Review: New Super Mario Bros.

Mit New Super Mario Bros. legte Nintendo 2006 den Grundstein zu einer neuen Serie oder zumindest frischte das Unternehmen eine eingemottete Videospielreihe auf. In Anbetracht der bevorstehenden Releases von New Super Mario Bros. 2 und New Super Mario Bros. U haben wir das Erstlingswerk durchgespielt.

Marios Leben könnte aufregender nicht sein! Gerade unternimmt der Klempner mit Peach noch einen romantischen Spaziergang und plötzlich steht Prinzessin Toadstools Schloss auch noch in Flammen! Da ist es logisch, dass der Mann mit dem Schnauzbart zur Hilfe eilt, um das Feuer zu löschen. Als Mario allerdings zurückkehrt, befindet sich seine geliebte Peach nicht mehr an jenem Ort, wo er sie zurückgelassen hat. Als Spieler sehen wir, dass Bowser Jr. (oder Baby Bowser, wie die Amphibie noch vor vielen Jahren hieß) hinter der Entführung der Monarchin steckt. Mario begibt sich auf eine Reise durch insgesamt acht Welten – immer dem kleinen Frechdachs hinterher, um die Prinzessin zu befreien. Dass Bowser Jr. nicht der wahre Übeltäter hinter dem Verbrechen steckt, wissen wir natürlich spätestens schon am Ende der ersten Welt, wo uns der große Bowser höchstpersönlich gegenübersteht. Er scheint allerdings viel von seiner einstigen Stärke verloren zu haben, denn einfacher war die Riesenamphibie noch nie zu besiegen. Das ist auch schon der Hauptknackpunkt von New Super Mario Bros. auf dem Nintendo DS. Das Spiel ist klar für Anfänger und Einsteiger in das Genre beziehungsweise der Reihe gedacht, doch auch trotz des einfachen Schwierigkeitsgrad haben wir eine Menge Spaß mit dem sechs Jahre alten DS-Titel gehabt. Wo Super Mario draufsteht, ist schließlich auch Super Mario drin!

Bekanntes Gameplay

Das Gameplay kommt Videospielveteranen definitiv bekannt vor, denn in zweidimensionalen Levels durchkämmen wir von links nach rechts, sowie von unten nach oben (oder auch anders herum) kunterbunte Spielabschnitte und jagen dabei jeden Gegner, der nicht bei drei auf den Bäumen ist. Bei Gumbas und Koopas hilft es noch, einfach auf ihre Köpfe zu springen, um sie zu plätten. Bei Koopas können wir anschließend sogar noch den Schildkrötenpanzer nutzen, um diesen wiederum auf andere Gegner zu kicken. Bei Piranha-Pflanzen sieht die Sache aber wieder anders aus, denn wenn wir auf diese draufhüpfen, macht uns diese einen ganzen Kopf kürzer. Also müssen wir jetzt einen der durch die gesamte Spielwelt verteilten Fragezeichen-Blöcke aufsuchen und unter diesem hochspringen oder eine Stampfattacke auf ihm auslösen, damit ein begehrtes Item aus diesem heraus fällt. Wenn wir als kleiner Mario unterwegs sind, ist dies in der Regel ein Pilz, der uns auf eine anständige Größe heranwachsen lässt. Danach ist es meist die Feuerblume, die wir in solch einem Block finden können. Mit dieser geballten Kraft des Feuers ist es möglich, Feuerbälle auf die Gegner zu jagen – allerdings maximal zwei Stück gleichzeitig. Danach benötigt es circa eine Sekunde, bis die Power wieder regeneriert ist – Freunde des Dauerfeuers haben in New Super Mario Bros. also schlechte Karten!

Liebling, wir haben Mario geschrumpft

Nintendo ist aber vor allem wegen Innovationen bekannt und so erleben wir natürlich auch in New Super Mario Bros. die eine oder andere Neuerung. Da wären zum einen zwei Pilzsorten zu nennen, die es zuvor noch in keinem Super-Mario-Spiel gab. Der Mega-Pilz lässt uns für kurze Zeit riesig wachsen – nun können wir temporär einfach so durch das Level laufen und in dieser Zeit alle Gegner, Röhren und Blöcke aus dem Bildschirm kicken, die uns im Weg sind. Das sieht witzig aus und das ist es im Grunde auch, doch der spielerische Anspruch ist dabei gleich null. Interessanter wird es dann schon mit dem Mini-Pilz, der uns zum Winzling macht. Nun reicht eine Gegnerkollision und wir sind geliefert! Dafür können wir nun deutlich weiter springen, was uns auch die Möglichkeit gibt, an sonst nicht zu erreichende Orte zu gelangen – wer also wirklich alle Sternenmünzen in New Super Mario Bros. finden möchte, kommt um den Einsatz des Mini-Pilzes nicht herum. Doof ist nur, dass dieser Pilz auf herkömmlichen Wegen in den Levels selbst kaum zu finden ist. Da muss schon ein roter Fragezeichen-Block (welche sich über die Oberwelt in ständiger Rotation befinden) vorbei kommen oder in einem Toad-Haus solch ein Exemplar in einem Minispiel gewonnen werden. Letzteres ist übrigens deutlich praktischer, da der Pilz dann jederzeit und zu jedem Ort aktiviert werden kann.

Wendiger Klempner

Das dritte neue Item im Bunde ist der blaue Panzer. Sammeln wir diesen ein, können wir uns (wenn wir genügend Anlauf haben) in einen Panzer einrollen und so quer durch den Abschnitt hüpfen und jeden Gegner problemlos aus dem Weg räumen. Es besteht jedoch die Gefahr des Abprallens an Hindernissen – dann müssen wir schnell schalten, um nicht in einen Abgrund zu fallen. Im Test hat uns dieses Item jedoch am allerwenigsten gefallen, da es im Grunde auch nur an einer oder zwei Stellen zwangsweise eingesetzt werden muss, um an alle Sternmünzen zu gelangen. Wir denken, dass das Feature damals definitiv ausbaufähig gewesen wäre und so sicherlich später auch in einem anderen Mario-Spiel hätte erscheinen können. Bis heute wurde der Gegenstand allerdings nicht in dieser Form wiederverwertet. Aber auch so ist Mario sehr wendig, denn zuvor war es in zweidimensionalen Titeln der Reihe noch nicht möglich gewesen, dass der Klempner Wandsprünge vollziehen, nach ein paar Sprüngen höher hüpfen, über Felsvorsprüngen im Hintergrund schleichen oder sich daran hängen und sogar die bereits erwähnten Stampfattacken vollziehen konnte. In diesem Sinne hat der Titel vor sechs Jahren eine kleine Revolution vollzogen. Es ist in New Super Mario Bros. allerdings wieder möglich, dass der Klempner an Abhängen hinunter rutschen und so ebenfalls Gegner aus dem Bildschirm katapultieren kann. Probiert das mal in einer der rutschigen Eis-Levels aus!

Spiel für zwischendurch

Abschließend bleibt zu sagen, dass das Spiel aufgrund seiner bunt gemischten Oberwelt-Struktur ein wenig an Titel wie Super Mario Bros. 3 mit der gleichen Abwechslung erinnert. Da gibt es Abkürzungen, Kanonen, Burgen – meist können wir auch noch eine bestimmte Route wählen. Bei vier Welten gibt es sogar mehrere Möglichkeiten, welche wir von ihnen denn nun besuchen. Das kommt da nämlich ganz darauf an, ob wir zwei der Bossgegner am Ende einer jeden Welt als winziger Mini-Mario besiegen oder nicht. Ein wenig Herausforderung ist somit auch für erfahrene Spieler geboten. Wer eine der Burgen betritt, muss aber mit oftmals gleichen Bossgegnern rechnen. Neben Bowser Jr. und Bowser gibt es nicht einmal eine handvoll anderer Gegner. Diese Ähnlichkeiten zu Super Mario World und Co ist nicht von der Hand zu weisen – da wäre 2006 schon mehr drin gewesen. Ebenfalls hätte der Soundtrack abwechslungsreicher ausfallen können. Es sind oft immer und immer wieder dieselben Tracks, die aus den Lautsprechern grölen. Diese erreichen bei uns zwar andauernd fröhliches Mitgesumme, doch etwas mehr Vielfalt hätte New Super Mario Bros. sicherlich gut getan. Wer noch einen Mitspieler findet, kann zudem noch ein paar Minispiele zum Zeitvertreib spielen – auch ohne zweite DS-Cartridge. Ähnlich toll wie das Hauptspiel sind diese aber nicht. Da hat uns der Vierspielermodus vom Nintendo-Wii-Nachfolger deutlich besser gefallen. Für Zwischendurch ist New Super Mario Bros. aber definitiv eine Empfehlung wert und als Einstieg ins Franchise sehr gut geeignet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Zum Aufwärmen auf New Super Mario Bros. 2 wollte ich den ersten Teil dieser Reihe unbedingt noch nachholen. Den Nintendo-Wii-Vorgänger fand ich anno 2009 ja auch nicht schlecht. Bei New Super Mario Bros. wurde ich aber ein wenig enttäuscht. Ich hätte es wissen müssen, dass das Spiel wohl einfacher als erwartet ausfällt – der Release des Titels lag immerhin genau in den Jahren, wo Nintendo so richtig dem Casual-Wahnsinn verfallen ist, wo selbst ein Blinder ein Spiel problemlos hätte meistern können. Trotzdem konnte ich mir mit dem Spiel wunderbar die Zeit vertreiben, denn obwohl der Mega-Pilz spielerisch das wohl anspruchsloseste Item aller Zeiten ist, sieht das Zerbröseln von Röhren, Blöcken und Gegnern auf dem kleinen DS-Bildschirm trotzdem toll aus. Mehr Spaß hatte ich allerdings mit dem Mini-Pilz. Um jede Sternenmünze im Spiel zu finden, ist dieses Item zwangsweise erforderlich – dass sind Mega-Pilz und der blaue Panzer zwar auch, doch werden diese nicht so wirklich in das Spiel integriert. Leider hat es Nintendo auch vermasselt, den Mini-Pilz nur in seltenen Fällen direkt im Level zu verstecken. Das hat zufolge, dass man oft unzählige Rotationen der roten Fragezeichen-Blöcke abwarten und gegebenenfalls bei Misserfolgen unzählige Versuche aufwenden muss, um die Münze zu ergattern. An 1-ups fehlt es New Super Mario Bros. aber definitiv nicht. Am Ende hatte ich immer noch genügend Versuche im sehr hohen zweistelligen Bereich übrig. Zu guter Letzt möchte ich aber noch das Speichersystem stark kritisieren. Ich weiß nicht, welcher der Entwickler auf die Idee gekommen ist, dass man nur dann speichern kann, wenn man eine zuvor noch nicht abgeschlossene (!) Burg erfolgreich beendet oder eine Blockade auf der Oberwelt aus dem Weg räumt. Das hat man zuvor in vielerlei Spielen deutlich besser gemacht. Zum Glück ist das so nie wieder in einem Super-Mario-Spiel vorgekommen. Nimmt man die Defizite bereitwillig in Kauf, kommt man in den Genuss eines zumindest angenehm einfachen Spiels zum puren Zeitvertreib.

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