Review: Resident Evil: The Mercenaries 3D

Es kommt nicht selten vor, dass Hersteller versuchen, berühmte Marken ihres Repertoires auszuschlachten. Da die Resident-Evil-Reihe derzeit ihre wohl verdiente Pause einlegt, hat sich Capcom letzten Sommer wohl gedacht, das Mercenaries-Minispiel aus Teil 4 und Teil 5 der Hauptreihe einzeln zu vermarkten – inklusive einer Demo zu Resident Evil: Revelations!

Eine Handlung sucht man in Resident Evil: The Mercenaries 3D vergeblich, denn in diesem Spiel geht es nicht um eine gut erzählte, spannende, schockende oder gar weltbewegende Story, sondern um das sinnlose Dezimieren der feindlichen Gegnerhorden. In der Rolle bekannter Resident-Evil-Helden und -Bösewichtern, wie etwa Chris Redfield, Jill Valentine oder Jack Krauser, bekämpfen wir in fünf Spielabschnitten mit unterschiedlicher Missionsanzahl gegen die Las Plagas aus dem vierten und gegen die Majinis aus dem fünften Serienteil. Ausgerüstet mit Pistolen, Gewehren und Granatwerfern geht es den Infizierten unter Zeitdruck an den Kragen, um möglichst viele Punkte für den Highscore zu erreichen. Während die meisten Gegner nach ein paar gezielten Schüssen umfallen, halten einige ihrer Artgenossen deutlich mehr aus. Da wachsen nach dem Ableben plötzlich tentakelartige Lebensformen aus ihren abgetrennten Köpfen heraus oder platzen auch schon mal auf, wenn sie das Zeitliche segnen. Vor ganz gefährlichen Feinden, wie etwa Kettensägen schwingende Gegner, müssen wir uns ganz besonders in Acht nehmen. Hier kann jede direkte Begegnung die letzte sein.

Kampfgetümmel

Selbstverständlich gibt es auch in The Mercenaries 3D wieder einige Items, die unser Arsenal vervollständigen. Während wir uns mit grünen Kräutern serientypisch heilen dürfen, greifen wir zu Blendgranaten, um uns Vorteile im Kampf zu sichern. Außerdem dürfen wir Minen auf den Boden legen, die sofort explodieren, sobald jemand über sie hinweg läuft. Eine ähnliche Explosion können wir auslösen, sofern wir auf herumstehende Ölfässer schießen, die mit nur einem Schuss explodieren und im besten Falle gleich eine ganze Gegnerkompanie auslöschen. Es nützt uns allerdings nicht, immer nur an einem Ort zu verweilen und anstürmende Gegner zu töten, denn unsere Feinde attackieren uns von allen Seiten und da wir im Hinterkopf keine Augen haben, müssen wir ständig in Bewegung sein. Leider werden unsere Gegner nämlich nicht auf der Minimap angezeigt, was durchaus für die eine oder andere suboptimale Situation sorgen kann. Es gilt hier also gut auf die Umgebungsgeräusche zu hören, denn wenn wir hier eine Kettensäge vernehmen, sollten wir schleunigst den besagten Gegner ausfindig machen, um uns danach wieder voll und ganz auf das Geschehen zu konzentrieren.

Highscore-Jagd

Die spielbaren Gebiete wurden teils 1:1 aus Resident Evil 4 und Resident Evil 5 übernommen oder erinnern uns zumindest an diese. Es ist schade, dass Entwickler Capcom sich hier nicht mehr Mühe gemacht und uns völlig neue oder Gebiete aus anderen Teilen der Reihe spendiert hat. Trotzdem wirken die meisten Level-Strukturen gut durchdacht und können relativ schnell auswendig gelernt werden, um zukünftig bessere Highscores aufstellen zu können. Wenn man weiß, wo sich Abkürzungen, Leitern und Standorte der Zeit verlängernden Objekte befinden, spielt es sich direkt durchaus leichter. Bestzeiten aufzustellen ist im Übrigen auch unsere Hauptaufgabe in diesem Spiel, sprich wir müssen nur genügend Gegner hintereinander erledigen, um damit den Punkte-Multiplikator in die Höhe zu treiben. Am Ende eines jeden Levels erhalten wir dann eine Übersicht, wie viele Punkte wir erreicht haben und somit wie gut wir den Level gemeistert haben. Erreichen wir genügend gute Bewertungen, schalten wir einerseits neue Spielabschnitte und andererseits auch neue Spielfiguren frei.

Mehrspielerqualitäten

Wir möchten hier nicht zu viel verraten, aber einer der wohl beliebtesten Bösewichter der Reihe ist auch hier wieder mit von der Partie. Jeder spielbare Charakter verfügt dabei über unterschiedliche Waffen, was für genügend Abwechslung und Differenzierung unter den Spielern sorgen dürfte. Der Titel lässt sich nämlich kooperativ (wahlweise lokal oder online mit Freunden, sowie unbekannten Spielern) bestreiten und entfaltet in diesem Fall dann auch sein volles Potential. Zusammen mit einem weiteren Spieler kann man sich weitaus besser gegen die infizierten Horden wehren, doch leider verfügt der Titel online über keine Chat- oder Sprachfunktion, weshalb das Absprechen in vereinzelten Situation nicht immer so gut wie vielleicht erwartet funktioniert. Trotzdem kann man die Mehrspielerqualitäten nicht von der Hand weisen, denn wenn man einen Mitspieler vor dem Ableben beschützen muss, macht die Action-Orgie gleich doppelt so viel Spaß, zumal man nun gemeinsam für einen möglichst guten Highscore agieren muss.

Monotones Gameplay

Optisch gehört The Mercenaries 3D zu den hübschesten Nintendo-3DS-Spielen, die wir bis heute gesehen haben. Die mit auf der Cartridge liegende Demo zum kommenden Resident Evil: Revelations legt grafisch noch eine Schüppe drauf und bezaubert mit noch schöneren Licht- und Schatteneffekte, als es The Mercenaries 3D tut. Der Soundtrack ist zwar gut, aber nur sehr selten zu hören, da Soundeffekte wie das Stöhnen der Gegner und die Geräusche der Ballermänner das Geschehen meistens übertönen. Auch wenn es im Spiel genügend Waffen, Items und unterschiedliche Charaktere gibt, ist das Gameplay dadurch nicht weniger monoton – mehr als das Töten von und Fliehen vor Monstern bietet der Titel nicht. Erfolgssüchtige Spieler freuen sich dafür aber über Medaillen, die es für das Erfüllen diverser Aufgaben, wie etwa dem Erreichen eines hohen Combo-Zählers zu gewinnen gibt. Das kann den einen oder anderen Spielertypen motivieren, aber für den eigentlichen Spielfluss hat das System keine Bedeutung. Einzelspieler werden mit dem Titel nicht dauerhaft glücklich werden, aber wer gerne und viel mit Freunden online spielen möchte (und im besten Falle noch Skype am PC oder auf dem Smartphone nebenher laufen hat), erhält mit Resident Evil: The Mercenaries 3D einen unterhaltsamen Action-Titel für jede Gelegenheit!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Mir hat Resident Evil: The Mercenaries 3D nur bedingt Spaß gemacht. Während mir alleine aufgrund des monotonen Gameplay relativ schnell langweilig wurde, konnte mich der Titel aber online absolut begeistern. Es macht zusammen einfach mehr Spaß, da man sich im besten Falle auch gegenseitig den Rücken freihalten kann und man nicht unbedingt ständig in Bewegung sein muss. Hier merke ich auch deutlich, dass es dem 3DS bei diesem Spiel eindeutig an einem zweiten Schiebepad mangelt, mit dem man sich prima hätte in der Umgebung umsehen können. In The Mercenaries 3D sind leider nur 180-Grad-Drehs möglich, was aber nur beim Wegrennen vor den Gegnern tatsächlich zum Einsatz kommt. Dafür gefällt mir wiederum die facettenreiche Auswahl an Waffen und Items, die das Spiel durchaus stark bereichern. Bei den unterschiedlichen Charakteren hätte ich mir aber wirklich mehr Abwechslung versprochen, als der Titel mit seinem monotonen Gameplay tatsächlich bietet. Die Action-Orgie ist zumindest ein wunderbarer Lückenfüller, wenn man mal etwas länger auf den Bus warten muss oder man zwischenzeitlich einfach mal eine Runde zocken möchte, die Zeit für ein ausgiebiges Rollenspiel aber nicht reicht. Trotzdem möchte ich Einzelspielern vor dem Kauf eher abraten, doch Vielspieler und vor allem Freunde von kooperativen Online-Spielen werden mit Resident Evil: The Mercenaries 3D einen anspruchsvollen Titel finden und dann nicht nur für zwischendurch!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Resident Evil: The Mercenaries 3D!

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