Review: V/H/S: Eine mörderische Sammlung

Horrorfilme sind eines der Genres, die bisher am meisten ausgeschlachtet worden sind. V/H/S: Eine mörderische Sammlung ist jedoch ein Horrorfilm, der sich ein besonderes Stilmittel zunutze macht, um Spannung zu erzeugen, jedoch gelingt das im Film nicht immer.

Eine kleine Gruppe gestörter Kleinkrimineller nimmt ihre Vergehen mit Kameras auf, um ihre Taten anonym an ihre Kunden zu verkaufen. Da werden Pärchen überfallen und Fensterscheiben eingeschlagen. Schamlos wird auch nur aus dem kleinsten Vergehen versucht Geld zu machen. Eines Tages sind sie jedoch der Auffassung, dass sie in einer Nacht mehr als fünfzig Dollar einnehmen können. So nehmen sie einen Auftrag von jemanden an, der die Kleinkriminellen zu kennen scheint, an. Dieser Auftrag führt sie in das Haus eines alleinstehenden Mannes, der ein ganz bestimmtes Videotape besitzen soll. Dieses sollen sie stehlen, doch im Haus werden sie von eben jenem Mann überrascht, doch nicht auf die übliche Weise. Dieser sitzt nämlich tot in seinem Sessel und starrt auf seine Fernseher, bei welchen nur das Rauschen läuft. Zudem besitzt er eine beachtliche Sammlung an Videokassetten und so müssen die Ganoven erst einmal das richtige Tape finden. Während sich der Großteil der Gruppe im Haus umsieht, um nach weiteren Tapes zu suchen, wird ein einzelner der vier Ganoven zum Anschauen der Videos verdonnert und macht dabei jedoch mehr als nur eine schreckliche Entdeckung, die er lieber nicht gemacht hätte. Die Rahmenhandlung wird ab diesem Moment geschickt genutzt, um verschiedene Schicksale zu zeigen und am Ende die Kleinkriminellen selbst in eine ähnliche Lage zu bringen.

Mysteriöse Schicksalswendungen

Auf den Videokassetten sind nämlich die mysteriösesten Mordfälle festgehalten, die man so noch nie gesehen hat. Ganz besonders keiner der Kleinkriminellen. Die Filmchen drehen sich allesamt um Teenager oder um junge Erwachsene, die nicht nur seltsame, sondern auch sehr gefährliche, mordlustige und übernatürliche Erfahrungen machen müssen. Es handelt sich dabei jeweils um einen Film im Heimvideoformat. Also um Filme, die jeder der Betroffenen selbst mit einer eigenen Kamera aufgenommen hat. Da wollen dann schon mal ein paar Freunde zwei Mädchen zum Geschlechtsverkehr überreden, doch während ein Fräulein vorab aufgrund zu viel Alkohol einschläft, verwandelt sich das andere Mädchen während des Aktes zu einer nymphomanischen Bestie, welche ihre Opfer zerstückelt und auffrisst. In einem anderen Video wird ein Pärchen überfallen und ermordet, dann taucht in einem Waldgebiet ein unsichtbarer Killer aus dem Nichts auf und tötet grundlos aus dem Hinterhalt. Auf einer anderen Kassette befindet sich eine Skype-Aufzeichnung, bei der seltsame Dinge im Hintergrund passieren und zu Verletzungen eines der beiden Gesprächspartner führen. Abschließend geht es auch noch zu einer Halloween-Party, zu der aber gar kein Gast erscheint und auf einmal eine junge Frau auf dem Dachboden der Location hingerichtet werden soll. Die Geschichten sind durchaus abwechslungsreich gestaltet, sind jedoch teilweise zu langatmig inszeniert und werden erst zum jeweiligen Finale spannend.

(Un)logische Stilmittel-Entscheidung

Die Qualität der einzelnen Filme sollte eigentlich durchgehend auf VHS-Ebene basieren, doch das ist nur am Anfang so. Später ist das Bildmaterial deutlich klarer und wurde dementsprechend auch mit neuerer Technik gefilmt. Beim Skype-Gespräch wird sogar angedeutet, dass es nicht aufgezeichnet wird, doch das kann man natürlich auch anders deuten, wenn man den Film gesehen hat. Trotzdem: Die Qualität des einen oder anderen Film kann auf einer handelsüblichen Videokassette niemals so eingefangen werden und daher verliert der Film an diesem Punkt auch ein wenig an Glaubhaftigkeit. So schwankt das Bild im 16:9-Format und in 1080p zwischen schlecht und sehr gut, doch können wir dem Streifen an dieser Stelle keinen Vorwurf machen, da die miese Qualität als Stilmittel genutzt wird. Die Tonformate liegen in Deutsch und Englisch (beide DTS-HD 5.1 Master Audio) vor und werden an entsprechender Stelle auch von den bekannten Makeln der Videoaufnahmen gestört. Auch hier können wir dem Film aufgrund des Stils keinen Vorwurf machen. Das Bonusmaterial gibt dazu nur wenig Einblick in die Produktion des Films. Wir hätten gerne mehr über die Stilmittel-Entscheidungen gehört. So bleibt unterm Strich ein 116 Minuten langer und amüsanter Horrorfilm, der im Grunde jedoch nur versucht, alle Klischees zu erfüllen. Fans des Genres kommen aber sicherlich auf ihre Kosten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): V/H/S: Eine mörderische Sammlung ist ein Film, den ich mir aufgrund der stilistischen Erscheinungsweise gerne mal ansehen wollte, zumal The Blair Witch Project, welcher mit ähnlichen Mitteln arbeitete, schon sehr lange her ist und mir nicht mehr richtig in Erinnerung geblieben ist. Der Film bedient sich jedoch aller klassischen Mittel des Genres und so werden nicht nur Waldgebiete und Spukhäuser, sondern auch die dunkle Einsamkeit der Nacht wieder einmal mehr thematisiert. Das ist nicht neu und für mich auf die Dauer dann doch etwas zu innovationslos. Die verschiedenen Episodenfilme, die wirklich gut in die Rahmenhandlung eingewoben sind, haben dafür dennoch sehr interessante Geschichten, die clever inszeniert sind, zu erzählen. Zudem wirken die schwachen Effekte durch das meist schlechte Bild richtig gut. Auf stilistischer Ebene kann man mit V/H/S: Eine mörderische Sammlung also definitiv nichts falsch machen. Wer aber auf der Suche nach einer von Anfang bis Ende funktionierenden Handlung ist, der sollte sich vielleicht den ersten Saw-Teil anschauen.

Vielen Dank an Splendid Film für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von V/H/S: Eine mörderische Sammlung!

Ein Kommentar zu “Review: V/H/S: Eine mörderische Sammlung

  1. also ich fand ihn nicht schlecht ist jetzt nicht der Überfilm aber doch schon krass und in manchen abschnitten fand ich die wendung so krass z.B. sie gehn auf reisen und die alte bringt ihn um und brennt mit der olen durch. aber naja ist ansichtache und zu landser wollte ich sagen du solltest dir lieber ein anderes genre aussuchen.

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