden, müssen viele Geheimverstecke ausfindig gemacht und sehr viele Nebenaufgaben erfüllt werden. Diese sind allerdings alles andere als gut in das Spiel eingebaut. Mehr als Sammelaufgaben diverser Objekte oder die Auslieferung dieser an eine andere Spielfigur konnten wir während der Testphase nicht ausmachen. Das ist spätestens seit Animal Crossing langweilig und hätte Entwicklerlegende Warren Spector nicht passieren dürfen. Ein weiterer herber Kritikpunkt ist die Kameraführung. Die Kamera muss immer eigenständig nachjustiert werden und oftmals landen wir an einer spielwichtigen Ecke der Welt und können die Kamera überhaupt nicht bewegen. In einem dreidimensionalen Jump ’n’ Run ist das fatal, denn ungewollte Spieltode stehen somit auf der Tagesordnung. Diese sind im Übrigen schwach in Szene gesetzt, sobald Micky keine Energiepunkte mehr zur Verfügung stehen, lädt das Spiel einfach vom letzten Checkpoint nach. Die sogenannten E-Tickets, welche die Währung im Spiel darstellen bleiben gespeichert, doch wichtige Objekte wie Diamanten oder Ähnliches muss meistens wieder zusammengesucht werden. Schwach.

Gut, aber nicht gut genug

Obwohl die meisten Rätsel innovativ ausfallen, wiederholen sie sich in ihren Grundzügen zu oft. Was bei Super Mario Sunshine für Begeisterung sorgte, ist auch in Disney Micky Epic zu finden, doch wären facettenreichere Rätsel für den sonst recht gelungenen Spielablauf wünschenswert gewesen. Immerhin kommen in der zweiten Spielhälfte Skizzen mit in das Portfolio des Mäuserichs, die zumindest ein wenig Abwechslung mit in die Spielwelt bringen. Ambosse die auf Gegner fallen oder Fernsehgeräte die kleinere Gegner von uns ablenkt, unterstützten den sonst recht dünnen Humor. Leider gibt es im Spiel nur wenige CGI-Sequenzen zu bestaunen. Anstatt auf vorgerenderte Szenen zu setzen, haben die Entwickler überwiegend dürftig aussehende und komisch wirkende Cartoonfetzen eingebaut. Diese wollen wir bei einem möglichen Nachfolger nicht mehr sehen. Disney-Fans können unserer Meinung nach unbesorgt zuschlagen, doch Fans von Jump ’n’ Runs sollten sich zwei Mal überlegen, ob sie mit den wenigen, dafür umso ärgerlichen Defiziten leben können. Disney Micky Epic ist und bleibt ein guter Wii-Titel, doch der erhoffte Hoffnungsträger ist es für viele Spieler leider nicht geworden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Hätte man mich vor einem Jahr gefragt, ob ich mir dieses Spiel tatsächlich antun möchte, hätte ich diese Frage mit nur einem Wort verneint. Mein Groll gegen Disney ist in der Regel einfach zu groß, denn unnötige Gesangseinlagen in so gut wie jedem Disney-Film vermiesen mir meistens den Spaß. Als der Veröffentlichungstermin immer näher rückte, habe ich mich dennoch dafür entschieden, dem Titel zumindest eine Chance zu geben und dafür wurde ich auch nicht enttäuscht. Während die dreidimensionalen Passagen aufgrund diverser Kameraprobleme und großen Schwächen bei den Nebenaufgaben dürftig ausfallen, stören mich zusätzlich die gelegentlich auftauchenden Störungen bei der Pointer-Funktion. Auch kurzen Szenen in Spielgrafik würde ich den seltsam wirkenden Cartoon-Szenen vorziehen, so sehr reißen sie mich aus der Atmosphäre des Spiels. Beispielsweise habe ich mich vor einigen Tagen mit einem Redakteur einer Nintendo-Fanseite unterhalten. Er kann anscheinend über die Defizite hinwegsehen und drückt dem Spiel seinen persönlichen Spector-Bonus auf. Aber kann man einen so rumreichen Entwickler für diese Fehltritte loben? Diese Frage stelle ich mir nicht, denn für mich ist ein Spiel in erster Linie ein Spiel. Und diesen Titel vergleiche ich erst nach dem Durchspielen mit den potentiellen Möglichkeiten des Entwicklers. Warren Spector hätte durchaus mehr aus Disney Micky Epic machen können, wenn ich mich nur an die genialen Konzeptzeichnungen bei Ankündigung des Spiels zurückdenke. Vielleicht fand Disney diese Zeichnungen zu übertrieben und wollte den Titel familientauglicher machen. Vorzustellen wäre es allemal. Abschließend möchte ich aber sagen, dass ich trotzdem meinen Spaß in den vierzehn Spielstunden hatte. Auch wenn das Ende bei jedem Spielertyp wohl unterschiedlich ausfallen wird, werde ich alternative Lösungsmöglichkeiten so schnell nicht ausprobieren. Für mich gibt es einfach bessere Jump-’n’-Run-Alternativen.

Vielen Dank an Disney Interactive für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Review: Windows Phone 7 / HTC 7 Mozart

Vor einigen Jahren stieg Apple mit dem iPhone in den Markt der Mobiltelefongeräte ein. Wie bereits der iPod war auch das neue Gerät sehr schnell beliebt. Mit dem Windows Phone 7 kommt aus dem Hause Microsoft ein ernstzunehmender Konkurrent auf den Markt, welcher neue Käuferschichten erschließen möchte.

In erster Linie ist Microsoft allerdings nur an der Entwicklung des Betriebssystems beteiligt. Dieses ist beim Kauf eines der von unterschiedlichen Herstellern kommenden Mobiltelefone bereits vorinstalliert. In unserem Testbericht möchten wir uns am Modell HTC 7 Mozart aus dem gleichnamigen Hause orientieren. Schnell ist das Windows Phone 7 betriebsbereit. Ist die SIM-Karte in den passenden Slot gesteckt und der Akku aufgeladen, dürfen wir die ersten Einstellungen vornehmen. Darunter fallen kleinere Nebensächlichkeiten, wie das Auswählen unserer Zeitzone. Unter anderem dürfen wir uns auch direkt mit Windows Live verbinden, sofern wir bereits über Zugangsdaten zu dem Dienst aus dem Hause Microsoft verfügen.

Kachelmann

Die aufgeräumte Benutzeroberfläche fällt uns als allererstes auf. Das strukturierte Hauptmenü ist einfach zu bedienen, da jede Applikation in einer viereckigen, blauen Kachel dargestellt wird. Die Anwendungen in Kachelform können jederzeit und beliebig miteinander getauscht werden. Unbenötigte Applikationen werden auf das Abstellgleis geschoben und können dort auf Wunsch wieder zurück auf die Startseite des Menüs geschoben werden. Telefonieren und das Versenden von Kurzmitteilungen und multimedialen Inhalten geht einfach von der Hand. Unter dem Menüpunkt Kontakte können wir Freunde und Bekannte aus Facebook und Twitter in unser Adressbuch hinzufügen oder verwalten. Ein gehaltvolleren Index mit allen wichtigen Inhalten wie Telfonnummern, E-Mail-Adressen und stets aktuellen Neuigkeiten haben wir bis Dato noch nicht erlebt. Das Programm Microsoft Outlook ist im System bereits inbegriffen. Sobald uns wichtige Informationen per E-Mail mitgeteilt werden, ist die zu lesende E-Mail nur zwei, drei Menüpunkte weiter zu finden.

Unterhaltung für unterwegs


Die mobile Version des Internet Explorers tut ihr Übriges, um uns die Wartezeiten auf Bus und Bahn zu verkürzen. Internetseiten werden meistens schnell geladen und in einigen Fällen werden uns auch mobile Fassungen der jeweiligen Website vorgeführt. Beim Videoclipportal Youtube erhalten wir sogar eine Applikation die es uns ermöglicht, aus dem Menü heraus auf die Website zu zugreifen. Im Test bemerken wir, dass Videos langsamer laden als wir es von einem PC gewohnt sind. Einen Menüpunkt zur Anpassung der Qualitätsstufe haben wir in der Applikation vermisst. In seltenen Fällen stellt sich die Qualität allerdings automatisch auf eine niedrigere Stufe um, doch der Grund dafür ist uns schleierhaft. Hierbei besteht derzeit noch Nachbesserungsbedarf. Möchten wir uns unterwegs längere Filme genießen, dürfen wir auch einen Film von unserem PC auf den ungefähr fünfzehn Gigabyte-großen Speicher des HTC 7 Mozart transferieren. Für unterwegs ist der zur Verfügung stehende Speicherplatz absolut ausreichen, doch leider müssen wir uns hier eines notwendigen Übels bedienen.

Notwendiger Schnickschnack

Das Problem hört auf den Namen Zune und ist sozusagen das Datenverwaltungsprogramm am PC, damit wir überhaupt Musik- und Videodaten auf unserem Windows Phone 7 abspielen dürfen. Schnell ist das Programm installiert, doch braucht es seine Zeit, bis wir uns in den nicht gerade benutzerfreundlichen Menüs zu Recht gefunden haben. Der Arbeitsplatz erkennt das Gerät leider nicht automatisch. Wir können zwar nachvollziehen, dass das Video zunächst in ein entsprechendes Format konvertiert werden muss, doch für unsere Musiksammlung ist der Transfer eine Zumutung. Immerhin sind die Audiodateien schnell auf unser Windows Phone 7 übertragen, doch die Umwandlung der Videos nimmt einige Zeit in Anspruch. Je nach Größe der zu konvertierenden Videos kann der Prozess mehrere Stunden andauern. In Zukunft sollten wir voraus denken, wenn eine längere Reise mit dem Windows Phone 7 ansteht. Notfalls können wir uns die Zeit auch mit dem integrierten UKW-Radio vertreiben. Dazu ist es allerdings notwendig, dass wir einen Kopf- oder Ohrhörer anschließen, welcher als Antenne fungiert. Die beiliegenden Ohrhörer überfüllen ihren Zweck, doch gibt es auf dem Markt bessere Produkte zu erwerben, die das Hörvergnügen angenehmer gestalten.

Unausgereifte Multimedia-Dienste

Es besteht weiterhin die Möglichkeit, den kostenpflichtigen Dienst der Telekom in Gebrauch zu nehmen, um beispielsweise ausgewählte Fernsehprogramme unterwegs zu verfolgen. Die Preise dafür sind derzeit im Verhältnis noch unausgeglichen, doch erreichen die Sendungen dafür eine ähnlich gute Qualität wie ein von uns übertragender Film auf das Abspielgerät. Die Tonqualität bleibt dabei je nach Ausgabegerät unverändert gut. Mittels mobilen Adobe Reader haben wir auch die Option Dateien im PDF-Format zu lesen. Während reine Texte sauber und leserlich erscheinen, verweigert die Applikation ihren Dienst beim Lesen des aktuellen NMags. Das beliebte Nintendo-Magazin ist derzeit wohl zu anspruchsvoll für die anscheinend veraltete Version des Adobe Readers. Uns fallen Ähnlichkeiten zum Internet Explorer auf, denn dieser verweigert ebenfalls die Anzeige einiger Medienformate.

Einstieg ins mobile Gaming

Als PC- und Videospieler interessieren wir uns ohnehin mehr für das Xbox Live-Angebot des Windows Phone 7. Eine vorinstallierte Applikation ermöglicht es uns, dass wir uns direkt mit unserem Xbox Live-Account verbinden können und den Marktplatz unsicher machen dürfen. Nachfolgend haben wir sofortigen Zugriff auf Spiele-Downloads, eine Umgestaltung unseres Avatars und unsere Achievements, die wir in Xbox 360-Spielen bereits erspielt haben. Mittlerweile ist der Marktplatz mit vielen interessanten Angeboten gefüllt, welches in den kommenden Wochen und Monaten aber stetig erweitert wird. Grafisch aufwendige Spiele finden wir genauso wie innovative Spielideen unterschiedlichster Spielentwickler. Die Bedienung unserer drei Testspiele lässt derzeit aber einen faden Beigeschmack. Tetris wartet mit komplizierten Steuerungsmanövern auf, die spätestens bei einem hohen Spieltempo mehr als dürftig ausfällt. Grund dafür ist, dass wir die Steine mittels Touchscreen bewegen müssen und gegebenenfalls zeitweise keinen Überblick auf das Display haben, da unsere Finger dieses möglicherweise verdecken.

Marktplatzbummeln

Besser funktioniert da schon Need For Speed: Undercover. Um unseren Wagen zu steuern, müssen wir das Mobiltelefon einfach wie ein Lenkrad halten und in die jeweilige Richtung ziehen, um rechtzeitig die Kurve zu bekommen. Nahezu perfekt funktioniert das mittlerweile bereits zum Allzeit-Klassiker avancierte Puzzle-Spiel Bejeweled LIVE. Das Spielprinzip ist simpel und genial zu gleich. Juwelen müssen schachbrettartig ausgetauscht werden, damit sie mindestens eine Drei-Juwelen-Kette ergeben. Außerdem hat es bereits ein Ableger der Guitar Hero-Reihe ins Download-Portal geschafft. Wir empfehlen aber auch hier erneut die große Konsolenfassung, da diese wesentlich besser und authentischer zu spielen ist. Doch egal für welches Spiel wir uns entscheiden, die Preise variieren nicht sonderlich stark. In vielen Fällen zahlen wir zwischen drei und acht Euro für den Download. Bei fast jedem Spiel dürfen wir uns auch eine Demoversion herunterladen. So sind Fehlkäufe definitiv eine Seltenheit.

It loves to entertain you!

Derzeit befindet sich das Windows Phone 7 noch in den Kinderschuhen, doch es lernt schnell wie wir an den zahlreichen Applikationen erkennen können. Wir haben auf Wunsch stets unsere Aktien im Überblick, nutzen das Windows Phone 7 als Navigationsgerät, suchen in einer speziellen eBay-Applikation nach alten Spieleklassikern oder verbinden uns mit sozialen Netzwerken. Nur wenige Funktionen, wie die Unterstützung der Programme Skype oder ICQ fehlen uns derzeit noch. Wir sind uns sicher, dass sich das Windows Phone 7 in den nächsten Wochen und Monaten stetig weiterentwickeln wird und mit dem einen oder anderen Angebot überraschen wird. Aller Anfang ist schwer, doch wenn wir als Nutzer schnell in ein neues Programm (ohne große Vorkenntnisse) automatisch eingearbeitet werden können, dann hat Microsoft sein Ziel erreicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf dem HTC 7 Mozart): Sechs Wochen lang hatte ich die Möglichkeit das Windows Phone 7 auf Herz und Nieren intensiv zu testen. Noch nie habe ich auf einem Handy eine dermaßen angenehme Benutzeroberfläche erlebt, die ich in Zukunft nicht mehr missen möchte. Viele Applikationen fühlen sich derzeit noch nicht reif an, doch trotzdem verrichten sie mit den vorhandenen Mitteln ihren Dienst. Es ist durchaus angenehm, abends auf dem Sofa zu liegen, seine TV-Serien zu genießen und in den Werbepausen mal eben die Neuigkeiten auf Facebook zu überprüfen. Unterwegs erfreue ich mich besonders am UKW-Radio und der Möglichkeit, jederzeit und überall E-Mails zu überprüfen. Lange Bus- und Bahnfahrten gehören mit der integrierten Videowiedergabefunktion der Vergangenheit an. Allerdings bin ich von Zune enttäuscht. Hier sollte Microsoft auf jeden Fall noch nachbessern, denn auch nach langer Einarbeitungszeit komme ich Wochen später noch nicht gänzlich perfekt mit dem Programm klar. Im Vorfeld habe ich mich sehr über die Spiele-Möglichkeit gefreut, doch irgendwie lassen mich diese im Vergleich zum Gesamtbild völlig kalt. In einigen Wochen möchte ich auf jeden Fall noch einmal einen Blick auf das Windows Phone 7 werfen, um hoffentlich viele neue Applikationen und Verbesserungen vorzufinden. Wer sich ein derzeit relativ teures Gerät leisten kann, darf das Geld in einen Vertrag bei der Deutschen Telekom gerne investieren.

Vielen Dank an die Deutsche Telekom für die freundliche Bereitstellung des HTC 7 Mozart.

Gewinnspiel (01. – 10.12.2010)

Vor mehr als zwei Wochen vermeldete das NextGen-Forum die stolze Anzahl von sage und schreibe einhundert registrierten Benutzern. Die familiäre Community erreichte dieses Ziel in knappen neun Monaten und dennoch sind wir weiterhin auf der Suche nach neuen Gesichtern. In Zusammenarbeit mit Disney Interactive, Kazé, Nintendo, Sony, Warner Bros. Interactive und Zuxxez verlosen wir viele tolle Preise. Zu gewinnen gibt es folgende Artikel:

Das Gewinnspiel findet vom ersten bis zum zehnten Dezember 2010 statt. Für die Teilnahme am Gewinnspiel ist ein aktiver Account im NextGen-Forum zwingend erforderlich. Falls ihr noch kein Mitglied im NextGen-Forum seid, erstellt bitte zum zehnten Dezember 2010 einen Account. Um an der Verlosung teilzunehmen, müsst ihr bis zum zehnten Dezember mindest zehn (sinnvolle) Posts im Forum verfasst haben. Nach Ablauf des Gewinnspiels entscheidet das Los, welche dieser Mitglieder einen der tollen Preise gewonnen haben.

Teilnahmeberechtigt sind alle Mitglieder, welche das achtzehnte Lebensjahr vor Erreichen der 10-Postmarke erreicht haben. Bei minderjährigen Teilnehmern setzen wir das Einverständnis ihrer Eltern voraus. Es ist nicht möglich, mehr als einen Preis zu gewinnen. Gameplay Gamers-Mitarbeiter und deren Gewinnspielpartner sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Gewinner werden schriftlich per E-Mail benachrichtigt. Aus Datenschutzgründen werden die Gewinner nicht namentlich auf Gameplay Gamers oder im NextGen-Forum genannt. Eine Bestätigung des Gewinns muss innerhalb von 48 Stunden erfolgen, ansonsten verfällt der Anspruch auf diesen. Die Gewinner müssen damit einverstanden sein, dass ihre Adressdaten gegebenenfalls zur einmaligen Verwendung an unsere Gewinnspielpartner weitergegeben werden. Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich. Teilnahme ist nur innerhalb von Deutschland und Österreich möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Umfrage-Ergebnis: Die Mischung macht’s!

Am achtzehnten Oktober befragten wir euch, wie sich Gameplay Gamers in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln solle. Ein kleiner Prozentsatz von nur elf Prozent wünschte sich die täglichen News zurück. Wir hoffen, dass dieser Wunsch besonders im letzten Monat erfüllt werden konnte. Weitere elf Prozent wünschten sich mehr Reviews und Previews. Auch hier konnten wir in den letzten beiden Monaten ein wenig aufholen. Ganze 22% möchten mehr Video-Beiträge auf unserer Seite sehen. Der überwiegenden Mehrheit von 56% ist eine ausgewogene Mischung wichtig. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern der Umfrage und versprechen in Zukunft ein ausgeglichenes Angebot zu etablieren. Für das kommende Jahr haben wir auch schon ein paar Ideen, welche wir gerne umsetzen möchten. Seid gespannt!

Umfrage-Ergebnis: Die Retro-Spiele kommen!

Bereits am achtzehnten September haben wir euch gefragt, ob ihr es begrüßen würdet, auch Berichte über Retro-Spiele auf unserer Internetpräsenz zu entdecken. Magere sechs Prozent unserer Leserschaft sind ausschließlich an neuen Titeln interessiert, während weitere zwölf Prozent unentschlossen sind, da sie sich mit der Materie nicht auskennen. Erstaunliche 82% unserer Leser möchten in Zukunft Berichte über Retro-Spiele auf Gameplay Gamers sehen. Diesen Wunsch gehen wir sehr gerne nach und werden in den nächsten Wochen die ersten Artikel von längst vergangenen Spieletagen veröffentlichen. Wenn ihr an bestimmten Titeln interessiert seid, nutzt bitte unsere Kommentarfunktion. Nach Möglichkeit möchten wir die gewünschten Themen gerne bevorzugt behandeln. Vielen Dank an alle Umfrage-Teilnehmer!

News: Wird Mass Effect 3 bald enthüllt?

Vor kurzem zeigte Entwickler Bioware neben einem Screenshot auch einen Teaser zu einem bisher nicht genau definierten Spiel. Am elften Dezember will man das Spiel publik machen, doch die russische Niederlassung von Sony hat dem Konzern wohl einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auf der Twitter-Seite des Unternehmens habe man der Öffentlichkeit bereits mitgeteilt, dass es sich bei dem Spiel um Mass Effect 3 handeln soll. Mittlerweile ist die von der Redaktion der Zeitschrift GamePro genannte Quelle nicht mehr erreichbar. Falls es sich beim ominösen Titel tatsächlich um Mass Effect 3 handeln wird, sind immer noch die Plattformen unklar, auf denen der Titel erscheinen wird. Nachdem Mass Effect 2 wohl auch noch auf der PlayStation 3 erscheinen wird, scheint diese Konsole so gut wie sicher. Wir rechnen stark damit, dass der Titel wie gewohnt auf dem PC und der Xbox 360 erscheinen wird.

Erics Meinung: Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es sich bei diesem Titel tatsächlich um Mass Effect 3 handeln wird. Sonst könnte ich mir auch nicht erklären, warum Sony die Seite wieder vom Netz genommen hat. Obwohl mich derzeit eher noch die ersten beiden Teile der Reihe reizen, bin ich dennoch schon sehr gespannt. Mal sehen, ob Mass Effect 3 in der Mitte des nächsten Monats angekündigt wird.

News: Prognose über den Release von GTA V

Am 31. Juli 2010 berichteten wir darüber, dass der nächste Teil der Grand Theft Auto-Reihe möglicherweise in Hollywood spielen wird. Bis dato hat sich Rockstar Games dazu noch nicht geäußert. Jetzt berichtet die GameStar auf ihrer Internetseite darüber, dass der Analyst Mike Hickey behauptet, Grand Theft Auto V könne im Geschäftsjahr 2012 erscheinen. Dieses beginnt am ersten April 2012 und endet bekanntlich am 31. März 2013. Wie seine Prognose zustande kommt, ist nicht ersichtlich. Ebenfalls unklar sind die Plattformen, für die GTA V wohl erscheinen wird. Wir gehen davon aus, dass man für den nächsten Teil wohl weiterhin auf Xbox 360, PlayStation 3 und den PC setzen wird.

Erics Meinung: In meinen Augen könnte der Herr mit seinen Vermutungen recht haben, doch ich würde auch das Jahr 2011 nicht außer Acht lassen. Es wäre durchaus möglich, dass der Titel auf der nächsten E3 angekündigt werden und pünktlich zum Weihnachtsgeschäft im Laden stehen könnte. Viel wichtiger für mich wäre aber nach wie vor der Schauplatz des neuen Spiels. Über Nachbauten von London und Tokyo würde ich mich tatsächlich am meisten freuen. Vor allem letzteres wäre wohl leider sehr unwahrscheinlich.

News: Mit 1.21 Gigawatt zurück in die Zukunft

Vor kurzem wurden die ersten Screenshots zum kommenden Adventure basierend auf der beliebten Filmreihe Zurück in die Zukunft veröffentlicht. Die Redaktion der Zeitschrift GameStar schreibt zudem, dass das Spiel nach dem Ende der Filmtrilogie angesiedelt sein soll. Doc Brown soll in einer anderen Zeit gefangen sein und Marty darf ihn wieder einmal retten. Außerdem soll dabei der berühmte DeLorean erneut zum Einsatz kommen, obwohl dieser bekanntlich am Ende des dritten Teils zerstört wurde. Im nächsten Monat soll bereits die erste Episode des Spiels erscheinen.

Erics Meinung: Obwohl die Comicgrafik nicht jedermanns Sache sein wird, kann ich mich mit ihr sehr gut anfreunden. Bleibt abzuwarten, wie das Spiel in Bewegung aussehen wird. Allerdings würde ich doch jetzt schon zu gerne wissen, wie die Entwickler die Zerstörung des DeLorean am Ende des dritten Teils erklären möchten, wenn dieser nun wieder auftauchen soll. Vermutlich wird es sich dabei einfach nur um ein Paradoxon handeln.

News: Das Sternentor schließt sich

Die Redaktion der Zeitschrift GameStar berichtet auf ihrer Homepage, dass die Server des Ego-Shooter Stargate Resistance am fünfzehnten Januar nächsten Jahres abgeschaltet werden sollen. Entwicklerstudio Cheyenne Mountain gab bekannt, dass die Lizenz für Stargate abgelaufen sei. Damit könne aber auch bereits inoffiziell bestätigt sein, dass das kommende Online-Rollenspiel Stargate Worlds wohl niemals das Licht der Welt erblicken wird.

Erics Meinung: Das ist wirklich schade. Gerade jetzt wo ich alle Episoden von Stargate Kommando: SG-1 hinter mich gebracht hatte, wollte ich den Titel zumindest ausprobieren. Da ich nun über das Schicksal der Server bescheid weiß, reizt mich eine Reise durch das Sternentor nun nicht mehr. Viel bestürzender finde ich die Nachricht, dass Stargate Worlds nun endgültig Vergangenheit sein wird. Ich hoffe sehr, dass ein anderes Entwicklerstudio die Arbeit von Cheyenne Mountain fortführen wird.