Special: Nintendo auf der E3 2012

Obwohl sich die Neuankündigungen des japanischen Traditionsunternehmen in diesem Jahr doch eher in Grenzen gehalten haben, hat Nintendo trotzdem mehrere Shows und Events ausgerichtet, in denen die wenigen Eigenproduktionen vorgestellt werden sollten.

Obwohl Nintendo die letzte der großen Pressekonferenzen ausgerichtet hat, hat das Kyōter Unternehmen mit der Präsentation der neuen Hardware Wii U bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag begonnen. Zu diesem Zeitpunkt veröffentlichte der Konsolenhersteller eine neue Ausgabe von Nintendo Direct. In diesem Format werden von Satoru Iwata und auch von anderen wichtigen Personen des Unternehmens zum einen neue Spiele vorgestellt, bis dato unbekannte Features erläutert und, wie in diesem Falle, Informationen über eine neue Konsole preisgegeben. Live aus Kyōto stellte er um punkt 0 Uhr europäischer Uhrzeit die Wii U den Zuschauern vor, doch zunächst geht er auf die Technologien unserer Zeit ein. Obwohl diese unseren Lebensstandard verbessern und gewisse Vorgänge vereinfacht werden, gehen sie oft leider in die Richtung, dass Familien sich untereinander möglicherweise entfremden. Hinter seiner Vision, die Nintendo spätestens seit der Veröffentlichung des Nintendo DS verfolgt, hat sich dies von Seiten Nintendo aus stark geändert. Mit einigen Hinweisen auf den späteren Teil der Präsentation stellte er nun das Wii U GamePad vor. Man hat sich für diesen Namen entschieden, da der Begriff Gamepad von Spielern erfunden wurde, als Controller wie der Nintendo-Entertainment-System-Controller die Videospielwelt revolutionierten.

Positive Veränderungen

Eigentlich sollte das Wii U GamePad, ähnlich wie der Nintendo 3DS, zwei Schiebepads als Bewegungskontrolleinheiten erhalten. Nach der negativen Kritik seitens einiger Spieler habe man sich wohl dafür entschieden, statt zweier Schiebepads zwei richtige Sticks einzubauen, die sich nun ähnlich wie bei der Xbox 360 und der PlayStation 3 auch hineindrücken lassen, um noch mehr Steuerungsmöglichkeiten anzubieten. Die Position des Steuerkreuzes und der Aktionstasten hat sich mittlerweile ebenfalls geändert. Diese befinden sich nun noch näher in der Mitte des Geräts, um einen angenehmeren Griff zu garantieren. Außerdem befindet sich nun ein NFC Reader / Writer auf dem Wii U GamePad. Darauf sollen sich später wohl separat erhältliche Figuren oder Karten dauerhaft positionieren lassen, um darauf gespeicherte Daten abzulesen. Da Activision mit Skylanders: Spyro’s Adventure im letzten Jahr mit einem recht ähnlichen System große Erfolge verbuchen konnte, gehen wir davon aus, dass Nintendo durch den Einbau des NFC Reader / Writer ebenfalls bei den Kunden Interesse wecken wird. Die Konsole an sich soll übrigens mittels der lange bekannten Wii-Fernbedienungen eingeschaltet werden, doch das Wii U GamePad lässt sich auch ohne Konsole nutzen. Laut Iwata wird die Steuerungseinheit so zu einer unabhängigen TV-Infrarot-Fernbedienung.

Drahtloses Vergnügen

Während der Nintendo 3DS und auch der Nintendo DS schon lange über zwei Bildschirme verfügen, fehle dieser Aspekt bei den stationären Konsolen. Durch den Touchscreen des Wii U GamePads bricht Nintendo in diese Richtung vor oder eher gesagt voraus – wir gehen sehr davon aus, dass dieses Konzept auch bei den künftigen Konsolenablegern von Microsoft und Sony Anklang finden wird. Bleibt nur zu hoffen, dass der Wii U das Schicksal erspart bleiben wird, welches einst die Sega Dreamcast ertragen musste. Bereits auf Segas betagter Konsole war es möglich, ohne die Konsole ein paar weniger gut animierte Minispiele zu zocken, doch bei der Wii U wird es bei einigen Titeln möglich sein, Spiele auf das GamePad zu streamen und gemütlich vom Esstisch aus weiter zu zocken, wenn ein anderes Familienmitglied ein wichtiges Fernsehereignis verfolgen möchte. Wir hoffen sehr, dass nicht wenige Spiele dieses Feature unterstützen werden. Auch die eine oder andere Applikation würde sich so sehr gut machen, beispielsweise das angekündigte Miiverse, auf welches wir später genauer eingehen werden. Um Hardcore-Spielern noch einen weiteren Kaufgrund für die neue Konsole zu offerieren, stellte Iwata zudem noch den Wii U Pro Controller vor. Dieser bietet alle Knöpfe des bereits bekannten Classic Controllers, wird aber vollkommen drahtlos bedienbar und so auch aufladbar sein – zumindest lässt der USB-Anschluss darauf schließen.

Gemeinsam alleine

Die Position der Knöpfe hat einige wenige Spieler bereits fluchen lassen, doch hier sind wir optimistisch. Wenn der Controller gut in der Hand liegt, dürfen uns die Positionen der beiden Sticks egal sein. Wie Iwata richtig erkennt, fragen sich sicherlich einige von euch, ob die Wii U jetzt eine Weiterentwicklung der Vorgängerkonsole oder etwas völlig neues sei. Er ist der Meinung, dass die Wii U eine Mischung aus beidem ist. Damit liegt er unserer Meinung auch gar nicht so falsch, denn zum einen wird die Wii U die bisherige Wii-Software und auch die dazu gehörige Peripherie unterstützen und zum anderen wird die Konsole durch das eben angesprochene Miiverse zu einer völlig neuen Erfahrung für Nintendo-Jünger. Das Miiverse ist eine Art Social Network, welches über die Wii U, den Nintendo 3DS und anderen mobilen Geräten abgerufen werden kann. Versagen wir an einer Stelle eines bestimmten Spiels, dürfen wir einen Post in diesem Netzwerk veröffentlichen – alle unsere eingetragenen Freunde sehen diese Nachricht und können uns umgehend kontaktieren und uns Hinweise zum bestehenden Problem geben. Eine nette Idee, die sich so voll und ganz auf die Zielgruppe konzentriert, die sich auch für Videospiele, insbesondere der Wii U, konzentriert. Nachrichten dürfen übrigens entweder getippt oder gezeichnet werden. Ein weiterer Vorteil gegenüber anderen Konsolen. Einsam werden wir uns so sicherlich nicht mehr fühlen, wenn wir alleine spielen wollen.

Doku-so

Miiverse soll übrigens auch direkt in das eine oder andere Spiel integriert werden. Nintendo arbeitet aber noch daran, dass man spoilerfrei spielen kann, weshalb diese Funktion wohl zum Launch der Konsole noch in kaum einem Spiel vorhanden sein dürfte. Iwata teilt uns außerdem mit, dass das Nintendo Network weiter ausgebaut werden wird und sich die Konsolen des Konzerns in Zukunft auch besser miteinander verbinden lassen sollen. Dieses System ist zwar in Anbetracht der PlayStation 3, PlayStation Portable und PlayStation Vita zwar keine Innovation und sicherlich nicht einzigartig, aber der eingeschlagene Weg ist (wie bei Sony) sehr wohl richtig. Eines ist die Wii U dann aber schon – einzigartig. Als Iwata die angesprochene Ausgabe von Nintendo Direct begonnen hat, hat er sich auf einen hintergründigen Aushang im Aufnahmeraum der Firmenzentrale in Kyōto konzentriert, welches die Zeichen für Doku-so zeigt. Dies bedeutet, dass man etwas einzigartiges schaffen möchte. Wir sind uns genau wie Nintendos Präsident sicher, dass die Wii U etwas einzigartiges geworden ist und sie es auch noch immer sein wird, wenn die Konsole Ende des Jahres endlich erscheinen wird. Auf der Pressekonferenz in Los Angeles hat man sich weniger auf die Hardware der Wii U konzentriert. Viel mehr standen die Spiele im Vordergrund, die auf Nintendos nächster Konsole erscheinen werden. Leider ist es aber so gekommen, dass Nintendo nur ein paar wenige hauseigene Spiele vorstellte.

Pikmin überfallen das Publikum

Die siebzigminütige Präsentation wurde von einem lustigen Video eingeleitet. In Miyamotos Umkleideraum haben sich die Pikmin eingenistet. Als die Entwicklerlegende endlich dazu aufgerufen wird, die Bühne zu betreten, wird das Video beendet und Shigeru Miyamoto betritt tatsächlich die Bühne. Nach ein paar wenigen Späßchen, in dem die Pikmin auf den Schultern und Köpfen der anwesenden Redakteure im Publikum eingeblendet wurden. Direkt wird die Spannung gelegt und die Show aufgelockert, damit die Präsentation zu Pikmin 3, welches seit 2008 angekündigt ist, stattfinden kann. Berauschend sieht es übrigens in Anbetracht der HD-Konsole allerdings nicht aus. Wir hoffen sehr, dass sich hier noch ein wenig in Richtung fotorealistisches Gameplay tun wird, da sich das bei der natürlichen Umgebung von Pikmin 3 einfach anbieten würde. In Pikmin 3 wird es übrigens neue Pikmin-Arten geben, wie etwa die Rock Pikmin. Mit diesen lassen sich dann harte Objekte wie Glasscheiben zerstören. Zudem werden sie wohl auch Brücken bauen können und müssen unter Zeitdruck auch die eine oder andere Challenge absolvieren. Mit einer Trillerpfeife wird schließlich ganz im Zeichen von Pikmin 3 Reggie Fils-Aime auf die Bühne gerufen, der sich dann wie ein violetter Pikmin fühle. Ein wenig Spaß muss sein, doch dann geht es mit Reggie gewohnt souverän weiter.

Entwicklung zur Multimediakonsole

So gab er bekannt, dass die Online-Angebot von Netflix, Youtube oder auch Amazon Video auf der Wii U erhältlich sein werden. Im Gegensatz zur Wii, scheint sich die Wii U zu einer Multimediakonsole zu entwickeln, wenn wohl auch nicht ganz so krass wie es bei der Xbox 360 und gegebenenfalls auch bei der PlayStation 3 der Fall sein dürfte. Im gleichen Atemzug gibt er bekannt, dass Nintendo so viele Angebote in petto hätte, die man in einer Woche nicht alle vorstellen könne – wir dürfen uns also auf viele tolle Ankündigen in den nächsten Tagen, Wochen und auch Monaten freuen. In Anbetracht der regelmäßigen Ausgaben von Nintendo Direct hat man dazu auch direkt die richtige Plattform im Angebot. Wichtig ist auch, dass eine Wii U zwei Wii U GamePads unterstützten wird. Das ist insofern schade, dass es wohl Titel wie The Legend of Zelda: Four Swords Adventures in der alt bekannten Form mit GamePads nicht geben wird. Wii-Fernbedienungen werden aber sehr wohl bis zu einer Anzahl von vier Stück unterstützt werden. Als nächstes stellte Fils-Aime noch ein wenig das Miiverse vor, das Iwata zwei Tage zuvor bereits in der n Ausgabe von Nintendo Direct vom vierten Juni ebenfalls vorgestellt hatte. Die Überleitung des Nintendo-exklusiven Social Network nutzt er, um den weltweit ersten Trailer zu New Super Mario Bros. U einzuspielen. Wohlgemerkt zu einem Titel, der bereits letztes Jahr halbwegs angekündigt wurde.

Bühne frei für die Dritthersteller

Als nächstes ging es mit Drittherstellerspielen weiter. Zunächst trat Martin Tremblay auf die Bühne, seines Zeichens Präsident von Warner Bros. Interactive Entertainment. Er ist auf den Launch der Wii U bereits sehr aufgeregt und möchte die Konsole direkt mit einem bekannten Spiel unterstützen und zwar mit Batman: Arkham City in der Armored Edition. Über das Wii U GamePad soll es in Arkham City nun möglich sein, gewisse Stellen einzuscannen. Wir sind uns nicht sicher, ob das einen Kauf für Besitzer des Spiels rechtfertigt. Das Item-Wechseln ist aber sehr wohl eine Überlegung wert, da dies direkt über den Touchscreen stattfinden wird. Tremblay stellte nach dem dunklen Ritter auch ein weiteres, unter Nintendo-Fans sehr wohl bekanntes Franchise, für die nächste Nintendo-Konsole vor. Mit Scribblenauts Unlimited wird es wieder mal möglich ein, Spielinhalte über die Texteingabe zu erstellen, dazu auch noch zu kombinieren und mit Freunden zu teilen. Wir freuen uns auf die Rückkehr des sehr innovativen Konzepts, welches auf dem DS bereits großen Anklang unter den Spielen fand. Als nächstes tritt Fils-Aime wieder auf die Bühne, um einen Trailer zu anderen kommenden Wii-U-Titeln einspielen zu lassen. Darksiders II, Mass Effect 3, Tank! Tank! Tank!, Tekken Tag Tournament 2, Trine 2: Director’s Cut, Ninja Gaiden 3: Razor’s Edge und auch Aliens Colonial Marines sind nur einige der Titel, die auf der Wii U erscheinen werden.

Fest für die Casual Gamer

Nach diesem Trailer besinnte sich Fils-Aime an alte Tage, wo er das Wii Balance Board der Öffentlichkeit vorgestellt hatte. Mittlerweile haben sich Wii Fit und der Nachfolger Wii Fit Plus millionenfach verkauft. Somit wundert es uns nicht, dass man die Casual Gamer auch auf der Wii U sportlich halten möchte – ein Trailer zu Wii Fit U ist die logische Konsequenz. Mit neuen Ideen, die Fans sicherlich wieder zufrieden stellen werden, wird es inklusive Off TV Play demnächst weitergehen. Unter dem Arbeitstitel SiNG wird Nintendo außerdem endlich versuchen, auf Sonys SingStar zu antworten. Wir sind gespannt, ob das gelingen wird. Um die Nintendo-3DS-Besitzer zufrieden zu stellen, wurde Scott Moffitt für einen kurzen Moment auf die Bühne gerufen. Zunächst machte er auf seine eigene Show aufmerksam, die zwei Tage später online live ausgestrahlt wurde, in dem alle Nintendo-3DS-Titel vorgestellt werden. Um einen kurzen Vorgeschmack zu liefern, stellte er Titel wie New Super Mario Bros. 2, Paper Mario: Sticker Star und Luigi’s Mansion: Dark Moon (einstmals Luigi’s Mansion 2) bereits jetzt kurz vor. Einzelheiten verraten wir euch natürlich später. Abschließend wurde noch ein kurzer Trailer eingespielt, in dem der eine oder andere 3DS-Titel bereits jetzt kurz vorgestellt werden sollte. Castlevania: Lords of Shadow – Mirror of Fate, Disney Micky Epic: Power of Illusion, Scribblenauts Unlimited und Kingdom Hearts 3D: Dream Drop Distance sind nur einige der Titel, die später vorgestellt werden sollten und auf die wir noch eingehen werden.

Namenswechsel

Bereits im letzten Jahr hat Fils-Aime versprochen, dass Lego City: Undercover auf der Wii U erscheinen wird. Jetzt machte er sein Versprechen war und lässt einen Trailer einspielen und zeigt das Klötzchenspiel der Öffentlichkeit. Die vielen witzigen Ideen machen bereits jetzt einen sehr positiven Eindruck. Wir sind gespannt, welches Konzept hinter den witzigen Ideen steckt und was uns alles erwarten wird. Er beruft sich zudem darauf, dass eine einzigartige Umsetzung für den 3DS in Arbeit ist. Nun war es für den französischen Videospielhersteller Ubisoft soweit, Präsenz auf Nintendos Pressekonferenz zu zeigen. Yves Guillemot betrat die Bühne und machte auf das hauseigene Programm aufmerksam. Mit französischem Akzent schwärmte er zunächst von der Wii U. Es beginnt mit der Wii-U-Version von Just Dance 4 – danach ging es weiter mit ZombiU, welches viele von euch sicherlich noch als Killer Freaks from Outer Space kennen. Auf den Namenswechsel wurde darauf aber nur bei der Ubisoft-Pressekonferenz eingegangen. Interessanter ist dabei wohl, dass Fils-Aime mit der Kamera des GamePads umhergespielt hat. Ein weiterer Trailer zu Assassin’s Creed III, Rabbids Land, Your Shape: Fitness Evolved 2013, Rayman Legends und Sports Connection, The Avengers: Battle for Earth wurde eingespielt, um den Ubisoft-Auftritt zu beenden. Danach trat Fils-Aime wieder auf die Bühne, um einen neuen Nintendo-Titel vorzustellen.

Auf in den Freizeitpark

In einer farbenfrohen Bühnenpräsentation stellte Fils-Aime Nintendo Land vor – ein virtueller Freizeitpark für das eigene Wohnzimmer. Dazu tritt Katsuya Eguchi auf die Bühne, um die neue Minispielsammlung vorzustellen. Zwölf Attraktionen aus allen möglichen Franchises von Nintendo werden in Nintendo Land verarbeitet sein, beispielsweise Luigi’s Mansion, The Legend of Zelda, Donkey Kong und Animal Crossing. Das klingt in erster Line spannend, die vorgestellten Minispielchen wirken beim Zusehen allerdings noch nicht wirklich spannend. Hier wird es wohl ähnlich wie bei Wii Play sein, dass man die Titel selbst anspielen muss, um die Faszination dahinter zu verstehen. Wir freuen uns selbstverständlich schon sehr darauf, dass zugleich bekannte und frische Spielprinzip auszuprobieren. Mit einem Trailer und einem weiteren Auftritt von Fils-Aime, in dem er noch bestätigt, dass Nintendo Land ein Launch-Titel der Wii U sein wird, wenn diese Ende des Jahres erscheinen wird. Wer jetzt denkt, dass es zum Abschluss noch einmal richtig spannend wurde, der hat leider falsch gedacht. Wir haben tatsächlich noch auf einen Trailer zu einem kommenden The Legend of Zelda gehofft, doch stattdessen wird einfach nur noch ein Feuerwerk aus Nintendo Land eingespielt. Das ist für uns sehr schade, denn so hat Nintendo zwar die Nase etwas vor den anderen Herstellern, doch ein Alleinstellungsmerkmal fehlt.

Gruselspaß

Gespannter waren wir deshalb auch auf die Präsentation der 3DS-Titel. Überraschend treffen wir hier auf Reggie Fils-Aime wieder, der jedoch das Zepter direkt an Scott Moffitt weiter gibt, den wir ja noch von der Wii-U-Präsentation kennen. Nach ein paar Späßchen heißt er uns alle herzlich willkommen und beginnt mit der Vorstellung neuer Informationen und Titel. Zu erst wird ein Trailer zu Castlevania: Lords of Shadows – Mirror of Fate eingespielt. Etwas, das wir schon seit dem Konami-Event vermutet hatten. Immerhin wissen wir jetzt, dass der Titel im Herbst diesen Jahres erscheinen wird. Dave Cox, Produzent bei Konami, betrat die Bühne und erzählt uns etwas über den Helden Trevor Belmont und auch die Spielwelt, welche zwar dreidimensional aussieht, aber wohl auf zweidimensionalen Bahnen ablaufen wird. Das wird dem Spiel aber sichtlich nicht wehtun, da die DS-Spiele der Reihe ebenfalls ähnlich aufgebaut waren. Zudem verspricht Cox, dass Draculas Schloss einmal mehr riesig ausfallen wird. Nun trat Moffitt wieder auf die Bühne, um Luigi’s Mansion: Dark Moon vorzustellen. Das Spiel verspricht wie der zehn Jahre alte Gamecube-Erstling eine spannende Geisterjagd. Interessant ist allerdings, dass der Titel Ende des Jahres nicht nur über den Einzelhandel, sondern auch über den eShop des Nintendo 3DS angeboten werden wird. Wir sind uns noch nicht sicher, ob das gut gehen wird, zumal die Datenmenge komprimiert werden müsse.

Stickersammlerei

Als nächstes begrüßte Moffitt Entwicklerlegende Warren Spector und seinen Kollegen Peter Ong. Disney Micky Epic: Power of Illusion wird der neue 3DS-Teil aus dem Hause Disney und somit einer der Nachfolger zum Wii-Geheimtipp Disney Micky Epic. Ong erinnert sich daran, dass er jeden Tag Castle of Illusion gespielt habe. Jener Titel hat ihn für den 3DS-Titel inspiriert. Kurz darauf wurde auch der erste Trailer des Spiels enthüllt. Die Grafik des Titels erinnert uns einmal mehr an die gute alte Super-Nintendo-Zeit und die verarbeiteten Elemente scheinen sich ebenso gut in das Spiel einzubinden. Wir freuen uns auf den Titel, wenn er am 18. November des Jahres, zumindest in den Vereinigten Staaten, erscheinen wird. Genauso bunt wird auch Nintendos Werk Paper Mario: Sticker Star, den ersten Teil der Reihe, der auf einem Handheld erscheinen wird. Nate Bihldorff präsentierte uns das Spiel sichtlich erfreut. Die Spielwelt ist endlich wieder im klassischen Pilz-Königreich angesiedelt und die passende Musik trällert dabei zum Geschehen. Die neuen Sticker versprechen neue Abwechslung. Zugleich hoffen wir aber, dass dadurch die bekannten Orden nicht wegfallen. So oder so – Paper Mario: Sticker Star wird mit großer Sicherheit eines der Must-Haves für Nintendos Handheld, auch wenn das bekannte Erfahrungssystem in gewisser Weise umgeworfen wird. Wir können den Release des Titels kaum mehr erwarten, doch auch hier müssen wir bis zum Ende des Jahres gedulden.

3DS-Massenansturm

Als nächstes besinnt man sich wieder auf Disney, denn in Zusammenarbeit mit Square Enix steht hier auch schon der nächste potentielle 3DS-Hit an. In Kingdom Hearts 3D: Dream Drop Distance werden ab dem 31.07.2012, zumindest in den USA, Fans die bekannte Fantasy-Welt des Titels erneut unsicher machen. Moffitt verspricht übrigens, dass schon bald eine Demo im eShop des 3DS erhältlich sein wird, allerdings ohne einen konkreten Termin zu nennen. Genauso bunt geht es mit einem Trailer zur 3DS-Version von Scribblenauts Unlimited weiter, welches wohl von der StreetPass-Funktion profitieren könnte. In einem Trailer werden nun weitere Titel vorgestellt, die in nächster Zeit auf dem Handheld erscheinen werden. Darunter fallen Lego Batman 2: DC Super Heroes, Transformers Prime: The Game, Rabbids Rumble und Heroes of Ruin, wobei der letzte Titel bereits in der nächsten Woche in Europa erscheinen wird. Hier hoffen wir sehr, dass wir euch so bald als möglich ein umfassendes Review bieten können. Nach dieser Reihe an Ankündigungen, besinnt sich Moffitt an eine der wichtigsten Serien des Unternehmens. Die Rede ist selbstverständlich von Pokémon, die erstmals mit Pokémon: Schwarze Edition 2 und Pokémon: Weiße Edition 2 einen direkten Nachfolger erhalten werden. Obwohl sie für den Nintendo DS entwickelt werden, werden sie zudem auch das eine oder andere 3DS-Feature bieten.

Zukünftige Verkäufe

Als nächstes listete Moffitt wieder ein paar Zahlen auf, insbesondere wie der 3DS mit seinen Online-Angeboten genutzt wird. Threediots, eine Art Comedy- und Slapstick-Serie kommt für den 3DS und soll ab sofort über Nintendo Video verfügbar sein. Der Ersteindruck war nicht schlecht und wir sind gespannt, wie sich die Serie auf Nintendos kleinem Handheld schlagen wird, doch zurück zu den Pokémon. Mit Pokémon: Dream Radar und Pokédex 3D Pro werden in diesem Herbst zwei neue Programme im eShop erscheinen. Mit dem Dream Radar soll es möglich sein, spezielle Pokémon auf die Cartridges von den neuen Pokémon-Editionen zu übertragen. Demos zu Spielen sollen in den eShop wandern, darunter auch zu Lego Batman 2: DC Heroes, welches ab sofort erhältlich sein wird. Das Verkaufsangebot, welches wohl auch bei Luigi’s Mansion: Dark Moon zum Einsatz kommen soll, wird ebenfalls beim kommenden New Super Mario Bros. 2 genutzt werden. So wird der Titel zum einen regulär im Handel erscheinen und zum anderen ebenfalls direkt als Download vertrieben werden. Es soll auch möglich sei, bei bestimmten Händlern einen Downloadcode zu beziehen. Immerhin überlässt es Nintendo immer noch den Kunden, wie er ein Spiel erwerben möchte – ohne Exklusivangebote! Nun liegt es wieder an Bihldorff, uns in den neuen Ableger einzuführen, in dem sich übrigens alles um Goldmünzen drehen wird.

K(l)eine Überraschungen

Gezeigt wird uns das erste Level der zweiten Welt. Bisher sieht noch alles ganz normal aus – so wie wir die Super-Mario-Spiele eben kennen. Nun gibt es jedoch eine goldene Feuerblume, die wir aus einem Block befreien können und mit der wir alle Blöcke und Gegner in Münzen verwandeln und selbstverständlich einsammeln dürfen. Wir fragen uns, wie sich das auf das restliche Spielprinzip auswirken wird. Da sind wir noch ein wenig skeptisch. Außerdem wird es nun auch auf dem Handheld möglich sein, gleichzeitig und zu zweit durch die Spielwelt zu hüpfen – ganz im Zeichen des großen Vorbilds auf der Wii. Nun tritt Moffitt wieder auf die Bühne und gibt zudem noch den Release-Termin bekannt. Ab dem 19.08.2012 werden alle Spieler in den USA auf die Münzjagd gehen können. Obwohl Moffitt auch hier beschwichtigt, dass noch viele weitere Titel in Arbeit sind, endet ebenfalls die Pressekonferenz bezüglich der 3DS-Titel nicht überraschend. Alle vorgestellten Titel haben Potential, gar keine Frage, doch wir fragen uns tatsächlich, ob Nintendo in diesem Jahr nicht eher zum Stillstand aufruft, als wirklich neue Titel anzukündigen. Im nächsten Jahr muss uns der japanische Konzern ein Feuerwerk an neuen Spielen präsentieren, dann sieht die Zukunft der Wii U und auch des 3DS rosig aus – und genau so soll es für einen jeden Nintendo-Fan auch sein.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den beiden Pressekonferenzen und der Nintendo-Direct-Ausgabe vom vierten Juni 2012): In jedem Jahr freue ich mich insbesondere auf die Show von Nintendo. Schaut man sich die Pressekonferenz vom letzten und vom vorletzten Jahr an, fällt deutlich auf, dass die diesjährige Präsentation eher zweckmäßig war, um Redakteuren und Fans Präsenz zu zeigen. Bis auf Nintendo Land und neue Informationen zur Wii U gab es für mich keinerlei spektakuläre Ankündigungen, von denen ich zuvor noch nichts wusste. Ich bin zwar froh darüber, dass Nintendo mit Miiverse endlich den richtigen Online-Weg geht, doch mir haben einfach die Ankündigungen von neuen Titeln gefehlt. Es bringt mir nichts zu wissen, was ich mit der Konsole alles machen kann, wenn mir die für eine Konsole wichtigen Spiele fehlen. Nintendo hat es versäumt, Blockbuster wie The Legend of Zelda, Metroid, F-Zero oder Donkey Kong anzukündigen. Ich hoffe sehr, dass sie das über die nächsten Nintendo-Direct-Ausgaben nachholen werden, um den Start der Wii U ordentlich vorzubereiten. 2013 erwarte ich aber, dass Nintendo wieder stärker vertreten sein wird und einen hauseigenen und unaufhaltsamen Spielenachschub für die Wii U vorstellen wird. Sehr gerne in einer spektakuläreren Show, denn diese war für mich in diesem Jahr ungewohnt trocken.

Special: Konami auf der E3 2012

In diesem Jahr möchten wir euch zu jeder Pressekonferenz der Electronic Entertainment Expo ein kleines Special anbieten. Den Anfang machte Konami bereits am ersten Juni, obwohl der Konzern nicht mit einer konventionellen Show auf sich aufmerksam machen wollte.

In einer futuristisch wirkenden und computeranimierten Stadt beginnt die Ankündigungsreihe des japanischen Unternehmens. Mit Lichtstrahlen erscheint Tomoyuki Tsuboi, Präsident der US-amerikanischen Niederlassung und begrüßt die Zuschauer. Er behauptet, dass Konami für diesen Abend eine aufregende Show geplant habe. Dazu möchte man wichtige Persönlichkeiten des Unternehmens vorstellen, neue Trailer zu angekündigten und auch zu vielversprechenden Titeln der Öffentlichkeit präsentieren. Einen kleinen Vorgeschmack liefert er mit der Metal-Gear-Serie, welche 1987 ihr Debüt auf dem MSX2-Heimcomputer feierte und 25 Jahre später bei den Spielern immer noch sehr beliebt sei. Zunächst geht er jedoch auf ein Entwicklerstudio ein, welches mit Frogger Pinball, Puzzle Chasers und Twilight Carnival auf sich aufmerksam machen wird – allesamt so genannte Social Games. Konami hat den Sprung in diesen Bereich also nicht verpasst. Tsuboi bedankt sich bei den Zuschauern für die langjährige Unterstützung und wünscht ihnen gute Unterhaltung bei der restlichen Show. Er lässt sie nun mit einer Reihe lauter aneinandergereihter Videos alleine vor dem heimischen Rechner sitzen. Als nächstes ist John S. Coligan an der Reihe. Er stellt die angesprochenen Social Games für Facebook und andere Netzwerke vor und zeigt in groben Zügen, wie eine übliche Entwicklung solcher Titel abläuft.

Konami und Social Networks

Coligan darf allerdings noch nicht verraten, an welchen neuen mobilen Social Games sein Entwicklerstudio im Moment arbeitet, verspricht allerdings, dass es in den nächsten Monaten die eine oder andere Ankündigung zu diesem Thema geben wird. Als nächstes flimmern ein paar vorgerenderte Szenen aus einem kommenden Pro Evolution Soccer über den Monitor, bevor Masuda Kei das Wort hat. Auch hier ist Konami die Social-Network-Anbindung sehr wichtig und verspricht für Pro Evolution Soccer 2013 eine Facebook-Unterstützung. Er gibt außerdem einen kleinen Ausblick darauf, welche Moves in der Fußball-Fortsetzung möglich sein werden. Dazu wird allerdings auch Rohmaterial des Spiels verwendet. Fans werden also noch ein paar Monate auf den nächsten Teil der Reihe warten müssen. Als Werbefigur wurde – zumindest für die Show – Christiano Ronaldo mit an Bord geholt. HD-Remakes sind seit ein, zwei Jahren stark in Mode gekommen. So möchte auch Konami Zone of the Enders ins hoch aufgelöste Bildformat portieren. Dazu hat man Hideo Kojima eingeladen. Der in Japan sehr beliebte Robot Anime war die Inspiration für sein Zone of the Enders (das Franchise hat übrigens nichts mit dem stellvertretenden Gameplay-Gamers-Chefredakteur Thomas Enders zu tun), so Kojima. Die Roboter in Zone of the Enders seien aber deutlich schneller, was dem Spiel eine neue Dynamik geben sollte.

Hideo Kojima im Rampenlicht

Kojima ist stolz darauf, dass Zone of the Enders nicht nur für die PlayStation 3, sondern auch erstmals für eine Microsoft-Konsole erscheinen wird. Nach der Vorstellung des Titels bleibt uns Kojima erhalten. Er blickt nun auf die Metal-Gear-Reihe zurück. Dabei geht er ganz besonders auf die Charakterentwicklung von Snake ein, der in seinem ersten Videospiel überhaupt noch nicht sprechen konnte und heute einer der facettenreichsten Charaktere im Business ist. Kojima ist stolz darauf, dass die Spiele so viele Fans gefunden haben und sogar in einigen einschlägigen Museen ausgestellt werden. Zudem kündigt er hier nochmals an, dass die Metal Gear Solid HD Collection ebenfalls noch für die PlayStation Vita erscheinen wird. Aufgeregt ist er über Metal Gear Rising: Revengeance beziehungsweise über die für das Spiel genutzte Fox Engine. Konami hat ihm hier allerdings den Maulkorb angelegt, weshalb er dazu keine Informationen verraten darf – schade, aber nach all den Jahren der Erstankündigung könnte sich der Konzern so langsam zu der einen oder anderen Spekulation äußern und Fakten für die wissbegierigen Fans verlauten lassen. Zumindest zeigte man diesen hier noch einen atemberaubenden Trailer zu Metal Gear Rising Revengeance, in welchem literweise Blut spritzt und der eine oder andere ausführbare Move vorgestellt wird. Datiert wird das Spiel mittlerweile auf das Frühjahr 2013.

Blut für Dracula

Nachdem noch das eine oder andere Element von Metal Gear Rising: Revengeance, wie etwa der Protagonist Raiden, vorgestellt wurde, hat man noch eine passende Parodie des Titels von Mega 64 eingespielt. Das lockert die sterile Show deutlich auf! Plötzlich erschien in Licht gehüllt Tsuboi auf dem Bildschirm und versprach den Zuschauern eine Überraschung. Das Bild färbt sich schwarz, das rotweiße Konami-Logo ist deutlich zu erkennen und ein Trailer beginnt. Ein Mann mit einem Mantel geht durch einen mit Kerzen beleuchteten Raum und öffnet eine große Tür nach draußen. Er steht auf einem Balkon, blickt auf eine Armee von seinem Schloss hinab und fegt diese mit Magie und einer Art Peitsche hinfort. Als sich dann plötzlich auch noch ein Koloss aus der Masse erhebt und der Mann das Blut eines Soldaten trinkt, um den Kampf anzugehen, dürfte dem letzten ein Licht aufgegangen sein. Der Trailer zeigt eindeutig einen Teil der Castlevania-Reihe und so kommt es dann auch. Castlevania: Lords of Shadow 2 ist hiermit offiziell angekündigt und das ist unserer Meinung nach auch bitter nötig, denn der Vorgänger endete immerhin mit einem furiosen Cliffhanger. Das ist aber noch nicht alles, denn ein weiterer Trailer knüpft nahtlos an diesen an. Ein Titel, vermutlich ebenfalls ein Teil der Castlevania-Serie, wird auf Nintendos 3DS erscheinen. Hier wird die Electronic Entertainment Expo in den nächsten Tagen Klarheit verschaffen. Tsuboi tritt wieder auf die Bühne und verabschiedet sich – der Abspann läuft über den Bildschirm.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Show): Ich muss ehrlich zugeben, dass mich die Show von Konami nicht sonderlich begeistert hat. Das liegt zum einen daran, wie man die Show aufgezogen hat. Eine Aneinanderreihung an Videos kann wirklich jeder bewerkstelligen. Das hat für Konami dann den Vorteil, dass sie die Videos auch einzeln ins Netz stellen können und zielgruppenorientiert die Inhalte an den Mann beziehungsweise die Frau bringen. Ich erwarte bei der wichtigsten Videospielmesse der Welt aber mehr – bei der Gamescom in Köln klappt es doch auch in jedem Jahr mit einer anständigen Pressekonferenz. Inhaltlich war es aber im Grunde schon abzusehen, was man vom japanischen Konzern erwarten durfte. Dass auch im nächsten Jahr ein neues Pro Evolution Soccer erscheint, ist mir ebenso bewusst wie, dass auch Metal Gear Rising: Revengeance früher oder später endlich mal erscheinen wird. Dass an einem HD-Remake von Zone of the Enders gearbeitet wird, ist mir ebenfalls bewusst. Gefreut habe ich mich lediglich über die Ankündigung von Castlevania: Lords of Shadows 2 und den vermutlichen 3DS-Titel des Franchises, der wohl in den nächsten Tagen auf der Messe in Los Angeles näher vorgestellt werden wird. Spekuliert wurde ja schon lange genug über beide Titel und jetzt bin ich froh, dass endlich Gewissheit herrscht. Ein voller Erfolg war Konamis Show zwar nicht, aber wenigstens wissen Fans der jeweiligen Spiele endlich, wie es um die Fortsetzungen steht. Im nächsten Jahr wünsche ich mir aber wieder eine ganz normale Pressekonferenz, auf der es dann auch mehr als eine überraschende Ankündigung geben darf.

E3 2012: Die Termine der Pressekonferenzen

Auf dieses Ereignis freuen sich einfach alle Videospieler jedes Jahr aufs Neue – die Electronic Entertainment Expo, kurz E3. Im Herzen von Los Angeles gelegen, werden dort in jedem Jahr die großen Ankündigungen gemacht, wie beispielsweise 2011 die Vorstellung der Wii U. In diesem Jahr könnte es für Nintendo-Jünger richtig spannend werden, denn leider hat es der Konsolenhersteller aus Japan im letzten Jahr nicht geschafft, die hauseigenen Spiele für die Hardware anzukündigen. Das wird sich in diesem Jahr definitiv ändern und intern freuen wir uns bereits riesig darauf!

Allerdings wird nicht nur Nintendo um die Gunst der Spieler buhlen. Microsoft und Sony sind ebenso noch mit im Rennen. Beide Unternehmen dementieren zwar ständig eine mögliche Konsolenankündigung, doch Glauben schenken mag ihnen kaum jemand. Wir können uns bei Microsoft sehr gut vorstellen, dass der Xbox-360-Nachfolger enthüllt werden könnte. Wenn Sony tatsächlich den Zehnjahresplan mit der PlayStation 3 weiter verfolgen möchte, dann sind wir umso gespannter, mit welchen Innovationen die Firma gegen die Konkurrenz vorgehen wird.

Damit ihr auch keine einzige Pressekonferenz, auch nicht die von den großen Drittherstellern Electronic Arts und Ubisoft, verpassen werdet, hat unser NextGen-Forum-Administrator Daniel Mayr – wie in jedem Jahr – freundlicherweise einen passenden Thread mit allen Terminen, Uhrzeiten und Links erstellt. Wer zu den jeweiligen Terminen unpässlich ist, muss nicht verzagen! Von den News des letzten Jahres haben wir uns verabschiedet. Stattdessen werden wir euch zu allen Pressekonferenzen große Zusammenfassungen in Form von Specials inklusive Redakteursmeinungen anbieten.

Hier findet ihr den passenden Thread im NextGen-Forum, in dem ihr mit uns auch über jede Neuankündigung diskutieren dürft. Wenn ihr weiterhin unsere Berichterstattung verfolgen möchtet, empfehlen wir euch auch unsere Online-Auftritte bei Facebook, Twitter und Google+. Abschließend wünschen wir euch eine tolle Messe!

Google+

Nachdem wir seit über einem Jahr erfolgreich auf Facebook mit mehreren hundert Lesern und seit einigen Tagen auch bei Twitter gestartet sind, folgt nun auch direkt unsere Präsenz beim Social Network Google+. Wir haben uns zum einen für diesen Schritt entschlossen, um auch hier unsere Reichweite zu erhöhen, doch zum anderen ist es uns auch hier wichtig, um einen noch angenehmeren Informationsfluss zu garantieren.

Außerdem haben bereits viele User aus Datenschutzgründen Facebook den Rücken gekehrt – diese Leser möchten wir ebenfalls nicht verlieren und bieten diesen ab sofort auch auf der noch recht jungen Plattform von Google eine neue Anlaufstelle für unsere Artikel. Wer uns nun auch auf Google+ beobachten möchte, wird in den nächsten Wochen übrigens auch in den Genuss der einen oder anderen Aktion kommen.

Hier geht es zu unserer Google+-Präsenz!

Twitter

Heute und auch in den nächsten Tagen werden wir mit unserem Erscheinungsrhythmus neuer Artikel ein wenig aus dem Rahmen fallen. Bevor wir uns jedoch der wichtigsten Videospielmesse der Welt zu wenden, möchten wir euch heute auf unsere Twitter-Präsenz aufmerksam machen. Nachdem wir schon seit über einem Jahr erfolgreich auf Facebook mit hunderten Usern vertreten sind, haben wir am 31. Mai 2012 ein klein wenig expandiert.

Wir hoffen natürlich, dass wir über Twitter noch eine größere Reichweite erschließen können, doch in erster Linie geht es uns natürlich darum, euch einen möglichst angenehmen und noch vielfältigeren Informationsfluss zu garantieren. Das Experiment startet bereits passend zur Electronic Entertainment Expo – wir würden uns freuen, wenn ihr mit dabei sein würdet.

In den kommenden Wochen wird es für euch aber auch selbstverständlich noch ganz andere Gründe geben, warum ihr uns auf Twitter folgen solltet. Seid gespannt! Wir bedanken uns für die Treue, die ihr uns auf Facebook entgegen gebracht habt und freuen uns, euch demnächst auch noch auf Twitter wiederzusehen.

Hier geht es zu unserer Twitter-Präsenz!

Review: Haunters: Wenn Blicke töten können

Mehr als zwei Millionen Zuschauer haben sich Haunters: Wenn Blicke töten können in den koreanischen Kinos angeschaut. Diese zwei Millionen Kinobesucher haben den Kampf zweier junger Männer mitverfolgt, die unterschiedlicher nicht sein können.

Der kleine koreanische Junge Cho-in besitzt eine Gabe, die mit Sicherheit jeder von uns gerne einmal ausprobieren möchte. Mit seinem Blick kann er Menschen kontrollieren, um Dinge zu tun, die sie von selbst nicht tun würden. Seine Mutter erkennt die Gefahr, die in ihrem Sohn schlummert und verbindet ihm die Augen. Als eines Tages Cho-ins Vater seine Mutter brutal schlägt, nimmt Cho-in den Verband ab und setzt die Fähigkeit zum Wohle seiner Mutter ein. 19 Jahre vergehen, Cho-in muss alleine aufwachsen, da seine Mutter sich in seiner Nähe nicht mehr wohlfühlt. Zu diesem Zeitpunkt verlagert sich die Handlung des Films auf Kyu-nam, der angefahren wird, im Krankenhaus landet und seinen Job verliert. Nach seiner Genesung erhält er eine zweite Chance in einem Pfandleihhaus. Eines Tages taucht dort der innerlich zerstörte Cho-in auf, um das Geschäft auszurauben – Kyu-nam ist jedoch immun gegen seine Fähigkeit. Daraufhin entbrennt eine bittere Feindschaft, die sich über die gesamte Handlung des Films erstreckt. Als Cho-in Kyu-nams Chef ermordet, macht Kyu-nam gemeinsam mit seinen zwei Freunden Jagd auf Cho-in, doch wie soll man einen Menschen stoppen, der einen eine ganze Armee auf den Hals hetzen kann?

Ausdrucksstarke Gegenspieler

Diese Frage werden wir euch in diesem Review aus Spoiler-Gründen selbstverständlich nicht beantworten, trotzdem verraten wir euch, dass der Zwist zwischen dem gutmütigen Kyu-nam und dem hasserfüllten Cho-in durchweg spannend und abwechslungsreich geschildert ist. Die Macher haben es geschafft, die beiden Figuren so gegensätzlich wie möglich zu gestalten und den Ausgang der Geschichte dabei nicht zu sehr in die Länge zu ziehen. Die Schauspieler Go Soo (Kyu-nam) und der von vielen Koreanern geliebte Schauspielkünstler Kang Dong-won (in diesem Film als Cho-in) haben ihren Charakteren gehörig Ausdruck vermittelt. Go Soo spielt Kyu-nam anfangs zurückhaltend und ruhig, später dann mit klarem Ziel vor Augen viel selbstsicherer. Cho-ins Darsteller wird von Szene zu Szene immer zorniger und an einigen Stellen sogar glaubhaft ängstlich, wenn er doch einmal in seiner Rolle in die Ecke gedrängt wird. Wer sich die koreanische Tonspur beim Film zuschaltet, bekommt das beste Ergebnis geliefert. Die deutsche Synchronisation ist zwar gut, kommt aber nicht an das ausdrucksstarke Original heran.

Wenn Bonusmaterial töten könne

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master Audio 5.1 vor, sowohl in Deutsch als auch in Koreanisch. Niederländische und deutsche Untertitel sind jederzeit zuschaltbar. Die Hintergrundmusik für diesen Film ist zweckmäßig. Sie unterlegt das Geschehen gut und macht sich niemals negativ bemerkbar. Leider reißt der Soundtrack somit bei diesem Film aber auch keine Bäume aus, das Geschehen wird also auf die Handlungsorte und die Charaktere fokussiert. Da der Film auf Blu-Ray mit 1080p und im 16:9-Format daherkommt, erhält man durchweg viele visuelle Informationen – da kann man die musikalische Untermalung gerne in den Hintergrund stellen. Neben dem 108-minütigen Film befindet sich auf der Disc nur der originale Trailer, Trailer zu anderen Filmen aus dem Hause Splendid Film und ein kurzes Musikvideo. Schade, hier hätte uns ein Audiokommentar über Ideen zum Film und deren Auswirkungen sehr gut gefallen. Wir können euch Kim Min-suks Werk trotzdem empfehlen, sofern ihr ein Faible für Mystery- und Thriller-Filme habt und ein interessantes Konzept erleben möchtet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-Ray-Fassung): Haunters: Wenn Blicke töten können hat mir von Anfang bis Ende ganz gut gefallen, allerdings zählt Kim Min-suks Film sicherlich nicht zu den besten Filmen seiner Art. Ich kann beispielsweise nicht verstehen, was Koreaner so an Kang Dong-won finden. Irgendwie werde ich mit seiner Rolle als Antagonist in diesem Film nicht wirklich warm, obwohl seine schauspielerische Leistung alles andere als schlecht ist. Mit Go Soo kann ich mich schon eher identifizieren – auch seine beiden Freunde, die in diesem Film ausnahmsweise mal keine Koreaner sind, haben durchaus zur Unterhaltung bei Haunters: Wenn Blicke töten können beigetragen. Sehr gut gefallen haben mir dann aber die Szenen, wo Cho-in und Kyu-nam aufeinandertreffen, auch wenn ich – wie bereits erwähnt – Kang Dong-won als nicht gerade fördernd für das Gesamtbild finde, wird in diesen Szenen Hass, Vorsicht, Ehre und Hilfe vortrefflich gut verkörpert. Wer den Film bis zum Ende sieht, wird auch mehrmals von der Story her überrascht werden. Während in amerikanischen Filmen bereits an einer bestimmten Stelle Schluss gewesen wäre, setzt dieses koreanische Werk in jener Stelle zu einem erweiterten Countdown an. Das Ende an sich ist überraschend und wer sich einmal mit Kyu-nam anfreunden kann, wird dieses in guter Erinnerung behalten.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Haunters: Wenn Blicke töten können!

Review: Once upon a Time in China Trilogy

Nachdem diese drei Filme vom Index gestrichen wurden, veröffentlichte Splendid Film im Rahmen der Jet-Li-Reihe Once upon a Time China im letzten Jahr als deren Auftakt. Ein Jahr später entschied man sich nun dazu, die Klassiker in einer Box neu zu veröffentlichen.

Grundsätzlich wäre dieses Unterfangen auch löblich, denn auf der Verpackung wird eindeutig auf eine überarbeitete Bild- und Tonfassung hingewiesen. Dies ist allerdings nicht der Fall, wie wir bereits beim Anschauen des ersten Films bemerken. Seit der Blu-ray-Fassung im Jahr 2011 hat sich nichts geändert. Filmkorn und unscharfe Stellen tauchen genau in denselben Szenen auf, wie es bereits bei der Version der Jet-Li-Reihe der Fall gewesen ist. Außerdem ist die Synchronisation vom zweiten Teil immer noch nicht erneuert wurden. Sprecher Simon Jäger leiht Jet Li nur im ersten und im dritten Teil seine Stimme, nicht jedoch im mittleren Teil der Trilogie. Warum man sich abermals gegen eine neue Synchronisation entschieden hat, ist uns schleierhaft. Zwar gefällt uns auch die deutsche Tonspur des zweiten Teils, doch eine durchgängig gleiche Synchronisation würde im Zusammenspiel der drei Filme deutlich angenehmer wirken. Zumindest hätte man auf der Verpackung darauf hinweisen können. Splendid Film möchte uns eine erstmals so auf Blu-ray erhältliche Fassung der drei Klassiker vortäuschen. Das ist sehr ärgerlich und für ein renommiertes Unternehmen wie Splendid Film gar nicht üblich. Vielleicht hat man sich deswegen schon im Vorfeld dafür entschieden, gleich fünf Postkarten als Trostpflaster mit in die einzelne Blu-ray-Hülle zu legen.

Wer bin ich und was mache ich eigentlich hier?

Aber auch an dieser Stelle müssen wir etwas aussetzen. Die Postkarten sollen jeweils eine aus der Trilogie stammenden Szene abbilden, doch das tun sie nicht. Die abgebildeten Bilder sind überwiegend aus anderen Jet-Li-Filmen entnommen – beispielsweise aus The Legend of Fong Sai Yuk. Eigentlich wäre das kein Grund zum Aufregen, doch hat man sich tatsächlich dazu entschlossen, auch noch den von der Verpackung stammenden Schriftzug der Once upon a Time in China Trilogy, mit auf die besagten Postkarten zu packen. Es kommt aber tatsächlich noch besser beziehungsweise schlechter. Wer unser Review zum zweiten Teil gelesen hat, der wird sehr wohl wissen, dass es bei der Veröffentlichung zu einem vermeintlichen Fehler bei der Produktion gekommen ist. Auf der Packungsrückseite wurden falsche Szenen des Films abgebildet und genau diesen Fehler hat man sich bei der Neuveröffentlichung nicht zu Herzen genommen und somit nicht ausgebessert. So sind auf dem edlen Pappschuber wieder Szenen aus anderen Filmen mit Jet Li abgebildet. Falls dies ein verspäteter Aprilscherz von Splendid Film sein soll, dann können wir nicht darüber lachen. Immerhin sieht das schicke Artwork auf dem Pappschuber sehr gut aus – auf Wunsch dürfen wir den FSK-Aufkleber auch abziehen. Die eigentliche Vorderseite der Blu-ray-Hülle kommt mit einem schwammigen Bild aus einer der letzten Szenen des ersten Teils daher.

Konflikte zwischen Ost und West

Wem das FSK-Logo stört, freut sich hierbei immerhin über das Wendecover. Schöner wird die abgedruckte Szene dadurch trotzdem nicht. Obwohl Splendid Film bei der Aufmachung der Trilogie geschlampt hat, können die Filme inhaltlich selbstverständlich genauso überzeugen, wie sie es bereits im letzten Jahr geschafft haben. Jeder der drei Filme behandelt eine für sich genommen geschlossene Handlung. Dennoch bauen die beiden folgenden Teile auf Ereignisse ihrer Vorgängerfilme auf, was insbesondere die Charakterentwicklung von Wong Fei-Hung, seiner Tante Yee und seinem Schüler Fu betrifft. Um die Jahrhundertwende des 19. und 20. Jahrhunderts wird die chinesische Küstenregion von westlichen Kaufleuten aus England und Amerika beherrscht, jedoch sind ihre Ziele alles andere als die friedliche Verständigung von Ost und West. Während sich einige Chinesen mit den Besatzern arrangieren, wird ebenfalls Widerstand geleistet. Nach zwei Jahren kehrt Yee aus England zurück und soll kurze Zeit später als Prostituierte nach Amerika verschleppt werden. Da platzt Kung-Fu-Meister Wong Fei-Hung der Kragen und eilt ihr zur Hilfe. Dabei muss er sich nicht nur gegen die westlichen Mächte, sondern ebenfalls einem ebenbürtigen Meister der Kampfkunst stellen.

Hilfe zur Revolution

Im zweiten Teil der Trilogie reisen die drei Hauptcharaktere ins entfernte Canton. Wong Fei-Hund soll dort auf einem Ärztekongress westlichen Medizinern die Akupunktur erklären. Auf dem Kongress trifft Wong Fei-Hung auf Dr. Sun, einem Arzt und zudem Revolutionär. In der Stadt ist zur gleichen Zeit ein Umbruch im Gange, denn die Sekte des weißen Lotus ist gegen die westlichen Eindringlinge, ihre Kleidung und all ihre technischen Errungenschaften. Als der britische Konsul schlussendlich ermordet wird, muss Wong Fei-Hung schnell handeln und sich gegen die Fanatiker stellen. Zudem muss er dabei noch eine Liste zerstören, die Beweise für die spätere Revolution in China beinhaltet. Nach diesen Geschehnissen reisen die Freunde in Wong Fei-Hungs Heimat Beijing. Dort möchte er seinen Vater treffen, um diesen über die bevorstehende Heirat mit Yee zu informieren. Kaiserinwitwe Cixi hat zudem den Löwentanz-Wettbewerb einberufen, in welchem die beste Kampfsportschule als Sieger herausgehen soll, damit die Kung-Fu-Kampfkunst auch in Zukunft unter den Einflüssen der westlichen Mächte bestehen bleiben kann. Ein russischer Diplomat verliebt sich im Verlauf der Handlung in Yee. Als allerdings herauskommt, dass jener Diplomat einen Anschlag während des Löwentanz-Wettbewerbs plant, riskieren Wong Fei-Hung, Yee und Fu einmal mehr ihr Leben.

Wahre Größe

Während Once upon a Time in China den Startschuss zu einer phänomenalen Hexalogie legt, ist besonders der zweite Teil der Reihe ein wichtiges Fragment der chinesischen Geschichte – zumindest wenn man die Hintergründe über Dr. Sun kennt, welcher viele Jahre später für die Revolution in China maßgeblich mitverantwortlich ist. An dieser Stelle möchten wir euch den Film Bodyguards and Assassins mit Donnie Yen ans Herz legen, wo dessen Bedeutung für die chinesische Geschichte wesentlich mehr zur Geltung kommt. Apropos Donnie Yen – auf den neben Jet Li und Jackie Chan wohl bekanntesten Martial-Arts-Künstler stoßen wir ebenfalls im zweiten Teil der Once upon a Time in China Trilogy. Dort nimmt er die Rolle von Wong Fei-Hungs Gegenspieler Leutnant Lan an und liefert sich mit ihm einen fulminanten, aber für Martial-Arts-Fans wohl zu kurzen Kampf. Die Handlung der Trilogie überzeugt uns seit der Eröffnungsszene des ersten Teils, baut im zweiten und dritten Teil allerdings ab. Auf einmal wird mehr Wert auf Action und Komik und weniger auf deren Zusammenspiel mit der Story gelegt. Trotzdem werden alle Fans von Jet Li und Rosamund Kwan auf ihre Kosten kommen, denn beide Schauspieler zeigen sich von ihrer besten Seite und machen die Once upon a Time in China Trilogy zu einem wahren Genuss. Es ist einzig allein schade, dass zwischen Wong Fei-Hung und Yee ständig eine Liebesbeziehung angedeutet, diese aber kaum ausgebaut wird.

Unvergessliche Klassiker

Wer jetzt aber hofft, dass die Trilogie zu einem befriedigenden Abschluss geführt wird, wird leider enttäuscht. Der dritte Teil endet mit einem Paukenschlag und lässt dabei einige Fragen offen, die im Verlauf der Handlung aufgeworfen wurden. Das ist sehr schade, da die anderen drei Teile der Hexalogie nur noch in sehr geringer Stückzahl auf DVD im Handel und noch dazu unter einem anderen Titel im Falle von Teil IV (Last Hero II) erhältlich sind. Optisch sollte man sich von drei Filmen nicht zu viel versprechen. Zwar liegt das Bild in 1080p und im 16:9-Format (2,35:1) vor, doch gelegentliche Verunreinigungen stören dann und wann das Gesamtbild. In der deutschen Synchronisation liegt das Tonformat in DTS-HD-5.1 Master Audio vor, in Kantonesisch allerdings nur in DTS-HD 2.0. Wer Liebhaber des Originaltons ist wird sich vermutlich über hinzuschaltbare deutsche Untertitel freuen. Die drei Klassiker des Martial-Arts-Genres verfügen zusammengerechnet über 357 Minuten Laufzeit. Diese sechs Stunden sind keinesfalls verschenkt und auch wenn es den einen oder anderen Punkt, wie zum Beispiel das spärlich gesäte Bonusmaterial (auf jeder der drei Blu-ray-Discs liegen neben dem einen oder anderen Trailer zu anderen Titeln aus dem Hause Splendid Film nur der originale Kinotrailer des jeweiligen Films ohne Untertitel vor) gibt, gehört die Once upon a Time in China Trilogy in jedes gut sortierte Martial-Arts-Regal. Wer sich die Filme bereits im letzten Jahr gekauft hat, kann sich die Neuanschaffung allerdings getrost schenken.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Blu-ray-Einzelveröffentlichungen und der Blu-ray-Trilogy-Box): Mit Once upon a Time in China verbinde ich ganz besondere Momente, denn vor allem war die Reihe für mich der ausschlaggebende Grund, mir endlich eine PlayStation 3 anzuschaffen. Seit dem letzten Jahr habe ich die drei Filme leider nicht mehr angerührt und jetzt, wo ich dank der Trilogy-Box nochmals in den Genuss gekommen bin, fielen mir ganz neue Details auf, die ich im letzten Jahr nicht entdeckt habe. Das finde ich selbst klasse, doch rein objektiv betrachtet, ist die Trilogie aus ganz anderen Gründen so unvergesslich. Zum einen zeigt sich Jet Li – wie fast schon gar nicht anders zu erwarten – in seiner besten Form. Die Kämpfe wirken allesamt packend und choreographisch richtig gut inszeniert, auch wenn man sich oft an Drahtseilen bedient hat und einige Szenen schon übermenschlich wirken. Neben den anderen Darstellern sind es aber auch die Kulissen, die mich ganz in ihren Bann gezogen haben. Das Bild von China zum Ende des 19. Jahrhunderts wirkt einfach stimmig und versprüht soviel Charme, dass man – unabhängig vom Zeitalter des Imperialismus – gerne einmal selbst durch die eine oder andere Stadt von China gehen möchte. Allerdings am besten als chinesischer Bürger, denn in Once upon a Time in China werden die westlichen Bewohner unseres Planeten doch schon als sehr bedrohlich und teilweise auch als durch und durch böse angesehen, wenn dies auch nicht die Absicht des Regisseurs gewesen ist. Die Once upon a Time in China Trilogy möchte ich jedem Martial-Arts-Fan ans Herz legen, der die Reihe bisher noch nicht gesehen hat – alle anderen werden vermutlich wissen, warum sie die Serie bereits im Regal stehen haben.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars der Once upon a Time in China Trilogy

Review: Paladin: Der Drachentöter

Seit jeher gibt es ein Genre, das besonders Leseratten in Filmform ebenfalls sehr gut gefällt – die Rede ist von Fantasy-Filmen, die ohne großes Budget auskommen können und uns mit ein wenig Magie bezaubern möchten. Unter diese Filme fällt auch Paladin: Der Drachenjäger.

Will Shephard lebt gemeinsam mit seinem Vater zurückgezogen im Hochland. Als Hirten und Bauern verdienen sich die beiden ihren Lebensunterhalt. Wills Vater erkennt seines Sohnes Talent und schickt ihn fort, um ein Ritter zu werden. Will weigert sich, da er stattdessen lieber im Hochland bleiben möchte. Erst als ein Drache auftaucht, dabei wehrlose Schafe röstet und während der Suche nach dem Nest der Bestie Wills Vater tötet, begibt sich Will auf die Reise zu Baron Sterling. Dort angekommen, wird er nicht gerade höflich von den Untertanen des Barons in Empfang genommen. Nachdem Will ebenfalls in den Dienst des Barons tritt, wird er von seinen neuen Kameraden weiterhin verspottet, denn Will hat den Traum, ein Ritter zu werden und dem Drachen in einem Kampf auf Leben und Tod gegenüber zustehen, um seinen Vater zu rächen. Während seines Aufenthalts in den Gemäuern des Barons, verliebt sich Will zudem noch in dessen Tochter Kate, die alsbald auch Gefühle für Will entwickelt. Ihnen steht aber der adlige Rogan gegenüber, welcher nach Kates Körper giert und noch dazu nach den Ländereien des Barons trachtet. Um sich den Respekt ihres Vaters zu verdienen und um ihre Hand anzuhalten, trainiert Will hart, denn der Tod des Drachen würde auch ein sagenhaftes Drachenei mit sich bringen, welches tausend Goldstücke wert sein soll. Will stellen sich aber seine Kameraden, Rogan und auch Kates Vater in den Weg, die den Drachen lieber selbst erledigen wollen, um neuen Ruhm zu erlangen.

Natürlichkeit des Lebens

Optisch erkennt man an vielen Stellen, dass es sich hierbei um keine Multimillionen-Dollar-Produktion handelt. Anstatt mit Bluescreens zu arbeiten und dazu beeindruckende Effekte mit in den Film einzubauen, setzt man hier eindeutig auf die Natürlichkeit der Landschaften. Das Hochland und auch die flachen Ebenen wurden wunderbar eingefangen. Wenn die Brandung an die Felsen schlägt oder der Nebel das Land einhüllt, wirkt einfach alles stimmig. Szenerien wirken wie, als seien sie direkt dem Mittelalter entsprungen. Einzig allein schade ist es, dass man nur mit wenigen Schauspielern gearbeitet hat. So gibt es keinerlei Dörfer oder Städte in Paladin: Der Drachentöter zu sehen. Die wenigen Schauspieler haben ihre Möglichkeiten aber genutzt und ihren Charakteren möglichst viel Leben eingehaucht. Besonders die junge Nicola Posener ist nicht nur eine wahre Augenweide, sondern hat ihr Talent und ihre Natürlichkeit in den vielen Szenen kräftig unter Beweis gestellt. In der Rolle der Kate bleibt sie stets ruhig, ist aber in den entsprechenden Situationen gelegentlich zornig und zeigt dies entsprechend. Will beziehungsweise Richard McWilliams ist in Paladin: Der Drachentöter eher zurückhaltend – erst als er seine Gefühle zu Kate entdeckt, entwickelt er sich immer mehr zu einem wahren Kämpfer heran und wird gegen Ende des Films schlussendlich auf ungewöhnliche, aber doch traditionelle Weise zum Ritter ernannt. Der Schauspieler Ian Cullen ist im Übrigen in der Rolle des Barons Sterling zu sehen. Obwohl er versucht die Fäden in der Handlung zu ziehen, beschränken sich die eigentlich wichtigen Taten aber auf Will und Kate. Wer jetzt an ein gewisses englisches Königspaar denkt, mag genüsslich schweigen.

Magisches Fantasy-Spektakel

Es ist allerdings sehr schade, dass die Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptdarstellern kaum zur Geltung gebracht wird. Aragorn und Arwen sind zwar bei weitem kein viel besseres Beispiel, doch zumindest diese Grundlage hätten sich die Verantwortlichen nehmen können. Vorzugsweise steht hier der Konflikt zwischen Will und dem Drachen im Vordergrund. Auf Englisch kann der Film am meisten überzeugen, doch auch die deutsche Synchronfassung ist nicht schlecht. Besonders Kates deutsche Stimme (Corinna Dorenkamp) hat uns gut gefallen und kam uns bereits nach kurzer Zeit sehr bekannt vor, schließlich hat die Dame bereits vor zwölf Jahren Son Gokū im Anime Dragonball ihre Stimme geliehen. Beide Tonformate liegen in DTS-HD 5.1 Master Audio vor. Der Soundtrack des Films besteht zwar nur aus zwei bis maximal drei Tracks, doch untermauert dieser die Fantasy-Atmosphäre des Films recht gut. Obwohl wir es bereits angesprochen haben, müssen wir die mittelmäßige Qualität der Effekte trotzdem erwähnen. Auch wenn die Landschaft 103 Minuten lang wunderbar in 1080p und in einem 16:9-Bild eingefangen wird, können die Spezialeffekte, wie etwa das Speien des Drachenfeuers oder die magische Flamme, die Kate herbeizaubert, nicht ganz begeistern. Die Animation des Drachen sieht da schon besser aus, doch auch hier haben andere (ältere) Produktionen, wie Das Zehnte Königreich, eindeutig die Nase vorn. Wer damit und dem nicht vorhandenen Bonusmaterial leben kann, erhält einen bezaubernden Film über einen Hirten, der zum Drachentöter wird – irgendwie magisch.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bei Fantasy-Filmen bin ich oftmals doch schon geneigt, eher ein Auge zuzudrücken, wenn es um ein Werturteil geht. Schließlich geht es dabei ja auch um die eigene Fantasie und wenn ich mir beim Anschauen eines Fantasy-Films die Effekte beziehungsweise deren Wirkung mir irgendwie schön rede, kann ich auch mit dem einen oder anderen nicht so guten Film etwas anfangen. Das brauche ich bei Paladin: Der Drachentöter aber gar nicht machen, denn die Geschichte hat Hand und Fuß, sie erzählt sich wie von selbst und kann mit wunderbaren und – was ich richtig toll finde – eher unbekannten Gesichtern glänzen. Es erhalten endlich mal wieder unbekannte (westliche) Darsteller die Möglichkeit, ihr Talent unter Beweis zu stellen. Richard McWilliams, Nicola Posener und Ian Cullen haben mir in diesem Film jedenfalls schon mal sehr gut gefallen und so freue ich mich – besonders bei Nicola Posener – auf ein Wiedersehen in anderen Filmen. Einer der wenigen Punkte, die mich bei diesem Titel ein wenig gestört haben, war der viel zu dünne Soundtrack, auch wenn er immer zu den Szenen gepasst hat. Mir hat hier die Abwechslung gefehlt. Dann wären da noch die wenigen Schauplätze. Ich komme mir schon fast wie in einem Drama vor, zumal die wenigen Hauptdarsteller ebenfalls dieses Gefühl vermitteln. Wer etwas mit Fantasy anfangen kann und nicht eine Effektkulisse eines Der Herr der Ringe braucht, wird mit Paladin: Der Drachentöter einen wunderbaren Filmnachmittag erleben.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Paladin: Der Drachentöter!

Review: Beyond: Die rätselhafte Entführung der Amy Noble

Wer sich Serien wie X-Factor: Das Unfassbare anschaut, wird sie spätestens daher kennen. Die Rede ist von Medien, die mit übersinnlichen Kräften es schaffen, entführte oder verloren gegangene Personen wieder zu finden. Diese Thematik greift Beyond: Die rätselhafte Entführung der Amy Noble auf.

Koski, ein Ermittler bei der Polizei in Alaska, hat es sich zum Ziel gesetzt, Entführungen von kleinen Kindern aufzuklären und die Verbrecher zu stellen. Für die Entführer enden Koskis Fälle allerdings oft mit dem Tod, denn der Detective hat selbst einiges zu verarbeiten. Eines Tages wird jedoch die Nichte von seinem Vorgesetzen entführt. Da ist es selbstverständlich, dass Koski alles daran setzen wird, um Amy Noble aus den Fängen der Entführer zu befreien. Dies entpuppt sich allerdings als schwieriger, als erwartet. Anscheinend ist sein Gegenspieler ihm überlegen, denn im ganzen Haus gibt es keinerlei Spuren. Alle Tatverdächtigen, sprich in erster Linie Amys Familie, haben zudem allesamt Motive für die Entführung. Die Eltern sind zerstritten. Sarah hat mittlerweile die Scheidung eingereichet und Jim hat finanzielle Sorgen. Als dann auch noch eine Lösgeldforderung eingeht, rücken selbst die Babysitterin und ein aus dem Fernsehen bekanntes Medium in den Mittelpunkt der Ermittlung. Jetzt liegt es an Koski, um die Ermittlung zu leiten, die Entführer zu stellen und selbst die finstere Konfrontation mit seiner eigenen Vergangenheit zu durchleben. Obwohl Koski und das Medium zu Beginn sehr unterschiedliche Ansichten zu haben scheinen, arbeiten sie dennoch schon bald gemeinsam am Fall, um ihn zu lösen und Amy zu retten. Koskis Einstellung ändert sich dadurch alsbald grundlegend.

Übersinnliche Polizeiarbeit

Beyond: Die rätselhafte Entführung der Amy Noble begibt sich mit der Medienthematik auf dünnes Eis. Die Verbindung aus Polizeiarbeit und übersinnlichen Fähigkeiten geben glatt den Startschuss für eine neue Mystery-Serie, zumal man sich vielerlei Ideen bedienen könnte. Das macht der Film mit Jon Voight in der Hauptrolle allerdings nicht. Er versucht gradlinig zum Ende zu kommen und genau da, wo die Eingebungen des Mediums eintreten, passen sie auch wunderbar in die Handlung. Dabei wird allerdings vergessen, verstärkt auf die Emotionen und Gefühle der Charaktere einzugehen. So jagen Jon Voight und Julian Morris von einem Tatort zum nächsten, ohne dabei ihre eigenen Leben zu durchleuchten. Es gibt zu viele Hintergründe in Beyond – zu viele, um sie in 91 Minuten Laufzeit unterzubringen. So wirkt das Ende des Streifens abgehakt und verkürzt. Obwohl die Auflösung für sich genommen logisch erscheint, wird sie in einer der letzten Szenen einfach abgearbeitet. Wenn Regisseur Josef Rusnak sich hier mehr Zeit genommen, kurzum den Film um einige Minuten verlängert hätte, wäre das Endergebnis weitaus zufriedenstellender. So ergänzen sich Polizeiarbeit und die übersinnliche Kraft des Mediums, um die Story zu einem positiven Abschluss zu bringen. Trotzdem bleiben ein paar Fragen, die nicht gänzlich gelöst werden. Diese hier aufzuführen, würde allerdings zu unnötigen Spoilern führen. Grundsätzlich dreht sich die Geschichte mehr um Koski, als um Amy.

Cover für Sammler

Jon Voight macht auch in Beyond eine gute Figur, selbst wenn es wohl bei weitem nicht seine beste Rolle gewesen sein mag. Die anderen Darsteller wirken natürlich, was sich positiv auf die ernste Atmosphäre auswirkt. Wer des Englischen mächtig ist, darf sich den Film gerne mit dem Originalton mit zuschaltbaren deutschen oder niederländischen Untertiteln anschauen. Die deutschsprachige Synchronisation kann sich aber ebenfalls behaupten. Das Geschehen wird dabei mit einem meist sehr ruhigen Soundtrack unterlegt, um die düstere Atmosphäre, egal ob bei Tag- oder Nachtszenen, im Schnee von Alaska zum Ausdruck bringen. Beide Tonspuren liegen auf der Blu-ray in DTS-HD Master Audio 5.1 vor. Das Bildformat in 1080p wird auf einem 16:9-Fernseher im Format 2,40:1 ausgegeben. Das heißt, dass schwarze Balken sowohl am oberen, als auch am unteren Bildschirmrand ersichtlich sind. Neben ein paar Trailern zu dem einen oder anderen Film, liegt der Disc leider kein Bonusmaterial bei. Das ist sehr schade, zumal wir gerne einige Worte vom Regisseur zur aufgefassten Thematik in Beyond gehört hätten. Für Sammler bietet die Blu-ray-Fassung zudem ein Wendecover ohne FSK-Logo. Das freut uns, da Beyond über eines der schönsten Cover der letzten Jahre verfügt. Auf weißem Untergrund ist hier eine Silhouette von Koski zu sehen, in der sich wiederum einige Szenen des Films widerspiegeln. Fans von Jon Voight und übersinnlicher Polizeiarbeit greifen zu, alle anderen können sich auch mit einer Folge aus der Reihe X-Factor begnügen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Jon Voight ist einer der amerikanischen Schauspieler, der leider viel zu selten in wichtigen Produktionen in Erscheinung tritt. Umso mehr habe ich mich über das Rezensionsexemplars von Beyond: Die rätselhafte Entführung der Amy Noble gefreut. Als Detective Koski macht Jon Voight eine mehr als gute Figur, wenn auch andere Rollen wie Jim Phelps im Kinofilm zur Serie Mission: Impossible weitaus besser sein Schauspieltalent zum Ausdruck gebracht haben. Beyond hat mir auf der einen Seite gefallen, da grundsätzlich alle Darsteller neben Voight eine Natürlichkeit ausstrahlen, um die Ernsthaftigkeit der Thematik zum Ausdruck zu bringen. Zudem wirkt das Landschaftsbild mit der düsteren Musikuntermalung stimmig. Hier wünscht man sich fast, man wäre bei der Aufklärung des Falls an der Seite von Voight und Morris dabei. Apropos Morris: Man kann von einem Medium halten was man möchte, Beyond hätte ohne Hinzutun dieses Aspekts nicht funktioniert. Ich finde es nur sehr schade, dass diese Übersinnlichkeit Überhand gewinnt und die Charaktere dadurch nicht mehr so wirklich zur Geltung kommen. Beyond ist und bleibt ein Film, den man aufgrund ein paar offener Fragen, dem viel zu kurzen Storytwist am Ende der Handlung und wenig emotionsreichen Charakteren am besten an einem verregneten Sonntagnachmittag anschauen sollte.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Beyond: Die rätselhafte Entführung der Amy Noble!

Review: The Expendables: Extended Director’s Cut

Als der Film vor einigen Jahren angekündigt wurde, haben Action-Fans den Kinostart des Streifens sehnsüchtig erwartet. Einige Monate nach Veröffentlichung des Films, hat Sylvester Stallone die Eingebung bekommen, den Film zu ändern beziehungsweise zu verbessern.

Die Handlung dürfte so gut wie bei allen Fans des Action-Genres bestens bekannt sein, doch möchten wir sie für alle Nichtkenner von The Expendables nochmals kurz zusammenfassen. Nachdem Barney Ross‘ Söldnertruppe, bestehend aus Spezialisten für Nahkampf, Sprengstoff und Feuerwaffen von einem Auftrag in Somalia zurückkehren, erwartet sie kurz nach ihrer Rückkehr in die Vereinigten Staaten bereits der nächste Job. Sie sollen im fiktiven Staat Vilena, gelegen auf einer Insel im Golf von Mexiko, für Recht und Ordnung sorgen. Der Staat beziehungsweise seine Regierung wurde von amerikanischen und dubiosen Geschäftsleuten gekauft, um von dort Kokain in den Rest der Welt zu verschiffen. Dort angekommen, erwartet die Truppe bereits massenweise Ärger. Nicht nur, dass sie im Kampf gegen die Armee öfters voneinander getrennt werden, sie müssen sich zudem sogar gegen ein ehemaliges Mitglied ihrer Bande behaupten und Sandra, die Tochter des hiesigen Generals aus den Fängen der skrupellosen Bösewichter befreien. Dass dabei einiges zu Bruch und in die Luft gehen wird, dürfte aufgrund des Star-Aufgebots von vornherein klar sein, denn niemand geringeres als die Stars Jason Statham, Jet Li, Terry Crews, Randy Couture und Dolph Lundgren mischen in The Expendables: Extended Director’s Cut neben Urgestein Sylvester Stallone mit. Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis haben zudem einen kurzen gemeinsamen Gastauftritt.

Neue Emotionen

Aufmerksame Leser fragen sich jetzt sicherlich, was die Unterschiede zwischen Kinofassung und dem etwa zehn Minuten längeren Extended Cut sein mögen. Im Grunde hat sich nur sehr wenig geändert, wie wir nach Anschauen der von Sylvester Stallone persönlich veränderten Fassung bemerkt haben. Da niemand anders als der Action-Star selbst Regisseur des Films ist, müsse dieser sogar sehr gut wissen, an welchen Szenen man nachträglich noch arbeiten sollte. Dies hat er unserer Meinung nach geschafft, auch wenn sich Kinofassung und der Extended Director’s Cut gegenseitig kein Bein ausreißen. Beide Versionen funktionieren eigenständig. In der neuen Schnittfassung, so Stallones Auffassung, gehe es viel mehr um die Eigenschaften der einzelnen Charaktere. Mit dem Extended Director’s Cut möchte Stallone den Fokus viel mehr auf die verschiedenen Persönlichkeiten und ihre Hintergründe legen. Das hört sich erst einmal komisch an, da es in The Expendables doch erstrangig um die Action und nicht um tiefgründige Dialoge oder gar facettenreiche Charaktere geht. Zudem gibt es in der längeren Schnittfassung keine einzige zusätzliche, sondern nur erweiterte Szenen. Wenn wir allerdings beide Versionen nebeneinander betrachten, so sehen wir sehr deutlich, dass fast durchgehend vereinzelt andere Kameraeinstellungen genutzt werden. Durch das Einfangen der Blickwinkel werden die Emotionen ganz anders an den Zuschauer rübergebracht. Eine Verbesserung!

Konzentration auf die Action

Die anderen Schnitte beziehen sich dann meist auf Szenen, in denen die Action noch kräftiger zum Ausdruck gebracht werden soll. Beispielsweise rennt hier ein Charakter länger, um die Dynamik der Szene zu betonen. Andererseits wurde sogar auch die logische Reihenfolge von Schlägen und Tritten verändert, um ein stimmigeres Gesamtbild zu zeigen. Wer die genauen Unterschiede zwischen der Kinofassung und dem Extended Director’s Cut im Vergleich sehen möchte, dem empfehlen wir die Internetseite Schnittberichte. Dort wurden mit großer Sorgfalt alle Unterschiede gegenüber aufgestellt. Schauspielerisch wissen besonders Stallone und Statham zu überzeugen, zumal sich die Handlung größtenteils um ihre Rollen dreht. Lundgren oder Li kommen hingegen nicht wirklich zur Geltung, was wir sehr schade finden. Das macht der sich bereits in der Nachbearbeitung befindende zweite Teil, in dem übrigens auch Chuck Norris mitwirken wird, hoffentlich besser. Auch wenn Stallone im umfangreichen Bonusteil davon redet, dass sich der Film nicht um ihn dreht, können wir ihm das in dieser Hinsicht so leider nicht ganz abkaufen. In The Expendables geht es allerdings nicht nur mit Schusswaffen (unter denen sich auch die eine oder andere Eigenkreation befindet) ordentlich zur Sache, sondern auch choreographisch machen die Action-Szenen einiges her. Asiatische Kampfstile wurden hier mit europäischen Einflüssen und amerikanischen Stilen vermischt.

Informatives und humorvolles HD-Bonusmaterial

Das Actionspektakel macht im 16:9-Bildformat (2,40:1) einen ordentlichen und sehr scharfen Eindruck. Nur einige Szenen, die sich in den Katakomben der Präsidentenvilla abspielen, wirken dann und wann ein wenig schlaff, was durch die schnelle und echt umgesetzte Action schnell wieder wett gemacht wird. Die witzigen Sprüche komplettieren das Gespann und sorgen wunderbar für den nötigen Schuss Humor in der eigentlich sehr ernsten Handlung. Sowohl die englische, als auch die deutsche Tonspur liegen im DTS-HD-7.1-Master-Audio-Format vor. Zudem sind die Tonspuren kompatibel zu DTS-HD 5.1. Bei der getesteten deutschen Tonspur haben wir aber bemerkt, dass die Abmischung des Tons nicht sonderlich gut auf uns wirkt. Explosionen und die musikalische Untermalung sind im Vergleich zu den Dialogen viel zu laut eingestellt, so dass man gelegentlich schon sehr genau hinhören muss, über was sich die Charaktere im 114 Minuten langen Film unterhalten. Für den Extended Director’s Cut wurde der Soundtrack an wenigen Stellen übrigens angepasst, beispielsweise beim Abspann. Um das Gesamtpaket abzurunden, liegt der Blu-ray-Fassung neues Bonusmaterial bei. Eine kurze Einleitung von Sylvester Stallone, ein Musikvideo, einer Aufzeichnung eines Comic-Con-Panels und zwei Making-ofs sorgen für mehr als drei Stunden zusätzliche Laufzeit. Das Bonusmaterial ist zudem sehr informativ und oftmals witzig gestrickt und kann somit wunderbar als Ausgleich zur Action im Film gesehen werden. Zu erwähnen wäre hier auch noch, dass das komplette Zusatzmaterial in HD vorliegt. Klasse! Nach dem Ende des Films bleibt entweder ein guter oder ein schlechter Nachgeschmack hängen. Wer einfach nur auf brachiale Action ohne großen Sinn und Verstand steht, wird mit The Expendables sehr glücklich werden. Eine anspruchsvolle Handlung mit Tiefgang finden wir in Stallones Film allerdings nicht.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Kinofassung und dem Blu-ray-Extended-Director’s-Cut): Ich weiß noch sehr gut, als mein Kollege Axel Mitte 2010 auf mich zukam und mich über einen neuen Film informierte, in dem Stallone, Statham, Lundgren, Li, Schwarzenegger, Willis und Co. gemeinsam auftreten sollten. Gut, die Szene mit Willis und Schwarzenegger ist nur ein kleines Highlight des rasanten Actionfilms. Begeistert bin ich von The Expendables nicht. Das war ich letztes Jahr nicht, als ich die Kinofassung gemeinsam mit dem Kollegen Thomas gesehen habe und das bin ich auch dieses Jahr nicht. Trotzdem ist The Expendables ein Paradebeispiel dafür, wie in etwa Actionfilme auszusehen haben. Wenn ich mir heutige Actionfilme ansehe, dann sehe ich Filme, die im wahrsten Sinne des Wortes auf übelste Art und Weise mit Computereffekten vergewaltigt werden, nur damit sie anschließend von der breiten Masse in Kauf genommen werden. Das fing bereits in den Neunziger Jahren mit Speed an, wo ein Bus über ein fehlendes und meterweites Brückenstück flog und endet mit Katastrophenfilmen wie 2012. Da ist es geradezu erfrischend, einen Film der alten Schule zu sehen, der auf Action getrimmt ist, die so tatsächlich, zumindest in den meisten Fällen, auch so möglich ist. Und wenn ich dann sehe, dass die Stars ihre Stunts selbst gemacht haben und wie im Falle von Stallone dann auch noch mehrmals im Krankenhaus deswegen landen, dann hat The Expendables geradezu einen Aufruf gestartet, sich an die gute alte Zeit des Action-Kinos zu erinnern. Egal ob man sich den Film nun in der Kinofassung oder im Extended Director’s Cut ansieht – aus dem letztgenannten Grund muss man sich den Streifen meiner Meinung nach unbedingt einmal anschauen und hoffen, dass der Nachfolger, der im Sommer in die Kinos kommt, in diesem Maße noch um eine Stufe Action erhöht wird und dabei die Handlung nicht zu kurz kommt.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Expendables: Extended Director’s Cut!

Prime Time: Gothic 3 (Collector’s Edition) Unboxing

Zum Abschluss unserer Gothic- und Risen-Unboxing-Video-Reihe möchten wir euch noch sehr gerne die Collector’s Edition von Gothic 3 aus dem Jahre 2006 vorstellen. Dies war übrigens die zweite Collector’s Edition, die sich unser Chefredakteur Eric damals gekauft hat – und zwar gleich doppelt. Warum das so ist, erfahrt ihr in unserem Unboxing-Video. Wir wünschen euch gute Unterhaltung!

Prime Time: Gothic II (Limited Gold Edition) Unboxing

Wieder einmal hat Eric in sein Regal gegriffen, um euch die Limited Gold Edition von Gothic II vorzustellen. Diese Edition beinhaltet nicht nur das Hauptspiel Gothic II, sondern auch das Add-On Die Nacht des Raben. Zusammen haben beide Werke aus dem Hause Piranha Bytes ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Prompt wurde dieses Spiel zu Erics absolutem Lieblingsrollenspiel auf dem PC, was man im Unboxing-Video sicherlich deutlich bemerken kann.

Review: Risen 2: Dark Waters

Spätestens seit 2003 sind Piraten wieder schwer im Kommen. Das liegt zum einen natürlich an Gore Verbinskis Fluch der Karibik, an der The-Secret-of-Monkey-Island-Neuauflage und womöglich auch an der Piratenpartei, die erst kürzlich in den nordrheinwestfälischen Landtag eingezogen ist. So schickt auch Piranha Bytes den namenlosen Helden in die Südsee.

Wer Risen damals nicht gespielt hat und dies noch nachholen möchte, sollte jetzt nicht mehr weiterlesen und den ersten Absatz unbedingt überspringen, um nicht gespoilert zu werden. Es ist Tradition, dass der namenlose Held in Piranha-Bytes-Spielen zu Beginn eines Nachfolgers alle zuvor gelernten Fähigkeiten einfach vergisst. Dieses Mal wird der Gedächtnisverlust mit dem übermäßigen Konsum von Alkohol erklärt, denn nachdem unser Recke in Risen noch die Insel Faranga vor einem Feuertitan gerettet hat, konnte er das Erlebte auf Dauer wohl nicht verkraften und hat sich im Rum ersäuft. Egal für welche Fraktion wir uns damals entschieden haben – die Geschichte von Risen 2 beginnt für uns als Protektor der Inquisition in Caldera, der letzten Bastion der Menschheit in der alten Welt. Auf dem Meer toben weiterhin die Titanen, insbesondere das Krakenmonster Mara. Sie will die Menschheit vernichten und dabei ist ihr jedes Mittel recht. Zu Beginn des Abenteuers müssen wir miterleben, wie Mara ein Schiff der Inquisition nahe der Küste in die Tiefen des Meeres zieht. Am Stand sollen wir Ausschau nach Überlebenden halten und da begegnet uns Patty, die Freundin des Helden, die sich noch gerade an Land retten konnte. Von ihr erfahren wir bald, dass es Gerüchte um eine Waffe gegen die Titanen gibt. Wir sollen uns auf die Suche begeben und die Waffe finden.

Aller Anfang ist leicht

Zunächst heißt es, Pattys Vater auf der entfernten Insel Takarigua zu finden. Dieser soll sich bei den Piraten herumtreiben. Dass diese auf Protektoren der Inquisition nicht gut zu sprechen sind, erfahren wir ebenso schnell wie unsere werte Freundin unsere gesamte Ausrüstung über Bord wirft. Undercover heißt es nun, einen Weg auf die andere Seite der Insel zu finden, um mit Kapitän Stahlbart auf der Suche nach der mächtigen Waffe in See zu stechen. Kenner der Piranha-Bytes-Titel wissen bereits, wie sie jetzt vorgehen werden. Unbewaffnet grenzt es am Selbstmord, über die Insel zu schlendern. Also erledigen wir in Puerto Sacarico eine Aufgabe nach der anderen und erhalten so entweder nützliche Goldmünzen, wertvollen Proviant oder gar ein paar Ausrüstungsgegenstände. Gut gerüstet stellt es dann auch kein Problem mehr dar, die Insel sicher zu überqueren. Abenteurernaturen wandern aber natürlich abseits der Wege, um so Geheimnisse aufzudecken und die weit verbreiteten Schatztruhen zu plündern. Haben wir es dann nach ein paar Umwegen doch noch auf die andere Seite des Eilands und somit ins Piratennest geschafft, ist das große Schiff am Pier nicht mehr zu übersehen. Tochter Patty und Vater Gregorius Stahlbart freuen sich über das Widersehen, auch wenn Patty nicht ganz so gut auf ihren Vater zu sprechen sein dürfte, wie Kenner der ersten Teils vermutlich wissen.

Eine Spielwelt zum Erkunden

Jedenfalls erfahren wir schon bald, dass es nicht nur ein Artefakt gibt, welches Mara in ihre Schranken weisen soll. Das Abenteuer und somit auch die Reise quer durch die Südsee ist um ein vielfaches größer, als man es sich zu Beginn des Spiels vielleicht vorstellen mag. Wer auf eine große Insel wie Faranga hofft, wird gegebenenfalls enttäuscht. Die Spielwelt besteht aus mehreren Inseln und Küstenabschnitten, die bestenfalls halb so groß wirken, durch ihre Wege aber stellenweise sehr eingeschränkt werden. Keine Sorge – Schlauchlevels wie in Final Fantasy XIII gibt es nicht. Die Landschaft lädt deutlich zum Erkunden ein und öfters treffen wir auch auf größere freie Gebiete, die wir nach Lust und Laune erforschen dürfen. Im Gegensatz zu Arcania: Gothic 4 sind diese dann auch mit Leben gespickt. So stoßen wir dann und wann auf Patrouillen, Einsiedler und selbstverständlich jede Menge Monster, die nicht weniger oft ihre wertvollen Habseligkeiten bewachen. Das Südsee-Abenteuer wird durch Eingeborene ergänzt, die neben der Inquisition die zweite Fraktion im Spiel darstellen. Obwohl wir ja eigentlich verdeckt für die Inquisition arbeiten, haben wir nach circa zehn bis fünfzehn Spielstunden die Möglichkeit, die Seiten zu wechseln und gemeinsam mit den Eingeborenen zu kämpfen. Oder wir bleiben unserem Beruf treu und verdeutlichen noch einmal für die Inquisition einzutreten.

Die Qual der Wahl

Obwohl es anfangs wohl so geplant war, als dritte Fraktion die Piraten einzuführen, ist es im fertigen Spiel so gekommen, dass wir an einer bestimmten Stelle automatisch zum Seeräuber ernannt werden. Tatsächlich kämpfen wir also weiterhin für unsere eigene Sache. Mit der im letzten Absatz genannten Fraktionswahl schlagen wir eher die Richtung unserer Fähigkeiten ein, die wir im Spiel erlernen werden. Bei der Inquisition erlernen wir zum Beispiel, wie man mit Musketen umgeht. Die Musketen sind unserer Meinung die stärksten Schusswaffen in der Welt von Risen 2, denn während wir bei Pistolen schon mal zwanzig Sekunden brauchen, um sie erneut einzusetzen, benötigen wir bei Musketen nur ein Zehntel der Zeit. Wenn uns diese Waffen nicht zusagen, sollten wir beim Eingeborenenstamm der Shaganumbi anheuern. Die Eingeborenen unterrichten uns dann in den Künsten des Voodoo, sozusagen der Magie des Spiels. Zaubersprüche wie wir sie aus Risen her kennen, gibt es im zweiten Teil nicht mehr. Warum das so ist und warum es mittlerweile auch schon Schusswaffen gibt, erfahren wir im späteren Teil des Spiels in den zahlreichen Dialogen. Die Gespräche zwischen dem Helden und den illustren Charakteren sind wieder einmal mit das Herzstück des Spiels. Das Essener Entwicklerstudio hat wieder einmal den Ruhrpottcharme mit Fantasy vermischt.

Umgeworfenes Level-System

Dementsprechend herrscht in Risen 2 wieder einmal ein rauer Umgangston. Ganz an die alte Klasse der Gothic-Reihe reichen die Dialoge in Risen 2 allerdings nicht heran. Das war beim Vorgänger leider kaum anders, doch die Diskussionen mit den Persönlichkeiten der Spielwelt sind deshalb nicht weniger interessant. Wie bereits erwähnt, sollten wir unbedingt mit jedem Charakter reden und uns möglichst gut mit ihnen stellen, um an die wichtigen Informationen über die Südsee und deren Geschichte zu erfahren. Hier zeigen die Entwickler, mit wie viel Liebe zum Detail sie gearbeitet haben, um die Welt möglichst realistisch zu gestalten. Dies ist auch beim Level-System zu bemerken, welches man für das neue Rollenspiel umgestaltet hat. Nach wie vor erhalten wir Erfahrungspunkte (mit dem Unterschied, dass sie jetzt Ruhmpunkte heißen), doch damit stufen wir nun nicht mehr unseren Helden auf. Stattdessen dürfen wir die Punkte eigenmächtig auf fünf unterschiedliche Attribute verteilen. Diese hören auf die Namen Klingen, Feuerwaffen, Härte, Gerissenheit und Voodoo. Je höher ein Attribut ausfällt, desto mehr Ruhmpunkte müssen wir für den Stufenaufstieg bezahlen. Lernpunkte gibt es übrigens jetzt auch nicht mehr. Stattdessen gehen wir zu einem Lehrer, bei dem wir nach Erreichen eines bestimmten Attributwertes die eine oder andere Fähigkeit für Gold erlernen können.

Limitierungen durch Talentwerte

Beispielspielweise bitten wir einen Meisterdieb, uns in der Diebeskunst zu unterrichten. Wenn wir genügend Klimpergeld auf den Tisch legen und die Voraussetzungen, wie das mindeste Attributlevel und gegebenenfalls andere bereits erlernte Fähigkeiten erfüllen, erhalten wir so einen Bonus auf die allgemeinen Talente. Um Truhen zu öffnen oder Leute auszurauben, ist jetzt also ein bestimmter Talentwert vonnöten. Im Falle des Taschendiebstahls kann ab sofort aber nichts mehr schiefgehen – ist der benötigte Talentwert erreicht, bemerkt der Beraubte nun nichts mehr. Liegt unser Wert darunter, ist die Funktion gar nicht auswählbar. Selbiges gilt auch für die Talente Silberzunge und Einschüchtern. Entweder es funktioniert oder die Option bleibt uns verwehrt. Das finden wir sehr schade, da diese Limitierung der Natürlichkeit der Spielwelt schadet. Wenn wir eine verschlossene Truhe knacken wollten, war es in Risen noch nötig, sich mit einer ausreichenden Anzahl an Dietrichen zu bewaffnen, die beim Versuch, die Truhe zu öffnen auch schon mal abbrechen konnten. In Risen 2 erhalten wir relativ früh im Spiel einen unzerstörbaren Dietrich, mit dem wir dann in einem Minispiel (welches sehr an The Elder Scrolls IV: Oblivion erinnert) so oft wir möchten das Schlösserknacken von vorne beginnen können – vorausgesetzt, dass wir auch hier über den nötigen Talentwert verfügen.

Natürlichkeit der Spielwelt

Was sich Piranha Bytes hierbei gedacht hat, ist uns ein Rätsel. Die Entwickler sollten darüber nachdenken, dieses Manko mittels eines Patchs zu verändern und das alte System wieder einzuführen, in welchem auch mal etwas schiefgehen kann. Zudem regen sich viele Bewohner der Spielwelt nicht mehr so wirklich darüber auf, wenn wir ihnen vor der Nase den einen oder anderen Gegenstand wegschnappen. Die sagen dann zwar was, aber machen nichts – wie einer der Charaktere in Risen 2 vortrefflich ausdrückt. Das Wegfallen der Lernpunkte kommt der Atmosphäre des Spiels aber deutlich zu Gute. Dadurch, dass jetzt nur noch der Wissenstand des Charakters und Gold als sehr natürliche Begrenzung für das Erlernen neuer Fähigkeiten dienen, wirkt das Gesamtbild wesentlich stimmiger. Die Stimmung kommt natürlich auch in den wenigen Gemeinden der Spielwelt zum Ausdruck. Das Piratennest, Puerto Isabella, das Dorf der Shaganumbi oder die Expedition der Inquisition wirken allesamt so, als seien sie für genau jenen Standort entworfen. Es ist lediglich schade, dass eine größere Stadt wie Khorinis in Gothic II (samt ihren zahlreichen Einwohnern) fehlt. Die unterschiedliche Architektur der Dörfer und Städte wirkt abwechslungsreich und man fühlt sich fast so wie in einer Stadt des siebzehnten oder achtzehnten Jahrhunderts der Südsee versetzt.

Problematisches Kampfsystem

Weniger gut fanden wir allerdings das Kampfsystem. Obwohl man zuvor versucht hat, mittels des Motion-Capturing-Verfahrens die Bewegungen im Kampf noch glaubhafter zu gestalten, wurde die Entwicklung hier gebremst. Herausgekommen sind Kämpfe gegen menschliche Gegner, die stellenweise sehr unfair gestaltet sind. Während wir gegen einen feindlichen Pirat im Zweikampf kämpfen, schießt sein Kollege meistens noch auf uns, woraufhin wir kaum die Gelegenheit haben, auszuweichen. Selbstverständlich wirkt das realistisch, doch die Abfolge der Schläge ist es bei weitem nicht. Dann und wann haben wir es erlebt, wie wir in eine Ecke gedrängt werden und einen Angriff nach dem anderen über uns erdulden mussten. Schlimmer wird dies mit dem einen oder anderen Gegner, der uns dann ähnlich wie die Wildschweine in Gothic 3 in eine Angriffskette verstrickt. Ganz so schlimm ist das in Risen 2 natürlich nicht, doch können wir über diese Fehler nicht hinwegsehen. Dafür freut es uns, dass wir die zweite Hand unseres Charakters wahlweise mit einer Pistole, einem Papagei oder mit Salz ausrüsten dürfen. Während die Funktionsweise der Pistole jedem geläufig sein sollte, kann der Papagei den Gegner ablenken und wenn wir dem Gegner Salz in die Augen streuen, nutzen wir einen so genannten schmutzigen Trick und erkämpfen uns leicht einen Vorteil im Gedränge.

Kaum spürbare Auswirkungen

Während die künstliche Intelligenz der Gegner teilweise übermächtig ist, können wir dies von unserer Crew leider nicht behaupten. Befinden wir uns im Zweikampf mit einem Gegner, so mischen sie sich nur selten in diesen ein und stehen oftmals lieber herum und genießen den Kampf. Wenn wir diesen auch noch verlieren und unter Umständen sterben, hauen sie uns noch einen zynischen Spruch hinterher. Das wäre witzig, wenn unsere Kooperation ordentlich im Kampf mitgemischt hätte. Sobald wir allerdings über eine Muskete verfügen, verlaufen die Kämpfe nochmals ungleicher ab – dieses Mal allerdings zu unserem Gunsten. Bei manchen Quests ist das aber umso fieser, da von uns dann und wann ganz klar ein fairer Zweikampf erwartet wird. Aber man kann einen Kampf zwischen einem Eingeborenen mit Speer und unserer Wenigkeit mit Schrotflinte bewaffnet kaum mehr als fair bezeichnen. Das Spiel macht hier allerdings keinen Unterschied. Es ist egal, wie wir den Kampf gewinnen. Der Ausgang ist der gleiche – der Quest ist erfüllt. Das ist auch irgendwie das Problem an Risen 2, weshalb es bei vielen Magazinen im Vorfeld herbe Kritik hagelte. Auswirkungen sind in Risen 2 kaum zu sehen. Es kommt zwar schon mal vor, dass ein Charakter mies auf uns gelaunt ist, wenn wir einmal nicht seiner Meinung sind, doch oft es ist es dann so, dass der Streit bald vergessen ist.

Der Weg zum Ziel

Dazu muss man auch die Dialoge mit einbeziehen. Entwickler Piranha Bytes schafft es zwar immer wieder sehr gut, unterhaltsame Geschichten zu erzählen und so auch immer wieder die bekannten Quests zu verkaufen, in denen wir beispielsweise zehn Pflanzen suchen, drei Gegner besiegen oder einen Gegenstand von einem Ort zum anderen bringen sollen, doch im Jahr 2012 reicht das einfach nicht mehr so ganz. Mit den Gesprächen und sogar mit den oftmals ähnlichen Quests kommen wir noch wunderbar zurecht, doch die Dialoge müssen spätestens beim Nachfolger deutlich facettenreicher werden. Es muss Entscheidungen geben, die sich auf Welt und Charaktere deutlich spürbarer auswirken. Wir reden hier nicht von unterschiedlichen Enden, sondern eher über den Weg zur Endsequenz, den die Entwickler deutlich abwechslungsreicher gestalten müssen. Zwar ist es in Risen 2 ab einer bestimmten Stelle möglich, die Inselwelt auf völlig verschiedenen Wegen zu bereisen, doch müssen wir alle Schauplätze aufsuchen, da sie für das Ende von Bedeutung sind. Obwohl das ein wenig negativ klingt, macht das Spiel trotzdem eine Menge Spaß und wer sich mit den Vorgängern arrangierte, ist auch mit Risen 2 zufrieden. Es ist aber definitiv nicht von der Hand zu weisen, dass andere Rollenspiele wie etwa The Witcher 2 oder Mass Effect 3 in Sachen Storytelling die Nase vorhaben.

Zusatzinhalte an Bord

Ob die erzählten Geschichten dann genauso witzig, spannend oder fantastisch sind, sei an dieser Stelle aber einmal dahingestellt. Fakt ist aber, dass Risen 2 genau solche Geschichten erzählen möchte – gerne auch in Quest-Reihen, die sich über die gesamte Inselwelt erstrecken. So ist es beispielweise bei zwei der drei bisher veröffentlichten Zusatzinhalte. Die Käufer der Collector’s Edition (auch in unserem Unboxing-Video zu sehen) freuen sich über den neuen Quest Die Schatzinsel, in der wir Patty dabei helfen, den Schatz ihres Vaters zu heben. Die Storyline beginnt im Piratennest von Takarigua und entführt uns später auf eine völlig neue Insel, auf der ungeahnte Gefahren lauern. Wer etwas tiefer in die Tasche greift und sich gleich die Stahlbarts-Schatz-Edition aneignet, erhält zudem noch den Zusatzinhalt Der Tempel der Lüfte. Hier treffen wir auf den Druiden Eldric, den Kenner noch aus dem Vorgänger her kennen dürften. Mit ihm befreien wir die Inselwelt vor einer Gargoyle-Bedrohung. Der Tempel der Lüfte lohnt sich unserer Meinung nach nur, wenn man auf viele zusätzliche Ruhmpunkte aus ist. Andernfalls bietet der Zusatzinhalt nur bedingt eine spannende Geschichte. Die Schatzinsel lohnt sich da schon mehr. Zum einen ist die Handlung der Aufgabe bedeutend für die Verbindung zwischen Patty und ihrem Vater und zum anderen erhält man am Ende des Zusatzinhalts einen Gegenstand, den man am besten so früh wie möglich in seinen Besitz bringen soll.

Kein Superheldendebakel

Durch die gelungene Spielstruktur und nahezu perfekte Einbindung der Zusatzinhalte in das Spielgeschehen beziehungsweise in den durchgehenden Handlungsstrang, ist für zukünftige Zusatzinhalte schon einmal vorgesorgt. Wir hoffen aber sehr, dass diese dann mit mehr als jeweils fünf Spielstunden daherkommen und bitte mehr neue Orte auf der Weltkarte mit sich bringen werden, die wir dann mit unserem im mittleren Teil des Spiels gekaperten Schiffs ansteuern dürfen. Während der gesamten Spielzeit ist es übrigens (unserer Beobachtung nach) nicht möglich, sich einen kompletten Superhelden zu erstellen. Das heißt, dass wir nicht alle Fähigkeiten erlernen können, da ab einer gewissen Stelle das Aufstufen der Attribute so teuer wird, dass wir schon qualvoll nach neuen Monstern in der Inselwelt suchen müssen. Da wir in unserer Testphase lediglich auf Seiten der Inquisition gespielt haben, können wir hier (noch) nicht abschließend sagen, wie sich das Anhäufen der Ruhmpunkte auf der Seite der Eingeborenen auswirkt. Durch den Zusatzinhalt Die Piratenkluft (liegt der Collector’s Edition bei) kommen wir aber schon sehr früh in den Genuss von 5% zusätzlichen Rumpunkten, die das Heranzüchten des Namenlosen ein wenig angenehmer erscheinen lassen. Wir gehen aber nicht davon aus, dass sich das im Gesamtbild auf jene Spieler auswirkt, die sich die normale Verkaufsversion des Titels leisten möchten.

Steam-Pflicht

Wichtig ist allerdings zu sagen, dass die PC-Fassung von Risen 2 auf Steam aktiviert werden muss – ein Weiterverkauf des Spiels wird danach unmöglich. Das finden wir zum einen sehr schade, da neue Kunden so von Anfang an Piranha Bytes ihr Vertrauen schenken müssen und bei Nichtgefallen (es soll tatsächlich Personen geben, die mit den Titeln des Entwicklerstudios nichts anfangen können) sind sie lebenslänglich an das Spiel gebunden. Piranha Bytes sollte unbedingt wieder einen anderen Kurs einschlagen, um den Titel für Interessierte attraktiver zu machen, zumal es heutzutage auch immer noch Leute gibt, die über kein Internet verfügen. Diese Personengruppe ist zugegebenermaßen klein, doch wer der Rollenspielschmiede sonst immer treu geblieben ist, wird jetzt vielleicht sehr enttäuscht sein. Obwohl man an Risen 2 sehr viel aussetzen kann, ist es trotzdem für sich genommen ein sehr gutes Spiel. An allen Ecken und Enden merkt man, dass sich Piranha Bytes treu bleibt und ein Spiel entwickelt haben, welches sie auch selbst gerne spielen möchten. Es ist das Spiel, was sich Fans immer und immer wieder wünschen und wenn dann doch einmal eine Neuerung auftritt, wie zum Beispiel die Fähigkeit Affentrainer, mit der wir ein kleines Äffchen in ein Haus schicken und es dabei selbst steuern dürfen, um das eine oder andere Item zu stibitzen, dann freut man sich als Fan natürlich über diese clevere Idee.

Das Spiel für die Fans

Eine Neuerung, die man vielleicht erwähnen sollte, ist die unterschiedliche Regeneration von Lebenspunkten. Während Proviant zwanzig Lebenspunkte auffrischt, dauert es eine Weile, bis der Wert erreicht wurde. Rum oder Grog hingegen funktionieren unverzüglich und auf aus den Vorgängerspielen bekannte Weise. Für Ausdauer gibt es übrigens keine Leiste mehr, doch können wir nur eine bestimmte Zeit lang rennen. Das wirkt ebenso natürlich, wie die Persönlichkeiten im Spiel. Der diebische Gnom Jaffar, der zynische Schiffsarzt Bones (Star-Trek-Fans dürfen jetzt gerne schmunzeln) und Heilerin Shani wirken nun nicht mehr so austauschbar wie die Charaktere des Vorgängers. Grafikfehler verzeiht man dann auch, wenn der Soundtrack umso energischer erklingt. Dieser stammt dieses Mal übrigens nicht von Kai Rosenkranz, sondern von Bastian Seelbach. Das macht aber nichts, da die Musikstücke wunderbar zum Setting passen. Auch wenn man den Weggang von Mittelalter-Fantasy hin zur Neuzeit-Fantasy nicht unbedingt mag, wird man sich trotzdem aufgrund der aus Gothic und Risen bekannten Mechaniken schnell heimisch fühlen. Wer einmal ins Piratenleben hinein geschnuppert hat, wird so schnell nicht mehr von Risen 2: Dark Waters loskommen und freut sich auf ein Abenteuer, welches ihn fünfundzwanzig bis dreißig Stunden vor den Bildschirm fesseln wird. Besitzer der Zusatzinhalte dürfen zehn Stunden draufrechnen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Ich bin ein Fan der ersten Stunde. Seit Gothic habe ich kein Spiel von Piranha Bytes mehr verpasst. Das sage ich nicht nur, weil sich die Spiele von einem Teil zum nächsten kaum verändern, sondern weil ich sie auch tatsächlich alle mehrmals durchgespielt habe. Obwohl sich langsam aber sicher das altmodische Modell bemerkbar macht, habe ich Risen 2: Dark Waters dennoch sehr, sehr gerne gespielt. Eigentlich war ich im Vorfeld noch nicht so sehr vom Setting überzeugt, da mich die letzten beiden Teile der Fluch-der-Karibik-Reihe eher vom Piraten-Setting weggegrault haben. Davon habe ich mich zum Glück nicht beeinflussen lassen uns bereits nach weniger als zwei Stunden Spielzeit war ich wieder vollends im Spiel gefangen. Nur noch ein Quest erledigen, mich nur noch bei Di Fuego einschleimen, nur noch den Gefangen befreien, nur noch eine Schrotflinte kaufen, nur noch den Jaguar erlegen – so und nicht anders habe ich die Anfänge des Spiels erlebt und das Schlimme daran ist, dass sich dieses Suchtgefühl durch das ganze Spiel zieht! Das meine ich nicht im Negativen – ich liebe es einfach, wenn mich eine virtuelle Spielwelt so fasziniert, dass ich kaum mehr Maus und Tastatur beiseite legen kann. Das schaffen nicht sehr viele Spiele und ich bin froh, dass Risen 2 seit meiner letzten Anspiel-Session auf der Gamescom 2011 nichts an seinem Glanz verloren hat. Zwar sehe ich ein, dass sich das eine oder andere Spielelement negativ verändert hat (insbesondere Taschendiebstahl und das Knacken von Truhenschlössern), doch aufgrund der gelungenen Atmosphäre und dem mir sonst sehr zusprechenden Spielprinzip konnte ich mich schnell damit abfinden. Für die Zukunft wünsche ich mir aber, dass Piranha Bytes so langsam mal mit der Zeit geht und ihr Spiel perfektioniert – ich denke nämlich, dass sie es selbst dann noch viel lieber spielen möchten!

Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Risen 2: Dark Waters!

Prime Time: Gothic (Fan Edition) Unboxing

Im Zuge unserer zahlreichen Gothic- und Risen-Unboxing-Videos hat unser Redakteur Eric einmal mehr in sein Regal gegriffen und sich die Fan Edition von Gothic heraus gefischt, um euch eine Fassung von Gothic vorzustellen, die so heute nicht mehr produziert wird. Nostalgiker dürfen gerne in Erinnerungen schwelgen.

Special: Role Play Convention 2012

Einige von euch waren sicherlich geschockt, als bekannt wurde, dass einige Publisher auf der Gamescom 2012 nicht vertreten sein werden. Darunter fallen unter anderem THQ, Sega und auch Nintendo. Letzteren Videospielhersteller haben wir auch auf der Role Play Convention in Köln schmerzlich vermisst.

Noch im letzten Jahr glänzte Nintendo auf der Role Play Convention als europäischer Publisher von Dragon Quest VI: Wandler zwischen den Welten, sowie einer tollen Metallpin-Aktion und einem Bus randvoll mit Nintendo-3DS-Systemen. Im Jahr davor präsentierte man uns das von Capcom entwickelte Action-Rollenspiel Monster Hunter Tri. In diesem Jahr wäre Nintendos Auftritt nicht nur zur Tradition geworden, sondern man hätte auch direkt mit einem potentiellen Rollenspiel-Hit-Kandidaten punkten können. Im Angesicht der bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft hätte sich Nintendo deutlich Pluspunkte einheimsen können und der Messe nicht fernbleiben dürfen. Zum anderen erschien vor kurzem in Japan das neue Fire Emblem für den hauseigenen Handheld, welches man gegebenenfalls auch hätte vorstellen können. Das einzige, was uns noch an Nintendo auf der Messe erinnert hat, waren drei tolle Cosplayer, welche die Gebrüder Mario und Hylianer Link in ihrer besten Form gemimt haben. Auf der Role Play Convention geht es natürlich nicht nur um Nintendo. Andere Publisher konnten mit ihren neuen Spielen ebenfalls punkten. Während wir uns bereits in der heißen Endtestphase des von Piranha Bytes stammenden Rollenspiel Risen 2: Dark Waters befinden, konnten sich unschlüssige Käufer auf der Messe selbst ein Bild vom neuen Piratenrollenspiel machen.

Neue Erfahrungen

Wer lieber an Land bleiben wollte, freute sich sicherlich darüber, dass Capcom mit Dragon’s Dogma vertreten war. Interesse am Titel war reichlich vorhanden, denn anders können wir uns den regen Ansturm am Capcom-Stand kaum erklären. Ruhige Naturen hatten auf der Role Play Convention zudem die Möglichkeit, sich einmal das Point-&-Click-Abenteuer Satinavs Ketten anzuschauen, welches im Das-Schwarze-Auge-Universum angesiedelt ist und ab Mitte Juni wohl zahlreiche Fans ansprechen wird, sofern sie sich mit dem Genre-Wechsel begnügen möchten. Auf der Kölner Rollenspielmesse geht es aber natürlich nicht nur um Videospiele, vielmehr ist das Event klar die erste Anlaufstelle für Rollenspieler aller Art. Es tummelten sich wieder einmal Fans aus allen Bereichen der Rollenspielwelt auf der Messe, um sich über Neuigkeiten in der Branche zu informieren, neue Brettspiele auszuprobieren oder sogar neue Erfahrungen zu sammeln. In diesem Jahr war es möglich Axtwerfen, Bogenschießen und auch Fechten in abgetrennten Bereichen auszuprobieren. Weniger schön waren die Preise, die wir für ein Glas Kölsch, ein Stückchen Zwiebelbrot oder eine Flasche Met auf den Tisch blättern sollten. Im Falle des unter Rollenspielern beliebten Honigweins war es sogar möglich, vorab einen Schluck zu probieren und Geschmackssorten von Kirsche bis Vanille auszuprobieren.

Facettenreiche Aussteller

Das ist ein feiner Zug seitens des Ausstellers, den wir bei zukünftigen Messen sehr begrüßen möchten. Auf dem Mittelaltermarkt wurden fleißig dutzende Waren feilgeboten. So fanden Lederrüstungen, Helme, Trinkhörner oder Schilde schnell einige neue Besitzer. Der ständige Nieselregen am ersten Messetag hat die düstere Mittelalteratmosphäre im Außenbereich dazu noch verstärkt. Spieler von Live-Action-Rollenspielen wurden ebenfalls im Innenbereich sehr gut bedient. Latexwaffen und Rüstungsteile (in Massenproduktionen) konnten auch dort für gepfefferte Preise erworben werden. Fans von Brettspielen freuten sich über die Anwesenheit von Pegasus Spiele, die hier ihre neuen Titel und ihre Klassiker vorstellten. Kartenspieler gingen auf der Convention nicht leer aus. Besonders Fans von Magic: The Gathering freuten sich über eine kleine Ecke, wo sie mit anderen Spielern das eine oder andere Duell austragen durften und sich gegenseitig neue Taktiken beibrachten. Wer mit dem hauseigenen Kartendeck nichts reißen konnte, hatte direkt die Gelegenheit, sich an Verkaufsständen mit neuen Booster-Packungen einzudecken und mit etwas Glück sein Deck aufzuwerten. Zu den Ausstellern bleibt jetzt noch zu sagen, dass wir uns darüber freuten, dass auch ambitionierte Projekte wie das Stargate Command Germany ihren Platz auf der Messe erhielten.

Hoher Lautstärkepegel

Die Role Play Convention ist definitiv kein Ort für Gelegenheitsbesucher, denn wer sich nicht mit der Materie auskennt und sich nur bedingt für Rollenspiele interessiert, wird sehr schnell die Lust beziehungsweise den Überblick verlieren. Selten war die Messe so vielseitig und dementsprechend interessant für Rollenspieler, die sich am liebsten gleich in allen Bereichen umschauen wollten. Jene Randgruppe war auf der Messe, zumindest am Samstag, zahlreich vertreten. Als Beweis möchten wir euch gerne unsere beiden Rundgänge durch das Innenareal und den Außenbereich empfehlen. Dort werdet ihr dann auch erkennen, dass es besonders im Eingangsbereich deutlich zu laut war. Der Aussteller Roccat sollte sich unbedingt einmal mit der Messeleitung unterhalten, um einen abgetrennten Bereich zu erhalten. In keiner deutschen Taverne des Mittelalters wäre es so laut zu gegangen, doch Gamescom-Besucher kennen das Problem bereits aus den letzten Jahren und von fast allen Messehallen. Im Angesicht von sehr hübschen Feen und schönen Jedi-Damen war die immense Lautstärke fast wieder vergessen – beim umherirrenden Link-Cosplayer holt uns unser Ersteindruck doch wieder ein. Nintendo fehlt uns auf der Messe. Wir hoffen sehr, dass sich der Konzern in keinem Streit mit der Koelnmesse befindet und wir uns im nächsten Jahr wieder auf Nintendo freuen dürfen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Axels Fazit (basierend auf dem ersten Messetag): Ich war zum ersten Mal auf der Role Play Convention und ich war doch leicht angetan. Nie war ich einer, der groß mit solch einer Thematik konfrontiert wurde und bin aufgrund dessen erstmal mit etwas Skepsis, als auch mit Begeisterung dorthin gegangen. Vorweg lässt sich sagen, dass ich diese Erfahrung nicht bereue und nächstes Jahr wahrscheinlich wieder vorbei schnuppern werde. Auf der einen Seite hat mich die Stimmung und die Atmosphäre im Allgemeinen ziemlich überzeugt. Überall sah man überwiegend gute Kostüme und Leute, welche sich duellieren. Dies kam mir zwar ein bisschen weltfremd vor, jedoch konnte ich mich schnell dafür begreistern und fiel Gefallen daran. Bis auf wenige Ausnahmen fand man diese Atmosphäre an jedem Stand wieder. Ausnahmen sind dabei die Slush-Eis-Maschinen auf dem Mittelaltermarkt, welche dort natürlich absolut nichts zu suchen haben. Auf der anderen Seite muss man sich doch ein wenig über die Lautstärke beschweren und über das, was man geboten bekommt. Hier liegt es aber eher an der Quantität, als an der Qualität. Für einen Eintrittspreis von 14 Euro bekommt man nur eine Halle zu sehen, welche man in einer guten Stunde schon komplett abgeklappert hat. Für Leute, welche sich einfach nur mal testweise mit der Materie auseinandersetzen wollten, ist dieser Preis viel zu hoch gegriffen für den kaum vorhandenen Umfang. Es lohnt sich also eher für jene Personen, die mit dieser Thematik deutlich mehr anfangen können oder jahrelang selbst Live-Action-Rollenspieler sind. Ansonsten war die Messe ein voller Erfolg und hat mir ziemlich viel Spaß bereitet – seien es die coolen Stormtrooper oder das Trinkspiel-Zelt.

Erics Fazit (basierend auf dem ersten Messetag): Seit 2009 habe ich keine einzige Role Play Convention verpasst. Jedes Jahre möchte ich aufs Neue über die Entwicklungen in der Branche auf dem Laufenden bleiben, auch wenn mich mein Interesse in erster Linie auf die Rollenspiele im Videospielsektor lenkt. In diesem Jahr blieb mir leider keine Zeit, mich mit Dragon’s Dogma auseinanderzusetzen und Risen 2: Dark Waters spiele ich derzeit eh auf dem heimischen Rechner. Mich persönlich (und ich denke man kann es diesem Special entnehmen) hat die Abwesenheit von Nintendo gestört. Sicherlich wäre im großen Ganzen Nintendo nur ein Hersteller unter vielen, doch ich hatte eigentlich schon fast damit gerechnet, in Inazuma Eleven ein paar Spiele auf dem Fußballplatz auszutragen oder gar an das neue Fire Emblem Hand anzulegen, wobei bei diesem Titel mittlerweile sowieso schon wieder nicht ganz klar ist, ob dieser überhaupt in Europa erscheinen wird. Die Atmosphäre war auf der Messe dennoch wieder einmal gewaltig. Selten sieht man so viele Cosplayer in Stormtrooper-Uniformen, die über das Messegelände huschen und für Fotos bereitstehen. Ich werde im nächsten Jahr definitiv wieder mit dabei sein und mich dann hoffentlich wieder auf Nintendo freuen.

Julians Fazit (basierend auf dem ersten Messetag): Als ich auf der Messe eintraf, wollte ich unbedingt den mittelalterlichen Markt sehen. Das Mittelalter-Feeling kam in gewisserweise so durch, so wie ich es aus dem einen oder anderen Rollenspiel her kenne. Besonders klasse fand ich sogar, dass ich am Met-Stand querbeet Honigwein probieren durfte. Eine tolle Sache, die ich auf den nächsten Rollenspielmessen in Köln in dieser Form gerne wiedersehen möchte. Außerdem war ich von der Menge an tollen Cosplayern begeistert. Ich konnte deutlich sehen, dass sich die meisten verkleideten Fans sich wirklich Mühe mit ihren Kostümen gegeben haben. Allerdings muss ich gestehen, dass ich es teilweise übertrieben fand, wie sich manche Besucher zu euphorisch ins Zeug gelegt haben. Trotzdem war der Besuch der Role Play Convention auch in diesem Jahr keine verschenkte Zeit. Hoffentlich wird es beim nächsten Mal wieder Met zum Probieren geben, denn den Chili-Geschmack spüre ich im Geiste auch noch Tage nach der Messe auf der Zunge.

Vielen Dank an die Messeleitung der Role Play Convention für die freundliche Bereitstellung der Eintrittskarten!

Prime Time: Role Play Convention 2012 (Mittelaltermarkt)

Vorgestern haben wir euch bereits unsere Impressionen zur Messehallte der Role Play Convention 2012 in Köln vorgestellt. Nahezu nahtlos an unseren Messenrundgang schließt sich unser Rundgang über den Mittelaltermarkt an. Wir hoffen sehr, dass ihr auch hier die teils schwankende Videoqualität entschuldigt, da vermehrt Besucher der Messe unseren Rundgang mit der Kamera in die Quere gekommen sind. Der permanente Nieselregen hat dann stellenweise auch für eine unruhige Hand gesorgt. Trotzdem hoffen wir sehr, dass euch auch unser Besuch des Mittelaltermarkts gefallen wird.

Prime Time: Role Play Convention 2012 (Messerundgang)

Am fünften und sechsten Mai 2012 öffente die Role Play Convention in Köln für alle Interessierten ihre Pforten. Auf der diesjährigen Messe hatten wir erstmals die Gelegenheit, einen Messerundgang durch den Innenbereich sowie über das Außenareal aufzunehmen. Bitte entschuldigt die schwankende Videoqualität, doch aufgrund des regen Besucheransturms und ungünstigen Lichtverhältnissen ist es gelegentlich zu unscharfen Bildern gekommen. Die eingefangenen Impressionen der Messehalle möchten wir euch trotzdem in voller Länge heute in unserer Prime Time präsentieren:

Prime Time: Gothic 3 (Enhanced Gold Edition) Unboxing

Wer von euch die ersten beiden Gothic-Episoden ausgiebig gespielt hat und den dritten Teil aufgrund seines eher schlechten Rufes damals ausgelassen hat, bekommt mit der Enhanced Gold Edition von Gothic 3 genau das richtige Angebot, den Rollenspieltitel aus dem Jahre 2006 nachzuholen. Mit den Community-Patches wirkt das Spielerlebnis gleich viel angenehmer. Wir wünschen euch gute Unterhaltung mit unserem Unboxing-Video!

Prime Time: Gothic (Complete Collection) Unboxing

Nachdem wir vorgestern bereits die Stahlbarts-Schatz-Edition von Risen 2 auf unserer Seite vorgestellt haben, möchten wir direkt einmal auf die Complete Collection von Gothic hinweisen, in welcher sämtliche Gothic-Teile (bis auf Arcania: Gothic 4) enthalten sind. Für Fans von Risen, welche die Anfänge von Piranha Bytes miterleben möchten, ist diese Box sicherlich goldrichtig.

Prime Time: Risen (Collector’s Edition) Unboxing

Nachdem wir vorgestern bereits die Collector’s Edition beziehungsweise die Stahlbarts-Schatz-Edition von Risen 2 vorgestellt haben, möchten wir gerne darauf aufmerksam machen, dass man sich bei großen Online-Händlern wie Amazon immer noch für einen sehr humanen Preis mit der Collector’s Edition von Risen eindecken kann. Wer sich dafür interessiert, dem bieten wir jetzt unser Unboxing-Video an.

Prime Time: Risen 2 (Stahlbarts-Schatz-Edition) Unboxing

Nach mehr als einem Jahr kehren wir mit einer beliebten Rubrik auf unserer Seite zurück. Die Rede ist von der Prime Time! Das feiern wir gleich mit einem Unboxing-Video zum gestern erschienenen Risen 2 in der Stahlbarts-Schatz-Edition. Wir wünschen euch gute Unterhaltung während des fast achtzehn Minuten langen Videos!

Review: A bittersweet Life

Der Film Noir ist ein Genre, welches in den Anfängern der amerikanischen Filmgeschichte entwickelt wurde, aber mittlerweile kaum mehr behandelt wird. Da freut es uns, dass auch einmal ein koreanischer Film dieser Gattung den Weg auf die Leinwand fand.

Hierzulande blieb es Kim Jee-woons Werk leider verwehrt, in Kinos gezeigt zu werden. 2006 erschien der Film zwar auf DVD, doch wurde er eher durch Mundpropaganda und diversen Ausstrahlungen im Fernsehen bekannt. Fast ganze sieben Jahre später ist es A bittersweet Life auch vergönnt, in einer ordentlichen Qualität auf Blu-ray in Deutschland zu erscheinen. Hier erhalten wieder einmal den circa dreißig Sekunden längeren Director’s Cut. Dieser ist an der einen oder anderen Stelle logischer aufgebaut als die südkoreanische Kinofassung, doch der Datenträger hätte mit einer geschickten Einspielung auch beide Fassungen beinhalten können. Die Schnitte sind jedoch nur marginal und die Kernaussage des Films kommt trotzdem noch sehr gut zur Geltung. Die Handlung des Films beginnt mit dem Leben von Sun-woo. Er ist die rechte Hand des Gangsterbosses Kang. In jeder Situation bewahrt er einen kühlen Kopf und erledigt seine ihm gestellten Aufgaben mit Ehre und Gewissen. Wenige Szenen später erfährt Sun-woo von Kangs Geliebten. Auf diese soll er ein Auge werfen, solange er nach Shanghai verreist ist, denn Kang hat den Verdacht, dass sie eine Affäre mit einem anderen Mann hat. Nach einigen Tagen bewahrheitet sich die Vermutung und Sun-woo erwischt Kangs Geliebte Hee-soo mit jemand anders. Aufgrund seines Sinneswandels lässt er die beiden am Leben.

Gefühlswelt eines Todgeweihten

Sun-woo beginnt einen Fehler und da er sich auch sonst bei gefährlichen Gangstern unbeliebt macht, hat er auf einmal mehrere Feinde, die sich ihm gemeinsam in den Weg stellen und ihn am liebsten tot sehen möchten. Nachdem Sun-woo gefoltert und fast getötet wird, gelingt ihm die Flucht aus einer alten Lagerhalle. Spätestens ab diesem Zeitpunkt nimmt die Wut in ihm überhand. Sun-woo sinnt nach Rache und mischt die Seouler Unterwelt mit Gewalt auf, um die Leere in sich zu füllen und die Ursacher seiner schlechten Erinnerungen endgültig zu beseitigen. Dabei wird das Schauspiel mit einer ungewohnten musikalischen Untermalung begleitet. Während man von diversen koreanischen Action-Filmen eher schrille Pop-Musik gewohnt ist, wirkt der Soundtrack von A bittersweet Life eher mexikanisch und an einigen Stellen auch klassisch. Es ist ungewohnt, einen Film dieser Machart mit diesen Klängen zu hören, doch schon bald stellt sich heraus, dass eben genau diese Musik für A bittersweet Life unumgänglich ist. Sun-woo mitsamt seiner Gefühlswelt wird so vortrefflich gut eingefangen. Kim Jee-woon hat eindeutig die richtigen Stücke der Komponisten ausgewählt und jene Szenen des Films entfernt, welche die Grundzüge des Films zu stark verändert haben. Das bemerken wir spätestens, sobald wir die entfallenen und gelöschten Szenen im Bonusmaterial untersuchen.

Stilistisches Zusammenspiel

Das Bonusmaterial ist in A bittersweet Life zahlreich vertreten. Neben den bereits erwähnten entfallenen und geänderten Szenen kommen wir in den Genuss von dokumentarischen Videos über den Stil des Films, einem Making-of mit zwei verschiedenen Kommentaren und weiteren interessanten Videos über die Entstehung des Films. Darunter fallen zum Beispiel Fragen von Mitarbeitern an Mitarbeiter von A bittersweet Life. Insgesamt beläuft sich das Bonusmaterial auf mehr als ganze drei Stunden. Wenn wir zudem noch die beiden Audiokommentare über die gesamte Länge des Films hinzurechnen, kommen wir auf über sieben Stunden Laufzeit. In A bittersweet Life gibt es keine Szene, die nicht essentiell für die auf 115 Minuten ausgelegte Handlung ist. Alle Einstellungen und Schauspieler wirken im Zusammenspiel mit dem Bild in 1080p und im 16:9-Format (2,35:1), samt der eingängigen Farbtongebung und dem Aufbau der Kulissen stimmig, um das Gefühl der Leere treffend zu beschreiben. In A bittersweet Life wurde sehr viel Wert auf die Dialoge gelegt, so kommen einige Szenen auch mal mit einigen Sekunden Stillschweigen aus, bis die Antwort des Gesprächspartners ertönt. Lee Byung-hun, Kim Yeoung-cheol und Shin Min-ah machen diesen Film Noir zu einem einprägsamen Werk des Genres. Filmliebhaber kommen um Kim Jee-woons Film aus dem Jahr 2005 absolut nicht herum.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf dem Director’s Cut der Blu-ray-Fassung): Lange Zeit war der Film auf meinem Radar, nachdem ich ihn vor fast einem Jahr nachts einmal bruchstückhaft im Fernsehen verfolgt habe. Endlich konnte ich A bittersweet Life komplett und ohne nervige Unterbrechungen genießen und bin begeistert. Die dumpfen Musikstücke gehen sehr gut auf das Innere von Sun-woo ein, beschreiben seine Leere und die Wut, die in ihm aufkommt. Sehr prägnant sind auch die Szenen, in denen man sich entschieden hat, keine Musik einzuspielen und stattdessen die Geräusche des Nachtlebens von Seouls in den Vordergrund zu rücken. Es ist dem Regisseur absolut gelungen, hier einen Film zu erschaffen, an dem es für mich so gar nichts auszusetzen gibt. Fans des koreanischen Action-Kinos erwarten aufgrund der falschen Angabe auf der Blu-ray-Packung vielleicht einen Action-Film und werden aber mit wenigen Action-Szenen abgestempelt, doch dies sollte kein Grund sein den Film zu verschmähen. Von Anfang bis Ende kann der Film mit seinen teils intelligenten und teils passend stupiden Dialogen mitsamt seinen Schauspielern und der stilistischen Gestaltung punkten. A bittersweet Life ist ein Film Noir, der neben L. A. Confidential und Chinatown auf dem Genre-Thron koexistieren darf.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von A bittersweet Life!

Review: The Restless: Kampf um Midheaven

Fantasy-Filme haben in Südkorea einen schweren Stand. So gab es bis Jahr 2006 dort laut Regisseur Cho Dong-oh von The Restless: Kampf um Midheaven keinen einzigen Film des Genres. The Restless stellt also gewissermaßen eine kleine Besonderheit dar.

Yi Gwak ist der letzte noch lebende Dämonenjäger in einer Welt, die von Dämonen geradezu überrannt wird. Eines Tages rettet er eine an einen Baum gefesselte Frau, die geopfert werden soll, vor den angreifenden Teufeln. Von den Dörflern wird er mit einem Mahl belohnt, aber die Freude währt nicht lange, denn der Wein wurde von einem der Dorfbewohner zuvor vergiftet. Yi Gwak gelingt zwar die Flucht aus dem Dorf, doch stirbt er an der Wirkung des Giftes. Er wacht anschließend im Vorhimmel (vermutlich der titelgebende Midheaven) wieder auf, doch es stellt sich heraus, dass Yi Gwak nicht wirklich gestorben und als Lebender in den Vorhimmel gekommen ist. Ihm ist somit untersagt, nach 49 Tagen in einem neuen Körper wiedergeboren zu werden. Zudem ist es mit der ewigen Ruhe ebenfalls vorbei, als Yi Gwaks ehemalige Verbündeten mit Waffengewalt Unruhe stiften. Vor seiner Ankunft im Vorhimmel haben diese bereits alle Wächter und Erzengel getötet – bis auf einen. Die hübsche Yon-hwa ist die einzige Himmlische, die die grausigen Taten von Ban-chu und seinen Anhängern noch nicht am eigenen Leben spüren musste. Sie ist nicht nur die Besitzerin eines für Ban-chu sehr wichtigen Seelensteins, sondern auch noch die verstorbene Geliebte von Yi Gwak. Ein Kampf auf Leben und Tod, für die Rettung von Midheaven und den Schutz von Yon-hwa beginnt.

Bezaubernder Vorhimmel

Midheaven ist ein magischer Ort, an dem die Seelen der Verstorbenen nach den Lehren des Buddhismus gelangen. In The Restless wird dieser Ort der asiatischen Mythologie als schöner und ruhiger Platz in der Welt der Toten angesehen. Die Macher haben sich bei der optischen Gestaltung an vielerlei Kulturen Asiens, vorzugsweise Japan, China und natürlich auch Korea bedient. Diese Mischung macht bei den Dörfern und Städten im Vorhimmel einen gelungenen Eindruck. Wer die verschiedenen Architekturen und kulturellen Einflüsse dieser Länder nicht kennt, wird sie auch nicht bemerken und sich vor allem nicht daran stören. Um den Film auch mit stilistischen Mitteln auf die Leinwand zu zaubern, hat man sich nicht nur der asiatischen Martial-Arts-Szene zugewandt. Kämpfe sind zwar ein wichtiger Bestandteil für die Handlung, doch ihre Umsetzung hat uns dabei gerade zu vom Hocker gehauen. Computereffekte haben wir in einem südkoreanischen Film schon sehr lange nicht mehr dermaßen hübsch umgesetzt gesehen. Sie lassen sich zudem locker mit Filmen wie Der Herr der Ringe vergleichen. Das ist ebenfalls bei den hübschen Landschaftsbildern zu bemerken, wo im Hintergrund zum Beispiel das Wasser eines riesigen Wasserfalls in die Tiefe rauscht. Solche HD-Momente gibt es in The Restless immer wieder quer über den Film verteilt. Da stört es auch kaum, dass sich die fantasievolle Story kaum entfaltet und die Motive der Charaktere von Anfang an klar sind.

Erstlingswerk eines Regisseurs

Interessant und essentiell sind die eingespielten Rückblenden an Geschehnisse, die vor der Filmhandlung stattgefunden haben, aber dennoch. Hier merken wir auch, dass der Regisseur am liebsten eine Trilogie auf die Leinwand gezaubert hätte, um die Ereignisse chronologisch abzuarbeiten. Allerdings war The Restless Cho Dong-ohs erstes filmische Werk und wenn ein Regisseur erst einmal auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen muss, gibt man ihm nur selten zu viel Geld in die Hand, um seinen Traumfilm zu verwirklichen. Am Ende war The Restless zudem kein Kassenschlager in den südkoreanischen Kinos. Hierzulande wurde der Titel, wie es bei asiatischen Filmen so oft der Fall ist, direkt auf DVD beziehungsweise Blu-ray veröffentlicht. In der Blu-ray-Fassung wird der circa 100-minütige Spielfilm in 1080p und im 16:9-Format (2,35:1) präsentiert. Das Tonformat ist so wohl in Koreanisch (mit aktivierbaren Untertiteln in Deutsch und Niederländisch) und im Deutschen in DTS-HD 5.1 gehalten. Für die deutsche Synchronisation wurde unter anderem Simon Jäger verpflichtet, der mit seiner angenehmen Stimme Yi Gwak zum Sprechen bringt. Als Bonusmaterial liegen interessante Einblicke in die Produktion des Films in Form eines Making-ofs vor. Außerdem enthalten sind TV-Spots und Trailer zu The Restless, sowie ein durchgehender Audiokommentar mit und vom Regisseur. The Restless: Kampf und Midheaven ist ein optisch beeindruckender Film, der teils an seiner nicht gerade tiefgründigen Handlung kränkelt, aber dennoch genügend fantasievolle Elemente bietet, um Fantasy-Fans anderthalb Stunden lang gut zu unterhalten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): The Restless: Kampf um Midheaven ist für den ersten Film eines neuen Regisseurs ein optisch beeindruckender Film. Spezialeffekte werden in vielen Filmen bis zum Ultimo getrimmt und zum Teil überbewertet. In The Restless befindet sich die Qualität der Effekte genau auf dem Level, um das filmische Erlebnis angenehm zu gestalten. Zwar fällt es dadurch schneller auf, dass die Handlung nicht immer so ganz überzeugen kann, doch Rückblenden und die passenden Schauspieler machen dieses Manko schnell wieder wett. Ich finde es jedoch schade, dass man Cho Dong-oh gerade einmal so viel Geld zur Verfügung gestellt hat, damit er den Film grundlegend so erschaffen kann, wie er es sich immer vorgestellt hat. Durch die kurze Lauflänge fällt schon bald auf, dass die Story auf mindestens zwei Filme hätte ausgelegt werden sollen, um sie noch stärker, besser und intensiver an den Zuschauer vermitteln zu können. Wer derzeit sehnsüchtig auf den ersten Teil von Der Hobbit wartet und dringend Fantasy-Nachschub braucht, sollte zu The Restless: Kampf um Midheaven greifen. So habe ich Fantasy bisher nämlich noch nie erlebt.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Restless: Kampf um Midheaven!

Review: 1911 Revolution

In diesem Jahr jährte sich ein Ereignis zum einhundertsten Mal. Seit einhundert Jahren ist China ohne Kaiser und eine Republik. Zu diesem Anlass wurden die Ereignisse von 1910 bis 1912 im Film 1911 Revolution noch einmal zusammen gefasst.

Die Bevölkerung Chinas leidet zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur unter den feindlichen beziehungsweise ausländischen Mächten, die einige Teile des Landes besetzt haben, sondern auch unter der Regierung selbst. Die Qing-Dynastie herrschte zu diesem Zeitpunkt seit mehr als 250 Jahren. Da Kaiserinwitwe Longyu nichts gegen die Besatzer unternimmt und das Volk leiden muss, wird der Widerstand im Volk immer größer. Aus der Bevölkerung entsteht eine neue Armee, die sich den Streitkräften des Kaisers widersetzen. Anführer der Revolution sind Huang Xin und Sun Yat-sen. Insbesondere Letzterer ist für das Ziel der Revolution, die seit über zweitausend Jahren bestehende Monarchie zu stürzen, von Bedeutung. Zweitrangig wird im Film eine unterhaltende Geschichte erzählt, viel mehr möchte das Werk uns die Eckpfeiler der Revolution näherbringen, in der viel Blut vergossen wurde. So erleben wir in 1911 Revolution, wie der bewaffnete Aufstand von Wuchang stattgefunden hat und wie die Kaiserinwitwe später zur Abdankung gezwungen wurde. Diese Szenen werden durchgehend mit informativen Texten, die ein Erzähler vorliest, kurz ein- oder ausgeleitet. Besonders gut zur Geltung wird die Reaktion der Kaiserhauses eingefangen, welches immer mehr an Macht verliert und bei den Revolutionären auch keine Chance mehr dazu hat, zumindest eine konstitutionelle Monarchie zu etablieren. Somit ist ebenfalls die andere Seite des Konflikts deutlich charakterisiert.

Die Xinhai-Revolution

Man möchte um jeden Preis eine Republik in China gründen und das gerne ohne Blutvergießen. Es ist beachtlich, wie gut die Charaktere mit ihren Vorstellungen der idealen Herrschaft im Land umgehen und welche Entwicklung sie im Verlauf der auf zwei Stunden ausgelegten Handlung durchmachen. Man kann von der heutigen Volksrepublik China halten was möchte, damals war eine Revolution wohl unumgänglich, um das Reich der Mitte vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Somit kann man definitiv davon sprechen, dass die Xinhai-Revolution eines der bedeutendsten Ereignisse in der Geschichte Chinas, sogar eines der wichtigsten Ereignisse in der Weltgeschichte gewesen ist. 1911 Revolution ist ein beeindruckender Historienfilm, welcher das Nationalgefühl von China gut zum Ausdruck bringt und ein elementares Stück der chinesischen Geschichte behandelt. In die Rolle von Longyu schlüpft Joan Chen und Winston Chao verkörpert abermals Dr. Sun Yat-sen. Nicht nur von seinem verblüffenden Schauspieltalent, sondern auch vom Aussehen könnte man sich kaum jemand besseres für diese Rolle aussuchen. Dem einen oder anderen Zuschauer wird es verwundern, dass Jackie Chan in die Rolle des Huang Xin schlüpft. Ist das Multitalent normal für seine humoristischen Figuren in diversen Action-Filmen bekannt, mimt er hier einen starren und ernsthaften Menschen. In diesem Film ist Chan allerdings nicht nur Schauspieler, sondern auch als Regisseur tätig.

Realistisches Kriegsszenario

Der Brillanz des Films tut dies allerdings keinen Abbruch, nur die eine oder andere Action-Szene wirkt etwas komisch. So haben wir bei den vielen umherschnellenden Kugeln eher das Gefühl, wir würden die aus der Star-Wars-Saga her bekannten Blaster-Effekte in den Gassen und Straßen der Städte erkennen. Bis auf diese einzige Kleinigkeit wirken die Effekte in Chans einhundertstem Film (sofern dies zutrifft, in einem Interview gesteht er ein, dass er sich da selbst nicht sicher ist und er das erst einmal prüfen müsse, da er in seinen Filmen nicht nur als Regisseur und Schauspieler mitwirke) realistisch. Bomben und Granaten explodieren mit ordentlichem Krach und wenn man sich erst einmal die Ausmaßen der Auseinandersetzungen ansieht, dann wird man richtig in die Atmosphäre der Revolution gezogen. Man leidet mit den Verwundeten und Opfern mit. Optisch sieht der Film in 1080p sehr gut, wenn aufgrund des Settings (Schützengräben, Schlachtfelder) oftmals auch etwas karg aus. Die Musik von Ding Wei untermalt das Geschehen sehr gut. Bedrohliche, ruhige und wichtige Szenen werden ausgezeichnet zum Ausdruck gebracht. Die intelligenten Dialoge bereichern den Inhalt des Films, sowohl in der deutschen Synchronfassung als auch in Mandarin. Beide Tonspuren liegen auf der Blu-ray in DTS-HD 5.1 vor. Untertitel darf man sich in Deutsch und Niederländisch hinzuschalten.

Halbgares Bonusmaterial

Bei den eingangs bereits erwähnten eingeblendeten Texten werden aber auch bei der deutschen Tonspur Untertitel hinzugeschaltet, die allerdings meistens zu schnell verschwinden. Hier hätte Mighty Titles die eingeblendeten Untertitel nach Fertigstellung ruhig noch einmal überprüfen  können. 75 Minuten Bonusmaterial ist auf der Blu-ray neben ein paar einzelnen Trailern ebenfalls enthalten, doch nur die halbstündige Pressekonferenz konnte uns wirklich überzeugen. Hier wurden dann wichtige Fragen und zu den Charakteren von Jackie Chan und Co. beantwortet. Es wäre auch toll gewesen, mehrere Interviews mit dem Martial-Arts-Star und seinen Kollegen auf der Disc vorzufinden, doch einzig und allein das Interview mit Li Bingbing hat uns nicht sonderlich vom Hocker gehauen. Nicht informativ und zu kurz ist es ausgefallen. Der restliche Bonus beschränkt sich auf B-Roll-Material und kurze Making-ofs, die aber ebenfalls leider nur wie pures B-Roll-Material wirken. Eine Dokumentation über die Geschehnisse von 1911 hätten das Gesamtwerk abgerundet. Unterm Strich bleibt aber dennoch ein mehr als ansehnlicher Film. Wer sich für die Geschichte Chinas interessiert und sich dabei die eine oder andere Freiheit im Handlungsverlauf gefallen lässt, der darf sich auf 121 Minuten pure Spannung und tolle Dialoge in einem realistischen Setting freuen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich bin nicht gerade der Fan von einer Republik, zumindest nicht in Filmen. Eine Geschichte, die in einem Kaiserreich oder in einer Monarchie stattfindet, gefällt mir unweit mehr. Obwohl dies zu Beginn der Handlung noch der Fall ist, konnte mich die Handlung von 1911 Revolution auch nach der eingeleiteten Wende immer noch in ihren Bann ziehen. Das unter den ausländischen Besatzern und der Herrschaft der Qing-Dynastie leidende Volk beginnt sich nach den Opiumkriegen gegen die Ungerechtheit langsam aber sicher aufzulehnen. Das Ergebnis ist eine Revolution, die aus der Monarchie in China schlussendlich eine bis heute währende Republik, wenn vielleicht auch in einer nicht von Anfang an so gewollten Form, besteht. Ich finde es erstaunlich, wie gut die Rollen von Huang Xin und Dr. Sun (Sun Yat-sen) in 1911 Revolution verkörpert werden. Der Film hat genau die richtige Länge, greift alle wichtigen Eckpfeiler ab und nimmt sich dabei auch die eine oder andere Freiheit, um die Geschichte weiterzuspinnen. Einzig allein interessant hätte ich es gefunden, die am Ende der Handlung angelegten Verhandlungen etwas in die Länge zu ziehen und mehr über die Herrschaft der Qing-Dynastie zu erfahren. Die Ausgangslage ist im Film einfach nur, dass die Herrschaft unter den Qing schlecht ist. Ich werde mir Jackie Chans einhundertsten Film irgendwann noch einmal anschauen und zwar spätestens dann, wenn ich mir noch mehr Hintergrundwissen über die Geschichte Chinas angeeignet habe, damit mir an der einen oder anderen Stelle hoffentlich noch mehr Details auffallen. Abschließend möchte ich den Film allen empfehlen, die sich für die Geschichte Chinas interessieren.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von 1911 Revolution!

Gewinnspiel (20. – 27. April 2012)

Am fünften und sechsten Mai 2012 ist es endlich wieder soweit. Die Role Play Convention in Köln öffnet ihre Pforten und lädt alle Interessenten ein, sich ein Bild über die neusten Trends und Entwicklungen der Branche auf mehr als zwanzigtausend Quadratmetern anzuschauen. Brett-, Würfel-, Karten-, Tabletop- und Videospiele möchten von euch ausgiebig ausprobiert und angespielt werden. Auch für Live-Action-Role-Playing-Spieler wird sicherlich das eine oder andere Schmankerl mit dabei sein. Bei den Händlern wird es wohl auch in diesem Jahr möglich sein, sich mit neuen Rollenspielartikeln auszustatten. Das ist jedoch bei weitem noch nicht alles, denn auf einem dreitausend Quadratmeter großen Außenbereich findet auch 2012 wieder einmal ein Mittelaltermarkt statt. Die beste Gelegenheit, sich bei einem gekühlten Met mit Gleichgesinnten zu unterhalten!

Falls ihr geplant habt, die Messe in Köln-Deutz zu besuchen, dann habt ihr jetzt noch schnell die Möglichkeit, jeweils zwei von insgesamt sechs Dauerkarten für die Veranstaltung zu gewinnen. Um am Gewinnspiel teilnehmen zu können, wird ein Konto beim Social Network Facebook vorausgesetzt. Werdet dort Fan unserer Facebook-Seite und teilt den Hinweis des Gewinnspiels öffentlich mit euren Freunden, Bekannten und Verwandten. Nach Ablauf der Verlosung werden die Gewinner zufällig von uns ermittelt und schriftlich benachrichtigt. Sobald uns die Adressen der glücklichen Gewinner vorliegen, werden die Karten mittels der Deutschen Post verschickt.

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet und ihren Erstwohnsitz innerhalb der Bundesrepublik Deutschland haben. Bei minderjährigen Nutzern wird eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten benötigt. Mitarbeiter von Gameplay Gamers, der Koelnmesse und die Verantwortlichen der Role Play Convention sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Gewinner werden nach Ablauf der Verlosung schriftlich informiert. Aufgrund des kurzfristigen Gewinnspiels, müssen sich die Gewinner innerhalb von 24 Stunden nach der Benachrichtigung bei uns melden, damit ein rechtzeitiger Versand der Karten noch möglich ist. Sollten die Gewinner diese Frist versäumen, erhalten nach denselben Gewinnspielregeln andere Teilnehmer die Chance auf den Preis (mit einer Zeitlimitierung von 12 Stunden sich zu melden). Aus Datenschutzgründen werden die Gewinner namentlich selbstverständlich nicht von uns auf Gameplay Gamers oder auf Facebook erwähnt. Sie dürfen sich aber sehr gerne selbst als solche zu erkennen geben. Teilnahmeschluss ist der 27. April 2012, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Review: War of the Arrows

In den meisten Fällen werden epochale Schlachten durch Schwerter ausgetragen. War of the Arrows bedient sich diesem Klischee nicht und präsentiert uns aufregende Abenteueraction, in welcher der Konflikt durch spitze Pfeile ausgetragen wird.

Im Jahre 1636 unserer Zeitrechnung überfällt eine große Armee der chinesischen Mandschu-Dynastie die koreanischen Ländereien. Sie sind weniger darauf bedacht, Dörfer und Städte zu vernichten, sondern sie wollen eher die unschuldigen Bewohner gefangen nehmen und in die Mandschurei verschleppen. Nam-yi hat einst seinen Vater verloren und fühlt sich deswegen minderwertig, zumal sein Vater als Verräter von den Anhängern des Königs ermordet wurde. Ausgerechnet an dem Tag, wo seine Schwester gegen seinen Willen heiratet, fällt die Armee ein. Als einziger Überlebender des Gemetzels stellt Nam-yi fest, dass seine Schwester von den Eindringen entführt wurde. Er folgt den Spuren der Soldaten, die viele der Bewohner über den Grenzfluss verschleppen wollen. Gerade nachdem das nächste Blutbad am Fluss seinen Lauf genommen hat, tritt Nam-yi ins Geschehen. Er hat nichts zu verlieren und kämpft sehr erfolgreich gegen seine Feinde, doch seine Schwester wurde derweil zum Prinzen gebracht – das nächste Ziel vor Augen und mit seinen geretteten Verbündeten an der Seite, macht sich Nam-yi auf, seine Schwester aus den Fängen der Mandschu-Dynastie zu befreien. Dabei stellt sich ihm allerdings der mandschurische Krieger Jiusinta in den Weg, der ebenfalls ein Meister in der Kunst des Bogenschießens ist und Nam-yi endgültig aus dem Weg räumen möchte.

Die Kunst des Bogenschießens

An den koreanischen Kinokassen konnte War of the Arrows binnen kurzer Zeit ganze sieben Millionen Zuschauer in seinen Bann ziehen. Das können wir nur bedingt verstehen. Der Film nimmt sich zu Beginn der auf über zwei Stunden ausgelegten Handlung zu viel Zeit, um die Hauptcharaktere vorzustellen. Sobald die Mandschu allerdings angreifen, gewinnt die Story schnell an Fahrt und kann dann durchgehend bis zum Ende überzeugen. Dadurch, dass fast alle Kämpfe nahezu ausschließlich mit Pfeil und Bogen ausgetragen werden, entwickelt sich in War of the Arrows eine ganz andere Dynamik, als es in anderen Abenteuerepen der Fall ist. Das Landschaftsbild Koreas wird dabei sogar noch konkreter mit in die Szenerie eingebaut. So erscheint eine karge Landschaft geradezu lebendig, wenn plötzlich Pfeile über die Ebenen schnellen und auf fliehende Menschen treffen. Szenen, die im Wald stattfinden, wirken somit noch intensiver. Durch schnelle Bewegungen der Darsteller und abgeschossene Pfeile machen diese Szenen einen aufregenderen Eindruck auf uns, als es vielleicht ein Schwertkampf tut. So schwach die Handlung an der einen oder anderen Stelle auch wirkt. Neben den stilistisch gut in Szene gesetzten Auseinandersetzungen, können auch die Schauspieler Pluspunkte für sich sammeln. Park Hae-il trägt mit seiner starren Mimik genau die Emotionen für Nam-yi bei, die wir von seinem Charakter erwarten. Schließlich hat er kaum mehr etwas zu verlieren.

Fehlende Hintergründe

Schauspieler, Kämpfe und das Landschaftsbild wirken in 1080p und im 16:9-Format (2,35:1) zusammengenommen passend. Unterstützt wird die Auseinandersetzung zwischen China und Korea durch einen gelungenen Soundtrack, der zwar nur sehr wenige Stücke aufweist, aber an die jeweilige Gegebenheit ständig angepasst wird. Einige Szenen kommen glücklicherweise auch ohne musikalische Begleitung aus, um etwa das Leid der Gefangenen zum Ausdruck zu bringen. Das Tonformat liegt sowohl im Deutschen, als auch im koreanischen Original in DTS-HD-5.1-Master-Audio vor. Das Original wirkt ein wenig intensiver, doch die deutschen Synchronsprecher wurden keinesfalls fehlbesetzt. Zur koreanischen Tonspur lassen sich wie so oft deutsche oder niederländische Untertitel zuschalten. Bonusmaterial ist auf der Blu-ray fast nicht zu finden. Neben den üblichen Trailern zu anderen Produkten aus dem Hause Splendid Film, befinden sich auf der Disc der originale Filmtrailer, ein sehr kurzes Making-of und ein paar Minuten B-Roll-Material. Das zusätzliche Material kommt im Gegensatz zum 122-minütigen Film gerade einmal auf fast 15 Minuten. Das ist sehr wenig, zumal man ausländischen Zuschauern wie uns den geschichtlichen Hintergrund der Invasion sehr gut hätte näherbringen können. So ist und bleibt War of the Arrows ein actiongeladener und spannender Film für einen verregneten Nachmittag. Sammler freuen sich aber immerhin über ein Wendecover ohne FSK-Logo. Fein.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Mittlerweile bin ich ein großer Fan des südkoreanischen Kinos geworden. Es gibt kaum einen koreanischen Film, der mich nicht auf die eine oder andere Weise bezaubern kann. War of the Arrows schafft dies gerade noch so mit seinen Kämpfen, die sich fast ausschließlich auf die Konfliktlösung mit Pfeil und Bogen konzentrieren. Die unterschiedlichen Landschaften im Einklang in diesem stilistischen Kampf zu sehen, ist ebenfalls eine Bereicherung in meinem Filmregal, zumal die Darsteller in War of the Arrows ihren Teil dazu beitragen, um die Spannung hochzuhalten. Es ist daher aber umso tragischer, dass mir die Handlung fast gar nicht zu gefallen weiß. Obwohl die Grundlagen wie eine Lovestory, ein innerlich zerrissener Held und auch feindliche Auseinandersetzungen allesamt enthalten sind, kommt für mich zu Beginn kaum Interesse auf und wer den Film bis zum Ende verfolgt, wird eventuell auch vom Epilog ein wenig enttäuscht werden. Die Story endet so abrupt, wie sie angefangen hat. Wer aber einmal sehen möchte, wie Konflikte ohne Nahkampfwaffen oder ohne Fäuste, aber dennoch mit Gewalt geklärt werden, darf bei War of the Arrows ruhig einmal einen Blick riskieren.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von War of the Arrows!

Review: Way of the Samurai

Wenn sich Amerikaner an einen Historienfilm wagen, der nichts mit ihrer Kultur gemein hat, so entstehen daraus zwiespältige Resultate – etwa The Last Samurai mit Tom Cruise. Obwohl ein guter Film, fängt dieser die japanische Kultur weniger gut ein, als es ein Akira Kurosawa vor seinem Tod mit zahlreichen Samurai-Filmen geschafft hat.

Way of the Samurai ist sozusagen die thailändische Antwort auf The Last Samurai. Der Film folgt grundsätzlich denselben Richtlinien, jedoch verschlägt es in Way of the Samurai einen japanischen Schwertkämpfer in die thailändische Kultur. Im 16. Jahrhundert kämpft Yamada Nagamasa in der Armee des mächtigen Königs Naresuan gegen das feindliche Burma, doch auch nach der Schlacht scheint keine Ruhe einzukehren. Mysteriöse Angreifer sorgen in der thailändischen Hauptstadt für Angst und Schrecken. Sie töten Nacht für Nacht unschuldige Bewohner. Eines Nachts wird Yamada selbst attackiert und erkennt dabei, dass es sich dabei um die Leute aus seinem eigenen Volk handelt. Yamada wird schwer verwundet und kommt nur sehr knapp mit dem Leben davon. Er wird von einer Gruppe Muay-Thai-Kriegern gerettet und in ihr Dorf gebracht. Nach seiner Genesung wird er dort in die alte Kunst des Kampfes eingewiesen. Der aus Japan stammende Krieger erlernt dort genauer gesagt das Thai-Boxen, welches sich auf die acht Waffen des menschlichen Körpers beschränkt. Schlussendlich kommt es dazu, dass Yamada in die Leibgarde des Königs aufgenommen wird und er Rache an den Verrätern üben kann, um das thailändische Volk zu rächen. Keine Sorge, auch wenn wir hier die Handlung in ihrem Rahmen durchleuchtet haben, ist es in Way of the Samurai die zwischenmenschliche Beziehung und der Begriff Heimat, welche zentral behandelt und geklärt werden.

Martial-Arts-Verknüpfung

Choreographisch werden in Way of the Samurai zwei Stile vermischt. Zum einen der ruhige Kampfstil der Samurai, der sich sehr auf die Bewegungen des Gegners konzentriert und dann der schnelle, sowie harte Kampfstil des Thai-Boxen. Im Verlauf der Handlung gelingt es dem japanischen Kämpfer, beide Kampfkünste miteinander zu verbinden. Das sorgt für viele und vor allem für sehr actionreiche Kämpfe, die zwischen den ruhigen und angenehmen Szenen eingespielt werden. Der Titel erreicht hier zwar bei weitem nicht die Klasse eines Once upon a Time in China oder der Ip-Man-Trilogie, doch können sich die Auseinandersetzungen sehen lassen. Viel wichtiger ist allerdings die Beziehung zwischen Yamada und einer thailändischen Frau. Im Verlauf der Handlung wird hier zwar angedeutet, dass sich die beiden ineinander verlieben, doch dazu kommt es nicht. Viel mehr möchte der Film auf das Thema Freundschaft aufmerksam machen, die ungleich der Nationalität bestehen kann. Obwohl die Bewohner erst skeptisch gegenüber Yamada sind, öffnen sie sich ihm schon bald und gewähren ihm auch das Recht, das Thai-Boxen zu erlernen, was sonst nur den Einheimischen erlaubt ist. Es wird klar, dass die eigene Heimat dort ist, wo einem das Schicksal hinführt und man sich selbst erfüllt fühlt. Die Dialoge sprießen stellenweise vor lauter Metaphern und klugen Vergleichen, so dass die Dialoge ein Genuss für jeden Fan des Martial-Arts-Genre sind.

Literweise Blutverlust

Hierzulande wird man die thailändischen Darstellern kaum kennen. Auch Yamada-Darsteller Seigi Ozeki ist ein eher Unbekannter der Filmlandschaft. Durch diese Unverbrauchtheit macht Way of the Samurai einen umso stimmigeren Eindruck. Dies erreicht auch die thailändische Landschaft. Wenn wir den Handlungsort in das Rot der Abendsonne getaucht, in 1080p und im 16:9-Format (1,85:1) sehen, können wir unsere Augen aufgrund dieser Pracht schon fast gar nicht mehr schließen. Hier hat Regisseur Nopporn Watin ganze Arbeit geleistet. Zudem wird das Geschehen mit einem ruhigen und nur in den passenden Momenten bedrohlichen Soundtrack unterlegt. Die deutsche sowie die thailändische Tonspur liegen im DTS-HD-5.1-Master-Audio-Format vor. Die deutschen Synchronsprecher passen, wenn wir von der eher unpassenden deutschen Stimme des kleinen Mädchens absehen, sehr gut zu den Charakteren. Wer lieber die originale Tonspur beim Film aufgrund der Originalität genießen möchte, die Sprache allerdings nicht versteht, darf sich sowohl deutsche als auch niederländische Untertitel hinzuschalten. Bonusmaterial liegt der Black Edition der Blu-ray-Fassung nicht bei, einzig allein ein paar Trailer zu anderen Filmen befinden sich mit auf der Disc. Schade finden wir, dass das laut Beipackzettel bei der normalen Fassung enthaltene Querformat-Wendecover nicht auch der Black Edition beiliegt. Der Film hat eine Laufzeit von circa 102 Minuten und kann durchweg überzeugen. Einzig allein die mit dem Computer nicht so gut nachbearbeiteten Kampfeffekte, in denen literweise Blut spritzt, stören das sonst kräftige Gesamtbild.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Black Edition der Blu-ray-Fassung): Wer mein Review zu Demon Warriors gelesen hat, wird wissen dass ich mich mit thailändischen Filmen schwer tue. Das hat sich mit Way of the Samurai glücklicherweise geändert. Mein Vorurteil hat sich dieses Mal nicht bestätigt und so war ich froh, dass ich nach über einhundert Minuten sagen kann, dass ich einen guten Film gesehen habe. Die friedliche Verbindung zwischen Thailand und Japan wird hier erstaunlich gut an den Zuschauer vermittelt. Beide Kulturen werden von den Charakteren im Film hervorgehoben, es gibt keine direkte Diskriminierung und durch die intelligenten Dialoge gewinnt die Handlung von mal zu mal mehr an Gewicht. Ich kann den Film nur jedem Martial-Arts-Fan ans Herz legen, der sich auf eine durchdachte Handlung (die sich allerdings wirklich nur auf das Elementare des Films stützt und keinen Spielraum für mehr als eine Nebenhandlung lässt) und furiose Kampfeinlagen einlassen möchte. Schade ist hier nur, dass der historische Hintergrund nicht so genau erläutert wird und kein Bonusmaterial beiliegt, welches diesen erläutert.  Jetzt bin ich nur sehr gespannt, wie mich der nächste thailändische Film überzeugen möchte. Das ist bei mir, wie ich schon sagte, äußerst schwer.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Way of the Samurai!

Review: Like A Dragon

Die Ryu-Ga-Gotoku-Reihe, im Westen besser als Yakuza-Serie bekannt, gehört unter Fans zu den besten Videospielreihen der Welt, auch wenn die Verkaufszahlen in den Augen Segas wohl deutlich höher ausfallen dürften. Trotzdem sind seit 2005 vier Teile und ein Spin-Off erschienen, ein sechstes Spiel ist bereits in Arbeit. Zudem verfilmte Kultregisseur Takashi Miike 2007 die zweite Spielhälfte des ersten Teils.

Auch als Kenner des Spiels dürfte es ein wenig merkwürdig sein, in den Film einzusteigen, da selbst wir uns erst einmal ein wenig an Fakten orientieren müssen, zu welchem Zeitpunkt der Spielhandlung der Film einsetzt. Takashi Miike bedient sich dabei nämlich nicht nur an der Story des Spiels, sondern führt auch neue Elemente ein, die im Grunde gar nichts mit der eigentlichen Geschichte von Yakuza zu tun haben. So lernen wir ein schrilles Pärchen, dass auf Diebestour durch den fiktiven Tōkyōter Stadtteil Kamurocho (einer Nachbildung des Kabukichō-Stadtteils von Shinjuku) streift und einen koreanischen Killer, der es auf einen ganz besonderen Feind abgesehen hat, kennen. Zudem wechselt das Geschehen immer wieder zu zwei Gaunern, welche eine Bank überfallen, doch nun vor einem leeren Tresor stehen. Hier verknüpft sich der Film erstmals mit dem Spiel. In jenem Banksafe sollten Teile der zehn Milliarden Yen zu finden sein, die allerdings von den Yakuza zuvor entwendet wurden.

Gut und schlecht beleuchtete Charaktere

Kazuma Kiryū, der einst unschuldig ins Gefängnis wanderte, wird in die Freiheit entlassen und trifft in den Straßen von Kamurocho auf das kleine Mädchen Haruka, welches ihre Mutter im Großstadtdschungel sucht. Kazuma unterstützt sie bei ihrem Vorhaben und stellt schon bald fest, dass er ihre Mutter schon vor langer Zeit kennengelernt hat. Zur selben Zeit erfährt Gorō Majima, ein Gegenspieler von Kazuma, dass unser Hauptprotagonist aus dem Gefängnis entlassen wurde und durchsucht mit seinen Schlägern die Stadt. Es kommt unausweichlich zu Prügeleien und Schießereien im Bezirk. Außerdem bekommen wir Einblicke ins Berufsleben von Detective Date, lernen in kurzen Szenen Shintarō Kazama (im Westen wurde er in Fuma umbenannt, um einer Verwechslung mit Kazuma zu entgehen) und auch Nishiki, Yumi und Jingu kennen. Hier hat Takashi Miike den entscheidenden Fehler gemacht, sich mehr auf die neu eingeführten Charaktere zu konzentrieren, als jene Figuren, die wichtig zum Verstehen der Handlung sind, näher zu beleuchten. Daraus resultiert sich, dass das letzte Drittel des Films für Laien überhaupt nicht zu verstehen beziehungsweise nachzuvollziehen ist, da schlicht die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Szenen fehlen und das Finale des Films im Gegensatz zum Spiel extrem verkürzt dargestellt wird.

Gute Atmosphäre – durchwachsene Umsetzung

Zudem hat sich auch die eine oder andere Abweichung zum Spiel im Film versteckt, besonders Fakten was das Geld angeht. Auch das Nishiki-Yumi-Jingu-Dreiergespann wird im Film nicht als solches dargestellt, das Verständnis bleibt auf der Strecke. Dennoch kann der Film zumindest in den ersten sechzig von 105 Minuten punkten – die Story wird hier dicht erzählt und die gut eingefangenen Stadtbilder und spärlich eingesetzte Musik unterstreichen die Atmosphäre, die ebenfalls weite Teile des Spiels ausmachen. Auch die Schauspieler haben ihren Teil zum Endresultat beigetragen, besonders die Darsteller von Kazuma Kiryū, Gorō Majima, Haruka und Detective Date haben ihre Rollen perfekt zum Ausdruck gebracht. Die deutsche Synchronisation ist gut (besonders in Bezug auf die Hauptdarsteller), doch wer sich den Film im japanischen Original (wahlweise mit gelb eingefärbten deutschen Untertiteln) anschauen möchte, erfährt nochmals einen Pluspunkt in der durchgehend guten Atmosphäre. Der Film erstrahlt im 16:9-Format mit satten Farben und einem scharfen Bild, selbst auf einem HD-Fernseher.. Der Deluxe-Edition liegt übrigens eine Bonus-Disc bei, welche die Kindheit und Anfänge von Kazuma Kiryū als Yakuza in einer guten Dreiviertelstunde zeigt. Dieses Material wurde 2005 bereits zum Vermarkten des ersten Videospiels aufgenommen und eignet sich besonders als Einstieg in die Videospielreihe. Takashi Miikes actiongeladene Interpretation von Ryu Ga Gotoku darf sich kein Fan der Reihe, oder jene die es werden wollen, entgehen lassen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Deluxe-Edition): Meine Erwartungen waren an diesen Film durchaus hoch, da auch für mich die Yakuza-Reihe seit letztem Jahr einen sehr hohen Stellenwert eingenommen hat. Während ich im letzten Jahr erst den zweiten Videospielteil genießen durfte, konnte ich in den letzten Wochen und Monaten die Anfänge der Reihe auf der PlayStation 2 nachholen. Da kam es mir wie gerufen, dass das Rezensionsexemplar von Like A Dragon bei mir auf dem Schreibtisch landete. Man darf von Like A Dragon nicht erwarten, dass es das Spiel so einfängt, wie man es sich vielleicht vorstellen würde. Allerdings ist dieser Streifen auch weit entfernt davon, im Regal zu verstauben. Takashi Miike hat diesem Spiel meiner Meinung nach Tribut gezollt und den Fokus weniger auf die Story, sondern mehr auf die mehr als nur gelungene Stadtatmosphäre zu legen. Wenn Majima und Kazuma sich gegenseitig die Köpfe einschlagen und dabei auch noch ein paar blaue Bohnen durch die Gegend geschossen werden, kommt es mir fast so vor, als würde ich gerade eine der besten Rangeleien im Spiel erleben – und wenn das eine Videospielverfilmung schafft, dann hat sie ihr Ziel meiner Meinung nach schon fast erreicht. Es ist nur schade, dass besonders gegen Ende des Films die Verknüpfungen und Ausführungen fehlen, damit nicht nur Fans des Spiels die Handlung nachvollziehen können. Mein Tipp: Kauft euch die Deluxe-Edition, schaut euch das Eröffnungskapitel der Bonus-DVD an, kauft euch dann den ersten Teil der Reihe für die PlayStation 2 und schaut euch dann den Film an. Das mag zwar für den einen oder anderen etwas umständlicher sein, aber nur so kann man den Überblick bewahren. Wer aber trotzdem mal einen Blick in das aus dem Spiel bekannten Yakuza-Leben werfen möchte, kann mit Like A Dragon ebenfalls nichts falsch machen.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Like A Dragon!

Review: The Man From Nowhere

Wenn ein Regisseur über sein eigenes Land sagt, dass man dort keine vernünftigen Action-Filme drehen könne, es aber dennoch wagen möchte, muss er sich etwas Besonderes ausdenken. Im Falle von The Man From Nowhere ist dieses Vorhaben durchweg geglückt.

Der titelgebende Mann Cha Tae-Sik lebt zurückgezogen, geht seinem Tagwerk als Pfandleiher nach und vermeidet den Kontakt mit anderen Menschen. Einzig allein seine Nachbarin, das junge Mädchen Jeong So-mi, interessiert sich für ihn und freundet sich mit ihm an. Als eines Tages das Mädchen samt Mutter von einem mächtigen Kartell entführt wird, muss Cha Tae-Sik für die Drogenbarone arbeiten, um die Freiheit der zwei Damen zu erwirken. Schon bald merkt er, dass er zu einer sinnlosen Marionette des Kartells gemacht wird und dass er Jeong So-mi und ihre Mutter wohl nie mehr lebend wiedersehen wird. Tae-Sik begibt sich auf einen Rachefeldzug, denn die Gangster wissen nicht, dass er eigentlich ein ausgebildeter Geheimagent ist.

Gefühlsvolle Action-Welt

The Man From Nowhere war mit sechs Millionen Kinobesuchern der erfolgreichste Film 2010 an den koreanischen Kinokassen – unserer Meinung nach zu recht. Regisseur Jeong-beom Lee hat mit diesem Werk ein Film geschaffen, an den man sich auch noch in vielen Jahren rückblickend erinnern wird. Die gnadenlose Jagd von Cha Tae-Sik auf die Gangster, welche die kleine Jeong So-mi entführt haben, ist voller Trauer, Wut und Zorn, aber auch voller Liebe und Freude. Schauspieler Won Bin, der in diesem Film den Charakter des Cha Tae-Sik verkörpert, hätte nicht besser ausgesucht werden. Seine kalte Ausdrucksart setzt er ausdrucksstark und stilvoll in Szene. Aber auch Sae-ron Kim, die sich für die Rolle der Jeong So-mi verantwortlich zeichnet, hat für ihr junges Alter schon sehr viel Talent für die Schauspielerei angeeignet. Sie bringt nicht nur das Herz von Cha Tae-Sik, sondern auch die Herzen der Zuschauer zum Schmelzen. Hier merken wir auch schon, dass man bei diesem Film den Fokus eher auf die Gefühlswelt der Charaktere legt und die Gewalt (bis auf ein paar ausschweifende) Szenen in den Hintergrund stellt.

Koreanisches Meisterwerk

Unterlegt wird der Film von Anfang bis Ende mit einem mehr als nur guten Soundtrack. Jede Szene wird passend, entweder mit schnellen, langsamen, leisen oder lauten Musikstücken unterlegt, die besser nicht ausgewählt sein können. Die koreanische Originalfassung ist bei diesem Film gleich auf mit der deutschen Synchronisation, bei der die deutschen Sprecher sorgfältig ausgewählt wurden (beispielsweise Sascha Rotermund, der unter anderem Donald Draper in der deutschen Synchronfassung der TV-Serie Mad Men spricht). Als Tonformat wird DTS-HD 5.1 verwendet, das 16:9-Bildformat kommt in 1080p daher. Als Bonusmaterial liegen auf der Blu-Ray zwei (sehr gute!) Making-Of-Videos (zusammen circa achtzig Minuten Länge) und das Musikvideo zum Titelsong Dear von Mad Soul Child bei – als Dreingabe zum 119-minütigen Film ist das sehr lobenswert. Ihr merkt es schon: Wir sind von The Man From Nowhere mehr als nur angetan und können euch den Film bedenkenlos empfehlen, denn es muss nicht immer nur pure Action sein, auch Gefühle haben ihren Platz in dieser Welt!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-Ray-Fassung): The Man From Nowhere beweist einmal mehr, warum ich asiatische Filme mag. In diesem Film wird die Gewaltdarstellung auf ein Minimum reduziert und der Fokus auf die Gefühle der Charaktere gelegt. Mit fortlaufender Handlung lernt man die Charaktere kennen und lieben, man schließt sie richtig ins Herz und macht mit ihnen ihren Leidensweg durch. Man hofft und bangt mit den Charakteren, dass ihre Wege wieder zusammen führen werden und bekommt mehrere Wendungen in der Handlung vorgesetzt, welche dieses Ziel als unmöglich erscheinen lassen. Dazu gesellt sich das klare Bild der Blu-Ray und der umwerfende Soundtrack – das letzte Mal, wo dieser mir so gut gefallen hat, war bei Once upon a Time in China und das ist auch schon ein paar Monate her. Ich kann euch diesen Film wärmstens ans Herz legen, denn bei Jeong-beom Lee hat mit The Man From Nowhere einen Film geschaffen, der seinen unvergesslichen Platz in der Filmwelt gefunden hat. Und jetzt müsst ihr nur eines tun: In den Laden laufen und euch die Blu-Ray zulegen!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Man From Nowhere!

Review: The Lost Bladesman

Donnie Yen ist für seine vielen Rollen in Martial-Arts-Filmen bekannt. Während Titel wie Ip Man und Ip Man 2 sicherlich zu den besten Filmen gehören, in denen er mitgewirkt hat, ist das Historienepos The Lost Bladesman leider nur im oberen Mittelfeld anzusehen.

Guan Yu wird zu den größten chinesischen Kriegern gezählt und ist einer der bedeutsamsten Figuren der ostasiatischen Geschichte. Gelebt hat Guan Yu am Ende der Han-Dynastie und  zur Zeit der drei Reiche. The Lost Bladesman spielt zur Zeit der letzt genannten Epoche, wo der Chinese für Treue, Mut und Gerechtigkeit eingestanden haben soll. Der undurchsichtige General Cao Cao versucht sich den Dienst von Guan Yu zu erkaufen, doch dieser ist mit Cao Caos ärgstem Feind verbündet. Er versucht Guan Yu umzustimmen und schreckt selbst vor Entführungen und Mord nicht zurück. Nachdem Guan Yu die Festung von Cao Cao verlässt, werden kurz darauf Brieftauben in alle Ecken des Landes entsendet. Die Botschaft ist klar: Guan Yu muss getötet werden. Als gefeierter Kriegsheld ist es Guan Yu allerdings möglich, seine Angreifer selbst in der Stunde der Not, unter halluzinogen Drogen stehend oder gar auch selbst vergiftet zu besiegen. Auf seiner Reise gilt es allerdings auch, die Geliebte von Liu Bei zu beschützen. Grundsätzlich hält sich The Lost Bladesman an historische Fakten, aber diese Geliebte gab es beispielsweise nicht beziehungsweise wurde nie dokumentarisch festgehalten. Hier bedienen sich Drehbuchautor und Regisseur ihrer Fantasie, um eine spannende Story zu erzählen, die mit dem Tod von Guan Yu endet und den Bogen zur Eröffnungsszene schlägt.

Historisches Kulturgut

Historische Filme sind grundsätzlich leicht zu verstehen, da sie sich meist nur an pure und oft bekannte Fakten halten. Dies kann man sagen, wenn man von Filmen spricht, die sich auf den Westen beziehen. Ostasiatische Historienfilme werden oft unterschätzt und haben deswegen auch selten ihren Weg in die heimischen Wohnzimmer geschafft. The Lost Bladesman sollte sich allerdings nicht vor Filmen über Cäsar und Konsorten verstecken, denn sobald man sich einmal mit der Geschichte über Guan Yu angefreundet hat, kann diese bis zum Ende fesseln. Um sich auf den Film allerdings vorzubreiten, empfehlen wir jedoch zuvor, sich mit den historischen Figuren wie Guan Yu und Cao Cao, sowie mit den Epochen zu beschäftigen. Das erleichtert das Verständnis des Films enorm, da viele Figuren und Orte genannt werden und man leicht den Überblick und somit das Verständnis für die Geschichte verlieren kann. Fans von Donnie Yen erleben den berühmten Schauspieler zwar nicht in seiner besten Rolle, doch schauspielerisch und vor allem choreografisch kann er einmal mehr in The Lost Bladesman das Publikum überzeugen. Für die Rolle des Cao Cao hätte man unserer Meinung nur schwer eine bessere Besetzung finden können, wie Wen Jiang. Er verleiht dem Kriegsherrn ein schwer zu durchschauendes Gesicht und erst am Ende des Films wird wirklich klar, welche Absichten er tatsächlich hatte und welche Funktion Guan Yu für ihn erfüllt hat.

Atmosphärisches Gesamtwerk

Einhundertzehn Minuten lang kann The Lost Bladesman mit einer durchdachten Handlung an die Mattscheibe fesseln, auch wenn es zwischenzeitlich die eine oder andere Szene im Film gibt, die austauschbar wirkt – etwa die kuriosen Rückblenden an Guan Yus früheres Leben. In 16:9 gehalten, kann das 1080p-Bild durchgehend mit scharfen Konturen und wunderschön in Szene gesetzten Landschaftsbildern punkten. Die Kulissen und Requisiten wirken sehr echt und verleihen das Gefühl, man würde tatsächlich einen Film sehen, der vor fast zweitausend Jahren gedreht wurde. Einzig und allein die mit dem Computer nachbearbeiteten Effekte, zum Beispiel die Staubwolken beim Galoppieren einer Gruppe Pferde, wirken sehr aufgesetzt. Die Hintergrundmusik wird jederzeit passend zum Geschehen eingesetzt, doch stechen die Stücke an keiner Stelle wirklich heraus. Schade, da wäre deutlich mehr drin gewesen. Die Tonspur in Mandarin weist keinerlei Mängel auf. Die deutsche Synchronisation hätte allerdings ruhig die eine oder andere Tonlage höher angesiedelt sein. Trotzdem ist der Ton im Format DTS-HD Master Audio 5.1 ein wahrer Genuss, bei beiden Tonspuren. Wer des Mandarins nicht mächtig ist, darf sich zusätzlich deutsche oder niederländische Untertitel zuschalten lassen. Auf der Blu-ray befindet sich neben den üblichen Trailern auch ein kurzes Making-Of, bei dem der Action-Star Donnie Yen aber viel zu kurz kommt. Fünfzehn Minuten Bonusmaterial sind bei diesem Film eindeutig zu wenig, hier hätte man wunderbar eine Dokumentation über die zwei Zeitepochen und die bedeutsamen Figuren produzieren können. Trotzdem sollten Interessierte der chinesischen Geschichte The Lost Bladesman unbedingt einmal anschauen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Leider habe ich mich vor dem Anschauen des Films nicht mit den historischen Figuren beschäftigt, somit wagte ich mich mit The Lost Bladesman auf absolutes Neuland. Aus diesem Grund war es für mich auch relativ schwer, der Handlung durchgehend zu folgen. Das hatte aber das Gute, dass das Ende einen Bogen zum Auftakt des Films schlägt und ein recht befriedigendes Gefühl zurückließ. Die Geschichte rund um Guan Yu hat bei mir einmal mehr das Interesse geweckt, mich mit der chinesischen Kultur und einzigartigen Geschichte zu befassen. So werde ich mir wohl bei Zeiten das Buch beziehungsweise den Roman über die drei Reiche zulegen, um mein Hintergrundwissen über diese Zeitepoche aufzufrischen. Geschichte ist grundsätzlich ein spannendes Thema, wenn man denn weiß, damit umzugehen. Alan Mak und Felix Chong haben das mit The Lost Bladesman bewiesen, denn jederzeit bleibt der Film glaubhaft erzählt und nur wenige Punkte sind frei erfunden, um Spannung aufkommen zu lassen. Choreografisch erwartet ein Fan von Donnie Yen vielleicht mehr, doch ist auch der Martial-Arts-Anteil in The Lost Bladesman nicht zu kurz gekommen und alle paar Szenen präsent, wenn auch mit Schwertern und nicht mit puren Fäusten gekämpft wird. Durch die authentischen Requisiten und Kulissen ergibt sich optisch ein stimmiges Gesamtwerk, dass Interessierte unbedingt einmal gesehen haben sollten.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Lost Bladesman!