Review: Ip Man Trilogy

Nachdem die drei Filmbiografien um den Lehrmeister von Bruce Lee bereits vor Monaten auf DVD und Blu-ray erschienen sind, hat sich Splendid Film mittlerweile dazu entschlossen, die bahnbrechenden Martial-Arts-Meisterwerke in einer Drei-Disc-Box auf den Markt zu bringen.

Der erste und zugleich jüngste Film im Leinen-Schuber, Ip Man Zero, erzählt den Beginn der Legende. In der Vorgeschichte erfahren wir, wie Ip Man 1905 von seinem Vater in Foshan in der Wing-Chun-Kampfschule von Meister Chan Wah-shun eingeschrieben wird. Dort lernt er in den nächsten Jahren Kung-Fu, bis er nach dem Tod seines Meisters 1909 von dessen Nachfolger weiter trainiert wird. Im darauffolgenden Jahrzehnt beginnt Ip Man in Hongkong sein Studium, wobei er auch Leung Bik kennenlernt, der ebenfalls einmal Schüler in Foshan war. Er hat Wing Chun verändert, mit neuen Elementen vermischt. Als Ip Man nach Foshan zurückkehrt, stößt dies bei seinem Lehrer auf Missgunst. Nebenher kommt Ip Man einer Frau näher, sein Adoptivbruder heiratet und ein Ip Man nahestehender und wichtiger Mensch wird ermordet. Zudem kommen Geheimnisse ans Tageslicht, die auf den Konflikt zwischen China und Japan zurückzuführen sind. Die Handlung von Ip Man Zero dauert bis zum Jahr 1929 an. Im ersten Teil der Trilogie verkörpert nicht Donnie Yen, sondern Dennis To Ip Man. Die Rolle gelingt ihm sehr wohl – dieser Meinung ist auch Ip Chun, der älteste noch lebende Sohn von Ip Man, der in Ip Man Zero ein paar kurze Auftritte als Leung Bik einnimmt.

The Legend is born

Choreografisch korrekt gelingen Dennis To seine Angriffe. An nur wenigen Stellen merkt man, dass man mit künstlichen Elemente gedreht hat (beispielsweise wenn plötzlich eine Sitzbank zwei Meter in die Höhe katapultiert wird). Schauspieltalente wie Sammo Hung, Suet Lam, Siu-Wong Fan oder Yuen Biao findet man in Ip Man Zero ebenfalls, welche im circa 96-minütigen Film für Stimmung und Spannung sorgen. Die sehr gute Hintergrundmusik tut ihr übriges, damit wir mit den Charakteren in der teilweise frei erfundenen Handlung mitfiebern können. Qualitativ befindet sich das Bild fast durchgehend auf einem hohen Niveau, an manchen Stellen können wir aber deutlich sehen, dass wir es nur mit normaler und teils gehobener DVD-Qualität zu tun haben. Die Tonfassungen liegen in deutscher Sprache, sowie im kantonesichen Original vor – beide Versionen funktionieren für sich genommen sehr gut. Wer sich die kantonesische Tonspur zuschalten möchte, kann zusätzlich deutsche oder niederländische Untertitel aktivieren. Bonusmaterial ist bei Ip Man Zero rar gesät – einzig und allein werden uns 13-Minuten Making-Of-Material vorgesetzt. Bei einer so großen Produktion, wie es im Making-Of heißt, wäre deutlich mehr drin gewesen. Das ist Schade, doch befinden sich noch zwei weitere Blu-rays mit im Leinen-Schuber.

Krieg und Frieden

Der mittlere Teil der Ip-Man-Trilogie siedelt sich in den 1930er Jahren an. Der wohlhabende Ip Man nimmt keine Schüler an, er lebt zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn Chun aber immer noch in Foshan. Foshan hat sich mittlerweile zum Zentrum der Kampfkünste in China entwickelt, viele Kampfschulen unterrichten Wing Chun in der kleinen Stadt. In der ersten Hälfte des Films wird das Leben von Ip Man vor dem Kriegsausbruch geschildert. Als eine Gruppe von starken Kämpfern in die Stadt kommt und jeden Meister problemlos besiegen, liegt es an Ip Man die Ehre aller Bewohner von Foshan wieder herzustellen. 1937 marschieren die japanischen Truppen in das Land ein, kurz danach wird auch Foshan angegriffen. Ip Man wird aus seinem Haus vertrieben und muss Hunger leiden und im Bergwerk arbeiten. Einer der japanischen Generäle lässt Chinesen (unter anderem Ip Man) zu sich rufen, die gegen die japanischen Soldaten kämpfen sollen. Dass sich dieser von Ip Man beeindruckt fühlt, dürfte uns nach der ersten Hälfte des Films bereits klar sein. Als die Japaner nach dem Kampf nach ihm suchen, beginnt für ihn und seine Familie ein Höllentrip, der Leben und Tod einmal mehr erörtert. Der Film endet in der ersten Hälfte des Zweiten Weltkriegs, gibt allerdings Ausblicke auf das weitere Leben von Ip Man.

Zeitreise in die Vergangenheit

Während sich für Ip Man Zero Regisseur Herman Yau verantwortlich zeigt, übernimmt in Ip Man und Ip Man 2 nun Wilson Yip die Regie. Ip Man wird nun nicht mehr vom jungen Dennis To gespielt, sondern fortan vom älteren Donnie Yen verkörpert, was der Rolle von Ip Man selbstverständlich einen reiferen Charakter verleiht. Choreografisch gut wirken auch alle Angriffs- und Verteidigungsmechanismen der Wing-Chun-Techniken, die von den Akteuren ausgeführt werden. Sammo Hung, der in Ip Man Zero noch den Chan Wah-shun gespielt hat, übernimmt im Mittelstück der Trilogie eine Background-Rolle als Action Director. Er sorgt dafür, dass das eingesetzte Wing Chun möglichst authentisch wirkt. Nur an wenigen Stellen merkt man, dass teilweise mit Drahtseilen gearbeitet wurde und einige Szenen dadurch etwas künstlich wirken. Wing Chun steht in Ip Man deutlich im Mittelpunkt, die Handlung baut um die Kampfsportart ihr Gerüst auf. Die Geschichte von Ip Man wirkt deutlich authentischer als noch in Ip Man Zero. Man merkt deutlich, dass sich Wilson Yip und sei Team vorher über die Lebensgeschichte des Mannes informiert und auch seinen Sohn Ip Chun zurate gezogen haben. Außerdem wurden die Kulissen in Ip Man mit viel Lieb zum Detail hergerichtet. Sie wirken tatsächlich so, als würden sie den 1930er Jahren entspringen. Der circa 106-minütige und im 16:9-Format gehaltene Film wirkt durchgehend optisch schön, zahlreiche HD-Momente versüßen den Anblick des Martial-Arts-Streifens. Die Musikeinbindung klappt so gut, wie bei Ip Man Zero. Die deutsche Synchronfassung ist sehr gut gelingen, das kantonesische Original wirkt auch hier deutlich authentischer (Untertitel in Deutsch und Niederländisch sind zuschaltbar). Bonusmaterial liegt bei Ip Man glücklicherweise in größerem Maße vor, als noch beim chronologischen Vorgänger. In circa 90 Minuten werden uns Interviews, Produktionseinblicke und ein paar entfernte Szenen präsentiert, die uns nützliche Hintergrundinformationen geben. Zusätzlich warten auf der Disc weitere Trailer zu ausgewählten Splendid-Filmen.

Ost trifft West

Der letzte Teil der Trilogie macht einen Zeitsprung ins Jahr 1950. Nach dem Ende des Kriegs verlässt Ip Man mitsamt seiner Familie die Heimat Foshan, um in Hongkong leben zu können. Ip Man möchte dort eine Schule auf einer Dachterrasse eröffnen. Es melden sich einige Tage lang keine Schüler an, doch nach dem Kampf gegen einen vorlauten und motivierten jungen Mann, der daraufhin mit seinen Freunden in die Lehre bei Ip Man eintreten, folgen auch schon die ersten Nachzügler. Zu jener Zeit ist Hongkong noch in britischer Hand, ein Meister einer anderen Schuler schmiert die englischen Beamten, damit ihre Kung-Fu-Schulen nicht geschlossen werden. Nachdem Ip Man zunächst gegen die anderen Meister kämpfen muss, um überhaupt als eines Ihresgleichen angesehen zu werden, findet nun ein Boxkampf in Hongkong statt. In diesem Kampf wird die Ehre der chinesischen Landsleute besudelt und ein Meister der Kampfschulen zu Tode geprügelt. Als die Briten sich dafür entschuldigen, planen sie einen weiteren Kampf, in welchem Ost auf West treffen soll. Ip Man beschließt, die Einladung zum Kampf anzunehmen und die Ehre seiner chinesischen Landsleute wieder herzustellen. Am Ende des Films wird kurz die Geburt seines zweiten Sohnes angeschnitten, außerdem hat der wohl berühmteste Schüler von Ip Man seinen eigenen, kurzen Moment, der Ip Man 2 zu einem mehr als nur würdigen Abschluss bringt.

Personifizierung des Bösen

Wilson Yip hat mit Ip Man 2 versucht, an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen. Zum Teil ist ihm das auch gelungen, doch so langsam aber sicher konzentrierte man sich hier verstärkt auf Wing Chun und vergaß dabei ein wenig die Geschichte. So wird Ip Mans Sohn Chun noch immer als kleines Kind dargestellt, obwohl dieser bereits in den 1920er Jahren geboren wurde. Eventuell hätte man zu authentischen Zwecken auch Donnie Yens Haare ein klein wenig grau färben können, da dieser mittlerweile ja auch über fünfzig Jahre alt ist und optisch nicht unbedingt dieselbe Figur machen sollte, wie bereits im zehn bis zwanzig Jahre zuvor angesiedelten Vorgänger. Trotzdem kann auch die Handlung von Ip Man 2 bis zu einem gewissen Grad überzeugen. Während in Ip Man Chinas Nachbar Japan möglichst treu zur Realität und mit Anstand an den Zuschauer nähergebracht wird, fällt uns bei Ip Man 2 auf, dass die Macher (wie es bereits auch bei Once upon a Time in China der Fall war) die Briten durch den im Film aufkommenden Boxer Taylor „The Twister“ Milos als überzogen, wenn nicht sogar als personifiziertes Böse darstellen. Auch wenn Ip Man nach dem finalen Kampf kluge Worte spricht, die das vorherige Auftreten der Engländer (fast) vergessen lässt, ist das Stilmittel für einen Europäer ein wenig befremdlich ausgefallen.

Überzogene Kampfszenen

Die verwendeten Kulissen in Ip Man 2 versuchen das Hongkong der 1950er Jahre realitätsnah wiederzugeben. Dieses Ziel wird bei den gezeigten Lokalitäten auch erreicht, doch wir hätten uns darüber gefreut, mehr über die einst britische Kolonie im Süden Chinas zu erfahren, mehr Örtlichkeiten in der damaligen Zeit anzutreffen. Da im circa 106-minütigen Film auch hier das Hauptaugenmerk auf Wing Chun gelegt wird, bekommen wir deutlich mehr Kampfszenen spendiert als noch in den beiden Vorgängern. Diese wirken mittlerweile auch schon deutlich übertrieben. Als Beispiel wäre die Szene auf dem Fischmarkt zu nennen, wo mit Paletten um sich geschmissen wird, die dann meterweit durch die Luft fliegen. Ohne Drahtseile wäre diese Szene sicherlich nicht machbar gewesen. Auch der Kampf, wo Ip Man gegen eine Vielzahl an Meistern antritt, wirkt ein wenig überzogen, aber nicht weniger spannend. Choreografisch ist es wieder einmal mehr Sammo Hung zu verdanken, der in Ip Man 2 neben seiner Tätigkeit als Schauspieler des Hong Zhen Nan, als Action Director zur Verfügung stand. Die Auseinandersetzungen sind in 1080p und im 16:9-Format eine Augenweide. Wie bereits bei den beiden anderen Ip-Man-Filmen wird auch hier die Musik mit Dramatik zu den einzelnen Szenen hervorragend eingespielt und auch die deutschen Synchronsprecher geben wieder einmal ihr Bestes, was sich durchaus hören lässt. Die kantonesische Tonspur wirkt im Vergleich um einiges glaubhafter, Untertitel lassen sich glücklicherweise in Deutsch und Niederländisch zuschalten. Bonusmaterial spiegelt sich hier in Interviews und Einblicken in die Produktion wieder – zusammen gerechnet ergeben sich hier ungefähr etwas mehr als sechzig Minuten Spielzeit (die beiliegenden Trailer nicht mit einberechnet!).

Gelungene Trilogie

Abschließend bleibt zu sagen, dass diese Trilogie nicht nur für Wing-Chun-Anhänger und großen Bewunderern von Ip Man geeignet ist. Auch Filmfreunde, die sich für Martial-Arts-Streifen oder für chinesische Kultur interessieren, werden mit der Ip Man Trilogy mehr als nur zufrieden sein. Größtenteils glaubhafte Kämpfe, eine packende Handlung (die manchmal leider in den Hintergrund gedrängt wird), tolle Schauspieler und gute Synchronsprecher, sowie einen Soundtrack, den wir seit Once upon a Time in China nicht mehr so passend eingespielt und episch wirkend gehört haben, machen diese Trilogie zu einem Genuss. Schade ist unserer Meinung nach nur, dass alle drei Blu-Rays in einer Hülle untergebracht werden. Das ist zwar platzsparend für das Regal, doch bei diesen Filmen hätte es sich wirklich gelohnt, eine größere Box auszuwählen und für jeden Film eine einzelne Hülle zu verwenden, ähnlich wie bei der Der-Pate-Trilogie. Der Leinenschuber macht aber einen stabilen und hübschen Eindruck – als weiterer Bonus liegt auch ein 24-seitiges Booklet bei, dass mit einigen Informationen zu den drei Filmen, den Mitwirkenden, Wing Chun und natürlich Ip Man selbst daherkommt. Selten bekommt man für einen Preis zwischen zwanzig und dreißig Euro eine so packende Trilogie spendiert, weshalb wir uns ganz klar für eine Kaufempfehlung aussprechen – diese Filmreihe gehört definitiv in jedes gut sortierte Filmregal!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der 3-Disc Special Edition der Blu-Ray-Fassung): Auf so gut wie jeder DVD oder Blu-Ray-Disc aus dem Hause Splendid Film, die in den letzten Wochen und auch Monaten in meinem DVD-Player oder meiner PlayStation 3 rotierte, befand sich so gut wie immer mindestens ein Trailer eines Teils der Serie. Nach dutzendfachem Anschauen kam ich bei Veröffentlichung der gesamten Trilogie nicht umehr, diese Filme als großer Fan des Martial-Arts-Kinos anzuschauen. Nachdem ich viele Filme gesehen habe, die an moderne Klassiker wie Once upon a Time in China bei weitem nicht heranreichten, war ich wirklich froh, dass die Ip Man Trilogy wieder ähnliche Wege einschlägt und größtenteils auf die doch eher zu übertriebenen Action-Szenen verzichtet. Sicherlich ist Action ein Stilmittel, das man in keinem Film vernachlässigen darf, wenn sich das Werk dann mit dem Genre beschäfftigt. In der Ip Man Trilogy wird ein durchgängiges Drama erzählt, dass sein Hauptaugenmerk aber mehr und mehr auf die Kampfsportart Wing Chun richtet. Das ist zwar in erster Linie klasse, da Ip Man eben wegen dieser Art des Kung-Fu bekannt wurde, doch man darf nicht vergessen, dass ein Film auch eine Geschichte erzählen soll. Das schafft die Trilogie mit zunehmender Dauer der Handlung nicht unbedingt mehr so gut, wie es noch zu Beginn – im zugegebenermaßen überwiegend frei erfundenen – Ip Man Zero der Fall war. Trotzdem: Die Erzählstruktur ist durchaus vorhanden und bis auf ein paar kleine Logiklücken (Ip Chun wird in all der Zeit nicht erwachsen) ist jeder Teil der Reihe absolut sehenswert. Schade ist derzeit nur, dass sich Donnie Yen bereits gegen einen weiteren Teil ausgesprochen hat. Es wäre doch sicherlich noch interessant zu sehen, wie das Leben von Ip Man bis zu seinem Tode verlaufen ist und wie er Bruce Lee Unterricht erteilt hätte. Übrigens: Nach dem Anschauen der Filme habe ich übrigens selbst Lust dazu bekommen, Wing Chun auszuüben. Leider fehlt es mir dafür derzeit an Zeit, sonst würde ich mir sofort die nächste Schule in meiner Umgebung suchen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars der Ip Man Trilogy auf Blu-Ray!

Review: Dragonball Z / GT TV-Specials

In den letzten Monaten hat Anime Virtual alle 16 beziehungsweise 17 Filme des Dragonball- und Dragonball-Z-Universums veröffentlicht. Mit den drei TV-Specials zu Dragonball Z und Dragonball GT schließt sich der Kreis von Akira Toriyamas Meistwerk.

Wenn die fiktive Welt eines Animes immer größer und größer wird, werden mit der Zeit wohl oder übel Fragen aufgeworfen, die nicht direkt vom Erfinder, Regisseur oder Drehbuchautor beantwortet werden können und schlussendlich vergessen werden. Ganz so krass, wie es die Fernsehserie Lost vorletztes Jahr getroffen hatte, sind die Lücken im Dragonball-Franchise nicht. Unwichtige Dinge bleiben ungelöst, doch elementare Bestandteile der Geschichte rund um Son Gokū und seine Freunde werden nun endlich geklärt. Im ersten von drei TV-Specials wird die Herkunft unseres geliebten Helden erläutert. Aus Erzählungen wissen wir, dass Son Gokū ein Saiyajin ist und vom Planeten Vegeta stammt. Seinen Vater Bardock hat er niemals kennen gelernt, doch dazu haben wir jetzt in Son Gokus Vater endlich die Gelegenheit. Bei einem Auftrag auf dem Stern Kanassa prophezeit ihm ein Einheimischer vor dessen Tod das Ende der Saiyajin-Rasse. Durch seine dadurch neu gewonnene Fähigkeit, in die Zukunft zu blicken, erkennt Bardock, dass sein Auftraggeber Freezer den Planet Vegeta auslöschen wird und er sein Volk warnen muss. Zeitgleich gewinnt der junge Prinz Vegeta immer mehr Kraft und wird vor der Vernichtung seines Heimatplaneten auf seinen ersten Auftrag geschickt. Son Gokū wird hingegen mit einer Raumkapsel auf den Planeten Erde geschickt, wo die Handlung von Dragonball mehr als zehn Jahre später ansetzen wird.

Dunkle Zukunftsaussichten

Im späteren Handlungsverlauf von Dragonball Z erkrankt unser Held Son Gokū unweigerlich an einer Krankheit, gegen die er mit seiner enormen Kampfstärke nichts ausrichten kann. Er stirbt und das hat zufolge, dass ein halbes Jahr später die anderen Z-Kämpfer nichts gegen die Bedrohung der beiden Cyborgs C17 und C18 ausrichten können und somit ebenfalls dem Tod geweiht sind. Nur Son Gohan schafft es, dreizehn Jahre lang immer wieder gegen die Cyborgs anzutreten und zu überleben, doch ganz alleine wird er niemals dazu im Stande sein, die Widersacher zu besiegen – deshalb möchte Trunks von ihm unterrichtet werden. Jedoch wird schon bald in einem Kampf gegen die Cyborgs sogar Son Gohan getötet und selbst Trunks ist den Feinden unterlegen, kann jedoch von Ärzten wieder zusammen geflickt werden. Wer die Serie Dragonball Z gesehen hat, wird wissen, dass die Geschichte von Trunks zwanzig Jahre in der Vergangenheit weitergeht. Mittels einer Zeitmaschine, die von Bulma erfunden wurde, kann Trunks Son Gokū mit einer speziellen Medizin retten und die Geschichte zum Wohl der Menschheit umschreiben. Das Dragonball-GT-TV-Special spielt hingegen in weiter Zukunft. Nach dem Sieg gegen Super 17 kehrt auf der Erde der Frieden ein, der einhundert Jahre lang währen sollte. In dieser Zeit lebt nur noch Pan, gemeinsam mit ihrem Enkel Son Gokū Junior, welcher nach seinem Ururgroßvater benannt wurde.

Der Kreis schließt sich

Als Pan einen Herzinfarkt erleidet, kann es Son Gokū Junior nicht fassen. Er erinnert sich an eine alte Erzählung seiner Großmutter. Somit beschließt er in die Ferne zu ziehen und den mit Sagen umwobenen Dragonball vom Berg Paos zu holen, damit es seiner Großmutter sehr bald wieder besser geht. Auf seiner Reise wird Son Gokū Junior von einem seiner Schulkameraden begleitet, mit dem er unterwegs einige Abenteuer erleben wird. Zudem muss unser neuer Held erst einmal erlernen und beweisen, was wahrer Mut bedeutet und wahre Stärke ausmacht. Für den einen oder anderen Dragonball-Fan mag dies vielleicht etwas komisch wirken, zumal das Geschlecht von Son Gokū sonst stattliche Krieger hervorgebracht hat. In Zeiten des Friedens und des Wohlstands ist es aber wohl eher logisch, dass Son Gokū Junior kein durchtrainierter Krieger ist, auch wenn die Kampfkunst von einer Generation zur nächsten hätte weitervererbt werden können. Immerhin erreicht unser Held sein Ziel und entdeckt etwas, was ihn für alle Zeit an seinen Ururgroßvater erinnern wird, genauso wie es damals bei Son Gokū der Fall war. Die Köpfe hinter diesem Projekt haben gezeigt, dass sie – obwohl die Geschichte sonst eigentlich recht mau ist und keine großen Höhepunkte aufweist – für das Franchise einstehen und somit quasi an die Anfänge der Legende von den Dragonballs zurückgehen. Der Kreis schließt sich und wir erinnern uns an viele schöne Momente.

Das Song-Debakel

Obwohl alle drei Filme auf das 4:3-Format ausgelegt sind und man daher glauben könnte, sie seien auch optisch bereits vertagt, können wir nun deutlich sagen, dass dies nicht der Fall ist. Alle Charaktere und Umgebungen wurden mit den bekannten Farbtönen koloriert und wirken im Gesamtbild wie für das Franchise gewohnt stimmig. Für die drei Specials standen einmal mehr die deutschen Synchronsprecher aus der Serie für ihre Rollen Pate, uns ist jedenfalls kein Stimmenwechsel bei den Hauptcharakteren aufgefallen. In der deutschen, sowie in der japanischen Sprachausgabe ist der Ton im Dolby-Digital-2.0-Format gehalten. Wer Japanisch versteht, wird sich aber wohl darüber ärgern, dass die japanische Tonspur zwangsweise nur mit deutschen Untertiteln anzusehen ist. Das ist sehr schade, zumal wir diesen Punkt schon oft bei Anime-Virtual-Produkten bemängelt haben. Bei den beiden TV-Specials zu Dragonball Z wurde übrigens in der deutschen Fassung wieder das Eingangslied gestrichen, während es bei der japanischen Tonspur (auf Japanisch) enthalten ist. Selbiges gilt dann auch für die Songs am Ende der beiden Filme. Bei der deutschen Tonspur erklingen wieder einmal nur einfache Musikstücke und in der japanischen Ausgabe erklingen einmal mehr tolle Songs. Einzig allein beim Special zu Dragonball GT hat man sich die Mühe gemacht, Songs einzuspielen.

Fehlende Minuten

Da ist dann zwar das Titellied nicht gänzlich dasselbe wie in der dazugehörigen Serie und bei weitem auch nicht so gut, doch da am Ende noch ein anderer Song (sowohl im Deutschen als auch im Japanischen) geträllert wird, können wir darüber hinwegsehen. Noch ärgerlicher ist da aber die Angabe einer falschen Laufzeit auf der optisch hübschen und griffigen Box der drei TV-Specials. Wird dort von einer gesamten Laufzeit von 210 Minuten gesprochen, so kommen wir beim Nachrechnen auf einen völlig anderen (darunterliegenden) Wert. Son Gokus Vater hat eine Laufzeit von etwa 47 Minuten, Die Geschichte von Trunks und Son Goku Jr. jeweils ungefähr 45 Minuten. Das macht summa summarum 137 Minuten. Das sind immerhin 73 Minuten, die uns hier mehr versprochen werden. Das Preisleistungsverhältnis ist hierbei im Vergleich mit den bisherigen Filmboxen mangelhaft, immerhin entsprechen 73 Minuten einen fast vollwertigen Film. Bonusmaterial ist auf den drei Datenträgern übrigens nicht enthalten, was im Angesicht der kurzen und auch der fehlenden Laufzeit ebenfalls nicht gerade positiv ist. Inhaltlich können zumindest die Specials zu Dragonball Z sehr überzeugen, Son Goku Jr. fällt im Vergleich etwas ab, ist aber bei weitem kein schlechter Film. Man kann ihn schlecht mit den vorherigen Ereignissen vergleichen, doch im Kontext gesehen macht er Sinn und jetzt wo sich der Kreis am Ende des Dragonball-GT-Specials quasi geschlossen hat, freuen wir uns nun sehr auf die Fernsehserie von Dragonball, die ab Ende April ebenfalls von Anime Virtual vertrieben werden wird.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Es ist wirklich erstaunlich, seit wie vielen Jahren sich das Dragonball-Universum bei Fans größter Beliebtheit erfreut. Mit den drei TV-Specials zu Dragonball Z und Dragonball GT schließt sich in gewisser Weise der Kreis der Geschichte, denn wenn Son Gokū Junior den Dragonball mit den vier Sternen findet, muss ein Fan wie ich es einer bin unweigerlich an die ersten Szenen des klassischen Animes denken. Ansonsten fand ich das Dragonball-GT-Special nicht sonderlich spannend. Zum einen habe ich vor unzähligen Jahren bereits die Comicadoption gelesen und zum andern zieht sich die Story durch unzählige Momente, die man von Dragonball so nicht gewohnt ist. Da finde ich die beiden Specials zu Dragonball Z, in dem ich zum einen vieles Wichtige über Son Gokūs Vater erfahre und zum anderen den eigentlich wahren Zeitstrang nach Son Gokūs Tod einmal mit den eigenen Augen sehe. Unter diesem Aspekt kann ich die drei Specials jedem Fan von Dragonball nur wärmstens empfehlen, allerdings sollte man vielleicht darauf warten, dass Anime Virtual mit dem Preis nachlässt. Eine Ware mit falscher Laufzeit auf der Verpackung zu verkaufen, dürfte bei dem einen oder anderen Käufer nach Bemerkung des blöden Fehlers sicherlich bitter aufstoßen. Ich für meinen Teil werde Son Gokus Vater mit Sicherheit noch einmal anschauen, bevor ich Ende April mit der Serie von Dragonball endlich nachlege, denn einen besseren Einstieg in diese Serie könnte ich mir im Moment nicht vorstellen.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragonball Z / GT TV-Specials!

Review: Puella Magi Madoka Magica Vol. 1

Männliche Leser werden diesem Titel eher weniger Beachtung schenken, zumindest wenn es nach dem mädchenhaft-fröhlichen Cover ginge. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, denn hinter Puella Magi Madoka Magica verbirgt sich ein düsterer Anime.

Das Leben von Madoka Kaname ändert sich von einen Tag auf den anderen schlagartig. Erst träumt sie von einem geheimnisvollen Ort, an dem ein Mädchen gegen ein Ungetüm kämpft. Als dann aber genau dieses Mädchen einige Stunden später in ihrer Schule als ihre neue Mitschülerin vorgestellt wird, beginnt Madoka an ihrem Verstand zu zweifeln. Als sie am Nachmittag dann auch noch mit ihrer Freundin einen Musikladen besucht, fängt sie an eine um Hilfe schreiende Stimme zu hören. Als sie der unbekannten Stimme folgt, entdeckt sie ein magisches Wesen namens Kyubey, das ausgerechnet von Madokas neuer Mitschülerin Homura Akemi attackiert wird. Madoka und ihre dazu gekommene Freundin Sayaka Miki können dem Kampf gerade noch so entkommen und retten Kyubey das Leben. Von Kyubey erfahren die beiden, dass es in ihrer Welt sogenannte Magical Girls gibt, die in mysteriösen  Parallelwelten gegen gefährliche Hexen kämpfen, um die Menschheit zu beschützen. Kyubey möchte die beiden sehr gerne zu Magical Girls, wie auch Homura eines ist, machen. Im Ausgleich für diesen Pakt wird ihnen jeweils auch ein Wunsch erfüllt, doch benötigen sie dafür Bedenkzeit und als Homura sie auch noch davor warnt, ebenfalls Magical Girls zu werden, ist die Verwirrung bei den beiden perfekt. Die ersten vier Episoden von Puella Magi Madoka Magica, welche in Vol. 1 enthalten sind, nehmen sich genügend Zeit, um uns in die Welt dieses Animes einzuführen.

Hexenjagd

Wir lernen die bisher wichtigen Charaktere gut und das Grundkonzept sehr genau kennen. Während uns die verschiedenen Charaktere durchweg bei Laune halten und die Geschichte langsam aufbauen, fehlt es uns da an einem essentiellen Bösewicht, sprich einen Gegenspieler, gegen die sich die Charaktere auflehnen können. Es könnte aufgrund eines kurz eingeführten Charakters zwar durchaus möglich sein, dass dieser bereits in Erscheinung getreten ist, doch Klarheit wird hier wohl erst Vol. 2 schaffen, welches Ende April erscheinen wird. Die Kämpfe gegen die Hexen (wobei hier keine Hexen im eigentlichen Sinne, sondern eher gesagt magische Überwesen mit teils deutsch eingeblendeten Namen zu Beginn des Kampfes gemeint sind) und ihre Anhänger sind spannend und animationsreich in Szene gesetzt, zumal sehr viele Szenen des Animes den Eindruck vermitteln, man hätte ihn sogar für 3D-Fernseher entwickelt. Es würde uns nicht sehr wundern, wenn hier in den nächsten Jahren eine 3D-Blu-ray-Fassung in den Handel käme. Ein weiterer Aspekt der Geschichte ist, dass das eigentliche Leben der Freunde in einer High-Tech-Welt stattfindet, zumindest was ihre Schule betrifft. Gläserne Klassenräume, digitale Tafeln und eine mehr als nur moderne Schulkleidung sind in Puella Magi Madoka Magica an der Tagesordnung. Madokas Heim ist dabei ebenfalls sehr modern eingerichtet. Architekturstudenten werden hier nicht schlecht staunen, wie das Animationsstudio moderne Architektur eingefangen hat.

Audiokommentar zur Unterhaltung

Das Bildformat ist ebenso modern. Im 16:9-Format wird uns die Handlung pro Episode zwischen 23 und 25 Minuten präsentiert, nur in der ersten Szene einer jeden Folge stören am oberen und am unteren Bildschirmrand kurzzeitig schwarze Balken. Sowohl die deutsche Tonspur (in Dolby Digital 5.1) und japanische Tonspur (in Dolby Digital 2.0) machen klanglich einen sehr guten Eindruck, zumal auch die Synchronsprecher passend gewählt wurden. In der deutschen Synchronfassung sind unter anderem die Stimmen von Lydia Morgenstern, Esra Vural, Kaya Möller und Rubina Kuraoka zu hören – absolut keine Fehlentscheidungen. Neben den fast einhundert Minuten Laufzeit liegen auf der Disc zudem noch ein paar Trailer, sowie ein von den japanischen Synchronsprechern gesprochener Audiokommentar vor. Dieser dient eher zur Unterhaltung und weniger zur Information. Was in Japan bei einigen Anime-Produktionen mittlerweile üblich ist, muss sich hierzulande erst etablieren. Untertitel tragen sowohl bei den vier Folgen, als auch beim Audiokommentar zum Verständnis bei. Wer den schönen japanischen Opening-Song inklusive Intro genießen möchte, darf sich wie bei Angel Beats! auch hier ein textloses Opening ansehen beziehungsweise anhören. Das Inlay der DVD-Verpackung (auf Blu-ray erscheint der Anime hierzulande leider nicht) lässt sich übrigens wenden, so dass kein nerviges FSK-Logo auf dem Cover prangt. Puella Magi Madoka Magica macht zwar gelegentlich den Eindruck, als sei es ein reiner Anime für weibliche Zuschauer, doch auch das männliche Publikum wird sich mit der Geschichte der Magical Girls schnell anfreunden können.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Als ich vor wenigen Wochen einen Trailer zu Puella Magi Madoka Magica angesehen habe, hat es mir der Anime irgendwie angetan. Dann kam der Tag, wo das Testmuster in meinem Briefkasten eingetrudelt ist und irgendwie hat mich das Cover ein wenig abgeschreckt, zumal ich wohl nicht die richtige Zielgruppe dafür sei. Trotzdem habe ich dem Anime seine wohl verdiente Chance gegeben und schnell kristallisierte sich bei mir das Gefühl heraus, welches ich beim Ansehen des Trailers von vor einigen Wochen hatte. Hübsch, aber für meinen Geschmack teils zu niedlich gezeichnete Figuren, die sich in mysteriösen Parallelwelten gegen ebenso geheimnisvolle Hexen zur Wehr setzen, können mich dank der intelligent gestrickten Handlung schnell in ihren Bann ziehen. Trotzdem kann ich mir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht so wirklich vorstellen, wo genau der Anime mit mir eigentlich hin möchte. Einen richtigen Bösewicht gibt es bisher noch nicht und ein Endziel ist ebenfalls noch lange nicht in Sicht. Hier bin ich auf den mittleren Teil der auf drei DVDs ausgelegten Story gespannt, welcher dann hoffentlich etwas mehr Licht ins Dunkle bringt.

Vielen Dank an Universum Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Puella Magi Madoka Magica Vol. 1!

Review: Sine Mora

Auf der Gamescom 2011 wurden wir recht freundlich zur Vorstellung des Xbox-Live-Arcade-Spiels Sine Mora geladen. Damals wie heute sind wir allerdings nicht so sonderlich von dem Titel angetan, was jedoch nichts über dessen eigentliche Qualität aussagt.

Sine Mora erzählt die Geschichte eines fiktiven Kriegs, in dem wir aktiv als Pilot teilnehmen. Leider schafft es der Titel an dieser Stelle schon mal nicht, dass wir eine starke Bindung zu den Charakteren aufbauen. Zwischen den vielen Levels wird unser Bildschirm eingeschwärzt und mit weißem Text befleckt, der dann wiederum aber von einer freundlichen Stimme vorgelesen wird (dazu später jedoch mehr). Wer von euch nun aber die eine oder andere bombastische Zwischensequenzen erwartet, wo kriegsbedingt einiges zu Bruch geht, wird zwangsweise enttäuscht. Etwas Ähnliches gibt es nur im eigentlichen Spielverlauf, doch selbst dort läuft die Action eher im spielbaren Geschehen ab. Ansonsten erhalten wir von den anderen Piloten nur über Funk Instruktionen, welche Ziele wir als nächstes anvisieren sollen oder was in der Welt von Sine Mora im Hintergrund passiert. Das Kriegsszenario wirkt somit deutlich glaubhafter und füllt die Welt des Spiels atmosphärisch mit Leben, doch die Dialoge gehören leider nicht zum Besten, was wir im Genre gesehen beziehungsweise gehört haben. Sie sind schlichtweg zweckmäßig, doch möchten wir uns an der Aufmachung von Handlung und Szenario aufhängen, denn Sine Mora hat einige Modifikationen im Genre vorgenommen, die den Titel in gewisser Weise einzigartig und fast schon unvergleichbar machen. Ganz in der Tradition von Gradius und R-Type bewegen wir unser Flugobjekt von links nach rechts über den Bildschirm und pulverisieren dabei alles, was uns in die Quere kommt.

Das Zeitliche segnen

Steuerungstechnisch fühlt sich das Gemisch aus Flugzeug und Unterseeboot geschmeidig an, nur in wenigen Momentan würden wir etwas mehr Kontrolle über das fliegende Vehikel wünschen. Während wir im Story-Modus, in dem wir ein Level nach dem anderen erleben, nur über ein Flugobjekt verfügen, gesellen sich im Arcade-Modus alsbald weitere Exemplare hinzu. Eines haben die Hybridfahrzeuge jedoch gemeinsam. Sie sind mit dutzenden Waffen ausgerüstet. Somit ist es in jedem Level unser Ziel, alles was sich bewegt abzuschießen und sicher das Abschnittsende zu erreichen. Über eine Lebensanzeige verfügen wir dabei übrigens nicht, denn immer wenn wir von einem feindlichen Geschoss getroffen werden oder mit der Umgebung kollidieren, werden uns kurzerhand ein paar Sekunden wertvolle Zeit abgezogen. Das mag für den einen oder anderen Spieler erschreckend klingen, doch da wir für jeden erfolgreich erledigten Feind zusätzliche Sekunden dazu verdienen, gleicht sich das System aus. Erreicht der Timer nämlich null, ist das Spiel unweigerlich vorbei und wir müssen einen Versuch einbüßen. Wie wir im Test erkannt haben, funktioniert diese Idee in der Praxis auch sehr gut. Einerseits motiviert es uns, wirklich jeden Gegner ins virtuelle Nirwana zu schicken und andererseits ist natürlich immer Vorsicht geboten. Besonders nach den ersten beiden Spielabschnitten zieht der Schwierigkeitsgrad an – es treten öfters und vor allem mehr Gegner auf. Weichen wir den Feinden und den Level-Limitierungen nicht geschickt aus, kann das schnell das vorzeitige Ableben bedeuten. Wie bei einem Arcade-Automaten können wir meist aber auf ein Continue zurückgreifen und den jeweiligen Abschnitt erneut in Angriff nehmen.

Die Welt spricht Ungarisch

Zwischenzeitlich tauchen immer mal wieder größere Bossgegner auf, die dementsprechend auch schwieriger zu besiegen sind. Da die empfindlichen Stellen deutlich zu erkennen sind, werden diese Gegner auch für unerfahrene Spieler sicherlich keine Probleme darstellen. Es ist eher das Problem, dass man dabei auch noch massenweise Geschossen ausweichen muss. Mit der richtigen Taktik und mit etwas Übung ist aber auch das kein Problem, zumal der Titel eh über mehrere Schwierigkeitsgrade verfügt, um möglichst viele Spielertypen anzusprechen. Besonders unerfahrene Spieler werden sich auch darüber freuen, dass man die Zeit in Sine Mora manipulieren kann. Ungewünschten Kollisionen kann somit im Nachhinein ohne Probleme vorgebeugt werden. Dieses Feature ist aber natürlich nicht durchweg und vor allem nicht unbegrenzt möglich. Im Gesamtkontext bemängeln wir, dass der Titel über keinen Mehrspielermodus verfügt. Dieser hätte sich bestimmt wunderbar ins Spiel eingefädelt. Optisch besticht der Titel mit hübschen Hintergründen, noch dazu mit satten Farben und schönen Effekten. Negativ fällt uns auf, dass sich am oberen und unteren Bildschirmrand schwarze Balken befinden. Das erweckt in gewisser Weise Kinoflair, doch ein größerer Bildschirmausschnitt hätte dem Spiel sicherlich gut getan. Leider gefällt uns der Soundtrack dabei nicht so ganz, da er sich mehr im Hintergrund versteckt, als das Geschehen brachial zu unterlegen. So gut wie alle Texte im Spiel wurden zudem mit einer Sprachausgabe unterlegt. Da der Titel in Ungarn von Digital Reality entwickelt wurde, ist diese Sprachausgabe nur auf Ungarisch enthalten. Das ist insofern schade, da es keine optionale englische Synchronisation gibt. Wer von euch das Spiel also ohne Untertitel spielen möchte, sollte der ungarischen Sprache mächtig sein. Wer damit leben und auf einen Mehrspielermodus verzichten kann, erhält zwei tolle Spielansätze, die wunderbar ins Gameplay von Sine Mora passen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Sine Mora ist ein Spiel im Stile von Gradius oder R-Type und fühlt sich auch fast wie diese an, aber leider nur fast. Während die Klassiker mit fetzigen Soundtracks und einem meiner Meinung nach noch höheren Schwierigkeitsgrad punkten konnten, fällt Sine Mora hier ab. Viele Stellen fühlen sich im normalen Schwierigkeitsgrad zu einfach und in der nächsten Situation schon wieder zu schwer an. Ich rede hier überhaupt nicht von dem unmenschlichen höchsten Schwierigkeitsgrad, viel mehr vom normalen Spielverlauf. Wenn ich in dem ganzen Level keinerlei Probleme habe, einen Gegner nach dem anderen abzuschießen und auf einmal schafft es der Bossgegner mit mächtigen Lasersalven meine Zeitanzeige in Nullkommanichts auf Null zu setzen, dann kann meiner Meinung nach etwas nicht stimmen. Hier hätte ich mich doch sehr gefreut, wenn Digital Reality noch etwas mehr Feinschliff an Sine Mora geübt hätte. Trotzdem habe ich die wenigen Spielstunden mit dem Titel genossen, doch in Zukunft greife ich viel lieber zu den Klassikern, da ich mich mit diesem eher identifizieren kann.

Vielen Dank an Digital Reality für die freundliche Bereitstellung des Downloadcodes von Sine Mora!

Review: Dead Space: The Aftermath

Nachdem Electronic Arts mit drei Spielen das Dead-Space-Universum regelrecht erschaffen hat, versuchte man sich anschließend auch an einem Film, um das Franchise einem größeren Publikum zugänglich zu machen, was aber eindeutig in dieser Form so nicht gelingen wird.

Auf der Rückseite der Verpackung behauptet man doch tatsächlich, dass sich der Film nicht nur an Fans der Spiele (von denen bisher drei an der Zahl für Konsolen und den PC erschienen sind) richte, sondern wohl auch ein so genanntes Must-See-Ereginis für alle anderen sei. Sicherlich wissen wir, dass so gut wie jeder Anbieter von jeglichen Medien nur zu gerne die Werbetrommel für sein Produkt schlägt. Allerdings ist dies bei Dead Space: The Aftermath schon stark übertrieben und an vielerlei Stellen mehr als nur dreist, wie ihr in unserem Review feststellen werdet, in dem wir immer wieder auf besagten Verpackungstext verweisen. Um die Story des Titels verstehen zu können, solltet ihr zuvor unbedingt Dead Space und Dead Space 2 gespielt haben, denn ansonsten werdet ihr den Handlungsverlauf des vorliegenden Films kaum bis gar nicht verstehen können und dabei gegebenenfalls einnicken, doch der Reihe nach: Dead Space: The Aftermath erzählt eine Geschichte von der Besatzung des Raumschiffs O’Bannon. Die Crew erhält den Auftrag, dort den Kommunikationsabbruch zur Ishimura, einem Bergbauraumschiff, zu untersuchen. Dieses befindet sich derweil im Orbit des Planeten Aegis VII. Was als eine herkömmliche Routinenmission beginnt, soll sich als wahrer Höllentrip entpuppen – zumindest, wenn man den Verpackungsangaben der Blu-ray Glauben schenken mag. Als die Crew mit Gravitationsbefestigungen einen Planeten zusammenhalten soll, entdecken sie nämlich ein Artefakt, welches Visionen in ihnen hervorruft und diese dazu noch in gewisser Weise wahr werden lässt.

Filmstildifferenzen

Der Film baut auf zwei sehr unterschiedlichen Stilen auf. Bei den Verhandlungen, die uns auf die vorhergehenden Ereignisse und Erlebnisse zurückblicken lassen, wird auf einen sehr merkwürdigen Animationsstil gesetzt, der übertrieben stark an die befremdlich wirkende Animationsserie Reboot aus den Neunziger Jahren erinnert. Die angesprochenen Momente, die vor den Verhandlungen beziehungsweise Verhören stattfinden und somit die eigentliche Handlung darstellen, werden wiederum in einem ansehnlichen und vor allem angenehmen Zeichentrickstil vorgestellt. Trotzdem können beide Stile nicht damit prahlen, in einer 1080p-Auflösung und im 16:9-Format zu glänzen. Während die computeranimierten Szenen und Kulissen trist und platt wirken, fehlen uns bei den Zeichentrickszenen zu viele Bewegungen. Es grenzt auch schon an eine Frechheit, was dem (deutschen) Publisher dieser Blu-ray einfällt, in den Packungstext zu schreiben. Dort wird mit grandiosen Animationen geworben, was eindeutig nicht der Fall ist. Sicherlich kann solch eine Produktion nicht mit den Größen der Pixar-Filme mithalten, doch das Ergebnis ist weit davon entfernt, sich als grandios zu bezeichnen. Es gibt dutzende Filme, die bereits seit Jahren erhältlich sind und hübschere Animationen abliefern. Die Verpackung preist zudem atemlose Spannung und packende Schockmomente an. Wir wissen beim besten Willen nicht, welche Momente hier gemeint sind. Bis vielleicht auf die eine oder andere Szene, wo beispielsweise eine Spritze mitten ins Auge der Protagonistin gegen ihren Willen eingeführt wird, haben wir davon so gut wie gar nichts bemerkt.

Das Grauen lauert nicht nur im Weltall

Durch diese Defizite hat es der Film sichtlich schwer, mit einer durchdachten Handlung und dazu auch noch mit einer gelungenen Atmosphäre zu punkten. Letzteres wird durch oftmalige Stilwechsel, auch wenn sie für sich genommen im Kontext Sinn ergeben, zerstört. Besonders an den computeranimierten Szenen stören wir uns sehr. Wie die Verantwortlichen es geschafft haben, berühmte Schauspieler wie Christopher Judge (bekannt durch seine Rolle als Teal’c in Stargate: Kommando SG-1) für Dead Space. The Aftermath zu gewinnen, ist uns ein Rätsel. Bei der deutschen Synchronisation hat man sich dementsprechend auch die Stimme von Tilo Schmitz gebucht. So kann der englische Originalton, genauso wie die deutsche Synchronisation in HD DTS 5.1 punkten. Durch die seltsamen Animationen wirken die Stimmen oftmals allerdings ein wenig aufgesetzt. Wer jetzt noch darauf hofft, Bonusmaterial auf der Disc zu finden, wird enttäuscht. Erst einmal taucht das Menü (automatisch) nur nach dem Ansehen des Films auf und dann befinden sich nur noch Trailer zu anderen Filmen mit auf der Scheibe. Das ist schwach und besonders hier hätte man Hintergründe über die Spiele oder gar dem Dead-Space-Universum mit auf die Disc packen können. Alle, die sich mit den Spielen nicht auskennen, werden sich sehr schwer tun, sich mit der Story anzufreunden beziehungsweise sich mit den Begriffen im Film zu Recht zu finden. Mit einem hat der vermeintliche Verpackungstext aber trotzdem Recht. Dead Space: The Aftermath entführt uns, den Zuschauer, in das Dunkle des Weltalls, wo das absolute Grauen lauert. Wir sind froh, dass wir diesem nach 75 Minuten entkommen können – der Film ist wirklich nur etwas für Fans!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nach 75 Minuten möchte ich gerne meine Lebenszeit wieder haben, die ich dafür verschwendet habe. Versteht mich bitte nicht falsch, auch Dead Space: The Aftermath hat seine guten Seiten, doch die schlechten Punkte überwiegen hier eindeutig und auch wenn ich alle Spiele des Dead-Space-Universums kennen und mich in diesem wunderbar zu Recht finden könnte, würde ich einen großen Bogen um diesen Streifen machen. Dead-Space-Fans werden in diesem Film nicht geschockt, eher gelangweilt. Es gibt keine vernünftige Handlung, denn nach den ersten zehn Minuten ist die Story nahezu bis zu den letzten fünf Minuten plump – und das genau verstehe ich nicht. Ich bin erstaunt, dass ein Film spannend anfängt und auch spannend mit einem Cliffhanger endet, doch dann musste man den Hauptteil strecken, in dem nur noch wirre und lahm in Szene gesetzte Visionen die Helden plagen und im Grunde nichts passiert. Außerdem kann ich deutlich bemerken, dass Electronic Arts nur die Lizenz, aber wohl keine Geldmittel für die Produktion des Films zur Verfügung gestellt hat. Ich bin zwar auch kein Fan von Electronic Arts’ Franchise-Ausschlachtung, aber selbst der Branchenriese schafft es mit wenigen Mitteln, zumindest noch die Qualität in gewisser Weise zu halten. Der Film hat mich nur selten begeistert und ich möchte ihn keinem weiterempfehlen, der nicht gerade vor hat, sich zu langweilen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Dead Space: The Aftermath!

Review: SSX

Wenn eine Sportart in den letzten Jahren im Videospielbereich immer mehr unter gegangen ist, dann ist es das Snowboard-Genre. Electronic Arts hat die Lücken im Spielregal bemerkt und in diesem Frühjahr einen neuen Teil der SSX-Reihe veröffentlicht.

Sportspiele haben oft ein gemeinsames Manko. Sie können im Normalfall keine vernünftige Geschichte erzählen und sollten es aus diesem Grund auch eigentlich nicht tun. Leider ist das Electronic Arts und dem Entwicklerstudio vermutlich egal, denn eine banalere Story ist uns in diesem Genre nur selten vorgekommen. Es geht einfach um ausgedachte Charaktere, die von überall auf der Welt die Pisten runter sausen möchten. Das hat Konkurrent Ubisoft mit Shaun White: Snowboarding und Shaun White Snowboarding: Road Trip damals auf Nintendos Wii wesentlich besser hinbekommen, selbst wenn die Story um Shaun und seine Freunde ebenfalls nicht das Gelbe vom Ei war, doch haben wir hier jedenfalls ein klein wenig mehr mit den Charakteren auf ihrem Weg zum Ziel mitfiebern können. Zwischensequenzen, in denen die Charaktere von SSX auf einmal mit Motocross-Vehikeln unterwegs sind, erschließen uns in ihrem Sinn leider ebenfalls nicht. Davon sollten wir uns aber nicht ablenken lassen, denn SSX hat viele andere Punkte, die uns deutlich besser gefallen haben. In tausenden Metern Höhe ist ein Helikopter zu sehen, die Kamera umdreht das Flugobjekt und zeigt es darauf von innen. Hier befinden wir uns mit unserem Charakter, der nur darauf wartet, die nächste Piste hinab zu düsen. Mit einem Ruck auf den Analog-Stick nach vorne lässt sich unser Charakter fallen und befindet sich nun am Rande der Abfahrt. Ein letztes Mal tief Luft holen und los geht es!

Drei Zielvorgaben

Die Steuerung ist in einem Sportspiel ein elementarer Bestandteil. Wir sind froh, dass diese in SSX überwiegend positiv ausgefallen ist. Während wir mit dem linken Analog-Stick den Charakter steuern, mit ihm beschleunigen oder abbremsen, führen wir mit den Aktionstasten zahlreiche Tricks aus. Wahlweise dürfen wir diese Tricks auch mit dem rechten Analog-Stick ausführen, doch die Steuerung mit den Aktionstasten sollte vor allem für Einsteiger sehr viel angenehmer und verständlicher sein. Trotzdem funktionieren beide Steuerungsarten fast ohne Probleme. Eine gewisse Eingewöhnungszeit muss man jedoch für SSX einplanen. Besonders in den ersten Spielstunden, wo uns noch nicht alle Boards, Anzüge, Abzeichen und andere Extras zur Verfügung stehen, fühlt sich die Steuerung noch etwas schwammig an und ist aus diesem Grund in einem der drei Hauptspielmodi von Nachteil. Beispielsweise müssen wir die eine oder andere Piste unbeschadet am Boden ankommen, denn in SSX sind wir sterblich. Wir sollten deshalb vor jeder Strecke auf der jeweiligen Anzeige nachschauen, ob wir auch gut gepanzert sind und wie unsere Chancen stehen, die Abfahrt heil zu überstehen. Ist dies nicht der Fall, so dürfen wir uns im Shop gegen einen gewissen Obolus mit einem neuen Schutz ausrüsten. Einige der Strecken sind nämlich mordsgefährlich und wenn wir dann den einen oder anderen Baum übersehen, endet die Abfahrt schneller, als uns vielleicht lieb ist. In weiteren Spielmodi heißt es für uns dann, dass wir vor dem Gegner unser Ziel erreichen oder möglichst viele Tricks für eine bestimmte Punktzahl machen müssen.

Realität und Fantasie

Je länger wir übrigens Tricks ausführen, desto mehr Punkte erhalten wir für diese. Bleiben wir sogar so lange unbeschadet, kommen wir in den Supermodus, in dem unsere Tricks noch besser wirken. Für abgeschlossene Pisten hagelt es Erfahrungspunkte und Credits. Zum einen verbessern wir so unseren Charakter und zum anderen können wir die Credits für neue Snowboards im Shop und sogar für neue Charaktere ausgeben, die dann ebenfalls aufgestuft werden möchten. Wer hier alles erreichen möchte, wird sehr viele Spielstunden in SSX investieren dürfen, zumal die Strecken sehr abwechslungsreich ausgefallen sind. So sind wir in den Rocky Mountains, in Neuseeland oder sogar in der Antarktis unterwegs. Obwohl sich das Entwicklerteam an realen Orten orientiert hat, fallen die Pisten doch eher fantasievoll aus. In Sibirien sausen wir an dem einen oder anderen Kraftwerk vorbei, springen mitten durch Hochstrommasten und auch sonst sind unserer Meinung nach viel zu viele Grind-Stangen auf der Strecke platziert, die in der echten Welt dort wohl eher fehl am Platz wären. Über das Rider Net sind wir jederzeit mit unseren Freunden online verbunden. Sobald also einer unsere Kumpels einen neuen Rekord aufstellt, werden wir durch eine Anzeige in der oberen linken Ecke informiert. Das ist praktisch und motiviert uns, diesen Rekord spontan brechen zu wollen. Wer aber über keinen Online Pass verfügt, darf online zwar die Vorgaben erfüllen, doch die Errungenschaft wird so lange zurückgehalten. Ärgerlich.

Einzelspieler-Alternative

Nur wer Electronic Arts nochmals bezahlt, darf mit seinen virtuellen Gewinnen prahlen. Unserer Testversion lag der Online Pass nicht bei, weshalb wir nicht sagen können, wie essentiell sich diese Vorteile auf das Online-Gaming auswirken. Zudem gibt es im Online-Modus keine Modi, in denen wir direkt gegeneinander antreten. Im Jahr 2012 ist das schwach, genauso wie der fehlende Splitscreen-Modus. Wer also viel lieber direkt mit seinen Freunden spielen möchte, ist bei SSX nicht gut aufgehoben und sollte daher lieber zu älteren Alternativen wie 1080° Snowboarding oder Shaun White: Snowboarding greifen. Optisch kann der Titel trotzdem überzeugen, denn die Pisten sehen in der weißen Landschaft atemberaubend aus und werden zudem teilweise atmosphärisch durch einen farblichen Blaustich in Szene gesetzt. Der Soundtrack passt zum Spiel, doch da hier im Regelfall nur Songs von mehr oder weniger bekannten Interpreten, wie Nero, Run DMC oder The Hives vorkommen, muss man die jeweilige Musikrichtung doch schon mögen. Die restlichen Musikstücke kommen fast gar nicht zur Geltung und sind eher Beiwerk als Bereicherung des Titels. SSX ist ein Snowboard-Spiel, das einige Ansätze (wie etwa das Überleben) dem Genre zumindest teilweise einen neuen Anstrich verpasst. Wir hätten uns sehr gefreut, wenn die Entwickler des Titels Mut bewiesen hätten und diesen Ansatz weiter ausgebaut hätten. Wer jetzt aber hofft, einen simulationsartigen Snowboard-Titel zu bekommen liegt falsch, denn SSX ist fast ausschließlich ein arcade-lastiges Spiel ohne Drang zur Realität. Einzelspieler dürfen dem Spiel eine Chance geben, Mehrspielerfreunde greifen eher zu Alternativen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-3-Fassung): Grundsätzlich kann ich mich mit SSX auf der PlayStation 3 anfreunden, aber wohl auch nur, weil Snowboard-Spiele momentan eher Mangelware im Spielregal der Kaufhäuser sind. Ich muss zugeben, dass ich seit Shaun White Snowboarding: Road Trip kein Spiel des Genres mehr in den Händen gehalten habe und ich deshalb vielleicht etwas zu euphorisch bei der Ankündigung von SSX war. Jedenfalls konnte ich mittlerweile die eine oder andere Stunde mit dem Titel verbringen. Die recht unterschiedlichen Pisten gefallen mir gut, außerdem die Hindernisse, mit denen ich im Spiel konfrontiert werde (auch wenn diese alles andere als realistisch wirken). Ich finde es zudem richtig gut, dass ich ständig neue Credits gewinne, mit denen ich meine Charaktere mit neuen Boards, Anzügen und sonstigem Schnickschnack ausrüsten kann. Das motiviert mich immer wieder aufs Neue, die nächste und auch die übernächste Piste hinunter zu sausen. Aber ich werde SSX wohl nicht sehr lange spielen, da ein Sportspiel meiner Meinung nach schon sehr stark vom Mehrspielererlebnis lebt. Dieses ist in SSX aber gerade nur mittelmäßig und zwingt mich in gewisser Weise trotzdem als Einzelspieler die Piste in Angriff zu nehmen, da die Konkurrenz jeweils nur einen Rekord bricht, den wiederum ich brechen möchte. Mir fehlt das Adrenalin, das ich bei direkten Wettkämpfen gegen Freunde oder unbekannte Spielern spüre. SSX ist für mich leider nur ein Titel für zwischendurch. Ich bleibe lieber beim Klassiker 1080° Snowboarding auf Nintendo 64 und Gamecube.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von SSX!

Review: Metal Gear Solid: Snake Eater 3D

Naked Snake ist zurück, allerdings nicht in einem heiß und lang ersehnten Metal Gear Solid 5, sondern in einer Neuauflage des dritten Teils für Nintendos 3DS. Als wir das Spiel im letzten Jahr auf der Gamescom anspielen durften, waren wir noch nicht so ganz von der Portierung des PlayStation-2-Spiels überzeugt. Dies hat sich mit dem Release des Titels geändert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Welt in Ost und West aufgeteilt. Die Sowjetunion hat den eisernen Vorhang errichtet und das Wettrüsten begann – dies war der Startpunkt des Kalten Krieges. In jener Zeit ist Metal Gear Solid: Snake Eater 3D angesiedelt, genauer gesagt im Jahr 1964. Nach der Kubakrise und der Ermordung des US-Präsidenten John F. Kennedy, knistert der Konflikt neu auf. Die Vereinigten Staaten müssen einen Mann namens Sokolov an die Sowjetunion übergeben. Dieser wird dort gezwungen, an einem militärischen Panzer mitzuarbeiten, der dazu im Stande sein soll, von jedem einzelnen Ort der Erde aus Nukleargeschosse abzuschießen. Um dies zu verhindern, schickt die Central Intelligence Agency, kurz CIA, einen ihrer besten Männer in die verbotene Zone, um Sokolov zu retten. Die Einführung in das Spiel ist die intelligenteste, die wir seit längerer Zeit gesehen haben. So spielen die Entwickler in den Zwischensequenzen immer wieder Originalaufnahmen aus der jeweiligen Zeit ein. Dies beschränkt sich zwar oftmals nur auf das Wehen von der Fahne der Vereinigten Staaten oder einer stillen Aufnahme des Weißen Haus, doch gelegentlich werden uns auch erschreckende Szenerien aufgezeigt. Beispielsweise die Aufrüstung der Sowjetunion gegen die Vereinigten Staaten. Nach dem fulminanten Auftakt des Spiels wird sogar ein Opening eingespielt, das uns stilistisch sehr stark an die James-Bond-Filmreihe erinnert. Hier kann Hideo Kojima absolut nicht leugnen, dass er sich beim britischen Geheimagenten inspiriert hat. Zum Glück bleibt dies weitestgehend der einzige Punkt, denn Snake Eater 3D kann auch mit einer völlig eigenen Story zu überzeugen wissen – eigentlich.

Im Schatten der Nacht

Nichtkenner der Serie werden sich nämlich leider nur sehr schwer zu Recht finden, da viele Charaktere aus den Vorgängern auftauchen und dem anfangs unwissenden Spieler nicht vollends vorgestellt werden. Außerdem tragen die Spezialfähigkeiten der Bösewichte, zum Beispiel Hornissen auf uns loszujagen oder unseren virtuellen Körper mit Millionen von Volt zu schocken, bei dem einen oder anderen Spielertyp nur zur Verwirrung bei, da die eigentlich ernsthafte Handlung so zu stark an Surrealität gewinnt. Obwohl die Story an vielen Stellen überhand nimmt und uns kaum Möglichkeit lässt, direkt im Spiel etwas zu bewirken (ständig werden wir von Verbündeten über Funk kontaktiert oder eine der vielen Zwischensequenzen wird eingespielt), kann das Gameplay trotzdem überzeugen. Wie im großen Vorbild auf der PlayStation 2 müssen wir mit Naked Snake heimlich das Gebiet infiltrieren. Überall im Dschungel hält das Wachpersonal nach Eindringlingen Ausschau. Um nicht gesehen zu werden, müssen wir schnell Verstecke aufsuchen, wozu sich im Dschungel naturgemäß das hohe Gras ganz besonders gut eignet. Unterstützt werden wir dabei von unserer Kleidung und Gesichtsfarbe. Über das Menü dürfen wir allzeit die Farbe des Anzugs ändern und uns sogar Kriegsbemalung ins Gesicht schmieren. Je besser wir uns an die sehr unterschiedlichen Gegebenheiten anpassen, desto geringer ist auch die Chance, von den Feinden entdeckt zu werden. In der Nintendo-3DS-Fassung können wir sogar Fotos aus unserer echten Umgebung schießen, die wir anschließend auf unsere Ausrüstung sprühen. Eine nette Idee, aber fast vollkommen sinnlos – die spielinterne Farbwahl ist bereits ausreichend für unseren Einsatz.

Stealth-Action

Werden wir dennoch einmal unvorsichtig und schlussendlich vom Wachpersonal erwischt, kann Naked Snake mit einer mehr als ordentlichen Kampfausbildung punkten. Mit Schlägen und Tritten, Messerangriffen und Schusswaffen können wir unsere Feinde außer Gefecht setzen – sollten dies aber auch schleunigst tun, bevor die Soldaten die Möglichkeit ergreifen und Verstärkung rufen. Dies geschieht in der Regel schneller als uns lieb ist. Bei unserem Test wurden wir aber auch mit mehreren Gegnern noch sehr leicht fertig, sofern wir immer in Bewegung blieben. Dies hängt aber vermutlich von den Einstellungen ab, die wir zu Beginn des Spiels getroffen haben. Neben dem Schwierigkeitsgrad sollen wir dort nämlich auch noch auswählen, welches Metal Gear Solid unser Lieblingsteil der Serie sei oder ob wir zum ersten Mal mit dem Franchise konfrontiert werden. Leider können wir dies nicht überprüfen, da weder die beiliegende, noch die elektronische Anleitung darüber Auskunft erteilt. Trotzdem sollte der Titel bei jedem Spieler durchaus machbar sein, zumal der Redakteur dieses Artikels ebenfalls kaum Probleme mit Snake Eater 3D hatte, obwohl es seinen ersten Kontakt mit der Serie darstellte. Um zusätzliche Ausrüstung zu erhalten, ist es übrigens hilfreich, die Körper der Besiegten zu durchsuchen. Wollen wir dann auch unbemerkt bleiben, hilft es nur noch, sie auch im Unterholz oder anderen abgetrennten Bereichen zu verstecken. Es kann aber auch helfen, Magazine mit einschlägigem Inhalt liegen zu lassen und so die Wachen abzulenken. Eine weitere Möglichkeit wäre, sich in einer der berühmten Pappkisten zu verstecken, sofern wir diese im Spielverlauf finden.

It’s a jungle out there

Der Dschungel ist dennoch ein gefährliches Pflaster, denn nicht nur die feindlichen Wachleute wollen uns an den Kragen, sondern auch die eine oder andere Schlange. Eine Königskobra hat kein Problem damit, uns mit einem Biss zu vergiften, sobald wir ihr zu nahe kommen. In dem Falle müssen wir unverzüglich handeln. Über das Menü haben wir die Möglichkeit, selbst Schnitt- und Schusswunden zu nähen, Blutungen zu stoppen, Beine bei Frakturen zu schienen und Wunden (im Falle einer Vergiftung) auch zu desinfizieren. Dieses Spielelement kennen wir sonst eigentlich nur aus einschlägigen Titeln wie Trauma Center und Konsorten, doch ist Snake Eater 3D der Beweis dafür, dass dieses Gameplay-Element auch in anderen Genres gut aufgehoben ist. Wer natürlich weitaus vorsichtiger bei seinem Einsatz vorgeht, wird den virtuellen Operationstisch nur selten zu Gesicht bekommen. Um uns an der Schlange zu rächen, dürfen wir sie (wie fast jedes andere Tier des Spiels) erledigen und später als Mahlzeit verzehren. Horten sollten wir das Fleisch allerdings nicht. Wenn wir es nämlich nach längerer Zeit nicht endlich verzehren (beispielsweise wenn wir das Spiel mittendrin unterbrechen und erst einige Wochen später fortsetzen möchten), ist die Chance hoch, dass es schlecht wird und wir uns eine Lebensmittelvergiftung einfangen. Das Essen füllt wiederum unsere ständig sinkende Ausdaueranzeige, auf die wir stets einen Blick haben sollten. Fällt der Wert, sind Aktionen wie das Tauchen im See kaum mehr möglich. Lebensenergie ist trotzdem der entscheidende Faktor in Snake Eater 3D. Fällt diese auf null, so müssen wir den Bereich von vorne beginnen. Glücklicherweise regeneriert sich die Anzeige langsam, wenn wir uns im Dschungel verstecken und darauf warten, die Gunst der Stunde nutzen zu können.

Eindrucksvolle Atmosphäre

Bei unserem Auftrag in der Sowjetunion ist es zudem hilfreich, wenn wir das Schiebepad Pro nutzen. Zwar ist Snake Eater 3D auch ohne die Zusatzperipherie spielbar, doch fühlt sich das ganze Spiel dann nicht mehr annähernd so geschmeidig an. Statt eines zweiten Schiebepads müssen wir die Kamera mit den vier Aktionstasten bewegen, was auf Dauer recht störend ist. Aber auch so kann die Kamera nicht wirklich begeistern. Wir müssen sie stets selbst justieren, was besonders bei engeren Gängen unnötig ist. Bei einigen Bosskämpfen ist es zudem nicht einmal möglich, die Kamera frei zu bewegen. Sehr ärgerlich! Wer noch nicht über die neue Hardware aus dem Hause Nintendo verfügt, sollte aber spätestens dann zugreifen, wenn er mit dem Kauf der Neuauflage PlayStation-2-Klassikers liebäugelt. Ein interessanter Aspekt ist für uns zudem die Einbindung des Gyrosensors. Gehen wir über eine wackelige Hängebrücke, so müssen wir den Handheld möglichst gerade halten oder fein justieren, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Das ist realistisch und unterstützt die Atmosphäre des Spiels ungemein, zumal das Feature nur selten genutzt wird. Der Tiefeneffekt verstärkt das ganze dann noch, denn wer einmal eine der großen Felsenklüfte des Spiels gesehen oder sich im hohen Gras versteckt hat, fühlt sich mitten in die Spielwelt versetzt. Abgründe wirken, als seien sie hundert Meter breit und Grasbüschel machen den Eindruck, man könne sie direkt vor dem Bildschirm anfassen. Im Spiel geizen die Entwickler mit Musik, doch das ist bei Snake Eater 3D mehr ein positiver, als ein negativer Aspekt. Das Rascheln in den Büschen, aufgeschreckte Vögel, das Rauschen der Wasserfälle – alles wirkt absolut stimmig und da wir immer auf der Hut vor Gefahren sein müssen, ist das überwiegende Fehlen von Musikstücken absolut vorteilhaft.

Eine Frage der Ökonomie

Grafisch weiß der Titel hingegen nicht ganz zu überzeugen. Über die eine oder andere recht matschige Textur können wir zwar hinwegsehen, doch an einigen Stellen stören uns leider nervige Pop-ups. Aus der Ferne ist es beispielsweise nicht immer ersichtlich, wo die nächsten Grasbüschel zu finden sind, wenn wir unser Vorgehen durch das Gebiet planen. Erst wenn wir aus den naheliegenden Gräsern wieder herausschauen, können wir die nächste sichere Ecke entdecken. Das kommt zwar nicht so oft vor, stört aber in jenen Momenten genauso wie die gelegentlichen Framerate-Einbrüche. Insbesondere im letzten Spieldrittel, wo die Entwickler mit einem Effektfeuerwerk beeindrucken möchten, ist dies ganz besonders anzumerken. Ganze sieben Jahre nach der Erstveröffentlichung erwarten wir von einer Portierung einfach mehr, zumal die Medien solche und ähnliche Punkt bereits vor einem halben Jahr auf der Videospielmesse in Köln bemängelt haben. Über einen Online-Modus verfügt das Spiel ebenfalls nicht (mehr) – schade, denn dann hätte das Spiel auch nach Abschluss der Story noch begeistern können. Wer eine Xbox 360 oder eine PlayStation 3 besitzt, dem sei zudem gesagt, dass Konami vor kurzem auch eine HD-Collection veröffentlicht hat. Diese kostet kaum mehr als Snake Eater 3D und enthält dann nicht nur diesen Teil, sondern auch den PlayStation-2-Vorgänger und den PlayStation-Portable-Ableger Peace Walker – allerdings dann ohne autostereoskopisches 3D. Ob dies der Kaufgrund für die Nintendo-3DS-Fassung ist, sei einmal dahingestellt. Wer aber über keine NextGen-Konsole verfügt, das Original noch nicht kennt und ein Fan der Stealth-Action ist, kommt um den Kauf von Metal Gear Solid: Snake Eater 3D nicht herum und wird den Handheld für fünfzehn Stunden nicht mehr aus der Hand legen wollen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-3DS-Fassung): Den ersten Kontakt mit der Metal-Gear-Solid-Reihe hatte ich genau genommen vor etwas mehr als einem halben Jahr auf der letzten Gamescom in Köln. Dort durfte ich bei Konami das Spiel bereits anspielen, war aber noch nicht überzeugt. Viel zu umständlich ist die Steuerung ausgefallen und viel zu wenig Zeit hatte ich, um mich in den Titel einzuarbeiten. Zwischenzeitlich ist die Schiebepad-Peripherie von Nintendo erschienen und Konami hat die Steuerung des Titels prompt erweitert und ich glaube sogar, dass dies ausschlaggebend dafür war, um mir die Reihe schmackhaft zu machen. Geschmeidiges Schleichen, Umschauen, Schießen, Nachladen, Verstecken – Metal Gear Solid funktioniert auf Nintendos kleinem 3D-Handheld. Die Story ist der Kernpunkt des Spiels – Zwischensequenzen der besonderen Art machen die Handlung zu etwas besonderem, denn ich kenne sonst kaum ein Spiel, wo auf wahre Begebenheiten mit Originalaufnahmen eingegangen wird. Die fiktive Ausarbeitung der Story gehört ebenfalls zum besten, was ich in den letzten Jahren erlebt habe – ich ärgere mich lediglich über die Bösewichter mit ihren Spezialfähigkeiten. Es wird nicht erklärt, wie sie an diese gelangt sind und das düstere und oftmals realistische Setting wird so meiner Meinung nach fast vollkommen zerstört. Spielerisch kann ich mich bei Snake Eater 3D aber nicht beklagen, denn der Titel schafft es die Waage zwischen ruhigen Schleichmomenten und brachialer Action zu schaffen. Neben Splinter Cell: Conviction zähle ich Metal Gear Solid: Snake Eater 3D ab sofort zu meinen Lieblingstiteln des Genres. Mittlerweile sind aber auch Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots und die HD-Collection in meine Sammlung gewandert. Es kann also nicht mehr lange dauern, bis die beiden Titel Gesellschaft in meinem persönlichen Ranking bekommen.

Review: Fifa Street

In diesem Frühjahr tut sich etwas bei Electronic Arts. Ist der Konzern doch sonst der sichere Spiele-Lieferanten für die Vorweihnachtszeit, erwacht die Sportspielabteilung dieses Mal früher aus dem Winterschlaf. Selbst von der Update-Mentalität hat man sich dieses Jahr zum Teil losgeeist.

Die Hauptserien aus dem Hause Electronic Arts, wie etwa Fifa oder NHL werden zwar weiterhin brav mit Jahreszahlen versehen, doch zwei Franchises verpasst der Publisher eine Frischzellenkur. Neben dem Snowboard-Spiel SSX kommt auch Fifa Street diesmal ohne jegliche Zusätze aus und soll einen Neuanfang für die Serie markieren. Wie der Titel bereits vermuten lässt, begeben wir uns in Fifa Street auf die Straße. Dort erwarten uns sowohl kleinere Spielfelder, als auch Mannschaften, ein schnelleres Spiel und vor allen Dingen zahlreiche Tricks. Letztere stehen dabei eindeutig im Fokus des neuen Titels. Baut der Titel über weite Strecken auf der Engine und dem Gameplay von Fifa 12 auf, hat man bei der Anzahl der Tricks deutlich zugelegt. Etwa doppelt so viele wie noch in Fifa 12 und damit knapp fünfzig Tricks mehr als noch im letzten Fifa Street stehen uns zur freien Verfügung. Ausführen lassen sich diese dann vorrangig mit dem rechten Analog-Stick oder mit dem neuen Street-Ball-Control-System, welches uns erlaubt, den Spieler per Tastendruck zu stoppen und dann mit beiden Analog-Sticks die volle Kontrolle über den Ball zu erlangen. Eingebettet wird all dieser Budenzauber in fünf verschiedene Spielvarianten. So haben wir entweder die Möglichkeit im schlichten 5-on-5 oder 6-on-6 um Tore gegeneinander anzutreten, im Modus Panna den Gegner mit Tunneln oder Tricks zu demütigen oder euch dem Hallenfußball Futsal zu widmen. Besonders interessant ist auch der Modus namens Letzter Mann, in dem jedes Team mit fünf Spielern startet und jeder Torschütze sich in die Kabine verabschieden darf. Das Team, welches als erstes keinen Spieler mehr auf dem Feld hat, hat gewonnen. Abwechslung ist also durchaus geboten, doch reicht das nicht allein, um den Reboot von Fifa Street zu einem gelungenen Spiel zu machen.

Fußballer mit Ballphobie

Während das von Fifa 12 übernommene Gerüst durchweg gelungen ist, haben sich beim Umzug auf die Straße doch einige Unwägbarkeiten aufgetan. Besonders die künstliche Intelligenz trieb uns hier einige Male zur Weißglut. Dabei sind nicht die Gegner, sondern vor allem die eigenen Mitspieler mit zweifelhaftem Verstand versehen. So passierte es in etwa jeder fünften Partie, dass unser Torhüter entweder den Ball direkt ins eigene Tor schießt oder sich weigert ihn zu berühren, sodass der Gegenspieler freie Fahrt hat. Aber auch die Feldspieler zeigten bisweilen eine ausgeprägte Ballphobie. Ein weiteres Problem stellte zu Beginn die leicht überladene Steuerung dar. Hat man sich nach einer Spielstunde reingefuchst, ist man zu Beginn doch mit dem sehr umfangreichen Tricksystem etwas überfordert. Wer aber die Muße hat, sich langsam den Tricks anzunähern, ist in der World Tour, dem Karriere-Modus von Fifa Street, sehr gut aufgehoben. Hier wollen wir uns Schritt für Schritt mit einem selbst erstellen Team um die Welt kicken. Eine nette Kleinigkeit ist, dass wir auf den Straßen der Welt dann auch auf benutzerdefinierte Teams treffen. Vor dem Start in einen World-Tour-Abschnitt lädt Electronic Arts nämlich zufällig einige passende, von Fifa-Street-Spielern erstellte Teams herunter, die uns dann als Gegner im Spiel erwarten. Auf echte, lizenzierte Vereine treffen wir somit frühestens auf nationaler Ebene. Insgesamt erweist sich die Karriere in Fifa Street als wirklich gelungen. Zwar fehlt uns sicherlich die Option, auch mit einem lizenzierten Team auf Weltreise zu gehen, doch dafür müssen wir den fair geregelten Schwierigkeitsgrad loben.

Kein Kommentar

Wir können jede Herausforderung in jedem der drei verfügbaren Schwierigkeitsgrade antreten, bekommen dann aber dementsprechend weniger Belohnungen. Wer also an einer Stelle hängt, kann schlichtweg auf einen Trikotsatz verzichten, um dann auch das nächste Turnier freizuschalten.  Die Turniere am Ende jeder Stufe lassen sich sogar online gegen andere Gegner bestreiten. Hiermit wären wir nun auch bei einem der Kernelemente eines jeden Sportspiels angekommen – der Online-Anbindung. Wie schon im Karriere-Modus dürfen wir auch hier nur mit einem selbst erstellen Team antreten. Betrachtet man die Spielmodi ist dies aber auch nur eine logische Konsequenz. Neben dem Freundschaftsspiel stehen nämlich nur Online-Ligen und Pokale zur Verfügung – schon alleine die Aufteilung der Lizenz-Teams würde so problematisch. Es kann schließlich keine Liga geben, in der zehnmal Real Madrid und ebenso oft Barcelona antreten. Zudem umgeht Electronic Arts damit die bei den klassischen Fifa-Ablegern schnell eintretende Eintönigkeit. Während man dort meist nur auf die haushoch überlegenen Spitzenteams wie Barcelona, Madrid oder Manchester United trifft, stehen uns in Fifa Street in jeder Partie andere Kontrahenten gegenüber. Technisch zeigt sich das Spiel von seiner besten Seite. Auf einem Level mit Fifa 12 kann es sowohl grafisch, als auch beim Sound überzeugen. Letzterer glänzt diesmal nicht nur durch einen gewohnt hochwertigen Soundtrack, sondern durch die Abwesenheit eines Kommentatorengespanns. Dieses würde zum einen nicht zum Straßenfußball passen und ist zudem auch im klassischen Fifa stets mehr als umstritten. Anstatt von Kommentatoren dürfen wir dafür immer wieder Zwischenrufe unser eigenen Spieler hören – dies ist zwar nicht mehr als ein nettes Beiwerk, passt aber hervorragend in die Gesamtatmosphäre.

Geschrieben von Björn Rohwer

Björns Fazit (basierend auf der PlayStation-3-Fassung): Fifa Street ist sicherlich kein perfektes Spiel geworden, dafür aber meiner Meinung nach der bisher beste Teil der Serie. Nachdem ich mich in die Steuerung eingearbeitet habe, stehen mir viele abwechslungsreiche Stunden Spielspaß bevor. Besonders am World-Tour-Modus habe ich großen Gefallen gefunden. Die faire Einteilung der Schwierigkeitsgrade und das motivierende Aufstufen der eigenen Spieler wird mich sicher noch die eine oder andere Stunde in seinen Bann ziehen. Aber auch der Online-Modus hat seine fesselnden Aspekte. Da wären zum Beispiel die wöchentlichen Cups. Jedes Wochenende lässt sich online einer von neun verschiedenen Pokalen erreichen und da ich den Amsterdam-Pokal schon mein Eigen nennen kann, bin ich hoch motiviert in den nächsten acht Wochen auch die restlichen zu ergattern. Genauso weiß ich aber auch jetzt schon, dass mich die zum Teil ziemlich stupide Intelligenz der Nichtspieler-Fußballer noch das ein oder andere Mal aufregen wird. Solange man mit diesem Punkt klar kommt, lohnt sich Fifa Street jedoch für jeden Fan von schnellem Fußball und arcade-lastigen Sportarten. Zudem bietet es eine gelungene Ausflucht für jeden, dem der klassische Fifa-Stil zu sauber, steril und leblos ist.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fifa Street!

Review: Eden of the East: Das Verlorene Paradies

Nachdem die Serie vor ihrem Ende noch genügend Fragen aufgeworfen hat und der erste von zwei Abschlussfilmen diese nicht gänzlich beantwortet und ebenfalls neue Rätsel aufgegeben hat, erhalten wir im vermutlich letzten Film endlich die wohl verdiente Auflösung.

Bevor ihr euch an dieses Review setzt, solltet ihr unbedingt die Serie und vor allem den ersten der beiden Abschlussfilme gesehen haben, denn um die Handlung von Eden of the East: Das Verlorene Paradies zu erläutern, müssen wir gezwungenermaßen wichtige Inhalte verraten, da die Storyline auf diesen aufbaut. Außerdem wäre es für Nichtkenner ohnehin ziemlich schwierig, der Story zu folgen, ohne Vorkenntnisse zu besitzen. Nachdem Akira Takizawa und Saki Morimi nur knapp einem Anschlag in New York entkommen sind, fliegen sie zurück ins Land der aufgehenden Sonne. Inzwischen arbeitet Juiz ununterbrochen daran, dass Akira der König von Japan werden soll. In diesem Falle ist aber der Posten des Premierministers gemeint, der kurz zuvor verschieden ist und nun soll Akira Takizawa sein lang verschollener Sohn sein, der seines Vaters Platz einnehmen soll. Japans Kaiser wird hier (vermutlich aus Respekt) an keiner Stelle erwähnt. Es bleibt jedoch spannend, da Akira immer noch als Terrorist gilt. In Japan angekommen, werden Akira und Saki unmittelbar nach dem Betreten des Flughafens auseinandergerissen. Akira wird von der Witwe des Premierministers in Empfang genommen und Saki kehrt zu ihren Freunden zurück, die mittlerweile auch ihr Programm Eden of the East fürs erste herunterfahren mussten. Die Geschichte von Eden of the East: Das Verlorene Paradies ist zwar sehr verstrickt, doch laufen alle Handlungen zum Ende hin zu einem großen Ganzen zusammen, obwohl sie stellenweise an verschiedenen Orten in Japan stattfinden.

Charaktere mit Prinzipien

Optisch beeindruckt auch der zweite Film mit sauberen und schönen Bildhintergründen, gut gezeichneten Charakteren und hübschen Lichteffekten. Das Bild ist in 1080p und wie nicht anders erwartet im 16:9-Format gehalten. Die Akustik ist auch im Nachfolger zu Eden of the East: Der König von Eden in DTS-HD Master Audio 5.1 gehalten – dies gilt sowohl für die deutsche Synchronisation und (sehr erfreulich) auch für die japanischen Originalfassung. Beide Synchronfassungen sind stimmig und die deutsche Ausgabe muss sich nicht vor dem Original verstecken. Josephine Schmidt (Saki Morimi) und Julius Jellinek (Akira Takizawa) leihen ihren Charakteren abermals für das große Finale ihre Stimmen. Durch die gute Synchronisation und selbstverständlich auch durch die gelungene Ausarbeitung der Charaktere seitens des Animationsstudios, verfügen die Charaktere allesamt über eigene und vor allem glaubwürdige Persönlichkeiten. Hier hat Production I.G. (jenes Studio, das sich auf für bekannte Werke wie Golden Boy verantwortlich zeigt) vortrefflich gute Arbeit geleistet. Wer abermals Persönlichkeitsentwicklungen wie im Vorgängerfilm erwartet, wird allerdings auch hier enttäuscht werden. Da Das Verlorene Paradies unmittelbar nach Der König von Eden spielt, ist dies allerdings nicht wirklich tragisch, so wäre dies zumal auch sehr unwahrscheinlich. So bleiben die Charaktere ihren Prinzipien treu, was wir durchgehend bei der kompletten Eden-of-the-East-Reihe bewundern.

Befriedigender Abschluss

Nach einer Serie und zwei Abschlussfilmen erwarten Anime-Fans sicherlich ein zufriedenstellendes Ende. Dies schafft Eden of the East nur knapp. So bleiben am Ende zwar fast keine Fragen mehr offen, wofür wir Regisseur und Drehbuchautor Kenji Kamiyama loben möchten, doch erwartet haben wir zumindest teilweise etwas ganz anderes. Obwohl alle wichtigen Punkte abgearbeitet wurden, bleibt die Geschichte zumindest ein klein wenig offen und bietet vielleicht noch einmal die Möglichkeit für einen dritten Film, was dem Regisseur wohl sehr gefallen würde, da er sein Werk laut dem Interview auf der Blu-ray gerne noch einmal weiterführen möchte. Wir würden uns sehr darüber freuen, auch wenn die Story dann wohl ganz neue Züge annehmen müsste. Enttäuscht sind wir beim zweiten Film erneut vom dürftigen Bonusmaterial. Neben dem Interview befinden sich nur die japanischen Spots und die Eröffnungssequenz ohne (störende) Texte mit auf der Disc. Zu wenig, wie wir finden. Fans freuen sich dafür über einen Stickerbogen und ein paar hübsche Postkarten, die aber eigentlich viel zu schade dazu sind, um verschickt zu werden. Wer die Serie Eden of the East und auch den Vorgängerfilm Der König von Eden gesehen hat, kann sich Das Verlorene Paradies getrost anschauen. Da die Handlung zu einem befriedigenden Ende geführt wird, ist der Film für alle Kenner und Fans des Animes abschließend unbedingt zu empfehlen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem ich die Serie Eden of the East regelrecht verschlungen habe, war ich auf die Nachfolgefilme sehr gespannt. Der König von Eden hat mir da auch noch sehr gut gefallen, da die Story weiterhin sehr mysteriös blieb und statt Antworten weitere Fragen in den Raum geworfen hat. Diese Fragen werden im zweiten Film Das Verlorene Paradies der Reihe nach abgearbeitet. Die ganzen neunzig Minuten habe ich auf ein fulminantes Finale gewartet, doch das blieb meiner Meinung nach aus. Wer nicht gespoilert werden möchte, sollte mein Fazit jetzt daher wohl nicht weiterlesen. Die Story wird zu einem (zumindest für mich) zufriedenstellenden Ende geführt, doch fehlt mir irgendwie das Happy End zwischen Akira und Saki. So verspricht Akira Saki am Ende noch frohen Mutes, dass sie sich wiedersehen werden, doch das geschieht nicht. Zumindest behauptet im Epilog Saki noch, dass dies das letzte Mal war, wo sie und ihre Freunde Akira gesehen haben. Dieser Tatbestand würde eine Fortsetzung, zumindest zwischen Akira und beziehungsweise mit Saki unmöglich machen, doch ich hoffe darauf, dass wir irgendwann einmal ein Wiedersehen mit den beiden Charakteren erleben werden, auch wenn das zum jetzigen Zeitpunkt nicht sehr wahrscheinlich ist. Obwohl ich vom Ende ein wenig enttäuscht war beziehungsweise etwas völlig anderes erwartet habe, wurde ich trotzdem gut unterhalten. Eden of the East gehört für mich weiterhin zum Pflichtprogramm eines jeden Anime-Fans!

Vielen Dank an Universum Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Eden of the East: Das Verlorene Paradies!

Review: Eden of the East: Der König von Eden

Wenn eine Serie zu Ende geht, ist das für Fans meist immer ein Grund, um Trübsal zu blasen, bei einer guten Serie dementsprechend umso mehr. Zum Glück erschien mit Eden of the East: Der König von Eden der erste von zwei Abschlussfilmen, um die Story zu Ende zu erzählen.

Um die Handlung von Der König von Eden in Worte zu fassen, sind Vorkenntnisse der Serie unabdingbar. Wer diese noch nicht gesehen hatte, sollte erst einmal nicht weiterlesen, da wir auf das eine oder andere Element zwangsweise eingehen müssen. Das Spiel der zwölf Seleção ist noch nicht vorbei, denn es gilt weiterhin, Japan zu retten und die übergroßen Geldbeträge auf den Handys der Spielteilnehmer sind noch nicht eingefroren. Erinnern wir uns zunächst einmal an das Geräusch, das am Anfang und am Ende von Eden of the East zuhören war. Der Protagonist hat nach seinem Wunsch, der König des Landes zu werden, wieder einmal sein Gedächtnis löschen lassen. Es ist somit kein Wunder, dass Saki Morimi über sechs Monate nichts mehr von Akira Takizawa gehört hat. Einzig allein eine Nachricht, dass sie sich am Ort ihrer gemeinsamen Reise wiedersehen werden, bleibt ihr. Schlussendlich reist sie nach New York, da sie sich urplötzlich an ein gewisses Foto erinnert, welches darauf deuten lässt. In der amerikanischen Ostküstenstadt angekommen, passiert Saki allerdings ein Unglück. Während sie mit dem Taxi durch die Innenstadt fährt, versucht sie sich mit dem Fahrer auf Englisch zu unterhalten, doch ihre mickrigen Sprachkenntnisse bringen den Fahrer dazu, anzuhalten. Der entdeckt beim Entladen ihrer Koffer, dass Saki mehrere Waffen mit sich transportiert. In der Eile verliert sie dabei auch noch ihren Reisepass, sowie Akiras Seleção-Handy. In New York auf sich alleingestellt, begibt sich Saki auf die Suche nach dem Vermissten und aus Japan wird sie von ihren Freunden, die gerade ihre neue Firma Eden of the East gegründet haben, hilfreich unterstützt.

Ich war noch niemals in New York

Nachdem sich Saki und Akira wider gefunden haben, erleben sie in New York ein Abenteuer nach dem anderen, denn nicht nur Akira, der Seleção Nr. 9, ist in den Staaten, auch ein paar der anderen Teilnehmer haben sich dorthin begeben und legen ihnen Steine in den Weg. Wie in der Serie bleibt es auch im ersten Abschlussfilm spannend. Es werden nicht nur Fragen beantwortet, der Film gibt uns auch neue Rätsel auf, deren Lösung wir an dieser Stelle natürlich nicht verraten möchten. Es ist aber auf jeden Fall eine interessante Idee, die Geschichte nun aus mehreren Blickwinkeln zu erzählen. Zum einen erleben wir die Story aus der Sicht von Akira und Saki und auf der anderen Seite aus dem Blickwinkel von Sakis Freunden in Japan und wie diese mit der komischen Situation umgehen. Alle Charaktere fallen dabei wieder sehr unterschiedlich aus. So ist und bleibt Akira auch nach seinem Gedächtnisverlust ein Draufgängertyp und Saki hat sich in den letzten sechs Monaten nicht geändert. Sie ist schüchtern wie eh und je. Das ist schade, da eine Charakterentwicklung in sechs Monaten bei der einen oder anderen Figur durchaus hätte stattfinden können. Dafür besticht Der König von Eden auf der optischen Seite mit einem sehr scharfen Bild. Zwar sind die grafischen Unterschiede zu den DVD-Ausgaben bei Anime-Produktionen im Vergleich zu Realfilmen grundsätzlich nur sehr gering, doch bei Der König von Eden können wir deutlich eine Verbesserung zur Qualität der DVD-Fassung (basierend auf der Serie) sehen.

Lost in Translation

Während Hintergründe in der Serie noch recht matschig waren, bemerken wir das in der Blu-ray-Fassung des Films kaum mehr. Der Ton ist bei der deutschen Synchronisation und auch bei der japanischen Originalfassung in DTS-HD Master Audio 5.1 gehalten. So sind Klänge, Töne und Gespräche sehr klar zu hören. Schade ist allerdings, dass die englischen Gespräche im Film nicht untertitelt werden und noch dazu direkt aus der japanischen Tonspur stammen. Das hört sich zwar deutlich glaubhafter an, aber das unsichere Nuscheln der japanischen Synchronsprecherin ist nur sehr schwer zu ertragen. Diese Dialoge sind zwar nicht essentiell für die eigentliche Handlung, doch das deutsche Synchronstudio hätte hier viel mehr rausholen können. Die Synchronsprecher sind zum Glück unverändert geblieben. Julius Jellinek spricht immer noch Akira Takizawa und Josephine Schmidt ist wieder einmal für die Stimme von Saki Morimi verantwortlich. Das Bonusmaterial fällt bei Der König von Eden sehr mager aus. Auf der Blu-ray befinden sich lediglich die japanischen TV-Spots und Trailer zu weiteren Titeln aus dem Hause Universum Film. Als netter Bonus liegt der Blu-ray immerhin noch ein Stickerbogen mit 17 Aufklebern, sowie ein japanischer Reisepass (ausgestellt auf Akira Takizawa) bei – ein netter Fanservice! Wer unbedingt wissen möchte, wie es mit Eden of the East weitergeht, kommt um den Film nicht herum, doch auch der erste von zwei Abschlussfilmen besticht mit einem offenen Ende!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Geschichte von Akira Takizawa und Saki Morimi hat mir in der Serie sehr gut gefallen und auch der erste von zwei Filmen hat es mir angetan. Die Geschichte wird fast durchgehend richtig spannend erzählt und anstatt, dass Fragen beantwortet werden, werden eher gesagt noch mehr Fragen aufgeworfen. Wer also darauf hofft, endlich Antworten auf seine Fragen zu finden, wird hier leider enttäuscht. Mir macht dies zumindest nichts aus, da ich es regelrecht mag, mit neuen und mysteriösen Ideen konfrontiert zu werden, die erst eine oder zwei Stunden später gelüftet werden. So ist das auch bei Eden of the East: Der König von Eden. Die Spannung steigt regelrecht an, liefert in achtzig Minuten viele Antworten und schockiert zum Ende hin mit neuen Erkenntnissen, die dann in einem weiteren Film geklärt werden (sollen). Wer dieses System mag, wird auch mit dem ersten Film von Eden of the East zufrieden gestellt werden. In optischer und akustischer Hinsicht kann ich nämlich nichts bemängeln, außer vielleicht die im Review angesprochene Englisch-Thematik zu Beginn des Films. Von mir gibt es für den Film jedenfalls eine klare Kaufempfehlung, auch wenn die Serie meiner Meinung nach ein wenig überzeugender ist.

 Vielen Dank an Universum Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Eden of the East: Der König von Eden!

Review: Eden of the East: Die komplette Serie

Mittlerweile gibt es immer mehr Animes, die sich in Serienform nur über eine geringe Anzahl an Episoden strecken. Obwohl der eine oder andere vergleichbare Anime zusammenhanglos geschildert wird, strotzt Eden of the East nur so voller Action, Spannung und Humor!

Auf ihrer Abschlussfahrt möchte Saki Morimi unbedingt einmal das Weiße Haus sehen, denn sie habe gehört, dass dies der Mittelpunkt der Welt sein soll. Als sie von der Straße aus einen Brunnen vor dem Gebäude sieht, versucht sie prompt ein paar Münzen in diesen zu werfen. Dabei ertappen sie zwei Polizisten, die sich ihr nähern und sie somit womöglich ihren Flug in ihr Heimatland Japan verpassen lassen. Saki hat allerdings Glück im Unglück, denn plötzlich steht auf der anderen Straßenseite ein nackter junger Mann. In der einen Hand hält dieser ein Handy und in der anderen Hand eine Pistole. Er scheint sein Gedächtnis verloren zu haben, doch schafft er es mühelos, die Polizisten zu täuschen beziehungsweise abzuhängen. Saki gibt ihm ihren Mantel, der junge Mann bedankt sich und verschwindet hinter der nächsten Ecke. Dies ist allerdings nicht das letzte Mal, wo sich beiden über den Weg laufen werden, denn die unsichere Saki hat vergessen, ihren Pass aus der Manteltasche zu nehmen. So hetzt Saki dem Jungen durch die Innenstadt von Washington D.C. nach und folgt ihm sogar bis zu seiner Wohnung. Diese konnte der junge Mann übrigens nur über sein Handy ausfindig machen, denn als dieser auf seiner Flucht telefonieren wollte, stellte sich eine Frau als seine Concierge vor, die ihm mit Rat und Tat beiseite steht und Antwort auf so gut wie alle Fragen gibt, nur über seine Identität hält sie sich geschlossen. Als der junge Mann in seiner Wohnung mehrere Pässe findet und Saki Morimi an die Tür hämmert, entscheidet er sich für den Namen Akira Takizawa.

Noblesse oblige

Gemeinsam reisen die beiden neuen Freunde nach Japan, wobei sich bei Saki immer mehr die Nackenhaare sträuben. Sie kann es sich nicht erklären, wie Akira den beiden in der Schnelle noch Flugtickets besorgen konnten oder wie weitere Vorfälle im Lauf der Serie passieren. An dieser Stelle möchten wir euch natürlich nicht zu viel verraten, da jede einzelne Episode voller Spannung und unvorhersehbaren Wendungen ist. Selbstverständlich wird erklärt, was es nun genau mit dem Handy von Akira Takizawa und dem unmenschlich hohen Guthaben darauf auf sich hat und vor allem warum ein Polizist ihm genau deswegen auf den Fersen ist. Obwohl sich die Geschichte größtenteils um Akira Takizawa und Saki Morimi dreht, tauchen auch ein paar weitere wichtige Gesichter im Verlauf der Handlung auf. Beispielsweise Sakis Freunde und Familie oder auch angebliche Verbrecher, wie der Johnny-Killer. Jeder einzelne Charakter kann dabei mit seiner ganz eigenen Persönlichkeit punkten. So ist Saki das eher schüchterne Mädchen, das sich selbst finden muss und Akira ist ein Draufgänger, wie er im Buche steht. Da sind humorvolle Momente vorprogrammiert. Zudem finden sich im Anime viele Hommagen an US-amerikanische Filme, die uns mehr als nur einmal ein Schmunzeln aufs Gesicht zaubern. Außerdem lässt dieser Film nach Summer Wars einmal mehr über den gläsernen Bürger nachdenken, sobald das titelgebende Programm Eden of the East zum Einsatz kommt. Klasse! Übrigens ist die Handlung der Serie nicht ganz abgeschlossen. Bislang sind zwei Filme erschienen, welche die Geschichte um Saki und Akira fortführen.

Pflichtprogramm für Anime-Fans

Optisch besticht der Film im 16:9-Format leider mit teils matschigen Hintergründen. Dafür sind Umgebungen wesentlich gehaltvoller geraten und Charaktere ausdrucksstärker, die mit ihren Emotionen dann auch das eine oder andere Mal aber aus der Rolle beziehungsweise aus dem Stil tanzen. Merklich fällt allerdings ein wenig auf, dass Fahrzeuge wie Autos und Roller nicht realitätsgetreu gezeichnet wurden. Sie sind in die Länge gestreckt, was aber durchaus gewollt ist (laut einer Aussage im Bonusmaterial). Es ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Selbiges gilt auch für weiße Kreisflächen über den Genitalien nackter Männer. Ob dies vom Stil her so gewollt ist oder Jugendschutzgründe hat, wissen wir nicht. An Son Gokus Penis in Dragonball hat sich vor 25 Jahren jedenfalls noch keiner gestört. Ausgleich bietet der Anime mit seinem Soundtrack, der sich bestens der heiteren, bedrohlichen und spannenden Szenen anpasst. Dieser liegt in der deutschen, sowie in der japanischen Synchronisation in Dolby Digital 5.1 vor. Jede der beiden Sprachversionen ist sehr gut gelungen. In der deutschen Ausgabe spricht Julius Jellinek Akira Takizawa und Josephine Schmidt schlüpft in die Sprechrolle für Saki Morimi. Die Geschichte rund um Seleção und Neets zieht uns ganze elf Episoden á circa 23 Minuten lang in ihren Bann. Wer danach noch immer nicht genug von Eden of the East hat, darf sich auf 257 Minuten Bonusmaterial freuen. Neben interessanten Interviews und den japanischen Trailern befindet sich auf der letzten der insgesamt drei Discs auch eine Filmfassung der Serie (sogar in einer deutschen Synchronisation), bei der allerdings alles auf die nötigsten Elemente heruntergeschraubt wurde. Zusätzliche Informationen bieten zwar die in der Box enthaltenen Sticker nicht, doch das beiliegende Booklet ergänzt das Paket sinnvoll. Eden of the East gehört zum Pflichtprogramm eines jeden Anime-Fans!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Lange Zeit habe ich diesen Anime vor mir her geschoben, da gegen Ende des letzten Jahres viel zu viele Spiele erschienen sind, denen ich mich widmen musste. Heute ärgere ich mich darüber, denn mit Eden of the East hätte ich meine Freizeit wesentlich besser gestalten können. Von der ersten bis zur letzten Minute kann mich der Anime fesseln. Es gibt keine einzige Szene in der Serie, die ich als langweilig oder belanglos erachte. Jeder Moment, jede Situation und jede Emotion sind genau an der Stelle, wo sie hingehören. Die Geschichte ist ein nicht enden wollender Thriller voller Dramaturgie, Liebe, Action, Mystery und teils sogar Fantasy-Elementen, die ich überhaupt nicht erwartet hätte. Das einzige was mich vielleicht ein klein wenig gestört hat, sind die langgezogenen Fahrzeuge. Ich weiß nicht, warum man sich dafür entschieden hat, aber ich habe deswegen schon extra geschaut, ob das Seitenverhältnis nicht korrekt wiedergegeben wird. Zum Glück tauchen diese Szenen nur am Rande auf und so kann ich auch locker darüber hinwegsehen. Während ich mich innig bereits auf die beiden Filme einstimme, kann ich die komplette Serie von Eden of the East nur jedem ans Herz legen, der sich für ansprechende Animes interessiert. Hier kommt meiner Meinung nach jeder voll auf seine Kosten!

Vielen Dank an Universum Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Eden of the East: Die komplette Serie!

Review: Mario Party 9

Es ist kaum zu glauben, dass der letzte Titel der Mario-Party-Reihe vor fünf Jahren das Licht der Welt erblickt hat, schließlich erschien die Serie bis zu jenem Zeitpunkt fast jährlich. Das ist ein Grund zu feiern, die Partyhüte aufzusetzen und die Würfel übers Spielbrett zu rollen.

Die beiden Bösewichter Bowser und Baby Bowser fallen wieder einmal ins Pilz-Königreich ein und stehlen die Sterne vom Himmelszelt. Das können sich Marios Freunde natürlich nicht gefallen lassen und machen sich prompt auf den Weg, die besagten Gestirne zurück zu erobern. Eine intelligente oder durchdachte Handlung ist in Mario Party 9 somit nicht zu finden. Das ist einerseits sehr schade, da Nintendo durchaus mit illustren Charakteren aufwarten kann. Andererseits vermissen wir sie auch nicht wirklich, da bei Mario Party seit jeher der Spielspaß im Vordergrund steht und dieser ist auch im nun mehr zwölften Ableger des Franchises zu finden. Veteranen werden aber schon beim Start eines der unterschiedlichen Spielbretter Änderungen bemerken, die Mario Party 9 einzigartig in der Serie machen. Das grundlegende Spielprinzip hat sich nicht neu erfunden, weshalb wir uns selbst mit den vielen Änderungen sehr schnell zu Recht finden. Zu Beginn wird die Startreihenfolge ausgelost, indem wir die Augenzahl der Würfel sprechen lassen. Früher war es dann noch so, dass alle Spieler der Reihe nach ihre Züge über das Spielbrett (meist) unabhängig voneinander ausführten. Das hat sich in Mario Party 9 geändert, denn nun sind alle vier Teilnehmer gleichzeitig in fantasievollen Fahrzeugen, wie etwa Sitzecken mit vier mechanischen Beinen oder einem Boot mit Flossen daran unterwegs.

Psychospielchen und heimtückische Gefahren

Würfelt der erste Spieler also eine Sechs, so werden alle Spieler diesen Zug mit ausführen müssen, doch keine Sorge: Die Konsequenzen des Würfelwurfs trägt weitgehend der verantwortliche Spieler. Wie es am Ende des Zuges weitergeht, entscheidet das Feld, auf dem wir gelandet sind. Unter Umständen kann es dann auch schon mal vorkommen, dass dies negative Auswirkungen auf das Spielbrett hat. Plattformen verschieben sich, Fließbänder ändern ihre Richtung und Felder verändern dann und wann ihre Wirkung. Zudem sind wir vor den Gegnern des Super-Mario-Universums nicht gefeit. Im Geisterschloss verfolgen uns ab einer bestimmten Stelle Buu Huus und im Meer Haie, die auf den originellen Namen Hainz hören. In der Fabrik landet schon mal der eine oder andere Bob-omb im Vehikel, der keinen Hehl daraus macht, nach zehn zu gehenden Feldern zu explodieren – zum Unwohl des jeweiligen Spielers, der sich in jenem Moment an der Reihe befindet und somit die Rolle des Spielführers einnimmt. Der Spielführer entscheidet beispielsweise an Weggabelungen, in welche Richtung es als nächstes geht oder wer in verschiedenen Situationen zu erst würfeln soll. Abseits der besagten Spielführermomente ist taktisches Vorangehen an der Tagesordnung, wofür vor allem die unterschiedlichen Würfel von Nutzen sein können. Diese erhalten wir meist am Ende eines jeden Zuges, je nachdem auf welchem Feld wir eben landen. Da gibt es einen Kubus, der uns bis zu zehn Felder vorrücken lassen kann, sofern die entsprechende Augenzahl gewürfelt wurde. Andere Würfel, die sich nur sehr langsam drehen, ermöglichen uns das Berechnen der Felder, die wir vorrücken möchten.

Rationalisierungsmaßnahmen

Wer im Falle der bereits erwähnten Gegner dem Mitspieler eins reindrücken möchte, freut sich über Würfel, die uns nur bis zu drei Positionen vorrücken lassen können. Anschließend steht unser Mitspieler natürlich unter größerem Druck, um den Abstand zum direkten Verfolger zu vergrößern, um somit keine wertvollen Mini-Sterne zu verlieren. Diese Mini-Sterne sind der Schlüssel zum Sieg, denn wer am Ende des Spielbretts die meisten Glitzersterne sein Eigen nennt, hat die jeweilige Spielrunde gewonnen. Dies hat zufolge, dass es ab sofort keine Power-Sterne mehr gibt, die wir an den speziellen Punkten auf dem Spielbrett für einen bestimmten Obolus kaufen können. Die damit verbundenen Goldmünzen haben aber ebenfalls ausgedient. Diese beiden Sachen könnten wir in gewisser Weise noch verschmerzen, doch das Wegrationalisieren von Gegenständen hat uns dann doch schon mehr geschockt, schließlich haben diese ein klein wenig mehr Abwechslung in den Party-Alltag gebracht. Aufgrund des gemeinsamen Voranrückens in einem Vehikel war dieser Schritt aber alles andere als unlogisch. Allerdings fällt auf, dass das eine oder andere Spielbrett noch deutlich auf einen voneinander unabhängigen Mehrspielermodus aufbaut. So gibt es zum Beispiel in der Fabrik Fließbänder, die sich in zwei unterschiedliche Richtungen bewegen. Während wir in Mario Party 9 als ein Individuum zurückgesetzt werden und uns das genauso wie unsere Mitspieler ärgert, hätte es in früheren Titeln der Reihe noch deutlich spannendere Duelle bis zum Spielbrettende geben können.

Minispielalarm

Immerhin sind die wenigen Spielbretter abwechslungsreich ausgefallen, was dieses Manko dann schon fast wieder wett macht. Unter saftig grünen Wiesen im Toad-Tal, sonnigen Stränden, der kahlen Bob-omb-Fabrik und schauerlichen Geisterschlössern findet sicherlich jeder Mario-Party-Fan seinen persönlichen Favoriten. In unregelmäßigen Abständen startet eines von drei (für den aktuellen Spielfrüher meist frei) wählbaren Minispielen, die das Hauptaugenmerk von Mario Party 9 darstellen. Je nachdem, auf welchem Platz wir in den Minispielen landen, erhalten wir eine unterschiedliche Anzahl an Mini-Sternen. Sind wir also mit Konzentration bei der Sache, können wir die Runde sicherlich für uns entscheiden. In den Spielchen gilt es dann meist unsere Kontrahenten in vielerlei Weise auszustechen. Wir schubsen sie von Plattformen, fahren mit Schneemobilen um die Wette, kicken sie unter herabstürzende Wummps, kreisen sie mit der Pointer-Funktion der Wii-Fernbedienung im Sand ein oder müssen schneller als sie eine Antwortmöglichkeit auswählen. In den achtzig neuen Minispielen ist vieles möglich. Seid also gespannt, welche Kniffe sich die Jungs bei Nd Cube noch ausgedacht haben. Einzig allein die Tatsache, dass bei einigen Minispielchen nur das pure Glück des Zufalls über unseren Sieg oder eben unsere Niederlage entscheidet, hat uns gewaltig gestört. Das ist nach nun mehr zwölf Spielen, auch wenn das Entwicklerteam gewechselt wurde, einfach nicht mehr zeitgemäß.

Die Würfel sind gefallen

Eine letzte Neuerung von Mario Party 9 sind die Bosskämpfe. Zwei davon müssen wir im Verlauf einer Spielrunde bestreiten, wenn wir auf dem Spielbrett erfolgreich bis zum Ende spielen möchten. Bei diesen Kämpfen treten wir allerdings nicht alleine gegen den Bösewicht an, sondern attackieren ihn zusammen mit unseren Mitspielern. Wer hier die besten Leistungen erreicht, erhält dafür auch die meisten Mini-Sterne. Unter anderem gibt es da ein Wiedersehen mit König Bob-omb aus Super Mario 64 oder wir machen mit Koopa-Panzern unter Wasser Jagd auf einen großen Cheep-Cheep. Wiggler, Lakitu und Konsorten lassen sich aber auch öfters blicken. Mit ein wenig Glück lässt sich auch Baby Bowser zu einem Duell herausfordern, woran allerdings nur zwei Spieler teilnehmen dürfen. Diese Kämpfe stellen gerne eine kleine Herausforderung dar, sofern einer der beiden Teilnehmer vom Computer gesteuert wird. Der Computer stimmt sich nämlich nur selten auf unsere Aktionen ein. Die künstliche Intelligenz der Computermitspieler ist zudem nicht immer ausgeglichen. Während das Ergebnis des Würfelns uns zwar oft fair erscheint, fällt dennoch deutlich auf, dass die jeweilige Augenzahl rein zufällig immer dann fällt, wenn sich der Computer einen Vorteil gegenüber uns erwirtschaften kann. Im Einzelspielermodus haben wir so schon mehrmals hintereinander den Kürzeren ziehen müssen, da die künstliche Intelligenz in der einen oder anderen Situation unfair reagiert. Beispielsweise wählte ein Gegner in unserem Test auf Anhieb das richtige Puzzle-Stück aus, welches in das Bild eingefügt werden sollte.

Partyspaß

Das wirkt unmenschlich und macht uns einmal mehr deutlich, dass sich der Titel absolut an Mehrspielerfreunde richtet. Alleine macht der Titel nämlich nur bedingt Spaß, zumal Nintendo es auch bei Mario Party 9 versäumt hat, einen Online-Modus zu integrieren.  Dies war schon einer der großen Kritikpunkte am Wii-Vorgänger. Hier hätte Nintendo wunderbar noch einmal zeigen können, dass sie auch mittlerweile fast unnütz gewordene Peripherie, wie das Wii-Speak-Mikrofon bis zum Ende der Wii in irgendeiner Weise unterstützten möchten – bei Straßen des Glücks hat es mit dem Online-Modus ja auch geklappt und wer den Titel kennt, der weiß, dass dort eine Spielrunde unwesentlich länger dauern kann wie bei Mario Party 9. Wer den Titel einmal richtig auskosten möchte, kommt um bis zu drei menschliche Mitspieler nicht herum. Auf der technischen Seite kann Mario Party 9 zwar nicht mit den besten Grafiken punkten, welche die Wii bis Dato gesehen hat, doch ist der Titel alles andere als hässlich. Zudem sind uns kaum nennenswerte Ladezeiten aufgefallen. Akustisch gibt es neben den obligatorischen Super-Mario-Sounds leider nur wenig Stücke, die uns begeistern. Durch das durch die kurzen Ladezeiten resultierende schnelle Spieltempo gewinnt der Titel deutlich an Pluspunkten. Obwohl uns die spieltechnischen Veränderungen an der einen oder anderen Stelle missfallen, entwickelt sich aber durch eben diese eine gewisse Dynamik in Mario Party 9. Alle Spieler arbeiten gemeinsam auf ein Ziel zu, das es zu erreichen gilt und sind dabei trotzdem Konkurrenten. Was in The Legend of Zelda: Four Swords Adventures vor Jahren bereits funktioniert hat, klappt in ähnlicher Weise ebenfalls in der Mario-Party-Reihe. Wer den Titel übrigens oft spielt, erhält viele Partypunkte, die er in einem spielinternen Shop gegen neue Fahrzeuge, Sternbilder und sonstigem Schnickschnack eintauschen kann. Übrigens lassen sich alle Minispiele auch direkt aus dem Hauptmenü starten, einige davon sogar in speziellen Spielmodi. Mario Party 9 erfindet das Genre nicht gänzlich neu und die Änderungen werden sicherlich nicht jedem gefallen. Trotzdem macht der Titel zusammen mit Freunden eine Menge Spaß und das ist es schließlich, was der Titel erreichen möchte.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Lange Zeit habe ich auf einen Nachfolger gewartet und wie sagt man es doch so schön: Unverhofft kommt oft. Das gilt nun auch für die Mario-Party-Reihe, denn seitdem der nun mehr zwölfte Ableger des Franchises angekündigt war, habe ich mich auf das Spiel sehr gefreut. Besonders gefallen hat mir, dass es nun kaum noch spürbare Ladezeiten gibt und das Spiel somit deutlich schneller abspielen lässt. Im Einzelspielermodus hätte ich mich zwar sehr darüber gefreut, wenn ich die Züge meiner Kontrahenten beschleunigen oder überspringen könnte, doch auch so kann ich sehr gut mit dem neuen Tempo leben. Leider hatte dies zufolge, dass Goldmünzen und Items ausgedient haben. Im direkten Vorgänger haben mir die Bonbons zwar nicht so sonderlich gefallen, aber alleine wenn ich mich an Klassiker wie dem zweiten Teil auf dem Nintendo 64 zurück erinnere, fehlen mir die abwechslungsreichen Gegenstände an der einen oder anderen Stelle doch schon. Viel mehr ärgere ich mich aber darüber, dass es die Entwickler von Nd Cube und die Verantwortlichen von Nintendo wieder einmal nicht für nötig gehalten haben, einen Online-Modus einzubeziehen. Besonders für die vielen Käufer, die sich damals Animal Crossing: Let’s go to the City nur wegen dem Wii-Speak-Mikrofon gekauft haben, dürfen wieder einmal ein Mehrspielertitel nicht online und dann auch nicht ohne die Peripherie spielen. Trotzdem muss ich sagen, dass mir der Titel gut gefallen hat und wer öfters Besuch von mehreren Freunden bekommt, hat jetzt einen Titel mehr, den er aus dem Spielregal kramen kann, sofern er mit den zahlreichen Änderungen zufrieden ist.

– Gameplay-Videos und Spieleindrücke von unserem Partner Mariofans findet ihr hier

Review: Dragonball Z: Movies 9 – 12

Nachdem Anime Virtual bereits zwei Boxen mit jeweils vier Dragonball-Z-Filmen auf DVD in den letzten Monaten in den Handel gebracht hat, erscheint mit den Dragonball Z: Movies 9 – 12 hierzulande die letzte von drei Editionen, die sich mit den Filmen zur Serie beschäftigt.

Im ersten der vier oder eher gesagt fünf Filme (dazu später mehr) dieser Box, veranstaltet Multimillionär Excess Money ein Kampfsportturnier für seinen Sohn Dollar. Diese Chance, ihre Kräfte unter Beweis zu stellen, lassen sich unsere Freunde selbstverständlich nicht nehmen und melden sich für das Turnier an. Der Sieger soll zudem die Möglichkeit offenbart werden, gegen Mr. Satan zu kämpfen. Dass sich die Freunde darauf natürlich nicht freuen, dürfte Fans klar sein, schließlich ist Mr. Satan alles andere als gegen sie gewachsen. In Super-Saiyajin Son Gohan wird das Turnier allerdings nach anderen Regeln ausgefochten, wie beispielsweise beim großen Kampfsportturnier aus der Serie. Die vier Kämpfer, die am Ende übrig bleiben, dürfen ihr Können nicht gegeneinander in zwei Halbfinalrunden unter Beweis stellen. Stattdessen ist es ihre Aufgabe in unterschiedlichen Arenen jeweils einen Schüler von Mr. Satan zu besiegen und anschließend als erstes wieder aus dem Gebiet zurückkehren. Excess Money behauptet in der Öffentlichkeit jedoch, dass es sich hierbei um Außerirdische handelt. Allerdings haben es tatsächlich Außerirdische geschafft, unbemerkt auf dem Planeten zu landen. Für ihren Meister Bojack, der sich dank der Zerstörung von Meister Kaios Planeten befreien konnte,  wollen die Kämpfer die Erde erobern. Erst als der mittlerweile verstorbene Son Gokū, aus dem Jenseits heraus, seine Kraft auf seinen Sohn Son Gohan übertragen kann, hat dieser eine realistische Chance auf den Sieg gegen Bojack.

Man sieht sich im Leben immer dreimal

Im zweiten Film der Box, der auf den Namen Brolys Rückkehr getauft wurde, haben sich Son Goten, Trunks und Videl auf die Suche nach den Dragonballs gemacht. Auf ihrer Suche landen sie in einem Dorf, in dem alle Bewohner fürchterliche Angst vor einem Monster haben. Sie willigen ein, den Leuten zu helfen und besiegen den Dinosaurier mit links, doch am nächsten Tag wird ihre Kampfkraft auf die Probe gestellt. Der von Son Gokū besiegte legendäre Super-Saiyajin Broly ist auf der Erde gelandet und sinnt nur nach einem: Rache. Broly hat aber nicht bedacht, dass Son Gokū mittlerweile verschieden ist. Einzig allein die geballte Familienkraft kann den wahnsinnigen Broly jetzt noch aufhalten, doch wird dies nicht das letzte Mal sein, wo sie auf Broly stoßen, denn in Film Nr. 11 dürfen sich Son Goten und Trunks auf ein Wiedersehen freuen. Eigentlich ist dieses Treffen nur zufällig durch eine bestimmte Situation gegeben. Mr. Satan hat C18 immer noch nicht das Preisgeld des Turniers ausgezahlt, bei dem sie ihn hat gewinnen lassen. Als dann plötzlich eine Einladung zum Kampf ins Haus flattert, entschließt sich Mr. Satan plötzlich gegen seinen ehemaligen Konkurrenten Jagga anzutreten. C18 folgt ihm ebenso wie Son Goten und Trunks, die dann in Angriff der Bio-Kämpfer entdecken müssen, dass einer von Jaggas Wissenschaftlern einen Klon von Broly gezüchtet hat. Der Kampf scheint aussichtslos und noch dazu läuft eine Flüssigkeit unentwegt aus einem Behälter aus, die das Erbmaterial eines jeden lebenden Organismus samt desselbigen in sich aufnimmt.

Die doppelte Ladung

Der letzte Film besteht ganz genau genommen aus zwei Filmen, die in Deutschland unter dem Titel Dragonball Z: Der Film als ein Werk in den Kinos vorgeführt wurden. Auf dem vierten Datenträger dieser Box befindet sich exakt diese Fassung. Im ersten Teil des Films (Fusion) explodiert die Seelenreinigungsmaschine im Jenseits, wodurch nicht nur auf einmal die Toten auf der Erdoberfläche wandeln und für Chaos sorgen, auch im Jenseits offenbart sich ein neuer Feind für den dort hart trainierenden Son Gokū. Als dieser sich gerade bei einem Turnier mit Paikuhan einen Schlagabtausch liefert, erfahren die beiden Kämpfer von der Tragödie. Beim Ort des Geschehens angekommen, kümmert sich Paikuhan darum, den Herrn der Unterwelt aus einer magischen Barriere zu befreien und Son Gokū kümmert sich um den gefährlichen Janemba. Als dann auch noch Vegeta mitsamt Körper erscheint, schlägt unser Held eine Fusion vor, um den fast unbesiegbaren Gegner zur Strecke zu bringen. Obwohl sich Vegeta erst weigert, willigt er dennoch ein, um den Frieden im Jenseits und auf der Erde zu bewahren. Auf der Erde ist die Lage zwar nicht ganz so dramatisch und bei weitem nicht so gefährlich, doch auch hier nutzen Son Goten und Trunks die Möglichkeit und fusionieren sich, um die Zombiewelle zurück ins Jenseits zu befördern. Im zweiten Teil des Films retten Son Gohan und Videl einen alten Kauz, der sich umbringen möchte.

Schnitte in der deutschen Fassung

Dies entpuppt sich allerdings schon bald als Finte, denn der Herr wollte die beiden eigentlich nur darum bitten, die Dragonballs zu suchen. Vor Shenlong sollen sie den Wunsch äußern, dass der Drache bitte eine Spieldose öffnen möchte, in der ein großer Krieger auf seine Rettung wartet. Der Held erscheint zwar, doch ist dieser alles andere als dankbar. In Tapion, so der Name des Kriegers, ist ein Dämon gefangen, der sich immer wieder aufs Neue befreien will und nicht nur die Erde, sondern das ganze Universum zerstören möchte. Das müssen unsere Kämpfer natürlich verhindern und dabei am liebsten noch ihren neu gewonnen Freund Tapion von seinem Fluch befreien. Beide Filme haben in der deutschen Kinoversion einige Schnitte erdulden müssen. Somit sind sie auch in dieser Box nicht durchgehend auf Deutsch enthalten, doch stattdessen entschied man sich dafür, die ungeschnittenen Fassung beider Filme auf einer zusätzlichen, fünften Disc unterzubringen. Die Schnitte beziehen sich lediglich auf ein paar Minuten. Grundsätzlich sind sie nicht für das Verständnis der Handlung wichtig, viel mehr unverständlich. In Die Fusion kehrt mit der Schwelle an Toten auch ein gewisser Diktator mit an die Oberfläche zurück. Es wird zwar an keinerlei Stelle direkt von Adolf Hitler geredet, doch ist die Ähnlichkeit nicht zu leugnen. Scheitel, Bart, Haltung und Kleidung erinnern uns an einen bösen Menschen, jedoch sind die Szenen, in welcher der Diktator erscheint, als Parodie und keinesfalls als Propaganda anzusehen. Hakenkreuze wurden ebenfalls durch eine andere Symbolik ersetzt.

Keine Tonspurarbeiten

Jüngere Zuschauer werden den Diktator kaum kennen und keine Zusammenhänge bilden können. Für ältere Semester regt diese Szene eher zum Schmunzeln an. Das Auftauchen der Person wirkt trotzdem ein wenig unpassend im Dragonball-Universum. In Drachenfaust – Ryuuken sind weniger Szenen geschnitten, doch wir wissen nicht, was an einem betrunkenen Muten Rōshi schlimm sein soll, wenn er in der Serie kaum davor zurückschreckt, dem einen oder anderen Mädchen nachzustellen. Die damaligen Köpfe hinter der deutschsprachigen Umsetzung des Films haben einmal mehr eine witzige Stelle kaputt gemacht. Mit Abspann ist Fusion fünf und Drachenfaust – Ryuuken circa eine Minute länger als in der deutschen Kinofassung. Die deutschen Fassungen sind insgesamt 246 Minuten lang, nehmen wir die Szenen der ungeschnittenen Versionen des zwölften und dreizehnten Films dazu, so kommen wir auf eine gesamte Lauflänge von 252 Minuten. Das steht ungefähr im Einklang zur angegebenen Laufzeit auf der Verpackung (256 Minuten). Darüber schauen wir sehr gerne hinweg, da als Extra die beiden ungeschnittenen Fassungen nochmals auf einer weiteren Disc beiliegen. Dieser hochwertige Eindruck täuscht aber nicht darüber hinweg, dass es technisch möglich gewesen wäre, die deutsche Synchronisation zu nehmen und über bestimmte Szenen der japanischen Fassung zu verteilen. Die ungeschnittenen Szenen hätten dann auf Japanisch bleiben oder gar neu synchronisiert werden, letzteres wäre aber ein großer Aufwand gewesen. Beide Tonspuren sind laut Packungstext in Dolby Digital 2.0 auf den Discs enthalten, wobei sich die deutsche Synchronisation allerdings deutlich frischer anfühlt.

Zwei (deutsche) Songs

Bei den Synchronsprechern hat man keine Versuche durchgeführt und die Sprecher aus der Serie genommen, wie es sich eben für eine ordentliche Anime-Produktion gehört. Fans des japanischen Originals und vor allem jenen, die des Japanisch mächtig sind, wird es abermals stören, dass deutsche Untertitel jederzeit und nur bei laufender japanischer Tonspur sichtbar und nicht abstellbar sind. Besonders bei einer Neuveröffentlichung (alle 13 Filme wurden bereits von Polyband veröffentlicht) ist das sehr ärgerlich. Erfreulicherweise liegen alle Film eim 16:9-Bildformat vor, was in Anbetracht der 4:3-Filme eine angenehme Steierung ist. Die Bildqualität der Kinofassung der letzten beiden Filme ist hingegen unverständlich, genau wie deren Tonqualität. Das Knistern des dunkleren Bildes verdeckt Details und Tommy Morgensterns Stimme hört sich eher befremdlich, als nach Son Gokū an. Außerdem ist es bei den restlichen Filmen ebenfalls so, dass Songs des Originals in der deutschen Tonspur fehlen und stattdessen nur mit Musik und teils dazu mit ganz anderen Stücken als im Original unterlegt sind. Es wäre auf der technischen Seite auch hier kein Problem gewesen, die Tonspuren richtig zu schneiden und zumindest die japanischen Songs mit einzubeziehen. Immerhin kann die Kinofassung mit zwei auf Deutsch gesungenen Liedern punkten, das war es aber auch schon. Abschließend bleibt uns nur noch zu sagen, dass Dragonball-Z-Fans auch mit den restlichen Filmen gute Abendunterhaltung finden werden und das obwohl die Story hin und wieder auf der Strecke bleibt, anstatt das Geschehen voranzutreiben. Uns hat der Abschluss der Filmreihe gefallen und wir sind schon sehr gespannt darauf, ob Son Gokū irgendwann nochmals auf den Leinwänden der Lichtspielhäuser sein Kamehameha abfeuern wird – dann aber bitte auch hierzulande und auch sehr gerne ungeschnitten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Im Moment fiebere ich total dem Release der Dragonball-Serie entgegen, weshalb ich die fünf Filme dieser Edition regelrecht in mich aufgesogen habe. Zwar bin ich aufgrund der Handlung eher ein Fan der traditionellen Serie, doch die Kämpfe in den Dragonball-Z-Filmen können mich ebenfalls für die eine oder andere Stunde an den Bildschirm locken. So habe ich die vier deutschen Fassungen an einem Abend angeschaut und die japanischen Originalversionen direkt einen Tag später. Alle Charaktere kommen mit ihrer Persönlichkeit aus der Serie daher und treiben die Handlung, wenn auch nur wenig, stetig voran. Besonders die in die ernste Story eingebauten lockeren Dialoge oder Aktionen gefallen mir sehr und sind immer wieder für einen Lacher gut. Beispielsweise wenn Trunks auf der Flucht von Broly ist, von diesen gepackt und über ihn gehalten wird und dann Trunks plötzlich Wasser lassen muss. Inhaltlich kann und möchte ich der Dragonball-Z-Ideologie kaum etwas negativ ankreiden. Sie steht im Einklang mit der Serie, doch technisch erwarte ich einfach mehr. Hier wurden die alten Daten genommen und abermals auf DVD verewigt. Ich weiß nicht, ob es so sehr Probleme mit den Lizenzen gibt, doch mir würde es sehr gefallen, wenn entfallene beziehungsweise gestrichene Szenen (meinetwegen auch im Originalton) in die deutsche Fassung mit eingearbeitet werden und das Bildmaterial poliert wird. Letzteres ist zwar bis auf eine Ausnahme gut, doch eben diese Ausnahme stört mich sehr, zumal auf dem nächsten Datenträger eine deutlich bessere Qualität zu finden ist, allerdings nur mit japanischen Dialogen und zudem mit nicht abschaltbaren Untertiteln. Das ist ebenfalls so nervig wie der Austausch der japanischen Songs des Originals. Unter diesem Aspekt mag die neue Auflage für den einen oder anderen Dragonball-Z-Fan vielleicht nicht gerade die beste sein, aber wohl die aktuell günstigste. Fans werden mit Abstrichen zwar ebenfalls glücklich werden, doch hoffen wir mal, dass die Filme irgendwann vollständig, wie sie ursprünglich von Toei Animation geplant waren, auch in Deutschland erscheinen werden – dann auch gerne auf Blu-ray und in High Definition.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplar der Dragonball Z: Movies 9 – 12!

Review: Dragonball Z: Movies 5 – 8

Nachdem wir vor einigen Tagen bereits einen Blick auf die ersten vier Dragonball-Z-Filme werfen konnten, folgen heute die nächsten vier Ausgaben, die damals von Polyband und jetzt ebenfalls wieder von Anime Virtual neu aufgelegt wurden.

Mit Rache für Freezer beginnt diese Filmbox mit einem echten Leckerbissen, der auch gut in die eigentliche Handlung der Serie gepasst hätte. Die Story setzt kurz nachdem ein, wo Son Gokū als Baby vom Planeten Vegeta auf die Erde geschickt wird, um diese schlussendlich für die Saiyajins zu erobern. Derweil kämpft sein Vater Bardock gegen Freezer, der Vegeta vernichten möchte. Bardock verliert den Kampf und Freezer löscht die Saiyajins fast komplett aus. Cooler (Freezers Bruder) bemerkt, dass sich eine Kapsel auf dem Weg zur Erde befindet, doch vernichtet sie nicht, da er nicht die Drecksarbeit für seinen Bruder erledigen möchte. Die nächste Szene spielt dann Jahre später und zwar genau dann, wenn Son Gokū Freezer getötet hat und wieder zur Erde zurückgekehrt ist. Als Cooler von dem Tod seines Bruders erfährt, ist er dazu bereit, sich ebenfalls auf die Erde zu begeben und den einst kleinen Jungen zu töten, den Planeten zu vernichten und schlussendlich seinen Bruder zu rächen. Um den folgenden Film zu verstehen, muss man Film 5 zwar nicht gesehen haben, doch hilft er, ihn besser zu verstehen. Als Dende erfährt, dass sich auf dem neuen Planeten Namek das Böse breitmacht, entsendet er Son Gokū, Son Gohan, Yajirobi, Kuririn, Muten Rōshi, Piccolo und Oolong, die Namekianer zu unterstützen. Dort treffen sie plötzlich auf einen alten Bekannten, denn Cooler hat die Vorkommnisse aus dem vierten Film wohl überlebt und sinnt bereits auf Rache. Gegen seine blecherne Armee können die Freunde allerdings nur wenig ausrichten. Seine Kraft ruht allerdings im Ghetti-Stern, der Cooler das Leben gerettet hat und nun von ihm gesteuert wird.

Familienfehden

Wieder einmal liegt es an Son Gokū, den durchtriebenen Feind auszuschalten. Ähnliches wird auch im siebten Film von ihm erwartet. C17 tötet hier zu Beginn Dr. Gero, doch hat dieser die Rechnung nicht mit Dr. Geros Supercomputer gemacht. Dieser arbeitet unentwegt weiter und produziert Cyborgs, die nur darauf programmiert sind, Son Gokū zu vernichten. Während Son Gokū mit Frau und Kind einkaufen geht, amüsieren sich Muten Rōshi, Kuririn, Oolong und der aus der Zukunft gekommene Trunks bei der Misswahl zur schönsten Frau der Welt. Der Stadttrubel ist allerdings schnell vorbei, als die Cyborgs einmarschieren und nicht davor zu rückschrecken, alles zu vernichten, was ihnen in den Weg kommt. Das Besondere an Angriff der Cyborgs ist allerdings, dass Son Gokū es schafft, durch Zorn eine Genkidama zu schaffen. Einen der gefährlichsten Gegner der Dragonball-Z-Geschichte erwartet Son Gokū allerdings in Film 8, denn hier muss er sich gegen den legendären Super-Saiyajin behaupten. Dieser hat angeblich bereits die ganze Südgalaxie zerstört und wird ebenfalls vor der Nordgalaxie keinen Halt machen wollen. Eines Tages landet ein Saiyajin namens Paragus auf der Erde, der Prinz Vegeta begrüßt und ihn dazu überreden möchte, ihn zum König der Saiyajins auf einem neuen Planeten Vegeta zu machen. Dazu soll er allerdings den legendären Super-Saiyajin besiegen. Als dann auch noch Son Gokū auf dem neuen Planeten auftaucht und das dunkle Spiel von Paragus durchschaut, müssen er und Vegeta sich dem Kampf schlussendlich stellen, denn der legendäre Super-Saiyajin ist niemand geringeres als der Sohn von Paragus, Broly.

Auf der Erfolgsspur

An den Dragonball Z: Movies 5 – 8 wurde optisch sichtlich gearbeitet. Während wir bei der vorherigen Box teils noch von VHS-Qualität gesprochen haben, fallen die Farben bei diesen Filmen deutlich kräftiger aus und auch ansonsten macht das Bild eine bessere Figur. Dazu sei aber gesagt, dass der Ton im japanischen Original altersbedingt immer noch etwas kraftlos wirkt. Obwohl dieser laut Packungsangabe in Dolby Digital 2.0 vorliegen soll. Die deutsche Synchronisation verfügt jedenfalls über dieses Tonformat und kommt (bis auf gelegentliche Ausnahmen) mit den Synchronsprechern aus der Serie daher. Den japanische Originalton kann man zwangsweise leider nur mit deutschen Untertiteln zuschalten. Um die Tonspur zu wechseln müssen wir auch immer wieder umständlich ins Menü zurückkehren. Warum uns hier technische Hindernisse in den Weg gelegt werden, verstehen wir absolut nicht. Ebenfalls ist es wieder fraglich, warum man sich dafür entschieden hat, die Songs wieder einmal aus den Filmen zu streichen und stattdessen einfach nur Musik laufen hat lassen. Es wäre doch sicherlich  kein Problem gewesen (zumindest die japanische Version) kurzzeitig auf der Tonspur unterzubringen. Rache für Freezer kommt mit 47, Coolers Rückkehr und Angriff der Cyborgs jeweils mit 44 und Der Legendäre Super-Saiyajin mit 69 Minuten daher. Das ergibt zusammen circa 204 Minuten (auf der Box sind fälschlicherweise wieder 210 Minuten als Laufzeit angegeben), die voller action-geladener Kämpfe und überraschenderweise mit ausgeklügelten Handlungssträngen gespickt sind. Dragonball-Z-Fans werden auch mit der zweiten Filmbox wieder einmal glücklich werden.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Als ich vor ein paar Tagen die ersten Filme gesehen habe, war ich nicht gerade von diesen erzeugt. Sicherlich haben sie funktioniert und ich hatte sichtlich meinen Spaß mit dem tollen Humor des Dragonball-Universums, doch so wirklich konnten mich die Filme nicht fesseln. Das ist bei den Filmen 5 bis 8 allerdings ganz anders, denn besonders Rache für Freezer und Der legendäre Super-Saiyajin können mit (für die Dragonball-Z-Serie eher ungewohnten) gelungenen Handlungssträngen punkten. Obwohl die Filme optisch und akustisch ein Genuss für einen Anime-Fan sind, die sich auch schon mal gerne ältere Titel anschauen, verstehen wir beim besten Willen nicht, warum man sich dafür entschieden hat, ausnahmslos alle Songs aus den Filmen zu streichen. Da werde ich als Fan mit den Musikstücken (teilweise in der deutschen Fassung sogar ganz ausgetauscht) abgestaubt. Einzig und allein, wenn ich mir die japanische Tonspur zuschalte, kann ich mich über die Songs freuen. Leider wäre es dazu nötig, ins Menü zurückzukehren und die Tonspur zu wechseln. Aus den Filmen selbst geht das leider überhaupt nicht, was wir bei älteren Anime-Produktionen aber schon sehr oft festgestellt haben und wir bis heute nicht ganz nachvollziehen können. Technisch klappt es bei so gut wie allen anderen Filmen und Serien doch auch. Wer über diese Makel hinwegsehen kann, bekommt auch hier wieder super Unterhaltung im Dragonball-Z-Universum spendiert.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragonball Z: Movies 5 – 8!

Review: Dragonball Z: Movies 1 – 4

Zwischen 1989 und 1995 erblickten in Japan ungefähr parallel zur Ausstrahlung von Dragon Ball Z viele Kinofilme das Licht der Welt. Hierzulande wurde Dragonball erst später bekannt, wodurch auch die Filme bis zu vierzehn Jahre auf sich warten lassen mussten.

Ursprünglich bei Polyband erschienen, hat Anime Virtual die Lizenz erneuert und hat mit der vorliegenden Box die ersten vier Filme Ende 2011 nochmals in einer Box veröffentlicht. Wie bereits bei den Dragonball-Filmen, spielen die Filme zwar zwischen bestimmten Ereignissen in der Serie, doch lassen sie sich nicht direkt in die Timeline einordnen, da dies an der einen oder anderen Stelle keinen Sinn ergeben würde. Die Filme dienen eher dazu, Fans noch näher an eines der wohl beliebtesten und wichtigsten Anime-Franchises zu binden. Der erste Film (Die Todeszone des Garlic Jr.) spielt somit beispielsweise zu Beginn des Abenteuers. Dies erkennen wir daran, dass die Saiyajins noch nicht auf der Erde gelandet sind. Der Antagonist des Films ist Garlic Jr. Dieser möchte mit den sieben Dragonballs den Drachen Shenlong rufen, um sich die Weltherrschaft beziehungsweise ewiges Leben zu wünschen. Um an die fünfte Kugel zu gelangen, entführt er Son Gohan, da dieser einen der Dragonballs an seine Mütze gebunden hat. Der Bösewicht ist nur durch seinen Vater so durchtrieben, da sich dieser damals mit Gott für das Amt des alten Gottes beworben hat, doch hat der alte Gott hat Garlics dunkles Vorhaben erkannt. Gemeinsam kämpfen Son Gokū und seine Freunde, um seinen Sohn zu retten und Garlic von seinem dunklen Plan abzuhalten, doch dieser hat den Drachen schon gerufen und genießt nun die ewige Jugend. Während eines aussichtslosen Kampfes öffnet Garlic Jr. einen Strudel in seine Todeszone, wo ewige Dunkelheit herrscht. Nur Son Gokū kann jetzt noch gegen Garlic Jr. bestehen.

Gehirnschmalz

In Der Stärkste auf Erden haben sich Son Gohan und Oolong auf die Suche nach den sieben Dragonballs gemacht. Ihre Suche führt sie ins ewige Eis, wo ein mysteriöser Wissenschaftler ebenfalls auf der Suche nach den Drachenkugeln ist. Dieser hat allerdings bereits alle Kugeln gefunden und ruft Shenlong, welcher Dr. Willow aus dem ewigen Eis befreien soll. Piccolo möchte den beiden aus der Misere helfen, da sie von den Schergen Dr. Kochins angegriffen werden. Piccolo scheitert allerdings, doch die beiden Jungs können entkommen. Gegen Oolongs Willen erzählt Son Gohan notgedrungen seinen Eltern von den Vorkommnissen, als auch noch Muten Rōshi auf seiner Insel gefangen genommen wird. Son Gokū begibt sich auf den Weg zum großen Laboratorium der beiden Wissenschaftler, wo er sich der Gefahr stellen und gegen die Bio-Cyborgs kämpfen muss. Beim Showdown erkennt er, dass Dr. Willow nur noch aus Gehirnmasse besteht, doch nicht weniger gefährlich ist. Die Entscheidungsschlacht im nächsten Film handelt von einem noch gefährlicheren Gegner. Tales, ein in der Serie nicht existenter Saiyajin, ist auf dem Weg zur Erde. Der blaue Planet sei für ihn perfekt, um einen Samen einzupflanzen, aus welchem der Baum der Macht sprießen soll, welcher der Erde ihre Energie entziehen soll. Meister Kaio bittet Son Gokū um Hilfe. Dieser macht sich mit seinen Freunden auf den Weg, den Baum zu zerstören, doch dieses Vorhaben misslingt. Als Tales dann auch noch Son Gohan schnappt, erklärt er ihm, dass sie über ähnliches Erbgut verfügen.

Kampfgetümmel

Er erkennt Son Gohans Kräftepotential und möchte ihn am liebsten mit auf sein Raumschiff schleppen, um ihn dort auszubilden. Um dies zu erreichen, lässt er am Himmel einen Mond explodieren und Son Gohan verwandelt sich in einen Weraffen. Durch die Kraft der Freundschaft kann sich Son Gokūs Sohn zwar zurückverwandeln, doch es steht immer noch die entscheidende Schlacht bevor. Diese kann nur gemeinsam und nur mit gebündelter Kraft gewonnen werden. Der vierte Film Super-Saiyajin Son Goku ist recht ähnlich aufgebaut wie der erste Film. Lord Slug entdeckt die Erde und möchte diese in eine planetare Raumstation umwandeln. Er entdeckt jedoch Son Gohan und erfährt von den Dragonballs, wodurch er sich schon alsbald ewiges Leben von Shenlong wünscht. Überraschende Wendungen und der wohl lustigste Trick, einen Gegner zu besiegen, ist das, was Super-Saiyajin Son Goku zum Genuss für jeden Fan des humoristischen Dragonball-Universums macht. Witzige Dialoge und auch humorvolle Situationen sind selbstverständlich in allen Filmen enthalten und locken selbst die ernsthaftesten Momente auf. Zur Handlung der Filme müssen wir aber sagen, obwohl sie sich nicht direkt in die Serie einordnen lassen, dass sie im Einklang mit der Serie stehen. Wie im großen Vorbild steht die Story leider nur an zweiter Stelle, denn vorzugsweise wird in den ersten vier Filmen fast nur gekämpft. Das heißt nicht, dass die Handlung nicht durchdacht sei, das ist sie sehr wohl, doch ausgeklügelte Dialoge wie in der Vorgängerserie beziehungsweise den Vorgängerfilmen gibt es bei den Dragonball-Z-Filmen nicht.

Dragonball Z ohne Songs

Das Bild der Filme ist altersbedingt leider nur im 4:3-Format gehalten. Eine Überarbeitung in technischer Hinsicht fand leider nicht statt. So ist das Bild, besonders bei den ersten Filmen, gelegentlich ein wenig schwammig und befindet sich an der einen oder anderen Stelle sogar auf VHS-Qualität. Die Bildqualität steigt allerdings von Film zu Film. Der Stil von Autor Akira Toriyama wird jedoch durchgehend gut in Szene gesetzt. Dragonball-Fans werden sich sofort heimisch fühlen. Die Todeszone des Garlic Jr. schlägt mit 38, Der Stärkste auf Erden mit 56, Die Entscheidungsschlacht mit 58 und Super-Saiyajin Son Goku mit 52 Minuten zu Buche. Das macht insgesamt 204 Minuten, welche die Filme uns an den Fernseher fesseln können (auf der Packung werden versehentlich sechs Minuten mehr angegeben). Der Sound liegt in Dolby Digital 2.0 vor, zumindest im Deutschen. Der japanische Originalton wirkt (da viel früher vertont) etwas angestaubt. Die deutschen Synchronsprecher hat man größtenteils der Serie entnommen. Nur gelegentlich spricht auch mal ein anderer Sprecher einen der vielen Charaktere, wie etwa Son Gohan. So wird dieser in Die Todeszone des Garlic Jr. von Robin Kahnmeyer (der ihm eigentlich erst als Erwachsener seine Stimme leiht) und in den anderen Filmen wie gewohnt von Sandro Blümel gesprochen. Wer den japanischen Originalton hören möchte, muss sich allerdings zwangsweise deutsche Untertitel zuschalten lassen. Abstellbar sind sie nicht. Was wir ebenfalls nicht verstehen können ist, dass man die gesungenen Lieder in der deutschen Synchronisation einfach weggelassen hat oder den Soundtrack teils komplett mit dem normalen Opening-Sound ausgetauscht hat. Trotzdem bieten die vier Filme genau das, was Dragonball-Z-Fans wollen – actionreiche und schön in Szene gesetzte Kämpfe!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Während ich die Serie derzeit gelegentlich wieder im Fernsehen verfolge, habe ich die Filme bis vor kurzem noch nicht gesehen. Das ist sehr schade, da es einige coole Momente und vor allem interessante Charaktere gibt, die in der Serie überhaupt nicht oder zumindest nicht in dieser Form auftreten. Es ärgert mich aber auch hier, dass man den Schwerpunkt auf die Kämpfe verlagert hat. Diese finde ich zwar in Dragonball Z wunderbar in Szene gesetzt, doch nützen die besten Auseinandersetzungen nichts, wenn sie nicht gut genug mit einer Handlung und durchdachten Dialogen eingeführt werden. Beides ist in den Dragonball Z: Movies 1 – 4 enthalten, doch leider nicht so, dass ich hier von meisterlich erarbeiteten Anime-Meisterwerken sprechen kann. Trotzdem konnte ich mit den Filmen einen wunderbaren langen Nachmittag verbringen. Die Charaktere haben in der Regel dieselben Charakterzüge, wie in der Serie und der für das Franchise typische Humor ist ebenfalls wieder mit an Bord. Dragonball-Z-Fans werden hier vier Filme in einer Box bekommen, doch wer mit der Qualität der klassischen Dragonball-Serie hofft, wird wohl enttäuscht werden. Die Filme setzen wie die Serie ganz andere Prioritäten und das ist gewissermaßen auch gut so.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragonball Z: Movies 1 – 4!

Review: Catherine

Es gibt Spiele, die wollen von Anfang anders sein, ganz anders. Zu dieser Sorte Spiele gehört definitiv Catherine! Nach der Verwunderung, dass es solch ein Spiel auch mal nach Europa geschafft hat, haben wir uns gefreut die Alpträume von Vincent Brooks mit zu erleben.

Vincent vegetiert nur noch vor sich hin. Er hat einen recht gut laufenden Beruf und auch eine Freundin namens Katherine, von der er sich anscheinend gelangweilt fühlt. Routine hat sich in ihrer Beziehung eingefunden. Eines Nachts plagt Vincent ein komischer Alptraum und wacht am Morgen darauf mit einer schönen Unbekannten in seinem Bett auf. Die junge Dame hört auf den Namen Catherine und behauptet steif und fest, Vincent hätte sie am Abend zuvor mit in seine Wohnung gebracht. Alles sieht nach einem eindeutigen Seitensprung aus. Da gibt es kein Vertun – Vincent erlebt wohl das erste Mal in seinem Leben einen Filmriss mit Folgen. Das Spiel dreht sich fortan um die Dreiecksbeziehung, die zwischen Catherine, Katherine und Vincent aufgebaut wird. Während Katherine eher ein Kontrollfreak ist, ist Catherine die junge und fast schon nymphomanische Frau, die es auf Vincent abgesehen hat. Vincents Dilemma oder glückliche Lage, je nachdem, wie wir es sehen möchten, ist allerdings nicht das einzige, was sich auf die Story des Spiels auswirkt. Überall in der US-amerikanischen Stadt häufen sich mysteriöse Todesfälle. Junge Männer werden morgens tot in ihrer Wohnung aufgefunden – die Autopsie liefert keine Antworten, jedoch für genügend Gesprächsstoff für die Sushi-Bar in der Vincent öfters zu Mittag isst und viel mehr für die Kneipe, in welcher er sich Abend für Abend mit seinen drei besten Freunden Toby, Johnny und Orlando trifft. Jedwedes Treffen der vier Kumpanen kommt uns vor wie das letzte Abendmahl, denn Vincent erlebt den bereits erwähnten Alptraum Nacht für Nacht, allerdings mit zahlreichen fiesen Überraschungen.

Das Tetris-Syndrom

In den Alpträumen Vincents wird der Held automatisch entkleidet und ist fortan nur noch mit seiner Boxershorts, einem Kissen und zwei Hörnern auf dem Kopf bewaffnet. Ein noch nie dagewesener Anblick offenbart sich unserem Helden. Er steht vor einem treppenförmigen Gebilde, welches sich aus einzelnen Würfeln zusammensetzt. Unter uns stürzen mit der Zeit immer mehr die Blöcke ein, also heißt es schnell die Treppe hochklettern. Allerdings sind die Würfel selbstverständlich nicht immer so angeeignet, dass wir sie plump erklettern können. In den unterschiedlichen Situation müssen wir die Blöcke gekonnt verschieben, um die nächste Erhöhung sicher zu erreichen, doch Obacht! Die Würfel müssen mindestens mit einer Kante an einem darunterliegenden Block befestigt sein. Ist dies nicht der Fall, fällt der Block exakt so viele Ebenen tiefer, bis er mit mindestens einer Kante sicheren Halt findet. Das Spieltempo kann je nach Spielweise sehr variieren – da kommt es uns doch sehr gelegen, dass wir Fehler wieder rückgängig machen können. Das heißt, wenn wir also einen Block versehentlich so verschoben haben, dass er in die endlose Tiefe fällt und wir ihn dringend gebraucht hätten, so können wir kurz und knapp auf die Select-Taste drücken und im nächsten Moment liegt unser Würfel am letzten bekannten Punkt. Manchmal ist das auch bitter nötig, da es natürlich nicht nur eine Blockvariante gibt. Dunkle Blöcke haben ein höheres Gewicht und benötigen somit mehr Zeit, um sie bewegen zu können. Prangt auf diesen dunklen Ablegern auch noch ein Symbol, so können wir sie überhaupt nicht verrücken, ärgerlich. Brüchige Blöcke können wir hingegen nur ein oder zweimal betreten, anschließend verfallen sie zu Staub.

Guck mal wer da spricht

Sprungblöcke katapultieren uns direkt ein paar Etagen höher, sofern wir denn in der Höhe den nötigen Halt finden – das ist besonders in hitzigen Situationen sehr nützlich, wenn unter uns fast das gesamte Level bereits in seine Einzelteile zerfallen ist. Stachelfallen können unseren Pantoffelhelden sofort töten und Bombenblöcke schlagen in einst standhaften Würfeln Risse. Gegen Ende des Spiels erwartet euch noch die eine oder andere Überraschung, die wir hier keinesfalls vorweg nehmen möchten. In jeder Nacht gilt es eine gewisse Anzahl an Stages zu absolvieren. Am Ende des Marathons erwartet uns dann meistens noch ein Bossgegner, den wir zwar nicht direkt besiegen können, aber trotzdem unseren Respekt einräumen, oder viel mehr unsere Furcht, denn wenn plötzlich ein Riesenbaby hinter uns den Turm erklettert, dabei noch Sabber in die Höhe schleudert und ständig nach seinem Vater ruft, bekommen wir es schon mal mit der Angst zu tun. Dieser Bossgegner ist übrigens keine Seltenheit, ein paar andere Schrecken hat das Spiel ebenfalls in petto. Eine Lebensanzeige gibt es in Catherine übrigens nicht. Wir müssen nur einmal von einem Geschoss getroffen werden, in eine Falle laufen, von einem der herunterfallenden Würfel zerquetscht oder den sicheren Halt verlieren und schon dürfen wir am Levelanfang einen weiteren Versuch starten. Glücklicherweise gibt es in fast allen Levels Kontrollpunkte, welche die Klettertouren ein wenig einfacher machen sollen. Den Game-Over-Bildschirm haben wir jedoch nur einmal in der ersten Hälfte zu Gesicht bekommen. Obwohl der Titel relativ schwierig ausfällt und sicherlich nichts für schwache Nerven ist, haben die Entwickler (im getesteten normalen Schwierigkeitsgrad) genügend Kopfkissen verteilt, mit denen wir zwei zusätzliche Versuche spendiert bekommen und dazu über die Nächte hinweg anhäufen dürfen.

Das Schweigen der Lämmer

Übrigens erleichtern uns einige Items, von denen wir maximal eines an der Zahl mitführen dürfen, den Aufstieg. Herumlaufende Gegner können mit Blitzen pulverisiert, Blöcke mit dem Klingeln einer Glocke verwandelt, zusätzliche Würfel erschaffen oder mithilfe eines Energy-Drinks gleich zwei Blöcke auf einmal erklettert werden. Letzteres ist uns im Test allerdings komischerweise nicht geglückt. Unterwegs finden wir immer wieder einige Münzen, die wir beim Händler in den Ruhestätten ausgeben dürfen, um uns eben diese Items zu erwerben. Das ist zwar nicht essentiell für das Bestehen der Areale, doch für den einen oder anderen Spieler sicherlich eine gut gemeinte Stütze. Zu diesen Ruhestätten gelangen wir immer, sobald wir eine Stage hinter uns lassen und verlassen sie später wieder über einen Beichtstuhl, in denen wir eine Frage über unseren Charakter beantworten müssen, die uns dann als vorbildlichen oder gerissenen Menschen einstuft. Jedenfalls tummeln sich hier alle Menschen, die den Aufstieg im Alptraum geschafft haben, allerdings in der Gestalt von Schafen, was wohl auch Vincents Hörner recht eindeutig erklären sollte. Wir können uns mit den Lämmern unterhalten, neue Techniken zum Klettern austauschen (was übrigens eine sehr große Hilfe seitens der Programmierer ist!) und dem Stöhnen der armen Schafe lauschen, die sich nicht so recht erklären können, warum sie eigentlich immer wieder, Nacht für Nacht, diesen Alptraum erleben müssen. Jedenfalls haben nicht nur die Schafe, sondern auch die Menschen in der Bar, die Vincent jeden Abend aufsucht, ein paar Probleme. Bei diesen Personen sind wir doch gerne bereit, in irgendeiner Weise zu helfen, oder eben nicht. Zwei Antwortmöglichkeiten entscheiden darüber, welche Person in den nächsten Tagen wieder in der Bar anzutreffen ist und wer ganz genau hinschaut beziehungsweise hinhört, entdeckt vermutlich die eine oder andere Gemeinsamkeit mit einem Schaf aus den Alpträumen des Protagonisten.

Rapunzel, lass dein Haar herunter

In der Bar unterhalten wir uns allerdings nicht nur mit den Gästen und unseren Freuden. Wir können dabei auch Cocktails genießen und Kurzmitteilungen beantworten, die auf unserem modischen Handy eingehen. Da macht sich Katherine Sorgen um unsere Gesundheit und die Affäre schickt uns gelegentlich schon mal gewisse Foto, denen wir kaum widerstehen können. Für Ablenkungen sorgt die Juke Box, in der wir nicht nur Tracks des Spiels rauf und runter, sondern auch Musikstücke aus anderen Titeln wie Persona 4 anhören können. Daneben wartet auch ein Automat auf uns, in dem wir das Arcade-Spiel Rapunzel spielen können, das nach demselben Muster aufgebaut ist, wie die nächtlichen Alpträume – an vielen Stellen sogar eine ganze Ecke knackiger als der normale Spielverlauf. Wenn wir im normalen Spielverlauf für einen beendeten Alptraum mindestens eine Goldtrophäe abstauben, schalten wir im Modus Babel neue Herausforderungen frei und nach dem ersten Durchspielen gesellt sich zudem der Colloseum-Modus dazu, in dem wir sogar zu zweit mit einem Freund gegeneinander antreten dürfen. Leider nur lokal und nur mit einem menschlichen Mitspieler, Computergegner gibt es hier leider nicht. Vielleicht ist das auch gut so, denn in einem Level des Golden-Theater-Modus sind wir auch mit einem anderen Nichtspielercharakter gleichzeitig im Alptraum unterwegs und glaubt uns an dieser Stelle bitte eines: Ashley aus Resident Evil 4 ist sicherlich bei weitem klüger. Wie dem auch sei: Ein Online-Modus hätte dem Titel sicherlich gut getan. Immerhin werden die Ergebnisse der Fragen, die über unseren Charakter entscheiden und uns vor jeder Stage gestellt werden, online an andere Catherine-Spieler übermittelt.

Catherine oder Katherine

Es ist zwar nicht sehr hilfreich zu wissen, ob die meisten Spieler eher Masochisten oder Sadisten sind, doch je nachdem, ob die Antworten wirklich ehrlich getroffen werden, sind die Ergebnisse entweder schockierend oder auch schon mal für einen Lacher gut. Grafisch macht der Titel zwar keinem Titel Konkurrenz, doch der teils kunterbunte, aber eher düstere Anime-Look verpasst dem Titel seinen ganz eigenen Charme. Zwar gefallen uns die eingespielten Anime-Videosequenzen deutlich besser, als die in Spielgrafik gehaltenen Dialoge zwischen den Charakteren, doch selbst diese stehen im Einklang mit der grafischen Raffinesse des Titels. Unterlegt wird das ganze Spektakel mit unterschiedlichen Musikstücken. Da ist von fröhlicher Untermalung, über fetzige Sounds und klassischen Musikstücken eine breite Palette an hochwertigen Tracks dabei. Die Atmosphäre besteht jedoch nicht nur aus dem gut gemischten Soundtrack, sondern viel mehr aus den facettenreichen Charakteren und der sehr intelligenten Handlung. Zu Beginn scheint noch sehr vieles klar zu sein, wie sich die Story wohl entwickeln wird, doch bereits nach wenigen Spielstunden tauchen immer wieder neue Fragen auf und lassen uns als Spieler gerne miträtseln, wer denn nun wen wirklich betrügt. Einzig und allein gegen Ende des Spiels verdichtet sich die Handlung so sehr, dass sie sich einfach nur in die Länge gestreckt angezogen fühlt und vielleicht nicht auf das Ende hinarbeitet, wie man es sich eventuell vorgestellt hat. Aber davon soll es laut Trophäenliste sowieso mehrere geben. An der Steuerung gibt es nur wenig zu kritisieren. Je nachdem wie viel Alkohol wir in der Bar vor dem Alptraum konsumieren, desto schneller läuft und klettert Vincent durch seine Alpträume. Cheers! Unterm Strich bleibt ein interessantes Spiel, das sicherlich seine Fans finden, aber definitiv nicht die breite Masse ansprechen wird. Uns hat der Ausflug in Vincents Alpträume zwanzig Stunden lang sehr gefallen und können euch das Spiel nur ans Herz legen, welches dann wiederum darüber entscheiden darf, ob ihr euch lieber zu Catherine oder zu Katherine hingezogen fühlt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-3-Fassung): Weit im Vorfeld, bevor ich erst von der Existenz von Catherine wusste, war eine Freundin von dem Titel sehr angetan und hat es sich, soweit ich weiß, aus den Staaten importiert. Glücklicherweise kam der Titel dann auch noch in Europa heraus und das dies bei solchen exotischen Spielen eine Seltenheit ist, dürfte wohl jedem klar sein. Schnell habe ich mich daran erinnert, wie die Freundin von dem Spiel überzeugt war und habe mir das Testmuster unter den Nagel gerissen. Zwanzig Spielstunden später komme ich fast nicht mehr von dem Titel los, obwohl der Abspann bereits über meinen Bildschirm geflimmert ist. Die Charaktere sind bis auf die Ausnahmen, die ich aus Spoiler-Gründen nicht erwähnen möchte, alle sehr glaubhaft geschildert und erwecken das Gefühl, wirklich ein Teil von Vincents Leben zu sein. Die eigentliche Storyline hat mich zum Ende hin aber doch ein wenig enttäuscht, hier hätte ich definitiv an einer bestimmten Stelle eine andere Richtung eingeschlagen, wäre ich der Storywriter des Entwicklerteams gewesen. Trotzdem möchte ich Catherine jedem von euch ans Herz legen, der Geschicklichkeitsspiele mag und nichts gegen Anime-Szenen und japanische Gameplay-Freizeiteinlagen eines Yakuza hat. Vor einem Punkt möchte ich euch aber warnen. Konsumiert das Spiel nicht zu lange am Stück, denn sonst ergeht es euch vielleicht noch genau wie mir: Immer wenn ich einschlafen möchte und somit die Augen schließe, habe ich das Bild vor mir, wie Vincent Blöcke verschiebt und auf diesen herumklettert. Ich bin gespannt, wie lange ich an den Nachwirkungen leiden darf. In diesem Sinne: Schlaft recht schön und genießt euren Kletterausflug!

Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Catherine!

Review: Final Fantasy XIII-2 Lösungsbuch (Collector’s Edition)

Umfangreiche Rollenspiele haben es an sich, dass kurz darauf oder sogar schon zum Release des Spiels ein ebenso umfangreiches Lösungsbuch auf den Markt geworfen wird. Bei Final Fantasy XIII-2 war dies glücklicherweise der Fall, denn einige der im Spiel zu findenden Fragmente haben sich besonders gut versteckt. Nach dem Vorwort von Motomu Toriyama erläutert das umfangreiche Buch die Grundlagen des Spiels, die wir aber bereits schon aus der Spielanleitung des Titels kennen. Trotzdem sind die Informationen hier grundlegend nicht verkehrt aufgehoben. So müssen wir nur mit einer Quelle arbeiten, wenn wir etwas über die Basis von Final Fantasy XIII-2 erfahren möchten. Beispielsweise über die Charaktere und die bisherigen Ereignisse aus dem Vorgänger Final Fantasy XIII. In Folge dieser Grundlagen erwartet uns selbstverständlich der Lösungsweg des Spiels, der uns von den Anfängen in Neo Bodhum, über die Ereignisse in Akademia bis hin nach Walhalla führt. Als nächstes befindet sich eine Zeitachse im Buch, die auf alle wichtigen Ereignisse in den unterschiedlichen Zeitepochen zusammenfassend hinzeigt. Hier hätten wir uns über Legenden auf jeder Seite gefreut, auch wenn die Zeitachse recht kurz ist und das Zurückblättern nicht ganz so stark ins Gewicht fällt.

Vollständigkeit

Der wohl wichtigste Bestandteil des Buches ist jedoch der Reiseführer. Hier werden alle Orte und Epochen getrennt voneinander behandelt. Ausführlich wird hier erklärt, wie wir hier an die unterschiedlichen Fragmente und Objekte der Spielwelt gelangen können. Im Test hat das Buch eindeutig bewiesen, dass es ein wertvoller Begleiter auf unserem Abenteuer in Square Enixs neuem Rollenspiel ist. Fans, die mit dem Vorgänger nicht so viel anfangen konnten und sich erst noch in das Kampfsystem einarbeiten möchten, wird es freuen, dass das Buch zudem über ein ausführliches Kapitel über unterschiedliche Strategien und Analysen verfügt. Klasse! Zahlreiche Listen über Gegenstände und Waffen runden das Gesamtwerk im nächsten Kapitel weiter ab. Die Monsterlisten wurden sehr sorgfältig recherchiert, doch hätten wir uns hier sehr darüber gefreut, ausführlichere Beschreibungen zu erhalten. Zwar ist dies für den normalen Videospieler überhaupt nicht notwendig, doch die Hardcore-Fans von Final Fantasy XIII-2 werden vielleicht ein klein wenig enttäuscht darüber sein. Immerhin ist die Liste vollständig und hilft beim Aufspüren aller Wesen, um bestimmte Fragmente zu erhalten.

Hohe Qualität

Im letzten Kapitel werden noch alle Trophäen der PlayStation-3-Fassung beziehungsweise Erfolge (auf der Xbox 360) aufgelistet. Diese Liste wird mit weiteren freischaltbaren Inhalten ergänzt. Besonders wichtig ist hier allerdings die Fragmentübersicht. Wer verzweifelt durch Final Fantasy XIII-2 stapft, kommt hier sicherlich nicht herum. Alleine aufgrund dieser Liste lohnt sich unserer Meinung nach die Anschaffung des Buches. Während für zwanzig Euro die normale Ausgabe erhältlich ist, kostet die Collector’s Edition sieben Euro mehr. Letztere liegt uns auch zu Rezensionszwecken vor. Der Unterschied beider Varianten macht sich wie folgt bemerkbar. Während die normale Ausgabe nur bedingt geschützt ist, wird die Collector’s Edition in einem Hardcover-Umschlag ausgeliefert. Der Haptiktest beweist, dass es sich bei den 324 Seiten ebenfalls um hochwertiges Papier handelt, wie auf der Verpackung angepriesen. Der Text auf der Packung ist übrigens abnehmbar, doch dies nur am Rande. Die streng limitierte Auflage enthält zudem zwei Lesebändchen, die sich besonders bei häufigem Nachschlagen bezahlt machen. Sechzehn zusätzliche Seiten warten mit exklusiven Story-Einblicken des Entwicklers auf. Ob man das braucht, ist jedem Fan selbst überlassen. Inhaltlich kann das Buch jedenfalls auf ganzer Linie überzeugen. Piggyback hat hier einmal mehr saubere Arbeit geleistet.

Erics Fazit (basierend auf der Collector’s Edition): Als ich das Spiel fast durchgespielt hatte, wollte ich mir noch die letzten Geheimnisse des Spiels erschließen und siehe da – es gibt doch tatsächlich noch viel mehr zu entdecken, als ich vorher angenommen hatte. Final Fantasy XIII-2 ist ein Spiel, das mich seit längerer Zeit wieder richtig in den Bann gezogen hat. Diesen Effekt hat das Lösungsbuch von Piggyback nur noch verstärkt. So kam ich noch mal an viele entlegene Ecken der Spielwelt, wo ich keinerlei Geheimnisse mehr erwartet hätte und bei Kämpfen gegen besonders schwierige Gegner war mir das Buch auch eine große Hilfe. In der heutigen Zeit, wo das Internet mit Videos und Lösungsberichten überfüllt ist, schafft es Piggyback dennoch immer wieder, mit einem sehr schön illustrierten Buch und sorgfältig erarbeiteten Inhalten, mich voll und ganz zu überzeugen. Wer Qualität von einer Komplettlösung erwartet, wird hier absolut fündig werden.

Vielen Dank an Piggyback für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars des Final-Fantasy-XIII-2-Lösungsbuchs in der Collector’s Edition!

Review: Final Fantasy XIII-2

Bereits im Vorfeld haben wir uns sehr auf Final Fantasy XIII-2 gefreut, denn die Anzeichen in der Demoversion von Ende Januar haben uns recht euphorisch gestimmt. Diese Euphorie verpufft gegen Ende des Spiels, was an vermeidbaren Kleinigkeiten liegt.

Bevor ihr euch unserem Review widmet, solltet ihr auf jeden Fall darauf gefasst sein, mit dem einen oder anderen Spoiler zu rechnen. Falls ihr also den Vorgänger noch ohne Vorwissen spielen möchtet, habt ihr jetzt noch die Gelegenheit dazu. Am Ende von Final Fantasy XIII waren die neu gewonnenen Freunde allesamt glücklich, schließlich haben sie die Menschheit gerade von ihren vermeintlichen Göttern, den so genannten Fal’Cie befreit. Die Schlüsselszene von Final Fantasy XIII-2 ist genau dieser Verbleib, denn plötzlich ist Serahs Schwester Lightning wie vom Erdboden verschluckt und nirgends mehr aufzufinden. Während die Gefährten nicht besorgt über diesen Umstand sind, wird Serah jahrelang mit dieser merkwürdigen Erinnerung leben müssen. Fernab jeglichen Zeitgefühls wird Lightning von der Göttin Etro als göttliche Kriegerin ausgewählt und muss fortan gegen ihren Widersacher kämpfen, der nur den Tod der Göttin im Sinn hat. Wie es der Zufall so will, wird ein Mogry (genannt Mog) und der junge Jäger Noel Kreiss ebenfalls nach Walhalla versetzt. Lightning schickt die beiden los, um ihre unerfahrene Schwester zu beschützen, auf der ebenfalls ein großes Schicksal lastet, wie wir in der späteren Haupthandlung erfahren werden. Von Noel erfährt Serah, dass die Kristallsäule auf Grand Pulse, welche ihre ehemalige Heimat Cocoon stützt, in sieben Jahrhunderten nicht mehr existiert und Leben auf Grand Pulse fast unmöglich geworden ist. Laut seinen Aussagen ist er der letzte lebende Mensch gewesen.

Zurück in die Zukunft

Das Schicksal dieser Welt gilt es in Final Fantasy XIII-2 abzuwenden, doch sicherlich werden bei euch jetzt die Alarmglocken klingeln. Zwar wäre der Versuch, den Sturz von Cocoon zu verhindern, über die Jahrhunderte zwar planbar, doch diese lange Zeitspanne wollen wir aber nicht warten. Da kommt es uns (und der Handlung) wie gerufen, dass plötzlich kreuz und quer über die Welt verstreut Portale auftauchen. Sobald wir bestimmte Artefakte gefunden haben, können wir diese Portale öffnen und durch die Zeit reisen. Das macht unser ganzes Abenteuer sehr viel abwechslungsreicher, als es der Vorgänger war. Zwar verläuft die wichtige Storyline wie ein roter Faden durch die verschiedenen Zeitepochen und unterschiedlichen Örtlichkeiten, doch wir stoßen gelegentlich auch auf Urartefakte, mit denen wir (meistens) optionale Portale öffnen können. So gelangen wir schon relativ früh im Spiel in den Sunleth-Auenwald, wo ein gefährlicher und gegebenenfalls für unsere Helden zu starker Kaiserpudding auf uns wartet. Sollten wir an dieser Stelle zu schwach für die Auseinandersetzung sein, verlassen wir diese Epoche einfach wieder und gelangen mit einem anderen Portal in eine andere Zeitlinie. Dieses System motiviert uns, quer durch die Zeit zu reisen und die unterschiedlichen Ereignisse zu erleben, welche die Welt von Cocoon und Grand Pulse dulden muss. Einige Spielstunden später und gut gewappnet kehren wir an den Ort des Geschehens zurück. Dieses Mal sind wir unserem Feind deutlich überlegen, doch nach dem Sieg regeneriert sich der Kaiserpudding.

Zurück in die Vergangenheit

Es heißt also einmal mehr durch die Zeit zu reisen und das Paradox aufzulösen, das für die Heilung des Kaiserpuddings verantwortlich ist. Somit schafft es auch der neue Teil der Final-Fantasy-Reihe, mit seiner Story und ebenfalls der inhaltlichen Thematik zu überzeugen. Die erinnerungswürdigen Momente beschränken sich allerdings auf ein gesundes Mittelmaß. Das heißt für Fans des Vorgängers, dass die Handlung nicht mehr so stark vertreten ist. Viel mehr möchte uns der Titel mit seinen gegebenen Freiheiten von einer wichtigen Szene zur nächsten leiten, die dann wiederum Lust auf neue Epochen machen. Nicht selten bereisen wir dieselbe Gegend zu verschiedenen Zeiten. Wir erleben beispielsweise, wie die Bresha-Ruinen zunächst von der Akademie erkundet werden und später fast vollständig unter Schnee begraben liegen. Somit bleibt die durchgehende Atmosphäre jederzeit gegeben, auch wenn wir uns wünschen, dass Square Enix diese Welten miteinander verbunden oder auch nur mit Leben gefüllt hätte. Nichtspielercharaktere beleben zwar Grand Pulse und Cocoon, doch bis auf wenige Soldaten und wütende Chocobos, die sich ins Kampfgeschehen einmischen (aber niemals auf dem Kampfbildschirm erscheinen), verfolgen diese anscheinend keinerlei Tagewerk. Zwar erhalten wir in jeder Zeitepoche Nebenaufgaben, doch die beschränken sich fast durchgehend auf das Töten von Monstern und Sammeln von Gegenständen. Das baut die gute Atmosphäre wieder ab, zumal wir so etwas vor zehn Jahren bereits in westlichen Rollenspielen wie Gothic gesehen haben. Hier müssen die Japaner noch einmal nachsitzen, da sie es ebenfalls nicht wie im Vorgänger geschafft haben, die Spielwelt mit Monstern zu füllen – unverständlich, da dies besonders auf Grand Pulse einer der Höhepunkte von Final Fantasy XIII war.

Berufswahlvorbereitung

Da Feinde nicht mehr dauerhaft sichtbar sind, kehren die Zufallskämpfe in gewisser Weise in das Final-Fantasy-Universum zurück. Aus diesem Grund haben sich die Entwickler über die Kampferöffnung Gedanken gemacht. Sobald sich Feinde in der Nähe tummeln, werden diese in der näheren Umgebung unverzüglich angezeigt. Sind wir schnell genug, können wir unsere Gegner direkt attackieren und starten den Kampf mit einem Geschwindigkeitsvorteil, doch bei einer normalen Berührung beginnt die Auseinandersetzung ohne diesen Bonus. Wir können einem Kampf auch vollständig aus dem Weg gehen, wenn wir es denn schaffen, den Radius schnell genug zu verlassen. Misslingt uns dies, erhalten die Feinde einen Vorteil gegen uns. Die Kämpfe laufen grundsätzlich ähnlich wie in Final Fantasy XIII ab. Der Active-Time-Battle-Balken füllt sich mit der Zeit auf. Sobald dieser den Wert für die gewünschte Aktion erreicht hat, können wir Serah und Noel auf die Gegner losstürmen lassen. Die physischen und magischen Angriffe haben auf jeden Feind unterschiedliche Wirkungen. Hier gilt es das Verhalten des jeweiligen Monsters genauestens zu beachten (mit der Zeit füllt sich auch die Datenbank mit Schwächen und Stärken). Verwunden uns die Gegner zu sehr, haben wir selbstverständlich die Möglichkeit, uns mit Objekten und Heilzaubern wieder selbst auf die Beine zu helfen. Im Test haben wir allerdings bemerkt, dass nur Allheilmittel, Bluttränke und Phönixfedern wirklich von Nutzen sind. Für die anderen Items haben wir nur sehr selten beziehungsweise überhaupt keine Verwendung gefunden. Je nach Spielweise werden diese Gegenstände aber ihren Zweck erfüllen, denn wer die hart in den Kämpfen verdienten Kristallpunkte nicht auf die Heilerrolle verteilt und sich lieber anderen Berufen zuwendet, ist auf die nützlichen Utensilien zwangsweise angewiesen.

Final Fantasy trifft Pokémon

Bei den Berufen hat sich indes nur wenig getan. So gibt es neben der selbsterklärenden Rolle des Heilers noch die des Augmentors, Manipulators, Brechers, Verheerers und Verteidigers. Augmentoren verschaffen der Gruppe Schutzzustände, etwa eine erhöhte Verteidigung. Ein Manipulator sorgt für den gegenteiligen Effekt, allerdings bei den Gegnern. Verheerer sorgen dafür, dass die Verteidigung des Feindes schnell durchbrochen werden kann. Der Brecher ist allerdings die ausschlaggebende Rolle, denn ansonsten fällt der Multiplikator des Verheerers wieder auf null zurück. Wenn die Lage einmal ganz aussichtslos erscheint und unsere Feinde Spezialangriffe starten möchten, sollten wir in die Rolle des Verteidigers investieren und uns dieser im Kampf zuwenden. Die Rollenwahl findet aus Zeitgründen selbstverständlich nicht manuell statt. Außerhalb der Kämpfe haben wir aber jederzeit die Option, Paradigmen einzustellen. In jedem Paradigma können Serah und Noel andere Rollen zugewiesen werden. Es ist nur schade, dass einige wenige hilfreiche Zaubersprüche wie Hast nicht mehr erlernbar sind. Serah und Noel sind während des Abenteuers natürlich nicht alleine unterwegs. Mit etwas Glück entscheiden sich einige der Monster, uns als drittes Gruppenmitglied zu folgen. Diese Monster sind allerdings auf einen Beruf festgelegt. Der Sanipudding ist beispielsweise immer ein Heiler. Aufgestuft werden die Monster durch gefundene Items, aber Achtung: Wie Menschen sind auch Monster wählerisch, was ihr Essen betrifft. So frisst ein Schleimmonster keine Metallstücke und ein mechanisches Wesen gibt sich mit natureller Nahrung nicht zufrieden.

Fortsetzung folgt…

Optisch erinnert uns der Titel an vielen Stellen direkt an seinen Vorgänger. Einige Szenarien, wie etwa einen Teil von Oerba, wurden diesem sogar direkt entnommen. Videosequenzen gibt es in Final Fantasy XIII-2 kaum noch. Vieles wird in Spielgrafik dargestellt, was dem ganzen aber keinen Abbruch tut – diese Momente sehen ebenfalls noch sehr ansehnlich aus. Die eine oder andere unschöne beziehungsweise verwaschene Textur ist auch im neuen Ableger wieder mit von der Partie. Selbiges gilt auch für das unschöne Ruckeln, welches gelegentlich (selbst in der PlayStation-3-Fassung) auftaucht. Das schöne und mit satten Farben ausgestattete Bild wird mit einem melodischen Soundtrack unterlegt. Auch wenn die Musik nicht mehr von dem ehemaligen Komponisten Nobuo Uematsu stammt, so steht sie im Einklang mit den Sounds aus dem direkten Vorgänger und untermalen das Geschehen sehr gut. Durch die Zeitverzerrungen und dem Ort Serendipity haben sich aber auch wieder Minisiele ihren Weg ins Universum von Final Fantasy gefunden. Abschließend bleiben aber auch Makel an Final Fantasy XIII-2 haften. Die Charaktere aus dem Vorgänger kommen unserer Meinung nach deutlich zu kurz. So schließt sich im normalen Spielverlauf nur einmal Snow unserer Truppe kurz an. Hope werkelt durch die Zeiten hinweg an einer gewissen und für die Handlung sehr wichtigen Erfindung. Die beiden Schwestern Fang und Vanille fristen (gerechtfertigt) ein Dasein im Abseits. Die wenigen Auftritte der Lightning können ebenfalls nicht mehr viel reißen. Das eigentliche Problem ist allerdings das Ende. Es werden sehr viele Fragen aufgeworfen, doch kaum beantwortet. Nach dem Durchspielen können wir zwar noch acht Endparadoxe ergattern, welche die Endsequenz verlängern sollen, doch das offene und plötzliche Ende riecht schon sehr nach herunterladbaren Zusatzinhalten. Wir sind gespannt, ob, wann und vor allem mit welchen Kosten Square Enix die Geschichte zu einem befriedigenden Ende führen wird. So hinterlässt das eigentlich gute Spiel einen bitteren Nachgeschmack.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-3-Fassung): Final Fantasy XIII war für mich der bisherige Tiefpunkt der gesamten Final-Fantasy-Reihe. Zwar gefielen mir die Story und die Spielwelt sehr, doch hätte beides nicht unmittelbar so stark miteinander verknüpft werden sollen. Diese linearen Schlauchlevels gehören mit Final Fantasy XIII-2 der Vergangenheit an. Außerdem bin ich froh darüber, dass die Kampfunfähigkeit des Gruppenführers nun nicht mehr das unnötige Spielende bedeutet. Zudem verhalten sich die Charaktere meiner Meinung nach sehr viel intelligenter in den Kämpfen. Trotzdem würde es mich freuen, wenn ich das Verhalten meiner Truppe wie in Final Fantasy XII vollständig einstellen könnte. Beispielsweise die automatische und sofortige Nutzung von Bluttränken, sobald zwei Charaktere Blutschaden erleiden. Das muss ich immer noch selbst machen. An dieser Stelle möchte ich aber nicht wieder alle Punkte des Vorgängers kritisieren, dies habe ich vor zwei Jahren zugenüge getan. Stattdessen möchte ich Final Fantasy XIII-2 einmal mehr loben. Das System durch die Zeit zu reisen, welches sich in unterschiedlichen Nebenhandlungssträngen verliert, gefällt mir sehr. Dadurch ergeben sich auch Nebenaufträge, die aber leider nicht über das Töten von Monstern und Sammeln von Informationen oder Gegenständen hinaus kommen. Obwohl ich fast sechzig Stunden in den Titel investiert habe, fast alle Fragmente mein Eigen nenne und zudem fast alle Charaktere auf ihr Maximum trainiert habe, bin ich über das zu kurze, zu plötzliche und vor allem fast nichtssagende Ende sehr verstimmt. Square Enix hat es am Ende dann doch geschafft, dass mir der Spaß genommen wird. Ich gebe nicht grundlos siebzig Euro für ein komplettes Spiel aus. Sollte Square Enix die für die Handlung essentiellen Kapitel allerdings kostenlos anbieten, so werde ich mich sehr gerne auf eine Versöhnung einlassen.

Vielen Dank an Square Enix für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Final Fantasy XIII-2!

Gewinnspiel (27. Februar – 04. März 2012)

Am heutigen Tage unterbrechen wir einmal unseren Zwei-Tages-Takt von neuen Artikeln, denn gibt es einen Grund zu feiern! Unser NextGen-Forum feiert sein zweijähriges Bestehen und wir schließen uns der Geburtstagsfeier selbstverständlich sehr gerne an. Wir können uns noch sehr gut erinnern, wie das Forum in einer Nacht-und-Nebel-Aktion am 27. Februar 2010 entstanden ist und die alte Sippschaft aus dem damaligen Spielecast-Forum ein neues Zuhause gefunden hat. In zwei Jahren ist viel passiert. Neue User haben ihren Weg in die familiäre Community und wurden von der Urgemeinde herzlich empfangen. Außerdem sind aus dem Forum ganze Partnerseiten entstanden und andere Partnerseiten haben uns gefunden.

In den letzten Monaten hat sich im Forum allerdings eine gewisse Gewohnheit eingependelt, die wir mit unserem Gewinnspiel in Zusammenarbeit mit Nintendo gerne loseisen möchten. Wir verlosen deshalb jeweils ein Exemplar von Super Mario 3D Land und Mario Kart 7, die beide Ende letzten Jahres für Nintendos 3DS erschienen sind. Um an unserer Verlosung teilzunehmen, müsst ihr auch überhaupt nicht viel tun – ihr müsst einfach nur kreativ sein. Ihr habt die freie Wahl, ob ihr dem NextGen-Forum zum Beispiel ein Bild malt oder erstellt, einen Text oder ein Gedicht schreibt, etwas zeichnet oder programmiert, ein Video dreht oder eine Audiodatei mit euren Geburtstagsglückwünschen aufnehmt. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – Hauptsache euer Werk ist für jeden im verlinkten Thread einsehbar! Die Gewinner werden nach dem Gewinnspielzeitraum von der Administration des NextGen-Forums ausgewählt. Beachtet bitte, dass Kreativität ein subjektiver Begriff ist und somit im Auge des Betrachters liegt. Mit der Auswahl der Gewinner wird kein Werturteil über die einzelne Kreativität des Users abgegeben!

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet und ihren Erstwohnsitz innerhalb der Bundesrepublik Deutschland haben. Bei minderjährigen Nutzern wird eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten benötigt. Mitarbeiter von Gameplay Gamers, dem NextGen-Forum und Nintendo sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Gewinner werden schriftlich über ihren Account im NextGen-Forum informiert. Sollte sich die Gewinner innerhalb von 48 Stunden nach Gewinnbekanntgabe nicht auf die Nachricht hin melden, erhalten nach denselben Gewinnspielregeln andere Teilnehmer die Chance auf den Preis (mit einer Zeitlimitierung von 24 Stunden sich zu melden). Aus Datenschutzgründen werden die Gewinner namentlich nicht von uns auf Gameplay Gamers erwähnt. Sie dürfen sich aber gerne selbst als solche zu erkennen geben. Teilnahmeschluss ist der 04. März 2012, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Review: Swordbrothers

Splendid Film preist diesen Film auf der Packungsrückseite als episches Meisterwerk an. Wir staunen nicht schlecht, als wir beim Abspann des Films genau dasselbe von Park Hoon-jungs filmischen Schwertkampf-Epos behaupten.

Im elften Jahr der Joseon-Dynastie wütet ein Krieg zwischen koreanischen und chinesischen Streitkräften. Auf dem Schlachtfeld in der Mandschurei bekämpfen sich beide Heere, wobei die Joseon-Soldaten vernichtend geschlagen werden. Zwei koreanische Brüder können vom Schauplatz des Geschehens fliehen und stehen kurz davor, in eisiger Kälte und eines tobenden Schneesturms ihr Leben zu verlieren. In jenem Moment gesteht der Adoptivbruder, dass er seines Bruders Vater verraten haben soll. Trotzdem schaffen es die beiden Männer noch mit letzter Kraft, ein verlassenes Wirtshaus zu erreichen. Dort erwartet sie bereits ein Soldat ihrer Armee, der sich inmitten des Kampfes verdrückt hat. Rückblenden erzählen Vorgeschichten der Charaktere, die es zu verstehen gilt, um den restlichen Handlungsablauf zu verstehen. Die Situation im Wirtshaus spitzt sich mit zunehmender Laufzeit weiter zu, da jeder der drei Männer ein Motiv hat, seine beiden Gegner auszuschalten. Brachiale Schwertkämpfe, lange Dialoge und kurzweilige Auftritte von anderen Feinden machen dieses Drama aus.

Zwischenmenschliches Beziehungswirrwarr

Die durchgehend packend erzählte Geschichte von Swordbrothers ist tiefgründig, abgründig und mit unerwarteten Wendungen gespickt. Schauspieler wie Park Hee-Soon, Jin Goo oder Ko Chang-Seok verzeichnen in ihren Lebensläufen zwar noch nicht sehr viele Filme, doch spätestens in Swordbrothers haben sie uns gezeigt, was sie im Stande zu bewerkstelligen sind. Die verschneite Winterlandschaft versprüht Trostlosigkeit, um die düstere Atmosphäre des Inhalts weitgehend aufrecht zu erhalten. Als Zuschauer fühlt man da schon mit, wenn die Charaktere am Rande ihrer Kräfte angelangt sind und mit neu gefasstem Mut im dazugehörigen Schneesturm weitermarschieren. Im krassen Gegensatz dazu, bestechen die zahlreichen Rückblenden mit wunderschönen und hellen Farben. Dies bringt besonders den Willen der Charaktere, um am Leben und unverzehrt aus dem Wirtshaus zu entkommen und heimzukehren. Auch hier haben wir selten so ergreifende Momente gesehen, Park Hoon-jung verdient hier unseren Respekt.

Koreanisches Action-Drama

Optisch besticht der Titel in einer Auflösung von 1080p im 16:9-Format und unterhält bestens für circa 109 Minuten. Musik, welche das Geschehen öfters wunderbar unterlegt, bleibt leider fast durchgehend im Hintergrund, um den Fokus auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und die somit ausdrucksstärkeren Dialoge zu legen. Auf der Blu-Ray-Disc befindet sich neben der deutschen Sprachausgabe selbstverständlich der koreanische Originalton. Obwohl dieser selbstverständlich die authentischere der beiden DTS-HD-Tonspuren ist, kann man sich den Film mit der deutschen Synchronisation ohne Probleme anschauen. Alle vorkommenden Sprecher wurden für ihre Rollen passend ausgewählt. Zuschaltbar sind deutsche und niederländische Untertitel, Bonusmaterial fällt bei Swordbrothers leider sehr mager aus. Mehr als zehn Minuten B-Roll-Material, welches zudem nicht mit Untertiteln ausgestattet ist, findet sich auf der Disc nicht. Einzig allein ein paar Trailer zu weiteren interessanten Filmen befinden sich mit auf dem Datenträger. Nicht ganz klar ist uns, warum Splendid Film auf der Packungsrückseite Action als Genre dieses Dramas angegeben hat. Zwar befinden sich auch einige action-geladene Szenen im Film, doch die Gründzüge eines Dramas sind deutlich zu erkennen. Doch egal mit welchem Gerne der Titel angegeben wird, er verdient unsere aufrichtige Kaufempfehlung.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-Ray-Fassung): Asiatische Filme stehen bei mir hoch im Kurs, doch auch auf dem östlichen Kontinent hat sich schon der eine oder andere Regisseur im Produktionsablauf vertan und einen nicht so guten Film gedreht. Bei Swordbrothers ist das zum Glück nicht der Fall. Alle drei Hauptcharaktere erzählen tragische Geschichten, die ich genauso gut verstehen kann, wie deren Auswirkungen. Der Konflikt spitzt sich mit der Zeit immer weiter zu und als Zuschauer erwartet man, dass es jede Minute knallen kann und die Charaktere mit ihren Schwertern, Äxten und Messern aufeinander losgehen. Aber immer wieder wird die drückende Atmosphäre durch Rückblenden unterbrochen, wobei es mitunter vorkommen kann, dass man nach dieser kurzen Zwischeneinlage zu einem der anderen beiden Charaktere hält, da man immer wieder neue Hintergrundinformationen über die Männer erhält. Diese Besonderheit habe ich bereits bei TV-Serien wie Lost geliebt und ich finde es fantastisch, dass es auch in Swordbrothers so gut funktioniert hat. Übrigens: Swordbrothers könnte ich mir wunderbar als Lektüre in der Oberstufe vorstellen – Dürrenmatt und Schlink könnten im Angesicht von Hoon-jungs Drama einpacken.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung einer Blu-Ray von Swordbrothers!

Review: Dragon Tiger Gate: Martial Arts Action

Ein Film mit Donnie Yen in einer der Hauptrollen kann eigentlich nicht schlecht ausfallen, zumal uns selbst seine Nebenrollen im zweiten Teil der Once-upon-a-Time-in-China-Trilogie, sowie in Bodyguards & Assassins sehr gefallen haben. Dragon Tiger Gate schafft dies kaum.

Bevor es ans Eingemachte geht, möchten wir die Handlung des Films kurz zusammen fassen. Shibumi, das Oberhaupt der Lousha-Gang, lässt dem Drogenboss Ma Kun das Siegel des Klans als Zeichen seiner Anerkennung zukommen. Bei diesem Ereignis gelingt es dem jungen Martial-Arts-Künstler Tiger das Siegel zu entwenden, doch das lassen sich die Bösewichter selbstverständlich nicht gefallen. Schon bald gelingt es Ma Kuns bestem Mann Dragon das Siegel zurück zu gewinnen, doch dabei stellt sich heraus, dass die beiden Männer (Tiger und Dragon) Brüder sind doch auf verschiedenen Seiten gegenüberstehen, aber in gewissermaßen eine gemeinsame Vergangenheit haben. Als Kinder haben sie die Kampfkunstschule Dragon Tiger Gate besucht, doch als sich Dragons Mutter von seinem Vater trennt, verloren sich die beiden Halbbrüder aus den Augen. Dragon verließ die Schule und wandte sich der dunklen Seite zu, nachdem seine Mutter bei einem Hausbrand ums Leben kommt. Als die ungleichen Brüder wieder aufeinandertreffen, vergessen sie die langjährige Zwietracht und nachdem ein wichtiger Mensch in ihrem Leben ermordet wird, beschließen die beiden gemeinsam gegen ihren neuen Feind Shibumi vorzugehen. Unterstützt werden sie dabei von Turbo, einem neuen Schüler in der Schule, der meisterhaft versucht, mit dem Nunchaku umzugehen.

Handlungsschwächen

Die Handlung von Dragon Tiger Gate ist leider der größte Knackpunkt des Films. Diese kann sich nämlich nicht vollends entfalten. Regisseur Wilson Yip wollte den Hongkong-Manhua, der bereits seit den Siebzigern in China veröffentlicht wird, einmal mehr auf die Leinwand bringen. Das hat er für sich genommen auch geschafft, doch hat er dabei vergessen, die Story für Nichtkenner des Comics zu erklären. Zwar werden die Charaktere und ihre Absichten geschildert, doch die Hintergründe werden oft ausgelassen und vor allem den Zusammenhang zum Bösewicht fehlt fast vollständig beziehungsweise wird unzureichend erklärt. Zumindest können uns die gelungenen und choreographisch mehr als nur ansehnlichen Kampfeinlagen überzeugen. Donnie Yen (Dragon), Nicholas Tse (Tiger), Chen Kuan Tai (Ma Kun) und Shawn Yue (Turbo) zeigen durchgehend, was in ihnen steckt. In den Interviews wird deutlich gesagt, dass man nur auf ein paar bestimmte Kampfkünste in Dragon Tiger Gate setzte, zumal alle Techniken aus dem Manhua zu zeigen, deutlich zu lange ausgefallen wäre. Eine Szene des Films hat uns übrigens ganz besonders gefallen, da hier das Geschehen mit einer Kamera aus der Vogelperspektive eingefangen wurde. Stellt euch einfach ein japanisches Restaurant von oben vor. Während die Gäste in ihren abgetrennten Räumen speisen, laufen durch den Gang fast hunderte Kämpfer mit Schwert bewaffnet auf den Raum des Protagonisten zu. Kurz wird das Geschehen dann auch über der Straße gezeigt und zurückgeschwankt. Das unterstützt den Humor des Films, der aber nur selten in die ernste Story eingewebt wird.

Wilson Yips Regiekunst

Dragon Tiger Gate kommt in einem hochauflösenden 1080p-Bild daher, welches im 16:9-Format gehalten ist. Das Bild macht durchweg eine gute Figur, nur gelegentlich sind hier und da ein paar wenig unscharfe Momente zu ersehen. Unterlegt wird das Geschehen mit einem recht düsteren Soundtrack, der auch meist wunderbar zum Geschehen passt. Nur gelegentlich wirkt die musikalische Untermalung etwas deplatziert, zumal sie wenig Abwechslung bietet. Das Tonformat DTS-HD 5.1 kann im kantonesischen Original, als auch mit der deutschen Synchronisation punkten. Während die kantonesische Tonspur mit Authentizität überzeugt, ist es um die deutsche Fassung weniger gut bestellt. Eigentlich könnte auch die Synchronisation überzeugen, doch hat man sich für Donnie Yen einen sehr unpassenden Synchronsprecher ausgesucht. Christoph Jablonka ist zwar für seine sehr angenehme Stimme, wie etwa für die des Johnston Green in der Serie Jericho: Der Anschlag bekannt, doch passt sie einfach nicht zum jugendlichen Donnie Yen. Die Stimme ist einfach viel zu rau für ihn. Bonusmaterial ist auf der Blu-ray von Dragon Tiger Gate reichlich vorhanden. Während der Film gerade einmal auf neunzig Minuten Laufzeit kommt, kann das zusätzliche Material (bestehend aus einem Making-of, vielerlei Interviews, Trailer zu Dragon Tiger Gate und weiteren Werken aus dem Hause Splendid-Film) mit mehr als zwei Stunden für sich punkten. Etwas anderes haben wir von Regisseur Wilson Yip, der sich auch für Ip Man verantwortlich zeigt, auch überhaupt nicht erwartet, sehr schön.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem ich im letzten Jahr die gesamte Ip-Man-Trilogie gesehen habe, war ich von Wilson Yip sofort überzeugt. Deshalb habe ich mich auch schon sehr lange auf Dragon Tiger Gate auf Blu-ray gefreut, doch erst als ich den Film gesehen habe, habe ich bemerkt und später davon noch einmal im Bonusmaterial erfahren, dass es sich hierbei um eine Manhua-Adoption handelt. Das erklärt dann natürlich auch, dass die Handlung für einen Nichtkenner der Vorlage, nicht voll und ganz zu verstehen ist. Daher kann ich dem Film in Punkto Storytelling leider keinen Zuspruch gewähren, doch das ändert nichts am genialen Martial-Arts-Anteil. Egal, ob es sich dabei nun um Donnie Yen oder Nicholas Tse handelt – beide Hauptdarsteller verstehen es, sich nach aller Kunst in den Auseinandersetzungen zu bekämpfen, maßlos zu übertreiben, Realismus mit einzubringen und die Story weitestgehend gut voranzutreiben. Dann wäre da noch das sehr großzügig auf der Blu-ray verteilte Bonusmaterial zu erwähnen, dass viele Einblicke in die Produktion und das Wesen der Darsteller ermöglichte. Für mich ist eine Story allerdings sehr wichtig und somit werde ich mir Dragon Tiger Gate alsbald wohl nicht mehr anschauen. Wer allerdings großen Wert auf pures Martial Arts legt, wird mit Dragon Tiger Gate sichtlich zufrieden gestellt.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Tiger Gate!

Review: Arahan: A new Hero is born

Ein Film voller sehenswerter Spezialeffekte und einer tollen Story, gepaart mit tiefgründigem Humor, ist selten anzutreffen. Arahan: A New Hero is born fällt exakt auf diese Beschreibung und ist ein Film, der uns von der ersten Minute an überrascht und begeistert hat.

Der junge Sang-hwan (gespielt von Seung-beom Ryu) ist gerade erst Polizist geworden. Im Berufsleben ist er noch unerfahren und so kommt es nicht selten vor, dass er sich gegen Gangster und korrupte Politiker erst einmal durchsetzen muss, was allerdings oftmals nicht sehr ergiebig ist. Als er eines Tages zu Fuß einen Straßendieb verfolgt, trifft er auf die hübsche Eui-jin (verkörpert von So-yi Yoon), die als Arachi über mächtige Chi-Energien verfügt. Leider kann sie diese nicht immer genau kontrollieren, weshalb der von ihr gewirkte Palm-Wind nicht den Ganoven, sondern Sang-hwan trifft. Normalerweise wären diese Techniken für einen Normalsterblichen tödlich, doch Sang-hwan überlebt den Angriff und wird von den verbliebenen Taomeistern gesund gepflegt. Nach erstem Zögern willigt der unerfahrene Sang-hwan ein, die magischen Künste zu erlernen. Als jedoch ein verbannter und durchtrieben böser Meister aus seinem unterirdischen Verlies befreit wird, muss sich Sang-hwan und der Rest der Bande auf einen harten Kampf einstellen. Der Bösewicht sucht nach dem Schlüssel des Chi, welche die restlichen fünf der sieben Meister aufbewahren. Er möchte mit diesem Schlüssel keinesfalls die Erde vernichten, doch als er vor vielen Jahrhunderten mit ansehen musste, wie sich die Menschen gegenseitig bekämpft haben, will er eine vollständig neue Weltordnung etablieren, was die verbliebenen Taomeister natürlich verhindern müssen.

Fantastische Kampfeinlagen

Die Geschichte rund um Sang-hwan ist durch und durch gelungen, sie unterhält mit vielerlei witzigen Momenten und tollen Schauspielern. Seung-beom Ryu, So-yi Yoon und Sung-kee Ahn leisten ganze Arbeit, zumal sie sich beim Dreh zwangsweise richtig verausgaben mussten. Viele Szenen, besonders die in der zweiten Filmhälfte vermehrt auftretenden Kampfeinlagen, sehen nicht nur sehr realistisch aus, sie sind es zuweilen auch. Das heißt natürlich, dass hier zwar mit Drahtseilen gearbeitet wurde und die Schauspieler somit meterweit durch die Luft fliegen, doch hat man sich keinerlei Spezialisten aus Hongkong gesucht, um stattdessen lieber eigene Erfahrungen zu sammeln. Das heißt unweigerlich, dass die gesamten Dreharbeiten mit vielen Verletzungen der Darsteller gespickt waren. Stellenweise, wenn zum Beispiel ein Fensterglas durchsprungen werden sollte, hat man sich nicht auf Zuckerglas verlassen und stattdessen hat man direkt Autoglas verwendet, was für den einen oder anderen Schauspieler und Stuntman sehr schmerzhaft ausging. Obwohl diese Art, Filme zu drehen, sehr fraglich ist, lässt sich das Ergebnis absolut sehen. In Verbindung mit den choreographischen Kampfeinlagen macht der Film aus Südkorea, der zeitlich im modernen Seoul des 21. Jahrhunderts angesiedelt ist, einen mehr als nur guten Eindruck. Optisch besticht der Martial-Arts-Film auf der Blu-ray mit einem klaren und hochauflösenden 1080p-Bild im 16:9-Format.

Positives Gesamtwerk

Nur an wenigen Stellen bemängeln wir das selten stockende Bild. Außerdem ist es in ein paar Szenen der Fall, dass man gleich zwei nebeneinander herlaufende Handlungen auf einem Bild unterbringen möchte. Das ist für sich natürlich nichts Schlimmes, doch warum die Macher zwei 16:9-Bilder in ihrer Länge, jedoch nicht in ihrer Höhe um die Hälfte kürzen mussten, ist uns klar. Hier hätte man auch sehr gut das wichtige Bild ausschneiden können, um einheitlich ein fantastisches 16:9-Bild zu liefern. Dabei, insbesondere in jener Szene, wird das Geschehen mit King Joes Kung Fu featuring Red-Roc unterlegt, was ein ganz besonderes Gefühl bei dem abgedrehten koreanischen Meisterwerk hervorruft. Das Tonformat liegt in der koreanischen Originalfassung, sowie in der deutschen Synchronisation in DTS-HD 5.1 vor. Die deutsche Synchronisation ist gut gelungen und alle Stimmen passen zu ihren Charakteren. Das Original ist natürlich weitaus authentischer. Wahlweise lassen sich dazu deutsche und niederländische Untertitel zuschalten. Nach dem circa 109 Minuten langen Film ist natürlich noch lange nicht Schluss mit Arahan: A new Hero is born. Neben einer eben so langen Audiokommentarspur, können Interviews, hintergründige Dokumentationen, ein Making-Of, sowie weitere Trailer zu anderen ausgewählten Splendid-Film-Titeln überzeugen. Rechnet man die Lauflänge aller Special Features zusammen, kommt man auf über vier Stunden Laufzeit. Arahan: A new Hero is born kann nicht nur als Film, sondern auch mit dem Zusatzmaterial überzeugen und gehört deswegen in jede gut sortierte Martial-Arts-Filmsammlung.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Selten habe ich mich so köstlich über einen Film amüsiert. Arahan: A new Hero is born schafft es, viele ernste Stellen gekonnt mit Humor zu unterlegen und es dabei trotzdem nicht zu übertreiben. Die Hintergrundgeschichte ist für mich persönlich zwar etwas dröge, aber die sich entfaltende Story von Sang-hwan und Eui-jin hat mir dann doch gefallen und zwar über die gesamte Lauflänge hinweg. Während die erste Hälfte des Films mit der Geschichte überzeugt, können das in der zweiten Hälfte vor allem die vielen Kampfeinlagen, die trotzdem auch dort mit genügend Informationen seitens der Story gefüttert werden. Über das großzügig auf der Blu-ray enthaltene Bonusmaterial habe ich mich ebenfalls sehr gefreut, denn ich hätte vorab nicht gedacht, dass es so zahlreich auf der Disc vertreten ist. So habe ich noch Hintergründe über die Taomeister erfahren und auch Einblicke in die Entstehung des Films gewonnen. Regisseur Ryoo Seung-wan hat mit Arahan: A new Hero is born ein koreanisches Meisterwerk abgeliefert. Dazu möchte ich noch sagen, dass mich das südkoreanische Action-Kino immer mehr anspricht und ich bin schon auf die weiteren Werke von Ryoo Seung-wan, wie etwa City of Violence, gespannt. 

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Arahan: A new Hero is born!

Review: Space Battleship Yamato

Die Anime-Serie Uchū Senkan Yamato wurde erstmals 1974 im Land der aufgehenden Sonne ausgestrahlt. Übersetzt wurde sie Jahre später ins Englische, Spanische, Italienische und auch ins Portugiesische. In Deutschland ist das Werk leider nie erschienen, weshalb es die vorliegende Realverfilmung hierzulande wohl recht schwer haben wird.

Wir schreiben das Jahr 2199. Seit fünf Jahren kämpfen die Menschen gegen einen außerirdischen Feind, welchen sie Gamilon nennen. In dieser Zeit haben die Gamilon versucht, die Erde mit radioaktiven Meteoren zu attackieren – mit Erfolg. Die Menschheit hat sich mittlerweile von der Erdoberfläche zurückgezogen und vegetiert nun in Bunkerstädten vor sich hin. Es scheint so, dass die Menschheit kurz vor der Vernichtung steht. Zu jenem Zeitpunkt erhalten die Japaner eine Nachricht von den Iscandariern, welche Hoffnung in den Köpfen der Menschen wachsen lässt. Eine Gruppe von Freiwilligen macht sich mit dem Kriegsraumschiff Yamato auf die Reise zum fernen Planeten, doch haben sie noch nie unser Sonnensystem verlassen und der Warp-Antrieb muss bei dieser Reise ins Ungewisse erst einmal erprobt werden. Dabei werden sie aber von den Gamilon mehr als einmal angegriffen, sie erleiden Verluste – kurzum steht es nicht gut für die Crew, zumal auch zwischenmenschliche Beziehungen zwischen den Charakteren mitentscheidend für den Ausgang der Handlung sind. Hauptcharakter Susumu Kodai dient unter jenem Captain, der angeblich für den Tod seines Bruders verantwortlich sei und muss im Verlauf der Geschichte erkennen, wie wichtig es ist, Entscheidungen zu treffen, die das Leben anderer betrifft. Als die Yamato auf dem Planeten der Iscandarier eintrifft, macht die Crew eine Entdeckung, mit der sie nicht gerechnet hätte, bis vielleicht auf den Captain der Yamato.

Universum mit Hintergründen

Diese Wendung in der Storyline hat uns sehr gut gefallen, da wir damit nicht gerechnet haben. Trotzdem ist für Nichtkenner des fast vierzig Jahre alten Animes oftmals schwer, der Story zu folgen. Versteht uns nicht falsch, die Beziehungen zwischen den Charakteren und sogar die Zusammenhänge werden gut erklärt, so dass man den Anime nicht kennen muss, doch fehlt es für die essentielle Atmosphäre einfach an Hintergrundwissen. Das fühlt sich im Grunde genauso an, als würde man einen Film der Star-Trek-Reihe sehen, aber das Wissen, welches man normalerweise vorher in den Serien aufschnappen würde, würde einem hier und da fehlen. Space Battleship Yamato macht dies aber wieder gut, in dem man versucht, mit fulminanten Raumschlachten zu überzeugen und dabei die eigene Identität bewahrt, ohne sich zu sehr an Star Wars, Stargate oder anderen Science-Fiction-Werken anzulehnen. Die Effekte sind dabei teils atemberaubend, doch an vielen Stellen kann man die Computerherkunft nicht verschleiern. An vielen Stellen wurde hier eindeutig mit dem Green-Screen-Verfahren gearbeitet, was uns allerdings nicht wirklich überrascht hat. Mit Raumanzügen, Uniformen und einzigartigen Waffensystemen ist es für den Film trotzdem ein Leichtes, ein glaubhaftes Universum zu suggerieren. Es fehlt den Charakteren dafür wiederum an Persönlichkeiten, zumal ihre Vergangenheiten nur in wenigen Szenen zum Ausdruck gebracht werden.

Spannende 134 Minuten

Käufer der Limited Special Edition erhalten die Blu-ray in einem Steelbook, nett. Der in 16:9 gehaltene Film kommt im hochauflösenden 1080p-Format daher. Während einige Szenen wirklich atemberaubend scharf aussehen (an dieser Stelle seien vor allem die Szenen, die im Weltraum spielen gemeint), werden andere Momente durch Unschärfe leider zunichte gemacht. Hier sind es besonders die Nahaufnahmen in der Offiziersmesse und im Rest des Schiffs gemeint, wo Hintergründe und Stellen im Vordergrund zu unscharf wirken. Immerhin macht der gelungene Soundtrack das wieder wett, denn jede Szene wird mit einer passenden musikalischen Begleitung unterlegt. Kein Moment wirkt dabei unpassend und besonders jene Szenen, wo sich die Raumgleiter der Menschen und die der Gamilon attackieren, sind hier als erstes zu nennen. Das Tonformat ist in DTS-HD 5.1 Master Audio gehalten, sowohl die originale japanische Fassung und die gute deutsche Synchronisation. Space Battleship Yamato kann 134 Minuten lang von Anfang bis Ende begeistern, sofern man ein Faible für Science-Fiction hat und auf Hintergrundwissen des Animes verzichten kann. Dieses wird aber ansatzweise durch das Bonusmaterial wieder gut gemacht, zumindest was die unterschiedlichen Schiffstypen angeht. Offenbart werden da Baupläne über die Raumschiffe der Japaner und der Gamilon. Neben den Kinotrailern können wir uns auch noch ein Bild von der Produktion machen, denn hier wird kurz und bündig in circa dreißig Minuten gezeigt, wie die eine oder andere Szene entstanden ist. Leider ohne nennenswerte Kommentare. Schade.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung in der Limited Special Edition): Es ist schon seltsam, dass man hierzulande einen Film auf Blu-ray veröffentlicht, der auf einem sehr alten Anime basiert, welcher bei uns noch nie zu sehen war beziehungsweise nie ins Deutsche übersetzt wurde. Als Science-Fiction-Fan, der nicht genug von Star Trek und Stargate kriegen kann, wollte ich aber dennoch einen Blick riskieren. Da ich kein Hintergrundwissen über das Universum von Space Battleship Yamato habe, fällt es mir teilweise schwer, die Story voll und ganz zu verstehen. Jedenfalls kann ich jeden beruhigen und sagen, dass man der eigentlichen Handlung trotzdem folgen kann. Lediglich Zusammenhänge zwischen den Figuren, Schiffen, Ereignissen und Feinden fehlen ein wenig. Ich würde so gerne mehr über das Universum wissen, zumal die Menschheit hier erstmals den Warp-Antrieb benutzt und ihr Sonnensystem zum ersten Mal verlässt. Es würde mich schon sehr interessieren, welche Abenteuer die Crew im Anime erlebt hat und wann der Film zeitlich nun genau eingeordnet ist, da das Ende dann doch schon sehr endgültig für die eine oder andere Filmfigur ist. Wer einfach mal einen Blick über den bekannten Science-Fiction-Tellerrand werfen möchte, wird mit Space Battleship Yamato bestens bedient. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass der Anime früher oder später auch in Deutschland erscheinen wird. Ansonsten heißt es weiterhin, sich Cowboy Bebop anzuschauen und dort den Zeichentrickweltraum genießen!

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Space Battleship Yamato (Limited Special Edition)!

Review: Bunraku

Manche Filme sind so obskur aufgebaut, dass sie bereits nach dem einmaligen Ansehen ihre Fans finden, die den Streifen fortan zu ihren Geheimtipps und Kultfilmen zählen. Bunraku gehört zu dieser Sorte Film, der mit flotten Sprüchen und tollen Darstellern punktet.

Über die Jahrhunderte hinweg haben die Menschen immer wieder neue Wege gefunden, sich und die Welt um sie herum, zu zerstören. Nach unzähligen Kriegen sind die Menschen in der Welt von Bunraku zum Schluss gekommen, diese Zerstörungswut in Zaum zu halten. Fortan waren Schusswaffen verboten, doch es kam, wie es kommen musste. Als einst Feuerwaffen das Schwert ersetzten, ersetzt die Nahkampfwaffe in Bunraku die Ballermänner. Nun ist jener an der Macht, der der Stärkste ist. Als eines Tages, östlich des Atlantiks, in einer aus vielen Kulturen bestehenden Stadt, zwei Männer in einer Bahn fahren, ahnen sie da noch nicht, dass ihre Schicksale miteinander verknüpft sind. Der Fremde (verkörpert Josh Hartnett) ist auf der Suche nach dem Gangster Nikola (Ron Perlman), doch als Yoshi (gespielt vom japanischen Schauspieler Gackt) in die Sushi-Bar seines Onkels mit den Roten (der Armee von Nikola) in Verbindung tritt, wird auch er auf Nikola aufmerksam. Während Yoshi anfangs noch weitgehend versucht, seine Konflikte ohne Gewalt zu lösen, greift der mysteriöse Fremde in der Regel sofort an. Unterstützt durch einen Barkeeper (Woody Harrelson) planen sie, den Gangsterboss von seinem Thron zu stürzen. Eine Geschichte rundum Rache, Frauen, Kämpfe, Popup-Bücher, Korruption und Blut entbrennt – es ist die Zeit für Helden.

Popup-Bilder

Erzählt wird die Geschichte zwischendurch immer wieder von einem Hintergrundsprecher (in der deutschen Fassung ist es der Synchronsprecher von Samuel L. Jackson) unterbrochen, der dann schon mal mit zynischen und mal mit gesellschaftskritischen Kommentaren die Story bereichert. Diese Stellen sind meistens Übergänge zur nächsten Szene. Diese Filmabschnitte sind deswegen besonders gut gemacht, weil hier mit Popup-Bildern hantiert wird. Das mag im ersten Moment banal klingen, doch wer die Hintergründe des Barkeepers kennengelernt hat, wird auch diesen modischen Gag verstehen. Lustigerweise ist sich solch ein Popup-Bild auch in der Packung des Films (zumindest in der Blu-ray-Verpackung) mit eingearbeitet. Klasse, so etwas schätzen wir sehr. Wer den Film zum ersten Mal schaut, wird von der kuriosen Machart der Kulissen wohl zuerst ein wenig erschreckt werden. Fenster, Bodenplatten oder Türen werden von sehr unterschiedlichen Formen geprägt. Zudem dominieren Rot- und Grautöne das Bild. Nach einigen Minuten fällt das aber gar nicht mehr störend auf. Es ist geradezu erheiternd, einen neuen Stil zu erleben, der mit tollen Schauspielern verbunden wird. Josh Hartnett, Woody Harrelson, Gackt und Demi Moore hauchen ihren Persönlichkeiten gekonnt Leben ein. Wer jetzt aber Dialoge eines Kill Bill Vol. 1 und 2 erwartet, wird wohl enttäuscht. Den Sprüchen merkt man an, dass sie sich an den Werken von Quentin Tarantino orientieren möchten.

Stilistischer Film

Letzteres gelingt Regisseur Guy Moshe nicht, doch die Gespräche können für sich genommen punkten, da sie dem Film etwas Unverkennbares geben. Die im Film auftretenden Kämpfe gehören leider nicht zum Besten, was wir bisher in Filmen gesehen haben. Martial-Ars-Filme aus dem asiatischen Raum haben Bunraku einiges voraus. Wer aber wert auf unkomplizierte Auseinandersetzungen legt, wird zumindest zufriedengestellt. Das in 1080p vorliegende Bild der Blu-ray macht ein gutes Bild, doch aufgrund der vielen kargen Stellen bleiben die wahren Überraschungsmomente in Bezug auf die Bildqualität meistens aus. Der Ton liegt in DTS-HD 5.1 Master Audio vor, sowohl im Deutschen als im englischen Original. Leider wurde der Ton im Deutschen nicht gut abgemischt. So ist die Synchronisation der Charakter oft leiser als die Umgebungsgeräusche. Bis auf eine kurze Stelle im Film ist es aber dennoch möglich, alles von der Story mitzubekommen, ohne auf die Rückspultaste zu drücken. Der Action-Film wird dabei 119 Minuten lang mit einem passenden, aber nicht überragenden Soundtrack unterlegt. Bonusmaterial ist allerdings nicht auf der Blu-ray enthalten, was wir sehr schade finden. Wir hätten gerne erfahren, wie der Regisseur auf die Idee zum Film gekommen ist und sicherlich wären Interviews mit den Hauptdarstellern ebenfalls interessant gewesen. Wer Lust auf einen stilistischen Film und etwas anderes fernab dem Hollywood-Einheitsbrei sucht, schlägt zu.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich habe mir sehr viel erhofft, als ich den Film als Rezensionsexemplar geordert hatte und wurde leider ein wenig enttäuscht, zunächst. Der Stil des Films ist wirklich gewagt und die Architektur der Kulissen mutet schon seltsam an, doch trotzdem konnte ich mich schnell in die kuriose Story und die Erzählweise einfinden. Josh Hartnett, Gackt, Woody Harrelson – da hat man schon direkt ein tolles Dreiergespann, welches sich gegen Ron Perlman und Kevin McKidd auflegt. Schauspielerin Demi Moore kommt mir da meiner Meinung nach viel zu kurz, ihr Talent kann sich in Bunraku kaum entfalten. Es kann aber auch gut sein, dass ich meine Erwartungen vielleicht viel zu hoch angesetzt habe. Als Fan vom unumstrittenen Meisterwerk Kill Bill Vol. 1 habe ich mir vielleicht genau so etwas bei Bunraku vorgestellt, doch dem war leider nicht so. Die Kämpfe sind langweilig und an die Sprüche muss man sich erst gewöhnen, doch letztere können bei mehrmaligen Ansehen sicher ihr volles Potential entfalten. So ist es mir damals ja auch mit Kill Bill Vol. 1 und 2 ergangen. Vollends möchte ich den Film nicht empfehlen, doch wer mal einen andersartigen Film im Regal stehen haben möchte, greift zu und vermutlich auch nur dann.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bunraku!

Umfrage: Zukunftsaussichten

Gameplay Gamers hat sich in den letzten Jahren ständig ein klein wenig verändert und für die Zukunft planen wir selbstverständlich weitere Veränderungen, um euch natürlich den besten Service zu bieten, den ihr schlussendlich auch verdient. Bevor wir allerdings neue Elemente in unsere Seite einbinden und eventuell zu große Änderungen einführen, möchten wir Gameplay Gamers abermals optimieren und bitten euch darum um eure Mithilfe. Es wäre sehr nett, wenn ihr an unserer großen Umfrage zur Zukunft unserer Internetpräsenz unter diesem Link teilnehmen würdet. Vielen Dank für euer Interesse!

Unter allen Teilnehmern verlosen wir übrigens ein Square-Enix-Fanpaket. Bedingung dabei ist, dass der Teilnehmer am Ende der Umfrage unseren kostenfreien E-Mail-Newsletter abonniert. Dieser ist selbstverständlich jederzeit kündbar. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das achtzehnte Lebensjahr vollendet und ihren Erstwohnsitz innerhalb der Bundesrepublik Deutschland haben. Bei minderjährigen Nutzern wird zudem eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten benötigt. Mitarbeiter von Gameplay Gamers und Square Enix sind von der Verlosung ausgeschlossen. Der Gewinner wird schriftlich über die hinterlegte E-Mail-Adresse informiert. Sollte sich der Gewinner innerhalb von 48 Stunden nach Gewinnbekanntgabe nicht bei uns melden, erhält nach denselben Gewinnspielregeln ein anderer Teilnehmer die Chance auf den Preis (mit einer Zeitlimitierung von 24 Stunden sich bei uns zu melden). Aus Datenschutzgründen wird der Gewinner namentlich nicht von uns erwähnt. Er darf sich aber gerne selbst als solcher zu erkennen geben. Teilnahmeschluss ist der 29. Februar 2012, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Umfrage-Ergebnis: Die Sieger stehen fest!

Seit Anfang Januar haben wir euch nach den besten Titeln des Jahres 2011 befragt. Aufgrund der Hülle und Fülle an Neuerscheinungen war es in diesem Jahr sicherlich nicht leicht, die besten Animes, Comics, Filme, Mangas und Videospiele auszuwählen, doch bereits nach nur wenigen Tagen, so möchten wir hinzufügen, haben sich die Gewinner heraus kristallisiert. Heute sind wir stolz darauf, euch endlich eure ganz persönlichen Sieger des letzten Jahres vorzustellen.

Nintendo konnte 2011 direkt mit fünf hochkarätigen Titeln glänzen. Es lieferten sich Mario Kart 7 und Xenoblade Chronicles ein Kopf-an-Kopf-Rennen, denn beide Spiele konnten mit 23% das Siegertreppchen erklimmen. Super Mario 3D Land folgt dicht mit sechzehn Prozent aller Stimmen und hat dabei sogar das stilistische Kirby und das magische Garn, sowie das Remake des Nintendo-64-Klassikers The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D mit jeweils zehn Prozent abgehängt. Letzteres hat uns doch sehr gewundert, da der Titel schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, aber dennoch noch bei vielen Spielern Anklang findet. Inazuma Eleven hat bei euch kaum jemanden interessiert, was uns persönlich sehr wundert. Schließlich verbindet es das immer mehr beliebter werdende Genre des Rollenspiels mit dem deutschen Nationalsport. Vielleicht sieht das in einem Jahr anders aus, wenn die Nachfolger hierzulande mittlerweile erschienen sind.

Das beste Spiel auf einer NextGen-Plattform zu krönen, fällt uns sicherlich nicht sehr schwer. Sony konnte diesen Kampf mit dem Action-Adventure Uncharted 3: Drake’s Deception ganz klar für sich entscheiden. Ein Viertel aller Leser haben diesen Titel hoch gelobt. Mit Rayman Origins hat der französische Held dieses Jahr zwar sein Comeback gefeiert, doch dafür leider keinen neuen Verkaufsrekorde aufgestellt. Unsere Leserschaft ist jedoch nach der Qualität der Titel gegangen und so ist es nicht sehr verwunderlich, dass es Rayman Origins mit 21% aller Stimmen unter die fünf besten Spiele auf einer NextGen-Plattform geschafft hat. Den dritten Platz darf Batman: Arkham City mit 17% ganz für sich beanspruchen, denn mit acht Prozent liegt Battlefield 3 auf dem vierten Platz und mit vier Prozent Call of Duty: Modern Warfare 3 auf Platz Nr. 5. Abseits der fünf besten Titel hat es dieses Mal kaum ein Spiel geschafft, Freude unter euch aufkommen zu lassen.

Anime-Freunde hatten in diesem Jahr gänzlich Grund zum Jubeln, denn kaum ein Werk aus dem Land der aufgehenden Sonne konnte nicht Anklang bei uns finden. Beeindruckt hat euch vor allem Summer Wars 21 Prozent unter euch haben diesen Titel zum besten Anime 2011 gewählt. Die Box mit den vier Dragonball-Filmen landete bei euch dem zweiten Platz, ebenso die Gesamtausgabe der Serie Kickers. Beide Positionen liegen mit 16% gleich auf. Dies gilt ebenso für Mamoru Hosadas früheres Werk Das Mädchen, das durch die Zeit sprang und für Tales of Vesperia: The First Strike. Beide Animes haben 11% aller Stimmen gewonnen. Hier hat uns allerdings verwundert, dass die The-Garden-of-Sinners-Reihe, trotzt ihrer Genialität, kaum jemanden unter euch angesprochen hat.

Bei den besten Mangas und Comics des Jahres 2011 standen die Sieger im Voraus sicherlich schon lange fest. Der Manga zu The Legend of Zelda: Ocarina of Time konnte mit 42% sofort die Führung übernehmen. Mit großem Abstand folgt der Nachfolgermanga des Erstlingswerks von Akira Himekawa mit nur noch 17%. Ebenfalls auf dem zweiten Platz positioniert sich der Manga zu The Legend of Zelda: Majora’s Mask. Um den dritten Platz kämpften im Vorfeld der Comic zu Disney Micky Epic und der Manga zu The Legend of Zelda: The Minish Cap. Im Endeffekt waren beide Titel mit 8% gleich auf.

Bei den besten Filmen auf Blu-ray oder DVD muss sich tatsächlich ein Fehler eingeschlichen haben, denn ansonsten wäre ein Titel davon kaum zu erklären. Den ersten Platz machen sich hier gleich drei markante Titel streitig. Jeweils mit 17% sind Bodyguards and Assassins, Once upon a Time in China und War of the Wizards auf dem ersten Platz gelandet. Erstaunt sind wir über den zweiten Platz, den zum einen der grandiose Film Fist of Legend einnimmt und ebenfalls mit 8% auch noch der thailändische Film Demon Warriors, mit dem wir uns nicht so wirklich anfreunden konnten.

Manche Ergebnisse, wie etwa das jüngst angesprochene Demon Warriors, haben uns zwar überrascht, doch wer im Endeffekt zu den besten Titeln des Jahres 2011 gewählt werden würde, hat sich bereits nach wenigen Tagen heraus kristallisieren können – auch wenn es an der einen oder anderen Stelle schon sehr eng wurde. Abschließend können wir nur festhalten, dass 2011 ein gutes Jahr war. Egal ob für Filmfreunde, Asienfans oder Videospieler. Das Jahr 2012 hat gerade erst begonnen und scheint ebenfalls wieder ein vielversprechendes Jahr zu werden. Da bleibt nur zu hoffen, dass sich die Entwickler, Regisseure und Produzenten genau so viel Mühe geben, wie noch 2011. Und natürlich, dass sich die Mayas geirrt haben.

Review: Bloodrayne: The Third Reich

Herr Dr. Uwe Boll ist und bleibt unter Filmkritikern eine umstrittene Persönlichkeit. Während seine Meinung über die Filmbranche von vielen Menschen geschätzt wird, haben seine Filme nicht gerade einen guten Ruf zu verlieren. Besonders Videospieler kritisieren seine Arbeit, wenn er wieder einmal ein geliebtes Game in einen Film verwandeln muss.

Mit Bloodrayne: The Third Reich schließt Regisseur Uwe Boll seine Filmtrilogie, über die bisher zweiteilige Videospielreihe (die unter anderem für die PlayStation 2, die Xbox und den PC veröffentlicht wurde, weitere Teile für Nintendo 3DS und Co. sind in Planung) ab. Wie es der Titel des Films vermuten lässt, spielt Bloodrayne: The Third Reich zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs. Nach einer kurzen Rückblende zum ersten Teil (der circa 200 Jahre vor Teil 3 der Filmtrilogie spielt), werden wir auch schon direkt in das Geschehen hinein geworfen. Hitler gewinnt immer mehr Macht, wegen Rassenhass und religiösen Ansichten werden Juden in Konzentrations- und Arbeitslager deportiert. 1943 kämpfen eine Gruppe Widerstandskämpfer an der Ostfront gegen die Übermacht der Nazis. Beim Überfall auf einen Transportzug trifft die Gruppe auf die hübsche Rayne (gespielt von Natassia Malthe) – sie ist halb Mensch und halb Vampir.

Vampirisch gute Schauspielkünste

Als sie einen Kommandanten der Wehrmacht (gespielt von Michael Paré) tötet, verwandelt sie diesen ohne Absicht ebenfalls in einen Vampir. Der Kommandant genießt schon bald sein Vampirdasein – er will gemeinsam mit dem für seine Experimente bekannten Dr. Mengele (in diesem Film verkörpert von Clint Howard) eine Armee der Untoten züchten. Rayne versucht gemeinsam mit der Gruppe von Widerstandskämpfern, diesen Wahnsinn aufzuhalten. Die genannten Schauspieler verkörpern ihre Rollen unserer Meinung nach sehr, sehr gut. Natassia Malthe als sexy Vampirin, die mit ihren Feinden kurzen Prozess macht passt ebenso gut in Uwe Bolls Film, wie Clint Howard, welchem der Wahnsinn des Dr. Mengele wie ins Gesicht geschrieben steht. Michael Paré verdient ebenfalls unseren Respekt, da wir schon lange nicht mehr einen so gefürchteten Feind gesehen haben. Die eigentliche Rahmenhandlung ist dabei natürlich rein fiktiv, nur die Eckpfosten der Geschichte stützen sich auf realen Tatsachen.

Filmfehler mit Folgen

Das tut der eigentlichen Geschichte natürlich keinen Abbruch. Zusammenhänge im Film sind durchweg gut geschildert, jede Szene gehört genau da hin, wo man sie auch vermuten möchte. An einigen Stellen (beispielsweise bei der kurzen Szene im Gasthaus) haben wir das Gefühl gehabt, Uwe Boll hätte sich an Quentin Tarantinos Inglourious Basterds orientiert. Gedreht wurde der Film übrigens nicht in Deutschland, sondern in Zágréb (Kroatien). Das merkt man den in der Geschichte vorkommenden Schauplätzen aber nur an wenigen Stellen an. Kleinere Filmfehler (achtet mal auf die Brille des Dr. Mengele im Käfig beim Kampf mit der in einen Vampir verwandelten Hure – einmal rutscht sie herunter, dann verliert er sie und jedes Mal hat er sie urplötzlich wieder auf der Nase sitzen) trüben das Gesamtbild des nur 76 Minuten langen Films. Auch negativ fallen uns einige unsaubere Schnitte auf, sowie die unlogischen Blutspritzer. Wenn Rayne mit ihren Schwertern einen Nazi nach dem anderen absticht, spritzt literweise rote Suppe – schießen die Widerstandskämpfer die Soldaten der Wehrmacht nieder, fallen diese meist reglos um. Hier hätte Uwe Boll ebenfalls die Gewaltdarstellung überziehen können, damit die Verbindung zum Videospiel besonders klar wird.

(K)ein Kommentar

Als Bonusmaterial befindet sich auf dem Datenträger (in unserem Test die Blu-Ray-Fassung) unter anderem ein Making-Of, in dem die Schauspieler und der Regisseur auf die Entstehung des Films eingehen. Sie machen auch kein Hehl daraus, dass Herr Dr. Uwe Boll unter Filmkritikern und Videospielfans nicht immer einen guten Ruf genießt. Sie nehmen sich auch gerne selbst auf die Schippe, was bei dem circa 25-minütigen Making-Of für eine angenehme Stimmung und Entspannung vor dem Bildschirm sorgt. Ein sehr kurzes Interview mit dem Autor des Drehbuchs befindet sich ebenfalls mit auf der Disc, was aber nur wenige Einblicke in die Entstehung des Films zulässt. Interessanter ist da schon der Audiokommentar, der auf Englisch und Deutsch mit auf der Disc vorhanden ist. Das es um die englische Aussprache des Herrn Dr. Bolls nicht so gut bestellt ist, dürfte Fans des Regisseurs mit Sicherheit schon mal aufgefallen sein (Stichwort Th). Beim deutschen Audiokommentar checkt Uwe Boll nebenher seine E-Mails und telefoniert auch kurzzeitig mit Arbeitskollegen – das spricht nicht gerade für die Qualität des Kommentars, Fans erwarten vielleicht aber auch nichts anderes. Der 1080p-Film im 16:9-Format, der in Englisch und Deutsch (beide Tonspuren in DTS-HD Master Audio 5.1 sind empfehlenswert, die englische Fassung hat aber leicht die Nase vorn) vorliegt und zusätzlich mit zuschaltbaren (deutschen und niederländischen) Untertiteln angeschaut werden kann, können wir vor allem unseren männlichen Lesern empfehlen. Das (fiktive) Zweite-Weltkrieg-Szenario, gepaart mit Blutfontänen, Sex und einer übertriebenen Darstellung von Gewalt ist durchaus sehenswert – auch ohne Vorkenntnisse der Spiele und Filmvorgänger.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-Ray-Fassung): Es ist schon ein historischer Moment für mich, denn Bloodrayne: The Third Reich ist bisher der einzige Uwe-Boll-Film, den ich bisher gesehen habe. Das Making-Of und der Audiokommentar haben mir Einblicke gegeben, wie es am Set von seinen Filmen aussehen muss. Auch, dass er drei Filme auf einmal (zusammen mit Bloodrayne: The Third Reich) gedreht hat, erklärt einige (kleinere) Fehler an diesem Streifen. Abseits des Bonusmaterials bekommt man aber einen doch ganz guten Film spendiert, wie ich finde. Sicherlich kann sich der Film auf technischer Ebene nicht mit der Qualität eines Hollywood-Blockbusters messen, aber wenn man an einem verregneten Nachmittag oder an einem Abend nichts anderes zu tun hat, kann man sich den gar nicht mal so langen Film perfekt zwischendurch anschauen. Sieht man von Logikfehlern und den unsauberen Schnitten ab, bekommt man überdurchschnittlich gute Schauspieler, eine interessante Handlung, ein düsteres Szenario, zwei (nicht ganz so prekäre) Sex-Szenen und überzogene Gewalt spendiert – und genau das verlangt laut Dr. Uwe Boll die Mehrheit. Mich hat es zumindest durchaus zufriedengestellt. Ddiesen Film werde ich mit Sicherheit irgendwann noch mal anschauen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Bloodrayne: The Third Reich!

Review: Brotherhood: Im Kampf gegen die Yakuza

Steven-Seagal-Filme stehen nicht gerade dafür, zur Crème de la Crème der Filmgeschichte zu gehören. Die Trailer zur The True Justice Collection haben uns nicht gerade positiv auf den Film eingestimmt, doch wollten wir dem Kampf gegen die Yakuza eine Chance geben.

Vorab ist zu sagen, dass die True Justice Collection eine Fernsehserie bestehend aus mehreren (abgeschlossenen) Filmen ist. Das heißt, dass sich Dialoge zwischen den Charakteren auf vorherige Teile beziehen können, diese aber in ihrer Bedeutung im jeweiligen Streifen ebenfalls geklärt werden und es somit am Ende keine offenen Fragen mehr gibt. Zumindest macht dies auf uns nach einmaligem Anschauen stark den Eindruck. Der Verpackungstext verspricht einen blutigen Bandenkrieg, der zwischen Yakuza und der angeblich gefährlichen mexikanischen MS-13-Gang in Seattle tobt. Von diesem Kampf haben wir in Brotherhood: Im Kampf gegen die Yakuza nur am Rande etwas mit bekommen, denn die Geschichte entwickelt sich komplett anders, wie man uns zuvor auf der Verpackung noch versprochen hat. So wird in diesem Film auch kein Freund vom Hauptprotagonisten Elijah Kane getötet und es entwickelt sich auch kein persönlicher Rachefeldzug. Stattdessen möchte die Yakuza mit Hilfe der Tongs Waffen ins Ausland verschiffen. Aufgabe von Kane ist es nun, dies zu verhindern, zumal er in Japan aufgewachsen ist und die Erziehung eines Samurai genossen hat. Durch seine Polizeiarbeit kennt er die Unterwelt des organisierten Verbrechens sehr gut, weshalb er mit Geschick und Muskelkraft an die Sache herangeht. Unterstützt wird Kane von seinem Team, damit er mit ihnen gemeinsam die Yakuza anstacheln und sie somit von ihrer Vereinigung mit den Tongs abbringen kann.

Das Spiel mit der Psyche

Die recht schmalspurige Story wird dabei allerdings mit Nebenhandlungen, welche nicht nur das Team, sondern auch gänzlich andere Charaktere, die nichts mit dem Hauptteil zu tun haben, deutlich aufgewertet. Schauspielerisch zeigt sich Steven Seagal mal wieder von seiner besten Seite. Leider können wir das vom restlichen Team nicht behaupten, zumal wir sie bisher kaum in anderen Filmen sehen konnten. Ihre Darbietung befindet sich aber auf einem gesunden Mittelmaß, das gut in den durchschnittlichen Film passt. Leider ist Regisseur Wayne Rose (der sich auch für einige Episoden im Battlestar-Galactica-Universum verantwortlich zeigt) nicht gerade von der Ehre der Yakuza überzeugt, weshalb er sie in Brotherhood: Im Kampf der Yakuza eher als eine skrupellose und vom Kampf besessene Vereinigung zeigt, schade. Der Streifen bietet deshalb Action von der ersten bis zur letzten Minute, wenn diese auch nicht gerade zum Besten gehört, was wir von und mit Action-Legende Steven Seagal gesehen haben. Neunzig Minuten lang rumpelt es auch in diesem Ableger der True Justice Collection in einem hochauflösenden 1080p des 16:9-Bild auf der Blu-ray Disc. Allerdings ist das Bild dabei nicht immer auf dem aktuellen HD-Standard. Aufnahmen aus der Nähe stellen dabei das Highlight dar, denn hier werden viele Details in den Gesichtern der Schauspieler deutlich. Viele Szenen werden aber auch mit unscharfen Bildern ausgeschmückt, was die Atmosphäre mehr als einmal bröckeln lässt. Zwar mögen die Effekte bei den Schusswechseln nicht immer die besten sein, doch Steven-Seagal-Fans mögen das bei der durchgehend vorhandenen Action verschmerzen.

Fan-Service

Sie dürfte es dann auch nur wenig stören, wenn in einer Szene auf Kane geschossen wird und die Kugeln stattdessen eine Kiste treffen, welche dann mit Löchern durchsiebt ist und im nächsten Bild wieder keine Schäden davon getragen zu haben scheint. Die stark amerikanisch inszenierte Action, welche in den seltenen Fällen wirklich brutal ist (auf der Verpackung wird mit der ungeschnittenen Fassung geworben, was bei einem FSK-16-Film aber wohl nur wenig bedeutet), wird mit einem düsteren Soundtrack unterlegt, welcher passend zum Polizei-Setting gewählt wurde, doch kaum Abwechslung zu bieten hat. Abwechslungsarm sind auch die deutschen Synchronsprecher. Zwar passen sie zu den ihnen zu geteilten Rollen, doch fühlen sie sich sehr ersetzbar an. Der englische Originalton (welcher übrigens wie die deutsche Synchronfassung in DTS-HD Master Audio 5.1 vorliegt) ist da wesentlich authentischer. Wer des Englischen nicht mächtig ist, darf wahlweise deutsche oder auch niederländische Untertitel hinzuschalten. Bonusmaterial liegt bis auf einige ausgewählte Trailer zu weiteren Filmen und Ablegern der True Justice Collection leider nicht vor. Das ist schade, da wir gerne mehr über recherchierte Hintergründe der Yakuza in den Vereinigten Staaten gehört oder gesehen hätten. Wer Lust auf leichte, aber deutlich mit Action gefüllte Abendunterhaltung hat, darf zu greifen – Fans von Steven Seagal tun es sowieso.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Als ich vor einigen Wochen einen Film mit Steven Seagal im Fernsehen gesehen habe, habe ich meinen Augen nicht getraut. Lange habe ich keinen Film mehr mit dem – nicht gerade für seine schauspielerischen Talenten – bekannten Schauspieler mehr gesehen und dann hat er mir doch sehr gefallen. Sofort habe ich mir einen neueren Film mit Steven Seagal als Rezensionsexemplar geordert, doch leider hat mich Brotherhood: Im Kampf gegen die Yakuza nicht gerade aus dem Hocker gehauen. Das war zwar irgendwie zu erwarten, Hoffnungen habe ich aber trotzdem gehabt. Die Handlung ist alles andere als hitverdächtig und neben Steven Seagal und den japanischen Darstellern konnte mich der Rest der Schauspielercrew nicht wirklich begeistern. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich die restlichen Filme der Serie nicht gesehen habe. Serien entwickeln bekanntermaßen ihre Charaktere über mehrere Episoden hinweg, was ich leider bisher noch nicht überprüfen konnte (es bei Gelegenheit aber machen werde). Als eigenständigen Film kann Brotherhood: Im Kampf gegen die Yakuza nicht auf die Dauer überzeugen, aber für einen kurzweiligen Fernsehabend oder einen verregneten Nachmittag kann man durchaus zugreifen, auch wenn man kein Fan von Steven Seagal ist.

Vielen Dank an Splendid Film für die die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Brotherhood: Im Kampf gegen die Yakuza!

Neue Partnerseite: Haevenly Mangas

Aufmerksame Leser werden es unlängst bemerkt haben. Seit der letzten Woche haben wir eine neue Partnerseite, die wir hiermit offiziell willkommen heißen möchten. Heavenly Mangas beschäftigt sich vorzugsweise mit Mangas, doch auch Animes und Videospiele werden bei unserem Partner ausführlich besprochen. Hanna, Lyn, Matthias, Michael und Silke kümmern sich darum, dass ihre Seite regelmäßig mit neuen Inhalten gefüllt wird. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr bei unserer neuen Partnerseite vorbeischauen würdet.

Eric Ebelt & Thomas Enders

Review: Angel Beats! Vol. 3

Obwohl das große Finale zur dreizehnteiligen Serie Angel Beats! erst am 17. Februar 2012 in die Läden kommt, haben wir bereits fast drei Wochen vorab ein Rezensionsexemplar erhalten, welches wir euch heute abschließend vorstellen möchten.

Auch im folgenden Review kommt es unweigerlich zu Spoilern. Wenn ihr also die Handlung des Animes vollends genießen möchtet, solltet ihr an dieser Stelle jetzt wohl lieber nicht weiterlesen und euch erst einmal die vorherigen Episoden anschauen. Nachdem Otonashi den Engel ein wenig besser kennengelernt hat, entschließt er sich, ihr zu helfen, damit ihre (nun gemeinsamen) Freunde mit ihren Leben abschließen können und die Welt verlassen dürfen. In den restlichen Folgen ist allerdings wieder einmal nichts so, wie es scheint. Schon bald macht sich ein neuer Gegner bemerkbar, der es auf die Freunde abgesehen hat. Yurippe geht mit den verbliebenen Mitgliedern der Front auf die Jagd. Dabei müssen sie sich obskuren und vor allem gefährlichen Schatten stellen, die sich ihrer bemächtigen möchten und sie so für immer in der Welt von Angel Beats! gefangen halten wollen. Bis mit der Abschiedsfeier die letzten Freunde die Schwelle zum Himmel übertreten, lernen sie sich einander noch besser kennen, vertiefen ihre Gefühle füreinander und müssen auch noch weitere Gefahren überstehen. Die Story wird dabei wie gewohnt durch viele lustige Momente, ernste Sachverhalte und natürlich der einen oder anderen Hommage an Filme und Fernsehserien vorangetrieben. In der letzten Kammer, in welcher der neue Feind lauert, müssen wir beim Sehen sofort an den Architekten aus Matrix: Reloaded denken. Als Yurippe allerdings noch zuvor einen geheimen Gang zur Gilde (unter einer Luke) entdeckt, müssen wir unweigerlich an die Serie Lost denken.

Eine Episode mehr

Erfreulich schließt Angel Beats! Vol. 3 mit einem geschlossenen Ende ab, was bei der letzten offiziellen Szene auch genug Freiraum zum Interpretieren lässt. Besonders durch den Ansatz, dass sich Freundschaft zu Liebe entwickelt, kann die Endsequenz überzeugen, auch wenn das alternative Ende eher in Einklang mit der Serie steht. Inhaltlich kann die Serie trotzdem bis zum Ende mit spannenden Geschichten, überraschenden Wendungen, beeindruckenden Charakteren und hübschen Umgebungen punkten. Optisch können nämlich auch die letzten Episoden von Angel Beats! wieder überzeugen. Hintergründe sind schön gezeichnet und versetzen uns jedes Mal in eine bezaubernde Atmosphäre, die noch dazu mit einem passenden Soundtrack gut untermalt wird. Die animationsreichen Charaktere erledigen den Rest, um Anime-Fans zufrieden zu stellen und Bewegung ins Bild bringen. Anime-Fans werden sicherlich die japanische Tonspur bevorzugen, doch auch die deutsche Synchronisation fällt mehr als nur zufriedenstellend aus. Die bekannten Sprecher haben einmal mehr ihren Charakteren passende Stimmen verliehen, die sich wunderbar den Szenen anpassen. Ganze (zusammen genommene) 125 Minuten können uns die fünf auf der Disc schlummernden Episoden somit durchgehend bei Laune haben. Aufmerksame Leser werden feststellen, dass wir hier die Episodenzahl erhöht haben. Das ist kein Fehler, denn nach der abschließenden dreizehnten Episode liegt Angel Beats! Vol. 3 eine weitere Folge bei, die sich nicht direkt in die Handlung des Animes einordnen lässt.

Kostenloser Schuber

Trotzdem muss ein jeder Fan von Angel Beats! diese Ausgabe einmal anschauen, denn hier versucht die Front mit der Operation High Tension den Engel aus der Reserve zu locken. Alle Charaktere versuchen dabei so hyperaktiv wie möglich zu sein, brüllen herum, sind im Unterricht mehr als aufmerksam und nehmen an so vielen Aktivitäten wie möglich teil. Das Witzige dabei ist, dass in der unteren linken Ecke ein Spannungsmeter durchgehend angezeigt wird und ständig der entsprechenden Situation angepasst die Anzeige wechselt. Als wir zum letzten Mal in einem Anime so herzhaft lachen mussten, haben wir eine Episode Crayon Shin-Chan gesehen. Als weiteres Bonusmaterial liegt Angel Beats! Vol. 3 noch dazu ein Audiokommentar zur letzten Episode bei, denen wir aber wieder einmal nicht empfehlen möchten. Hier könnt ihr eure Zeit sehr viel sinnvoller nutzen. Neben den textlosen Intro- und Outro-Videos, befinden sich ansonsten nur noch Trailer auf der DVD. Das Bonusmaterial fällt also wieder einmal recht spärlich aus, doch das alternative Ende solltet ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen. Wie bei den ersten beiden DVD-Boxen, verfügt auch Angel Beats! Vol. 3 über ein Wendecover ohne FSK-Logo. Das begrüßen wir und Universum Film darf dies gerne bei allen weiteren Animes fortführen. Seid ihr übrigens im Besitz aller drei Boxen, könnt ihr die beiliegenden Coupons allesamt einschicken und dafür kostenlos einen passenden Schuber erhalten. Ein netter Zug von Universum Film, über den wir uns sehr freuen. Wir können Angel Beats! Vol. 3 allen empfehlen, die sich bereits die anderen beiden Boxen gekauft und die Folgen angeschaut haben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Angel Beats! Vol. 3 ist genauso gut wie die beiden Vorgängerboxen und verlängert die Laufzeit endlich wieder auf über zwei Stunden. Das liegt vor allem an der zusätzlichen Episode, die von der ersten bis zur letzten Minute nur versucht, witzig zu sein und dies vortrefflich schafft. In einem Anime habe ich tatsächlich so selten gelacht, wie in dieser einen Episode von Angel Beats!, denn hier jagt ein Gag den nächsten und so etwas habe ich bisher nur in Crayon Shin-Chan erlebt. Einfach klasse! Dabei wirkt der restliche Anime sogar sehr ernst, doch das tut der Serie absolut keinen Abbruch. Die Idee, die hinter Angel Beats! steckt, ist richtig gut und sie wird grundsätzlich im Verlauf der Handlung auch gut umgesetzt, doch an einigen Stellen (besonders am Anfang und gegen Ende) habe ich einfach das Gefühl, dass man sich manchmal vielleicht umorientieren wollte und die Story somit unweigerlich auf mehrere Irrwege ins Nichts geschickt hat. Trotzdem haben die kreativen Köpfe hinter dem Projekt Mut bewiesen und den Anime zu einem guten Ende geführt. Es ist wirklich schade, dass es nur dreizehn beziehungsweise vierzehn Folgen gibt, denn jetzt muss ich wieder Abschied von Otonashi, Yurippe und Hinata nehmen. Ich weiß aber schon jetzt, dass es nicht das letzte Mal sein wird, dass Otonashi bei mir ohne Gedanken an sein früheres Leben aufwachen wird.

Vielen Dank an Universum Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Angel Beats! Vol. 3!