Review: Dragonball Z: Movies 1 – 4

Zwischen 1989 und 1995 erblickten in Japan ungefähr parallel zur Ausstrahlung von Dragon Ball Z viele Kinofilme das Licht der Welt. Hierzulande wurde Dragonball erst später bekannt, wodurch auch die Filme bis zu vierzehn Jahre auf sich warten lassen mussten.

Ursprünglich bei Polyband erschienen, hat Anime Virtual die Lizenz erneuert und hat mit der vorliegenden Box die ersten vier Filme Ende 2011 nochmals in einer Box veröffentlicht. Wie bereits bei den Dragonball-Filmen, spielen die Filme zwar zwischen bestimmten Ereignissen in der Serie, doch lassen sie sich nicht direkt in die Timeline einordnen, da dies an der einen oder anderen Stelle keinen Sinn ergeben würde. Die Filme dienen eher dazu, Fans noch näher an eines der wohl beliebtesten und wichtigsten Anime-Franchises zu binden. Der erste Film (Die Todeszone des Garlic Jr.) spielt somit beispielsweise zu Beginn des Abenteuers. Dies erkennen wir daran, dass die Saiyajins noch nicht auf der Erde gelandet sind. Der Antagonist des Films ist Garlic Jr. Dieser möchte mit den sieben Dragonballs den Drachen Shenlong rufen, um sich die Weltherrschaft beziehungsweise ewiges Leben zu wünschen. Um an die fünfte Kugel zu gelangen, entführt er Son Gohan, da dieser einen der Dragonballs an seine Mütze gebunden hat. Der Bösewicht ist nur durch seinen Vater so durchtrieben, da sich dieser damals mit Gott für das Amt des alten Gottes beworben hat, doch hat der alte Gott hat Garlics dunkles Vorhaben erkannt. Gemeinsam kämpfen Son Gokū und seine Freunde, um seinen Sohn zu retten und Garlic von seinem dunklen Plan abzuhalten, doch dieser hat den Drachen schon gerufen und genießt nun die ewige Jugend. Während eines aussichtslosen Kampfes öffnet Garlic Jr. einen Strudel in seine Todeszone, wo ewige Dunkelheit herrscht. Nur Son Gokū kann jetzt noch gegen Garlic Jr. bestehen.

Gehirnschmalz

In Der Stärkste auf Erden haben sich Son Gohan und Oolong auf die Suche nach den sieben Dragonballs gemacht. Ihre Suche führt sie ins ewige Eis, wo ein mysteriöser Wissenschaftler ebenfalls auf der Suche nach den Drachenkugeln ist. Dieser hat allerdings bereits alle Kugeln gefunden und ruft Shenlong, welcher Dr. Willow aus dem ewigen Eis befreien soll. Piccolo möchte den beiden aus der Misere helfen, da sie von den Schergen Dr. Kochins angegriffen werden. Piccolo scheitert allerdings, doch die beiden Jungs können entkommen. Gegen Oolongs Willen erzählt Son Gohan notgedrungen seinen Eltern von den Vorkommnissen, als auch noch Muten Rōshi auf seiner Insel gefangen genommen wird. Son Gokū begibt sich auf den Weg zum großen Laboratorium der beiden Wissenschaftler, wo er sich der Gefahr stellen und gegen die Bio-Cyborgs kämpfen muss. Beim Showdown erkennt er, dass Dr. Willow nur noch aus Gehirnmasse besteht, doch nicht weniger gefährlich ist. Die Entscheidungsschlacht im nächsten Film handelt von einem noch gefährlicheren Gegner. Tales, ein in der Serie nicht existenter Saiyajin, ist auf dem Weg zur Erde. Der blaue Planet sei für ihn perfekt, um einen Samen einzupflanzen, aus welchem der Baum der Macht sprießen soll, welcher der Erde ihre Energie entziehen soll. Meister Kaio bittet Son Gokū um Hilfe. Dieser macht sich mit seinen Freunden auf den Weg, den Baum zu zerstören, doch dieses Vorhaben misslingt. Als Tales dann auch noch Son Gohan schnappt, erklärt er ihm, dass sie über ähnliches Erbgut verfügen.

Kampfgetümmel

Er erkennt Son Gohans Kräftepotential und möchte ihn am liebsten mit auf sein Raumschiff schleppen, um ihn dort auszubilden. Um dies zu erreichen, lässt er am Himmel einen Mond explodieren und Son Gohan verwandelt sich in einen Weraffen. Durch die Kraft der Freundschaft kann sich Son Gokūs Sohn zwar zurückverwandeln, doch es steht immer noch die entscheidende Schlacht bevor. Diese kann nur gemeinsam und nur mit gebündelter Kraft gewonnen werden. Der vierte Film Super-Saiyajin Son Goku ist recht ähnlich aufgebaut wie der erste Film. Lord Slug entdeckt die Erde und möchte diese in eine planetare Raumstation umwandeln. Er entdeckt jedoch Son Gohan und erfährt von den Dragonballs, wodurch er sich schon alsbald ewiges Leben von Shenlong wünscht. Überraschende Wendungen und der wohl lustigste Trick, einen Gegner zu besiegen, ist das, was Super-Saiyajin Son Goku zum Genuss für jeden Fan des humoristischen Dragonball-Universums macht. Witzige Dialoge und auch humorvolle Situationen sind selbstverständlich in allen Filmen enthalten und locken selbst die ernsthaftesten Momente auf. Zur Handlung der Filme müssen wir aber sagen, obwohl sie sich nicht direkt in die Serie einordnen lassen, dass sie im Einklang mit der Serie stehen. Wie im großen Vorbild steht die Story leider nur an zweiter Stelle, denn vorzugsweise wird in den ersten vier Filmen fast nur gekämpft. Das heißt nicht, dass die Handlung nicht durchdacht sei, das ist sie sehr wohl, doch ausgeklügelte Dialoge wie in der Vorgängerserie beziehungsweise den Vorgängerfilmen gibt es bei den Dragonball-Z-Filmen nicht.

Dragonball Z ohne Songs

Das Bild der Filme ist altersbedingt leider nur im 4:3-Format gehalten. Eine Überarbeitung in technischer Hinsicht fand leider nicht statt. So ist das Bild, besonders bei den ersten Filmen, gelegentlich ein wenig schwammig und befindet sich an der einen oder anderen Stelle sogar auf VHS-Qualität. Die Bildqualität steigt allerdings von Film zu Film. Der Stil von Autor Akira Toriyama wird jedoch durchgehend gut in Szene gesetzt. Dragonball-Fans werden sich sofort heimisch fühlen. Die Todeszone des Garlic Jr. schlägt mit 38, Der Stärkste auf Erden mit 56, Die Entscheidungsschlacht mit 58 und Super-Saiyajin Son Goku mit 52 Minuten zu Buche. Das macht insgesamt 204 Minuten, welche die Filme uns an den Fernseher fesseln können (auf der Packung werden versehentlich sechs Minuten mehr angegeben). Der Sound liegt in Dolby Digital 2.0 vor, zumindest im Deutschen. Der japanische Originalton wirkt (da viel früher vertont) etwas angestaubt. Die deutschen Synchronsprecher hat man größtenteils der Serie entnommen. Nur gelegentlich spricht auch mal ein anderer Sprecher einen der vielen Charaktere, wie etwa Son Gohan. So wird dieser in Die Todeszone des Garlic Jr. von Robin Kahnmeyer (der ihm eigentlich erst als Erwachsener seine Stimme leiht) und in den anderen Filmen wie gewohnt von Sandro Blümel gesprochen. Wer den japanischen Originalton hören möchte, muss sich allerdings zwangsweise deutsche Untertitel zuschalten lassen. Abstellbar sind sie nicht. Was wir ebenfalls nicht verstehen können ist, dass man die gesungenen Lieder in der deutschen Synchronisation einfach weggelassen hat oder den Soundtrack teils komplett mit dem normalen Opening-Sound ausgetauscht hat. Trotzdem bieten die vier Filme genau das, was Dragonball-Z-Fans wollen – actionreiche und schön in Szene gesetzte Kämpfe!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der DVD-Fassung): Während ich die Serie derzeit gelegentlich wieder im Fernsehen verfolge, habe ich die Filme bis vor kurzem noch nicht gesehen. Das ist sehr schade, da es einige coole Momente und vor allem interessante Charaktere gibt, die in der Serie überhaupt nicht oder zumindest nicht in dieser Form auftreten. Es ärgert mich aber auch hier, dass man den Schwerpunkt auf die Kämpfe verlagert hat. Diese finde ich zwar in Dragonball Z wunderbar in Szene gesetzt, doch nützen die besten Auseinandersetzungen nichts, wenn sie nicht gut genug mit einer Handlung und durchdachten Dialogen eingeführt werden. Beides ist in den Dragonball Z: Movies 1 – 4 enthalten, doch leider nicht so, dass ich hier von meisterlich erarbeiteten Anime-Meisterwerken sprechen kann. Trotzdem konnte ich mit den Filmen einen wunderbaren langen Nachmittag verbringen. Die Charaktere haben in der Regel dieselben Charakterzüge, wie in der Serie und der für das Franchise typische Humor ist ebenfalls wieder mit an Bord. Dragonball-Z-Fans werden hier vier Filme in einer Box bekommen, doch wer mit der Qualität der klassischen Dragonball-Serie hofft, wird wohl enttäuscht werden. Die Filme setzen wie die Serie ganz andere Prioritäten und das ist gewissermaßen auch gut so.

Vielen Dank an Anime Virtual für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragonball Z: Movies 1 – 4!

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